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Wohnen

<p>„Wohnen“ ist zusammen mit Mobilität und Ernährung der Konsumbereich, der die Umwelt am stärksten belastet, etwa durch Flächen-, Wasser- und Energieverbrauch, aber auch durch Schadstoffausstoß und Abfall. Private Haushalte haben aber auch erhebliche Möglichkeiten, diese Umweltbelastungen durch bewusste Konsumentscheidungen zu reduzieren.</p><p>Seit 2011 wurden bis Ende 2024 etwa 3,1 Millionen neue Wohnungen in Deutschland gebaut, was einer Erhöhung des Wohnungsbestands von 7,7 % entspricht. Bei einer Bevölkerungszunahme von etwa 3,2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern im gleichen Zeitraum (entspricht 4 %) wuchs der Wohnungsbestand also stärker als die Bevölkerung. Die Zunahme der Wohnfläche der privaten Haushalte, vor allem auch durch den flächenintensiven Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern, trägt zur dynamischen Ausweitung der Siedlungsflächen bei.</p><p>Die Ausstattung und Nutzung neuer Wohnungen erfordert Möbel, Haushaltsgeräte sowie Energie etwa für die Raumwärme oder Warmwasserbereitung. Das Bedarfsfeld „Wohnen“ trägt daher zu einem hohen Anteil der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/wohnen/kohlendioxid-emissionen-im-bedarfsfeld-wohnen">Kohlendioxid-Emissionen</a> des privaten Konsums bei, hauptsächlich durch Heizen, Warmwasser und den Stromverbrauch von Geräten. Trotz immer energieeffizienterer Gebäude und Geräte sinkt die durchschnittliche Kohlendioxid-⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/e?tag=Emission#alphabar">Emission</a>⁠ des Wohnens pro Kopf und pro Jahr kaum. Die Effizienzgewinne werden durch Wachstum kompensiert.</p><p>Zum Bedarfsfeld „Wohnen“ gehören neben dem Bedarf an Wohnfläche auch die Wassernutzung, der Energieverbrauch, die ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/t?tag=Treibhausgas#alphabar">Treibhausgas</a>⁠-Emissionen sowie die Abfälle privater Haushalte.</p>

