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Einsatzmoeglichkeiten von Kompensations- und Lizenzloesungen fuer ausgewaehlte Bereiche der Umweltpolitik

Die praktische Anwendung von Kompensationsloesungen und Lizenzloesungen wurde bisher aufgrund vermeintlich fehlender oekologischer und rechtlicher Anwendungsvoraussetzungen zu wenig in Betracht gezogen. Unter geeigneten Rahmenbedingungen koennen jedoch diese Instrumente die Erreichung umweltpolitischer Ziele erleichtern. Fuer bestimmte Bereiche der Umweltpolitik, z.B. fuer Teilbereiche der Abfallwirtschaft, Gefahrstoffvermeidung, grenzueberschreitende und insbesondere globale Problembereiche sowie bezueglich ihrer Anwendbarkeit im Rahmen einer EG-Umweltpolitik sind diese Instrumente umfassend zu analysieren. In einer ersten Vorhabenphase sollen moegliche derartige Loesungen evaluiert und die unter den Rahmenbedingungen am ehesten in Frage kommenden Einsatzmoeglichkeiten in Absprache mit dem Auftraggeber ausgewaehlt werden. In einer zweiten Phase sollen an zwei-vier Beispielen solche Loesungen auf ihre oekologische Wirksamkeit, administrativ-rechtliche Machbarkeit, oekonomische Effizienz und politische Realisierbarkeit untersucht und zur moeglichen Einsatzreife gebracht werden.

Entwicklung und Test einer Methode zur Bestimmung des trockenen Netto Stickstoffeintrages durch NH3 an UBA-Stationen mit Hilfe von Passivsammlern in einem Gradientensystem

Die Grundidee des Verfahrens besteht darin, Passivsammler fuer NH3 einzusetzen. Der Einsatz festmontierter Sammelroehrchen zur Bestimmung von NH3 zeigte bisher wenig Erfolg, da diese Passivsammler die mittlere Konzentration nicht exakt wiedergeben koennen ('Beaufschlagung' haengt stark von Windgeschwindigkeit und Windrichtung ab). Dieses Problem laesst sich loesen, indem die Messungen mit den Passivsammlern auf eine mikrometeorologische Gradiententechnik zurueckgefuehrt werden. Dazu wird der Passivsammler mit einer Windfahne beweglich montiert. Durch Anordnung von drei bis vier Passivsammlern in unterschiedlichen Hoehen ueber dem Bewuchs ist es moeglich, langzeitgemittelte Konzentrationsgradienten zu bestimmen. In Kombination mit einer einfachen meteorologischen Grandientenmessung (Windgeschwindigkeit und Temperatur in 2 Hoehen) ist es moeglich, woechentliche Nettofluesse fuer NH3 zu ermitteln. Der Testlauf einer solchen kostenguenstigen Methode vor dem mehrfachen Einsatz in einem operativen Messnetz ist Ziel dieses Vorhabens. Der Vergleich sollte fuer mindestens 10 Monate mit Ergebnissen eines zeitlich hochaufloesenden nasschemischen Gradientensystems (AMANDA), das nur an der UBA- und IfT-Forschungsstation in Melpitz vorhanden ist, vorgenommen werden. Die Erfolgsaussichten werden als gut eingeschaetzt. Erste Tests liefen dazu an der Aarhus Universitaet in Daenemark (Dissertation Brigitte Hansen, 1997) und bei J.K. SchjOrring, 1995, Atmospheric Environment, 29. 885-893). Nur das IFT verfuegt in D ueber ein AMANDA-System und besitzt darueberhinaus langjaerige Erfahrungen. Die Wissenschaftler des IFT schaetzen den Anteil von NH3 am trockenen Eintrag als erheblich ein ('Deposition Monitoring in Europe' J.W. Erisman, M.G. Mennen, D. Fowler, C.R. Flechard, G. Spindler, A. Gruener, J.H. Duyzer, W. Ruigrok, G.P. Wyers, Environmental Monitoring and Assessment (1998, im Druck).

