<p> <p>Der Artikel beschreibt drei wichtige Indikatoren, welche die Bedeutung der Feinstaubbelastung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland aufzeigen. 2023 konnten insgesamt etwa 269.100 verlorene gesunde Lebensjahre (Disability-Adjusted Life Years; DALYs) auf Feinstaub (PM2,5) zurückgeführt werden. Im Vergleich zu 2010 sind die DALYs um etwa 62 % zurückgegangen.</p> </p><p>Der Artikel beschreibt drei wichtige Indikatoren, welche die Bedeutung der Feinstaubbelastung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland aufzeigen. 2023 konnten insgesamt etwa 269.100 verlorene gesunde Lebensjahre (Disability-Adjusted Life Years; DALYs) auf Feinstaub (PM2,5) zurückgeführt werden. Im Vergleich zu 2010 sind die DALYs um etwa 62 % zurückgegangen.</p><p> <p>Der Mensch ist im Verlauf seines Lebens unterschiedlichen Risikofaktoren ausgesetzt, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken können. Einige dieser Faktoren kann der Mensch unmittelbar durch sein Verhalten beeinflussen, indem sie oder er zum Beispiel nicht raucht, sich regelmäßig bewegt und gesund ernährt. Andere Faktoren, wie zum Beispiel die Belastung der Außenluft mit Schadstoffen, sind durch Verhaltensänderungen einzelner Menschen jedoch nur sehr eingeschränkt beeinflussbar. Eine Reduktion der Belastung ist dort vorrangig durch politische Maßnahmen, wie zum Beispiel die Beschränkung des Schadstoffausstoßes in der Industrie oder im Verkehr, erreichbar.</p> <p>Ein weltweit und auch in Deutschland besonders relevanter Luftschadstoff ist <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe-im-ueberblick/feinstaub">Feinstaub</a> (engl. Particulate Matter; PM). Grundsätzlich ist in den letzten Jahren die Feinstaubbelastung in Deutschland deutlich zurückgegangen. Für Feinstaub mit einem Partikeldurchmesser kleiner als 2,5 Mikrometer (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm25">PM2,5</a>) empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/who">WHO</a>), Konzentrationen von 5 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) im Jahresmittel nicht zu überschreiten. Neue europäische Studien zeigen jedoch, dass es grundsätzlich keine Feinstaubkonzentration gibt, unterhalb der gesundheitsschädigende Wirkungen sicher ausgeschlossen werden können.</p> <p>Um neben der Belastung mit Feinstaub auch die potentielle Wirkung dieses Schadstoffs auf die Gesundheit der gesamten Bevölkerung möglichst umfassend und vergleichbar mit der Wirkung anderer Risikofaktoren abbilden zu können, wird national wie international das Konzept der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/belastung-des-menschen-ermitteln/umweltbedingte-krankheitslasten/faq-umweltbedingte-krankheitslasten">umweltbedingten Krankheitslast</a> (engl. Environmental Burden of Disease; EBD) eingesetzt. Dieses Konzept gehört zu den sogenannten vergleichenden Risikobewertungen (engl. Comparative Risk Assessments, CRA), in denen eine Vielzahl von Risikofaktoren in einem standardisierten Konzept berücksichtigt werden können. Untereinander vergleichbar werden die verschiedenen Risikofaktoren vor allem durch den Einsatz der Maßzahl <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/belastung-des-menschen-ermitteln/umweltbedingte-krankheitslasten/faq-umweltbedingte-krankheitslasten#was-sind-disability-adjusted-life-years-dalys">Disability-Adjusted Life Year</a> (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/daly">DALY</a>) – im Deutschen als verlorenes gesundes Lebensjahr bezeichnet – einem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> für die Bevölkerungsgesundheit.</p> <p>Im Folgenden werden drei Indikatoren präsentiert, um die Relevanz des Feinstaubs (PM2,5) für die Bevölkerung in Deutschland einzuordnen:</p> <ul> <li>der Anteil der Bevölkerung, der von einer Feinstaubbelastung oberhalb des WHO-Richtwertes betroffen ist</li> <li>die bevölkerungsgewichtete Feinstaubbelastung im Jahresmittel</li> <li>die Krankheitslast durch Feinstaub</li> </ul> <p>Für alle Indikatoren werden Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer (µm) betrachtet (PM2,5). Dies gilt auch für die Analysen zu den gesundheitlichen Auswirkungen, weil für diese Partikelfraktion viele hochwertige <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/belastung-des-menschen-ermitteln/epidemiologie">epidemiologische Studien</a> vorliegen. Dies sind Bevölkerungsstudien, die den Zusammenhang zwischen der PM2,5-Konzentration in der Außenluft und dem Risiko für bestimmte gesundheitliche Auswirkungen untersuchen.</p> <p>Neuerungen auf einen Blick:</p> <ul> <li>Die feinstaubbedingte Krankheitslast von Demenzerkrankungen bei Erwachsenen ab einem Alter von 60 Jahren wurde erstmalig berechnet.</li> <li>Die Bevölkerungszahlen aus dem Zensus 2022 wurden ab dem Untersuchungsjahr 2022 entsprechend der jährlichen Bevölkerungsfortschreibung des Statistischen Bundesamtes angepasst.</li> </ul> </p><p> Ermittlung der Belastungssituation durch Feinstaub <p>Um die Belastungssituation, auch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/exposition">Exposition</a> genannt, und mögliche Gesundheitsrisiken durch Feinstaub (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm25">PM2,5</a>) in Deutschland zu ermitteln, sind Informationen zur räumlichen Verteilung der Feinstaubbelastung in der Außenluft und der Bevölkerung erforderlich. Dafür werden flächendeckend modellierte Jahresmittelwerte der PM2,5-Konzentrationen in der Außenluft für Deutschland verwendet. Diese Werte sind repräsentativ für PM2,5-Konzentrationen in Gebieten des städtischen und ländlichen Hintergrunds in Deutschland. Das heißt, dass die Modelldaten hierbei weder PM2,5-Konzentrationen von höher belasteten Verkehrsmessstationen noch Messstationen in der Nähe von Industrieanlagen berücksichtigen. Im Verlauf der letzten Jahre haben sich die PM2,5-Belastungen an verkehrsnahen Stationen dem Belastungsniveau im städtischen Hintergrund deutlich angenähert (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> 2025), so dass der Ausschluss dieser Messstationen nur noch einen geringen Einfluss auf die darauf basierenden weiteren Berechnungen hat. Die modellierten Jahresmittelwerte der PM2,5-Konzentrationen werden dann mit räumlichen Informationen zur Bevölkerungsverteilung aus dem Zensus 2011 bzw. Zensus 2022 kombiniert. Die Bevölkerungsgröße wird entsprechend der Bevölkerungsfortschreibung des Statistischen Bundesamtes jährlich angepasst.</p> <p>Auf Basis der Kombination der oben genannten Feinstaub- und Bevölkerungsdaten lässt sich ermitteln, wie viele Menschen welchen PM2,5-Konzentrationen im Jahresdurchschnitt ausgesetzt sind. Diese Ergebnisse bilden nicht nur die Grundlage für die Ableitung der Indikatoren zur Belastungssituation durch Feinstaub, sondern auch für die Berechnung der resultierenden Krankheitslast in Deutschland. Genauere Beschreibungen zu den Eingangsdaten und insbesondere zur Methodik der Ableitung der Indikatoren sind im UMID-Artikel von Kienzler und Kollegen zu finden (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/4031/publikationen/artikel_5_dnk.pdf">Kienzler et al. 2024</a>).</p> </p><p> Indikator „Bevölkerungsanteil oberhalb des WHO-Richtwertes für Feinstaub“ <p>Für den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> „Bevölkerungsanteil oberhalb des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/who">WHO</a>-Richtwertes für Feinstaub“ werden die modellierten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm25">PM2,5</a>-Jahresmittelkonzentrationen in Klassen eingeteilt. Durch die räumliche Verknüpfung mit der Bevölkerungsverteilung kann die Anzahl der Personen in den einzelnen Klassen bestimmt und für gleiche Klassen aufsummiert werden. Die Abb. „Bevölkerungsanteile je Feinstaubbelastungsklasse (PM2,5)“ zeigt die Feinstaubbelastung bei Einteilung in Klassen mit je 5 µg/m³ Klassenbreite für die einzelnen Untersuchungsjahre. Die Tabelle „Bevölkerungsanteile je Feinstaubbelastungsklasse (PM2,5)“ zeigt die Bevölkerungsanteile (in Prozent), differenziert in Feinstaubklassen mit 1 µg/m³ Klassenbreite. Aus diesen Informationen kann abgeleitet werden, welcher Anteil der Bevölkerung Feinstaubkonzentrationen oberhalb bestimmter gesundheitlicher Bewertungsmaßstäbe ausgesetzt ist. Als Referenz dienen unter anderem der WHO-Richtwert für PM2,5 von 5 µg/m³ im Jahresmittel, der derzeit geltende EU-Grenzwert von 25 µg/m³ sowie der ab dem Jahr 2030 verbindlich einzuhaltende EU-Grenzwert von 10 µg/m³ im Jahresmittel.</p> <p>Test</p> <strong> Bevölkerungsanteile je Feinstaubbelastungsklasse (PM 2,5) </strong> Quelle: Umweltbundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/2_Abb_Bev-anteile-je-Feinstaubklasse_2026-04-14.pdf">Diagramm als PDF (131,15 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/2_Abb_Bev-anteile-je-Feinstaubklasse_2026-04-14.