In Sachsen-Anhalt gibt es seit Neustem beim Landesamt für Umweltschutz eine Anlaufstelle für alle, die sich für den Natürlichen Klimaschutz engagieren: das Regionalbüro im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) . Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz hat zum Ziel, den Zustand der Ökosysteme in Deutschland zu verbessern und so ihre Resilienz und Klimaschutzleistung zu stärken. Es ist das zentrale Instrument der Bundesregierung, um die Klimaschutzziele im Landnutzungssektor zu erreichen. Über verschiedene Förderprogramme stellt das ANK finanzielle Mittel bis 2028 für den Natürlichen Klimaschutz bereit. Als Teil dieses bundesweiten Programms unterstützen wir Akteurinnen und Akteure in Sachsen-Anhalt bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen, die Naturschutz und Klimaschutz wirkungsvoll verbinden - ob im Wald, auf landwirtschaftlichen Flächen, in Schutzgebieten oder urbanen Räumen. Das Regionalbüro bietet eine kostenfreie Beratung, Informationen und Vernetzung zu allen Themen des Natürlichen Klimaschutzes in Sachsen-Anhalt an. Dabei umfasst unser Unterstützungsangebot die fachliche Beratung zu konkreten Projektideen, Unterstützung bei der Erschließung geeigneter Fördermöglichkeiten, Ausarbeitung und Koordinierung potenzieller Maßnahmen sowie den Ausbau von Vernetzungsangeboten im Land. Mögliche Projekte können z.B. die naturnahe Gestaltung kommunaler Grünflächen, die Renaturierung von Mooren, die Erstellung von hydrologischen Gutachten, Entsiegelungsmaßnahmen, die Anschaffung landwirtschaftlicher Geräte, die Einstellung von Fachpersonal, die Entwicklung von Wildnisflächen, die naturnahe Gewässerentwicklung oder der Flächenankauf sein. Gerne treten wir mit Ihnen in Kontakt, um Ihre Bedarfe und Interessen im Bereich des Natürlichen Klimaschutzes kennenzulernern, mögliche Projektideen und Finanzierungsmöglichkeiten zu besprechen und Sie über Förderprogramme im ANK zu informieren. Melden Sie sich einfach bei uns! Kommunalverwaltungen Flächeneigentümer und -eigentümerinnen Verbände und Vereine Stiftungen Schutzgebietsverwaltungen Land- und Forstwirtschaftliche Betriebe Unternehmen Privatpersonen Wir stellen allgemeine Informationen zum Natürlichen Klimaschutz und dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) bereit. Wir beraten zu Fördermöglichkeiten im Rahmen des ANK. Wir unterstützen Sie bei der Identifikation und Entwicklung von Projektideen im Natürlichen Klimaschutz und können Ihre Projekte in der Umsetzung begleiten. Wir unterstützen Sie bei der Antragstellung. Wir helfen Ihnen, mit anderen Akteurinnen und Akteuren des Natürlichen Klimaschutzes in Kontakt zu kommen und sich zu vernetzen. Wir erleichtern Ihre Kommunikation mit den Fördermittelgebenden. Naumburg: 1000 Jahre - 1000 Bäume. Pflanzung klimaresilienter Bäume im Stadtgebiet von Naumburg als natürlicher Feinstaubfilter und mikrobiologischer Puffer und Migrationskorridor Sandersdorf-Brehna: Aufwertung der Teiche in Brehna und Renneritz mit vielfältigen positiven Effekten für Natur, Klima und Gesellschaft Halle (Saale): Natürlicher Klimaschutz in Halle durch Steigerung der Biodiversität und Klimaresilienz auf drei Projektflächen
Zielsetzung:
Mit der Einführung moderner Fahrgastunterstände in Leipzig wurde ein erster Schritt in Richtung klimagerechter Stadtgestaltung getan. Allerdings blieb bislang weitgehend unbeantwortet, inwieweit diese Strukturen mit Dachbegrünung tatsächlich zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Förderung der urbanen Biodiversität beitragen. Erste Forschungsarbeiten und lokale Beobachtungen deuten darauf hin, dass Standortfaktoren wie Beschattung, Bebauungsdichte oder umliegende Vegetation erheblichen Einfluss auf die Vegetationsentwicklung und die Funktionalität der begrünten Dächer nehmen. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus anderen Städten wie Hamburg, dass begrünte Haltestellen wertvolle Rückzugsräume für Insektenarten bieten können.
Vor diesem Hintergrund nimmt das Vorhaben „FaGULab - Fahrgastunterstände Leipzig Reallabor“ eine bestehende Wissenslücke in den Blick: Es fehlen belastbare Daten zur ökologischen Wirksamkeit der bereits umgesetzten Dachbegrünungen in Leipzig sowie zur Frage, wie Pflege, Nachsteuerung und Standortanpassung gestaltet sein müssten, um die Wirksamkeit dieser kleinen grünen Infrastrukturelemente langfristig zu sichern. Zudem ist bislang unklar, welche wirtschaftlichen und sozialen Potenziale ein zivilgesellschaftlich unterstützter Pflege- und Erhaltungsansatz bieten könnte - beispielsweise durch Patenschaften oder Bildungspartnerschaften.
Ziel des Projekts ist es daher, in einem transdisziplinären Ansatz datenbasierte Erkenntnisse über ökologische, soziale und ökonomische Effekte begrünter Fahrgastunterstände zu gewinnen. Dabei sollen Schüler:innen, Wissenschaftler:innen, Verwaltungsakteur:innen und zivilgesellschaftliche Gruppen gemeinsam in einem Reallaborformat kooperieren. Zunächst stehen schulische Arbeitsgemeinschaften im Mittelpunkt, in denen Jugendliche unter fachlicher Anleitung Daten erheben, Biodiversität erfassen und Messreihen durchführen. Im Anschluss wird in einem Reallabor gemeinsam mit weiteren Mitwirkenden eine Strategie für eine nachhaltige Stadtbegrünung entwickelt.
Das Projekt zielt darauf ab, begrünte Haltestellen nicht nur als technische Infrastruktur, sondern als ökologische Lernorte und Experimentierfelder zu begreifen - mit der Vision, dass jede begrünte Fläche zählt. Langfristig sollen daraus Handlungsempfehlungen für eine wirksamere, insektenfreundlichere und sozial tragfähige Umsetzung städtischer Begrünungsmaßnahmen abgeleitet und idealerweise in das Verwaltungshandeln integriert werden.