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Entsiegelungskataster Niedersachsen

Gemäß § 19 des Niedersächsischen Klimagesetzes (NKlimaG), sind Gemeinden und Samtgemeinden verpflichtet, bis Ende 2026 Entsiegelungspotenzialflächen zu erfassen und fortlaufend in einem elektronischen Kataster zu dokumentieren. Das Land Niedersachsen stellt seinen Gemeinden und Samtgemeinden hierfür ein Entsiegelungskataster zur Verfügung, auf dessen Basis sie potenzielle Flächen für eine Entsiegelung von Böden erfassen und elektronisch verwalten können. Seitens des Landesamts für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachen (LGLN) wurde hierfür eine geobasierte Anwendung entwickelt. Das Entsiegelungskataster basiert auf moderner KI-Technologie, die versiegelte Flächen niedersachsenweit aus digitalen Orthofotos und Höheninformationen detektiert. Grundsätzlich stehen eine kostenlose öffentliche Version für alle Interessierten sowie eine zugangsbeschränkte Version mit erweiterter Funktionalität für kommunale Nutzerinnen zur Verfügung. Die niedersächsischen Kommunen können nach entsprechender Anmeldung mit eigenen ArcGIS Online-Lizenzen auf das Entsiegelungskataster zugreifen und die entsprechenden Geodaten downloaden. Das Entsiegelungskataster ermöglicht den Nutzenden eine interaktive Kartenansicht. Flurstücksbezogene Geodaten sind direkt in der Web-App einsehbar. Besonders für eine Entsiegelung geeignete Flurstücke können zum Beispiel nach Größe der entsiegelbaren Fläche oder Entsiegelungspotenzial identifiziert werden. Darüber hinaus können die Kommunen das Kataster lokal anpassen, indem sie eigene Entsiegelungsvorhaben einzeichnen und mit Planungsinformationen hinterlegen. Entsiegelungskataster Niedersachsen Niedersächsisches Gesetz zur Förderung des Klimaschutzes und zur Minderung der Folgen des Klimawandels (Niedersächsisches Klimagesetz - NKlimaG) vom 10. Dezember 2020 (Nds. GVBl. S. 464 - VORIS 28010 -) (1), zuletzt geändert durch Gesetz vom 18. November 2025 (Nds. GVBl. 2025 Nr. 87)

Kommunaler Flächenrechner des Umweltbundesamts

Ein zentrales Ziel des kommunalen Flächenrechners ist es, Kommunen bei der Umsetzung des politischen Leitbilds „Netto-Null-Flächenverbrauch“ zu unterstützen. Er fördert einen bewussteren Umgang mit der endlichen Ressource Fläche und stärkt das Prinzip „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“. Gleichzeitig dient er als Entscheidungs- und Kommunikationshilfe, etwa für Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit. Der „Kommunale Flächenrechner“ des Umweltbundesamts informiert Kommunen, regionale Planungsträger und andere Interessierte über die bisherige Flächenneuinanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke sowie über theoretische Flächenkontingente, die sich bei einer verbindlichen Umsetzung des Bundesziels zur Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme auf weniger als 30 Hektar im Jahr 2030 ergeben würden. Dabei kann zwischen alternativen Reduktionspfaden mit Zielwerten von 30 ha, 25 ha und 20 ha pro Tag ausgewählt werden. Der Flächenrechner liefert Daten für alle Gemeinden und Städte, Landkreise, Planungsregionen und Bundesländer. Der vom Flächenrechner ermittelte Vergleich der bisherigen Flächenneuinanspruchnahme mit den rechnerisch ermittelten Kontingenten für die kommenden Jahre zeigt Planenden oder Entscheidenden, inwieweit das Flächenausweisungsverhalten angepasst werden müsste, um vor Ort einen adäquaten Beitrag zur Erreichung des flächenpolitischen Mengenziels zu leisten. Darüber hinaus ermöglicht der Flächenrechner Vergleiche zwischen den einzelnen Gebietskörperschaften. Er zeigt außerdem, in welchem Umfang in der betreffenden Gemeinde auf Basis der zugeteilten Kontingente Wohnungsbau im Außenbereich möglich wäre. Dazu dienen eine interaktive Karte sowie detaillierte Diagramme und Tabellen. Die Nutzerinnen und Nutzer des Flächenrechners können für jede Gebietskörperschaft (Gemeinde, Landkreis, Planungsregion, Bundesland) ab 100 Einwohnerinnen und Einwohnern ein sechsseitiges Datenblatt herunterladen, in dem die Steckbriefe der Datenabfrage u. a. mit der bisherigen Flächenneuinanspruchnahme, den vorgeschlagenen Kontingenten und einem Vergleich dieser Größen zusammengefasst sind. Ein Handbuch, das über den Flächenrechner heruntergeladen werden kann, enthält eine detaillierte Beschreibung der Grundstruktur und der Funktionalität des Flächenrechners. Der Kommunale Flächenrechner ist kostenlos im Internet verfügbar. Er ist direkt von der Startseite von aktion-flaeche.de verlinkt. Der Flächenrechner des Umweltbundesamtes (UBA) ist ein damit praxisorientiertes Online-Instrument, das Kommunen dabei unterstützt, ihren Flächenverbrauch systematisch zu erfassen, zu analysieren und zu reduzieren. Er leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Flächensparpolitik, zum Bodenschutz und zu einer nachhaltigen Stadt- und Gemeindeentwicklung im Sinne von Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz. Kommunaler Flächenrechner des UBA