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (29,89 kB)</a></li> </ul> </p><p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/3_Tab_Bev-anteile-je-Feinstaubklasse_2026-04-14.png"> </a> <strong> Tab: Bevölkerungsanteile je Feinstaubbelastungsklasse (PM 2,5) </strong> Quelle: Umweltbundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/3_Tab_Bev-anteile-je-Feinstaubklasse_2026-04-14.pdf">Tabelle als PDF (52,74 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/3_Tab_Bev-anteile-je-Feinstaubklasse_2026-04-14.xlsx">Tabelle als Excel (233,08 kB)</a></li> </ul> </p><p> <p>Die Daten in der Tabelle und der Abbildung zeigen, dass die Feinstaubbelastung in Deutschland in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist. Zwischen 2010 und 2023 ist eine klare Verschiebung der Bevölkerungsanteile hin zu niedrigeren <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm25">PM2,5</a>-Konzentrationen zu erkennen. Im gesamten betrachteten Zeitraum war keine Person in Deutschland einer PM2,5-Belastung oberhalb des derzeitigen EU-Grenzwerts von 25 µg/m³ im Jahresmittel ausgesetzt. Darüber hinaus ist der Anteil der Bevölkerung, der einer Feinstaubbelastung oberhalb des ab 2030 einzuhaltenden EU-Grenzwerts von 10 µg/m³ ausgesetzt ist, bis 2023 auf etwa 0,1 % gesunken - mit der Einschränkung, dass dieser Auswertung nur Daten von Messstationen aus dem ländlichen und städtischen Hintergrund zugrunde liegen.</p> <p>Legt man als Bewertungsmaßstab jedoch den aktuellen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/who">WHO</a>-Richtwert für PM2,5 zu Grunde (WHO 2021), ergibt sich ein anderes Bild. Demnach wurde der empfohlene Jahresmittelwert von 5 µg/m³ im gesamten Untersuchungszeitraum für 100 % oder nahezu 100 % der Bevölkerung in Deutschland überschritten (siehe Abb. „Anteil der Bevölkerung oberhalb des WHO-Richtwerts/EU-Grenzwerts für Feinstaub (PM2,5)“). Dies bedeutet aus Sicht des Gesundheitsschutzes, dass im Untersuchungszeitraum nahezu die gesamte Bevölkerung Feinstaubkonzentrationen ausgesetzt war, die laut WHO mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko verbunden sind.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/de_indikator_gesu-03_pm25-belast-bev-feinstaub_2025-09-25.png"> </a> <strong> Bevölkerungsanteil mit Feinstaubbelastung (PM2,5) oberhalb des WHO-Richtwerts/EU-Grenzwerts </strong> Quelle: Umweltbundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/de_indikator_gesu-03_pm25-belast-bev-feinstaub_2025-09-25.pdf">Diagramm als PDF (109,29 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/de-en_indikator_gesu-03_pm25-belast-bev-feinstaub_2025-09-25.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (43,08 kB)</a></li> </ul> </p><p> <p>Der generell beobachtete Rückgang der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm25">PM2,5</a>-Belastung ist überwiegend auf die Minderungsmaßnahmen bei Emissionen aus stationären Quellen (mit fossilen Brennstoffen betriebene Kraftwerke, Abfallverbrennungsanlagen, Haushalte / Kleinverbraucher und diverse Industrieprozesse) und im Verkehrsbereich zurückzuführen (nähere Informationen zu Quellenanteilen an den Feinstaubemissionen finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/luftschadstoff-emissionen-in-deutschland/emission-von-feinstaub-der-partikelgroesse-pm25#emissionsentwicklung">hier</a>). Ein weiterer Rückgang der Belastung bis 2030 ist durch die Emissionsreduktionsverpflichtungen der <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32016L2284">NEC-Richtlinie</a> zu erwarten. Bei Umsetzung der Maßnahmen aus den nationalen Luftreinhalteprogrammen (in <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/78895#die-emissionshochstmengen-der-alten-nec-richtlinie">Deutschland</a> u. a. der „Kohleausstieg“, die Verringerung der Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft und die Verkehrswende (E-Mobilität)) können die Emissionen von Feinstaub und seinen Vorläufergasen bis 2030 weiter reduziert werden. Trotz der insgesamt positiven Entwicklung bleibt abzuwarten, wie stark sich dieser Trend in den Folgejahren fortsetzen wird, weil bereits ein deutlich niedrigeres Belastungsniveau erreicht wurde und die weitreichenden Maßnahmen zur Emissionsreduktion auch auf europäischer Ebene nochmals verstärkt werden müssen, um die Belastung weiter in Richtung der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/who">WHO</a>-Empfehlungen zu senken.</p> <p>Des Weiteren haben besondere und zeitlich befristete Einflussfaktoren, wie z.B. Witterungsbedingungen oder die Folgen der Corona-Pandemie auf das Mobilitätsverhalten, in den jeweiligen Jahren einen nennenswerten Einfluss auf die Höhe der jährlichen Feinstaubbelastung in Deutschland. Welchen Einfluss die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a> auf die Luftqualität nehmen kann, wird beispielsweise bei Betrachtung des Verlaufs der jährlichen PM2,5-Konzentration deutlich: obwohl die Feinstaub-Emissionen in Deutschland kontinuierlich abnahmen, fallen die Jahre 2012 oder auch 2023 mit einer witterungsbedingt vergleichsweise niedrigen Feinstaubbelastung deutlich aus dem Rahmen.</p> </p><p> Indikator „Bevölkerungsgewichtete Feinstaubbelastung im Jahresdurchschnitt“ <p>Aus der Verknüpfung der räumlichen Verteilung der Feinstaubkonzentrationen und Informationen zur Bevölkerungsverteilung lässt sich für die betrachteten Jahre zudem eine durchschnittliche <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/47333">bevölkerungsgewichtete Feinstaubexposition</a> für nahezu die gesamte Bevölkerung in Deutschland ermitteln. Feinstaubkonzentrationen, denen ein großer Bevölkerungsanteil ausgesetzt ist, haben somit einen größeren Einfluss auf das Gesamtergebnis als solche, von denen nur ein kleiner Teil der Bevölkerung betroffen ist.</p> <p>Die durchschnittliche jährliche bevölkerungsgewichtete Feinstaubbelastung in Deutschland ist in der Abbildung „Bevölkerungsgewichtete Feinstaubbelastung (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm25">PM2,5</a>) im Jahresdurchschnitt“ dargestellt. Hier wird deutlich, dass die bevölkerungsgewichtete Feinstaubbelastung trotz zwischenzeitlicher Schwankungen der PM2,5-Konzentrationen über den gesamten Zeitraum hinweg deutlich gesunken ist: im Jahr 2010 betrug die bevölkerungsgewichtete PM2,5-Belastung der deutschen Bevölkerung 15,9 µg/m³, im Jahr 2023 nur noch 7,3 µg/m³, was einer Reduktion von rund 54 % entspricht.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/de_indikator_gesu-04_pm25-bev-gewicht-feinstaubbelast_2025-09-25.png"> </a> <strong> Bevölkerungsgewichtete Feinstaubbelastung (PM2,5) im Jahresdurchschnitt </strong> Quelle: Umweltbundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/de_indikator_gesu-04_pm25-bev-gewicht-feinstaubbelast_2025-09-25.pdf">Diagramm als PDF (371,99 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/de-en_indikator_gesu-04_pm25-bev-gewicht-feinstaubbelast_2025-09-25.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (45,59 kB)</a></li> </ul> </p><p> Indikator: „Krankheitslast durch Feinstaub“ <p>Um das Gesundheitsrisiko, das mit der zuvor ermittelten Feinstaubbelastung für die Bevölkerung einhergeht, schätzen zu können, wird das Konzept der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/belastung-des-menschen-ermitteln/umweltbedingte-krankheitslasten/faq-umweltbedingte-krankheitslasten">Umweltbedingten Krankheitslast</a> (engl. Environmental Burden of Disease, EBD) verwendet. Es verfolgt das Ziel, die den umweltassoziierten Risikofaktoren, wie Feinstaub oder Umweltlärm, zuzuschreibende Krankheitslast einer Bevölkerung oder Bevölkerungsgruppe zu ermitteln und sie in einer einheitlichen Maßzahl (engl. Disability-Adjusted Life Year; <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/daly">DALY</a>) darzustellen. Dadurch können Krankheitslasten, die auf unterschiedliche Umweltrisikofaktoren oder andere Risikofaktoren zurückgeführt werden können, miteinander verglichen werden. Ein DALY entspricht dabei einem verlorenen gesunden Lebensjahr. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dalys">DALYs</a> vereinen die durch das Versterben verlorenen Lebensjahre (engl. Years of Life Lost due to premature death; YLLs) und die mit gesundheitlichen Einschränkungen gelebten Jahre (engl. Years Lived with Disability; YLDs) in einer Maßzahl.</p> <p>Die Methoden zur Berechnung der Krankheitslast können dem <a href="https://www.mdpi.com/1660-4601/19/20/13197">Fachartikel</a> entnommen und Antworten auf häufig auftretende Fragen in den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/belastung-des-menschen-ermitteln/umweltbedingte-krankheitslasten/faq-umweltbedingte-krankheitslasten">FAQs</a> nachgelesen werden. Die Quellen für die in den Modellen eingesetzten Daten sind als Übersicht in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Im Folgenden werden ausschließlich die berechneten Ergebnisse zur Krankheitslast präsentiert.