Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Für das dreizehnstöckige Bürohochhaus 'BS4' (Baujahr 1975/76) in Braunschweig war ein ganzheitliches Sanierungskonzept zu entwickeln, das auf das gesamte Gebäude angewendet werden kann. Das Projekt 'Komfort- und energiegerechte Sanierung' im 10. OG des Gebäudes (AZ 12176) kam zu dem Ergebnis, dass bei der Sanierung im laufenden Betrieb die Sanierungsziele für das Hochhaus nur mit einer Doppelfassade auf den wetterbeaufschlagten Seiten erreicht werden können. Daraufhin wurde eine realisierte Demonstrationsdoppelfassade für den Sommer- und Winterbetrieb bezüglich des Öffnungsgrads, der Geschossigkeit und der Lüftungsstrategie optimiert wurde (AZ 18023/01). Unter dem Az 18023/02 schließt eine Langzeitmessung mit dem Ziel an, die bisher gewonnen Erkenntnisse in optimierter Klappenstellung und Lüftungsstrategie zu validieren und zu verifizieren. Fazit: Eine Doppelfassade eignet sich zur Sanierung hoher Büro- und Verwaltungsgebäude insbesondere, wenn - die Sanierung im laufenden Betrieb erfolgen soll, - der Erhalt einer Bestandsfassade sinnvoll ist, - ein Sonnenschutz windgeschützt zu integrieren ist, - Anforderungen an den Schallschutz bestehen, - der Witterungsschutz zu verbessern ist, - die Investitionskosten gering gehalten werden sollen. Der sommerliche Überhitzungsschutz ist mit einer Doppelfassade und Sonnenschutz im Fassadenzwischenraum gegeben. Die baulichen Maßnahmen kommen dabei ohne manuell oder motorisch betriebene bewegliche Konstruktionen ausrein statisch passive Doppelfassadensysteme sind praktikabel. Photovoltaik kann sinnvoll in die Sekundärfassade integriert werden. Die Gebäudetechnik gründet mit dem Doppelfassadenkonzept auf der natürlichen Lüftung, bzw. Querlüftung, mechanische Belüftung und Kühlung werden nur für Sondernutzungen eingesetzt. Das Modellprojekt der Doppelfassade weist nach, dass eine energetisch nachhaltige und ressourcenschonende Sanierung zur Schaffung komfortgerechter Arbeitsplätze unter Aufwertung der städtebaulichen Außenwirkung möglich ist.