Zur richtigen Beurteilung der Gefahrensituation in einem Wildbach und zur Ableitung dementsprechender Schutzmassnahmen sind verschiedenste Untersuchungsschritte notwendig. Von besonderer Bedeutung sind die Ereignisdokumentation und Ereignisanalyse, die Beurteilung der Massenverlagerungsprozesse und die Dimensionierung von technischen und passiven Maßnahmen. Das Projekt zielt auf die Verbesserung der Aufnahmemethodik im Zuge der Ereignisdokumentation, die Gewinnung von Daten aus 'Mustereinzugsgebieten', die Verbesserung und Neuentwicklung der Meßsensorik, die Aufnahme von Daten zur Bemessung von aktiven und passiven Schutzmassnahmen ab.
Seit einem Murereignis im Jahre 1971 ist der von Schipisten massiv erschlossene Stubnerkogel bei Bad Gastein ein Betaetigungsfeld der WLV. Im Rahmen eines Generalsanierungsprojektes wird nun zusaetzlich zu den technischen Verbauungen ein flaechenwirtschaftliches Projekt ausgearbeitet. Neben einem waldbaulichen Behandlungskonzept bilden bodenkundliche und hydrologische Untersuchungen (in Bezug auf den Hangwasserhaushalt) einen Schwerpunkt der Arbeit. Vorhandene Kartierungen werden durch eigene Kartierungen ergaenzt. Im Folgejahr wurden die Quellen im Arbeitsgebiet beprobt, um Informationen ueber den Hangwasserhaushalt zu gewinnen. Die Kartierungen wurden in einem geographischen Informationssystem analysiert und zum Kartendruck aufbereitet. Aus der Analyse mit dem GIS werden Gebiete mit einem Gefaehrdungspotential ersichtlich, in denen entsprechende flaechenwirtschaftliche Massnahmen vorgeschlagen werden.
Muren stellen ein Wasser-Feststoffgemisch dar, dessen rheologische Eigenschaften nur ansatzweise bekannt sind. Die Kenntnis dieser Parameter stellt aber die Grundlage jeglicher Simulation von Murenabgängen dar. Deshalb wurde im Jahr 1994 ein Rheometer zur Ermittlung des Fließverhaltens angekauft und im Jahr 1995 eine Versuchsrinne entworfen und hergestellt. Im Berichtsjahr wurde, aufbauend auf den abgeschlossenen Diplomarbeiten, Murenmaterial vom Mützenkarbach/Filzmoos, Moschergraben/Mixnitz und Wartschenbach/Lienz ausgewertet. Dazu wurde die Konstruktion der Versuchsrinne verbessert, so dass bei weiteren Versuchen ein klagloses Funktionieren gewährleistet ist.
Ein Teil der als Rendllifte bezeichneten Aufstiegshilfen im Moostal und vor allem die dazugehörigen Abfahrten sind nicht permanent lawinensicher oder lawinengesichert. Ziel der Studie ist die Erstellung eines Konzeptes zur Maximierung der Lawinensicherheit. Da eine absolute Sicherheit gegen Lawinen nicht erreicht werden kann, soll eine Optimierung der Gegenmaßnahmen auf der Basis einer möglichst objektiven, nachvollziehbaren Ermittlung des Lawinenrisikos bewerkstelligt werden. Die im gesamten Untersuchungsgebiet durchgeführte Risikoanalyse liefert Hinweise, wo die Lawinengefahr besonders groß ist und kann somit für eine effiziente Sicherheitsmaximierung verwendet werden.
Im Rahmen des vorliegenden Projektes werden am Gaschierakopf im Schesatobel (Vorarlberg) künstlich Murgänge auf einer Streckenlänge von ca. 150m ausgelöst. Dabei werden die verschiedensten Parameter - wie Geschwindigkeiten, Abflusstiefen, Murdrücke - mit Hilfe moderner Messtechnik erfasst und dokumentiert. Ziel dieser Versuche ist die Erforschung von Muren in Bezug auf die Entstehung, der Kinematik, der Geschwindigkeit und der Reichweite . Weiters besteht die einzigartige Möglichkeit des Testens von Frühwarnsystemen und des Kalibrierens der einzelnen Messgeräte.