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/6_Tab_Datenquellen_BoD_2026-04-14.png"> </a> <strong> Tab: Quellen der Eingangsdaten für die Berechnung der Krankheitslast </strong> Quelle: Umweltbundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/6_Tab_Datenquellen_BoD_2026-04-14.pdf">Tabelle als PDF (41,35 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/6_Tab_Datenquellen_BoD_2026-04-14.docx">Tabelle als Word (15,68 kB)</a></li> </ul> </p><p> <p>Die Krankheitslast wurde für die folgenden Erkrankungen (sogenannte Gesundheitsendpunkte) für die Bevölkerung ab einem Alter von 25 Jahren bzw. ab 60 Jahren (Demenz), ermittelt: </p> <ul> <li>Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD)</li> <li>Lungenkrebs</li> <li>Schlaganfall</li> <li>Ischämische Herzerkrankungen</li> <li>Diabetes mellitus Typ 2</li> <li>Demenz</li> </ul> <p>Für jeden der genannten Gesundheitsendpunkte wurde die Krankheitslast berechnet, welche auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/exposition">Exposition</a> gegenüber Feinstaub zurückzuführen ist, ausgedrückt in YLLs, YLDs, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dalys">DALYs</a>, DALYs pro 100.000 Personen und als Anzahl attributabler Todesfälle. Darüber hinaus wurde die Krankheitslast über alle betrachteten Erkrankungen hinweg zusammengefasst. Zunächst werden die Gesamtergebnisse dargestellt, anschließend die Ergebnisse für die einzelnen Erkrankungen beschrieben (siehe nachfolgende Tabellen sowie die Diagramme am Ende des Abschnitts). </p> <p>Alle Ergebnisse werden als Mittelwert und dem dazugehörigen 95 %-Unsicherheitsintervall aufgeführt. Dies soll verdeutlichen, dass es sich bei den Berechnungen um Modellergebnisse handelt, welche durch die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/unsicherheit">Unsicherheit</a>, Variabilität und Varianz der Eingangsdaten eine entsprechende Schwankungsbreite um die zentralen Schätzwerte aufweisen.</p> </p><p> Zusammenfassende Betrachtung <p>Um die Entwicklung der gesamten feinstaubbedingten Krankheitslast in Deutschland über den gesamten Untersuchungszeitraum zu veranschaulichen, zeigen die folgenden Diagramme die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dalys">DALYs</a> auf zwei Arten: einmal als Gesamtsumme über alle betrachteten Erkrankungen (inklusive des Verlaufs der Feinstaubbelastung) und einmal aufgeschlüsselt nach einzelnen Erkrankungen für jedes Jahr. Zudem ist in der Tabelle „Feinstaubbedingte Krankheitslast (als Summe aller Erkrankungen)“ die Summe der YLLs, YLDs, DALYs und der attributablen Todesfälle über alle spezifischen gesundheitlichen Endpunkte für die jeweiligen Jahre dargestellt. </p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/7_Tab_Feinstaub-Krankheitslast-Summe-Erkr_2026-04-14.png"> </a> <strong> Tab: Feinstaubbedingte Krankheitslast (als Summe aller Erkrankungen) </strong> Quelle: Umweltbundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/7_Tab_Feinstaub-Krankheitslast-Summe-Erkr_2026-04-14.pdf">Tabelle als PDF (39,02 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/7_Tab_Feinstaub-Krankheitslast-Summe-Erkr_2026-04-14.xlsx">Tabelle als Excel (242,15 kB)</a></li> </ul> </p><p> <p>Betrachtet man die allgemeine Entwicklung im Untersuchungszeitraum, so zeigt sich, dass die feinstaubbedingte Krankheitslast (Summe über alle Erkrankungen) deutlich zurückgegangen ist. Während sie im Jahr 2010 noch bei 700.100 <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dalys">DALYs</a> lag, betrug sie im Jahr 2023 nur noch rund 269.100 DALYs. Das entspricht einer Verringerung um etwa 62 % und damit um mehr als die Hälfte innerhalb von 13 Jahren. Auch die Anzahl der attributablen Todesfälle ist in diesem Zeitraum deutlich gesunken, von ca. 44.700 auf ca. 19.500. </p> <p>Dieser Rückgang hängt eng mit der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/exposition">Exposition</a> gegenüber Feinstaub zusammen, die ein wichtiger Parameter für die Berechnung der Krankheitslast ist. Die Höhe der Krankheitslast folgt daher weitgehend dem Verlauf der Feinstaubexposition. Schwankungen von Jahr zu Jahr können dabei unter anderem durch unterschiedliche Witterungsbedingungen verursacht werden. So ist etwa der besonders starke Rückgang der Krankheitslast von 2011 auf 2012 sowie von 2022 auf 2023 vor allem auf niedrigere Feinstaubkonzentrationen in diesen Jahren zurückzuführen, die durch besondere Wetterverhältnisse begünstigt wurden.</p> <p>Die Berechnungen zeigen weiterhin, dass im Jahr 2023 mit ca. 185.900 YLLs ein großer Teil der attributablen Krankheitslast aufgrund von Feinstaub (rund 69 %) auf die Mortalität entfällt. Gleichzeitig gingen jedoch auch ca. 83.100 gesunde Lebensjahre (YLD) verloren, weil Menschen durch die jeweiligen Erkrankungen in einem Zustand eingeschränkter Gesundheit lebten. Dies zeigt, wie wichtig das Summenmaß DALYs ist, das sowohl durch Tod als auch durch krankheitsbedingte Einschränkungen verlorene Lebensjahre berücksichtigt. Würde man sich nur auf Todesfälle konzentrieren, würde die tatsächliche Krankheitslast durch Feinstaub deutlich unterschätzt werden.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/8_Abb_Feinstaub-Krankheitslast-ausgew-PM2.5_2026-04-14.png"> </a> <strong> Feinstaubbedingte Krankheitslast für ausgewählte Erkrankungen in Deutschland 2010-2023 </strong> Quelle: Umweltbundesamt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/8_Abb_Feinstaub-Krankheitslast-ausgew-PM2.5_2026-04-14.png">Bild herunterladen</a> (387,40 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/8_Abb_Feinstaub-Krankheitslast-ausgew-PM2.5_2026-04-14.pdf">Diagramm als PDF</a> (128,18 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/8_Abb_Feinstaub-Krankheitslast-ausgew-PM2.5_2026-04-14.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten</a> (45,66 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/9_Abb_Feinstaub-Krankheitslast-Summe-Erk_2026-04-14.png"> </a> <strong> Feinstaubbedingte Krankheitslast als Summe aller Erkrankungen in Deutschland 2010-2023 </strong> Quelle: Umweltbundesamt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/9_Abb_Feinstaub-Krankheitslast-Summe-Erk_2026-04-14.png">Bild herunterladen</a> (748,65 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/9_Abb_Feinstaub-Krankheitslast-Summe-Erk_2026-04-14.pdf">Diagramm als PDF</a> (709,58 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/9_Abb_Feinstaub-Krankheitslast-Summe-Erk_2026-04-14.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten</a> (60,21 kB) Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> COPD <p>Insgesamt ist die feinstaubbedingte COPD-Krankheitslast im Untersuchungszeitraum 2010-2023 um etwa 62 % (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dalys">DALYs</a>) gesunken. Im Jahr 2023 konnten rund 4 % der gesamten COPD-Krankheitslast in Deutschland auf die Feinstaubbelastung zurückgeführt werden. In absoluten Zahlen sind dies etwa 24.900 DALYs. Die YLLs haben mit ca. 17.700 verlorenen Lebensjahren dabei einen größeren Anteil an den DALYs als die YLDs. Das heißt, dass bei COPD die Mortalität im Vergleich zur Morbidität einen stärkeren Einfluss auf die Gesamtkrankheitslast hat. Im zeitlichen Verlauf sind jedoch die YLLs weniger stark zurückgegangen als die YLDs (59 % vs. 68 %). Sonstige Schwankungen innerhalb der Zeitreihe lassen sich überwiegend durch Veränderungen der Feinstaubbelastung erklären.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/10_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-COPD-Erw-%C3%BC-25_2026-04-14.png"> </a> <strong> Tab: Feinstaub Langzeitexposition: Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) bei Erwachsenen </strong> Quelle: Umweltbundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/10_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-COPD-Erw-%C3%BC-25_2026-04-14.pdf">Tabelle als PDF (42,73 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/10_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-COPD-Erw-%C3%BC-25_2026-04-14.xlsx">Tabelle als Excel (244,86 kB)</a></li> </ul> </p><p> Lungenkrebs <p>Insgesamt ist die feinstaubbedingte Lungenkrebs-Krankheitslast im Untersuchungszeitraum 2010-2023 um etwa 72 % (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dalys">DALYs</a>) gesunken. Im Jahr 2023 konnten rund 3 % der Lungenkrebs-Krankheitslast in Deutschland auf die Feinstaubelastung zurückgeführt werden. In absoluten Zahlen sind dies etwa 26.000 DALYs. Die YLLs machten mit ca. 24.900 verlorenen Lebensjahren den weitaus größten Teil an den DALYs aus. Auffällig ist, dass im Vergleich von 2010 bis 2023 die YLLs mit etwa 73 % deutlich stärker zurückgegangen sind als die YLDs (ca. 41 %). Dies kann beispielsweise auf Fortschritte in der Behandlung und eine verbesserte Überlebensrate von Lungenkrebspatient*Innen zurückgeführt werden. Dennoch liegt der Schwerpunkt der Krankheitslast bei Lungenkrebs weiterhin eindeutig bei der Mortalität. Sonstige Schwankungen innerhalb der Zeitreihe lassen sich überwiegend durch Veränderungen der Feinstaubbelastung erklären.