<p> Die wichtigsten Fakten <ul> <li>Der Ausstoß von Treibhausgasen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland sank zwischen 1995 und 2025 um etwa 40 %.</li> <li>Gleichzeitig stieg die Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes um gut 43 % (preisbereinigt).</li> <li>Bis 2045 wird in Deutschland die Treibhausgasneutralität angestrebt.</li> </ul> </p><p> Welche Bedeutung hat der Indikator? <p>Insbesondere seit Beginn der Industrialisierung hat die Menschheit den Ausstoß großer Mengen Treibhausgase in die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/atmosphaere">Atmosphäre</a> verursacht. In der Folge steigen die Temperaturen in der Atmosphäre. Dies führt zu einer Vielzahl weiterer Konsequenzen wie der Zunahme von extremen Wetterereignissen (zum Beispiel Stürmen, Dürren, Überflutungen), Destabilisierung von Infrastrukturen, Verbreitung von Tropenkrankheiten etc.</p> <p>Die wichtigste <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/treibhausgasquelle">Treibhausgasquelle</a> war und ist die Verbrennung von fossilen Energieträgern. Energie wird zu einem großen Teil zur Herstellung von Gütern eingesetzt. Das verdeutlicht die Rolle der Industrie – des sogenannten „verarbeitenden Gewerbes“ – bei der Klimaproblematik.</p> <p>Die Industrie verursacht auch indirekt den Ausstoß von Treibhausgasen, wenn sie Elektrizität und Wärme bei externen Kraftwerksbetreibern bezieht. Dieser Ausstoß müsste der Industrie zugeordnet werden. Dies ist bei dem hier verwendeten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> allerdings nicht berücksichtigt, da derzeit keine aktuellen Daten zur Verfügung stehen.</p> </p><p> Wie ist die Entwicklung zu bewerten? <p>Seit 1995 ist der Ausstoß von Treibhausgasen durch die Industrie um ca. 40 % zurückgegangen. Zum Vergleich: Der Ausstoß an Treibhausgasen sank in diesem Zeitraum in Deutschland in allen Sektoren (inklusive Energieerzeugung, Verkehr, Haushalte etc.) um etwa 42 % (siehe <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/14674">„Emission von Treibhausgasen“</a>). Damit haben sich die Emissionen der Industrie parallel zu denen der gesamten Volkswirtschaft entwickelt. Hinzu kommt: Gleichzeitig ist die Bruttowertschöpfung der Industrie zwischen 1995 und 2025 um gut 43 % (preisbereinigt, d.h. unter Berücksichtigung der Preisentwicklung) angestiegen. Die Gründe für diese Entwicklungen sind unter anderem, dass die Effizienz der Produktionsprozesse gesteigert wurde und hochwertigere, ressourceneffizientere Produkte hergestellt werden. Zudem wurde verstärkt auf strombasierte Produktionsprozesse umgestellt.</p> <p>Die Bundesregierung hat sich im <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/klimaschutz/klimaschutzgesetz-2021-1913672">novellierten Klimaschutzgesetz</a> anspruchsvolle Ziele zur Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen gesetzt: Bis 2040 soll der Ausstoß 88 % unter der Menge von 1990 liegen, in 2045 soll die Treibhausgasneutralität erreicht werden. Damit diese Ziele erreicht werden können, muss auch die Industrie als einer der Hauptverursacher ihren Ausstoß weiter senken.</p> </p><p> Wie wird der Indikator berechnet? <p>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> verwendet die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/treibhausgasdaten-zeigen-klimaschutz-braucht-neuen">offiziellen Emissionen</a> aus der Berichterstattung zum Bundesklimaschutzgesetzes, die vom Umweltbundesamt jeweils zum 15.03. bis zum Vorjahr veröffentlicht werden. Die Bruttowertschöpfung als preisbereinigter Index stammt aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamtes.</p> <p><strong>Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel „</strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15214"><strong>Treibhausgas-Emissionen in Deutschland</strong></a><strong>“</strong></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
