Klimaschutzministerium fördert Bau von Verbundleitung mit über 900.000 Euro „Sauberes Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Um auch in Zukunft eine stabile und sichere Trinkwasserversorgung zu gewährleisten, ordnet die Stadt Neuwied ihre Wasserversorgung neu. Die Neuordnung besteht aus verschiedenen Maßnahmen, die dem Ziel dienen, die Trinkwasserversorgung resilient gegenüber Extremwetterereignissen, möglichen Ausfällen und Verunreinigungen zu gestalten. Solche Projekte, die die Zukunft der Trinkwasserversorgung sichern, unterstützen wir gerne“, sagte Umwelt- und Klimaschutzstaatssekretär Dr. Erwin Manz bei der Übergabe eines Förderbescheids in Höhe von 923.800 Euro für die erste Maßnahme der Neuordnung an den Oberbürgermeister der Stadt Neuwied, Jan Einig. Die erste Maßnahme der Neuordnung ist der Bau einer Verbundleitung zwischen den Wasserwerken Neuwied Hafenstraße und Neuwied-Block. Im Wasserwerk Neuwied-Block wird im Folgenden ein Pufferbehälter saniert und wieder in Betrieb genommen. Durch die jetzt geförderte Verbundleitung kann das Wasser in dem Behälter gespeichert werden, bevor es in das Versorgungsnetz der Stadt Neuwied eingespeist wird. Die Zwischenspeicherung verlängert den Zeitraum, indem die Stadtwerke in Fällen von Verunreinigungen eingreifen und eine Gefahr für die Menschen verhindern können. Im Wasserwerk Neuwied-Block wird zusätzlich eine Riesleranlage gebaut, die das Wasser entsäuert. Vom Wasserwerk Neuwied-Block wird das Wasser über dort neu zu installierende Pumpen und eine neue Verbundleitung zur vorhandenen Förderleitung im Bereich der B42 in das Versorgungsnetz der Stadt Neuwied eingespeist. „Das Engerser Feld ist ein großes Reservoir und erweist sich als verlässliche Grundwasserquelle“, betont Neuwieds Oberbürgermeister Jan Einig. „Durch die Umstrukturierung der Wasserversorgung werden wir den neuen Anforderungen der oberen Wasserbehörde und des Gesundheitsamts gerecht, sodass die Trinkwasserqualität und Versorgungssicherheit unverändert hoch bleiben.“ Für die Neuordnung schließen sich die Stadtwerke Neuwied mit dem Kreiswasserwerk zusammen. Derzeit betreiben die Stadtwerke Neuwied zur Deckung des Trinkwasserbedarfs der Stadt zwei Brunnengruppen mit insgesamt fünf Förderbrunnen. Das Trinkwasser wird über das Wasserwerk Neuwied Hafenstraße in das Versorgungsnetz der Stadt eingespeist. Das Kreiswasserwerk Neuwied betreibt zur Bedarfsdeckung der Verbandsgemeinden Asbach, Linz und Rengsdorf-Waldbreitbach im Bereich des Engerser Feldes ebenfalls eine Brunnengruppe mit vier Förderbrunnen sowie einen Teilbereich des Wasserwerks Neuwied-Block. Das geförderte Wasser wird dort nach Entsäuerung in einem Pufferbehälter zwischengespeichert und über eine separate Transportleitung zu den oben genannten Verbandsgemeinden gefördert. Neben dem Kreiswasserwerk besitzen die Stadtwerke Neuwied ebenfalls Eigentumsanteile an dem Wasserwerk Neuwied-Block. „Durch die geplanten Maßnahmen entsteht ein leistungsfähiger Verbund zwischen den Stadtwerken Neuwied und dem Kreiswasserwerk. Gemeinsam werden sie ihrer Verantwortung für eine stabile und zuverlässige Versorgung der Menschen in Neuwied mit sauberem Trinkwasser gerecht“, schloss Erwin Manz.
Submarine Grundwasseraustritte sind wichtige Komponenten des hydrologischen Kreislaufs und tragen wesentlich zum Austrag von Nährstoffen, Kohlenstoff und Metallen aus den küstennahen Grundwasserleitern in die Küstenmeere bei, in Folge dessen sie küstennahe marine Ökosysteme beeinflussen. Das derzeitige Bild der hydraulischen Bedingungen im subterranen Ästuar ist, dass eine von Gezeiten und Wellenbewegung induzierte Salzwasserzirkulationszelle einen Süßwasser-'tube' überlagert. Unsere eigenen Forschungsergebnisse legten jedoch kürzlich nahe, dass diese Schichtung unter bestimmten Randbedingungen instabil wird, die Salzwasserzirkulationszelle und der Süßwasser-'tube' nicht mehr existieren und stattdessen Salzwasserfinger in das darunterliegende Süßwasser absinken. Dies würde die subterranen Grundwasseraustrittsmuster stark verändern und sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf die geochemischen Prozesse im Untergrund auswirken. Das Projekt kombiniert physikalische Laborversuche und numerische Modellierung, um zu untersuchen (i) ob und wo ein Absinken von Salzwasserfingern in das darunterliegende Süßwasser in der Natur denkbar ist, (ii) welchen Einfluss Sedimenteigenschaften (z.B. Heterogenität) und Randbedingungen (z.B. saisonal variabler Süßwasserzustrom) auf die Ausbildung von Salzwasserfingern haben, (iii) wie die Strömungsmuster in 3-D aussehen, (iv) welche Möglichkeiten der Vorhersage es für die instabilen Strömungsmuster gibt und wie man diese verbessern kann sowie (v) welchen Einfluss die veränderten Strömungsmuster letztlich auf die biogeochemischen Prozesse und die Formation von stark adsorbierenden Eisen(III)hydroxidoberflächen ('Iron curtain') in sandigen Strandgrundwasserleitern und die davon abhängigen Stoffausträge in das Meer haben.