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/11_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-Lungenkrebs-%C3%BC-25_2026-04-14.png"> </a> <strong> Tab: Feinstaub Langzeitexposition: Lungenkrebs bei Erwachsenen > 25 Jahre </strong> Quelle: Umweltbundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/11_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-Lungenkrebs-%C3%BC-25_2026-04-14.pdf">Tabelle als PDF (41,69 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/11_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-Lungenkrebs-%C3%BC-25_2026-04-14.xlsx">Tabelle als Excel (243,49 kB)</a></li> </ul> </p><p> Schlaganfall <p>Insgesamt ist die feinstaubbedingte Schlaganfall-Krankheitslast im Untersuchungszeitraum 2010-2023 um etwa 66 % (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dalys">DALYs</a>) gesunken. Im Jahr 2023 konnten rund 4 % der Schlaganfall-Krankheitslast in Deutschland auf die Feinstaubbelastung zurückgeführt werden. In absoluten Zahlen sind dies etwa 23.000 DALYs. Die YLLs machten hier mit ca. 14.300 verlorenen Lebensjahren den größeren Teil an den DALYs aus, wobei mit ca. 8.700 YLDs auch ein erheblicher Verlust an Lebensjahren auf die gesundheitlichen Einschränkungen infolge eines Schlaganfalls zurückzuführen ist (Morbidität). Im zeitlichen Verlauf sind die YLLs etwas stärker zurückgegangen als die YLDs (69 % vs. 58 %). Sonstige Schwankungen innerhalb der Zeitreihe lassen sich überwiegend durch Veränderungen der Feinstaubbelastung erklären.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/12_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-Schlaganfall-%C3%BC-25_2026-04-14.png"> </a> <strong> Tab: Feinstaub Langzeitexposition: Schlaganfall bei Erwachsenen > 25 Jahre </strong> Quelle: Umweltbundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/12_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-Schlaganfall-%C3%BC-25_2026-04-14.pdf">Tabelle als PDF (41,64 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/12_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-Schlaganfall-%C3%BC-25_2026-04-14.xlsx">Tabelle als PDF (243,75 kB)</a></li> </ul> </p><p> Ischämische Herzerkrankungen <p>Insgesamt ist die feinstaubbedingte Krankheitslast aufgrund von ischämischen Herzerkrankungen im Untersuchungszeitraum 2010-2023 um etwa 72 % (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dalys">DALYs</a>) gesunken. Im Jahr 2023 konnten rund 5 % der Krankheitslast ausgelöst durch ischämische Herzerkrankungen in Deutschland auf die Feinstaubbelastung zurückgeführt werden. In absoluten Zahlen sind dies etwa 69.600 DALYs. Die YLLs machten mit ca. 60.800 verlorenen Lebensjahren den weitaus größeren Teil an den DALYs aus, wobei mit ca. 8.700 YLDs auch ein nicht zu vernachlässigender Verlust an Lebensjahren auf die gesundheitlichen Einschränkungen zurückzuführen ist, die mit ischämischen Herzerkrankungen verbunden sind (Morbidität). Im zeitlichen Verlauf sind die YLLs stärker zurückgegangen als die YLDs (73 % vs. 59 %). Sonstige Schwankungen innerhalb der Zeitreihe lassen sich überwiegend durch Veränderungen der Feinstaubbelastung erklären.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/13_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-IHE-Erw-%C3%BC-25_2026-04-14.png"> </a> <strong> Tab: Feinstaub Langzeitexposition: Ischämische Herzerkrankungen bei Erwachsenen > 25 Jahre </strong> Quelle: Umweltbundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/13_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-IHE-Erw-%C3%BC-25_2026-04-14.pdf">Tabelle als PDF (42,75 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/13_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-IHE-Erw-%C3%BC-25_2026-04-14.xlsx">Tabelle als Excel (244,98 kB)</a></li> </ul> </p><p> Diabetes mellitus Typ 2 <p>Insgesamt ist die feinstaubbedingte Diabetes mellitus Typ 2-Krankheitslast im Untersuchungszeitraum 2010-2023 um etwa 72 % (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dalys">DALYs</a>) gesunken. Im Jahr 2023 konnten rund 6 % der gesamten durch Diabetes mellitus Typ 2 verursachten Krankheitslast in Deutschland auf die Feinstaubelastung zurückgeführt werden. In absoluten Zahlen sind dies etwa 40.700 DALYs. Beim Diabetes kehrt sich das Verhältnis von YLLs zu YLDs im Vergleich zu den anderen gesundheitlichen Endpunkten um. Die YLDs machten mit einem Verlust von etwa 27.000 Lebensjahren auf Grund der gesundheitlichen Einschränkungen, die mit einer Diabetes mellitus Typ 2-Erkrankung verbunden sind, einen weitaus größeren Anteil an den DALYs aus als die YLLs. Im zeitlichen Verlauf sind die YLLs nur etwas stärker zurückgegangen als die YLDs (63 % vs. 55 %). Sonstige Schwankungen innerhalb der Zeitreihe lassen sich überwiegend durch Veränderungen der Feinstaubbelastung erklären.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/14_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-DMT2-Erw-%C3%BC-25_2026-04-14.png"> </a> <strong> Tab: Feinstaub Langzeitexposition: Diabetes mellitus Typ 2 bei Erwachsenen > 25 Jahre </strong> Quelle: Umweltbundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/14_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-DMT2-Erw-%C3%BC-25_2026-04-14.pdf">Tabelle als PDF (41,79 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/14_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-DMT2-Erw-%C3%BC-25_2026-04-14.xlsx">Tabelle als Excel (243,59 kB)</a></li> </ul> </p><p> Demenz <p>Die feinstaubbedingte Demenz-Krankheitslast wird, anders als bei den übrigen Erkrankungen, nur für die Bevölkerung ab 60 Jahren berechnet. Im Untersuchungszeitraum 2010-2023 ist sie insgesamt um rund 35 % gesunken. Im Jahr 2023 konnten etwa 11 % der gesamten Demenz-Krankheitslast in Deutschland auf die Feinstaubbelastung zurückgeführt werden, was rund 84.900 <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dalys">DALYs</a> entspricht. Im zeitlichen Verlauf zeigt sich eine Besonderheit: Während bis 2015 die YLDs überwogen, entfällt seither ein größerer Anteil der Krankheitslast auf die YLLs. Die YLDs nahmen über den Zeitraum deutlich ab (61 %), während die YLLs im Vergleich zu 2010 leicht zunahmen (4 %). Dies ist vor allem auf die alternde Bevölkerung zurückzuführen, da Demenz stark altersabhängig ist und dieser demografische Effekt dem allgemeinen Abnahmetrend entgegenwirkt. Schwankungen der Feinstaubbelastung schlagen sich daher weniger deutlich im zeitlichen Verlauf nieder. Zudem ist zu beachten, dass die Ergebnisse für Demenz mit einer größeren <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/unsicherheit">Unsicherheit</a> behaftet sind, da die wissenschaftliche Evidenz für einen Zusammenhang mit Feinstaub schwächer ist als bei anderen Erkrankungen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/15_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-Demenz-Erw-%C3%BC-60_2026-04-14.png"> </a> <strong> Tab: Feinstaub Langzeitexposition: Demenz bei Erwachsenen > 60 Jahre </strong> Quelle: Umweltbundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/15_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-Demenz-Erw-%C3%BC-60_2026-04-14.pdf">Tabelle als PDF (41,99 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/15_Tab_Feinstaub-Langzeitexp-Demenz-Erw-%C3%BC-60_2026-04-14.xlsx">Tabelle als Excel (243,85 kB)</a></li> </ul> </p><p> <p>Ergänzend zu den Tabellen zeigen die folgenden Diagramme die zeitliche Entwicklung der feinstaubbedingten Krankheitslast für die einzelnen Erkrankungen. Die Skalen der y-Achsen unterscheiden sich zwischen den Diagrammen, deshalb spiegeln die Höhen der Balken nicht zwingend die gleiche absolute Krankheitslast wider.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/16_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-COPD-DALYs_2026-04-14.png"> </a> <strong> Zeitliche Entwicklung der feinstaubbedingten Krankheitslast für COPD </strong> Quelle: Umweltbundesamt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/16_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-COPD-DALYs_2026-04-14.png">Bild herunterladen</a> (503,81 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/16_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-COPD-DALYs_2026-04-14.pdf">Diagramm als PDF</a> (677,03 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/16_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-COPD-DALYs_2026-04-14.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten</a> (42,25 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/17_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-Lungenkrebs-DALYs_2026-04-14.png"> </a> <strong> Zeitliche Entwicklung der feinstaubbedingten Krankheitslast für Lungenkrebs </strong> Quelle: Umweltbundesamt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/17_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-Lungenkrebs-DALYs_2026-04-14.png">Bild herunterladen</a> (517,51 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/17_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-Lungenkrebs-DALYs_2026-04-14.pdf">Diagramm als PDF</a> (627,64 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/17_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-Lungenkrebs-DALYs_2026-04-14.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten</a> (42,17 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/18_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-Schlaganfall-DALYs_2026-04-14.png"> </a> <strong> Zeitliche Entwicklung der feinstaubbedingten Krankheitslast für Schlaganfall </strong> Quelle: Umweltbundesamt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/18_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-Schlaganfall-DALYs_2026-04-14.png">Bild herunterladen</a> (508,20 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/18_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-Schlaganfall-DALYs_2026-04-14.pdf">Diagramm als PDF</a> (574,69 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/18_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-Schlaganfall-DALYs_2026-04-14.