Ausgangslage: Räumliche Darstellungen der Interaktionen von Belastungsquellen und -pfaden steigern die Aussagesicherheit von Umweltbewertungen und sollten deswegen zur Bilanzierung der Umwelt- und Nachhaltigkeitsentwicklungen stärker genutzt werden. Hierzu sind geeignete Evaluierungsinstrumente zu entwickeln, die die Struktur der UBA-Geodateninfrastruktur (gdi) mit ihren IT-Softwarekomponenten, seinen Schnittstellen, seinen Standards und seinen diversen Bundes-Fachinformationssystemen sowie darüberhinaus umweltrelevante Fachinformationssysteme der Bundesländer berücksichtigen. Ziel: Das Vorhaben soll medienübergreifende Modellsysteme für Umweltanalysen schaffen, mit dem die Umweltgefährdung und die Vulnerabilität von Lebensräumen visualisiert und die Umsetzung und Überwachung von umweltpolitischen Vorsorge- und Abwehrmaßnahmen verfolgt werden kann. Eine räumliche Visualisierung der Interaktionen von Umwelteinflüssen in Ergänzung zu den konventionellen Erhebungs- und Monitoringsystemen nach der medial angelegten Umweltgesetzgebung soll die Frühwarn- und Erfolgskontrollfunktionen verbessern. Die Forschungsergebnisse sind insbesondere für ergänzende kartographisch aufbereitete Aussagen zu den indikatorgestützten Umweltbewertungen der Online-Dachmarke 'Daten zur Umwelt' zu nutzen und könnten langfristig für einen nationalen Umweltatlas ausgebaut werden. Methodik: Für typische Lebensräume Deutschlands sind medienübergreifende Umweltbeobachtungsmodelle zu entwickeln und zur Verortung der Umwelt- und Gesundheitsgefährdungen mit räumlichen Geoinformationssystemen zu verknüpfen. Die Expositionspfade innerhalb eines Raumbezugssystems sind nach Ursache- Wirkungsansätzen abzubilden und Mehrfachbelastungen (hot spots) in Ballungs- und naturnahen Räumen zu verorten. Im Fall weiträumiger Expositionen sind Überlagerungen unterschiedlicher Raumbezüge vorzunehmen. (Text gekürzt)
In Ablaufproben von 29 kommunalen Kläranlagen wurden 26 Biozidwirkstoffe und Transformationsprodukte analysiert. An fünf Standorten wurden zusätzlich Zulauf- und Schlammproben sowie die konventionellen Abwasserparameter analysiert, um die Auswerte- und Interpretationssicherheit zu erhöhen. Weiterhin wurden zwei Regenklärbecken und sechs Regenüberlaufbecken beprobt. Über eine angepasste Probenahmestrategie (Langzeitmischproben, großvolumige Feststoffsammler) wurde die Variabilität der Einzelbefunde deutlich reduziert und aufgrund der Anwendung sensitiver Analyseverfahren konnten für die meisten der betrachteten Stoffe Bestimmungsgrenzen im Bereich der stoffspezifischen Umweltqualitätsnorm (UQN) oder der vorausgesagten Konzentrationen ohne Effekte auf die Umwelt (PNEC) erreicht werden. Aus dem Projekt resultierten über 450 Proben, in denen die Biozidwirkstoffe und Transformationsprodukte analysiert wurden. Die meisten der betrachteten Stoffe konnten oberhalb der Bestimmungsgrenzen nachgewiesen werden. Sechs Biozide wurden nie in Konzentrationen oberhalb der Bestimmungsgrenze gemessen, so dass für diese Stoffe keine fundierte Aussage über die Relevanz von Kläranlagen für die Gewässerqualität getroffen werden kann. Mittlere Rückhalteleistungen konnten für 16 Stoffe abgeleitet werden. Für 12 Einzelstoffe wurden repräsentative mittlere/mediane Konzentrationen und Emissionsfaktoren abgeleitet, die es erlauben die mittlere Emissionssituation in Deutschland zuverlässig zu erfassen. Erstmalig konnten valide mittlere Konzentrationen in Beziehung zu Umweltqualitätskriterien, wie UQN oder PNEC, gesetzt werden. Quelle: Forschungsbericht
Das Vorhaben schließt an das UFOPLAN-Vorhaben 'Implementierung des Deskriptors 5 Eutrophierung für die MSRL mit Fokus auf Ableitung quantitativer Nährstoffreduktionsziele' (FKZ 3713 226 221) an und hat zum Ziel, die Bewertung des Deskriptors 5 'Eutrophierung' gemäß MSRL auf nationaler und regionaler Ebene zum Abschluss zu bringen und adäquat in den europäischen und die regionalen Berichterstattungsprozesse einzuspeisen. Mit dem Modell ECOHAM sollen Nährstoffreduktionsszenarien für die erweiterte Nordsee modelliert und unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses von Ferntransporten ausgewertet werden. Das Modell soll darüber hinaus genutzt werden, um die für die Nordsee abgeleiteten Orientierungswerte für Nährstoffe und Chlorophyll-a zu validieren und ggf. anzupassen. Die gewonnenen Informationen dienen als Grundlage für die Berichterstattung im 2. Zyklus der MSRL (Art. 8-10), einschließlich der Überprüfung der Effektivität der laufenden und der Aufstellung neuer Maßnahmenprogramme (Art. 13 MSRL). Darüber hinaus soll das Vorhaben die laufenden Arbeiten von OSPAR und HELCOM zum Thema Eutrophierung unterstützen. Dazu zählen u.a. die kontinuierliche Aktualisierung und Weiterentwicklung der OSPAR 'Common Indicators' und Untersuchungen zum Einfluss des Klimawandels auf Eutrophierungseffekte in Nord- und Ostsee.
