Der Klimawandel führt in deutschen Städten zu einem hohen Anpassungsdruck. Ein besonders vielversprechender Ansatz, um resilienter gegenüber Wetterextremen wie Hitze, Dürre und Starkregen zu sein, sind Naturbasierte Lösungen (NbS). Das neue Forschungsvorhaben Blue Green City Coaching (BGCC) - Implementierung blaugrüner Infrastrukturen zur Klimaanpassung kleinerer deutscher Großstädte: Aufbau eines wissenschaftsbasierten und anwendungsorientierten Coachings für Entscheidungsträger*innen in Stadt- und Regionalplanung, erarbeitet vor diesem Hintergrund bis Ende 2027 Analyse-Instrumente, die Potenziale und Grenzen von NbS für die Stärkung der urbanen Klimaresilienz offenlegen. Im Rahmen des Projektes durchlaufen ca. 10 deutsche mit 100.000 bis 300.000 Einwohnern ein individuelles Coaching. Das Coaching stellt Praxisnähe her, schafft institutionalisierte Partizipation der Entscheidungsträger*innen in der Stadt und testet zugleich verschiedene Bewertungsmethoden für NbS. Konkret soll das BGCC Entscheidungsträger*innen befähigen, wissenschaftlich koordiniert anwendbare Implementierungsstrategien für blaugrüne Infrastrukturen (BGI) zu erstellen. Dabei werden Potentiale und Grenzen identifiziert und diese möglichst im interkommunalen Austausch und mit Hilfe der sozialwissenschaftlichen, juristischen und siedlungswasserwirtschaftlichen Expertise des Projektteams überwunden. Methodisch werden vorhandene Bewertungssysteme für die Effekte und Potentiale wasserbezogener NbS in einer Coaching-Toolbox gebündelt, um Stadtakteuren Argumente und praxisnahe Hilfestellungen für NbS-Potentiale an die Hand zu geben. Bei diesen in der Coaching-Toolbox enthaltenen Potentialen geht es neben finanziellen Anreizen beispielsweise um Monitoring von Biodiversität und Stadtklima mit vielfältigen Effekten auf die Stadtgesundheit – dazu zählen unter anderem die Verringerung der Anzahl von Hitzetoten, eine erhöhte Lebenserwartung und verringerte Gesundheitskosten. Abschließend analysieren sozialwissenschaftliche Expert*innen des Projektteams systematisch die Umsetzungspotenziale und -hemmnisse und bündeln die Ergebnisse. Als Kernprodukt von BGCC entsteht das “BG-Coaching-Handbook”, welches die Toolbox-Inhalte als Handlungsanleitung für die Infrastrukturplanung auch für andere Kommunen replizierbar macht.
<p> <p>Nord- und Ostsee geraten zunehmend unter Druck durch Klimawandel und menschliche Nutzung. Eine Studie im Auftrag des UBA macht deutlich: Intakte Seegraswiesen, Salzwiesen und Riffe sind ein wichtiger Baustein für wirksamen Klimaschutz und resiliente Küsten. Sie schützen Küsten, stabilisieren marine Ökosysteme und tragen gleichzeitig zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels bei.</p> </p><p>Nord- und Ostsee geraten zunehmend unter Druck durch Klimawandel und menschliche Nutzung. Eine Studie im Auftrag des UBA macht deutlich: Intakte Seegraswiesen, Salzwiesen und Riffe sind ein wichtiger Baustein für wirksamen Klimaschutz und resiliente Küsten. Sie schützen Küsten, stabilisieren marine Ökosysteme und tragen gleichzeitig zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels bei.</p><p> <p>Die Kombination aus <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> und menschlicher Nutzung verstärkt bestehende Belastungen. Hohe Nährstoffeinträge und steigende Temperaturen verschärfen etwa den Sauerstoffmangel, während Lebensräume wie Seegraswiesen oder Miesmuschelbänke durch Eingriffe in die Küstenzonen weiter unter Druck geraten. Wenn diese natürlichen Systeme geschwächt werden, steigen auch die Risiken für Küsten: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a> nimmt zu, Strände müssen häufiger aufgefüllt werden, touristische Infrastrukturen sind stärker gefährdet und die Anfälligkeit gegenüber Sturmfluten wächst.</p> Naturbasierte Lösungen: Mehrfachnutzen für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a> und Küste <p>Der Abschlussbericht des Projekts MEER:STARK (Meeresentlastung und Resilienzstärkung: Sektorübergreifende Transformation, Anpassung, Revitalisierung und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> für Nord- und Ostsee) macht deutlich: Naturbasierte Lösungen können eine zentrale Rolle dabei spielen, Meeresschutz und Klimaanpassung wirksam miteinander zu verbinden. Diese Ansätze nutzen und stärke natürliche Ökosystemprozesse gezielt für den Küstenschutz.