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten</a> (42,23 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/19_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-IHE-DALYs_2026-04-14.png"> </a> <strong> Zeitliche Entwicklung der feinstaubbedingten Krankheitslast für ischämische Herzerkrankungen </strong> Quelle: Umweltbundesamt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/19_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-IHE-DALYs_2026-04-14.png">Bild herunterladen</a> (625,07 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/19_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-IHE-DALYs_2026-04-14.pdf">Diagramm als PDF</a> (791 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/19_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-IHE-DALYs_2026-04-14.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten</a> (40,62 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/20_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-DM2-DALYs_2026-04-14.png"> </a> <strong> Zeitliche Entwicklung der feinstaubbedingten Krankheitslast für Diabetes mellitus Typ 2 </strong> Quelle: Umweltbundesamt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/20_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-DM2-DALYs_2026-04-14.png">Bild herunterladen</a> (510,44 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/20_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-DM2-DALYs_2026-04-14.pdf">Diagramm als PDF</a> (603,56 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/20_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-DM2-DALYs_2026-04-14.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten</a> (40,62 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/21_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-Demenz-DALYs_2026-04-14.png"> </a> <strong> Zeitliche Entwicklung der feinstaubbedingten Krankheitslast für Demenz </strong> Quelle: Umweltbundesamt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/21_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-Demenz-DALYs_2026-04-14.png">Bild herunterladen</a> (486,84 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/21_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-Demenz-DALYs_2026-04-14.pdf">Diagramm als PDF</a> (480,57 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/21_Abb_Zeitl-Entw-Krankheitslast-Demenz-DALYs_2026-04-14.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten</a> (40,68 kB) Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> Tipps zum Weiterlesen <p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32024L2881"><em>EU [Europäische Union] (2024) Richtlinie (EU) 2024/2881 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23 Oktober 2024 über Luftqualität und saubere Luft für Europa (Neufassung)</em></a><em>. ABl. L, 2024/2881. Letzter Zugriff: 11.03.2026</em></p> <p><em>Kienzler S, Plaß D, Wintermeyer D (2024): Die Gesundheitsbelastung durch Feinstaub (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm25">PM2,5</a>) in Deutschland 2010–2021. </em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/4031/publikationen/artikel_5_dnk.pdf"><em>UMID: Umwelt und Mensch – Informationsdienst (1/2024</em></a><em>). S. 50-61. </em></p> <p><em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> (2025): Luftqualität 2024 - Vorläufige Auswertung. Hintergrund 03/2023. </em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/479/publikationen/2025_uba_hgp_luftqualitaet_2024_dt.pdf"><em>Hintergrund Februar 2025: Luftqualität 2024 (vorläufige Auswertung) (umweltbundesamt.de)</em></a></p> <p><a href="https://www.who.int/publications/i/item/9789240034228"><em>World Health Organization (2021): WHO global air quality guidelines. Particulate matter (PM2.5 and PM10), ozone, nitrogen dioxide, sulfur dioxide and carbon monoxide</em></a><em>. Geneva: World Health Organization; 2021.</em></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
<p> <p>Ab 10. November 2025 – 10 Jahre nach dem Paris-Übereinkommen – verhandelt die Staatengemeinschaft erneut über die Zukunft des globalen Klimaschutzes. Diesmal am Rande des Amazonas im brasilianischen Belèm, einem symbolträchtigen Ort, der als Hotspot der Artenvielfalt und indigenen Völker gilt. Im Fokus stehen die neuen nationalen Klimaschutzbeiträge und die Messbarkeit von Anpassungsfortschritten.</p> </p><p>Ab 10. November 2025 – 10 Jahre nach dem Paris-Übereinkommen – verhandelt die Staatengemeinschaft erneut über die Zukunft des globalen Klimaschutzes. Diesmal am Rande des Amazonas im brasilianischen Belèm, einem symbolträchtigen Ort, der als Hotspot der Artenvielfalt und indigenen Völker gilt. Im Fokus stehen die neuen nationalen Klimaschutzbeiträge und die Messbarkeit von Anpassungsfortschritten.</p><p> <p>Genau zehn Jahre nach Verabschiedung des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/89763">Übereinkommens von Paris (ÜvP)</a> findet vom 10. bis mindestens 21. November 2025 zum 30. Mal die Konferenz der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention (Conference of the Parties – COP30) statt, diesmal im brasilianischen Belèm. Die diesjährige Konferenz steht im Zeichen des von der COP-Präsidentschaft ausgerufenen „Mutirão“, einem brasilianischen Konzept der gemeinschaftlichen und kollektiven Anstrengung, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.</p> <p>Die Wahl des Austragungsortes der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/un">UN</a>-Klimakonferenz am Tor zum Amazonasgebiets hat auch einen symbolischen Charakter: Der Amazonas ist weltweites Zentrum der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>, CO2-Senke und steht repräsentativ für die globale Ungleichheit, mit der die Klimakrise verschiedene Länder, Einkommens- und Bevölkerungsgruppen trifft. Allein im Amazonasgebiet leben mehrere Hundert indigene Völker, die besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, jedoch am wenigsten dazu beigetragen haben. Gleichzeitig sind diese Völker Wissensträger und Hüter der artenreichsten Gebiete der Welt. Themen wie Waldschutz, Biodiversitätsschutz und die Rolle indigener Gemeinschaften und Völker sollen als Eckpfeiler des Klimaschutzes auf der Konferenz stärker in den Fokus rücken.</p> <p>Nachdem letztes Jahr auf der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/113472">COP29 in Baku</a> ein Beschluss für mehr Transparenz, Umweltintegrität und ökologische <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nachhaltigkeit">Nachhaltigkeit</a> beim globalen Emissionshandel nach Artikel 6 des ÜvP getroffen wurde, können nun alle Mechanismen des Abkommens umgesetzt werden. In einem <a href="https://cop30.br/en/brazilian-presidency/letters-from-the-presidency/second-letter-from-the-presidency">Brief an die internationale Gemeinschaft im Mai 2025</a> läutete COP30-Präsident André Aranha Correa do Lago nach vielen Jahren zäher Verhandlungen das Zeitalter der Umsetzung ein. Konkret wird es auf der COP30 darum gehen, verbindliche Vereinbarungen zu treffen, wie das Ziel des ÜvP, die globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten und möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, erreicht beziehungsweise in Reichweite gehalten werden kann.</p> Die neuen NDCs: Wegweiser für den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> bis 2035 <p>Eines der wichtigsten Instrumente für den globalen Klimaschutz sind die nationalen Klimaschutzbeiträge (<em>Nationally Determined Contributions</em> – NDCs), die nach dem ÜvP von allen Vertragsstaaten alle fünf Jahre neu vorgelegt werden sollen. Die neue Runde der NDCs ist dieses Jahr fällig. Ende Oktober veröffentlichte das UN-Klimasekretariat den NDC-Synthesebericht, der alle bis Ende September 2025 eingereichten NDCs zusammenfasst und analysiert. Das Ergebnis: Bis Ende September haben nur 64 Staaten (von 194 Vertragsstaaten des ÜvP plus der EU) ein neues NDC eingereicht, womit nur 30 Prozent der globalen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/treibhausgas">Treibhausgas</a>-Emissionen (THG-Emissionen) abgebildet werden. Die eingereichten NDCs sind ambitionierter als die vorherigen und auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/90901">Ergebnisse der ersten globalen Bestandsaufnahme</a> ausgerichtet.</p> <p>Die Analyse zeigt aber auch eine immense Lücke auf: Bei vollständiger Umsetzung der NDCs würden die Emissionen dieser Länder bis 2035 um 17 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 sinken. Um auf einen mit dem 1,5-Grad-Ziel kompatiblen Pfad zu kommen, sind aber laut des sechsten Sachstandsberichts des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/3196">Weltklimarats</a> (<em>Intergovernmental Panel on Climate Change</em> – <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ipcc">IPCC</a>) Reduktionen der THG-Emissionen bis 2035 von 60 Prozent gegenüber 2019 nötig. Die EU hat ihr NDC am 05.11.2025 eingereicht. Dieses sieht eine Reduktion der Treibhausgasemissionen von 66,25 bis 72,5 Prozent bis 2035 gegenüber 1990 vor. Von großer Bedeutung ist auch das chinesische NDC, das am 03.11.2025 eingereicht wurde, mit einem Ziel von 7 bis 10 Prozent Emissionsreduktion bis 2035 gegenüber dem Treibhausgasemissionshöchststand. Chinas Emissionen machen 30 Prozent des globalen Treibhausgasausstoßes aus. Die NDCs dienen als wichtige Grundlage für die Verhandlungen auf der COP30.