40 Jahre nach Tschornobyl: Selbst gesammelte Pilze unbedenklich Maßvoller Verzehr von Wildpilzen führt nur zu geringer Strahlendosis Ausgabejahr 2026 Datum 28.08.2026 Bodenkontamination mit Cäsium-137 im Jahr 1986. Die aktuellen Werte lassen sich durch Multiplikation der Zahlen mit 0,40 ermitteln. Im April 1986 ereignete sich das schwerste Nuklearunglück der Geschichte : der Reaktorunfall von Tschornobyl (russ. Tschernobyl) . Radioaktive Stoffe aus dem Kernkraftwerk in der heutigen Ukraine breiteten sich über Europa aus. Vor allem Wildpilze waren in den Folgejahren stark mit radioaktivem Cäsium belastet. Als weitere, ältere Quelle spielten die oberirdischen Atombombentests der 1950er und 1960er Jahre dabei nur eine geringe Rolle. 40 Jahre nach dem Unfall ist es in Deutschland inzwischen wieder unbedenklich, selbst gesammelte Pilze in üblichen Mengen zu essen. Insbesondere in einigen Regionen in Süddeutschland können Wildpilze aber nach wie vor auffällige Gehalte an Cäsium-137 aufweisen. Der aktuelle Pilzbericht des BfS schafft dazu Transparenz. Pilzbericht ermöglicht informierte Entscheidung BfS-Präsidentin Dr. Inge Paulini Quelle: bundesfoto/Bernd Lammel "Aus Sicht des Strahlenschutzes spricht nichts dagegen, selbst gesammelte Pilze zu essen. Die Strahlendosis ist bei einem maßvollen Verzehr gering – auch wenn vereinzelt stärker mit radioaktivem Cäsium belastete Pilze dabei sein sollten" , sagt BfS -Präsidentin Inge Paulini. Ob man sich dieser geringen, aber vermeidbaren Strahlendosis aussetzen wolle, müsse jeder individuell entscheiden, betont die Behördenchefin: "Mit unserem Pilzbericht ermöglichen wir Pilzsammlerinnen und Pilzsammlern, selbst eine informierte Entscheidung zu treffen." Cäsium-137-Werte variieren deutlich Quelle: Markus Mainka/stock.adobe.com Für den Pilzbericht untersucht das BfS jährlich wild wachsende Speisepilze von ausgewählten Standorten in Bayern auf ihren Gehalt an Cäsium-137 . Abhängig von der Pilzart und der Cäsium- Kontamination des Bodens am Sammelstandort unterscheiden sich die Messergebnisse teilweise stark: Manche Pilzarten enthalten grundsätzlich wenig Cäsium-137 , andere nehmen besonders viel von dem radioaktiven Stoff auf, was bei stärker belasteten Böden zu hohen Messwerten führt. Der aktuelle Bericht enthält die Messwerte der Jahre 2023 bis 2025. Höchste Messwerte Die Liste mit den höchsten Cäsium-137 -Werten führen Semmelstoppelpilze und Rotbraune Semmelstoppelpilze an: In einigen Proben von einem stark belasteten Standort im Bayerischen Wald fanden die BfS -Fachleute über 2.000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm Frischmasse. Werte über 1.000 Becquerel pro Kilogramm gab es außerdem bei Maronenröhrlingen, Trompetenpfifferlingen, Elfenbeinschnecklingen, Seidigen Ritterlingen, Dickblättrigen Schwärztäublingen und Blassblauen Rötelritterlingen. Niedrige Messwerte Bei diversen anderen Pilzarten blieben die Messwerte durchweg unter 5 Becquerel pro Kilogramm Frischmasse. Dazu gehörten unter anderem Braunschuppige Riesenchampignons, Dunkelfaserige Champignons, Hasenröhrlinge, Riesenporlinge und Sternschuppige Riesenschirmlinge. Alle Messwerte sind unter www.bfs.de/pilzbericht im Pilzbericht des BfS zu finden. Beispiel für die Strahlendosis Quelle: pikselstock/stock.adobe.com Um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Strahlendosis