Wohnfläche

<p>In Deutschland werden immer mehr und immer größere Wohnungen gebaut. Die beanspruchte Wohnfläche pro Person steigt in der Tendenz. Gründe liegen vor allem in der zunehmenden Zahl der Single-Haushalte und dem Anstieg der Wohnfläche mit zunehmendem Alter.</p><p>Zahl der Wohnungen gestiegen</p><p>Im Jahr 2024 gab es in Deutschland rund 43,8 Millionen (Mio.) Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden, einschließlich Wohnheimen. Das waren rund 3,1 Mio. Wohnungen mehr als im Jahr 2011 (7,7 %). Im gleichen Zeitraum stieg die tatsächlich genutzte Wohnfläche deutlich stärker um 11,2 % an. Grund dafür war auch die im Vergleich zu 2011 größere durchschnittliche Wohnfläche der Wohnungen im Bestand von 2024. Die Wohnfläche je Wohnung betrug 2024 im Durchschnitt 94,0&nbsp;Quadratmeter (siehe Tab. „Wohnungen und Wohnfläche“).</p><p>Da die meisten neuen Wohnungen in Neubauten entstehen, die zu einem erheblichen Teil in neu ausgewiesenen Baugebieten errichtet werden, zeigt sich das Wohnen als ein bedeutender Treiber der Flächenneuinanspruchnahme in Deutschland.</p><p>Das Statistische Bundesamt definiert die Wohnfläche als die Fläche aller Wohn- und Schlafräume sowie aller Küchen und Nebenräume. Unberücksichtigt bleiben dabei die nicht zum Wohnen bestimmten Boden-, Keller- und Wirtschaftsräume. Außerdem wird die Wohnfläche in Leerständen nicht erfasst.</p><p>Entwicklung von Bevölkerung und Wohnungsbestand in Bundesländern unterschiedlich</p><p>Zwischen 2011 und 2024 nahm die Zahl der Wohnungen in Deutschland um 7,7 % zu, während die Bevölkerung im gleichen Zeitraum um rund 4,0 % wuchs. Hauptursache für den Bevölkerungszuwachs war die Zuwanderung der letzten Jahre. Die Entwicklung verlief unterschiedlich: Während in den meisten Bundesländern die Bevölkerung zunahm, schrumpfte sie in Sachsen-Anhalt (-6,2 %), Thüringen (-3,7 %), Mecklenburg-Vorpommern (-2,1 %) und in Sachsen (-0,3 %). Im gleichen Zeitraum stieg der Wohnungsbestand jedoch in fast allen Bundesländern außer in Sachsen-Anhalt (-1,45 %), also auch in Thüringen (+1,1 %), in Mecklenburg-Vorpommern (+6,1 %) und in Sachsen (+1,4 %). Nur in Berlin und Bremen wächst die Bevölkerung schneller als der Wohnungsbestand. Hingegen wächst in den anderen Ländern der Wohnungsbestand teils wesentlich schneller als die Bevölkerung (siehe Abb. „Bevölkerung und Wohnungsbestand in den Bundesländern 2011 bis 2024“).</p><p>Wohnfläche pro Kopf gestiegen</p><p>Die Wohnfläche pro Kopf nahm in Deutschland zwischen 2011 und 2024 von 46,1 Quadratmetern (m²) auf 49,2 m² zu. Ein Grund dafür ist die immer noch zunehmende Versorgung mit Eigenheimen und großen Wohnungen obwohl die Haushalte im Mittel immer kleiner und vor allem Ein-Personenhaushalte immer häufiger werden (siehe Abb. „Wohnfläche pro Kopf“).</p><p>Wohnfläche pro Kopf in Einpersonenhaushalten am größten</p><p>Der Trend zu Haushalten mit weniger Personen führt dazu, dass die Bevölkerung insgesamt mehr Wohnfläche beansprucht. Im Jahr 2022 (<a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Wohnen/Tabellen/tabelle-wo4-wohnflaeche.html">Zensus 2022</a>) lag die Wohnfläche von Einpersonenhaushalten mit 73,3 Quadratmetern (m²) um mehr als 40 % höher als die Wohnfläche pro Kopf in Zweipersonenhaushalten mit 51,5&nbsp;m². Die Mitglieder von Haushalten mit vier oder mehr Personen beanspruchten sogar nur eine durchschnittliche Fläche von 30&nbsp;m². Ein wichtiger Grund für die geringere Wohnflächenbeanspruchung pro Person in Mehrpersonenhaushalten ist die gemeinsame Nutzung von Küche, Bad und Flur.</p><p>Ältere Haushalte verfügen pro Kopf über den meisten Wohnraum</p><p>Das zeigen die Zensusdaten des Statistischen Bundesamtes <a href="https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD23_N035_12.html">(2023)</a>. 2022 verfügten Haushalte, in denen die Haupteinkommensbezieher*in mindestens 65 Jahre alt war, über 68,5 m² Wohnfläche pro Kopf. Die Alleinlebenden in dieser Altersgruppe belegten sogar 83 m². Der Grund dafür ist, dass Personen trotz veränderter Lebensumstände, wie der Auszug der Kinder, Trennung oder Tod des Partners oft in der großen Familienwohnung bleiben. Vor allem Wohnungseigentümer sind wenig geneigt, nach solchen Ereignissen in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Laut Zensus 2022 standen den Eigentümerhaushalten, in denen die Haupteinkommensbezieher*in mindestens 65 Jahre alt war, sogar 78,1 m² pro Person zur Verfügung. Im Vergleich dazu bewohnten Personen in Mieterhaushalten aus dieser Altersgruppe nur 58,3 m² pro Person. Die Wohnflächenbelegung in der Altersgruppe 25 – 44 Jahre liegt deutlich darunter in Eigentümerhaushalten bei 50,3 m² pro Person und in Mieterhaushalten bei 42,7 m².</p><p>Folgen der Flächennutzung durch Wohnen für die Umwelt</p><p>Jeder bewohnte Quadratmeter Fläche in Gebäuden führt zu höherem Energieverbrauch, denn die Fläche wird beleuchtet, beheizt, mit Bodenbelag versehen und möbliert, muss gereinigt und instandgehalten werden. Dies führt zu erhöhtem Energie- und Ressourcenverbrauch und ggf. Schadstoffemissionen.</p><p>Haushalte und ihre Mitglieder belegen nicht nur Wohnfläche innerhalb von Gebäuden, sondern ihnen ist allein oder anteilig auch die Grundstücksfläche, auf der das Wohngebäude steht, zuzurechnen. Hinzu kommt weitere Bodenfläche außerhalb des Wohngrundstücks, zum Beispiel die Fläche für Erschließungsstraßen oder andere Infrastrukturen, wie Abwasserbeseitigungsanlagen oder Spiel-, Sport- und Grünflächen, die dem Wohnen dienen. Jede Nutzung von Bodenflächen durch den Menschen hat mehr oder weniger große Auswirkungen auf die Umwelt. Das gilt auch für die Nutzung durch Siedlungsflächen und dadurch bedingt für die Flächen der Verkehrsinfrastruktur. Irreversibel wird etwa in die Fläche eingegriffen, wenn natürliche Bodenstrukturen und -funktionen zum Beispiel durch Überbauung und Versiegelung zerstört werden. Ziel muss es sein, knappe Fläche nachhaltig und umweltschonend, ökonomisch effizient und sozial gerecht mit Rücksicht auf künftige Generationen zu nutzen.</p>

