Zur richtigen Beurteilung der Gefahrensituation in einem Wildbach und zur Ableitung dementsprechender Schutzmassnahmen sind verschiedenste Untersuchungsschritte notwendig. Von besonderer Bedeutung sind die Ereignisdokumentation und Ereignisanalyse, die Beurteilung der Massenverlagerungsprozesse und die Dimensionierung von technischen und passiven Maßnahmen. Das Projekt zielt auf die Verbesserung der Aufnahmemethodik im Zuge der Ereignisdokumentation, die Gewinnung von Daten aus 'Mustereinzugsgebieten', die Verbesserung und Neuentwicklung der Meßsensorik, die Aufnahme von Daten zur Bemessung von aktiven und passiven Schutzmassnahmen ab.
Im Rahmen des vorliegenden Projektes werden am Gaschierakopf im Schesatobel (Vorarlberg) künstlich Murgänge auf einer Streckenlänge von ca. 150m ausgelöst. Dabei werden die verschiedensten Parameter - wie Geschwindigkeiten, Abflusstiefen, Murdrücke - mit Hilfe moderner Messtechnik erfasst und dokumentiert. Ziel dieser Versuche ist die Erforschung von Muren in Bezug auf die Entstehung, der Kinematik, der Geschwindigkeit und der Reichweite . Weiters besteht die einzigartige Möglichkeit des Testens von Frühwarnsystemen und des Kalibrierens der einzelnen Messgeräte.
Ziel ist die Entwicklung eines Prototypen eines GIS-integrierten Modells zur Simulation von Murgängen. Dazu sollen die letzten wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Murenforschung mit dem Know-how auf dem Gebiet der Erstellung von Simulationssoftware zusammengeführt werden. Dabei werden rheologische Eigenschaften von Murmaterial durch Laborversuche (Förderband und Rheometer) ermittelt und Daten von Radar, Drucksonden und Geophonen aus 1:1 Murversuchen ausgewertet.
Im Einzugsgebiet des Lattenbaches verläuft die tektonische Grenze zwischen Silvrettakristallin und den Nördlichen Kalkalpen, wodurch großräumige Massenbewegungen auftreten. Die tiefgreifenden Hangbewegungen befinden sich orografisch rechts zur Gänze in der Landecker Phyllitzone (Phyllite und Schiefer), während sie orografisch links im Kalkalpin liegen. Der Lattenbach erodiert den Hangfuß der in Bewegung befindlichen Einhänge, sodass ständig mit hohen Feststoffeinträgen zu rechnen ist. Dies äußert sich in häufig auftretenden viskosen Murgängen. Im Hinblick auf die fortschreitenden Hangbewegungen und die verstärkt auftretenden Schäden an der Staffelung im oberen Mittellauf ist die Erstellung eines Schutzkonzeptes von großer Dringlichkeit. Ziel des Projektes ist die Beurteilung der Erosionsdynamik im Bereich der Hangbewegungen und der ausgedehnten Feststoffquellen. Die Untersuchung konzentriert sich auf Murereignisse. Es soll die Wirkung der Verbauungen auf den Ablauf und die Intensität der Ereignisse beurteilt werden. Die Mobilisierung und der Transport von Feststoffen soll im Zusammenhang mit den Verbauungen erfasst und verschiedene Szenarien abgeleitet werden. Die Szenarien sollen fiktive Ereignisse beschreiben, die auf den Erhebungen aufbauen. Die Ergebnisse der Szenarien sollen für die Schutz- und Maßnahmenplanung herangezogen werden und auf allenfalls erforderliche Sanierungs- und Ergänzungsmaßnahmen bei den bestehenden Verbauungen hinweisen. Die Projektergebnisse bilden neben den Messungen und Ereignisdokumentationen im Rahmen des Monitoring Lattenbach eine unverzichtbare Entscheidungsgrundlage für ein umfassendes Schutzkonzept für die gefährdeten Objekte im Unterlauf.
The prediction of geo-hazards and the assessment of single geo-risks in the Tarina valley is based on risk engineering methods as stability calculations of morainic dams and flood wave / dam breach computer simulations. The impact of a future glacial lake outburst on the environment is assessed and recommendations for mitigation measures are given by calculating a worst case scenario of a possible new outburst flood from glacier lakes. For settlements hazardous areas are delineated based on field assessment and modelling results in order to develop local hazard mitigation strategies ant to improve hazard preparedness of local inhabitants.