Fachgespraech Faunen-und Florenverfaelschung durch Gewaesserausbau-Neozoen und Neophyten

Die Einwanderung von Neozoen und Neophyten erfolgt bevorzugt in anthropogene Oekosysteme hinein. Dieses Phaenomen ist besonders fuer die Flusssysteme in Deutschland auffaellig und wird durch den Gewaesserausbau unterstuetzt. In einem Fachgespraech soll der status quo dargestellt werden und folgende Fragen geklaert werden: - Voraussetzungen fuer das Einwandern von Neozoen, Neophyten - Voraussetzungen fuer die Etablierung - Folgen der Einwanderung von Neozoen, Neophyten - Forderungen und Massnahmen fuer den Gewaesserausbau.

Aktualisierung der Datenbank DIOXINE anhand neuester Laenderdaten (Arbeitsbereich 1)

Die Erarbeitung von Beitraegen fuer das Aktionsprogramm 'Umwelt und Gesundheit' basiert auf der Analyse von Informationen des Umwelt- und Gesundheitsmonitorings. Fuer den Bereich der Belastung der Umwelt einschliesslich des Menschen mit Organochlorverbindungen wird gemeinsam mit dem Bundesinstitut fuer gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinaermedizin (BgVV) ein Informationspool aufgebaut (Dioxin-Datenbank des Bundes). Ziel des Vorhabens ist es, die im UBA vorliegende Informationsgrundlage mit dem zu entwickelnden Baustein zielorientiert und medienuebergreifend aufzubereiten und fuer die Integration in das Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit zur Verfuegung zu stellen. Es soll die Verknuepfung der Daten und Informationen der Umweltkompartimente Boden, Wasser, Luft, Biota etc. mit den Informationen zur menschlichen Belastung gewaehrleistet sein, so dass die Ergebnisse fuer die umwelt- und gesundheitsbezogene Berichterstattung genutzt werden koennen. Beruecksichtigung sollen dabei auch die im BgVV laufenden Aktivitaeten fuer die Gesundheitsberichterstattung (BBE) des Bundes und der Laender finden, wo Informationen zu den Gehalten an Organochlorverbindungen in Frauenmilch als geeignete Indikatoren fuer die interne Belastung des Menschen mit persistenten, ubiquitaeren Rueckstaenden vorgesehen sind. Mit diesem Baustein traegt der Bund dazu bei, die aus der Umweltbeobachtung umfassend vorliegenden Datenbestaende fuer die Oeffentlichkeit zugaenglich zu machen und in einer verstaendlichen und attraktiven Form Informationen ueber den Zustand der Umwelt und des Menschen anzubieten.

Evaluierung von Finanzierungsmodellen zur Durchführung der kostenlosen Rückgabe von Altautos

Der Vorschlag fuer eine Richtlinie des Rates ueber Altfahrzeuge enthaelt in Artikel 5 Abs. 4 die Forderung, dass die Rueckgabe der Altfahrzeuge fuer den Letztbesitzer kostenlos zu erfolgen hat. Alle bzw. einen wesentlichen Teil der Kosten der Entsorgung sind durch die Hersteller zu erbringen. Diese Regelung soll im Jahre 2003 in Kraft treten und somit auch fuer den Altfahrzeugbestand gelten. Zur Umsetzung dieser Bestimmung in nationales Recht sind verschiedene Finanzierungsmodelle moeglich. Zieslstellung des Vorhabens ist die Analyse und Darstellung internationaler praktizierter und theoretischer Modelle sowie die Entwicklung weiterer Modelle fuer die Finanzierung der Entsorgung gemaess o.g. Rahmenbedingungen. Alle Konzepte sind anhand eines Kriterienkataloges fuer den Vergleich und die Beurteilung zu pruefen. Dabei sind die Flexibilitaet des Systems gegenueber Preis-/Kostenaenderungen, die Auswirkungen auf die Altfahrzeugstroeme, die Gefahr der Bildung von Monopolstrukturen und die Belastungen der einzelnen Akteure zu beruecksichtigen. Schlussendlich sollen nach Darstellung und Bewertung der Modelle geeignete Vorschlaege fuer die Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht abgeleitet werden.

