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Wozu bauen Coccolithophoriden eine Kalkschale? Dient sie zum Schutz gegen Fressfeinde und Pathogene?

Coccolithophoriden sind eine Gruppe von ca. 200-300 marinen Phytoplanktonarten, die in allen Weltmeeren vorkommt. Sie besitzen die besondere Fähigkeit eine Kalkschale (Coccosphäre) zu bauen, die sie aus vielen kleinen Kalkplättchen (Coccolithen) zusammensetzen. Aufgrund ihrer Fähigkeit zu kalzifizieren sind sie ein wichtiger Bestandteil im Klimasystem, denn die Produktion von Kalk nahe der Meeresoberfläche führt zu einem vertikalen Gradienten der Seewasseralkalinität, beschleunigt den Kohlenstoffexport in die Tiefsee und erhöht die Rückstrahlung von einfallender Sonnenenergie von der Erdoberfläche ins Weltall. Trotz intensiver Forschung an der Physiologie der Kalzifizierung und dessen biogeochemischer Relevanz konnten wir eine der entscheidenden Fragen immer noch nicht beantworten: Wozu bauen Coccolithophoriden eine Kalkschale? Die Beantwortung dieser Frage ist von außerordentlicher Bedeutung, denn solange wir nicht wissen wozu die Kalkschale dient können wir auch nicht vorraussagen in welchem Maße sich die durch die Ozeanversauerung zu erwartende Abnhame in der Kalzifizierung negativ auf die Fitness dieser Lebewesen in ihrem natürlichen Lebensraum auswirkt. In dem hier vorgestellten Projekt möchten wir die Frage nach der Bedeutung der Kalzifizierung erforschen, indem wir untersuchen ob die Coccosphäre einen Schutz gegen planktonische Räuber, Bakterien und Viren darstellt. Dazu haben wir eigens einen experimentellen Ansatz entwickelt wobei kalzifizierte und dekalzifizierte Coccolithophoridentzellen zusammen mit deren Fressfeinden und Pathogenen kultiviert werden. Dieser Ansatz erlaubt es uns folgende Fragestellungen zu untersuchen: 1) Sind kalzifizierte Zellen besser in der Lage sich gegen Fraß und Infektion zu schützen als Zellen ohne Coccosphäre? 2) Bevorzugen Fressfeinde und Pathogene solche Zellen, bei denen die Coccosphäre entfernt wurde, wenn ihnen beides angeboten wird? 3) Sind Wachstum und Reproduktion von Fressfeinden und Pathogenen verlangsamt, wenn sie kalzifizierte Zellen fressen oder infizieren?

ERA-Net SUSAN: Neue Indikatoren und Maßnahmen der imkerlichen Praxis zur Verbesserung der Bienengesundheit in Europa im Zeitalter von Aethina tumida (BPRACTICES)

Verluste von Bienenvölkern sind in Europa eng mit dem Auftreten von Bienenkrankheiten in den verschiedenen Mitgliedsstaaten verknüpft. Die Ausbreitung des eingeschleppten Bienenstockparasiten Aethina tumida (Kleiner Bienenstockkäfer - SHB) aus Italien wird die Bienenverluste noch verstärken. Dadurch werden die Bestäubungssicherheit, die durch Bienen geförderte Biodiversität in der Umwelt und der Bienenwirtschaftssektor beeinträchtigt. Ziele des Projektes sind die Entwicklung neuer Methoden zur Völkerführung (Gute imkerliche Praxis - GBP (Good Beekeeping Practices)), die Einführung und Annahme neuer klinischer Methoden, biomechanischer und innovativer molekularbiologischer Techniken unter Berücksichtigung der natürlichen Verhaltensweisen der Bienen. BPRACTICES hat einen innovativen Ansatz zur Diagnose und Vorbeugung der wichtigsten Bienenkrankheiten (Varroa destructor und damit verbundener Viren, Amerikanische und Europäische Faulbrut, Nosema spp., Aethina tumida) unter Einbeziehung der Identifikation und Validierung geeigneter Maßnahmen der guten imkerlichen Praxis. Dieser umfasst die Anwendung neuer und revolutionärer diagnostischer Techniken, wie zum Beispiel Biosensoren aus Honig und PCR Analysen aus Gemülleproben, die dazu beitragen, die Bienengesundheit zu erhalten und die Anwendung chemischer Behandlungen zu reduzieren. Dadurch wird die Qualität und Sicherheit der Bienenprodukte erhalten. Dieses nachhaltige Produktionssystem, das die natürlichen Verhaltensweisen der Bienen zur Krankheitsabwehr stärkt, wird an die Verbraucher mit Hilfe neuer Informationstechnologien (QRCode/RFID system) kommuniziert. Diese erhalten dadurch genaue Informationen über den gesamten Gewinnungsprozess der Produkte. Diese Ziele werden mit Hilfe einer fachübergreifenden Strategie durch die Kombination aus wissenschaftlicher Forschung, praktischer Sachkenntnis bei der Validierung der Methoden und in der Lebensmittelüberwachung, sowie durch betriebswirtschaftliche, gesellschaftliche und marktorientierte Auswertungen, erreicht. Dieser breite Zugang wird durch die Einbindung unterschiedlicher Akteure in den einzelnen Arbeitspaketen (WPs) ermöglicht. Diese bestehen aus Experten unterschiedlicher Fachgebiete mit verschiedenen Arbeitsschwerpunkten, aber auch aus Imkervertretern, die über die Apimondia ihr praktisches und wertvolles Wissen einbringen. Die Steigerung der Produktivität, Ausfallssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Produktion im Tiersektor (Research Area 1) wird durch die Verbesserung in der Völkerführung mit dem Ziel, die Verbreitung der wichtigsten Bienenkrankheiten in der EU zu beschränken, erreicht. Dies wird die Quantität, Qualität und Sicherheit der Bienenprodukte in der EU erhöhen und die wirtschaftlichen Verluste durch Krankheiten und durch suboptimale Völkerführung reduzieren. Es wird ein länderspezifischer Zugang im Hinblick auf die Bienenkrankheiten gewählt, um künftige Bedrohungen der Bienenzucht in EU abzuwenden. (Text gekürzt)