<p> <p>Deutschland hat im Vergleich zu vielen anderen entwickelten Volkswirtschaften eine starke Industrie. Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes tragen etwa 20 % zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bei. Entsprechend hoch ist auch die Nutzung von Umweltressourcen durch die Industrie.</p> </p><p>Deutschland hat im Vergleich zu vielen anderen entwickelten Volkswirtschaften eine starke Industrie. Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes tragen etwa 20 % zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bei. Entsprechend hoch ist auch die Nutzung von Umweltressourcen durch die Industrie.</p><p> <p>Der Fokus des Datenbereiches „Industrie“ liegt auf dem „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/verarbeitenden-gewerbe">verarbeitenden Gewerbe</a>“ und umfasst alle Branchen, die Rohstoffe und Zwischenprodukte verarbeiten und Produkte erzeugen.</p> <p>Die Wirtschaftsstruktur Deutschlands prägt die Art und Weise, wie die Umwelt hierzulande beansprucht wird. Das Herstellen materieller Güter belastet die Umwelt im Allgemeinen stärker als das Erbringen von Dienstleistungen. Während der Schadstoffausstoß des verarbeitenden Gewerbes in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist jedoch der hohe Energiebedarf vieler Unternehmen und der damit verbundene Treibhausgasausstoß eine große Herausforderung für die deutsche Umweltpolitik. Die Verbesserung der Energieeffizienz ist deshalb ein wichtiges Ziel.</p> <p>Auch die hohe Rohstoffintensität vieler Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes bleibt künftig ein wichtiger Arbeitsbereich. Die Förderung und Aufbereitung von Rohstoffen ist mit hohen Umweltfolgen verbunden. Die Bundesregierung hat sich deshalb eine deutliche Steigerung der Rohstoffeffizienz zum Ziel gesetzt. Die Industrie wird dazu Beiträge leisten müssen, etwa durch die Verwendung von Sekundärrohstoffen, also von Rohstoffen aus Abfällen. Da zudem nur ein geringer Teil der verwendeten Rohstoffe in Deutschland selbst gefördert wird, bleibt auch die Förderung hoher Umweltstandards bei ausländischen Rohstoffproduzenten etwa durch Zertifizierungssysteme eine wichtige Aufgabe</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/12202/bilder/adobestock_483688538neu.jpg"> </a> <strong> Internationales Chemikalienmanagement hat global den nachhaltigen Umgang mit Chemikalien zum Ziel </strong> Quelle: metamorworks /Adobe Stock </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
<p> <p>Alle Wirtschaftsbereiche verbrauchen fast drei Viertel der in Deutschland benötigten Primärenergie. Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes am Primärenergieverbrauch aller Produktionsbereiche lag 2023 bei rund 47 Prozent. Der Energiebedarf dieses Gewerbes blieb im Zeitraum 2010 bis 2021 etwa konstant und sank danach, wie auch der spezifische Energieverbrauch pro Tonne Stahl, Glas oder Chemikalien.</p> </p><p>Alle Wirtschaftsbereiche verbrauchen fast drei Viertel der in Deutschland benötigten Primärenergie. Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes am Primärenergieverbrauch aller Produktionsbereiche lag 2023 bei rund 47 Prozent. Der Energiebedarf dieses Gewerbes blieb im Zeitraum 2010 bis 2021 etwa konstant und sank danach, wie auch der spezifische Energieverbrauch pro Tonne Stahl, Glas oder Chemikalien.</p><p> Der Energiebedarf Deutschlands <p>Der gesamte Primärenergiebedarf Deutschlands betrug im Jahr 2023 nach dem Inländerkonzept rund 10.701 Petajoule (PJ). Dabei wird der Verbrauch inländischer Wirtschaftseinheiten in der übrigen Welt in die Berechnung des Gesamtverbrauchs einbezogen, während der Verbrauch gebietsfremder Einheiten im Inland unberücksichtigt bleibt. Die privaten Haushalte in Deutschland verbrauchten rund 30 % der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/primaerenergie">Primärenergie</a>. Die Wirtschaft mit ihren vielen Produktionsbereichen benötigte die übrigen 70 %. Zu diesen Bereichen zählen