In den theoretischen Ansätzen der naturwissenschaftlichen Ökosystemanalyse stehen die Interaktionen von Populationen im Vordergrund, während das ökonomische System oft nur durch einen Parameter dargestellt wird. Umgekehrt wird in umweltökonomischen Modellen das Ökosystem häufig nur durch einen Parameter berücksichtigt. Dieses Forschungsprojekt zielt auf eine ausgewogenere Modellierung, die die Interaktionen innerhalb des Ökosystems, Interaktionen innerhalb des ökonomischen Systems und, besonders wichtig, wesentliche Interaktionen zwischen beiden Systemen berücksichtigt. Dazu wird im ersten Schritt die Leistungsfähigkeit ökonomischer Methoden in der Ökosystemanalyse untersucht. Im zweiten und zentralen Schritt werden ökonomische Modelle integriert mit Ökosystem-Modellen analysiert. Die methodische und theoretische Bedeutung des Forschungsprojekts liegt in der Bereitstellung innovativer statischer und dynamischer Allokationsmodelle, einschließlich der Multi-Spezies-Modelle, die Ökosystem und Ökonomie als gleichwertige Modellbestandteile behandeln und mit denen die Beziehungen zwischen beiden Systemen detaillierter als bisher analysiert werden können.
Die Gestaltung von Neubau- und Sanierungsgebieten bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, nachhaltige Wohn- und Arbeitsformen zu fördern und zu initiieren. Das Spektrum möglicher Maßnahmen reicht von technologischen Innovationen zur Verringerung des Umweltverbrauches bis zu Anreizen für eine entsprechende Veränderung der individuellen Lebens- und Konsumgewohnheiten. Diese Chancen werden häufig nicht genützt, vor allem weil den Beteiligten - Kommunalverwaltung, Institute, Unternehmen und Bewohner - keine Struktur der Zusammenarbeit zur Verfügung steht. Konkrete Zielsetzung des Projektes war es, den planerischen Rahmen für den nachhaltigen Modellstadtteil Vauban in einem interaktiven Beteiligungsprozeß mit allen Beteiligten zu schaffen und die spätere Umsetzung in größtmöglichem Maße zu fördern. Hierfür wurde die von der Stadt Freiburg initiierte und im Forum Vauban e.V. zusammengeschlossene Bürgerbeteiligung von einem externen Expertengremium gezielt mit Detailinformationen über umsetzbare nachhaltige Maßnahmen und dem für die Umsetzung benötigten Fachwissen versehen. Das Projekt gliederte sich in zwei Abschnitte. In einer ersten Projektphase haben Fachleute in einem interdisziplinären Arbeitskreis die Vision für einen nachhaltigen Modellstadtteil erarbeitet. Diese zusammengetragenen und aufeinander abgestimmten Maßnahmenkataloge wurden mit Abschluß der Projektphase I der Fachwelt und den zukünftigen Bewohnern auf einer Fachtagung am 1.4.96 vorgestellt. In einer zweiten Projektphase wurde dieses inhaltliche Konzept in einigen Bereichen detailliert ausgearbeitet. Schwerpunkt in dieser Phase war es, den erarbeiteten Entwurf in einem intensiven Diskussionsprozeß mit der Stadtverwaltung, den zukünftigen Bewohnern und der interessierten Öffentlichkeit auf seine Umsetzbarkeit zu untersuchen. Als Arbeitsstruktur wurden thematisch ausgerichtete Arbeitskreise gewählt, die von fachlich versierten Wissenschaftlern betreut und geleitet wurden. In dieser Phase wurden die konzeptionellen Grundlagen für die spätere Umsetzung in Form von gemeinsamen Baugruppen und in Form einer genossenschaftlichen Wohnstruktur vorbereitet. Ebenso wurde die Errichtung eines privat organisierten und finanzierten Bürgerzentrums initiiert.