LUA-Bilanz Infektionsprävention 2024

[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] LUA-BILANZ INFEKTIONSPRÄVENTION Zahlen, Daten und Fakten für das Jahr 2024 © SolisImages / Fotolia LUA leistet Beitrag zu Hygiene in Gesundheitseinrichtungen Ein hoher Hygienestandard ist die Grundlage für Gesundheit und Sicherheit - in Rheinland-Pfalz übernimmt das Landesuntersuchungsamt (LUA) in diesem Zusammenhang eine wichtige Aufga- be. Mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abteilung Humanmedizin in den drei Institu- ten in Koblenz, Landau und Trier unterstützt es die Landesregierung, Gesundheitsämter, sowie wei- tere Behörden bei fachlichen Angelegenheiten im Bereich Gesundheit, Verbraucherschutz und Um- welt. Neben einer fundierten Beratung sind vor al- lem die akkreditierten Laboruntersuchungen ein Schwerpunkt der Institute. Dabei ist das Ziel im- mer, die größtmögliche Sicherheit durch gute hy- gienische Bedingungen zu gewährleisten. Bioindikatoren und Krankenhaushygiene Der Aufbereitung von Produkten und Materia- lien kommt im Bereich der Gesundheitsversor- gung eine besondere Bedeutung zu. Sie muss auf der einen Seite so schonend erfolgen, dass die teils komplexen Geräte (zum Beispiel Endosko- pe für Darmspiegelungen) technisch einwandfrei weiterhin nutzbar sind; auf der anderen Seite sol- len jedoch auch die mikrobiologischen Belastun- gen und Verschmutzungen zuverlässig entfernt werden. Diese Gratwanderung wird mit Hilfe von Reinigungs- und Desinfektionsgeräten vollzogen. Es handelt sich um (teil-)automatisierte Geräte in Kliniken oder Praxen, die zur maschinellen Reini- gung und Desinfektion von Medizinprodukten wie Schalen, Endoskopen oder (chirurgischen) Instru- menten verwendet werden. Die regelmäßige Kon- trolle der Effizienz dieser Aufbereitung ist ein we- sentlicher Beitrag zur Patientensicherheit. Die Überprüfung dieser Geräte erfolgt unter an- derem durch sogenannte Bioindikatoren, die künstlich angeschmutzt und mit Keimen beladen werden. Nach der Aufbereitung in einem Reini- gungs- und Desinfektionsgerät werden die Edel- stahlstreifen (Bioindikatoren) im Labor auf Rest- verschmutzung und -verkeimung untersucht. Bei gut gewarteten und richtig eingestellten Ge- räten werden in der Regel die Keime vollstän- dig entfernt. Im Jahr 2024 hat das LUA insgesamt 40.598 Bioindikatoren aus medizinischen Einrich- tungen untersucht. Darüber hinaus berät das LUA im Auftrag und in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern bei der Planung und dem Betrieb hygienerelevanter Bereiche in Gesundheitseinrichtungen. Das be- trifft unter anderem Neubauten oder Umbauten in Krankenhäusern. Trinkwasser Die mikrobiologische Untersuchung von Trinkwas- ser ist eine weitere zentrale Aufgabe der human- medizinischen Institute des LUA. Regelmäßige Untersuchungen im Auftrag der Gesundheitsäm- ter dienen dazu, Belastungen von Trinkwasser mit gesundheitsschädlichen Mikroorganismen früh- zeitig zu erkennen und im Falle von Auffälligkeiten schnell und präventiv handeln zu können. Mit Bioindikatoren wird die Funktionsfähigkeit von Rei- nigungs- und Desinfektionsgeräten in medizinischen Einrichtungen überprüft. Die Edelstahlstreifen werden dazu vorher künstlich verschmutzt. © LUA 2 Grundlage der mikrobiologischen Trinkwasserkon- trolle ist das sogenannte Indikatorprinzip. Dabei werden nicht zwangsläufig alle potenziell krank- machenden Erreger direkt nachgewiesen, sondern sogenannte Indikatorkeime wie Escherichia coli Im Labor geprüft: Zum Schutz der Bevölkerung vor krankmachenden Keimen hat das LUA im vergangenen Jahr gut 8.400 Trinkwasserproben mikrobiologisch untersucht. © LUA oder coliforme Bakterien. Diese dienen als Hin- weis auf eine mögliche fäkale Verunreinigung und damit auf ein erhöhtes Risiko für das Vorkommen weiterer gefährlicher Krankheitserreger. Das Thema Legionellen hat bei den Untersuchun- gen einen besonderen Stellenwert. Diese Bakteri- en können sich vor allem in warmem Wasser ver- mehren und beim Einatmen von kontaminierten Wassertröpfchen (Aerosole) eine schwere Erkran- kung wie zum Beispiel die Legionellose verursa- chen, eine besondere Form der Lungenentzün- dung. Daher sind regelmäßige Untersuchungen von Trinkwasserinstallationen in Gebäuden uner- lässlich, um so Gefahren frühzeitig zu erkennen und gezielt Gegenmaßnahmen einzuleiten. Im vergangenen Jahr hat das LUA 8.402 Trinkwas- serproben aus Rheinland-Pfalz mikrobiologisch untersucht. Insgesamt gesehen ist die mikrobiolo- gische Trinkwasserqualität in Deutschland im in- ternationalen Vergleich sehr hoch und gilt als her- vorragend. Die regelmäßige Überwachung und die strengen gesetzlichen Vorgaben sorgen dafür, dass Trinkwasser in Deutschland in der Regel keine ge- sundheitsschädlichen Mikroorganismen enthält. Laut dem Umweltbundesamt (UBA) lag die Ein- haltung der mikrobiologischen Anforderungen in den letzten Jahren konstant bei über 99 Prozent. Badegewässer Ein kühles Bad im Sommer in schöner Umgebung - das ist möglich in den Badegewässern in Rhein- land-Pfalz. Auch hier ist das LUA hygienisch aktiv. Die behördliche Überwachung obliegt den jeweili- gen Gesundheitsämtern, die eigentliche mikrobio- logische Analyse wird jedoch in den Laboren des LUA durchgeführt. 2.142 Proben aus rheinland- pfälzischen Badebecken und Badegewässern hat das LUA im Jahr 2024 untersucht. Durch die regelmäßigen Untersuchungen wird eine hygienische Qualität sichergestellt, um die Gesundheit der Badenden zu schützen. Ähnlich wie bei der Trinkwasserhygiene findet das Indika- 3 Mit Sicherheit erfrischend: In seinen Labors überprüft das LUA Wasser aus rheinland-pfälzischen Badebecken und Badegewässern. © LUA torprinzip Anwendung. Die beiden Keime Esche- richia coli und Enterokokken sind relativ einfach nachweisbar und deuten auf das mögliche Vor- handensein anderer Krankheitserreger (zum Bei- spiel Viren, Parasiten) hin. Die Badegewässer in Rheinland-Pfalz weisen über- wiegend eine hervorragende Wasserqualität auf. Im Jahr 2024 bescheinigte die Europäische Union nahezu allen der 66 EU-Badeseen im Bundesland eine ausgezeichnete oder gute Wasserqualität. Für aktuelle und detaillierte Informationen zur Wasserqualität der einzelnen Badeseen steht der Badegewässeratlas Rheinland-Pfalz online un- ter www.badeseen.rlp-umwelt.de zur Verfügung. Dieser bietet nicht nur Daten zur Wasserquali- tät, sondern auch allgemeine Informationen zu den jeweiligen Seen, einschließlich der Ausstat- tung der Badestellen. Zudem werden dort zeitnah Warnhinweise oder Badeverbote veröffentlicht. 4 Herausgeber: Landesuntersuchungsamt Mainzer Straße 112 56068 Koblenz poststelle@lua.rlp.de www.lua.rlp.de Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffent- lichkeitsarbeit der Landesregierung Rheinland- Pfalz herausgegeben. Sie darf weder von Partei- en von von Wahlwerberinnen/Wahlwerbern oder Wahlhelferinnen/Wahlhelfern zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Auch ohne zeit- lichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die Druckschrift nicht in einer Weise verwendet werden, die als Parteinahme der Landesregierung zu Gunsten einer politischen Gruppe verstanden werden könnte.

Viren in der Uferfiltration In-situ-Monitoring und Risikomanagement unter spezieller Berücksichtigung des Einflusses von Extremwetterereignissen

Zielsetzung: Uferfiltration ist eine gängige Methode zur Trinkwassergewinnung bei begrenztem natürlichen Grundwasserangebot und wird in vielen Regionen Deutschlands mit großen Oberflächengewässern, wie z.B. in Berlin, Düsseldorf und Hamburg eingesetzt. Rohwasser, das durch Uferfiltration gewonnen wird, ist gefährdet durch den Eintrag von Schadstoffen aus Oberflächengewässern. Schadstoffe können neben organischen Verbindungen und Schwermetallen auch Krankheitserreger, wie Viren und Bakterien, sein. Die deutsche Trinkwasserverordnung (TrinkwV) beinhaltet aktuell nur Grenzwerte für bestimmte Indikatorbakterien, wie Escherichia coli und Enterokokken. Im aktuell gesetzlich festgelegten Messprogramm für die Trinkwasserqualität sind humanpathogene Viren kein Bestandteil. Die im Jahr 2021 in Kraft getretene neue EU-Trinkwasserrichtlinie (EU-TWR) sieht vor, somatische Coliphagen als Indikatorviren für Grundwasserverunreinigungen durch humanpathogene Viren zu nutzen, da die Detektion der somatischen Coliphagen deutlich einfacher ist als die der humanpathogenen Viren, wie z.B. Adenoviren. Dabei ist zu beachten, dass somatische Coliphagen keine Krankheitserreger für Menschen sind. Auf Grund des unterschiedlichen Transportverhaltens verschiedener Viren ist jedoch davon auszugehen, dass Indikatorviren und -bakterien nur beschränkt aussagekräftig für humanpathogene Viren sind. U.a. haben unsere Untersuchungen am Rhein und im Uferfiltrat des Wasserwerks Flehe gezeigt, dass die Existenz und das Abbaupotential somatischer Coliphagen nicht in direkter Korrelation zu humanpathogenen Viren, z.B. Adenoviren, stehen muss (Knabe et al., 2023). Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass eine erhöhte Virenbelastung im Oberflächengewässer auftreten und eine Migration in das Rohwasser zur Folge haben kann. Zum einen können hydrologische Veränderungen als Folge des Klimawandels, z.B. häufigere Extremereignisse wie Trockenperioden und besonders Hochwasser (Blöschl et al., 2019), die natürliche Reinigungswirkung der Uferfiltration verringern. Zum anderen können Bevölkerungswachstum, Urbanisierung sowie Landnutzungsänderungen dazu führen, dass die Abwasserbelastung in Flüssen zunimmt (Wen et al., 2017). Die neue EU-Trinkwasserrichtline (EU-TWR) erfordert zusätzlich zur Einhaltung von Grenzwerten risikobasierte Ansätze für die ereignis-basierte Überwachung der Wasserqualität, wie bspw. das Water-Safety-Plan-Konzept (WSP) der WHO (World Health Organization). Der WSP sieht für einen Wasserversorger die Beschreibung des gesamten Trinkwasserversorgungsystems vor, einschließlich einer Erfassung aller möglichen Eintragsquellen von Gefährdungen für die Trinkwasserqualität. Eine Risikobewertung für jede einzelne Kombination von Gefährdung und Gefährdungsereignis in Form einer Risiko-Matrix nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß, liefert klare Monitoring- und Handlungsprioritäten zur Risikominimierung. Basierend auf der neuen EU-TWR werden Wasserversorger zeitnah vor dem Problem stehen, zum Teil komplexe Risikobewertungen durchführen zu müssen. Das bedeutet, dass eine Vielzahl an Gefährdungsereignissen im Hinblick auf die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Gefahrenquelle einzustufen ist. Ziel des Projektes ist es, Wasserwerksbetreibern eine wissenschaftlich fundierte Bewertung des Risikos und Transports humanpathogener Viren bei der Uferfiltration unter Berücksichtigung aktueller gesetzlicher Vorgaben (EU-TWR) und Empfehlungen der WHO zu ermöglichen. Dabei soll insbesondere der Einfluss von Extremwetterereignissen (Starkniederschläge, Hochwasserperioden, Niedrigwasser) und messtechnischen Unsicherheiten in der Risikobewertung berücksichtigt werden. (Text gekürzt)

Gentechnisch veränderte Organismen, Viren und Gene

Gentechnik – ein Reizwort für viele Menschen! Gut zu wissen, dass für den Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen oder auch Biostoffen in Deutschland strenge Umwelt- oder Arbeitsschutzvorschriften gelten.