durch den Verzehr selbst gesammelter Pilze entstehen kann und wie sie einzuschätzen ist, lässt sich folgendes Beispiel nutzen: In einer Probe von Maronenröhrlingen wies das BfS rund 1.400 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm Frischmasse nach. Würde eine erwachsene Person jede Woche 200 Gramm dieser Pilze verzehren, läge die zusätzliche Strahlendosis bei 0,18 Millisievert pro Jahr. Das wäre etwas mehr als die Strahlendosis von drei Flügen von Frankfurt am Main nach New York. Neben der Strahlendosis sollte man auch berücksichtigen, dass Wildpilze Schwermetalle wie Blei, Quecksilber und Cadmium anreichern können. Wer regelmäßig Wildpilze isst, sollte schon deshalb darauf achten, pro Woche nicht mehr als 200 bis 250 Gramm zu sich zu nehmen . Wildpilze im Handel und Zuchtpilze Wildpilze und andere Pilze im Handel dürfen nicht mehr als 600 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm enthalten. In Zuchtpilzen wie Champignons, Austernseitlingen und Shiitake findet sich generell nur wenig Cäsium-137 : Diese Pilze werden auf Substraten angebaut, die kaum radioaktives Cäsium aufweisen. Cäsium-137 – ein langlebiges Erbe Cäsium-137 ist ein radioaktives Isotop des Elements Cäsium, das nicht natürlich vorkommt. Es entsteht unter anderem bei der Kernspaltung in Kernkraftwerken. Seine Halbwertszeit beträgt etwa 30 Jahre. Das bedeutet, dass das Cäsium-137 , das sich 1986 in Deutschland am Boden ablagerte, inzwischen zu rund 60 Prozent zerfallen ist. Stand: 28.08.2026
Die Hanfindustrie hat sich in den vergangenen Jahren aufgrund neuer politischer Rahmenbedingungen und innovativer Produktfelder zu einem stark wachsenden Wirtschaftsbereich entwickelt. Hanfprodukte werden in der Lebensmittel-, Pharma-, Automobil-, Bau-, Textil- und Papierindustrie eingesetzt. Das stärkste Wachstum der Hanfindustrie findet in der Produktion von Lebensmittel- und Lebensmittelzusätzen aus Hanfsamen, Hanf- und CBD-Ölen statt. Als Nebenprodukte fallen in diesen Wirtschaftsbereichen Extraktionsreste an, für die es derzeit nur bedingt Verwertungsmöglichkeiten gibt. In der industriellen Hanffaserproduktion werden aus getrocknetem Hanfstroh hochwertige Naturfasern gewonnen, die z.B. im Fahrzeugleichtbau zur Herstellung von Fahrzeugarmaturen und Verkleidungen eingesetzt werden. Hanffasern sind darüber hinaus ein etabliertes ökologisches Dämmstoffmaterial. Hanfdämmstoffe zeichnen sich durch eine bessere CO2 Bilanz gegenüber konventionellen Dämmstoffmaterialien wie Mineralwolle oder Styropor aus und bieten die Möglichkeit CO2 über mehrere Jahrzehnte im Dämmstoff zu fixieren. Im Dämmstoffherstellungsverfahren fallen neben dem Hauptprodukt Hanffasern im etwa gleichen Umfang zellulosehaltige Reststoffe an, die derzeit nur zu einem geringen Teil wirtschaftlich genutzt werden. Im Hinblick auf eine zunehmende regenerative Energieversorgung sowie knapper werdende Ressourcen bzw. der kritischen Diskussion um den Einsatz nachwachsender Rohstoffe zur Energiegewinnung kommt der Erschließung biogener Rest- und Abfallstoffe für die Erzeugung effizienter, speicherbarer, flexibler und dezentraler Bioenergieträger zunehmende Bedeutung zu. Im Vorhaben HanfNRG sollen energetischen Nutzungsoptionen von Reststoffen der Hanfverarbeitung untersucht werden zur exemplarischen Einbindung in das Energiekonzept einer Hanffaserfabrik.