</p> <p>Konkrete Beispiele gibt es bereits heute: Salzwiesen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste reduzieren die Wellenenergie, fördern Sedimentablagerungen und können sich so an veränderte Wasserstände anpassen. Gleichzeitig speichern sie große Mengen Kohlenstoff im Boden – ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.</p> <p>Seegraswiesen in der Ostsee, etwa vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns, stabilisieren den Meeresboden und reduzieren Sedimentaufwirbelungen bei Sturmereignissen. Sie tragen damit zum Schutz vor Küstenerosion bei und verbessern die Wasserqualität, indem sie überschüssige Nährstoffe aufnehmen. Eine intakte Seegraswiese kann über Jahrzehnte Kohlenstoff im Meeresboden binden. </p> <p>Auch biogene Riffe, beispielsweise aus Miesmuscheln oder der Europäischen Auster, wirken wie natürliche Wellenbrecher, schaffen strukturreiche Lebensräume für Fische und Wirbellose und tragen zur Stabilisierung von Küsten bei. </p> <p>Diese Ökosysteme übernehmen damit Schutzfunktionen, die technische Infrastruktur ergänzen können.</p> Resilienter als graue Infrastruktur <p>Bislang wurde beim Küstenschutz in der Regel auf technische Bauwerke, die sogenannte graue Infrastruktur, wie Deiche gesetzt. Im Unterschied dazu arbeiten naturbasierte Lösungen mit natürlichen Prozessen. </p> <p>Während technische Bauwerke statisch sind und bei steigendem Meeresspiegel regelmäßig angepasst werden müssen, reagieren natürliche Schutzsysteme dynamisch auf Umweltbedingungen. Salzwiesen oder Dünen können unter geeigneten Bedingungen durch Sedimentablagerung mitwachsen und so ihre Schutzwirkung langfristig erhalten. Solche Ansätze erhöhen nicht nur die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/resilienz">Resilienz</a> gegenüber <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimafolgen">Klimafolgen</a>, sondern können auch langfristig Kosten reduzieren.</p> <p>Doch diese natürlichen Schutzsysteme sind vielerorts geschädigt. Ehemalige Seegrasflächen sind verschwunden, Salzwiesen wurden eingedeicht oder intensiv genutzt. Damit sie ihre Schutzfunktion erfüllen können, müssen sie gezielt geschützt, gestärkt und wiederhergestellt werden.</p> Noch zu oft nur „Add-on“ <p>Trotz ihres nachgewiesenen Mehrfachnutzens gelten naturnahe Maßnahmen bislang häufig nur als ergänzende Maßnahme zur klassischen Küstenschutzinfrastruktur. Dabei können sie klassische Küstenschutzmaßnahmen nicht nur ökologisch sinnvoll ergänzen, sondern langfristig auch kosteneffizient sein. Dennoch sind Renaturierungsprojekte oft projektbezogen und zeitlich befristet finanziert.</p> Meeresschutz und Klimaanpassung gemeinsam denken <p>Meeresschutz und Klimaanpassung werden politisch noch häufig getrennt behandelt. Diese Fragmentierung erschwert wirksame Lösungen – obwohl gerade ihre Verbindung entscheidend ist. </p> <p>Intakte marine Ökosysteme sind keine Luxusgüter des Naturschutzes, sondern eine zentrale Voraussetzung für sichere, wirtschaftlich stabile und lebenswerte Küstenräume. Naturbasierter Küstenschutz verbindet ökologische Stabilität mit gesellschaftlicher Vorsorge und wirtschaftlicher Sicherheit – von geschützten Häfen bis zu stabilen Stränden. </p> <p>Der MEER:STARK-Bericht macht deutlich: Die Integration von Meeresschutz und Klimaanpassung ist kein optionaler Schritt, sondern ein notwendiger Paradigmenwechsel. Wer Küsten langfristig schützen will, muss die natürlichen Schutzsysteme stärken, auf denen ihre Sicherheit beruht. </p> <p>Darüber hinaus zeigt das MEER:STARK-Projekt, dass auch beim Umgang mit <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/eutrophierung">Eutrophierung</a> und bei der Weiterentwicklung von Meeresschutzgebieten ein stärker integriertes Vorgehen erforderlich ist. Das Projekt liefert damit konkrete Empfehlungen für eine Meerespolitik, die Klimaanpassung und Meeresschutz systematisch zusammenführt.</p> <p>Ohne intakte Meere gibt es keine nachhaltige Klimaanpassung. Naturbasierter Küstenschutz macht diese Verbindung sichtbar – und praktisch umsetzbar. </p> </p><p>Informationen für...</p>