Freilandversuche zur Bekaempfung des Apfelwicklers Laspeyresia pomonella mit Granuloseviren

Der Apfelwickler, Laspeyresia pomonella, ein Hauptschaedling des Apfels wurde im nordbadischen Raum zum begrenzenden Faktor fuer integrierte Pflanzenschutzprogramme, da jede der beiden Generationen gezielt bekaempft werden muss. Die Zahl der erforderlichen Spritzungen mit chemischen Insektiziden liegt im Heidelberger Raum bei 3-4. Als Ersatz fuer chemische Insektizide bietet sich ein sehr spezifisch wirkendes Granulosevirus an. In umfangreichen Freilandversuchen soll die Wirksamkeit des Granulosevirus unter praxisueblichen, kontrollierbaren Bedingungen geprueft werden. Darueber hinaus ist zu untersuchen, wie sich diese umweltschonende biologische Bekaempfungsmethode auf die Gesamtfauna des Apfels auswirkt.

Climate change impacts, exposures, and vulnerabilities, Lancet Countdown indicators

This series refers to datasets related to climate change impacts, exposures, and vulnerabilities in Europe based on the Lancet Countdown indicators on health and heat; extreme events and health; and climate-sensitive infectious disease.

LUA-Bilanz Tiergesundheit & Tierseuchen 2025

[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] LUA-BILANZ TIERGESUNDHEIT & TIERSEUCHEN Zahlen, Daten und Fakten für das Jahr 2025 © Nikola Tomašić / Pexels Tierseuchen: 2025 dominiert von Geflügelpest und Blauzungenkrankheit Die Tierseuchenüberwachung des Jahres 2025 wur- de von einem im Vergleich zu den Vorjahren mas- siven Geflügelpestausbruch im Herbst 2025 bei Wildvögeln und dem Wiederausbruch der Blauzun- genkrankheit vom Serotyp 8 in Rheinland-Pfalz do- miniert. Aber auch andere Tierseuchen haben das Landesuntersuchungsamt (LUA) stark beschäf- tigt: Die Afrikanische Schweinepest, die zusätz- lich zum Geschehen in den Kreisen Mainz-Bingen und Alzey-Worms und im Juni 2025 auch in Nord- rhein-Westfalen nahe der Grenze zu Rheinland- Pfalz festgestellt wurde; der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Berlin-Brandenburg im Januar 2025 und neue Seuchen wie die Epizootische Hä- morrhagie der Hirsche (EHDV) und die Lumpy Skin Krankheit (LSD), die aus dem Westen und Süden Frankreichs immer näher rücken. Ein besonders be- merkenswertes Ereignis war der Nachweis eines Tuberkulose-Erregers bei einem Mähnenwolf aus einem rheinland-pfälzischen Zoo. Das LUA ist die zentrale Einrichtung des Lan- des Rheinland-Pfalz für die Diagnostik von Seu- chen sowie von Zoonosen und sonstigen Erkran- kungen bei Tieren. Hier werden Untersuchungen an Proben erkrankter oder verendeter Tiere zur Feststellung oder zum Ausschluss von Seuchen durchgeführt. Diese werden ergänzt durch Un- tersuchungen im Rahmen von Sanierungs- und staatlichen Monitoring-Programmen sowie so- genannte Handelsuntersuchungen, durch die si- chergestellt wird, dass der Seuchenstatus der Be- stände überwacht wird und nur gesunde Tiere in andere Betriebe verbracht werden. Die Untersu- chungen ermöglichen einen steten Überblick über den Gesundheitsstatus der Nutz- und Wildtierpo- pulation und tragen somit dazu bei, den Gesund- heitsschutz für Mensch und Tier zu gewährleisten. Denn nicht zuletzt wird hierdurch sichergestellt, dass nur Lebensmittel von gesunden Tieren in den Handel gelangen. Zur Überwachung des Gesundheitsstatus der Nutz- und Wildtierpopulation wurden im LUA 2 2025 insgesamt 207.687 Proben untersucht. Da viele Proben auf verschiedene Parameter und mit unterschiedlichen Methoden untersucht werden müssen, ist die Zahl der tatsächlich durchgeführ- ten Untersuchungen wesentlich höher. Von be- sonderem Interesse sind dabei die Nachweise der nach dem Tiergesundheitsrecht gelisteten Tier- seuchen, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen und gesundheitlichen Bedeutung für die Allgemeinheit staatlich bekämpft oder überwacht werden. Im LUA ist auch die Fachaufsicht in den Berei- chen Tierseuchenbekämpfung, Tierschutz und tie- rische Nebenprodukte als wichtige Schnittstel- le zwischen dem Ministerium und den Kommunen angesiedelt. Sie sorgt unter anderem dafür, dass die geltenden Rechtsnormen landesweit einheit- lich ausgelegt werden. Darüber hinaus verfügt das LUA über spezialisierte Tiergesundheitsdienste für Rinder, Schweine und kleine Wiederkäuer, die die Tierbesitzer vor Ort in Sachen artgerechter und hygienischer Haltungsbedingungen beraten. Krankheiten, die durch Vektoren übertragenen werden, wie die die Epizootische Hämorrhagie der Hirsche (EHDV) und die Lumpy Skin Krankheit, haben im LUA zusammen mit der Maul- und Klau- enseuche an Bedeutung gewonnen. Denn sie sind bei Tieren, die eine klinische Symptomatik aufwei- sen, differentialdiagnostisch relevante Erreger zur Blauzungenkrankheit. Das Virus der Epizootischen Hämorrhagie (EHDV) der Hirsche ist wie das Blauzungenvirus ebenfalls ein Orbivirus aus der Familie der Reovi- ridae und diesem sowohl in Hinsicht auf die klini- schen Symptome als auch in Hinblick auf die Aus- breitung sehr ähnlich. Überträger sind wie beim Blauzungenvirus sogenannte Gnitzen. Die höchste Empfänglichkeit wurde bei Antilopen und Weiß- schwanzhirschen beobachtet. Rinder können aber auch erkranken. Unterschieden werden zurzeit sie- ben Serotypen. Im November 2022 wurde das Virus erstmals in- nerhalb Europas in Sardinien und Südspanien nachgewiesen. Im weiteren Verlauf der letzten BVD, BHV-1, Blauzunge: Mehrere Tierseuchen gefährden die Gesundheit von Rindern. © Christina & Peter / Pexels Jahre hat sich das Virus vor allem über Frankreich weiter nach Norden verbreitet. 2025 wurden im LUA 675 Proben von Rindern, Schafen und Ziegen aus 329 rheinland-pfälzischen Beständen, sowie 33 Wild- und Zootiere auf das EHD-Virus unter- sucht. Alle Proben waren negativ. Bei der Lumpy Skin Krankheit (LSD) handelt es um eine Erkrankung, die durch ein Virus der Gat- tung Capripocken verursacht wird. Das Virus ist nahe verwandt mit den Erregern der Schaf- und Ziegenpocken. Die Übertragung erfolgt vor allem durch blutsaugende Insekten. Die Lumpy Skin Krankheit oder Dermatitis No- dularis ist in der Hauptsache eine Erkrankung bei Rindern und Büffeln. Klinisch zeigen die Tie- re zunächst hohes Fieber, Milchrückgang und Hautveränderungen (Knoten/ Knötchen). Auch die Schleimhäute können betroffen sein. In den letzten Jahren wurde LSD in Europa nur in den südlichen Ländern nachgewiesen. Ein Nach- weis in Frankreich in 2025 nahe der Grenze zur Schweiz führte zu vermehrten Untersuchungen in Deutschland, da aus den daraufhin eingerichteten Restriktionszonen zuvor Rinder nach Deutschland transportiert worden waren. Im LUA wurden 2025 insgesamt 78 Proben aus 15 rheinland-pfälzischen Beständen virologisch auf Capripocken und 72 Proben aus elf Beständen auf Antikörper unter- sucht. Auch hier waren alle Proben negativ. Andere Tierseuchen, die schon länger Bekämp- fungsmaßnahmen unterliegen, werden im Rah- men von Monitoring und diagnostischen Untersu- chungen und Handelsuntersuchungen überwacht. Das für Rinder hoch ansteckende Bovine Her- pesvirus Typ 1 (BHV-1) etwa führt zu einer le- benslang bestehenden Infektion, die sich häufig in Leistungsminderung, grippeartigen Erscheinungen und Störungen der Fruchtbarkeit äußert. 