Die Haltung von Wiederkäuern, insbesondere von Rindern, Schafen und Ziegen, ist ein wesentlicher Bestandteil rurbaner Räume und Gesellschaften im Globalen Süden, insbesondere in Westafrika. Durch enge Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen der Tierhaltung in den Tropen und Subtropen und der Sozial- und Kulturanthropologie zielt Projekt B03 darauf ab, die Prozesse zu identifizieren und zu analysieren, durch die Viehhaltung zur Entstehung, Unterstützung und Nachhaltigkeit von rurbanen Lebensgrundlagen und Lebensstilen in Accra, Ghana, beiträgt. Ausgehend von den vier analytischen Perspektiven der FOR5903 - Ausstattung & Verortung, Institutionen & Praktiken, Ströme & Konnektivität sowie Lebensgrundlagen & Lebensstile - analysiert das Projekt, durch welche komplementären Prozesse eine heterogene und fragmentierte Rurbanität in Westafrika neue Formen der Konnektivität ermöglicht und wie diese für die Entwicklung von Unternehmen im Viehhaltungssektor genutzt werden. Dabei interessiert insbesondere, wie neue natürliche Ressourcen, soziale Netzwerke, Arbeitskraft (und Kenntnisse) sowie Kapital eine Verhandlungsarena für die Neugestaltung des westafrikanischen Viehsektors eröffnen, in der ständige Kreativität und Anpassung sowie Re- und Selbstorganisation erforderlich sind. Wir werden untersuchen, wie die Tierhaltung als sozial-ökologisches System einen räumlichen und sozialen Zugang zu Rurbanität ermöglicht und wie nachhaltig sie ist.
Unterstützt durch das IUCN Bonn Challenge-Programm fördert Ruanda die Wiederherstellung von Ökosystemen zur Stärkung von Biodversität und Klimaschutz und zur Sicherung einer lokalen Existenzgrundlage. In der Vergangenheit waren Ruandas Wiederherstellungsbemühungen stark darauf ausgerichtet, mit Hilfe von Eukalyptus-Monokulturen Land zu schützen und Erosion zu mindern. Zu den neueren Initiativen gehören die Integration von Baumschulen verschiedener einheimischer Gehölzarten, welche durch ihre Nutzung positive Biodiversitätseffekte für Ökosystemfunktionen und -leistungen haben. Vor diesem Hintergrund etabliert Sub-Projekt 7 (SP7) ein „Living Lab“ das darauf abzielt, gemeinsam mit Stakeholdern durch Integration von Wissenschaft und Praxis Forschungsexperimente durchzuführen. Dieser transdisziplinäre Ansatz hat zum Ziel, potenzielle soziale, wirtschaftliche und ökologische Vorteile der Wiederherstellung von Ökosystemen zu identifizieren. Hierfür entwickeln, implementieren und evaluieren die involvierten Stakeholder gemeinsam mit den beteiligten Wissenschaftlern Lösungsansätze. SP7 ist eng mit anderen SPs verknüpft: SP4 weist eine besonders hohe analytische und operative Überschneidung auf; zudem findet eine kontinuierliche Spiegelung der Ergebnisse mit SP1 zu Auswirkungen auf die Biodiversität, SP2 zu kontextualisierten Landschaftsanalysen sowie mit SP5 zu Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit statt. Das Living Lab wird wissenschaftliche Experimente in zwei verschiedenen Zellen (vergleichbar mit Landkreisen) einrichten, welche zwei unterschiedliche Governance-Modelle repräsentieren. Aktivitäten in diesen Zellen werden sein (1) der Aufbau einer Stakeholder-Plattform, die Schlüsselakteure für das Living Lab zusammenbringt und als Koordinierungseinheit zur Steuerung des Co-Design-Ansatzes verstanden wird; (2) kollaboratives Co-Design von Feldversuchen und Ausweisung von Demonstrationsparzellen, um gemeinsam Wissen über integrative Modelle zur Wiederherstellung von Ökosystemen zu generieren; (3) Durchführung von Feldversuchen in Form von Demonstrationsparzellen, die das Potenzial für die Nutzung des restaurativen Kontinuums untersuchen, um integrative multifunktionale Ergebnisse für Gemeinschaften zu schaffen; und (4) Durchführung einer integrierten Folgenabschätzung zu Biodiversität, Resilienz und Lebensgrundlagen, um die Auswirkungen verschiedener Governance-Systeme auf den Erfolg implementierter Wiederherstellungsmaßnahmen zu ermitteln. Während der gesamten Laufzeit des Projekts werden zwei Governance-Modelle zwischen den beiden Standorten verglichen werden. Die Ergebnisse dieses Teilprojekts werden für das Thema der Nachhaltigkeitstransformation von großer Bedeutung sein, um eine höhere Reproduzierbarkeit als verallgemeinerbares Modell für die Skalierung (up-scaling) von Praktiken der Wiederherstellung von Ökosystemen zu erreichen und das akademische Verständnis dafür zu stärken, welche Faktoren Nachhaltigkeitstransformation am besten umsetzen.