</p> <p>Laut dem <a href="https://www.unep.org/resources/emissions-gap-report-2025">Emissions Gap Report 202</a>5 des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/unep">UNEP</a>), der auch die von China und der EU bereits während des UN-Klimagipfels im September angekündigten NDCs einbezogen hat, würden die Emissionen bis 2035 bei vollständiger Umsetzung der NDCs um 15 Prozent gegenüber 2019 sinken, und zu einem Temperaturanstieg in diesem Jahrhundert von 2,3 bis 2,5 °C führen. Mit aktuell umgesetzten Politiken steuert die Welt laut dem UNEP-Bericht auf eine Erwärmung von 2,8 °C bis zum Ende des Jahrhunderts zu. Vor Verabschiedung des ÜvP vor 10 Jahren steuerte die Welt noch auf einen Temperaturanstieg von knapp unter 4 °C zu.</p> Wichtige weitere Verhandlungsthemen der diesjährigen Weltklimakonferenz <ul> <li><strong>Klimafinanzierung – wie bezahlen wir den weltweiten Klimaschutz?</strong> Auf der Weltklimakonferenz 2024 haben sich die Vertragsstaaten auf ein neues Finanzierungsziel von 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr ab 2035 geeinigt, das für Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern bereitgestellt werden soll. Die gleichzeitig initiierte <a href="https://cop30.br/en/news-about-cop30/cop29-and-cop30-presidents-present-baku-to-belem-roadmap-to-mobilize-us-1-3-trillion-in-climate-finance">„Baku to Belèm Roadmap to 1.3 T“</a> mit der neuen Zielmarke von 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr von öffentlichen und privaten Quellen ab 2035 wurde von der COP29- und COP30-Präsidentschaft in Belèm kurz vor Start der COP30 vorgelegt. Der von der brasilianischen Präsidentschaft initiierte <em>Circle of Finance Ministers</em> hat <a href="https://cop30.br/pt-br/noticias-da-cop30/cop30-circle-of-finance-ministers-report_final.pdf/@@download/file">wegweisende Empfehlungen</a> hierzu gegeben. Dabei steht außer Frage, dass Klimaschutz wirtschaftliche Vorteile hat: Gut konzipierte Klimapolitiken führen laut einer <a href="https://www.oecd.org/en/publications/2025/06/investing-in-climate-for-growth-and-development_9ce9b093/full-report.html">OECD/UNDP-Studie</a> sogar kurzfristig zu stärkerem Wirtschaftswachstum als Szenarien, die auf aktuellen Politiken basieren. Langfristig betrachtet lohnt sich ambitionierter Klimaschutz noch viel mehr: Selbst gemäß der eher konservativen Schätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und des United Nations Development Programme (UNDP) verhindern ambitioniertere Klimapläne signifikante klimawandelbedingte wirtschaftliche Verluste und sind notwendig, um langfristig Wohlstand zu sichern. Laut der Studie würden ambitionierte Klimapläne bis 2050 ein Plus von 3 Prozent und bis 2100 von 13 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes bedeuten.</li> <li><strong>Global Goal on Adaption – Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels wird immer wichtiger</strong>: Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Klimaanpassung, denn schon heute machen zunehmende Extremwetterereignisse wie Hitzewellen und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> sowie daraus folgende Dürren und Überschwemmungen deutlich, dass reine Emissionsreduktion nicht mehr genügt. Besonders im Amazonasgebiet, wo indigene und ländliche Gemeinschaften von Entwaldung und Wetterextremen betroffen sind, soll die COP30 Wege aufzeigen, wie sich vulnerable Regionen widerstandsfähiger machen lassen. Ziel der Verhandlungen ist ein Abschluss des Arbeitsprogramms zu den Indikatoren zur Messung des Fortschritts bei Klimaanpassungsmaßnahmen.</li> <li><strong>Arbeitsprogramm zum gerechten Übergang (Just Transition Work Program – JTWP)</strong>: Ziel der Verhandlungen zum JTWP ist eine sozial gerechte Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. Diese muss insbesondere die Bevölkerungsgruppen einbeziehen, die von der Transformation besonders betroffen sind. Die brasilianische COP-Präsidentschaft setzt hier einen expliziten Fokus. Laut der oben genannten OECD/UNDP-Studie könnten gezielte Investitionen in die Energiewende ergänzt durch Maßnahmen, die auf Ernährungssicherheit, Grundversorgung und Governance-Reformen abzielen, die Entwicklung in neun von zehn Ländern verbessern und haben das Potenzial, 175 Millionen Menschen aus extremer Armut zu holen. Dagegen trug die Verbrennung fossiler Brennstoffe im Jahr 2019 zu 4,2 Millionen vorzeitigen Todesfällen durch Luftverschmutzung bei, wobei 89 Prozent dieser Todesfälle in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auftraten.</li> <li><strong>Gender Action Plan – für die Gleichstellung der Geschlechter</strong>: Ein weiteres Ziel der COP30 ist die Verabschiedung eines Gender-Aktionsplans zur Förderung langfristiger struktureller Verbesserung bei der Gleichstellung der Geschlechter in allen gesellschaftlichen Bereichen (Gender <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/mainstreaming">Mainstreaming</a>), bei finanzpolitischen Instrumenten (Gender Budgeting) sowie der Bildung und wirtschaftlichen Stärkung von Frauen.</li> <li><strong>Action Agenda – Von der Verhandlung zur Umsetzung</strong>: Ein wiederkehrendes Schlagwort der brasilianischen COP-Präsidentschaft lautet: „Delivery, not just diplomacy“. Gemeint ist, dass die COP30 in Belèm nicht nur mit Absichtserklärungen enden darf. Stattdessen sollen die Beschlüsse der globalen Bestandsaufnahme (GST) von der COP28 in Dubai durch konkrete Umsetzungspläne gestärkt werden sowie überprüfbare Mechanismen und neue Partnerschaften aus bestehenden Initiativen entstehen.</li> </ul> Zehn Jahre nach Paris: Jedes zehntel Grad zählt <p>Zehn Jahre nach Verabschiedung des ÜvP muss die internationale Gemeinschaft beweisen, dass sie ihre selbst gesteckten Ziele ernst meint. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/114877">Jedes Zehntelgrad vermiedene Erwärmung ist entscheidend</a>. Laut des neuen, jährlichen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>-Zustandsberichts (<a href="https://academic.oup.com/bioscience/advance-article/doi/10.1093/biosci/biaf149/8303627?login=true"><em>The 2025 State of the Climate Report: a Planet on the Brink</em></a>), liegen die größten Stellschrauben in der Transformation des Energiesektors hin zu Erneuerbaren, dem Schutz und der Wiederherstellung der Ökosysteme sowie der Reduktion von Lebensmittelabfällen und der Umstellung auf eine pflanzenreichere Ernährung. Zudem gibt es neben der Energiesicherheit erhebliche wirtschaftliche Vorteile von erneuerbaren Energien: 2024 waren 91 Prozent der neu in Betrieb genommenen Wind- und Solarprojekte günstiger als die günstigste verfügbare Alternative fossiler Brennstoffe.</p> <p>Die COP30 könnte eine wichtige Wegmarke für die Umsetzung der globalen Klimaschutzziele werden. Der Austragungsort spielt dabei symbolisch eine wichtige Rolle: Der Amazonas wird nicht nur als „Lunge der Erde“ bezeichnet und ist durch Abholzung und die Auswirkungen des Klimawandels bedroht, sondern gilt auch als Brennpunkt globaler Ungleichheit. Klimapolitik ist kein abstraktes Rechenwerk, sondern eine Frage von Überleben und Gerechtigkeit. Klimaschutz bringt Vorteile für viele statt Profite für wenige, die sich mit diesen Profiten vor den fatalen Auswirkungen des Klimawandels schützen können, während die Ärmsten am stärksten unter den Folgen leiden.</p> Das Umweltbundesamt auf der Weltklimakonferenz <p>Das Umweltbundesamt (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>) ist als Teil der deutschen Regierungsdelegation der COP30 an den Verhandlungen zu Klimaschutz (Globale Bestandsaufnahme, NDCs), Klimawissenschaft, Landwirtschaft, Emissionsberichterstattung sowie Klimabildung und Zusammenarbeit (Action for Climate Empowerment, ACE) beteiligt. Außerdem ist das UBA Mitorganisator von drei <strong>Veranstaltungen, die Sie per Livestream verfolgen können</strong>:</p> <ul> <li>11.11.2025: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/120673">COP30 Side Event "Harnessing Digital for Environmental Sustainability: Leveraging Common Action for a Sustainable Planet in the Digital Age"</a> (Online-Veranstaltung)</li> <li>13.11.2025: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/120660">COP30 Side Event „Pathways towards Convergence – Recommendations from the Brazilian-German Track 1.5 Dialogue“</a> im Pavillon der brasilianischen Präsidentschaft zum deutsch-brasilianischen Klimadialog</li> <li>17.11.2025: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/120646">COP30 Side Event „Nature-Based Solutions and Beyond – Insights from the Sino-German Track-2-Dialogue“</a> im deutschen Klimapavillon der COP30</li> </ul> </p><p>Informationen für...</p>