Verbrauch an Wohnfläche in Deutschland steigt immer weiter

Zwar werden nach den Ergebnissen der Baulandumfrage die bestehenden Innenentwicklungspotenziale zunehmend genutzt. Doch gleichzeitig steigt die individuelle Wohnflächeninanspruchnahme unverändert an, wie eine Auswertung von empirica regio ergab. Insbesondere in ländlichen Räumen steigt die Wohnfläche pro Kopf deutlich an – zwischen 2015 und 2020 um 3,7% auf durchschnittlich 51,4m². Mit 40,9m² liegt die Pro-Kopf-Wohnfläche in Städten deutlich niedriger. Auch liegt der Anstieg im genannten Zeitraum mit 1,5% kaum halb so hoch wie in den ländlichen Räumen. Vor allem in Großstädten gibt es so gut wie keinen Zuwachs der individuellen Wohnfläche. Gründe liegen hier in dem eingeschränkten Wohnraumangebot sowie den hohen Miet- und Kaufpreisen. Der hohe Pro-Kopf-Verbrauch in ländlichen Räumen geht vor allem auf die Dominanz von dort realisierten Einfamilienhäusern zurück. Ebenso sind die Alterung und der Wegzug junger Menschen insbesondere aus peripheren Regionen Effekte, die in die Berechnungen eingehen. Diese Entwicklung, so die Bevölkerungsprognose des BBSR aus dem Jahr 2020 (Link), könnte sich noch weiter verschärfen. Demnach weist eine typische Gemeinde im ländlich geprägtem Raum einen individuellen Wohnflächenverbrauch von mehr als 65 m² auf, hat einen Wohnungsleerstand von 5-10 % und hat in den vergangenen fünf Jahren Bevölkerung verloren. Insbesondere in ländlichen Räumen steigt die Wohnfläche pro Kopf deutlich an – zwischen 2015 und 2020 um 3,7% auf durchschnittlich 51,4m². Mit 40,9m² liegt die Pro-Kopf-Wohnfläche in Städten deutlich niedriger. Auch liegt der Anstieg im genannten Zeitraum mit 1,5% kaum halb so hoch wie in den ländlichen Räumen. Vor allem in Großstädten gibt es so gut wie keinen Zuwachs der individuellen Wohnfläche. Gründe liegen hier in dem eingeschränkten Wohnraumangebot sowie den hohen Miet- und Kaufpreisen. Der hohe Pro-Kopf-Verbrauch in ländlichen Räumen geht vor allem auf die Dominanz von dort realisierten Einfamilienhäusern zurück. Ebenso sind die Alterung und der Wegzug junger Menschen insbesondere aus peripheren Regionen Effekte, die in die Berechnungen eingehen. Diese Entwicklung, so die Bevölkerungsprognose des BBSR aus dem Jahr 2020 (Link), könnte sich noch weiter verschärfen. Demnach weist eine typische Gemeinde im ländlich geprägtem Raum einen individuellen Wohnflächenverbrauch von mehr als 65 m² auf, hat einen Wohnungsleerstand von 5-10 % und hat in den vergangenen fünf Jahren Bevölkerung verloren. www.empirica-regio.de/blog/220209_wohnflaeche/ www.empirica-regio.de/blog/220209_wohnflaeche/