Die Hanfindustrie hat sich in den vergangenen Jahren aufgrund neuer politischer Rahmenbedingungen und innovativer Produktfelder zu einem stark wachsenden Wirtschaftsbereich entwickelt. Hanfprodukte werden in der Lebensmittel-, Pharma-, Automobil-, Bau-, Textil- und Papierindustrie eingesetzt. Das stärkste Wachstum der Hanfindustrie findet in der Produktion von Lebensmittel- und Lebensmittelzusätzen aus Hanfsamen, Hanf- und CBD-Ölen statt. Als Nebenprodukte fallen in diesen Wirtschaftsbereichen Extraktionsreste an, für die es derzeit nur bedingt Verwertungsmöglichkeiten gibt. In der industriellen Hanffaserproduktion werden aus getrocknetem Hanfstroh hochwertige Naturfasern gewonnen, die z.B. im Fahrzeugleichtbau zur Herstellung von Fahrzeugarmaturen und Verkleidungen eingesetzt werden. Hanffasern sind darüber hinaus ein etabliertes ökologisches Dämmstoffmaterial. Hanfdämmstoffe zeichnen sich durch eine bessere CO2 Bilanz gegenüber konventionellen Dämmstoffmaterialien wie Mineralwolle oder Styropor aus und bieten die Möglichkeit CO2 über mehrere Jahrzehnte im Dämmstoff zu fixieren. Im Dämmstoffherstellungsverfahren fallen neben dem Hauptprodukt Hanffasern im etwa gleichen Umfang zellulosehaltige Reststoffe an, die derzeit nur zu einem geringen Teil wirtschaftlich genutzt werden. Im Hinblick auf eine zunehmende regenerative Energieversorgung sowie knapper werdende Ressourcen bzw. der kritischen Diskussion um den Einsatz nachwachsender Rohstoffe zur Energiegewinnung kommt der Erschließung biogener Rest- und Abfallstoffe für die Erzeugung effizienter, speicherbarer, flexibler und dezentraler Bioenergieträger zunehmende Bedeutung zu. Im Vorhaben HanfNRG sollen energetischen Nutzungsoptionen von Reststoffen der Hanfverarbeitung untersucht werden zur exemplarischen Einbindung in das Energiekonzept einer Hanffaserfabrik.
Jaehrlich fallen bei der Gefluegelzucht mehr als 20.000 t Federn an. Federn bestehen zu 95 Prozent aus dem unloeslichen Strukturprotein Keratin, welches sehr stabil ist. Durch chemische und mechanische Methoden koennen Federn hydrolysiert werden und als Quelle fuer definierte Aminosaeuren und Peptide genutzt werden. Problematisch ist die dabei anfallende hohe Salzfracht. Der Einsatz von Enzymen kann eine 'sanfte' Aufarbeitung der Federn bewirken. Von Vorteil ist dabei die Entstehung definierter Produkte. Aus heissen Quellen der Azoreninsel San Miguel wurde ein anaerober, thermophiler Stamm mit keratinolytischer Aktivitaet isoliert und als Fervidobacterium pennavorans charakterisiert. Federn, Wolle und Keratin aus Hoernern konnten von dem Neuisolat abgebaut werden. Zellgebundene Keratinaseaktivitaet konnte im pH-Bereich von 6-11 und im Temperaturbereich von 30-120 Grad C. nachgewiesen werden. Das Enzym wurde mit Hilfe von praeparativer Gelelektrophorese gereinigt und naeher charakterisiert. Es handelte sich um eine Serinprotease mit einer Molekularmasse von 130.000 Da, die optimal bei pH 10,0 und 80 Grad C. aktiv war. Der isoelektrische Punkt lag bei pH 3,8. Die thermostabile Keratinase konnte das Modellsubstrat Federmehl zu Peptiden mit einer Molekularmasse kleiner 3.000 Da abbauen. Die Keratinase soll zur Umsetzung von unloeslichen und loeslichen Proteinen wie Keratinen oder Gelatine in industriell verwertbare Produkte eingesetzt werden.
The increasing proportion of carbon fibre reinforced plastics (CFRP) in different branches of industry will result in an increasingly larger quantity of CFRP wastes in future. With regard to improved management of natural resources, it is necessary to add these fibres that require energy-intensive production to effective recycling management. But high-quality material recycling is only ecoefficient if the recycled fibres can be used to produce new high-quality and marketable products. Tests carried out up to now indicate that very good results can be expected for large-scale recycling of carbon fibres by means of pyrolysis. The waste pyrolysis plant (WPP) operated in Burgau is the only large-scale pyrolysis plant for municipal wastes in Germany. Use of this plant to treat CFRP wastes represents a unique opportunity for the whole Southern German economy and in particular the Augsburg economic region. In a study funded by the Bavarian State Ministry of the Environment and Health ('Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit'), the specific implementation options for the recovery of carbon fibres from composites by means of large-scale pyrolysis have been under investigation since November 2010. To this end, in the first step a development study was carried out, which in particular examined the options for modifying the Burgau WPP for the recycling of CFRP. The knowledge acquired from the pyrolysis tests, the fibre tests and the economic feasibility study confirmed the positive assessment of the overall concept of CFRP recycling in Burgau. As an overall result, unlimited profitability was found for all scenarios with regard to investments in CFRP recycling in Burgau WPP. The work on the development study was carried out by bifa Umweltinstitut GmbH together with the Augsburg-based 'function integrated lightweight construction project group ('Funktionsintegrierter Leichtbau' - FIL) of the Fraunhofer Institute for Chemical Technology (ICT). Methods: analysis and moderation of social processes, economy and management consulting, process engineering
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