Dem Bericht über die menschliche Entwicklung 2020 des United Nations Development Programme (UNDP) folgend sind 13 von 15 Nationen Westafrikas der niedrigsten Entwicklungsstufe zuzuordnen. Mit dieser Situation gehen verringerte Anpassungskapazitäten einher hinsichtlich der Herausforderungen, die der Klimawandel in der Region mit sich bringen wird. Extreme Niederschlagsereignisse (Starkregen, aber auch längere Dürren) führen immer wieder zu einer verringerten Nahrungsmittelproduktion und damit zu Hungerperioden, die sich insbesondere zu Beginn der anstehenden Regenzeit einstellen. Das hohe Bevölkerungswachstum in der Region stellt dagegen zunehmende Anforderungen an die Nahrungsmittelversorgung. In vielen Regionen wird der Boden bereits so stark ausgebeutet, dass eine Regenerierung über die übliche Brache oft nicht mehr ausreichend ist. Gutes Ackerland wird zusehends knapp. Andererseits besteht eine verstärkte Schutzbedürftigkeit naturbelassener Flächen, die zudem von den Veränderungen des Klimas betroffen sind. Schlechtes Management der Schutzgebiete, fehlende Akzeptanz in der Bevölkerung und die zunehmende Verknappung freier Flächen zur weit verbreiteten Selbstversorgung zwingen Menschen zur Nutzung von Gebieten, die für die Erhaltung der natürlichen Landschaft vorgesehen sind. Der vorliegende Beitrag präsentiert Karten als Ergebnis von Landnutzungsanalysen in Westafrika und zeigt raumzeitlich auf, welche Wechselwirkungen zwischen Landnutzung, Biodiversität und Klima bestehen.
Die pflanzliche Landnutzung in den Tropen steht unter dem Druck mehr zu produzieren. Insbesondere in Westafrika ist aber die Nachhaltigkeit der Pflanzenproduktion durch eine zunehmende physikalische, chemische und biologische Bodendegradierung gefaehrdet. Biologische Merkmalskomplexe des Bodens beeinflussen die Intensitaet der Naehrstoffumsetzungen im System Pflanze-Boden und damit wesentlich das Naehrstoffangebot fuer die Nutzpflanzen. Ziel der geplanten Untersuchungen ist es, das Bodendegradierungsrisiko unterschiedlicher Landmanagementverfahren (Verkuerzung der Brachedauer, Ersatz der Brache durch Zwischenfruchtanbau oder verbesserte Fruchtfolgen) anhand ausgewaehlter biologischer Merkmalskomplexe abzuschaetzen, die in einem engen Zusammenhang mit der Naehrstoffverfuegbarkeit fuer die Nutzpflanzen stehen. Die Arbeiten befassen sich vorrangig mit der Abschaetzung des potentiellen und aktuellen Naehrstoffangebots durch Labor und Feldversuche in Nordghana und in der Elfenbeinkueste. Das Projekt soll die bodenbiologische Aktivitaet auf solchen Standorten bei verschiedenen Anbausystemen und unterschiedlichen Duengergaben und ihre Bedeutung als Bioindikator fuer die Bodenfruchtbarkeit pruefen.
Die weltweite Zerstoerung vieler Oekosysteme veranlasst uns, in einer vom Menschen wenig gestoerten Umgebung Grundlegendes ueber die Auswirkung von Lebensraumverkleinerungen auf Tierpopulationen zu untersuchen. Der Regenwald ist ein altes Oekosystem, das in seinem Fortbestand besonders gefaehrdet ist. Zerstueckelung von Lebensraeumen fuehrt zur Verinselung von Populationen. Aus der Inseloekologie wissen wir, dass Waldarten von der Isolierung besonders betroffen sind. In der westafrikanischen Feuchtsavanne bietet die Verteilung der Inselwaelder zusammen mit verbindenden Galeriewaldstrukturen eine besonders geeignete Situation, Populationsbiologie isolierter Waldarten zu studieren. Im Comoe-Nationalpark treffen wir nachweislich auf verstreute Populationen, die nach ihren Anspruechen und ihrer Hauptverbreitung als Regenwaldarten anzusprechen sind.
