Zielsetzung:
Die Art, wie wir uns ernähren, hat erhebliche Auswirkungen auf die planetaren Grenzen. In Deutschland verursacht die Ernährung etwa 17 % der pro-Kopf-Treibhausgasemissionen. Auch der Verlust an Biodiversität oder die Störung der Nährstoffkreisläufe - insbesondere durch die industrielle Tierhaltung - sind eng mit unserem Ernährungssystem verknüpft. Tierische Lebensmittel belasten die Umwelt deutlich stärker als pflanzliche. Eine Umstellung auf die Planetary-Health-Diet bietet ein großes Potenzial, diese ökologischen Belastungen deutlich zu reduzieren.
Gleichzeitig zeigen sich auch auf gesundheitlicher und sozialer Ebene gravierende Probleme. In Deutschland sind 15,4 % der Kinder und Jugendlichen übergewichtig, 5,9 % leiden an Adipositas. Besonders betroffen sind Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien. Sie tragen nicht nur ein höheres Risiko für Übergewicht, sondern sind auch häufiger unzureichend mit essenziellen Nährstoffen versorgt.
Hier setzt das Projekt Food Empowerment an. Ziel ist es, mittel- und langfristig negative ökologische, gesundheitliche und soziale Wirkungen des Ernährungssystems zu verringern. Im Reallabor-Setting des Quartiers Schotthock in Rheine werden exemplarisch Konzepte entwickelt und erprobt, die sowohl den individuellen Kompetenzerwerb fördern als auch gemeinschaftliche Veränderungen im Ernährungsverhalten ermöglichen. Dabei knüpft das Projekt an das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept „Unser Schotthock - auf gute Nachbarschaft“ an, das den sozialen Zusammenhalt stärkt und Klimaschutz sowie infrastrukturelle Transformationen in den Blick nimmt.
Um Veränderungen hin zu einem nachhaltigen Ernährungssystem zu erreichen, braucht es einen Wandel sozialer Praktiken. Gerade ein geringes Einkommen und wenig Zugang zu Bildung sind dabei große Herausforderungen.
In schulformübergreifender Zusammenarbeit mit den Schulen im Quartier entstehen im Rahmen eines Co-Creation-Prozesses innovative Bildungsformate. Diese orientieren sich an der Diversität der Schüler*innen, binden sie aktiv ein und stärken ihre Selbstwirksamkeit. So wird Ernährung zum Lernfeld für Gesundheitsförderung, soziale Teilhabe und ökologische Verantwortung.
Zentrales Ziel ist es gemeinsam mit der Stadt, den Akteuren aus den Schulen und den Netzwerken des Stadtteils gute Ernährungsumgebungen zu schaffen, um es Schüler*innen zu ermöglichen sich gesund und nachhaltig zu ernähren.
Heftige Niederschlagsereignisse sind für Schäden in Höhe von Milliarden Euros verantwortlich und verursachen jährlich Hunderte von Verletzten und Todesfällen in Europa und weltweit. Eisgewitter im Winter, Hagel, Eisregen, extreme Regenfälle aus Gewittern im Sommer sowie dadurch verursachtes Hochwasser und Erdrutsche sind die schädlichsten Wetterereignisse auf unserem Kontinent mit schweren ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen. Deshalb ist die kurzfristige Vorhersage von Form, Intensität und Verlagerung solcher konvektiven Wolken- und Niederschlagssysteme von großer Bedeutung. Numerische Wettermodelle und Fernerkundungsgeräte, wie z. B. der Niederschlagsradar, liefern fehlerbehaftete Wetterprognosen, da die Mikrophysik von Mischphasenwolken- und Niederschlagsteilchen nur unvollständig beschrieben sind. Vor allem wird eine korrekte Darstellung des Schmelzprozesses von Schnee, Hagel und Graupel für diese Wettersysteme benötigt. Das Ziel des HydroCOMET Projekts ist es, Parametrisierungen der wichtigsten physikalischen Eigenschaften von schmelzenden Eis-Hydrometeoren bereitzustellen. Diese beschreiben die kontinuierlich variierende Form, die Fallgeschwindigkeit und den Flüssigwasseranteil der Hydrometeore während ihres Schmelzens. Weiterhin werden die Auswirkungen von Turbulenz in der Luftströmung und von Kollisionen zwischen dem schmelzenden Hydrometeor und unterkühlten Wassertropfen untersucht. Die Experimente werden im Mainzer vertikalen Windkanal durchgeführt, der eine einzigartige Plattform zur Untersuchung einzelner Wolken- und Niederschlagsteilchen unter realen atmosphärischen Bedingungen darstellt. Die neuen Parametrisierungen der mikrophysikalischen Eigenschaften von schmelzenden Eis-Hydrometeoren aus den HydroCOMET Experimenten werden in Niederschlagsmodellen und Radaralgorithmen verwendet.
