Ein wesentliches Ziel der Landesplanung ist die umweltvertraegliche Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur unter bestmoeglicher Integration siedlungsraeumlicher und verkehrlicher Belange sowie im Ausgleich mit der Freiraumsicherung. Notwendige Voraussetzungen dazu sind u.a. Informationen ueber die spezifische Flaecheninanspruchnahme des Verkehrs unter verschiedenen siedlungsstrukturellen Bedingungen und in verschiedenen Teilraeumen bzw. Raumkategorien/Gebietstypen des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Kenntnis der Flaechenwirksamkeit veschiedener Komponenten des Verkehrssystems. Die derzeit unzureichende Informationssituation in diesem Bereich macht genauere Untersuchungen erforderlich. Eine Vorausschaetzung der weiteren Inanspruchnahme von Flaechen durch den Verkehr soll die Beurteilung kuenftiger regionaler Disparitaeten und deren Einfluss auf die Umweltverhaeltnisse und den Bodenmarkt ermoeglichen. METHODEN: Durch ein Regressionsmodell werden die Bestimmungsgruende der Verkehrsflaechenentwicklung ermittelt. Die regionale und lokale Flaechenentwicklung fuer Strassen und Wege wird als Funktion der Raumnutzung und weiterer erklaerender und prognostizierbarer Groessen dargestellt und dann ebenfalls vorausgeschaetzt. Es wird versucht, aufgrund der gewonnenen Ergebnisse Bewertungskriterien fuer Zielfindungsprozesse der Landesplanung zu entwickeln, insbesondere fuer eine Einschraenkung der Flaecheninanspruchnahme durch den Verkehr im Rahmen der siedlungsraeumlichen Verkehrsentwicklung.
Die oekologischen Auswirkungen der Versiegelung des Bodens durch die Ausbreitung von Siedlungs- und Verkehrsflaechen stellen eine zunehmende Umweltbelastung dar. Verkehrsflaechen machen hierbei 12 Prozent der versiegelten Flaechen aus und vergroessern hierbei das Volumen des Oberflaechenabflusses ueberproportional. Die Versickerung stellt als Alternative zur Ableitung der natuerlichen Ressource Regenwasser eine Methode dar, um den negativen Auswirkungen entgegenzuwirken. Gepflasterte Verkehrsflaechen - und hier insbesondere die von der Industrie zunehmend entwickelten Pflastersteine mit vermeintlich erhoehter Versickerungsleistung - stellen als teildurchlaessige Flaechen potentiell eine Moeglichkeit dar, als ein wasserwirtschaftlicher Baustein zur Verringerung von Oberflaechenabfluessen, beizutragen. Die vorliegende Arbeit versucht erstmals das Versickerungsvermoegen von Pflasterflaechen hinsichtlich der wasserwirtschaftlichen Bedeutung, aber auch als Beitrag zur ordnungsgemaessen Entwaesserung von Verkehrsflaechen, zu quantifizieren. Bei dieser Thematik befindet man sich hinsichtlich der technisch-konstruktiven Ausfuehrung im Widerspruch zwischen der hoechstmoeglichen Rueckhaltung der Oberflaechenabfluesse und der geringstmoeglichen Beeintraechtigung von Tragfaehigkeit und Verkehrssicherheit, was im Strassenbau von altersher bedeutet, alles Wasser der Konstruktion fern zu halten. Die Untersuchungen ergeben, dass sich die Wasserdurchlaessigkeit von Pflasterfugen aufgrund des Eintrages von mineralischen und organischen Feinanteilen im Laufe der Standzeit verringert. Damit kann die Aussage getroffen werden, dass kurzzeitige Niederschlagsereignisse auf der zu entwaessernden Flaeche noch zurueckgehalten werden koennen, waehrend laengere Ereignisse zu einem Oberflaechenabfluss fuehren. In der Konsequenz kann anhand der ermittelten Abflussbeiwerte belegt werden, dass Pflasterflaechen wesentlich zu einer Entlastung der Kanalisation beitragen koennen, dass aber zur ordnungsgemaessen Entwaesserung auf einen Kanalanschluss oder eine seitliche Versickerungsanlage nicht verzichtet werden kann. Anhand der vorliegenden Ergebnisse koennen Empfehlungen fuer den Einsatz der entwaesserungstechnischen Versickerung als ordnungsgemaesse Entwaesserung im befestigten Strassenraum gegeben werden.
Ziel des Projektes war die Klaerung der Frage, inwieweit urbane Gruenflaechen, die der Bevoelkerung als Naherholungsgebiete dienen, in ihrer lufthygienischen Situation durch primaere und sekundaere Spurenstoffe von benachbarten stark frequentierten Verkehrswegen beeinflusst werden. Durch die Analyse der raeumlichen und zeitlichen Immissionssituation anorganischer Kfz-bedingter atmosphaerischer Spurenstoffe sowie der meteorologischen Verhaeltnisse wurde eine Aussage ueber die Ausbreitung von Kfz-Emissionen und Bildung von Photooxidantien im Nahbereich und innerhalb innerstaedtischer Gruenanlagen getroffen.
In den RiStWag soll auch die Moeglichkeit des Einsatzes von Bentonitdichtungsmatten als Abdichtungsmaterial zum Grundwasserschutz an Strassen in Wassergewinnungsgebieten aufgenommen werden. Hierfuer sind mechanische, hydromechanische und chemische Anforderungen abzuleiten. Voraussetzung ist die Analyse der fuer diesen Anwendungsbereich massgeblichen Beanspruchungsfaelle. Aufgrund dieser Analyse sind Prueftechniken zu entwickeln, die einen einheitlichen Qualitaetsvergleich der verschiedenen auf dem Markt befindlichen Produkte erlauben.