2025 hat das LUA in zwei rheinland-pfälzischen Betrie- ben bei insgesamt zwölf Tieren BHV-1-Antikörper nachgewiesen. In einem Fall wurden Tiere bei ei- nem Viehhändler wegen einer Transportüberla- dung vorübergehend eingestellt und untersucht. 3 Die drei Reagenten wurden aus dem Bestand zur Schlachtung verbracht. Nach zwei negativen Nachuntersuchungen des Restbestandes gilt der Betrieb wieder als BHV-1 frei. In dem zweiten Fall wurden bei einer Routineun- tersuchung in dem Bestand bei zwei Tieren BHV- 1-Antikörper nachgewiesen. Die Untersuchung des Gesamtbestandes ergab weitere Reagen- ten. Nach der Entfernung der Reagenten und der Nachuntersuchung des Gesamtbestandes nach etwa sechs Wochen wurden keine weiteren BHV- 1-Antikörper mehr nachgewiesen. Das Auftreten der BHV-1-Infektion zeigt nach- drücklich, dass die Tierhalter weiterhin streng da- rauf achten müssen, ausschließlich Tiere aus seuchenfreien Beständen einzustallen und Biosi- cherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten, um den Eintrag und die Ausbreitung einer Infek- tion zu verhindern. Insgesamt wurden im LUA im Rahmen der Überwachung der bestehenden Seu- chenfreiheit 54.186 Blutproben aus 2.887 rhein- land-pfälzischen Beständen sowie 5.458 Tank- und Einzelmilchproben aus 941 Beständen auf BHV-1 untersucht. Die zu den wirtschaftlich bedeutsamsten Erkran- kungen der Rinder zählende Bovine Virusdiarr- hoe (BVD) geht mit Durchfall, grippeartigen Er- scheinungen und Fruchtbarkeitsstörungen einher. Ziel der staatlichen Bekämpfung ist es, sogenann- te persistent infizierte Kälber, die den Erreger le- benslang ausscheiden ohne selbst zu erkranken, möglichst rasch aus den Beständen zu entfernen und vom Handel auszuschließen. Daher werden den Kälbern bereits bei der innerhalb der ersten sieben Lebenstage erforderlichen Kennzeichnung mit Ohrmarken Hautstanzproben entnommen und auf das BVD-Virus untersucht. Im Jahr 2025 wurden im LUA insgesamt 108.741 Ohrstanzproben aus 3.214 rheinland-pfälzischen Beständen untersucht. Dabei wurde das Virus der BVD bei keinem Kalb nachgewiesen. Im Rahmen von Handelsuntersuchungen und zu diagnosti- schen Zwecken wurden zusätzlich weitere 1.017 4 Blut- und Organproben von diversen Wiederkäu- ern auf das Vorhandensein von BVD mit negati- vem Ergebnis getestet. Nach dem erstmaligen Nachweis des Erregers des West Nil Fiebers (WNF) in Rheinland-Pfalz bei einer Schnee-Eule im Jahr 2023 wurde 2024 erst- mals der Nachweis einer WNF-Infektion bei Pfer- den geführt. In 2025 gab es keine weiteren Nach- weise. Pferde können zwar an WNF erkranken und auch verenden, spielen bei der Ausbreitung des Infektionsgeschehens des durch blutsaugen- de Stechmücken übertragenen Erregers aber kei- ne Rolle. Die Erkrankung tritt insbesondere bei Vögeln auf und kann insbesondere bei Greif- und Rabenvögeln zu schweren Verläufen mit neuro- logischen Symptomen und gehäuften Todesfäl- len führen. Der Erreger kann auch auf Menschen übertragen werden und verursacht eine grippe- ähnliche Erkrankung. In seltenen Fällen entwickelt sich eine Hirnentzündung, die einen tödlichen Verlauf nehmen kann. Es muss aber weiterhin mit dem Auftreten des WNF in Rheinland-Pfalz gerechnet werden. Die Infektion unterliegt zwar der staatlichen Tierseu- chenüberwachung; tierseuchenrechtliche Maß- nahmen sind bislang allerdings nicht vorgeschrie- ben. Impfstoffe gegen das West-Nil-Virus für Menschen und Vögel existieren nicht, aber ein Schutz der Pferde vor schweren klinischen Sym- ptomen kann mit einer Impfung erreicht werden. Daher gilt die Empfehlung, Pferde und Ponys imp- fen zu lassen. Die Impfung gegen das West Nil-Vi- rus wird von der rheinland-pfälzischen Tierseu- chenkasse mit einer Beihilfe finanziell unterstützt. Untersuchungen an 5.047 verendeten Rindern, Schafen, Ziegen und Wildwiederkäuern und 347 geschlachteten Rindern, Schafen und Ziegen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland auf Transmis- sible spongiforme Enzephalopathie (BSE, Scra- pie, CWD) ergaben 2025 erfreulicherweise nur negative Untersuchungsergebnisse. Die mit Verhaltens- und Bewegungsstörungen einhergehende, tödlich verlaufende Erkrankung Als Hauptreservoir der Salmonellen gelten Tie- re. Eine Salmonelleninfektion führt besonders bei Jungtieren zu klinischen Symptomen mit Durch- fall und teilweise hohem Fieber. Bei Rindern, Schafen, Schweinen und Pferden kann es in Ein- zelfällen zu Fehlgeburten kommen. Ausgewach- sene Tiere erkranken zwar eher selten klinisch, können die Erreger aber über längere Zeit aus- scheiden und damit unerkannt weiterverbreiten und die Umwelt kontaminieren. Die hohe Wider- standsfähigkeit gegen äußere Einflüsse ermöglicht den Bakterien dort ein langes Überleben. Keine Scrapie: Die mit Verhaltens- und Bewegungsstö- rungen einhergehende, tödlich verlaufende Erkrankung wurde 2025 bei keinem Tier aus dem Land nachgewie- sen. © Studio Lichtfang / Pexels tritt spontan auf. Tierseuchenrechtliche Maßnah- men erfolgen in der Regel nicht, da fast immer nur Einzeltiere betroffen sind. Die Nachweise aus den Jahren 2023 und 2024 zeigen aber, dass die Moni- toring-Untersuchungen zum Vorkommen der Er- krankung weiterhin erforderlich sind, um deren verstärktes Auftreten erfassen und einen Eintrag in die Nahrungsmittelkette verhindern zu können. Zu den wechselseitig zwischen Tier und Mensch übertragbaren Erregern (sogenannte Zoonosen) zählen die Salmonellen. Diese bakteriellen In- fektionserreger werden meist bei differenzialdi- agnostischen Untersuchungen zur Feststellung der Erkrankungs- oder Todesursache nachgewie- sen. 2025 wurden die Salmonellen bei 16 Rin- dern, Schafen und Ziegen in zwölf Betrieben nachgewiesen. Darüber hinaus wurden die Bakte- rien auch bei 15 Wild- und Zootieren sowie in vier Umgebungsproben aus Hühner- und Gänsehal- tungen in zwei Beständen festgestellt. Landwirtschaftliche Nutztiere und die daraus er- zeugten Lebensmittel tierischen Ursprungs stehen an der Spitze der möglichen Infektionsquellen für den Menschen. Die Infektion erfolgt in der Regel über die Aufnahme kontaminierter Nahrungsmit- tel; aber auch Schmutz- und Schmierinfektionen an Haustieren sind möglich. Die Infektion äu- ßert sich beim Menschen meist als akute Darm- entzündung mit plötzlich einsetzendem Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen sowie einer Störung des Allgemeinbefindens und leichtem Fieber. Die oft mehrere Tage anhaltenden Symptome können insbesondere bei Kleinkindern oder älteren Perso- nen zu einer ausgeprägten Dehydratation (Aus- trocknung durch Wasserverlust) führen. In die Kategorie der Zoonosen fällt auch die bak- teriell bedingte Tularämie (oder Hasenpest). Das LUA hat im vergangenen Jahr 38 Tiere aus Rhein- land-Pfalz auf Tularämie untersucht, und dabei die Zoonose bei 19 Feldhasen aus sieben Kreisen nachgewiesen. An der Zahl der Nachweise ist er- kennbar, dass die Erkrankung bei Feldhasen relativ weit verbreitet ist. Erkrankte Wildtiere wie Hasen oder Kaninchen wirken matt und teilnahmslos, sie verlieren ihre Schnelligkeit und angeborene Scheu. Grundsätzlich können sich auch Hunde mit dem Erreger der Hasenpest infizieren und diesen weit- geben. Die Tiere zeigen Appetitlosigkeit, Fieber so- wie geschwürige Veränderungen im Rachen und Schwellungen der Körperlymphknoten. Ausgangs- punkt für Infektionen des Menschen ist aber meist der direkte Kontakt mit erkrankten Wildtieren 5

