Ecofys unterstützte den CEFI, bei der Entwicklung und Ausarbeitung der Energie- und Kohlenstoff-Roadmap 2050 . Die Roadmap untersucht, welche Rolle die Chemieindustrie langfristig betrachtet in einem energieeffizienten und emissionsarmen Europa der Zukunft spielen kann. In vier versch. Szenarien werden die zukünftige Nachfrage nach und damit die Produktion von Produkten der chemischen Industrie bis 2050 sowie die Entwicklung und der Einsatz von Energieeffizienz- und kohlenstoffarmen Technologien bewertet. Die Szenarien unterscheiden sich dabei hinsichtlich ihrer Annahmen zum energie- und klimapol. Umfeld in Europa und dem Rest der Welt, zur Entwicklung von Energie- und Rohstoffpreisen sowie der Geschwindigkeit, mit welcher relevante Innovationen voranschreiten. Die Studie untersucht ebenfalls, welche Rolle der europäischen Chemieindustrie in der Bereitstellung von Energieeffizienz- und kohlenstoffarmen Lösungen für andere Wirtschaftsbranchen zukommen kann. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Produkte der chemischen Industrie in allen Wirtschaftsbereichen Verbesserungen in der Energieeffizienz und der Minderung von Treibhausgasemissionen ermöglichen, wobei sich diese Rolle der Chemieindustrie künftig noch verstärken dürfte. Weiterhin wird in der Studie deutlich, dass die Preisdifferenzen, welche für Energie und Rohstoffe im Vergleich zu den wichtigsten Wettbewerbsregionen bestehen, die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Chemieindustrie gefährden. Eine auf Europa beschränkte und nicht global abgestimmte Energie- und Klimapolitik, welche zu höheren Kosten der europäischen Produktion führt, würde die Wettbewerbsfähigkeit weiter schwächen und zu einer geringeren Produktion in Europa und damit zu vermehrten Importen von chemischen Produkten nach Europa führen. Die Verbesserung der Energieeffizienz wird den größten Beitrag leisten, die zukünftigen Treibhausgasemissionen der europäischen Chemieindustrie zu reduzieren. Des Weiteren können alternative Brennstoffe zur Erzeugung von Prozesswärme sowie die Vermeidung von Lachgasemissionen sich positiv auf die Emissionsminderung auswirken. Darüber hinaus bergen die Dekarbonisierung des Stromsektors und nach 2030 auch die CCS-Technologie zusätzliche Emissionsminderungspotentiale. Wachstum und Innovation wird dabei in den kommenden Jahren bei der Erzielung realer Emissionsminderungen eine entscheidende Rolle zukommen. Angesichts dieser Ergebnisse appelliert die Studie an die politischen Entscheidungsträger, die energie- und klimapolitische Rahmenbedingungen derart zu gestalten, dass Anreize für ein nachhaltiges und effizientes Wachstum der chemischen Industrie geschaffen werden, um die Attraktivität für Investitionen zu steigern und weitere Innovationen zu fördern. Die Studie liefert wertvollen Input für die Diskussion zur europäischen Energieversorgung sowie der post 2020 Klima und Industriepolitik. Ecofys kam die Rolle der Projektkoordination zu und lieferte zudem unabhängige analyt. Beiträge.
Das Ziel von SP4 in Kili-SES-1 war es, die Beziehung zwischen dem Angebot von Naturleistungen (NCP) und dem menschlichen Wohlbefinden im sozial-ökologischen System (SES) des Kilimandscharos zu analysieren. Dabei wurde untersucht, wie ökonomische Präferenzen, sozioökonomische Charakteristika und die Interaktion auf Märkten diese Beziehung beeinflussen. Kili-SES-2 ergänzt diese Analyse durch die Untersuchung von Transformationspotenzialen. Da das SES u.a. aufgrund von Klimawandel und Populationsdynamiken einem steten Wandel unterworfen ist, ist die Anpassungsbereitschaft von Menschen innerhalb des SES von zentraler Bedeutung für die Resilienz des Systems. Der Impuls für Veränderungen in Interaktionsmustern mit der Natur, um sich an ökologische Veränderungen im SES anzupassen, kann von Institutionen, Initiativen oder von Einzelpersonen in einer Gemeinschaft ausgehen. In SP4 liegt der Fokus weiterhin auf der Rolle von Individuen, deren Transformationspotenzial anhand von zwei Leitfragen untersucht wird: Wie reagieren Menschen im SES auf Veränderungen im NCP-Angebot und welches Potential haben sie, andere Menschen im SES ebenfalls zu einer Veränderung ihrer Interaktionsmuster mit der Natur zu bewegen? Um die erste Frage zu beantworten, untersuchen wir individuelle Einflussfaktoren für die Bereitschaft, Änderungen in der Interaktionsweise mit der Natur vorzunehmen. Insbesondere betrachten wir die Rolle von Merkmalen der NCP-Änderung (z.B. Angebotsanstieg vs. - rückgang) und Merkmalen der Lösungspfade (marginale vs. transformative Veränderung). Die Beantwortung der zweiten Frage erfordert ein Verständnis dafür, wie individuelle Veränderungen zu gesellschaftlichen Veränderungen führen können, wobei neben den soziodemografischen Merkmalen einer Person insbesondere ihre Einbettung in das soziale Netzwerk betrachtet wird. Diese Fragestellungen sollen in drei miteinander verbundenen Arbeitspaketen (WPs) analysiert werden. In WP1 wird ein multifaktorielles Vignettenexperiment verwendet, um die individuelle Bereitschaft zu Verhaltensänderungen aufgrund einer Änderung des NCP-Angebots in Abhängigkeit von den Merkmalen der NCP-Änderung und der möglichen Lösungspfade zu untersuchen. In WP2 wird eine auf dem Experiment aufbauende Fragebogenuntersuchung durchgeführt, die neben soziodemografischen Charakteristika insbesondere die Rolle der Wahrnehmung von Problemen, Lösungspfaden und vorhandenen Ressourcen analysiert. In WP3 wird schließlich durch ein Experiment und der Analyse des sozialen Netzwerkes der jeweiligen Person betrachtet, wer besonders geeignet ist, um Veränderungen in der Gemeinschaft zu verbreiten. Insgesamt wird unsere Forschung damit umfassende Informationen für die Beurteilung der Frage liefern, wie Individuen im Kili SES auf ökologische Veränderung reagieren und so maßgeblich zum Verständnis der Dynamiken innerhalb des SES beitragen. SP4 liefert auf diese Weise wichtiges System- und Transformationswissen für die Arbeit der Forschungsgruppe.