Es soll eine Beprobungsmethode zur Erfassung der Flussfischfauna der beiden grossen Fluesse Baden-Wuerttembergs - Rhein und Neckar - weiterentwickelt und erprobt werden. Gegenstand des Forschungsvorhabens sind Fische, die mit dem Kuehlwassereinstrom in Grosskraftwerksanlagen gelangen. Die in den Filteranlagen der Kraftwerke zurueckgehaltenen Fischmengen (je nach Kraftwerk bis zu mehreren zehntausend Individuen/Jahr) sollen hinsichtlich Arten- und Alterszusammensetzung sowie jahreszeitlicher Periodizitaet ihres Auftretens und zeitlicher Dynamik ihrer Bestandsentwicklung analysiert werden. Wie die frueheren Untersuchungen belegen, werden mit dieser Methodik auch seltene Arten der Gefaehrdungskategorien 0 (ausgestorben bzw extrem selten) und 1 (vom Aussterben bedroht) in erstaunlicher Individuenzahl belegt. Der Beprobungsaufwand soll im Vergleich zur abgeschlossenen Untersuchung soweit als moeglich reduziert werden. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung eines standardisierten Monitoringverfahrens zur Bewertung der Auswirkungen gewaesser-morphologischer Veraenderungen an grossen Fliessgewaessern und ihren Ueberschwemmungsbereichen. Die Untersuchungen bilden einen Beitrag zur Erstellung des Teiles 'Fische' der Roten Liste der gefaehrdeten Tiere und Pflanzen in Baden-Wuerttemberg und dienen der Erhebung von Grundlagendaten zum Fischartenschutz. Das Projekt soll eine Methode zur Erfassung der Fische in Rhein und Neckar weiterentwickeln und erproben, mit deren Hilfe die Flussfischfauna dieser Gewaesser einer Dauerbeobachtung unterzogen werden kann. Die Methode basiert auf der Tatsache, dass an den Kuehlwasserentnahmestellen grosser thermischer Kraftwerksanlagen hohe Individuenzahlen von Fischen angelandet werden, die erfasst und einer Auswertung zugefuehrt werden koennen. Die Ergebnisse einer 1989 bis 1990 vom Autor durchgefuehrten Beprobung dreier Kraftwerke am Noerdlichen Oberrhein belegen die Notwendigkeit einer Ergaenzung der bisherigen Beprobungsmoeglichkeiten durch die vorgestellte Methode. Die Untersuchung ist in zwei Phasen gegliedert: In Phase 1 wurden thermische Kraftwerksanlagen am Noerdlichen Oberrhein und am Neckar, die mindestens 10 m3/s Kuehlwasser entnehmen, hinsichtlich ihrer Eignung zur Beprobung ueberprueft. Da sowohl die Ueberpruefung der Eignung als auch die sich daran moeglicherweise anschliessende Beprobung eines Kraftwerkes nur mit Zustimmung der Kraftwerksbetreibergesellschaft durchgefuehrt werden kann, war es von zentraler Bedeutung, die jeweiligen Geschaeftsleitungen fuer die geplante Untersuchung zu gewinnen. Die Phase 1 ist abgeschlossen. Die folgenden drei Kraftwerke wurden ausgewaehlt: Rheinhafendampfkraftwerk Karlsruhe (RDK), Kernkraftwerk Philippsburg (KKP) und Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar AG in Neckarwestheim (GKN). RDK und KKP entnehmen das Kuehlwasser aus dem frei fliessenden Noerdlichen Oberrhein, waehrend das GKN sein Kuehlwasser aus dem stauregulierten Mittleren Neckar bezieht ...
