Bei bodenkundlichen Sondierungen auf Flaechen, die vom 'Eichensterben betroffen sind', ergab sich bislang folgendes Bild: - Bodenchemische Summenparameter zur Kennzeichnung der verfuegbaren Naehrelementvorraete zeigen zwar haeufig knappe Versorgung an, 'bodenchemischer Stress' kann jedoch nicht als monokausaler Stressfaktor angesehen werden. - Die Beurteilung des Lagerungszustandes der Boeden ergab im Bereich der Rhizosphaere haeufig Hinweise auf Belueftungsmaengel im tieferen Mineralboden, so z.B. - Absterben von Herzwurzeln, auffaellige Verflachung der Durchwurzelung, Ueberzuege von 'Phenolkrusten' an mechanisch beschaedigten und abgestorbenen Grobwurzeln, - plattige Strukturen unter der Stammbasis, - kohaerente, z.T. verbackene Strukturen im Unterboden mit hohem Eindringwiderstand, - durch Sackung dicht und kohaerent gewordene Ah-Horizonte, die an der Bodenoberflaeche, der Schnittstelle fuer den Gasaustausch zwischen Atmosphaere und Boden, die Bodenbelueftung behindern koennen. Es konnte gezeigt werden, dass eine Koineichung zwischen Schwaechen der Bodenstruktur, Belueftungsstoerungen (Verschlechterung der O2-Versorgung und CO2-Entsorgung einerseits und Feinwurzeldichte bzw. Tiefe der Intensivwurzelzone andererseits besteht. Damit ist es wahrscheinlich, dass Strukturstoerungen im Boden und die davon bedingten Belueftungsmaengel als praedisponierende Faktoren beim Auftreten von Eichenschaeden wirken.
Wurzel-Boden-Interaktionen werden im Zusammenhang mit den neuartigen Waldschaeden haeufig diskutiert, wobei bisher uebersehen wird, dass derartige Interaktionen im Bereich der Mykorrhizosphaere stattfinden und an ihnen nicht nur die Mykorrhzi selbst, sondern auch die sie begleitenden Rhizoplanen- und Rhizosphaerenpilze beteiligt sind. Ueber die Vorgaenge ist im einzelnen sehr wenig bekannt. Bei ersten Voruntersuchungen unserer Arbeitsgruppe wurden Unterschiede im Artenspektrum von Rhizosphaeren- und Rhizoplanenpilzen gefunden, die sich wahrscheinlich zur Vitalitaet und den Typen der Mykorrhizen sowie dem Gesundheitszustand der Baeume in Beziehung setzen lassen. Mit der Abnahme der Artenzahl und der Haeufigkeit gewisser Rhizosphaerenpilze ging eine Zunahme an pathogenen Pilzen und eine Verschlechterung des Bestandeszustandes einher. Kalkungsmassnahmen scheinen hierauf ebenfalls einen Einfluss zu haben. Diese Zusammenhaenge sollen sowohl in verschiedenen Bestaenden als auch experimentell genauer untersucht werden. Die Pilze der Rhizosphaere und der Rhizoplane, die die Mykorrhizen unterschiedlich geschaedigter Bestaende besiedeln, sollen isoliert und bestimmt werden. Ihr Auftreten in Abhaengigkeit von Typ und Vitalitaet der Mykorrhizen sowie dem Alter der Baeume soll dokumentiert werden. An ausgewaehlten Beispielen soll die Schutzwirkung der Mykorrhiza selbst und einiger begleitender Rhizosphaerenpilzarten gegen pathogene Wurzelpilze experimentell ueberprueft werden.
Untersuchung der Wirkung von Befahrungen mit Forstmaschinen auf unterschiedlichen Standorten mittels standardisierter Methode unter Beruecksichtigung verschiedener Varianten. Die Befahrungen erfolgen sowohl im Herbst (Trockenphase) als auch im Fruehjahr (Nassphase) mit einem standardisierten Normalschlepper. Neben Standardreifen werden auch Breitreifen sowie als zusaetzliche Variante die Wirkung einer Reisigauflage getestet. Die Untersuchung wurde auf einem Tonstandort begonnen; weitere typische rheinland-pfaelzische Standorte wie zB Decklehme des Hunsrueck sind in Planung. Gemessen werden Spurtiefen, Infiltration, Lagerungsdichte, CBR-Wert, aktuelle Bodenfeuchte und Saugspannung. Auch die Regenerationsfaehigkeit wird in bestimmten Zeitabstaenden durch Kontrollmessungen erhoben. Geplant sind des weiteren Untersuchungen von bereits laenger zurueckliegenden vollflaechigen Befahrungen auf typischen Standorten hinsichtlich Bodenverdichtung, Verjuengungserfolg und Wurzelwachstum bei Buche.