IÖR-Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung

Als Analysewerkzeug ermöglichte der Monitor des Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) die detaillierte, kleinräumige und indikatorenbasierte Einschätzung der Flächennutzungsentwicklung in den deutschen Städten und Gemeinden: mit Karten, Tabellen und statistischen Auswertungen. Flächenverbrauch, Landschaftszerschneidung, Bodenversiegelung oder Flächen für Freiflächenphotovoltaikanalgen sind einige der vielen Themen, die mit dem IÖR-Monitor abgebildet werden. Der IÖR-Monitor ist eine Forschungsdateninfrastruktur, die deutschlandweit die Struktur und Entwicklung der Flächennutzung auf Basis verschiedener Indikatoren hochauflösend in Form von Karten darstellt. Der IÖR-Monitor basiert auf einer kombinierten Geoprozessierung amtlicher topographischer Basis-, Gebäude-, Geofach- mit Statistikdaten und liefert eine deutschlandweite Ergebnisvisualisierung in allen administrativen Gebietseinheiten bis zu Gemeinden, Stadtteilen und in Rastern bis 100 m Rasterweite. Mit der Verknüpfung von Geometrie- und Statistikdaten leistet er indikatorenbezogene Berechnungen zu Siedlung, Freiraum, Verkehr, Bevölkerung, Natur und Landschaft. Der IÖR-Monitor erlaubt die Darstellung einer Vielzahl von Indikatoren in den Indikatorenkategorien Siedlung, Verkehr, Freiraum, Nachhaltigkeit, Stadtgrün, Bevölkerungsbezug, Gebäude, Zersiedelung, Landschafts- und Naturschutz, Landschaftsqualität, Ökosystemleistungen, Risiko, Energie und Relief. Er liefert kleinräumige Daten unter anderem zu Flächenverbrauch, Landschaftszerschneidung, Bodenversiegelung und Ökosystemleistungen für ganz Deutschland und dient als Forschungsinfrastruktur zur Messung der Flächenhaushaltspolitik. Das Werkzeug bietet die Grundlagen für raumwissenschaftliche Analysen, Datengrundlagen für die Bewertung der Siedlungs- und Freiraumstruktur von Städten und Gemeinden sowie deren Entwicklung, räumliche Verteilungsmuster und Disparitäten. Mit Karten, Tabellen, Graphen und Trendfortschreibungen ermöglicht der IÖR-Monitor Struktur- und Entwicklungsvergleiche. Damit ermöglicht er es den Anwender:innen, problematische Entwicklungen der Flächennutzung zu erkennen und themenspezifisch aufzubereiten. Damit ist er ein wichtiges Werkzeug zur Beobachtung der Siedlungs- und Freiraumentwicklung, das detaillierte Daten zur Unterstützung der Umwelt- und Raumentwicklungspolitik liefert. Der IÖR-Monitor stellt seit 2008 bundesweite Indikatoren zur quantitativen und qualitativen Charakterisierung der Flächennutzungsstruktur bereit. Er wird laufend weiterentwickelt. Die in dem Werkzeug erarbeiteten Analyseverfahren auf Grundlage von topographischen Geobasisdaten sind auf andere Länder transformierbar und haben damit auch im Kontext europäischer Forschungsprogramme bzw. Initiativen wie INSPIRE und GMES hohe Bedeutung. Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung (IÖR-Monitor) Flyer zum IÖR-Monitor