To systematically bring nature back to cities, the EU Biodiversity Strategy calls upon cities with over 20,000 inhabitants to develop Urban Greening Plans (UGP). Nature based solutions (NbS) are at the centre of UGPs, addressing climate resilient infrastructures and biodiversity in cities together. They should agree with existing planning instruments. This paper points towards the need for enabling governance, regulatory and financing frameworks and guidance, accompanying future UGP, leading to five recommendations. Quelle: www.umweltbundesamt.de
Die meisten weltweiten Aktivitäten zur Erhaltung der biologischen Vielfalt konzentrieren sich bislang auf naturnahe Gebiete. Die Berliner Strategie zur biologischen Vielfalt zeigt wie biologische Vielfalt auch in urbanen Gebieten erhalten und gefördert werden kann. Anknüpfend an die Nationale Biodiversitätsstrategie Deutschlands verfolgt die Berliner Strategie drei übergeordnete Ziele: - Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt Berlins unter den Bedingungen einer dynamischen Großstadt, - Nachhaltige Nutzung und weitestgehende Integration der biologischen Vielfalt Berlins in eine nachhaltige Stadtentwicklung, - Übernahme globaler Verantwortung durch einen größtmöglichen Beitrag Berlins zur Erhaltung der weltweiten biologischen Vielfalt. Die Berliner Strategie ist Entscheidungsgrundlage für Politik und Planung und motiviert zur Einbindung weiterer Akteure. Sie integriert bestehende Instrumente und Planungen und setzt Schwerpunkte für die Umsetzung. Die Berliner Strategie informiert die Stadtgesellschaft nachvollziehbar über die biologische Vielfalt Berlins. Sie stärkt das Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt und motiviert zu ihrer Erhaltung und Förderung. Wesentliche Bestandteile der Strategie sind daher: - Beschreibung der biologischen Vielfalt Berlins (Status quo, Trends etc.) - Strategische Ansatzpunkte (Bestimmung von Themenfeldern, Schwerpunktthemen und Zielen) - Schnittstellen zur Umsetzung (Aufzeigen möglicher Maßnahmen, Benennung von Akteuren etc.) - Instrumentarium zur Erfolgskontrolle (Vorschlag geeigneter Indikatoren)
Ausgangspunkt des Vorhabens ist die zunehmende Gefährdung kritischer Infrastrukturen durch klimawandelbedingte Naturgefahren wie Dürren, Hitze oder Starkregen. Das KRITIS-Dachgesetz greift erst ab einem Schwellenwert von 500.000 versorgten Personen. Dadurch verbleibt eine erhebliche Regelungslücke für kommunal und regional bedeutsame Infrastrukturen, deren Ausfall jedoch ebenso gravierende Versorgungsengpässe und kaskadierende Krisen auslösen kann. Zudem bestehen unklare Governance-Strukturen sowie Ziel- und Begriffsinkonsistenzen zwischen dem KRITIS-Schutz, der Klimaanpassungs- und dem Katastrophenschutz, da zentral bestimmte Begrifflichkeiten wie Schutzziele, Schutzgüter und Schutzniveaus bislang nicht einheitlich definiert sind. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt das Ziel, die rechtlichen und strategischen Schnittstellen systematisch zu analysieren und praxistaugliche Handlungsinstrumente zu entwickeln. Kernstück ist die Erarbeitung eines integrativen Prozessdesigns und UBA-Leitfadens für Träger öffentlicher Aufgaben auf kommunaler und regionaler Ebene. Dieser Leitfaden soll das Prinzip „Climate Resilience by Design“ sowie die Norm ISO 22372 über den gesamten Infrastrukturlebenszyklus operationalisieren. Ein Schwerpunkt liegt auf der Einbindung naturbasierter Lösungen und grün-blauer Infrastrukturen gemäß § 3 KAnG als vollwertiger Baustein des KRITIS-Schutzes. Darüber hinaus werden potenzielle Mindestanforderungen an Klimarisikoanalysen erarbeitet, internationale Best Practices ausgewertet und Empfehlungen für synergetische Governance-Strukturen formuliert. Ein zentraler empirischer Baustein ist zudem die Auswertung der Krisenmanagement-Übung LÜKEX 2026, um institutionelle Lernprozesse zu fördern. Die methodische Umsetzung erfolgt in vier Arbeitspaketen. Arbeitspaket 1 umfasst die Auswertung der LÜKEX-Übung, die iterative Entwicklung des Leitfadens im Co-Design mit Modellkommunen sowie zwei Politikpapiere und einen Fachworkshop. Arbeitspaket 2 widmet sich der Analyse des Mehrebenensystems und den Governance-Empfehlungen. In Arbeitspaket 3 werden die Ergebnisse im Rahmen einer Fachtagung im Jahr 2029 mit Expert*innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis diskutiert und validiert. Arbeitspaket 4 stellt das kontinuierliche Projektmanagement und die Qualitätssicherung sicher.
