In den letzten Jahren ist ein verstärktes Engagement der deutschen Tourismusbranche zur Umsetzung von nachhaltigen touristischen Konzepten und Maßnahmen zu beobachten. Es gibt derzeit vielfältige Ansätze und Aktivitäten auf allen Tourismusebenen in Deutschland, die die Nachhaltigkeit der touristischen Angebote verbessern sollen. Ein allumfassender und empirisch belastbarer Gesamtüberblick über den Status Quo des nachhaltigen Tourismus in Deutschland im Verhältnis zum gesamten Tourismussektor existiert jedoch bislang aufgrund fehlender Daten nicht. Weder liegen sektorbezogene Informationen z.B. zum Ressourcen- und Energieverbrauch vor, noch kann beurteilt werden, inwieweit es sich bei den bestehenden Angeboten des nachhaltigen Tourismus um 'Insellösungen' handelt. Weiterhin liegen keine belastbaren Angaben vor, in welchen Angebotsbereichen oder Segmenten touristischer Dienstleistungen verstärkt bzw. kaum Nachhaltigkeitsbestrebungen zu beobachten sind.
Das Vorhaben soll daher ein Konzept und eine Methode zu Erhebung empirischer Informationen zum Anteil des nachhaltigen Tourismus am Gesamtsektor Tourismus in Deutschland erarbeiten und diese exemplarisch anwenden. Gleichzeitig sollen im Sinne eines erweiterten Tourismus-Satellitenkontos zentrale Umwelt- und Nachhaltigkeits-Indikatoren der Branche insgesamt bestimmt werden. Daraus sollen Anhaltspunkte abgeleitet werden, in welchen Bereichen die Tourismusbranche und die Politik Aktivitäten entwickeln und Weichenstellungen vornehmen müssten, um ein nachhaltiges touristisches Angebot zu stärken und auszubauen.
Das Projekt zielt somit darauf ab, etwaige Wissenslücken hinsichtlich der empirischen Bewertung von Nachhaltigkeit im Tourismus zu schließen und einen Informationsaustausch durch Stakeholderdialoge und Akteursnetzwerke auszubauen. Insgesamt soll eine bessere fachliche politische Entscheidungsgrundlage auf Basis konkreter Nachhaltigkeitskennzahlen geschaffen werden.
Im Januar 2018 startete das vom Bundesministerien für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte Projekt 'charge4C - Intelligentes Teilen, Parken, Laden: Reservierungsplattform für Elektromobilität' im Förderprogramm IKT für Elektrombilität III.
Das Ziel von charge4C ist die Erstellung einer innovativen Sharing-Plattform, die eine dynamische Bepreisung des Parkens und Ladens ermöglicht und Communitys und entsprechende Dienste rund um Ladesäulen im privaten und öffentlichen Bereich organisieren kann. Dadurch werden Bürger verstärkt in den Aufbau der Ladeinfrastruktur mit eingebunden, die Netzauslastung optimiert und Lastspitzen vermieden. Die angebotenen Services im Bereich der E-Mobilität, der Strompreis als auch der Preis für das Parken kann an Ladesäulen variieren, je nach aktuellem Stromangebot und Standort. Die Eigentümer der Flächen, auf denen Ladesäulen errichtet werden, partizipieren an den Einnahmen. Jede Säule ist sensorisch so ausgestattet, dass über die digitale Steuerungsplattform nicht nur der Servicepreis ermittelt, sondern auch ihr spezifisches Ladeprofil aufgezeichnet wird. So können weitere geeignete Ladestandorte in den Projektregionen um Saarlouis und Köln bedarfsgerecht identifiziert werden.
Im Rahmen des Vorhabens sollen Schnittpunkte zwischen der notwendigen Entwicklung Deutschlands hin zu einer Green Economy und der zunehmenden Digitalisierung aufgegriffen und analysiert werden. Anhand der Schnittpunkte sollen Handlungsempfehlungen für umweltschutzbezogene Veränderungen von Rahmenbedingungen erarbeitet werden. Mögliche Themen sind u. a. 1. Verbesserung der Transparenz der Umweltfolgekosten z. B. über die Lieferketten, 2. Änderungen umweltbezogener Qualifikationsanforderungen durch die digitale Transformation, 3. Wirtschaftliche und Gesellschaftliche Potentiale für grüne Dienstleistungen und Güter durch die digitale Transformation. Das Vorhaben soll dabei auf bestehende Vorhaben des UBA - insbesondere auf dem REFOPLAN-Vorhaben 'Digitalisierung ökologisch nachhaltig nutzbar machen' - aufbauen. Außerdem soll das Vorhaben bei der institutionellen Verankerung von Digitalisierung & Umweltschutz im BMU durch Veranstaltungen mit Stakeholder, Policy Paper und ad hoc Beratung unterstützen.