Vitalitäts-Check zur Innenentwicklung für Dörfer und Gemeinden

Der Vitalitäts-Check der Bayerischen Verwaltung unterstützt Gemeinden dabei, ihre künftige Ortsentwicklung an sich verändernde Rahmenbedingungen wie zum Beispiel den demographischen Wandel oder den Strukturwandel in Wirtschaft und Landwirtschaft anzupassen, um vor Ort langfristig den Erhalt der Wohn- und Lebensqualität zu sichern. Hierbei werden Aspekte des Siedlungsgefüges und des Gebäudebestands, der Versorgung und der Arbeitsplatzsituation oder der Anpassung sozialer und technischer Infrastrukturen berücksichtigt. Es werden dabei folgende fünf Themenfelder fokussiert: Bevölkerungsentwicklung, Flächennutzung, Siedlungsstruktur und Bodenpolitik, Versorgung und Erreichbarkeit, bürgerschaftliches Engagement, Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Basis für den Check ist die Erfassung von Daten zur gemeindlichen Situation in diesen Themenfeldern entlang von hierfür empfohlenen Indikatoren. Insbesondere für die Analyse der Siedlungsstruktur und der Flächenpotenziale steht eine Flächenmanagement-Datenbank zur Verfügung, die in das Werkzeug integriert ist. Hiermit können einzelne Gebäude und Flächen betrachtet werden. Der Vitalitäts-Check verläuft in fünf Schritten. Gestartet wird mit der Sammlung und Aufbereitung der Informationsgrundlagen und Datenbanken. Es folgt die Erfassung der Innenentwicklungspotenziale und Wohnbaulandbedarfe mit Hilfe der Flächenmanagement-Datenbank. In einem dritten Schritt werden wesentliche Inhalte wie zum Beispiel Planaussagen zur Innenentwicklung, Wohnungsbedarfe, Baulandpreise, Aspekte der Anbindung an den öffentlichen Verkehr, Angaben zur Breitbandversorgung oder zum Vereinswesen zusammengestellt. Anschließend werden Karten und Berichte erstellt, in welche die vorher zusammengetragenen Informationen einfließen. Im fünften Schritt erfolgt schließlich die Interpretation und Einordnung der Ergebnisse in Form einer Festlegung von thematischen und räumlichen Handlungsprioritäten. Mit Hilfe des Vitalitäts-Checks werden die Informationsgrundlagen aufbereitet, die für eine strukturierte Diskussion von Entwicklungszielen, Handlungsmöglichkeiten und Maßnahmenvorschlägen erforderlich sind. Diese können dann in kommunale Planungen oder Konzepte für die Innenentwicklung münden. Der Vitalitätscheck wurde im Jahr 2006 eingeführt und seitdem laufend weiterentwickelt. Ein Leitfaden erleichtert den Anwender:innen den Umgang mit dem Werkzeug. Vitalitäts-Check

