Aus dem unteren und mittleren Jura sind bisher nur ganz wenige terrestrische Faunen mit Wirbeltieren bekannt. Insbesondere für die Phylogenie der Säugetiere ist dieser Zeitabschnitt von großer Bedeutung, da hier Stammlinienvertreter der modernen Säugetiere (Marsupialia und Placentalia) mit tribosphenischen Backenzähnen zu erwarten sind. Bisherige Untersuchungen deuten darauf hin, dass die tribosphenischen Säugetiere vermutlich in Asien entstanden sind und sich von dort nach Europa und Nordamerika ausbreiteten. Weite Gebiete Zentralasiens sind allerdings bisher wirbeltierpaläontologisch weitestgehend unerforscht. Erste vielversprechende Kleinwirbeltier-Funde in Kirgisien lassen auf das Potential dieser Region für die Aufklärung der Stammesgeschichte mesozoischer Säugetiere und anderer Wirbeltiergruppen schließen. Bei den geplanten Geländearbeiten und nachfolgenden Laboruntersuchungen werden grundlegende neue Erkenntnisse zur Phylogenie und Paläobiogeographie der Säugetiere, aber auch anderer Gruppen wie etwa der Amphibien, Squamaten und Dinosaurier erwartet.
Mineralisierte Plaque in Form von Zahnstein sowie Konkremente sind entscheidendeFaktoren bei der Entstehung von Parodonthopatien. Aufgrund klinischer Beobachtungen wurde ein spezieller Anamnesebogen entwickelt, um Korrelationen zwischen Bildungsparametern und Haeufigkeit der Zahnsteinentfernung, Speichelkonsistenz, Mundhygienegewohnheiten etc. und dem Grad der parodontalen Erkrankung aufzeigen zu koennen. Fuer Teilbereiche der Ergebnisse werden statistische Auswertungen durchgefuehrt. Elektronen- und phasenkontrastmikroskopische, roentgenographische, infrarotspektroskopische und chemische Untersuchungen zeigen charakteristische, gewohnheitsbedingte Unterschiede in der Zusammensetzung von menschlichen Zahn- und Speichelkonkrementen. Typisch sind geschlechts- und berufsspezifische Abweichungen bei umweltrelevanten Schwermetallen wie Pb, Cd, Cu und Zn. Besonderheiten hinsichtlich Menge, Konsistenz und Haerte von Zahnstein, sowie pH-Wert des Speichels ergeben sich bei Bergleuten.
Sphingonotus caerulans musste in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts starke Bestandseinbußen hinnehmen (Maas et al. 2002, Reinhardt et al. 2005, Poniatowski et al. 2020). Im Zuge des Klimawandels breitet sich die Art in Deutschland aber wieder aus (Wranik & Lange 2007, Kronshage 2009, Haaks et al. 2014, Kettermann & Fartmann 2018, Poniatowski et al. 2018, Poniatowski et al. 2020, Zahn 2020). Auf Bundesebene gilt S. caerulans inzwischen nicht mehr als selten, sondern als mäßig häufig. Berechnet wurde eine kurzfristige Bestandsveränderung von +30%. Dies entspricht einer deutlichen Zunahme. Die aktuelle Bestandsentwicklung wirkt sich auch auf den langfristigen Bestandstrend aus: Es wird jetzt nicht mehr von einem starken Rückgang (vgl. Maas et al. 2011), sondern nur noch von einem mäßigen Rückgang ausgegangen. Ob diese positive Bestandsentwicklung in den nächsten Jahren anhält, bleibt abzuwarten. Dies wird im starken Maße von der Verfügbarkeit besiedelbarer Habitate abhängen. Hierzu zählen hauptsächlich Standorte mit sehr spärlichem Bewuchs wie Silbergrasfluren, Schotterbänke, Gleisanlagen, Industriebrachen, Steinbrüche sowie Sand- und Kiesgruben (Maas et al. 2002, Straube 2013, Kettermann & Fartmann 2018, Fischer et al. 2020).