das Herstellen von Waren, das Versorgen mit Energie und der Warentransport. All diese Produktionsbereiche verbrauchten im Jahr 2023 zusammen mehr als 8.170 PJ Primärenergie (siehe Abb. „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/primaerenergieverbrauch">Primärenergieverbrauch</a> 2023 (Inländerkonzept)“). </p> <p>Zur Begriffsklärung: Mit der Präposition „primär“ betonen Fachleute, dass der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12463">“Primär“-Energiebedarf</a> sowohl den realen Energiebedarf bei Energieverbrauchern erfasst als auch die Energieverluste, die bei der Bereitstellung und beim Transport von Energie entstehen. Und diese Verluste sind hoch: Mehr als ein Drittel aller Primärenergie geht bei der Bereitstellung und beim Transport von Energie verloren <a href="https://www.destatis.de/GPStatistik/receive/DEMonografie_monografie_00003790">(Statistisches Bundesamt 2006)</a>.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/2_Abb_Prim%C3%A4renergieverbrauch_2026-01-20.png"> </a> <strong> Primärenergieverbrauch 2023 (Inländerkonzept) </strong> Quelle: Statistisches Bundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/2_Abb_Prim%C3%A4renergieverbrauch_2026-01-20.pdf">Diagramm als PDF (32,61 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/2_Abb_Prim%C3%A4renergieverbrauch_2026-01-20.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (28,74 kB)</a></li> </ul> </p><p> Der Energiebedarf des verarbeitenden Gewerbes <p>Die Firmen, die Waren herstellen, werden als „verarbeitendes Gewerbe“ bezeichnet. Sie hatten von allen Produktionsbereichen im Jahr 2023 mit circa 3.407 PJ den größten Primärenergiebedarf. Das ist ein Anteil von rund 47 % am Energieverbrauch aller Produktionsbereiche. Der nächstgrößte Energieverbraucher war die Energieversorgung mit 1.200 PJ (oder 16,7 % Anteil am <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/primaerenergieverbrauch">Primärenergieverbrauch</a>), gefolgt vom Verkehr mit 932 PJ (oder 12,9 % Anteil am Primärenergieverbrauch) (siehe Abb. „Anteil wirtschaftlicher Aktivitäten am Primärenergieverbrauch aller Produktionsbereiche 2023“).</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/3_Abb_Anteil-wirt-Aktivitaeten-PEV_2026-01-20.png"> </a> <strong> Anteil wirtschaftlicher Aktivitäten am Primärenergieverbrauch aller Produktionsbereiche 2023 </strong> Quelle: Statistisches Bundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/3_Abb_Anteil-wirt-Aktivitaeten-PEV_2026-01-20.pdf">Diagramm als PDF (37,83 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/3_Abb_Anteil-wirt-Aktivitaeten-PEV_2026-01-20.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (70,38 kB)</a></li> </ul> </p><p> Primärenergienutzung des verarbeitenden Gewerbes <p>Die Primärenergienutzung innerhalb des verarbeitenden Gewerbes verteilt sich auf verschiedene Produktionssektoren (siehe Abb. „Anteile der Sektoren am <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/primaerenergieverbrauch">Primärenergieverbrauch</a> des verarbeitenden Gewerbes 2023“). Ein wichtiger Sektor ist dabei die Chemieindustrie. Sie benötigte im Jahr 2023 mit rund 1.159 PJ von allen Sektoren am meisten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/primaerenergie">Primärenergie</a> zur Herstellung ihrer Erzeugnisse. Das ist ein Anteil von 34 % am Energieverbrauch im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/verarbeitenden-gewerbe">verarbeitenden Gewerbe</a>. Weitere wichtige Energienutzer sind die Metallindustrie mit einem Anteil von 18,4 % sowie die Hersteller von Glas, Glaswaren, Keramik, verarbeiteten Steinen und Erden mit 6,9 % am Energieverbrauch im verarbeitenden Gewerbe.</p> <p>Die Energie wird Unternehmen dabei als elektrischer Strom, als Wärme (etwa als Dampf oder Thermoöl) sowie direkt in Form von Brennstoffen (wie Erdgas, Kohle oder <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biomasse">Biomasse</a>) zur Verfügung gestellt.