Tool für ein integriertes Flächen- und Ressourcenmanagement

Das Tool „KFMplus - Integriertes kommunales Flächen- und Ressourcenmanagement“ kombiniert Fragestellungen der Innenentwicklung mit weiteren wichtigen Themen der Stadtentwicklung wie zum Beispiel Klimaresilienz, dreifache Innenentwicklung oder Ausstattung mit Versorgungseinrichtungen. Das Tool kombiniert bewährte Flächenmanagement-Werkzeuge mit Open-Source-Technologien für unabhängige und nachhaltig nutzbare WebGIS basierte Software. KFMplus adressiert dabei sowohl große und kleinere Kommunen in Deutschland. In das Tool fließen statistische Daten zur Demographie und zur Flächennutzung ein. Im Kernmodul Innenentwicklungspotenziale (unter anderem Baulücken, weitere Potenzialflächen) und den weiteren Modulen Daseinsvorsorge (unter anderem Nahversorgung, Kultur  und Teilhabe), Ressourcenschutz (unter anderem thermische Belastung, Boden- und Gewässerschutz, Biotop- und Landschaftsschutz) und Städtebau (unter anderem Planungsrecht, Erschließung) werden weitere wichtige Daten flächengenau erfasst und visualisiert. KFMplus ermöglicht neben dem Monitoring in den verschiedenen Themenbereichen auch die Dokumentation und Berichterstattung sowie den Austausch von Daten. Auskunftsindikatoren und Indikatorenvergleiche sowie interaktive Visualisierungen vereinfachen die Zugänglichkeit dieser vielfältigen Datengrundlagen für Nutzer und Anwender. Die im Projekt entwickelten Werkzeuge von KFMplus können je nach Bedarf mit optionalen Modulen und weiteren Ergänzungen individuell angepasst werden. Zusätzliche Schnittstellen zu CitizenScience-Modulen und Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung binden die Menschen vor Ort in Entscheidungsprozesse ein und sorgen für Transparenz in den Verfahrensabläufen. Die Zusammenführung und integrierte Bewertung von Informationen über Innenentwicklungspotenzialflächen mit KFMplus schafft wichtige Grundlagen beziehungsweise Entscheidungshilfen für Planungen und Beteiligungsprozesse für ein integriertes Flächen- und Ressourcenmanagement in Kommunen. Es generiert Input für die Flächennutzungsplanung, Innenentwicklungskonzepte und weitere städtebauliche Konzepte und Fachkonzepte sowie für die Berichterstattung. Anwenderkommunen sind das oberbayerischen Dachau (circa 48.000 Einwohner:innen, Landkreis Dachau) und die Gemeinde Wilburgstetten in Mittelfranken (circa 2.000 Einwohner:innen, Landkreis Ansbach). Das Tool KFMplus wurde im Rahmen eines vom BMBF im Rahmen des Programms „KMU innovativ“ geförderten Projekts entwickelt, ging 2022 an den Start und wurde seitdem weiter qualifiziert. Das Tool KFMplus wird von der Baader Konzept GmbH und der mena GmbH angeboten. Informationen über KFMplus: kfmplus.de

