Die agnion Operating GmbH & Co. KG wurde im Juni 2010 als Projektgesellschaft gegründet, um die mit dem Vorhaben geplante Holzvergasungsanlage zu betreiben. Am Standort des Biomassehofes Achental in Grassau (Bayern) wird eine hocheffiziente Holzvergasungsanlage mit der neuartigen Heatpipe-Reformer Technologie errichtet. Heatpipes sind hocheffiziente Wärmeübertrager mit großer Leistungsdichte. Der Heatpipe-Reformer ermöglicht es, holzartige Biomasse in ein heizwertreiches Synthesegas umzuwandeln. Dazu wird die Wärme aus der Wirbelschichtbrennkammer durch Heatpipes in den Wirbelschichtreformer gleitet. Dort erfolgt die Reaktion der Biomasse mit Wasserdampf zu Synthesegas. Das Synthesegas wird als Brennstoff in einem eigens für dieses Vorhaben entwickelten Gasmotor in Strom und Wärme umgewandelt. Die erzeugte Wärme wird in das Wärmeversorgungsnetz vor Ort, der erzeugte Strom in das nationale Netz eingespeist. Im Vergleich zu einer konventionellen Wärme- und Stromerzeugung können mit dem Vorhaben jährlich 1.500 t CO2-Emissonen und 600.000 t Heizöl eingespart werden. Die geplante Anlage zeichnet sich durch eine wesentlich höhere Effizienz der Brennstoffausnutzung im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen zur Verbrennung holzartiger Produkte aus. Einsatzmöglichkeiten eröffnen sich nicht nur bei der Errichtung neuer, vor allem dezentraler Anlagen in Städten und Gemeinden, sondern auch beim Ersatz bestehender Anlagen.
Die thermische Behandlung des stickstoffreichen Abfallstoffs Klärschlamm erfolgt überwiegend in stationären Wirbelschichten. Die Betriebsführung dieser Anlagen fokussiert auf eine weitgehende Minderung der Stickoxidemissionen und berücksichtigt bisher nur teilweise die Minderung des klimarelevanten Abgasparameters Lachgas (N2O). Die Treibhausgaswirkung von N2O ist um den Faktor 300 höher im Vergleich zu CO2 und kann bei hohen Emissionen die Klimabilanz der Klärschlammverbrennung deutlich verschlechtern. Infolge der Umsetzung der Vorgaben der AbfKlärV wird zu den bestehenden Anlagen ein massiver Zubau an neuen Monoverbrennungsanlagen ( 30) erwartet, welcher bis 2029 weitgehend abgeschlossen sein soll. In diesem Zusammenhang bietet sich durch Anwendung geeigneter Feuerungs- und Abgasreinigungskonzepte die Möglichkeit, die Klimawirkung der thermischen Klärschlammbehandlung insgesamt zu mindern. Im Rahmen des Vorhabens sollen Emissionsdaten von NOx/N2O unter Berücksichtigung der angewandten Feuerungs- und Abgasreinigungskonzepte ermittelt und ausgewertet werden. Basierend hierauf werden Einsatzbereiche und Minderungseffizienzen primärer und sekundärer Schadgasminderungsmaßnahmen identifiziert und praktische Handlungsempfehlungen zur Minderung der NOx/N2O-Emissionen abgeleitet.
Der Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land (ZAW-SR), Äußere Passauer Straße 75, 94315 Straubing, betreibt mit der Hans Wolf GmbH & Co. KG (Straubing) auf der Flur Nummer 2108, Gemarkung Agendorf, Gemeinde Steinach, eine Bauschuttdeponie, die weitgehend verfüllt ist. In der Region Ostbayern fehlen Deponiekapazitäten der Klasse 0. Um den schon bestehenden Standort Agendorf bestmöglich zu erhalten, ist eine Erhöhung sowie Erweiterung der DK 0 Deponie in Richtung Süden geplant.
Aufgrund der fortgeschrittenen Verfüllung der Deponie beantragte der Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land als Vorhabensträgerin mit den Antragsunterlagen vom 27.06.2025 beim Landratsamt Straubing-Bogen die Genehmigung zur Erweiterung der DK 0 Deponie Agendorf. Insbesondere wurde die Erteilung einer beschränkten Erlaubnis nach Art. 15 BayWG für die Einleitung von Niederschlagswasser aus dem Betriebsgelände der DK 0 Deponie „Agendorf“ in den Mühlbach der Kinsach beantragt.
Im Zuge der Erweiterung soll der auf der Flur Nummer 2112, Gemarkung Agendorf, Gemeinde Steinach, bestehende Wiesengraben auf die Flur Nummer 2113, Gemarkung Agendorf, Gemeinde Steinach, verlegt werden. Bei der Grabenverlegung handelt es sich um einen Gewässerausbau i. S. d. § 67 Abs. 2 WHG. Dabei entspricht die Fläche des entfallenden Grabens der Fläche des geplanten Grabens mit jeweils ca. 1.200 m².
Der verlegte Graben soll entlang des Fahrwegs und des Sickerbeckens der geplanten Deponie in Flur Nummer 2113, Gemarkung Agendorf, Gemeinde Steinach, verlaufen. Im Westen soll der Graben wieder auf seinen bestehenden Verlauf schließen. Das bestehende Fließbett des Grabens hat eine Breite von 0,5 m bis 1 m. Für den Gewässerausbau ist durchgängig eine Breite von ebenfalls 0,5 m bis 1 m für das Fließbett vorgesehen. Der Bereich des entfallenden Grabens wird teilweise als Deponiefläche und teilweise als Ausgleichsfläche im Rahmen des Landschaftspflegerischen Begleitplans für die Erhöhung / Erweiterung der bestehenden DK 0 Deponie genutzt. Ziel ist es, die landschaftliche Gestaltung möglichst entsprechend der vorherigen Ausprägung zu gestalten. Für das Vorhaben ist eine standortbezogene UVP-Vorprüfung durchzuführen.