<p> Die wichtigsten Fakten <ul> <li>Die bevölkerungsgewichtete Feinstaubbelastung (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm25">PM2,5</a>) in Deutschland war 2023 deutlich geringer als 2010.</li> <li>2023 lag die bevölkerungsgewichtete Feinstaubbelastung bei 7,3 µg/m³ im Jahresdurchschnitt. Das ist eine ca. 54 % geringere Belastung als noch im Jahr 2010.</li> <li>Der Rückgang der Belastung ist auf rückläufige Emissionen bei stationären Quellen (z.B. Kraftwerken, Abfallverbrennungsanlagen, beim Hausbrand und Industrieanlagen) sowie auf Maßnahmen im Verkehrsbereich zurückzuführen.</li> </ul> </p><p> Welche Bedeutung hat der Indikator? <p>Für die Bewertung von Gesundheitsrisiken durch Feinstaub ist es notwendig, die Belastung (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/exposition">Exposition</a>) der Bevölkerung mit Feinstaub in Deutschland zu erfassen und diese im Hinblick auf potentielle gesundheitliche Folgen zu bewerten. Der vorliegende <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> ist ein Maß für die durchschnittliche jährliche Feinstaubbelastung der Gesamtbevölkerung in Deutschland (angegeben in µg/m³). Er bezieht sich auf Feinstaubpartikel in der Außenluft mit einem Durchmesser von bis zu 2,5 µm (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm25">PM2,5</a>). Durch die kontinuierliche Erfassung des Indikators lassen sich zeitliche Trends für die durchschnittliche Feinstaubbelastung der Bevölkerung in Deutschland ableiten.</p> </p><p> Wie ist die Entwicklung zu bewerten? <p>Über den betrachteten Zeitraum hinweg ist zu erkennen, dass die Feinstaubbelastung der Bevölkerung in Deutschland tendenziell abgenommen hat: 2010 betrug der Indikatorwert 15,9 µg/m³; 2023 hingegen lag der Wert bei 7,3 µg/m³. Dies entspricht einer Reduktion um ca. 54 %.</p> <p>Der sich abzeichnende Rückgang der Belastung durch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm25">PM2,5</a> ist überwiegend auf die Minderungsmaßnahmen bei Emissionen aus stationären Quellen (z.B. Kraftwerken, Abfallverbrennungsanlagen, Haushalten / Kleinverbrauchern und diversen Industrieprozessen) sowie auf Maßnahmen im Verkehrsbereich zurückzuführen (nähere Informationen zu den Beiträgen einzelner Quellen finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/11026#emissionsentwicklung">hier</a>). Ein weiterer Rückgang der Belastung bis 2030 ist durch die Emissionsreduktionsverpflichtungen der <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32016L2284">NEC-Richtlinie</a> zu erwarten. Bei Umsetzung der Maßnahmen aus den nationalen Luftreinhalteprogrammen (in <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/78895#die-emissionshochstmengen-der-alten-nec-richtlinie">Deutschland</a> u. a. der „Kohleausstieg“, die Verringerung der Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft und die Verkehrswende (E-Mobilität)) können die Emissionen von Feinstaub und seinen Vorläufergasen bis 2030 weiter reduziert werden.</p> <p>Ferner hat die variable <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a> direkten Einfluss auf die Feinstaubkonzentrationen. Dies kann in einzelnen Jahren zu einer Senkung oder einem Anstieg der Feinstaubbelastung führen und somit zeitgleiche Veränderungen bei den Emissionen überlagern (nähere Informationen hierzu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/2025_uba_hgp_luftqualitaet_2024_dt.pdf">hier</a>).</p> </p><p> Wie wird der Indikator berechnet? <p>Für den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> werden Modelldaten des chemischen Transportmodells REM-CALGRID mit <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm25">PM2,5</a>-Messdaten der Immissionsmessnetze der Bundesländer und des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> kombiniert und auf die gesamte Fläche Deutschlands übertragen. Dies erfolgt in einer räumlichen Auflösung von 2 x 2 km². Die PM2,5-Daten werden anschließend mit Informationen zur räumlichen Verteilung der Bevölkerungsdichte kombiniert. Für die Berechnung des Indikators werden danach die Feinstaubkonzentrationen je Gitterzelle mit der jeweiligen Anzahl der zugeordneten Bevölkerung multipliziert, insgesamt aufsummiert und im Anschluss durch die Summe der Gesamtbevölkerung Deutschlands geteilt.</p> <p>Für die Berechnung des Indikators werden nur die Messstationen im ländlichen und städtischen Hintergrund berücksichtigt. Messstationen, die einem direkten Feinstaubausstoß z.B. aus dem Verkehr ausgesetzt sind, fließen in die Berechnung hingegen nicht ein. Daher könnte der Indikator die Belastungssituation in Deutschland tendenziell leicht unterschätzen. Der methodische Ansatz ist im Fachartikel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/4031/publikationen/artikel_5_dnk.pdf">Kienzler et al. 2024</a> näher beschrieben.</p> <p><strong>Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/28087">Bedeutung der Feinstaubbelastung für die Gesundheit</a>“.</strong></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
Antrag nach dem IFG/UIG/VIG Sehr geehrte Damen und Herren, ich bitte Sie um Zusendung folgender Unterlagen: 1. Studien zur Luftverschmutzung durch Feinstaub (PM2,5), Ozon (O3) und Stickstoffdioxid (NO2) 1.1 für Deutschland 1.2 für das Rheinische Revier 2. Auflistung der Todesopfer nach Altersgruppen, Geschlecht und möglicher Vorerkrankung Dies ist ein Antrag auf Zugang zu amtlichen Informationen nach § 1 des Gesetzes zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes (IFG) sowie § 3 Umweltinformationsgesetz (UIG), soweit Umweltinformationen im Sinne des § 2 Abs. 3 UIG betroffen sind, sowie § 1 des Gesetzes zur Verbesserung der gesundheitsbezogenen Verbraucherinformation (VIG), soweit Informationen im Sinne des § 1 Abs. 1 VIG betroffen sind. Sollte der Informationszugang Ihres Erachtens gebührenpflichtig sein, möchte ich Sie bitten, mir dies vorab mitzuteilen und detailliert die zu erwartenden Kosten aufzuschlüsseln. Meines Erachtens handelt es sich um eine einfache Auskunft. Gebühren fallen somit nach § 10 IFG bzw. den anderen Vorschriften nicht an. Auslagen dürfen nach BVerwG 7 C 6.15 nicht berechnet werden. Sollten Sie Gebühren veranschlagen wollen, bitte ich gemäß § 2 IFGGebV um Befreiung oder hilfweise Ermäßigung der Gebühren. Ich verweise auf § 7 Abs. 5 IFG/§ 3 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 UIG/§ 4 Abs. 2 VIG und bitte Sie, mir die erbetenen Informationen so schnell wie möglich, spätestens nach Ablauf eines Monats zugänglich zu machen. Kann diese Frist nicht eingehalten werden, müssen Sie mich darüber innerhalb der Frist informieren. Ich bitte Sie um eine Antwort per E-Mail gemäß § 1 Abs. 2 IFG. Ich widerspreche ausdrücklich der Weitergabe meiner Daten an behördenexterne Dritte. Sollten Sie meinen Antrag ablehnen wollen, bitte ich um Mitteilung der Dokumententitel und eine ausführliche Begründung. Ich möchte Sie um eine Empfangsbestätigung bitten und danke Ihnen für Ihre Mühe! Mit freundlichen Grüßen
Anfrage nach dem Hamburgischen Transparenzgesetz (HmbTG) Sehr geehrte Damen und Herren, das Bundesumweltamt schätzt, das deutschlandweit ca. 46.000 vorzeitige Todesfälle auf Feinstaub zurück zu führen sind. Nach Aussage der Europäischen Umweltagentur können in Deutschland darüber hinaus jährlich etwa 10 000 vorzeitige Todesfälle auf die hohe NO₂-Belastung zurückgeführt werden.Zudem führe die Belastung durch Umgebungslärm europaweit jährlich zu mindestens 10.000 vorzeitigen Todesfällen durch Herzerkrankungen. Sofern Ihnen vergleichbare Daten (vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub, Stickoxid, Umgebungslärm) für Hamburg vorliegen, würde ich mich freuen, wenn Sie mir die diesbezüglichen Zahlen nennen oder mich auf die entsprechenden Publikationen/Anfragen o. Ä. verweisen könnten. Vielen Dank! Dies ist ein Antrag auf Zugang zu Information nach § 1 Hamburgisches Transparenzgesetz (HmbTG). Ausschlussgründe liegen meines Erachtens nicht vor. Sofern Teile der Information durch Ausschlussgründe geschützt sind, beantrage ich mir die nicht geschützten Teile zugänglich zu machen. Ich bitte Sie zu prüfen, ob Sie mir die erbetene Auskunft auf elektronischem Wege kostenfrei erteilen können. Sollte die Aktenauskunft Ihres Erachtens in jedem Fall gebührenpflichtig sein, möchte ich Sie bitten, mir dies vorab mitzuteilen und dabei die Höhe der Kosten anzugeben. Ich verweise auf § 13 Abs. 1 HmbTG und bitte Sie, mir die erbetenen Informationen unverzüglich und nur im Ausnahmefall spätestens nach Ablauf eines Monats nach Antragszugang zugänglich zu machen. Sollten Sie für diesen Antrag nicht zuständig sein, bitte ich Sie, ihn an die zuständige Behörde weiterzuleiten und mich darüber zu unterrichten. Ich möchte Sie um eine Antwort in elektronischer Form (E-Mail) bitten und behalte mir vor, nach Eingang Ihrer Auskünfte um weitere ergänzende Auskünfte oder auch um Akteneinsicht nachzusuchen. Ich bitte Sie um eine Empfangsbestätigung und danke für Ihre Mühe! Mit freundlichen Grüßen
