Erfassung der natuerlichen und induzierten Seismizitaet im Untersuchungsgebiet mit den Teilzielen: 1. Monitoring der in der letzten Phase der Flutung des WISMUT-Bergbaureviers Aue-Alberoda induzierten Seismizitaet, 2. Verifizierung ingenieurseismologischer Parameter fuer die Gefaehrdungsanalyse von Talsperrenbauwerken, 3. Erfassung der natuerlichen tektonisch bedingten Seismizitaet im Bereich der Gera-Jachymov-Stoerungszone, 4. Ermittlung der Transmissionseigenschaften seismischer Wellen beim Durchgang durch die Gera-Jachymovstoerungszone.
Netzwerke von Vorranggebieten fuer den Naturschutz werden seit mehreren Jahren gefordert und sind bislang leider nur in wenigen Faellen konkret umgesetzt worden. Vielmehr ist fuer viele landesweite 'Schutzgebietssysteme' zu konstatieren, dass gerade der eingeforderte Systemcharakter fehlt, Schutzziele nicht eindeutig definiert sind und ebenso wenig ein bestimmtes Schutzziel durch Einbeziehung der Gesamtheit aller Einzelgebiete verfolgt wird. Mit der Etablierung von Vorrangflaechennetzwerken steht dem Naturschutz eine Strategie zur Verfuegung, mit der es moeglich ist, innerhalb einer definierten raeumlichen Bezugsregion Flaechen zu identifizieren und auszuweisen, die in ihrer Summe die gesamte biotische und abiotische Ausstattung einer definierten Region repraesentieren sollen und vorrangig gemaess den Zielen des Naturschutzes zu bewirtschaften und zu entwickeln sind. Da vermittels derartiger Netzwerke sowohl Ziele des Arten- und Biotopschutzes als auch des Prozessschutzes realisiert werden koennen, bilden sie das Grundgeruest fuer alle weiteren Naturschutzplaene. Die Forderung nach einer Entwicklung von Vorrangflaechennetzwerken gewann insbesondere in Zusammenhang mit der Umsetzung der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU an Bedeutung. In diesem Zusammenhang sind u.a. die folgenden Ziele und Aufgaben mit einem Vorrangflaechennetzwerk verbunden: - Systematischer und repraesentativer Aufbau von nationalen Schutzgebietssystemen; - Integration und Umsetzung internationaler Uebereinkommen des Natur- und Umweltschutzes; - Raeumliche Abstimmung von Schutzprogrammen; - Beitrag zur Biotopverbundplanung mit abgestuften nationalen und landesweiten Konzeptionen; - Bezugssystem fuer ein naturschutzfachliches bundesweites Monitoring.
Im Rahmen des Gesamtthemas 'Regionales seismologisches Monitoring' wurde ein lokales Beobachtungsnetz im Raum Aue-Zwickau aufgebaut, das seit Januar 1998 in Betrieb ist. Mit ihm werden die tektonische bedingte Seismizitaet im Bereich der Gera-Jachymov-Stoerungszone sowie die durch die Flutung des WISMUT Bergbaureviers Aue-Alberode induzierte Seismizitaet erfasst und untersucht. Fuer die Gefaehrdungsanalyse nahegelegener Talsperrenbauwerke sind darueber hinaus aus den Messdaten ingenieurseismologische Parameter zu ermitteln, und es sind die Transmissionseigenschaften seismischer Wellen beim Durchgang durch die Stoerungszone abzuleiten. Die 3. Phase des Vorhabens beinhaltet die Weiterfuehrung des Netzbetriebs, der Datenarchivierung und der routinemaessigen Auswertung bis zum Abschluss der Flutungsphase des WISMUT-Bergbaus. Mit zunehmender Zahl der registrierten tektonischen und induzierten Ereignisse sowie von Steinbruchsprengungen ergibt sich eine stetig wachsende Datenbasis fuer die wissenschaftliche Datenanalyse im Hinblick auf die genannten Zielstellungen des Gesamtvorhabens. Bisher wurden bereits eine groessere Zahl induzierter Ereignisse erfasst, lokalisiert und herdmechanisch untersucht.