Die NRW-Flächenampel

Angesichts der in den vergangenen Jahren nur leicht gesunkenen Flächenneuinanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke ist die Erreichung der Flächensparziele von Bund und Ländern mit dem derzeitigen instrumentellen Handlungsrahmen der Raumordnungs- und Stadtentwicklungspolitik eher unwahrscheinlich. Daher wird schon seit längerem über weitergehende Instrumente einer flächensparsamen Siedlungsentwicklung diskutiert. Im Koalitionsvertrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung (2022) wird dazu festgehalten, dass die Nach- und Umnutzung vorhandener Siedlungsflächen „höchste Priorität“ haben müsse und die Einführung eines Handels mit Flächenzertifikaten zu prüfen sei. Das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen hat die ILS Research vor diesem Hintergrund mit der Frage beauftragt, wie sich ein Flächenhandel in die rechtlichen Regelungen einfügen ließe und in welchem Maße die digitalen Voraussetzungen für ein effektives Handlungsregime gegeben sind. In einer ersten Stufe wird in diesem Zusammenhang ein digitales Planungs- und Informationsinstrument entwickelt, mit dem kommunale Siedlungsvorhaben bezüglich ihres Beitrags zur Erreichung der Ziele einer flächensparsamen und integrierten Siedlungsentwicklung geprüft werden können. Die „NRW-Flächenampel“ ist als multikriterielles Bewertungssystem konzipiert, das auf Ebene der Flächennutzungs- und Bebauungsplanung einsetzbar ist. Sie ergänzt die bisherige ex-post-orientierte Bilanzierungslogik der Flächenpolitik, mit der die in der Vergangenheit realisierte Flächeninanspruchnahme auf Ebene von Gemeinden, Regionen, Bund und Ländern bewertet wird. Die Flächenampel soll vier Bewertungsdimensionen aufweisen: die Lage des Plangebiets im städtebaulichen Innen- und Außenbereich, die Art der Vornutzung, die über den Anteil der versiegelten Fläche zum Ausgangszustand beurteilt wird, die Nutzungseffizienz im Sinne der baulichen Ausnutzung des in Anspruch genommenen Brutto- und Nettobaulands und die Erreichbarkeit, abgebildet über die infrastrukturelle Anbindung des Plangebietes. Die Bewertung mündet in eine Ampelfarbe, wonach die Farbe „grün“ für eine gute Passung der Planung mit den Flächenzielen steht, während die Farbe „rot“ gravierende Zielkonflikte offenlegt. Die Flächenampel ist als automatisiertes Instrument konzipiert, was bedeutet, dass alle erforderlichen Basisinformationen aus X-Planung-kompatiblen Bauleitplänen (bzw. Planentwürfen) sowie aus öffentlich verfügbaren Geobasisdaten extrahiert und verarbeitet werden. Letzteres betrifft die für die fachliche Bewertung der Planungsvorhaben erforderlichen Informationen wie Daten zu Infrastrukturangeboten oder zur Bodenbedeckung. Die Flächenampel soll darüber hinaus auch fachliche Grundlagen für eine mögliche Praxis des Flächenhandels bereitstellen, etwa die Feststellung der Zertifikatspflicht einer städtebaulichen Planung sowie die Bemessung des Umfangs der Zertifikatspflicht. Im Dezember 2022 wurden Zwischenergebnisse des Forschungsvorhabens im Rahmen eines Fachdialogs mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Praxis diskutiert. Diese Veranstaltung war in zwei inhaltliche Blöcke strukturiert, wonach zunächst das Instrument der handelbaren Flächenzertifikate diskutiert wurde und anschließend die Konzeption der Flächenampel Gegenstand des Austausches war. Erörtert wurden rechtliche Fragen der Zulässigkeit der Flächenkontingentierung und eines Handels mit Zertifikaten sowie die Ausgestaltungsoptionen eines Flächenhandels, welche den Eigentumsschutz und die kommunale Planungshoheit gewährleisten. Hier wurde auch auf kompetenzrechtliche Aspekte und die denkbaren Modelle der Umsetzung im gesamten Bundesgebiet oder auf Ebene eines einzelnen Bundeslandes eingegangen. Das Projekt endete im Sommer 2023 mit der Vorlage von Handlungsempfehlungen an Politik und Verwaltung. Wesentliche Aspekte der Flächenkontingentierung und des Zertifikatehandel sowie die „NRW-Flächenampel“ werden in einem ILS-Working-Paper, das im Frühjahr 2024 erschienen ist, ausführlich dargestellt. www.ils-forschung.de/files_publikationen/pdfs/ils-journal-01-23.pdf www.ils-forschung.de/files_publikationen/pdfs/ils-working-paper-14.pdf www.ils-forschung.de/2023/05/nrw-flaechenampel-vorschlag-fuer-ein-planungs-und-informationsinstrument/