Zuarbeiten zur Ausarbeitung der ISO/CD 11688-1 'Acoustics-Recommended Practice for the Design of Low-Noise Machinery and Equipment'

Fuer den internationalen Normenentwurf ISO/CD 11688-1 'Acoustics-Recommended Practice for the Design of Low-Noise Machinery and Equipment' sind Zuarbeiten erforderlich. Die Norm soll den Konstrukteur bei der Entwicklung laermarmer Produkte unterstuetzen, indem der Stand der Technik dargelegt und durch Konstruktionsregeln ergaenzt wird. Zur Erlaeuterung der Regeln sind Konstruktionsbeispiele einzuarbeiten. Die derzeit vorhandenen Beispiele sind unvollstaendig und muessen so aufgearbeitet werden, dass sie fuer eine Praesentation in internationalen Normenkreisen geeignet sind. Gegenstand des Vorhabens ist neben der Sammlung fehlender Beispiele die Aufarbeitung von Konstruktionsbeispielen zur Untermauerung der entwickelten Richtlinie zur Konstruktion laermarmer Maschinen.

Zusammenstellung und statistische Bearbeitung vorhandener Daten zur Wirkung von ausgewählten Verbindungen auf Bodenorganismen und Ableitung von Prüfwerten

A) Problemstellung: Angesichts seiner zentralen Stellung im Ökosystem erfüllt der Boden eine Vielzahl von ökologischen Funktionen. Die mit der Regelungs- und Lebensraumfunktion verknüpften pedologischen Prozesse stellen wichtige Randbedingungen für die Stoff- und Energiekreisläufe dar und sind prägend für die Struktur und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes. Die Bodenfauna und -flora übernimmt im Rahmen ihrer Transformatorfunktion bis zu 80 Prozent der stofflichen Umsatzleistungen im Boden, was wiederum bedeutet, dass der Lebensraum dieser Organismen in besonderer Weise zu schützen ist. Die Beeinträchtigung oder gar der Verlust der biologischen Aktivität hätte über die Schwächung der Regelungsfunktion eine Einschränkung der Lebensraumfunktion zur Folge. B) Der Handlungsbedarf zur Ausarbeitung von Grundlagen zur Beurteilung der Wirkung stofflicher Bodenbelastungen auf Bodenorganismen und zur Erarbeitung von Prüfwerten leitet sich aus der Bundesratsentschließung Nr. 5 zur Bundes-Bodenschutz-Verordnung (BBodSchV) zur Überprüfung der Vorsorgewerte und der BR-Entschließung Nr. 7 zur Aufnahme von Prüfwerten für den Wirkungspfad Boden-Bodenorganismen (BR-Drucksache 244/99) ab. C) Ziel des Vorhabens ist die Zusammenstellung und statistische Auswertung vorhandener Wirkungsdaten von Schadstoffen auf Bodenorganismen aus ca. 15 FuE-Vorhaben des UBA, BMBF, DBU und DFG und die Ableitung von Prüfwertevorschlägen für den Pfad Boden-Bodenorganismen gemäß Paragraph 8 BBodSchG.

Entwicklung eines Testsystems zur Induktion der Vitellogenese bei aquatischen Organismen

Innerhalb des Vorhabens soll eine Biologische Strategie fuer oestrogene Wirkungen von Chemikalien auf Organismen und Oekosysteme entwickelt werden. Grundlage hierfuer ist eine Fachgespraech, das im Maerz 1995 durchgefuehrt wurde. Durch dieses Vorhaben soll es ermoeglicht werden, sowohl das endokrine Potential von Umweltchemikalien zu bestimmen, als auch Umweltproben in ihrer endokrinen Potenz zu charakterisieren. Die Teststrategie soll durch eine Bewertungs- und Beobachtungsstrategie ergaenzt werden.

