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Pseudoallergische Reaktionen auf Pharmaka und Nahrungsmittelzusatzstoffe

In Vivo und in vitro Verabreichung von Nahrungsmittelzusatzstoffen (Tartrazin, Gelborange, Amaranth, Benzoesaeure, Sorbinsaeure, Na-Disulfit, K-Disulfit, Glutamat) und von Nahrungsmitteln (Ei, Milch, Nuesse, Fisch, Rohkost, Fleisch, Mehlsorten) an Patienten mit Verdacht auf entsprechende Unvertraeglichkeiten. Symptome: Kopf- und Bauchschmerzen, Asthma, Rhinitis, Diarrhoe, Urticaria, anaphylaktischer Schock. Mit Hilfe der in vitro Provokationen werden Korrelationen zwischen Mediatorenprofilen und der klinischen Symptomatologie hergestellt. Ziel der Untersuchung: Etablierung eines validen, nicht invarsiven, den Patienten nicht gefaehrdenden diagnostischen Verfahrens zur Objektivierung der nahrungsmittelinduzierten pseudoallergischen Reaktionen.

Durchschnittliche jährliche Luftschadstoffbelastung: Modelldaten 2024

Die Luft, die wir atmen, hat direkten Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Um Transparenz über die Luftqualität im Stadtgebiet zu schaffen und gezielte Maßnahmen zur Luftreinhaltung zu unterstützen, hat Berlin eine digitale Luftkarte entwickelt. Diese Karte bietet eine aktuelle und detaillierte Übersicht zur Belastung mit verschiedenen Luftschadstoffen und zeigt auf, wo in der Stadt die Luft besonders rein oder besonders belastet ist. Die Karte basiert auf einem Rastermodell mit 50 m × 50 m großen Zellen . Für jede dieser kleinen Flächen wird die Luftbelastung berechnet und dargestellt. Grundlage hierfür sind die Jahresmittelwerte aus dem Jahr 2024 für drei zentrale Schadstoffe: Stickstoffdioxid (NO₂) Feinstaub PM₁₀ (Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser bis 10 Mikrometer) Feinstaub PM₂,₅ (besonders kleine Partikel bis 2,5 Mikrometer) Die Einstufung der Luftqualität erfolgt anhand von fünf Belastungskategorien , die von „sehr niedriger“ bis „hoher“ Schadstoffbelastung reichen. Entscheidend für diese Einordnung sind nicht willkürliche Werte, sondern die aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation . Zusätzlich fließen sogenannte Zwischenziele mit ein – sie markieren Etappen auf dem Weg zu einer Luftqualität, die laut wissenschaftlichem Konsens keine gesundheitlichen Risiken mehr darstellt. Ein Blick auf die Karte zeigt: Die Luftqualität in Berlin ist räumlich sehr unterschiedlich verteilt – und sie betrifft Menschen nicht gleichmäßig. Besonders auffällig ist das Missverhältnis zwischen Flächenanteil und Bevölkerungsverteilung: 48 % der Stadtfläche weisen niedrige Belastungen auf. Das klingt zunächst positiv – doch diese Flächen sind größtenteils unbewohnt oder dünn besiedelt. Nur 15 % der Berliner Bevölkerung lebt dort. Typische Beispiele sind großflächige Naturräume wie der Müggelsee oder der Grunewald , in denen die Luft naturgemäß deutlich besser ist als im urbanen Kerngebiet. Die Mehrheit der Berliner*innen – etwa 74 % – lebt in Gebieten mit „mäßiger“ Luftqualität . Diese Flächen machen nur 46 % der Stadt aus, was zeigt: In vielen dieser Bereiche leben besonders viele Menschen auf vergleichsweise engem Raum. Oft handelt es sich um wohngeprägte Stadtteile in der Nähe stark befahrener Straßen , wo die Luft durch Verkehr belastet ist, aber noch keine extremen Werte erreicht. 6 % der Stadtfläche haben eine erhöhte Luftschadstoffbelastung – das betrifft allerdings 11 % der Bevölkerung . Diese Gebiete befinden sich vor allem entlang großer Hauptverkehrsstraßen, an Verkehrsknotenpunkten oder in dichten innerstädtischen Quartieren mit viel Verkehr und wenig Durchlüftung. Sehr niedrig belastete Bereiche oder Zonen mit vollständiger WHO-Konformität gibt es derzeit nicht in Berlin . Das bedeutet: Auch die besten Luftwerte im Stadtgebiet bleiben noch unter dem Idealwert, den die WHO als gesundheitsunschädlich einstuft. Besonders PM₂,₅ (Feinstaub mit Partikeldurchmesser unter 2,5 Mikrometer) stellt ein ernstzunehmendes Risiko für die Gesundheit dar. Feinstaub PM₂,₅ besteht aus Partikeln mit einem aerodynamischen Durchmesser von höchstens 2,5 Mikrometern. Diese Partikel