Bioökonomie International 2024: PRACTICE - Pflanzenvirus-Nanopartikel als biokompatibles Trägersystem für siRNA zur selektiven Schädlingsbekämpfung

Pflanzenschutz im Gemüsegarten

<p> So gelingt die Ernte im Gemüsegarten <ul> <li>Wählen Sie widerstandsfähige und vielfältige Sorten bzw. Arten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen und einen gesunden, lebendigen Boden.</li> <li>Bauen Sie verschiedene Gemüsearten im räumlichen und zeitlichen Wechsel an.</li> <li>Verwenden Sie ein engmaschiges Netz, um Gemüsepflanzen zu schützen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> Gewusst wie <p><strong>Schädlingsbefall vorbeugen:</strong> Käfer, Fliegen oder Blattläuse sind nicht in jedem Fall ein Problem. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette, erst in großer Zahl schaden sie. Diese grundlegenden Maßnahmen beugen einem massenhaften Befall vor:</p> <ul> <li>Vielfalt statt Einfalt:&nbsp;Eine vielfältige Fruchtfolge beugt dem Schädlingsbefall vor. Vermeiden Sie, dieselben Gemüsearten mehrere Jahre am gleichen Standort anzubauen. Legen Sie möglichst lange Anbaupausen ein, bevor dieselbe Pflanzenart wieder am alten Platz steht. Trennen Sie auch Pflanzen aus derselben Familie räumlich und zeitlich voneinander. Entsprechende Apps können Ihnen bei der Planung der Fruchtfolge helfen.</li> <li>Mischkultur: Kombinieren Sie verschiedene Pflanzenarten, die sich gegenseitig positiv beeinflussen. Zum Beispiel Stickstoffzehrer und Stickstoffsammler, Tiefwurzler und Flachwurzler. Mischen Sie Pflanzen mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen (z.B. Thymian, Knoblauch) unter die Gemüsepflanzen, das hält viele Schädlinge fern. Auch einige Zierpflanzen leisten einen Beitrag zur Gesundheit Ihrer Gemüsepflanzen. Zum Beispiel Studentenblumen oder Sonnenhut vertreiben über ihre Wurzelausscheidungen schädliche Nematoden. Die wohl bekannteste Mischkultur ist die Kombination von Bohnen, Mais und Kürbissen, auch „Die drei Schwestern“ genannt. Dabei dient die Bohne als Stickstoffsammler für die Kürbisse und den Mais. Der Mais wiederum dient als Rankhilfe für die Bohnen. Und die Kürbisse dienen als Bodendecker, um den Boden vor Austrocknung und Unkrautbewuchs zu schützen. Entsprechende Apps können Sie bei der richtigen Zusammenstellung von Mischkulturen unterstützen.</li> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und möglichst naturnah, um Nützlinge anzulocken. Konkrete Tipps dazu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>. Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont Nützlinge.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/psm_infografiken_fruchtfolge-mit-4-beeten.jpg"> </a> <strong> Fruchtfolge mit vier Beeten – ein Beispiel </strong> Quelle: CC BY-ND 4.0 Umweltbundesamt 2016 <p><strong>Netze schützen das Gemüse:</strong>&nbsp;Feinmaschige Netze sind effektiv, sie halten zum Beispiel Minierfliegen, Gemüsefliegen, Gallmücken, Kartoffelkäfer, Erdflöhe und Schad-Schmetterlinge fern.</p> <ul> <li>Wählen Sie möglichst feinmaschige Netze (Maschenweite kleiner als 1 Millimeter).</li> <li>Decken Sie damit das Beet sofort nach der Saat / Pflanzung bis zur Ernte ab.</li> <li>Achten Sie auf dichten Bodenabschluss. Beschweren Sie den Netzrand z.B. mit Sandsäcken. Steine sind nicht zu empfehlen, denn sie können das Netz schnell beschädigen.</li> <li>Kontrollieren Sie das Netz regelmäßig auf Löcher. Diese können durch Kleben oder Nähen repariert werden.</li> <li>Im Frühling und Herbst können Sie anstelle von Netzen auch Pflanzenschutzvlies verwenden. Unter dem Vlies erhöht sich die Temperatur und verlängert somit den Anbauzeitraum.</li> <li>Lüften Sie im Hochsommer das Netz, damit die Pflanzen nicht überhitzen oder sich wegen der hohen Luftfeuchtigkeit Pilzkrankheiten breitmachen.</li> <li>Für empfindliche Kulturen, wie Salat oder Lauch, eignen sich nur Netze aus leichtem Material. Für unempfindlichere Pflanzen, wie z.B. Kohl, können die Netze auch etwas schwerer sein. Sie können die Netze abstützen, z.B. mithilfe von Bambusstäben, auf die Sie leere Kunststoff-Flaschen stecken, damit das Netz nicht beschädigt wird.</li> <li>Die meisten Insektenschutznetze bestehen aus HD-Polyethylen. Wenn Sie die Netze pfleglich behandeln, sind sie viele Jahre haltbar. Schützen Sie die Netze vor Beschädigung, z.B. durch scharfkantige Oberflächen. Nehmen Sie die Netze gleich nach der Ernte ab und lagern Sie diese sauber, trocken und dunkel.</li> <li>Ist ein Netz unbrauchbar geworden, können Sie es über den Hausmüll oder die Gelbe Tonne entsorgen. Liegt eine Sammelstelle für Agrar-Kunststoffe in Ihrer Nähe, können Sie auch dort anfragen, ob eine Rückgabe möglich ist. Über solche Sammelstellen werden die Kunststoffe dem Recycling zugeführt.</li> <li>Eine Alternative zum Polyethylen sind Netze aus Polylactid, einem Bio-Kunststoff aus Mais. Diese Netze halten nur wenige Jahre, bauen sich danach aber biologisch ab.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/gemuesepflanzen_gemuesebeet-schutznetz.jpg"> </a> <strong> Kulturschutznetze halten zahlreiche Schädlinge von Ihrem Gemüsebeet fern. </strong> Quelle: doethion / Fotolia.com <p><strong>Beispiele für konkrete Maßnahmen gegen typische Gemüseschädlinge:</strong></p> <ul> <li>Möhrenfliegen: Ein sehr früher oder ein sehr später Anbau entschärft die Problematik, weil Möhren und Fliegenlarven dann nicht im kritischsten Stadium zusammentreffen. Wenn Sie Möhren in Dämmen anbauen ist es hilfreich, diese nach der Hauptwindrichtung auszurichten.</li> <li>Wurzelfliegen: Deren Larven fressen vor allem die Keimlinge. Deshalb ist es sinnvoll, betroffene Pflanzen, wie z.B. Bohnen, im geschützten Bereich vorzuziehen.</li> <li>Kohlfliegen: Ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IJLhuyIhexA">Kohlkragen</a> hindert die Fliegen an der Eiablage am Wurzelhals. Somit entwickeln sich keine Larven, welche durch ihren Fraß an den Wurzeln die Pflanzen zum Absterben bringen.</li> <li>Schad-Schmetterlinge: Deren Raupen sind ein begehrtes Eiweiß-Futter zur Vogel-Brutzeit. Sie können abgesammelt und an eine andere passende Pflanze umgesiedelt werden. Geeignete Nahrungspflanzen für die Raupen sehr vieler Schmetterlingsarten sind z.B. Brennnesseln, Eichen, Weiden, Weißdorn und Schlehen. Doch Vorsicht, nicht jede Raupe ist ein Schädling! Am Kraut von Möhren, Pastinaken und Dill fressen auch die Raupen des besonders geschützten Schwalbenschwanzes gern.</li> <li>Wurzelnematoden: Mischkulturen mit <a href="https://www.julius-kuehn.de/media/Veroeffentlichungen/Flyer_EP/Tagetesanbau_zur_Bekaempfung_von_pflanzenparasitaeren_Nematoden_de.pdf">Studentenblumen</a> oder Ringelblumen schrecken pflanzenparasitäre Nematoden ab, da ihre Wurzeln Stoffe freisetzen, die für die winzigen Würmer giftig sind.</li> <li>Kartoffelkäfer: Ei-Gelege an den Blattunterseiten zerdrücken oder Käfer absammeln.</li> <li>Beachten Sie auch unsere Artikel zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57291">Blattläusen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57307">Schnecken</a>.</li> </ul> <strong>Galerie: Schädlinge an Gemüsepflanzen – so sehen sie aus</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/gemuesepflanzen_kartoffelkaefer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/grosser_kohlweissling.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/erdfloehe-1-dlr-js.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/weisse_fliege_toamte_jki_hommes_k2_-_14.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/thrips09chrysanthemum.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/kohlrabi-kohlgallenruessler1-hoyer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/wortelvlieg_amsterdamse_bak_1.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/lauch-lauchminierfliege-larve1-hoyer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/gemuesepflanzen_maulwurfsgrille.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption <p><strong>Tierische Helfer aus dem Handel:</strong>&nbsp;Im Gewächshaus ist es möglich, zum Schutz der Pflanzen gezielt Nützlinge aus dem Fachhandel auszubringen. Da die Tiere unter Umständen aus dem Gewächshaus entweichen können, sollten Sie jedoch nur einheimische Arten und Unterarten verwenden. Das ist wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Mehr dazu lesen Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/garten-freizeit/nuetzlinge-im-garten#kommerzieller-einsatz-von-nutzlingen-im-gewachshaus-und-garten">HIER</a>.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) <p><strong>Krankheiten vorbeugen:</strong>&nbsp;Neben den potentiellen Schädlingen stellen auch Krankheitserreger eine Gefahr für Gemüsepflanzen dar. Das können Pilze, Bakterien, Viren oder auch Einzeller sein. Für viele Krankheitserreger gibt es keine zugelassenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> für den Haus- und Kleingarten. Vorbeugende Maßnahmen sind demnach der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.</p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien) dazu beraten.</li> <li>Verwenden Sie nur gesundes Saat- und Pflanzgut, auch bei eigenem Nachbau. Es lohnt sich, in extra dafür angebotene Steckzwiebeln oder Saatkartoffeln zu investieren, da diese auf Krankheiten überprüft werden.