Untersuchung von Optionen, um die im Verlaufe der Verhandlungen zum Kyoto-Protokoll erfolgte Abschwächung der Verpflichtungen so gering wie möglich zu halten

Das Kyoto-Protokoll enthält mit den bei COP 6/Teil II und COP 7 beschlossenen Kompromissen eine Reihe von ergänzenden Regelungen, wodurch die Emissionen der Treibhausgase weniger begrenzt werden, als dies mit dem Protokoll zunächst beabsichtigt war. Ausgehend von einer qualitativen und möglichst auch quantitativen Bewertung dieser einschränkenden Bestimmungen (z.B. zu Senken, Begrenzung des Einsatzes von Kyoto-Mechanismen, Nicht-Berücksichtigung der Emissionen internationaler Verkehre) soll untersucht werden, ob und inwieweit die Auswirkungen dieser Einschränkungen limitiert werden können. Hierdurch soll die Integrität des Protokolls so weit wie möglich erhalten und Schadensbegrenzung im Sinne der Ziele des Klimaschutzes geübt werden. Man könnte z.B. auf die Anwendung einer Reihe von der EU nur widerstrebend beschlossenen Regelungen u.a. bei den Senken oder bei den Mechanismen verzichten oder diese begrenzen. Hierbei wären insbesondere die Vor- und Nachteile, ggf. auch Kosten und Nutzen derartiger Selbstbeschränkungen und sonstiger Regelungen zu betrachten und abzuwägen. Die Emissionen der See- und Flugverkehre innerhalb der EU könnten als EU-interner Verkehr in die Emissionsinventare der MS aufgenommen werden und im Bereich der Maßnahmen könnte man solche mit win-win-Effekt besonders fördern. Derartige Möglichkeiten sind auf Wirksamkeit und Akzeptanz zu untersuchen und zu prüfen, inwieweit sie bei der EU eingebracht werden könnten und sollten.

Harmonisierung der Emissionsberichterstattung II

A) Problemstellung: Vor dem Hintergrund der beiden FuE-Vorhaben: 'Entwicklung standardisierter und automatisierter Berechnungsverfahren für die zeitnahe Emissionsberichterstattung' (FKZ: 29842289) und 'Integrierte Matrix zur Emissionsberichterstattung' (FKZ: 29842759) (UFOPLAN 1998) wurde ein Konzept für die Neuordnung der Datenhaltung zu Emissionen in einem Zentralen System Emissionen erarbeitet. In diesem Rahmen wurde eine Software als prototypische Anwendung entwickelt (Zentrales System Emissionen), die die DV-technische Umsetzung der Ergebnisse des Vorhabens 29842759 ermöglichte. Erst durch diese DV-technische Abbildung der fachlichen Ergebnisse ist eine abschließende Evaluierung und Optimierung der Integrierten Matrix möglich. B) Handlungsbedarf: Aufgrund vielfältiger Probleme, aufgrund fehlender DV-technischer Umsetzungsmöglichkeiten und mangelnder Personalkapazitäten in II 6.4 für die Bereitstellung fachlicher Zuarbeiten, konnten in dem Vorhaben entgegen der ursprünglichen Planung nicht alle Datenbestände zu Emissionen berücksichtigt werden. Darüber hinaus ergaben sich weitere Berichtspflichten (CRF/IPCC) in ihrer endgültigen Ausgestaltung in dem Vorjahr (CRF IPCC) sowie einer Überarbeitung der Berichtsformate im Hinblick auf die erforderliche Harmonisierung dieser bezüglich SNAP-(CORINAIR) und CRF-Format (IPCC) in diesem Jahr. Eine Berücksichtigung dieser in den o.a. Vorhaben war daher so nicht möglich. In den kommenden Jahren muß Deutschland im Rahmen des C02-Monitoring Mechanismus sowie der IPCC-Berichterstattung die Emissionsberichtspflicht erfüllen. C) Ziel des Vorhabens ist es, neu hinzugekommene Berichtspflichten aus dem Kiotoprotokoll der Klimarahmenkonvention (Common Reporting Format) und aus dem Multi-Komponentenprotokoll der Genfer Luftreinhaltekonvention in die vorliegenden Ergebnisse zu integrieren. Darüber hinaus sollen im Umweltbundesamt vorliegende, bisher jedoch noch nicht integrierte Datenbestände (z.B. Emissionsdaten zu POP, HM, PM, FCKW und Halone) ebenfalls eingebunden werden.

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