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/4_Abb_Anteile-Sektoren-PEV_2026-01-20_1.png"> </a> <strong> Anteile der Sektoren am Primärenergieverbrauch des verarbeitenden Gewerbes 2023 </strong> Quelle: Statistisches Bundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/4_Abb_Anteile-Sektoren-PEV_2026-01-20.pdf">Diagramm als PDF (297,57 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/4_Abb_Anteile-Sektoren-PEV_2026-01-20.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (75,65 kB)</a></li> </ul> </p><p> Gleichbleibender Primärenergieverbrauch <p>Seit dem Jahr 2010 blieb der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/primaerenergieverbrauch">Primärenergieverbrauch</a> in fast allen Produktionssektoren relativ konstant (siehe Abb. „Primärenergieverbrauch ausgewählter Sektoren des verarbeitenden Gewerbes“).</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/5_Abb_PEV-ausgew-Sektoren_2026-01-20.png"> </a> <strong> Primärenergieverbrauch ausgewählter Sektoren des verarbeitenden Gewerbes </strong> Quelle: Statistisches Bundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/5_Abb_PEV-ausgew-Sektoren_2026-01-20.pdf">Diagramm als PDF (47,10 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/5_Abb_PEV-ausgew-Sektoren_2026-01-20.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (82,88 kB)</a></li> </ul> </p><p> Gesunkene und gestiegene Primärenergieintensität <p>Die Primärenergieintensität beschreibt, wie viel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/primaerenergie">Primärenergie</a> bezogen auf die erzielte Bruttowertschöpfung eines Produktionsbereichs oder Wirtschaftszweigs verbraucht wird. Die Entwicklung dieser Energieintensität über mehrere Jahre kann einen Hinweis darauf geben, ob in einem Wirtschaftszweig energieeffizient gearbeitet wird.</p> <p>Die Primärenergieintensität einzelner Wirtschaftszweige entwickelte sich im Zeitraum 2010 bis 2023 unterschiedlich (siehe Abb. „Primärenergieintensität ausgewählter Sektoren des verarbeitenden Gewerbes“):</p> <ul> <li>Die Primärenergieintensität der Gummi- und Kunststoffwarenindustrie sank um 48 %.</li> <li>Die Primärenergieintensität der Industrie, die Glas, Keramik, Steine und Erden verarbeitet, sank bis 2021 um 61 %; die der Nahrungs- und Futtermittelindustrie sank um etwa 39 %.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/6_Abb_PE-intensitaet_2026-01-20.png"> </a> <strong> Primärenergieintensität ausgewählter Sektoren des verarbeitenden Gewerbes </strong> Quelle: Statistisches Bundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/6_Abb_PE-intensitaet_2026-01-20.pdf">Diagramm als PDF (45,45 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/6_Abb_PE-intensitaet_2026-01-20.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (162,78 kB)</a></li> </ul> </p><p> Begrenzte Aussagekraft der Primärenergieintensität <p>Schwankende Preise für Rohstoffe und Produkte sowie andere äußere Wirtschaftsfaktoren oder ggf. auch die Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie beeinflussen zwar die Bruttowertschöpfung, nicht aber die Energieeffizienz eines Prozesses. Die Primärenergieintensität eignet sich daher nur eingeschränkt, um die Entwicklung der Energieeffizienz in den jeweiligen Herstellungsprozessen zu beschreiben. Dies ist unter anderem deutlich bei den Kokerei- und Mineralölerzeugnissen zu sehen.</p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