</li> <li>Auch die Veredlung von Tomaten zahlt sich aus. Diese wachsen auf einer robusten Unterlage, die widerstandsfähig gegen viele typische Tomatenkrankheiten ist. Veredelte Tomaten sind zudem kältetoleranter und können höhere Erträge erzielen, weil sie über ihre besonders gut ausgebildeten Wurzeln Wasser und Nährstoffe besser aufnehmen können.</li> <li>Gegen viele Krankheitserreger hilft eine weite Fruchtfolge. Beispielsweise sollten Kohlpflanzen erst nach frühestens fünf Jahren wieder am gleichen Standort stehen, weil der Erreger der Kohlhernie viele Jahre im Boden überdauern kann. In dieser Zeit sollten Sie auch keine anderen Wirtspflanzen (z.B. Erdbeeren) der Kohlhernie anbauen.</li> <li>Durch eine geschickt gestaltete Mischkultur können sich Pflanzen gegenseitig unterstützen. Beachten Sie aber, dass es auch Pflanzen gibt, die nicht gut zusammenpassen. Tomaten und Gurken sind beispielsweise keine guten Nachbarn.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen an z.B. Licht, Feuchtigkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> und Bodenstruktur gerecht zu werden.</li> <li>Genügend Abstand zwischen den Pflanzen erschwert die Übertragung von Krankheitserregern und lässt feuchte Blätter schneller abtrocknen.</li> <li>Das Vorziehen der Pflanzen bzw. das Vorkeimen von Kartoffeln im geschützten Bereich hilft über ein empfindliches Stadium hinweg und gewährt einen Wachstumsvorsprung.</li> <li>Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken. Wässern Sie nur direkt am Wurzelbereich⁠, ohne die Blätter zu benetzen. Zusätzlich können Sie die untersten Blätter entfernen. Feuchte Oberflächen und Spritzwasser erleichtern es Krankheitserregern, sich auszubreiten.</li> <li>Insbesondere Tomatenpflanzen reagieren auf Feuchtigkeit schnell mit Pilzbefall. Damit sie auch bei Regen trocken bleiben, sollten Sie Ihre Tomaten unter einem lichtdurchlässigen Dach an einem sonnigen, gut durchlüfteten Standort anbauen.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen der Pflanzen, z.B. bei der Bodenarbeit, denn sie erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern. Das Ausgeizen von z.B. Tomaten-, Paprika- und Gurken-Pflanzen sollte erfolgen, wenn die Triebe in den Blattachseln noch klein sind, damit größere Wunden vermieden werden.</li> <li>Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie den Boden stets bedeckt, z.B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt, Mist oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.</li> <li>Achten Sie auf eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln. Vor allem synthetischer Stickstoff macht das Gewebe weich und anfällig für Krankheitserreger, insbesondere für Pilzkrankheiten.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompost</a> können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/phytophthora_infestans_bij_parel.jpg"> </a> <strong> Krank durch Pilzbefall: Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) an Kartoffelpflanzen </strong> Quelle: Rasbak | www.wikimedia.org | Phytophthora infestans bij Parel | https://en.wikipedia.org/wiki/en:GNU_Free_Documentation_License | https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/strunkfaeule-erwinia-12-slfa-js.jpg"> </a> <strong> Krank durch Bakterienbefall: Weichfäule (Erwinia carotovora) am Kohlrabi </strong> Quelle: Schlaghecken DLR RP | http://www.greencommons.de/Datei:Strunkf%C3%A4ule-Erwinia-12-SLFA-JS.JPG | Erwinia Weichfäule Erwinia carotovora | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/kohlhernie_jki_gf_k2_-_39.jpg"> </a> <strong> Krank durch den Befall von Einzellern: Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) an Kohlrabi-Wurzel </strong> Quelle: Julius Kühn-Institut (JKI) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/gurkenmosaikvirus_a.jpg"> </a> <strong> Krank durch Virenbefall: Gurkenmosaikvirus (Cucumber mosaic virus, CMV) an einem Gurkenblatt </strong> Quelle: DieterO | www.wikimedia.org | Vom Gurkenmosaikvirus befallene Blätter einer Gurkenpflanze in verschiedenen Stadien | https://en.wikipedia.org/wiki/en:public_domain Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <p><strong>Mehltau ist häufig anzutreffen und dennoch vermeidbar: </strong>Hinter dem Begriff Mehltau verbirgt sich eine Vielzahl von Pilzarten, die sich zwar in ihrer Lebensweise ähneln, sich aber jeweils auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert haben. Ein Mehltaupilz, der Zucchini befällt, kann also nicht den benachbarten Salat anstecken und umgekehrt. Praktischerweise muss man nicht jede einzelne Mehltauart kennen, denn die Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung sind ähnlich. Unterscheiden muss man jedoch zwischen Echtem Mehltau und Falschem Mehltau. Echter Mehltau tritt bei Hitze und Trockenheit als mehlig-weißlicher, leicht abwischbarer Belag an den Blattoberseiten auf. Falscher Mehltau tritt bei feucht-kühler ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>⁠ als weiß-grauer, nicht abwischbarer Belag an den Blattunterseiten auf. Falscher Mehltau tritt wegen der hohen Luftfeuchtigkeit auch häufig im Gewächshaus auf. Mehltaupilze entziehen der Pflanze Nährstoffe. In der Folge sterben Blätter ab, oder, bei starkem Befall, die ganze Pflanze. Vorbeugen können Sie durch die Wahl resistenter Sorten. <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmittel</a> aus Ackerschachtelhalm unterstützen bei der Festigung des Pflanzengewebes und der Bildung von Abwehrstoffen. Meiden Sie synthetischen Stickstoffdünger, dieser macht das Pflanzengewebe weich und anfällig für Pilzkrankheiten. Halten Sie die oberirdischen Pflanzenteile trocken und sorgen Sie für gute Durchlüftung. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile und entsorgen Sie diese. Beim Kompostieren sollten Sie die befallenen Teile gleich mit Erde oder anderem Pflanzenmaterial bedecken, damit die Sporen nicht vom Wind weitergetragen werden.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/powdery_mildew.jpg"> </a> <strong> Echter Mehltau (Podosphaera fusca) an einem Zucchiniblatt </strong> <br>Echter Mehltau tritt vor allem bei Hitze und Trockenheit auf. Quelle: Pollinator | www.wikimedia.org | Powdery mildew species Podosphaera fusca | http://commons.wikimedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License | http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/falscher_mehltau_1.jpg"> </a> <strong> Falscher Mehltau (Pseudoporonospora cubensis) </strong> <br>Falscher Mehltau, hier auf einer Gurke, tritt bei feucht-kühler ⁠Witterung⁠ an den Blattunterseiten auf. Gurken zeigen ein besonders charakteristisches Schadbild: Die gelben Flecken auf der Blattoberseite sind eckig und scharf abgegrenzt. Der eigentliche Pilzrasen befindet sich jedoch auf der Blattunterseite – dieser ist auch das Unterscheidungsmerkmal zum ähnlich aussehenden Gurkenmosaikvirus. Quelle: Christian Hummert | www.wikimedia.org | Falscher Mehltau auf einer Gurke Typischer Mosaikmuster auf der Blattoberseite | http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html | http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong> Gönnen Sie Ihrem Boden eine Wellnesskur mit Gründüngungspflanzen. Das sind bestimmte Pflanzenarten, die in der Anbaupause zwischen zwei Hauptkulturen gesät werden und nach einer gewissen Kulturzeit zerkleinert und in den Boden eingearbeitet werden. Einige Arten können auch noch im Herbst gesät werden und frieren dann im Winter ab. Sie bedecken den Boden im Winter mit dem abgestorbenen Kraut und sind bis zum Frühjahr verrottet. Gründüngung reichert den Boden mit Humus an und ernährt die Bodenlebewesen. Sie unterdrückt Unkrautbewuchs und schützt den Boden vor Austrocknung und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a>. Einige Arten, die sogenannten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/leguminosen">Leguminosen</a> (z.B. Klee, Luzerne, Lupinen), können zudem über ihre Wurzeln Stickstoff im Boden anreichern. Nach ihrer Verrottung stellen sie die wertvollen Nährstoffe der Folgekultur zur Verfügung. Tiefwurzelnde Arten (z.B. Bitter-Lupinen, Senf, Ölrettich) können außerdem verdichteten Boden auflockern. Über ein besonders tiefes Wurzelsystem verfügt auch die Luzerne, sie kann Wasser und Nährstoffe noch aus fünf Metern Bodentiefe holen. Andere zur Gründüngung geeigneten Pflanzenarten (z.B. Phacelia, Buchweizen, Wicken) sind wiederum aufgrund ihrer Blütenpracht ein Paradies für hungrige Insekten. Achten Sie jedoch bei der Auswahl der Gründüngungspflanzen auf deren Familienzugehörigkeit. Gehören sie zur selben Familie wie Ihre Gemüsepflanzen (z.B. Familie der Schmetterlingsblütler oder Kreuzblütler), dann sollten sie nicht direkt neben- oder nacheinander auf der gleichen Fläche wachsen.</p> <p><strong>⁠Pflanzenschutzmittel⁠ nur im Notfall:</strong>&nbsp;Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>&nbsp;einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a>&nbsp;oder mit dem Einsatz von&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a> erreicht werden kann. Wenn Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel entscheiden, dann können Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe wählen. Vergleichsweise umweltverträgliche Wirkstoffe sind zum Beispiel:</p> <ul> <li>Rapsöl oder Kaliseife: gegen saugende Insekten wie Blattläuse und Spinnmilben</li> <li>Schwefel oder Kaliumhydrogencarbonat: gegen Echten Mehltau</li> <li><em>Bacillus thuringiensis</em>: gegen Schad-Schmetterlingsraupen.