Der Bleicherbach entspringt noerdlich von Steyr und muendet noerdlich von Enns in den Kristeinerbach. Aufgrund von Ueberschwemmungen im Juni 1996 wurde von der Stadtgemeinde Enns der Auftrag erteilt, die Abflusskapazitaet des Gerinnes im Stadtbereich von Enns (Wassergenossenschaft I) zu ermitteln und gegebenenfalls Schutzmassnahmen vorzuschlagen. Mittels einer Detailvermessung wurde die Gerinnegeometrie und das Vorland in ein hydraulisches Wasserspiegellagenprogramm eingebunden, die Abfluesse der Jaehrlichkeiten 1, 10, 30 und 100 wurden vom hydrographischen Dienst uebernommen. Die Gerinnekapazitaet reicht stellenweise nicht aus, das jaehrliche Hochwasser ohne Ueberbordung abzufuehren. Beim 10-jaehrliche Abflussereignis stehen bereits grosse Bereiche des Vorlandes unter Wasser, beim 30-jaehrlichen Ereignis ist die Abflusskapazitaet der Kuenette im Stadtgebiet von Enns erreicht, beim 100-jaehrlichen Ereignis steht der gesamte Talboden unter Wasser. Fuer Hochwasserschutzmassnahmen wurden 3 Varianten ausgearbeitet. Allen Varianten ist ein Hochwasserrueckhaltebecken suedlich der Westautobahn gemein. Lokale Schutzmassnahmen umfassen Gerinneertuechtigungen und gerinnebegleitende Daemme entlang der bearbeiteten Gerinnestrecke.
Die Morphologie von Ablagerungskegeln und die an der Kegeloberfläche sichtbaren morphologischen Kleinformen stellen ein wesentliches Beurteilungskriterium in der Gefahrenzonenplanung dar. Um zu einem besseren Verständnis der Ablagerungsprozesse zu gelangen, wurden einzelne Ablagerungskegel im Ötz-, Stanzer-, Glemm-, Krimmlertal und Kalsertal zur Analyse herangezogen.
Ausgehend von den Erkenntnissen aus den internationalen Projekten DOMODIS (1998-2000) und DISALP (2003-2006) haben sich in den Ländern des Alpenraums die Bestrebungen zur Dokumentation von Naturereignissen intensiviert. In Österreich hat sich, ausgelöst durch die Hochwasserereignisse 2005, die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine koordinierte Ereignisdokumentation ein wesentlicher Bestandteil des integralen Risikomanagements ist. Auf Anregung des Lebensministeriums wird deshalb ein Universitätslehrgang angeboten, der die wesentlichen Elemente einer Ereignisdokumentation umfasst.
Im Rahmen des Projekts DOMODIS wurden die Murenereignisse vom Sommer 1997 vor Ort aufgenommen. Die daraus ableitbaren Erkenntnisse sind als Entscheidungsgrundlage fuer Praeventivstrategien und zur Optimierung des Einsatzes oeffentlicher Mittel von grosser Bedeutung und sollten fuer den forsttechnischen Dienst fuer Wildbach- und Lawinenverbauung, aber auch der Oeffentlichkeit zugaenglich gemacht werden. In Anlehnung an die Ereignisdokumentation Sachseln, Bundesamt fuer Wasserwirtschaft/CH umfasst die Dokumentation schwerpunktsmaessig: Hydrometeorologie, Spitzenabfluss und Feststoffbilanzen, Abtragsprozesse im Einzugsgebiet (in Zusammenarbeit mit der Geologischen Stelle der WLV), Vergleich mit frueheren Ereignissen.
Dieses Projekt wurde von der International Association of Geomorphologists (IAG) ins Leben gerufen und wird als ICSU/ IDNDR Projekt gefuehrt. Es verfolgt das Ziel, geomorphologische Prozesse, wie z.B. Muren, moeglichst genau und sofort (real time/just-post-eventum) zu dokumentieren. Dafuer sollten organisatorische und wissenschaftliche Ablaufplaene erstellt werden. Fuer Oesterreich wurde gemeinsam mit dem BMLF/VC und der FBVA (Inst. f. Lawinen und Wildbach Forschung) ein Organisationsschema entwickelt und eingereicht. Im Rahmen von Arbeitssitzungen sollen diese Schemata von den an diesem Projekt teilnehmenden Staaten (zur Zeit: Schweiz, Deutschland, Italien, Spanien, Rumaenien, China, Neuseeland, Kanada) diskutiert werden.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 45 |
| Europa | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 45 |
| License | Count |
|---|---|
| Offen | 45 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 43 |
| Englisch | 29 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Keine | 4 |
| Webseite | 41 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 41 |
| Lebewesen und Lebensräume | 42 |
| Luft | 30 |
| Mensch und Umwelt | 45 |
| Wasser | 34 |
| Weitere | 45 |