können tief in die Lungenbläschen (Alveolen) eindringen, während ultrafeine Bestandteile sogar in die Blutbahn übertreten und im gesamten Körper verteilt werden können. Die gesundheitlichen Auswirkungen von PM₂,₅ sind gut dokumentiert und umfassen sowohl kurzfristige als auch langfristige Effekte. Kurzfristig kann eine hohe Belastung Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen sowie vermehrte Krankenhaus- und Notfalleinweisungen verursachen. Langfristige Belastungen führen zu Entzündungen und Zellstress und erhöhen das Risiko für Atemwegserkrankungen wie Asthma, Bronchitis und Lungenkrebs, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose und Bluthochdruck sowie für Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes und neurologische Erkrankungen wie Demenz. Die Beweislage basiert auf Tierversuchen, human-experimentellen Studien und umfassenden epidemiologischen Untersuchungen. Internationale Institutionen wie die US-Umweltschutzbehörde (EPA) erkennen einen kausalen Zusammenhang zwischen PM₂,₅-Exposition und einer erhöhten Gesamtmortalität sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen an. Die WHO stellte 2021 fest, dass ein Anstieg der PM₂,₅-Konzentration um 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Außenluft das allgemeine Sterblichkeitsrisiko um 8 Prozent erhöht. Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Todesfälle, Atemwegserkrankungen und Lungenkrebs steigt deutlich. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit bestehenden Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein sicherer Schwellenwert, unterhalb dessen keine gesundheitlichen Auswirkungen auftreten, konnte bislang nicht ermittelt werden. Daher gilt jede Reduktion der PM₂,₅-Belastung als gesundheitlich vorteilhaft. Um die Belastung zu senken und langfristig WHO-Ziele zu erreichen, setzt Berlin auf ein Bündel an Maßnahmen. Diese betreffen unterschiedliche Lebensbereiche und Akteure – vom einzelnen Haushalt bis zur EU-Ebene. Verkehrspolitik : Umweltzonen sollen besonders belastete Fahrzeuge aus dem hoch verdichteten Innenstadtbereich fernhalten. Tempolimits auf innerstädtischen Hauptstraßen reduzieren sowohl Abgase als auch Aufwirbelungen von Feinstaub. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs soll Menschen dazu ermutigen, auf umweltfreundliche Alternativen zum Auto umzusteigen. Heiz- und Energiesysteme : Die Förderung emissionsarmer Heizungsanlagen und die Nutzung von Filtern in Feuerungsanlagen tragen zur Reduktion von Feinstaub bei. Auch der sachgemäße Betrieb von Holzöfen – mit trockenem Holz und richtiger Luftzufuhr – kann die Emissionen deutlich senken. Industrie & überregionale Quellen : Ein Teil der Schadstoffe stammt nicht aus Berlin selbst, sondern wird überregional eingetragen. Deshalb sind auch europaweite Maßnahmen zur Emissionsminderung erforderlich, etwa durch strengere Vorgaben für Industrieanlagen und den internationalen Verkehr. Die digitale Luftkarte ist weit mehr als nur eine Kartensammlung. Sie ist ein Werkzeug für Orientierung, Planung und Kommunikation : Für Bürgerinnen und Bürger macht sie sichtbar, wie sich die Luftqualität im direkten Wohnumfeld gestaltet – und kann damit ein größeres Bewusstsein für Umwelt- und Gesundheitsfragen fördern. Für Verwaltung und Politik liefert sie eine datenbasierte Entscheidungsgrundlage, um gezielt dort anzusetzen, wo die Belastung besonders hoch ist oder wo viele Menschen betroffen sind. Auch bei der Bewertung von Maßnahmen – etwa einer neuen Busspur oder einer verkehrsberuhigten Zone – kann die Karte helfen, Veränderungen objektiv zu messen. Die Berliner Luftkarte ist ein zentraler Baustein einer transparenten, wissenschaftlich fundierten Umweltpolitik. Sie zeigt auf, wo die größten Herausforderungen liegen, wie Luftqualität und soziale Verteilung zusammenhängen – und welche Maßnahmen helfen können, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Mit ihrer feinräumigen Auflösung und klaren Bewertungskriterien bringt sie Luftverschmutzung dort ins öffentliche Bewusstsein, wo sie oft unsichtbar bleibt – in der Atemluft unseres Alltags.