Ergebnisse der BBSR-Baulandumfrage

Der Neubau von Wohnungen ist seit Jahren ein herausragendes Ziel des Bundes. Zugleich soll bis 2030 das Ziel erreicht werden, die tägliche Flächenneuinanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrsflächen auf unter 30 Hektar zu reduzieren. Im Rahmen der im Jahr 2020 durchgeführten BBSR-Baulandumfrage des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wurden Rückmeldungen von 692 Kommunen ausgewertet. Demnach ging die Fläche der vorhandenen Innenentwicklungspotenziale, also Baulücken und Brachflächen, seit 2012 um circa 30 Prozent zurück. Im gleichen Zeitraum sank die Flächenneuinanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke in derselben Größenordnung. Basierend auf einer Hochrechnung der Befragungsergebnisse lagen die Innenentwicklungspotenziale bundesweit zwischen 84.000-106.000 ha, von denen gute 60 Prozent auf Baulücken und 40 Prozent auf Brachflächen entfallen. Darüber hinaus wurden mit Blick auf die wohnungspolitischen Ziele die baureifen Baulandreserven erfasst, die zwar im Außenbereich liegen, aber aufgrund einer gesicherten Erschließung direkt nutzbar wären. Diese Flächenpotenziale werden auf zusätzlich rund 26.000 ha geschätzt. Rechnerisch würden diese Flächen für 1,6- 4,1 Millionen Wohnungen reichen. Die Spannbreite ergibt sich aus unterschiedlichen Dichteannahmen und tatsächlichen Flächenverfügbarkeiten. Insbesondere die in der Planungspraxis realisierten Dichten stellen einen wesentlichen Hebel dar, um Ziele der sozialen Wohnraumversorgung sowie des Klima- und Umweltschutzes miteinander produktiv zu verknüpfen. Insbesondere in dünn besiedelten ländlichen Kreisen könnten die bestehenden Flächenpotenziale nach den vorgenommenen Schätzungen ausreichen, um für 7,5 Jahre die Wohnungsbedarfe zu decken. Die von den Kommunen angegebenen Baulandpotenziale basieren überwiegend auf Schätzungen (71,5 Prozent der antwortenden Gemeinden). Gleichwohl hat sich der Anteil der Kommunen, in denen genaue Daten über die Innenentwicklungspotenziale vorliegen, seit 2012 deutlich erhöht. Im Bereich von Baulücken gaben rund die Hälfte der Kommunen eine flächendeckende Erfassung an (2012: 30 Prozent). Daten über Innenentwicklungspotenziale stammen zum überwiegenden Teil aus der Übernahme von Daten aus Bebauungs- und Flächennutzungsplänen (64 Prozent der Kommunen), 40 Prozent der Kommunen nutzen Begehungen oder werten Luft- und Satellitenbilder sowie Geobasisdaten aus. Grundsätzlich werden diese Methoden mit zunehmender Gemeindegröße häufiger genutzt. Das zeigt, dass ein hoher Bedarf zum Einsatz entsprechender Systeme und entsprechenden Personalkapazitäten besteht. Bezogen auf den Anteil an der Siedlungsfläche für Wohnen, Industrie und Gewerbe liegt der Anteil der bestehenden Innenentwicklungspotenziale bei rund 4 Prozent, wobei zwischen den Gemeindetypen (große Großstadt, kleine Großstadt, Mittelstadt, Kleinstadt, Landgemeinde) nur geringe Unterschiede bestehen. Deutlicher sind die Unterschiede bei diesen Anteilen, wenn eine bevölkerungsbezogene Betrachtung der Innenentwicklungspotenziale erfolgt. Hier steigen die Werte aufgrund des Dichteeffektes von städtischen Räumen (Großstadt: 6 m²/Einwohner:in) zu Landgemeinden (16 m²/Einwohner:in) stark an. Die BBSR-Baulandumfrage wurde vom Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und dem Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) durchgeführt. Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), (2022): „ Bauland- und Innenentwicklungspotenziale in deutschen Städten und Gemeinden “

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