0Nach der seit März 2001 gültigen Deponieverordnung müssen bis zum Jahr 2005 eine Vielzahl von Deponien geschlossen und mit einer Oberflächenabdichtung versehen werden. Durch die direkte Ablagerung von erheblichen Abfallmengen mit hohem Organikanteil sind fast alle diese Deponien als Reaktordeponien zu bezeichnen, die zu Sackungen und Bioaktivität neigen. Die Oberflächenabdichtung verhindert das Eindringen von Niederschlagswasser in den Deponiekörper. Dies führt zu einer Trockenstabilisierung, die für ein Ende der Inertisierung des Deponiekörpers durch Biogasbildung verantwortlich ist. Damit die heutigen Probleme nicht in die Zukunft verlagert werden, ist eine in-situ-Stabilisierung, welche die notwendige stabile Methanphase sicherstellt, vorzunehmen. In mehreren Forschungsprojekten konnte grundsätzlich festgestellt werden, dass dies durch eine Wasserinfiltration möglich ist und hierdurch die Nachsorgekosten einer Deponie gesenkt werden können. Im Rahmen des Vorhabens wird untersucht mit welcher geringst möglichen Infiltrationsrate die stabile Methanphase im Deponiekörper sichergestellt werden kann. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind besonders für Altdeponien, die in Teilbereichen keine oder eine nicht qualifizierte Basisabdichtung haben, von Interesse. Hier kann eine Infiltration nur vorgenommen werden, wenn das Risiko einer möglichen Grundwasserverschmutzung abschätzbar ist. Die Untersuchungen wurden in eindeutig definierten Laborversuchen und auf gut bekannten Betriebsdeponien durchgeführt. Im Rahmen der Laborversuche wurden vier Testzellen mit 2,5 m Füllvolumen in der Laborhalle des Fachbereiches betrieben. Diese Reaktoren simulieren den anaeroben Innenkern einer Reaktordeponie. In drei Testzellen wurde unbehandelter Restmüll aus der Gemeinde Suderburg eingebaut. Parallel zum Einbau erfolgten die Sieb- und Sortieranalyse des Restmülls. Nach Versuchsende wird das Material ausgebaut und erneut diesen Untersuchungen unterzogen. In die vierte Testzelle wurde aerob gerotteter Abfall aus der mechanisch biologischen Vorbehandlungsanlage (MBA) der Gesellschaft für Abfallwirtschaft in Lüneburg eingebaut. Die vier Testzellen werden täglich mit 1,6l gereinigtem Sickerwasser der Deponie Borg bewässert. Nach Eintritt der stabilen Methanphase werden die drei mit Hausmüll befüllten Testzellen mit reduzierten Bewässerungsraten betrieben. Bis zum Dezember 2001 befanden sich die Testzellen jedoch noch in der Versäuerungsphase. Die Bewässerungsraten wurden deshalb noch nicht reduziert. In der Anfangsphase wurden mit CSB-Konzentrationen größer 100000 mg O2/l extrem hohe organische Belastungen im Sickerwasser gemessen. Für Hausmüll wurden bisher an keiner Stelle so hohe Werte ermittelt. Die Ergebnisse aus den Versuchen mit MBA-Abfall sind von Interesse, da die MBA durch die Deponieverordnung zum Stand der Technik erklärt wurden und deshalb in Deutschland in größerem Umfang mit dem Bau dieser Anlagen zu rechnen ist. Da das Material mit einem Wassergehalt...