Bestimmung der Gesamtsporenzahl in Innenraum- und Außenluftproben der GerES VI-Studie

Menschen, die Feuchte/Schimmelbefall in Innenräumen ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Risiko für vielfältige Atemwegserkrankungen, unter anderem Entwicklung und Verschlimmerung von Asthma und Atemwegsinfektionen. Durch die Erfassung der Gesamtsporenkonzentration der Innenraumluft ist es möglich die Wahrscheinlichkeit eines Schimmelbefalls im Innenraum und daraus folgende Exposition der Bewohner mit Bioaerosolen, die bei Schimmelbefall auftreten, abzuschätzen. Ziel des Projektes ist es, die Belastung der Innenraumluft bei Schimmelbefall mit typischen Schimmelpilzsporen zu ermitteln.

Epidemiologie allergischer Erkrankungen

In diesem Projekt soll die Praevalenz verschiedener allergischer Erkrankungen in der deutschen Bevoelkerung und moegliche Trends in der Haeufigkeit ermittelt werden. Bisherige Untersuchungen haben im Kindesalter eine Haeufigkeit von 20 vH atopischer Erkrankungen (Asthma, Rhinitis allergica, atopisches Ekzem (=Neurodermitis)) bei fuenf- bis sechsjaehrigen Kindern ergeben. Durch analytische Epidemiologie in Zusammenhang mit Messung von Allergen- und Schadstoffbelastung im Umfeld des Patienten sollen Schluesse ueber den moeglichen Einfluss von Umweltnoxen auf die Entwicklung allergischer Erkrankungen gewonnen werden.

Schutz vor der Entstehung allergischer Erkrankungen: Protektive Faktoren des landwirtschaftlichen Lebens (ALEX)

Ziel: Ziel der Studie ist die Analyse der protektiven Faktoren, die dafür verantwortlich sind, dass Kinder von Landwirten im Vergleich zu Kindern der Kontrollgruppen geringere Prävalenzen von Heuschnupfen, allergischen Sensibilisierungen und asthmatischen Erkrankungen haben. Methodik: Rekrutierung von Grundschulkindern auf dem Lande, die auf einem Bauernhof wohnen oder nicht, Fragebogenerhebung, Allergietestung, Staubsammlung im häuslichen Bereich, Endotoxinbestimmung und Allergenmessung im Staub sowie multivariate Analyse. Ergebnisse: An Heuschnupfen litten 8,8 Prozent der nicht-bäuerlichen Kinder gegenüber nur 2,9 Prozent der Bauernkinder. Im SX1-Screeningtest hatten 22,3 Prozent der Nicht-Bauernkinder und 12,3 Prozent der Bauernkinder einen positiven RAST. Die Endotoxinkonzentrationen sind im häuslichen Milieu von Bauernkindern höher als in dem von Nicht-Bauernkindern. Weitere Auswertungen sind nötig um zu zeigen, ob tatsächlich ein protektiver Effekt für die Entstehung allergischer Erkrankungen durch frühkindliche Endotoxin-Exposition gegeben ist.

Umweltgerechtigkeit im Land Berlin - Entwicklung und Umsetzung einer praxistauglichen Konzeption zur Untersuchung der (stadt-)räumlichen Verteilung von Umweltbelastungen