</li> </ul> <p>Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> <p>&nbsp;</p> </p><p> So gelingt die Ernte im Gemüsegarten <ul> <li>Wählen Sie widerstandsfähige und vielfältige Sorten bzw. Arten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen und einen gesunden, lebendigen Boden.</li> <li>Bauen Sie verschiedene Gemüsearten im räumlichen und zeitlichen Wechsel an.</li> <li>Verwenden Sie ein engmaschiges Netz, um Gemüsepflanzen zu schützen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p><strong>Schädlingsbefall vorbeugen:</strong> Käfer, Fliegen oder Blattläuse sind nicht in jedem Fall ein Problem. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette, erst in großer Zahl schaden sie. Diese grundlegenden Maßnahmen beugen einem massenhaften Befall vor:</p> <ul> <li>Vielfalt statt Einfalt:&nbsp;Eine vielfältige Fruchtfolge beugt dem Schädlingsbefall vor. Vermeiden Sie, dieselben Gemüsearten mehrere Jahre am gleichen Standort anzubauen. Legen Sie möglichst lange Anbaupausen ein, bevor dieselbe Pflanzenart wieder am alten Platz steht. Trennen Sie auch Pflanzen aus derselben Familie räumlich und zeitlich voneinander. Entsprechende Apps können Ihnen bei der Planung der Fruchtfolge helfen.</li> <li>Mischkultur: Kombinieren Sie verschiedene Pflanzenarten, die sich gegenseitig positiv beeinflussen. Zum Beispiel Stickstoffzehrer und Stickstoffsammler, Tiefwurzler und Flachwurzler. Mischen Sie Pflanzen mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen (z.B. Thymian, Knoblauch) unter die Gemüsepflanzen, das hält viele Schädlinge fern. Auch einige Zierpflanzen leisten einen Beitrag zur Gesundheit Ihrer Gemüsepflanzen. Zum Beispiel Studentenblumen oder Sonnenhut vertreiben über ihre Wurzelausscheidungen schädliche Nematoden. Die wohl bekannteste Mischkultur ist die Kombination von Bohnen, Mais und Kürbissen, auch „Die drei Schwestern“ genannt. Dabei dient die Bohne als Stickstoffsammler für die Kürbisse und den Mais. Der Mais wiederum dient als Rankhilfe für die Bohnen. Und die Kürbisse dienen als Bodendecker, um den Boden vor Austrocknung und Unkrautbewuchs zu schützen. Entsprechende Apps können Sie bei der richtigen Zusammenstellung von Mischkulturen unterstützen.</li> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und möglichst naturnah, um Nützlinge anzulocken. Konkrete Tipps dazu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>. Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont Nützlinge.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/psm_infografiken_fruchtfolge-mit-4-beeten.jpg"> </a> <strong> Fruchtfolge mit vier Beeten – ein Beispiel </strong> Quelle: CC BY-ND 4.0 Umweltbundesamt 2016 </p><p> <p><strong>Netze schützen das Gemüse:</strong>&nbsp;Feinmaschige Netze sind effektiv, sie halten zum Beispiel Minierfliegen, Gemüsefliegen, Gallmücken, Kartoffelkäfer, Erdflöhe und Schad-Schmetterlinge fern.</p> <ul> <li>Wählen Sie möglichst feinmaschige Netze (Maschenweite kleiner als 1 Millimeter).</li> <li>Decken Sie damit das Beet sofort nach der Saat / Pflanzung bis zur Ernte ab.</li> <li>Achten Sie auf dichten Bodenabschluss. Beschweren Sie den Netzrand z.B. mit Sandsäcken. Steine sind nicht zu empfehlen, denn sie können das Netz schnell beschädigen.</li> <li>Kontrollieren Sie das Netz regelmäßig auf Löcher. Diese können durch Kleben oder Nähen repariert werden.</li> <li>Im Frühling und Herbst können Sie anstelle von Netzen auch Pflanzenschutzvlies verwenden. Unter dem Vlies erhöht sich die Temperatur und verlängert somit den Anbauzeitraum.</li> <li>Lüften Sie im Hochsommer das Netz, damit die Pflanzen nicht überhitzen oder sich wegen der hohen Luftfeuchtigkeit Pilzkrankheiten breitmachen.</li> <li>Für empfindliche Kulturen, wie Salat oder Lauch, eignen sich nur Netze aus leichtem Material. Für unempfindlichere Pflanzen, wie z.B. Kohl, können die Netze auch etwas schwerer sein. Sie können die Netze abstützen, z.B. mithilfe von Bambusstäben, auf die Sie leere Kunststoff-Flaschen stecken, damit das Netz nicht beschädigt wird.</li> <li>Die meisten Insektenschutznetze bestehen aus HD-Polyethylen. Wenn Sie die Netze pfleglich behandeln, sind sie viele Jahre haltbar. Schützen Sie die Netze vor Beschädigung, z.B. durch scharfkantige Oberflächen. Nehmen Sie die Netze gleich nach der Ernte ab und lagern Sie diese sauber, trocken und dunkel.</li> <li>Ist ein Netz unbrauchbar geworden, können Sie es über den Hausmüll oder die Gelbe Tonne entsorgen. Liegt eine Sammelstelle für Agrar-Kunststoffe in Ihrer Nähe, können Sie auch dort anfragen, ob eine Rückgabe möglich ist. Über solche Sammelstellen werden die Kunststoffe dem Recycling zugeführt.</li> <li>Eine Alternative zum Polyethylen sind Netze aus Polylactid, einem Bio-Kunststoff aus Mais. Diese Netze halten nur wenige Jahre, bauen sich danach aber biologisch ab.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/gemuesepflanzen_gemuesebeet-schutznetz.jpg"> </a> <strong> Kulturschutznetze halten zahlreiche Schädlinge von Ihrem Gemüsebeet fern. </strong> Quelle: doethion / Fotolia.com </p><p> <p><strong>Beispiele für konkrete Maßnahmen gegen typische Gemüseschädlinge:</strong></p> <ul> <li>Möhrenfliegen: Ein sehr früher oder ein sehr später Anbau entschärft die Problematik, weil Möhren und Fliegenlarven dann nicht im kritischsten Stadium zusammentreffen. Wenn Sie Möhren in Dämmen anbauen ist es hilfreich, diese nach der Hauptwindrichtung auszurichten.</li> <li>Wurzelfliegen: Deren Larven fressen vor allem die Keimlinge. Deshalb ist es sinnvoll, betroffene Pflanzen, wie z.B. Bohnen, im geschützten Bereich vorzuziehen.</li> <li>Kohlfliegen: Ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IJLhuyIhexA">Kohlkragen</a> hindert die Fliegen an der Eiablage am Wurzelhals. Somit entwickeln sich keine Larven, welche durch ihren Fraß an den Wurzeln die Pflanzen zum Absterben bringen.</li> <li>Schad-Schmetterlinge: Deren Raupen sind ein begehrtes Eiweiß-Futter zur Vogel-Brutzeit. Sie können abgesammelt und an eine andere passende Pflanze umgesiedelt werden. Geeignete Nahrungspflanzen für die Raupen sehr vieler Schmetterlingsarten sind z.B. Brennnesseln, Eichen, Weiden, Weißdorn und Schlehen. Doch Vorsicht, nicht jede Raupe ist ein Schädling! Am Kraut von Möhren, Pastinaken und Dill fressen auch die Raupen des besonders geschützten Schwalbenschwanzes gern.</li> <li>Wurzelnematoden: Mischkulturen mit <a href="https://www.julius-kuehn.de/media/Veroeffentlichungen/Flyer_EP/Tagetesanbau_zur_Bekaempfung_von_pflanzenparasitaeren_Nematoden_de.pdf">Studentenblumen</a> oder Ringelblumen schrecken pflanzenparasitäre Nematoden ab, da ihre Wurzeln Stoffe freisetzen, die für die winzigen Würmer giftig sind.</li> <li>Kartoffelkäfer: Ei-Gelege an den Blattunterseiten zerdrücken oder Käfer absammeln.</li> <li>Beachten Sie auch unsere Artikel zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57291">Blattläusen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57307">Schnecken</a>.</li> </ul> <strong>Galerie: Schädlinge an Gemüsepflanzen – so sehen sie aus</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/gemuesepflanzen_kartoffelkaefer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/grosser_kohlweissling.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/erdfloehe-1-dlr-js.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/weisse_fliege_toamte_jki_hommes_k2_-_14.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/thrips09chrysanthemum.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/kohlrabi-kohlgallenruessler1-hoyer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/wortelvlieg_amsterdamse_bak_1.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/lauch-lauchminierfliege-larve1-hoyer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/gemuesepflanzen_maulwurfsgrille.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> <p><strong>Tierische Helfer aus dem Handel:</strong>&nbsp;Im Gewächshaus ist es möglich, zum Schutz der Pflanzen gezielt Nützlinge aus dem Fachhandel auszubringen. Da die Tiere unter Umständen aus dem Gewächshaus entweichen können, sollten Sie jedoch nur einheimische Arten und Unterarten verwenden. Das ist wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Mehr dazu lesen Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/garten-freizeit/nuetzlinge-im-garten#kommerzieller-einsatz-von-nutzlingen-im-gewachshaus-und-garten">HIER</a>.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> <p><strong>Krankheiten vorbeugen:</strong>&nbsp;Neben den potentiellen Schädlingen stellen auch Krankheitserreger eine Gefahr für Gemüsepflanzen dar. Das können Pilze, Bakterien, Viren oder auch Einzeller sein. Für viele Krankheitserreger gibt es keine zugelassenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> für den Haus- und Kleingarten. Vorbeugende Maßnahmen sind demnach der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.</p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien) dazu beraten.</li> <li>Verwenden Sie nur gesundes Saat- und Pflanzgut, auch bei eigenem Nachbau. Es lohnt sich, in extra dafür angebotene Steckzwiebeln oder Saatkartoffeln zu investieren, da diese auf Krankheiten überprüft werden.</li> <li>Auch die Veredlung von Tomaten zahlt sich aus. Diese wachsen auf einer robusten Unterlage, die widerstandsfähig gegen viele typische Tomatenkrankheiten ist. Veredelte Tomaten sind zudem kältetoleranter und können höhere Erträge erzielen, weil sie über ihre besonders gut ausgebildeten Wurzeln Wasser und Nährstoffe besser aufnehmen können.