Flächensparend Wohnen

Trotz einer mehr oder weniger stagnierenden Bevölkerung nimmt die Wohnfläche in Deutschland jedes Jahr deutlich zu und führt zu einem steigenden Wohnflächenverbrauch pro Kopf. Die Folgen des kontinuierlichen Anstiegs der Wohnfläche pro Einwohner für den Flächen- und Energieverbrauch und damit letztendlich für die Erreichung der klimapolitischen Ziele der Bundesregierung rücken zunehmend ins Bewusstsein der Politik. Das Treibhausgasminderungspotenzial einer Reduktion der Pro-Kopf-Wohnfläche ist enorm. In Deutschland wächst das Bewusstsein für dieses Problem, insbesondere auf regionaler Ebene. In dem vorliegenden Bericht wird zunächst das enorme Potenzial eines reduzierten Wohnraums pro Kopf abgeschätzt. Es werden die vielversprechendsten Zielgruppen identifiziert, die eine weit überdurchschnittliche Pro-Kopf-Wohnfläche nutzen und möglicherweise daran interessiert sind, diese zu reduzieren. Zu diesen Zielgruppen gehören Rentner und Haushalte, denen ein Umbruch in der Lebensphase bevorsteht, wie das Erreichen des Rentenalters oder Familien, deren Kinder ausgezogen sind. Für diese Zielgruppen analysieren wir spezifische Hemmnisse gegen die Reduktion von Wohnraum. Außerdem werden weitere Akteure wie politische Entscheidungsträger, Verbände und den Wohnungssektor und ihre spezifischen Hindernisse und Motive, das Problem anzugehen, betrachtet. Um die Haushalte der Zielgruppen bei der Verringerung ihres Wohnraums zu unterstützen, ist ein Mix an politischen Instrumenten erforderlich, die sowohl aus Informations- als auch aus Finanzinstrumenten bestehen. Wir beschreiben daher weiterhin bestehende Ansätze und entwickeln eine Reihe neuartiger Instrumente, um die Haushalte der Zielgruppen dabei zu unterstützen, ihren Wohnraum zu reduzieren. Weiterhin werden die Auswirkungen dieser Instrumente auf den Energieverbrauch und die Emissionen der Zielgruppen berechnet. Darüber wird analysiert, ob diese Maßnahmen aus Sicht eines Haushalts unter Berücksichtigung von Kosten und Nutzen attraktiv sind oder nicht, wahrscheinliche Verteilungseffekte werden aufgezeigt. Quelle: Forschungsbericht

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