In jüngster Zeit wird in der polit-ökonomischen Literatur verstärkt auf die Bedeutung politischer Institutionen für die Ausgestaltung der Wirtschaftspolitik hingewiesen. Insbesondere wenn sich Politikergebnisse nach normativen Kriterien ordnen lassen, kann eine ökonomisch fundierte Vergleichende Regierungslehre zu einer verbesserten Auswahl an politischen Institutionen und somit zu einer Erhöhung der gesellschaftlichen Wohlfahrt beitragen. Daher setzt sich dieses Projekt zur Aufgabe, die Wirkungen verschiedener Wahl- und Regierungssysteme auf die Agrarpolitik zu untersuchen. Die Agrarpolitik als endogene Größe bietet sich an, da im internationalen Vergleich Politiken zu beobachten sind, die nicht allein aufgrund ökonomischer und demographischer Länderunterschiede zu erklären sind. Es soll ein fundiertes theoretisches Modell der agrarpolitischen Entscheidung abgeleitet werden, das sowohl die separaten Effekte des Wahl- und Regierungssystems als auch entsprechende Interaktionseffekte abbildet. Das Modell soll anhand eines internationalen Zeitreihen- Länderquerschnittsdatensatzes auch empirisch validiert werden. Bestehende ökonometrische Probleme bei der Verwendung von Zeitreihen-Querschnittsdaten wie auch hinsichtlich der Endogenität von politischen Institutionen sollen dabei durch innovative Schätzverfahren gelöst werden.
Die rasche Verstädterung und das Bevölkerungswachstum haben in den heutigen Gesellschaften neue Probleme geschaffen. Zu diesen Problemen gehören die Verknappung der Trinkwasserressourcen, Schwierigkeiten bei der Abfallbewirtschaftung, Luftverschmutzung, Verkehrsstaus und eine sich verschlechternde und veraltete Infrastruktur. Neben der zunehmenden Dringlichkeit einer nachhaltigen Entwicklung haben Fortschritte in der Mathematik und im Data Science das Konzept der "Smart Cities" zur Lösung dieser Probleme hervorgebracht. Die Versorgung der Menschen mit einer sicheren, zuverlässigen und kostengünstigen Trinkwasserversorgung ist von größter Bedeutung für die Gesundheit in der Gesellschaft, die Wirtschaft und die Politik. Daher ist der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen als eines der 17 Ziele in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen enthalten (https://sdgs.un.org/goals). In diesem Zusammenhang sind die Wasserversorgungsnetze (WDN) das Herzstück jeder intelligenten Stadt und erfordern neue Überlegungen und Entwicklungen, um intelligenter verwaltet und betrieben zu werden. Eines der Hauptprobleme in WDNs sind Lecks im System. Leckagen führen zu einem spürbaren Verlust von sauberem Wasser, was zu umgekehrten Leckagen, Verunreinigungen durch Grundwasser und ernsthaften Betriebsschwierigkeiten führen kann. Eine frühzeitige Leckerkennung spart Wasser und verhindert, dass sich kleine Lecks zu Wassereinbrüchen ausweiten. Daher sind Einrichtungen zur frühzeitigen Leckerkennung für jedes intelligente WDN unerlässlich, um Verluste und die Gefahr von Leckagen zu verringern. SMARTWINE zielt darauf ab, das Potenzial einer Kombination aus maschinellem Lernen (ML), Graphentheorie und Optimierungstechniken zu erforschen und zu nutzen, um zuverlässige, schnelle und einfach zu bedienende Methoden zur Echtzeit-Leckerkennung und Alarmierung in WDNs zu entwickeln.
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