Ob Begrünung, Wasserrückhalt oder Hitzevorsorge: Damit Maßnahmen verstanden, akzeptiert und unterstützt werden, braucht es klare, zielgerichtete Kommunikation. Der Leitfaden zeigt, wie Kommunen Pressearbeit nutzen können, um naturbasierte Klimaanpassung sichtbar und verständlich zu machen. Er unterstützt dabei zu prüfen, ob Pressearbeit für eine Botschaft sinnvoll ist, welches Ziel sie verfolgt und welche Zielgruppe erreicht werden soll. Im Fokus steht, wann eine Botschaft für die Öffentlichkeit relevant ist und was ihren Nachrichtenwert ausmacht. Ein Schwerpunkt liegt auf der Gestaltung von Pressemitteilungen. An konkreten Beispielen wird gezeigt, wie positive und problemorientierte Frames mit praktischen Lösungsansätzen verknüpft werden können. Zudem betont der Leitfaden die Bedeutung zielgruppengerechter Narrative, sowie den richtigen Zeitpunkt für Pressearbeit. Praxisbeispiele veranschaulichen das Zusammenspiel von Ansprache, Framing, Timing und Nachrichtenwert. Zielgruppe Der Kurzleitfaden richtet sich an Kommunen unterschiedlicher Größe und Erfahrung. Er bietet eine strukturierte Orientierung für alle, die Pressearbeit gezielt und reflektiert einsetzen möchten, um naturbasierte Klimaanpassung verständlich zu kommunizieren. Wissenschaftlicher Hintergrund Das Instrument stützt sich auf Erkenntnisse der Klimakommunikations‑ und Medienforschung zu Nachrichtenwert, Medienlogiken und zielgruppenspezifischer Ansprache. Zentrale theoretische Bausteine sind Framing (sprachliche Rahmung) und Narrative (wiederkehrende Erzählmuster), deren Wirkung auf Wahrnehmung und Handlungsbereitschaft empirisch belegt ist. Zudem knüpft der Leitfaden an den wissenschaftlich fundierten Kurzleitfaden „Besser übers Klima reden: 10 wissenschaftlich belegte Regeln“ der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH an und überträgt diese Prinzipien konkret auf Pressearbeit zu naturbasierten Lösungen, illustriert durch ausgewählte kommunale Praxisbeispiele (u. a. Dresden, Offenburg).
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 636 |
| Europa | 1 |
| Global | 1 |
| Kommune | 3 |
| Land | 46 |
| Schutzgebiete | 2 |
| Weitere | 20 |
| Wirtschaft | 1 |
| Wissenschaft | 55 |
| Zivilgesellschaft | 11 |
| Type | Count |
|---|---|
| Bildmaterial | 1 |
| Chemische Verbindung | 1 |
| Daten und Messstellen | 234 |
| Ereignis | 12 |
| Förderprogramm | 252 |
| Gesetzestext | 2 |
| Hochwertiger Datensatz | 2 |
| Mitmachportal | 1 |
| Text | 144 |
| unbekannt | 39 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 158 |
| Offen | 528 |
| Unbekannt | 2 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 654 |
| Englisch | 303 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 241 |
| Bild | 33 |
| Datei | 254 |
| Dokument | 92 |
| Keine | 253 |
| Unbekannt | 2 |
| Webseite | 392 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 470 |
| Lebewesen und Lebensräume | 627 |
| Luft | 407 |
| Mensch und Umwelt | 688 |
| Wasser | 415 |
| Weitere | 666 |