In den vergangenen Jahrzehnten hat Ruanda ein breites Spektrum an Maßnahmen zur Wiederherstellung von Ökosystemen umgesetzt. In den kommenden Jahrzehnten ist zu erwarten, dass sich der Fokus von der primären Wiederherstellung ökosystembasierter Lebensgrundlagen hin zu stärker auf Biodiversität ausgerichteten Wiederherstellungsbemühungen verlagern wird. Dieses Teilprojekt wird untersuchen, 1) wie sich Struktur, Diversität und Funktion von wiederhergestellten Standorten über die Jahre nachdem Wiederherstellungsmaßnahmen ausgeführt wurden verändern, und 2) welche Rolle die funktionelle und taxonomische Vielfalt der gepflanzten Arten spielt. Dieses Wissen kann Ruanda und andere Teile der Welt dabei unterstützen, eine evidenzbasierte, zielgerichtete Wiederherstellung von Ökosystemen zu verfolgen, die wachsenden Ambitionen und sich verändernden Bedürfnissen gerecht werden kann. Auf diese Weise können Wiederherstellungsmaßnahmen zunehmend über die Verringerung gesellschaftlicher Auswirkungen hinausgehen und zur teilweisen oder vollständigen Wiederherstellung von Ökosystemen beitragen. Ansätze zur Wiederherstellung von Ökosystemen können sich hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Vielfalt, Struktur und Funktion von Ökosystemen erheblich unterscheiden. In Ruanda werden üblicherweise vier Arten von Wiederherstellung verfolgt: Agroforstwirtschaft, Baumpflanzungen, Bepflanzungen von Wassereinzugsgebieten und natürliche Regeneration. Inwieweit diese Maßnahmen bei der Wiederherstellung der Vielfalt, Struktur und Funktion von Ökosystemen erfolgreich sind, ist noch weitgehend unbekannt. Darüber hinaus werden verschiedene Standorte je nach Art der Wiederherstellung und geprägt von sogenannten priority effects (Auswirkungen der Reihenfolge der Ankunft von Arten an einem wiederhergestellten Standort) vermutlich unterschiedliche ökologische Pfade verfolgen. Hier betrachten wir vier mögliche Pfade: historische, hybride, neuartige und designte Ökosysteme. Um den gegenwärtigen Zustand eines wiederhergestellten Standorts zu bewerten und seinen möglichen Verlauf zu bestimmen, werden wir die Artenvielfalt, die Ökosystemstruktur sowie die Ökosystemfunktion mit historischen, positiven und degradierten Referenzstandorten vergleichen. Zu diesem Zweck werden wir untersuchen, wie sich Struktur, Diversität und Zusammensetzung von Gehölz- und Vogelarten an verschiedenen restaurierten Standorten im Laufe der Zeit verändert haben. In Ruanda dominieren Gehölze die Struktur, Zusammensetzung und Funktion historischer und gegenwärtiger Referenzökosysteme im Untersuchungsgebiet und stehen außerdem im Mittelpunkt von Wiederherstellungsaktivitäten. Vögel wiederum sind an wichtigen Ökosystemfunktionen beteiligt und stehen auch mechanistisch mit der Zusammensetzung und Struktur der Gehölzvegetation in Verbindung. In einem letzten Schritt werden wir Ökosystemfunktionen quantifizieren, die im lokalen Kontext besonders relevant sind (Bodeneigenschaften, natürliche Regeneration von Bäumen).
Grundwasserversalzung ist eines der größten Probleme die mit dem klimatisch bedingten Meeresspiegelanstieg assoziiert werden, trotzdem wird dieses Problem aufgrund seines langsames Voranschreitens bedingt durch die geringen Fließgeschwindigkeiten im Untergrund von Gesellschaft und Entscheidungsträgern weitgehend übersehen. Aufgrund dieser Tatsache kann man auch von einer schleichenden Katastrophe sprechen, die große Unsicherheiten bezüglich des zu erwartenden Ausmaßes birgt und zu Herausforderungen bezüglich der gesellschaftlichen Reaktionen führt. Es ist jedoch wichtig, die Anfälligkeit des Grundwassersystems für eine Versalzung sowie dessen zu erwartendes Ausmaß als Folge des Meeresspiegelanstiegs zu verstehen, um effektive Managementstrategien und Gegenmaßnahmen zu entwerfen. Das Projekt zielt darauf ab, die Reaktionen der Küstenaquifere Nord-West-Deutschlands auf den innerhalb des SPP prognostizierten Meeresspiegelanstieg zu identifizieren. Zu diesem Zweck werden großskalige numerische Dichteströmungsmodellierungen angewandt, mit Hilfe derer zunächst die gegenwärtigen und später basierend auf verschiedenen Szenarien die zukünftigen Strömungsverhältnisse abgebildet werden sollen. Darüber hinaus sollen die sozioökonomischen Folgen der zu erwartenden Grundwasserversalzung untersucht werden, um anschließend geeignete Gegenmaßnahmen mit den betroffenen Akteuren zu aufzuzeigen. Besonderer Fokus liegt dabei auf den Wahrnehmungsmustern, dem Wissen und Lernprozessen von relevanten gesellschaftlichen Akteuren sowie den Kosten von Anpassungsmaßnahmen. Die Ziele der Projektes beziehen sich auf die generellen SPP Ziele die natürlichen und gesellschaftlichen Folgen von Küstensystemen auf den zukünftigen Meeresspiegelanstieg festzustellen sowie Anpassungsstrategien zum Meeresspiegelanstieg unter den gegebenen technischen, ökonomischen, kulturellen, gesellschaftlichen, sozialen und politischen Zwängen auszuloten.
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