Der Bleicherbach entspringt noerdlich von Steyr und muendet noerdlich von Enns in den Kristeinerbach. Aufgrund von Ueberschwemmungen im Juni 1996 wurde von der Stadtgemeinde Enns der Auftrag erteilt, die Abflusskapazitaet des Gerinnes im Stadtbereich von Enns (Wassergenossenschaft I) zu ermitteln und gegebenenfalls Schutzmassnahmen vorzuschlagen. Mittels einer Detailvermessung wurde die Gerinnegeometrie und das Vorland in ein hydraulisches Wasserspiegellagenprogramm eingebunden, die Abfluesse der Jaehrlichkeiten 1, 10, 30 und 100 wurden vom hydrographischen Dienst uebernommen. Die Gerinnekapazitaet reicht stellenweise nicht aus, das jaehrliche Hochwasser ohne Ueberbordung abzufuehren. Beim 10-jaehrliche Abflussereignis stehen bereits grosse Bereiche des Vorlandes unter Wasser, beim 30-jaehrlichen Ereignis ist die Abflusskapazitaet der Kuenette im Stadtgebiet von Enns erreicht, beim 100-jaehrlichen Ereignis steht der gesamte Talboden unter Wasser. Fuer Hochwasserschutzmassnahmen wurden 3 Varianten ausgearbeitet. Allen Varianten ist ein Hochwasserrueckhaltebecken suedlich der Westautobahn gemein. Lokale Schutzmassnahmen umfassen Gerinneertuechtigungen und gerinnebegleitende Daemme entlang der bearbeiteten Gerinnestrecke.
Ausgehend von den Erkenntnissen aus den internationalen Projekten DOMODIS (1998-2000) und DISALP (2003-2006) haben sich in den Ländern des Alpenraums die Bestrebungen zur Dokumentation von Naturereignissen intensiviert. In Österreich hat sich, ausgelöst durch die Hochwasserereignisse 2005, die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine koordinierte Ereignisdokumentation ein wesentlicher Bestandteil des integralen Risikomanagements ist. Auf Anregung des Lebensministeriums wird deshalb ein Universitätslehrgang angeboten, der die wesentlichen Elemente einer Ereignisdokumentation umfasst.
Im Rahmen des Projekts DOMODIS wurden die Murenereignisse vom Sommer 1997 vor Ort aufgenommen. Die daraus ableitbaren Erkenntnisse sind als Entscheidungsgrundlage fuer Praeventivstrategien und zur Optimierung des Einsatzes oeffentlicher Mittel von grosser Bedeutung und sollten fuer den forsttechnischen Dienst fuer Wildbach- und Lawinenverbauung, aber auch der Oeffentlichkeit zugaenglich gemacht werden. In Anlehnung an die Ereignisdokumentation Sachseln, Bundesamt fuer Wasserwirtschaft/CH umfasst die Dokumentation schwerpunktsmaessig: Hydrometeorologie, Spitzenabfluss und Feststoffbilanzen, Abtragsprozesse im Einzugsgebiet (in Zusammenarbeit mit der Geologischen Stelle der WLV), Vergleich mit frueheren Ereignissen.
Dieses Projekt wurde von der International Association of Geomorphologists (IAG) ins Leben gerufen und wird als ICSU/ IDNDR Projekt gefuehrt. Es verfolgt das Ziel, geomorphologische Prozesse, wie z.B. Muren, moeglichst genau und sofort (real time/just-post-eventum) zu dokumentieren. Dafuer sollten organisatorische und wissenschaftliche Ablaufplaene erstellt werden. Fuer Oesterreich wurde gemeinsam mit dem BMLF/VC und der FBVA (Inst. f. Lawinen und Wildbach Forschung) ein Organisationsschema entwickelt und eingereicht. Im Rahmen von Arbeitssitzungen sollen diese Schemata von den an diesem Projekt teilnehmenden Staaten (zur Zeit: Schweiz, Deutschland, Italien, Spanien, Rumaenien, China, Neuseeland, Kanada) diskutiert werden.
Im Mittellauf des Rettenbaches (Gemeinde Bad Ischl, Bezirk Gmunden) ist eine stillgelegte, vollständig verlandete Klause situiert, mit deren Versagen im Ereignisfall gerechnet werden muss. Im Falle eines Dammbruches könnte sich der Verlandungsraum der Klause schlagartig entleeren. Hierbei ist mit dem Freiwerden von bis zu 50000 m3 Feststoffen zu rechnen. Dementsprechend ist es vonnöten ein Gesamtschutzkonzept für den Rettenbach bzw. die unmittelbar betroffene Gemeinde Bad Ischl zu erstellen. Im Rahmen dieses Projektes sollen nun die Grundlagen zur Erstellung eines Schutzkonzeptes geschaffen werden. Diese Grundlagen umfassen sowohl die hydrologische Berechnung als auch die Einschätzung des Gefährdungspotenzials auf Basis der numerischen Simulation verschiedener Szenarien der hydraulischen Verhältnisse, ausgelöst durch einen Dammbruch. Des Weiteren soll eine Evaluierung des Bauzustandes der betroffenen Klause mittels Probenentnahme und der 'Finiten Elemente Methode' erfolgen.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 45 |
| Europa | 1 |
| Type | Count |
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| Förderprogramm | 45 |
| License | Count |
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| Offen | 45 |
| Language | Count |
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| Deutsch | 43 |
| Englisch | 29 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Keine | 4 |
| Webseite | 41 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 41 |
| Lebewesen und Lebensräume | 42 |
| Luft | 30 |
| Mensch und Umwelt | 45 |
| Wasser | 34 |
| Weitere | 45 |