<p> Die wichtigsten Fakten <ul> <li>Der Energieverbrauch der Industrie für die Herstellung von Waren hat sich zwischen 1995 und 2022 kaum verändert.</li> <li>2023 lag der Energieverbrauch der Industrie mit 3.407 Petajoule etwas unter dem Niveau der Vorjahre, seit einem Hoch 2017 sanken die Werte jedes Jahr.</li> <li>Bis 2050 soll der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/primaerenergieverbrauch">Primärenergieverbrauch</a> Deutschlands um 50 % sinken. Dafür muss die Industrie einen Beitrag leisten.</li> </ul> </p><p> Welche Bedeutung hat der Indikator? <p>Der Energieverbrauch trägt wesentlich zu verschiedenen Umweltproblemen bei: Die Förderung der Rohstoffe und der Ausbau der dafür notwendigen Transportwege führt zu massiven Eingriffen in die Ökosysteme. Weiterhin ist die Nutzung fossiler Energieträger der wesentliche Treiber des Klimawandels. Zur Minderung dieser Probleme muss der Energieverbrauch sinken.</p> <p>Die Industrie ist in Deutschland neben den privaten Haushalten der wichtigste Verwender von Energie: Seit 1995 liegt der Anteil der Industrie am deutschen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/primaerenergieverbrauch">Primärenergieverbrauch</a> bei rund einem Viertel. Hinzu kommt ein anteiliger Energieverbrauch bei Kraftwerken, da die Industrie einen großen Teil der dort erzeugten Elektrizität und Wärme bezieht und nutzt. Dieser sogenannte indirekte Energieverbrauch ist im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> ebenfalls abgebildet.</p> <p>Der Indikator bildet nicht ab, ob energieintensive Produktionsschritte ins Ausland verlagert werden. In diesem Fall würde der inländische Verbrauch zwar sinken, die mit hohem Energieverbrauch einhergehenden Umweltbelastungen wären dabei aber nur ins Ausland verlagert. Indikatoren, welche diese Verlagerung berücksichtigen, befinden sich in der Entwicklung.</p> </p><p> Wie ist die Entwicklung zu bewerten? <p>Der Energieverbrauch der deutschen Industrie („verarbeitendes Gewerbe“) ist im Jahr 2023 wieder auf dem Niveau von 1995: Er lag 1995 bei rund 3.744 Petajoule (PJ) und 2023 bei 3.407 PJ. Nach einer längeren Phase ziemlich gleich bleibender Werte und einem Bruch 2010, der mit einer Umstellung in der Statistik zu begründen ist, kam es 2017 mit 4.280 PJ zum höchsten Wert der Zeitreihe, seitdem sinkt der Energieverbrauch der deutschen Industrie aber kontinuierlich. </p> <p>Demgegenüber stieg die Bruttowertschöpfung der Industrie, ein Maß für die wirtschaftliche Leistung, im Zeitraum zwischen 1995 und 2023 um etwa 39 % (preisbereinigt, d.h. unter Berücksichtigung der Preisentwicklung). Das bedeutet, dass die Industrie Energie deutlich effizienter einsetzt.</p> <p>In ihrem <a href="https://www.bundesregierung.de/resource/blob/974430/439778/794fd0c40425acd7f46afacbe62600f6/2017-11-14-beschluss-kabinett-umwelt-data.pdf">Energiekonzept</a> hat sich die Bundesregierung Ziele für den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/primaerenergieverbrauch">Primärenergieverbrauch</a> gesetzt: Bis 2020 sollte dieser im Vergleich zu 2008 um 20 % und bis 2050 um 50 % sinken. Das Ziel für 2020 wird voraussichtlich knapp verfehlt. Das Ziel für 2050 ist nicht erreichbar, wenn nicht auch die Industrie ihren Energieverbrauch senkt. Vor allem im Bereich der Energieeffizienz besteht noch erhebliches Potenzial.</p> </p><p> Wie wird der Indikator berechnet? <p>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> basiert auf den Zahlen der <a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Umwelt/UGR/energiefluesse-emissionen/_inhalt.html#416308">Umweltökonomischen Gesamtrechnungen</a> (UGR) des Statistischen Bundesamtes. Die Energie-Tabellen der UGR basieren auf den Zahlen der <a href="https://ag-energiebilanzen.de/">Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen</a>, diese müssen jedoch in die UGR-Systematik umgerechnet werden. Die Zurechnung des anteiligen Energieverbrauchs aus den Kraftwerken erfolgt mit Methoden der UGR. Die Vorgehensweise für die Berechnung ist bei <a href="https://www.destatis.de/GPStatistik/receive/DEMonografie_monografie_00003003">Mayer 2015</a> beschrieben.</p> <p><strong>Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel </strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/21796"><strong>„Branchenabhängiger Energieverbrauch des verarbeitenden Gewerbes"</strong></a><strong>.</strong></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>