Im Rahmen der EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) ist bis 2012 eine ökologische Bewertung des aktuellen Meereszustands, sowie eine Festlegung des guten Zustands und von Umweltzielen erforderlich. Hierauf basiert die anschließende Formulierung von Maßnahmen bis 2015, die zum Ziel haben, den guten Umweltzustand zu erreichen / zu erhalten. Das Vorhaben dient hinsichtlich der Eliminierung der Eutrophierung der Umsetzung der vorgenannten erforderlichen Schritte für die (deutschen) Küsten- und Meeresgewässer. Zentrales Ziel ist die wissenschaftliche Fortentwicklung der integrierten Eutrophierungsbewertung für die MSRL unter Berücksichtigung bereits bestehender Bewertungsansätze gemäß WRRL, OSPAR und HELCOM und die Ableitung von Umweltzielen. Darüber hinaus dient das Projekt der Erstellung der nationalen Berichte zur Eutrophierungsbewertung gemäß MSRL, WRRL, OSPAR, HELCOM und EG-RL. Das unter OSPAR angewendete Bewertungsverfahren COMP soll für die Anwendung unter der MSRL weiterentwickelt werden. Dies bedarf der Einführung zusätzlicher Bewertungsstufen, der Prüfung von Referenz- und Orientierungswerten, der Einführung einer Vertrauensbewertung (confidence rating) und der Berücksichtigung neuer Messverfahren (Satelliten, ferry boxes). Darüber hinaus wird es zunehmend wichtig, dem Klimawandel bei der Eutrophierungsbewertung Rechnung zu tragen. Im Rahmen von HELCOM soll die Umsetzung des Ostseeaktionsplans (BSAP) unterstützt werden, u.a. durch die Bewertung des Eutrophierungszustands der Ostsee und durch die Harmonisierung nationaler Nährstoffreduktionsziele gemäß WRRL und Reduktionszielen des BSAP. Im Vorgriff auf die gemäß MSRL bis 2015 aufzustellenden Maßnahmenprogramme sollen Modellierungen zur Definition von Reduktionszielen für Nährstoffeinträge durchgeführt werden und Effekte verminderter Nährstoffeinträge mit Hilfe von Modellen abgeschätzt werden. Darüber hinaus soll ein international anwendbares Modellierungsverfahren entwickelt werden, dass grenzüberschreitende Ferntransporte von Nährstoffen quantifiziert.
Langfristige Risiken durch besonders besorgniserregende Stoffe werden sowohl an der Quelle durch Stoff- und Anlagenrecht als auch bei den Rezeptoren im Medienrecht reguliert. Die methodischen Ansätze zur Bestimmung der schutzgutbezogenen Ziele unterscheiden sich und führen zu nicht-konsistenter Regulierung der Stoffe. Diese Unterschiede führen in der Praxis zu ständigen Ziel- und Entscheidungskonflikten und behindern die effiziente und effektive Minimierung der Umweltbelastungen mit PBT Stoffen bzw. prioritär gefährlichen Stoffen (Wasserrecht). Ziel des Vorhabens ist die Operationalisierung der 'phasing-out-Verpflichtung' (Wasserrahmenrichtlinie Art. 4) respektive der Minimierungspflicht (REACH Art. 60) auf fachlicher und rechtlicher Ebene mit überprüfbaren Umweltqualitätskriterien. Diese methodische und fachliche Fragestellung stellt einen Arbeitsschwerpunkt für die Umsetzung der prioritäre Stoffe Richtlinie dar. Im Mittelpunkt steht hierbei die Übersetzung des rechtlichen Minimierungszieles in konkrete Vorgaben für die Produktion und Verwendung sowie für die Erfolgskontrolle bei den Schutzgütern. Die Prüfpunkte für die Operationalisierung sollen den 'SMART-Kriterien' genügen ( simple, measurable, achievable, reasonable, timely).
Das Projekt dient der Evaluierung, Weiter- und Neuentwicklung von Konzepten zur Risikobewertung und zum Management von schadstoffbelastetem Sediment und Baggergut unter besonderer Berücksichtigung von integrativen Ansätzen. Dabei sollen chemische, ökotoxikologische und ökologische Beweislinien gemeinsam zur Bewertung und Klassifizierung von Sedimenten beitragen. Sowohl in den einzelnen Beweislinien als auch in deren Zusammenführung in integrative Konzepte ('Weight-of-Evidence'-Ansätze) bestehen Defizite. Zunächst sollen bestehende (internationale) Konzepte zur Sediment- und Baggergutbewertung sowie einzelne Instrumente der chemischen (Umweltqualitätsrichtwerte bzw. -normen) und ökologischen (biologisch-ökologische Indices) Beweislinien geprüft und mit dem gegenwärtig angewandten nationalen Konzept verglichen werden. Darauf soll gegebenenfalls eine Weiter- und Neuentwicklung der Instrumente und Konzepte, mit anschließender Überprüfung der Anwendbarkeit (z.B. anhand von Datensätzen oder generell in Sedimentmanagementkonzepten), erfolgen. Das Projekt soll dabei auch die Basis für eine indexbasierte Bewertung im Rahmen des Sediment- und Baggergutmanagements erarbeiten.
Die Aufgabe dieser Untersuchung besteht darin, methodische Übereinstimmungen und Differenzen zu identifizieren, die bei der Bestimmung von stoffbezogenen Umweltqualitätskriterien nach unterschiedlichen umweltrechtlichen Regelwerken bestehen. Dazu wurde ein Vergleich der in den jeweiligen Regelwerken verankerten Vorgehensweisen durchgeführt („Methodenvergleich“). Dieses Kapitel erläutert die wesentlichen Erkenntnisse der Untersuchung. Zunächst sind Untersuchungsgegenstand und Vorgehensweise kurz zu rekapitulieren. Veröffentlicht in Texte | 38/2012.
| Origin | Count |
|---|---|
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