</li> <li>Gegen viele Krankheitserreger hilft eine weite Fruchtfolge. Beispielsweise sollten Kohlpflanzen erst nach frühestens fünf Jahren wieder am gleichen Standort stehen, weil der Erreger der Kohlhernie viele Jahre im Boden überdauern kann. In dieser Zeit sollten Sie auch keine anderen Wirtspflanzen (z.B. Erdbeeren) der Kohlhernie anbauen.</li> <li>Durch eine geschickt gestaltete Mischkultur können sich Pflanzen gegenseitig unterstützen. Beachten Sie aber, dass es auch Pflanzen gibt, die nicht gut zusammenpassen. Tomaten und Gurken sind beispielsweise keine guten Nachbarn.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen an z.B. Licht, Feuchtigkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> und Bodenstruktur gerecht zu werden.</li> <li>Genügend Abstand zwischen den Pflanzen erschwert die Übertragung von Krankheitserregern und lässt feuchte Blätter schneller abtrocknen.</li> <li>Das Vorziehen der Pflanzen bzw. das Vorkeimen von Kartoffeln im geschützten Bereich hilft über ein empfindliches Stadium hinweg und gewährt einen Wachstumsvorsprung.</li> <li>Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken. Wässern Sie nur direkt am Wurzelbereich⁠, ohne die Blätter zu benetzen. Zusätzlich können Sie die untersten Blätter entfernen. Feuchte Oberflächen und Spritzwasser erleichtern es Krankheitserregern, sich auszubreiten.</li> <li>Insbesondere Tomatenpflanzen reagieren auf Feuchtigkeit schnell mit Pilzbefall. Damit sie auch bei Regen trocken bleiben, sollten Sie Ihre Tomaten unter einem lichtdurchlässigen Dach an einem sonnigen, gut durchlüfteten Standort anbauen.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen der Pflanzen, z.B. bei der Bodenarbeit, denn sie erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern. Das Ausgeizen von z.B. Tomaten-, Paprika- und Gurken-Pflanzen sollte erfolgen, wenn die Triebe in den Blattachseln noch klein sind, damit größere Wunden vermieden werden.</li> <li>Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie den Boden stets bedeckt, z.B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt, Mist oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.</li> <li>Achten Sie auf eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln. Vor allem synthetischer Stickstoff macht das Gewebe weich und anfällig für Krankheitserreger, insbesondere für Pilzkrankheiten.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompost</a> können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/phytophthora_infestans_bij_parel.jpg"> </a> <strong> Krank durch Pilzbefall: Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) an Kartoffelpflanzen </strong> Quelle: Rasbak | www.wikimedia.org | Phytophthora infestans bij Parel | https://en.wikipedia.org/wiki/en:GNU_Free_Documentation_License | https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/strunkfaeule-erwinia-12-slfa-js.jpg"> </a> <strong> Krank durch Bakterienbefall: Weichfäule (Erwinia carotovora) am Kohlrabi </strong> Quelle: Schlaghecken DLR RP | http://www.greencommons.de/Datei:Strunkf%C3%A4ule-Erwinia-12-SLFA-JS.JPG | Erwinia Weichfäule Erwinia carotovora | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/kohlhernie_jki_gf_k2_-_39.jpg"> </a> <strong> Krank durch den Befall von Einzellern: Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) an Kohlrabi-Wurzel </strong> Quelle: Julius Kühn-Institut (JKI) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/gurkenmosaikvirus_a.jpg"> </a> <strong> Krank durch Virenbefall: Gurkenmosaikvirus (Cucumber mosaic virus, CMV) an einem Gurkenblatt </strong> Quelle: DieterO | www.wikimedia.org | Vom Gurkenmosaikvirus befallene Blätter einer Gurkenpflanze in verschiedenen Stadien | https://en.wikipedia.org/wiki/en:public_domain Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <p><strong>Mehltau ist häufig anzutreffen und dennoch vermeidbar: </strong>Hinter dem Begriff Mehltau verbirgt sich eine Vielzahl von Pilzarten, die sich zwar in ihrer Lebensweise ähneln, sich aber jeweils auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert haben. Ein Mehltaupilz, der Zucchini befällt, kann also nicht den benachbarten Salat anstecken und umgekehrt. Praktischerweise muss man nicht jede einzelne Mehltauart kennen, denn die Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung sind ähnlich. Unterscheiden muss man jedoch zwischen Echtem Mehltau und Falschem Mehltau. Echter Mehltau tritt bei Hitze und Trockenheit als mehlig-weißlicher, leicht abwischbarer Belag an den Blattoberseiten auf. Falscher Mehltau tritt bei feucht-kühler ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>⁠ als weiß-grauer, nicht abwischbarer Belag an den Blattunterseiten auf. Falscher Mehltau tritt wegen der hohen Luftfeuchtigkeit auch häufig im Gewächshaus auf. Mehltaupilze entziehen der Pflanze Nährstoffe. In der Folge sterben Blätter ab, oder, bei starkem Befall, die ganze Pflanze. Vorbeugen können Sie durch die Wahl resistenter Sorten. <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmittel</a> aus Ackerschachtelhalm unterstützen bei der Festigung des Pflanzengewebes und der Bildung von Abwehrstoffen. Meiden Sie synthetischen Stickstoffdünger, dieser macht das Pflanzengewebe weich und anfällig für Pilzkrankheiten. Halten Sie die oberirdischen Pflanzenteile trocken und sorgen Sie für gute Durchlüftung. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile und entsorgen Sie diese. Beim Kompostieren sollten Sie die befallenen Teile gleich mit Erde oder anderem Pflanzenmaterial bedecken, damit die Sporen nicht vom Wind weitergetragen werden.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/powdery_mildew.jpg"> </a> <strong> Echter Mehltau (Podosphaera fusca) an einem Zucchiniblatt </strong> <br>Echter Mehltau tritt vor allem bei Hitze und Trockenheit auf. Quelle: Pollinator | www.wikimedia.org | Powdery mildew species Podosphaera fusca | http://commons.wikimedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License | http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/falscher_mehltau_1.jpg"> </a> <strong> Falscher Mehltau (Pseudoporonospora cubensis) </strong> <br>Falscher Mehltau, hier auf einer Gurke, tritt bei feucht-kühler ⁠Witterung⁠ an den Blattunterseiten auf. Gurken zeigen ein besonders charakteristisches Schadbild: Die gelben Flecken auf der Blattoberseite sind eckig und scharf abgegrenzt. Der eigentliche Pilzrasen befindet sich jedoch auf der Blattunterseite – dieser ist auch das Unterscheidungsmerkmal zum ähnlich aussehenden Gurkenmosaikvirus. Quelle: Christian Hummert | www.wikimedia.org | Falscher Mehltau auf einer Gurke Typischer Mosaikmuster auf der Blattoberseite | http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html | http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong> Gönnen Sie Ihrem Boden eine Wellnesskur mit Gründüngungspflanzen. Das sind bestimmte Pflanzenarten, die in der Anbaupause zwischen zwei Hauptkulturen gesät werden und nach einer gewissen Kulturzeit zerkleinert und in den Boden eingearbeitet werden. Einige Arten können auch noch im Herbst gesät werden und frieren dann im Winter ab. Sie bedecken den Boden im Winter mit dem abgestorbenen Kraut und sind bis zum Frühjahr verrottet. Gründüngung reichert den Boden mit Humus an und ernährt die Bodenlebewesen. Sie unterdrückt Unkrautbewuchs und schützt den Boden vor Austrocknung und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a>. Einige Arten, die sogenannten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/leguminosen">Leguminosen</a> (z.B. Klee, Luzerne, Lupinen), können zudem über ihre Wurzeln Stickstoff im Boden anreichern. Nach ihrer Verrottung stellen sie die wertvollen Nährstoffe der Folgekultur zur Verfügung. Tiefwurzelnde Arten (z.B. Bitter-Lupinen, Senf, Ölrettich) können außerdem verdichteten Boden auflockern. Über ein besonders tiefes Wurzelsystem verfügt auch die Luzerne, sie kann Wasser und Nährstoffe noch aus fünf Metern Bodentiefe holen. Andere zur Gründüngung geeigneten Pflanzenarten (z.B. Phacelia, Buchweizen, Wicken) sind wiederum aufgrund ihrer Blütenpracht ein Paradies für hungrige Insekten. Achten Sie jedoch bei der Auswahl der Gründüngungspflanzen auf deren Familienzugehörigkeit. Gehören sie zur selben Familie wie Ihre Gemüsepflanzen (z.B. Familie der Schmetterlingsblütler oder Kreuzblütler), dann sollten sie nicht direkt neben- oder nacheinander auf der gleichen Fläche wachsen.</p> <p><strong>⁠Pflanzenschutzmittel⁠ nur im Notfall:</strong>&nbsp;Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>&nbsp;einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a>&nbsp;oder mit dem Einsatz von&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a> erreicht werden kann. Wenn Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel entscheiden, dann können Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe wählen. Vergleichsweise umweltverträgliche Wirkstoffe sind zum Beispiel:</p> <ul> <li>Rapsöl oder Kaliseife: gegen saugende Insekten wie Blattläuse und Spinnmilben</li> <li>Schwefel oder Kaliumhydrogencarbonat: gegen Echten Mehltau</li> <li><em>Bacillus thuringiensis</em>: gegen Schad-Schmetterlingsraupen.</li> </ul> <p>Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> <p>&nbsp;</p> </p><p>Informationen für...</p>

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