Zur Quantifizierung der Auswirkungen von Erkrankungen und Risikofaktoren auf die Bevölkerungsgesundheit wird national sowie international zunehmend das Konzept der Krankheitslast eingesetzt. Hierbei werden Indikatoren wie attributable Todesfälle oder verlorene Lebensjahre verwendet, um standardisierte Vergleiche beispielsweise zwischen Risikofaktoren, Ländern oder über die Zeit zu ermöglichen. In den Medien werden häufig gezielt und isoliert die Schätzungen der Krankheitslast von einzelnen Risikofaktoren berichtet, um die Aufmerksamkeit auf den jeweiligen Faktor zu lenken. Ohne Vergleichswerte für andere Risiken sind solche Angaben jedoch kaum aussagekräftig. Die Berechnung von attributablen Krankheitslasten folgt in der Regel einem standardisierten Prozess. Ohne Informationen zu den genutzten Ausgangsdaten und zu den notwendigen Annahmen für die Modelle ist eine Interpretation der Ergebnisse nur sehr eingeschränkt möglich. Nichtsdestotrotz ermöglicht das Konzept der Krankheitslast bei adäquater Nutzung den Vergleich unterschiedlicher Risikofaktoren. So kann beispielsweise die Krankheitslast, die auf Feinstaub zurückgeführt werden kann, der gegenübergestellt werden, die auf das Rauchen oder schlechte Ernährung zurückgeführt werden kann. Solche Informationen sind für die Politikberatung von Bedeutung und können bei Entscheidungsfindungsprozessen unterstützten. Der praktisch tätige Arzt sollte über ein Grundverständnis der Methoden zur Berechnung von Krankheitslasten verfügen, um auf gezielte Nachfragen von Patientinnen und Patienten kompetent reagieren und um mögliche Bedenken oder Ängste besser einordnen zu können. Die zentrale Botschaft sollte dabei sein, dass Ergebnisse von bevölkerungsbasierten Studien keinesfalls auf das Individuum mit seinem ganz speziellen Risikoprofil übertragen werden können. © The Author(s)
INTRODUCTION Neben den Auswirkungen von Feinstaub (PM2,5) auf die Gesundheit von Bevölkerungen sind die resultierenden Krankheitskosten als zusätzliche Information in politischen Entscheidungsfindungsprozessen zunehmend relevant. Im UKAGEP-Projekt wurde die feinstaubbedingte Krankheitslast für Deutschland monetarisiert. METHODS Im ersten Schritt wurde anhand der Environmental Burden of Disease-Methode die Krankheitslast für das Jahr 2018 berechnet, die in Deutschland auf Feinstaub zurückgeführt werden kann. Zur Monetarisierung der Krankheitslast wurde zum einen der Value of Statistical Life (VSL) mit einer ökonomischen Bewertung eines statistischen Lebens in Höhe von ca. 6,3 (2,4-7,2) Mio. âą und zum anderen der Value Of a statistical Life Year (VOLY) mit einer Bewertung eines statistischen Lebensjahres in Höhe von 58.623 (36.646-146.582) âą verwendet. Statistische Unsicherheiten bei der Krankheitslast und den VSL- und VOLY-Werten wurden berücksichtigt und anhand von unteren und oberen Schätzern dargestellt. RESULTS Die feinstaubbedingte Gesamtkrankheitslast belief sich im Jahr 2018 auf 290.702 (194.265-391.112) Disability-Adjusted Life Years. Bei Verwendung des VOLY-Ansatzes entspricht dies Krankheitskosten von etwa 17 (7-57) Mrd. âą . Bei ausschließlicher Betrachtung der Mortalität wurden 15.652 (10.390-21.466) attributable Todesfälle berechnet. Unter Verwendung des VSL-Ansatzes entspricht dies Kosten von etwa 98 (25-124) Mrd. âą . CONCLUSIONS/OUTLOOK Der VSL- und der VOLY-Ansatz haben den Vorteil, dass sie die indirekten und intangiblen Kosten berücksichtigen. Letztere werden in der Regel bei der Berechnung der Krankheitskosten nicht betrachtet, weil dort lediglich die direkten Behandlungskosten einfließen. Der VSL-Ansatz führt zu deutlich höheren Kosten, weil im Vergleich zum VOLY-Ansatz das Sterbealter nicht berücksichtigt wird und daher alle Todesfälle mit demselben monetären Wert versehen werden. Der VOLY-Ansatz differenziert nach Sterbealter und ist daher dem VSL-Ansatz vorzuziehen. Quelle: 18. Jahrestagung DGEPI "Epidemiologie im Wandel - Innovationen und Herausforderungen" : 26.-28. September 2023, Würzburg ; Abstractbook / Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie. Ulm: DGEPI, 2023
Air pollution is a major health risk factor worldwide. Regular short- and long-time exposures to ambient particulate matter (PM) promote various diseases and can lead to premature death. Therefore, in Germany, air quality is assessed continuously at approximately 400 measurement sites. However, knowledge about this intermediate distribution is either unknown or lacks a high spatial-temporal resolution to accurately determine exposure since commonly used chemical transport models are resource intensive. In this study, we present a method that can provide information about the ambient PM concentration for all of Germany at high spatial (100 m * 100 m) and hourly resolutions based on freely available data. To do so we adopted and optimised a method that combined land use regression modelling with a geostatistical interpolation technique using ordinary kriging. The land use regression model was set up based on CORINE (Coordination of Information on the Environment) land cover data and the Germany National Emission Inventory. To test the model's performance under different conditions, four distinct data sets were used. (1) From a total of 8760 (365 * 24) available h, 1500 were randomly selected. From those, the hourly mean concentrations at all stations (ca. 400) were used to run the model (n = 566,326). The leave-one-out cross-validation resulted in a mean absolute error (MAE) of 7.68 (micro)gm-3 and a root mean square error (RMSE) of 11.20 (micro)gm-3. (2) For a more detailed analysis of how the model performs when an above-average number of high values are modelled, we selected all hourly means from February 2011 (n = 256,606). In February, measured concentrations were much higher than in any other month, leading to a slightly higher MAE of 9.77 (micro)gm-3 and RMSE of 14.36 (micro)gm-3, respectively. (3) To enable better comparability with other studies, the annual mean concentration (n = 413) was modelled with a MAE of 4.82 (micro)gm-3 and a RMSE of 6.08 (mircro)gm-3. (4) To verify the model's capability of predicting the exceedance of the daily mean limit value, daily means were modelled for all days in February (n = 10,845). The exceedances of the daily mean limit value of 50 (micro)gm-3 were predicted correctly in 88.67% of all cases. We show that modelling ambient PM concentrations can be performed at a high spatial-temporal resolution for large areas based on open data, land use regression modelling, and kriging, with overall convincing results. This approach offers new possibilities in the fields of exposure assessment, city planning, and governance since it allows more accurate views of ambient PM concentrations at the spatial-temporal resolution required for such assessments. © 2022 by the authors
Objective: Space heating accounts for more than 50Prozent of the energy consumption of public & residential buildings, and reduction of this energy demand is a key strategy in the move to low energy/low carbon buildings. The careful management of air flow within a building forms part of this strategy through the control of inlet fresh air and exhaust air, maximising air re-circulation, and minimising the amount of fresh air which is often drawn in through a heat exchanger. However, there is a high risk that the air quality is reduced. Continued exposure to environments with poor air quality is a major public health concern in developed and developing countries. It is estimated that the pollutants responsible for poor air quality cause nearly 2.5 million premature deaths per year world-wide. Significantly, around 1.5 million of these deaths are due to polluted indoor air, and it is suggested that poor indoor air quality may pose a significant health risk to more than half of the world's population. Perhaps surprisingly, remedial action to improve air quality is often easy to implement. Relatively simple measures such as increased air flow through ventilation systems, or a greater proportion of fresh air to re-circulating air are sufficient to improve air quality. Low-energy air purification and detoxification technologies are available which will reduce the concentration of specific pollutants. Similarly, filtration systems (e.g. electrostatic filters) can be switched in to reduce the level of the particulate matter in the air (the principle pollutant responsible for poor health). The INTASENSE concept is to integrate a number of micro- and nano-sensing technologies onto a common detection platform with shared air-handling and pre-conditioning infrastructure to produce a low-cost miniaturised system that can comprehensively measure air quality, and identify the nature and form of pollutants. INTASENSE is a 3-year project which brings together 8 organisations from 5 countries.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 33 |
| Europa | 1 |
| Land | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 3 |
| Förderprogramm | 3 |
| Text | 20 |
| unbekannt | 8 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 26 |
| Offen | 8 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 30 |
| Englisch | 12 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 12 |
| Datei | 5 |
| Dokument | 6 |
| Keine | 13 |
| Webseite | 21 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 33 |
| Lebewesen und Lebensräume | 34 |
| Luft | 33 |
| Mensch und Umwelt | 34 |
| Wasser | 33 |
| Weitere | 34 |