Multi-level monitoring of destabilized Sahelian regions connects field work in situ with detailed to semi-detailed analysis of vegetation structure (aerial photography), vegetation functional types and units of rational landcover (satellite images). Human impact on Sahelian vegetation in its regional variations is a main reason for continous destruction of former grazing lands. Regional dynamics of impact patterns are analysed by means of multi-stage remote sensing techniques and multi-spectral image classification. Integration of remotely sensed as well as of socio-economic data with geo-information systems is an important tool for modelling regional dynamics of degradation and desertification due to multi-thematic and multi-temporal input parameters. Intersection of geo-informations creates change detection databasas of Sahelian regions. Planning sustainable development will urgently need the appropriate use of the presented facilities of IGIS technology.
Gegenstand des Forschungsprojektes ist eine Untersuchung der Phylogeographie ausgewählter Taxa eierlegender Zahnkarpfen (Cyprinodontiformes, Aplocheilidae) mit molekulargenetischen Methoden. Es soll die Hypothese getestet werden, ob Evolution und Radiation in dieser Fischgruppe entscheidend durch die historische und rezente Entwicklung des zentralafrikanischen Regenwaldes beeinflußt wurde. Aufgrund der engen Habitatbindung der untersuchten Artgruppen an den Regenwald wird diese Hypothese von den bisherigen Bearbeitern favorisiert. Für die betrachteten Taxa soll das Ausmaß der genetischen Unterschiede zwischen den Arten und den verschiedenen Populationen ermittelt werden, um Rückschlüsse auf Biogeographie, Phylogenie, Artbildungsprozesse und Evolutionsverlauf ziehen zu können. die biogeographischen und phylogenetischen Ergebnisse sollen dann mit den vorliegenden Daten zur Geologie und zur Regenwaldgenese verglichen werden, um festzustellen, ob hier eine Korrelation vorliegt und sich dadurch weitere Details zur bisher nur in groben Zügen bekannten Genese west- und zentralafrikanischer Regenwaldgebiete gewinnen lassen. Die betrachteten Verbreitungsgebiete umfassen dabei mehrere der angenommenen Regenwaldrefugien im Bereich Nigeria, Kamerun, Äquatorial Guinea und Gabun.
Besondere Anpassungen der Wuestenassel Hemilepistus reaumuri sind ihr Sozialverhalten im Familienverband und extreme Orientierungsleistungen, mit deren Hilfe sie ihre Hoehle wiederfindet. Beide Verhaltenskomplexe wurden und werden untersucht. Der Riedfrosch Hyperolius viridiflavus vermag in der Trockenzeit mehrere Monate in der Vegetationsschicht semiarider Gebiete ohne Nahrungsaufnahme zu ueberstehen. In diesem Zusammenhang werden die Art des Verdunstungsschutzes und besondere Anpassungen beim Atmungsstoffwechsel untersucht.
Inselberge sind fast nackte Felserhebungen, die sich inselartig aus der Ebene erheben und eine von der Umgebung abweichende Vegetation tragen. Sie kommen weltweit mit Schwerpunkt in den Tropen vor. Inselberge weisen wenige, weltweit gleichfoermige, physiognomisch charakterisierbare Habitate auf und sind deshalb ideale Modellsysteme fuer Forschungen zur Biodiversitaet und Inselbiogeographie. Ausser wenigen, lokalen Beschreibungen lagen vor Beginn des Projektes keine Informationen zur Vegetation von Inselbergen vor. Vergleichende, ueberregionale Studien fehlten voellig. Das Forschungsvorhaben untersucht erstmals die Vegetation von Inselbergen weltweit, mit Schwerpunkten in Westafrika (Cote d'Ivoire), Suedostafrika (Simbabwe) und Suedamerika (Venezuela) und Australien. Die Vegetation von mehr als 400 Inselbergen wurde inventarisiert und erfasst. Die Diversitaet der pflanzlichen Lebensgemeinschaften wird quantifiziert. Ausgehend von dieser einzigartigen Datengrundlage koennen Biodiversitaet, Oekologie und Floristik eines Oekosystems weltweit verglichen werden. Die Bedeutung deterministischer und stochastischer Prozesse fuer die Zusammensetzung und Diversitaet der lokalen Pflanzengemeinschaften wird untersucht. Der ueberregionale und globale Vergleich der Ergebnisse laesst allgemeine Aussagen ueber die Mechanismen der Aufrechterhaltung trophischer Biodiversitaet zu.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 274 |
| Land | 20 |
| Weitere | 5 |
| Wirtschaft | 2 |
| Wissenschaft | 100 |
| Zivilgesellschaft | 5 |
| Type | Count |
|---|---|
| Daten und Messstellen | 2 |
| Ereignis | 3 |
| Förderprogramm | 267 |
| Mitmachportal | 1 |
| Taxon | 2 |
| Text | 20 |
| unbekannt | 4 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 25 |
| Offen | 270 |
| Unbekannt | 2 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 278 |
| Englisch | 48 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 4 |
| Bild | 13 |
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| Dokument | 6 |
| Keine | 180 |
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| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 212 |
| Lebewesen und Lebensräume | 297 |
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