Ziele: Ziel des ressortübergreifenden Projekts Umweltgerechtigkeit im Land Berlin' ist die Ermittlung von Zusammenhängen zwischen Umweltgüte, Gesundheit und Sozialstruktur. Gleichzeitig soll auf der Grundlage ausgewählter kleinräumiger Gebiete (Verkehrszellen / lebensweltlich orientierter Räume) GIS-gestützte Aussagen erarbeitet werden, die eine Übertragung auf andere stadtstrukturell vergleichbare Gebiete zulassen. Im Ergebnis soll eine zusätzliche räumliche Betrachtungsebene entwickelt werden, die in bestehende Monitoringverfahren integriert werden kann. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Zusammenführung verschiedener räumlicher und umweltbezogener Daten auf einen gemeinsamen Raumbezug. Im Vordergrund stehen vor allem methodische Fragestellungen und mögliche praxistaugliche Herangehensweisen.; Vorgehensweisen: Das Projekt geht von der Annahme aus, dass gesundheitsbeeinträchtigende Wohnbedingungen in den unteren Statusgruppen häufiger anzutreffen sind als in den oberen. Die ungleiche Verteilung der gesundheitsrelevanten Umweltbelastungen soll zunächst bezogen auf die Themenfelder Verkehrslärm, verkehrsbedingte Luftbelastungen, Bioklima und wohnungsnahe Grünflächen untersucht werden. In einem weiteren Schritt sollen gesundheitsbezogene Aussagen in die Untersuchung einbezogen werden. Vorgehensweisen: 1. Bestandsaufnahme der gesundheitsrelevanten Umweltdaten 2. kleinräumige Regionalisierung der Daten auf einen gemeinsamen Raumbezug 3. Verschneidung der einzelnen Themenfelder mit sozialstrukturellen Daten 4. Zusammenführung der Daten auf eine Betrachtungsebene 5. Identifizierung mehrfach belasteter (vulnerabler) (Stadt-)gebiete 6. Ableitung bzw. Entwicklung planungsrelevanter praxistauglicher Indikatoren 7. Integration in bestehende Monitoringverfahren 8. Verrechtlichung der Aussagen durch Integration in das Berliner Planungssystem.; Ergebnisse: Zwischenzeitlich liegen für die Themenfelder Verkehrslärm, Luftgüte, Bioklima und wohnungsnahe Grünflächen erste Ergebnisse vor. Es zeigt sich, dass aufgrund der methodischen GIS-gestützten (geographische Informationssysteme) Herangehensweise die Möglichkeit besteht, die unterschiedlichen Datensätze der einzelnen Themenfelder kleinräumig zu regionalisieren bzw. auf einen gemeinsamen Raumbezug zusammenzuführen.

Allergien in einem Großbackbetrieb durch Hühnereiaerosol

Ziel: Hühnerei-Aerosol ist in Bäckereien - im Gegensatz zu Mehlstaub - eher selten zu finden, hat aber eine hohe allergisierende Potenz. In einem Großbackbetrieb zeigten vier Beschäftigte allergische Reaktionen bis hin zu asthmatischen Attacken, kurz nachdem eine Druckluft-Sprühstation zur Beschichtung von Backwaren mit flüssigem Hühner-Vollei in die Produktion eingeführt worden war. Ziel des Projektes war, die Exposition und die Lungenfunktion der Beschäftigten zu bestimmen. Methodik: Eingesetzt wurden - personenbezogen und ortsfest - Streulichtmessgeräte, um den Zeitverlauf der Exposition zu erfassen und Probenahmepumpen mit Impingern für die Ermittlung der mittleren Aerosolbelastung. Ergebnisse: Personenbezogene, kontinuierliche Messungen während einer vollständigen Produktionsphase ergaben 4,7 mg/m3 für den Arbeitsplatz an der Sprühstation. Auffallend waren hohe räumliche Gradienten (großer Arbeiter - 35 Prozent, kleine Arbeiterin plus 57 Prozent, ortfeste Messung seitlich - 75 Prozent), hohe Spitzenkonzentrationen (bis 21 mg/m3) und eine Verschleppung des Aerosols über große Hallenbereiche durch die Lüftungsanlage, einer der sensibilisierten Arbeiter reagierte sogar in 30 m Entfernung mit einem Abfall des Einsekundenvolumens um 30 Prozent. Alle vier betroffenen Personen mussten die Tätigkeit beenden, zwei waren schließlich sogar auf Nahrungsmittel allergisch, die Hühnerei enthielten. Das für alle Arbeitnehmer in der Halle bestehende Risiko einer Allergisierung wurde mit Stilllegung der Sprühstation und Ersatz durch Airless-Handpritzpistolen erheblich verringert.

Ausbreitung

Die Beifußblättrige Ambrosie hat sich wie im übrigen Deutschland und in anderen europäischen Ländern auch in Berlin fest etabliert. Es handelt sich bei dieser Pflanze um eine gebietsfremde Art : Ursprünglich stammt sie aus Nordamerika. Die Gefahr, dass sie einheimische Arten verdrängen könnte, wird derzeit als eher gering eingeschätzt. Das vordringlichste Problem im Zusammenhang mit Ambrosia ist allerdings das von ihr ausgehende Gesundheitsrisiko. Die Pollen von Ambrosia können zu allergischen Reaktionen bis hin zu Asthma führen. Außergewöhnlich ist, dass ein besonders hoher Anteil der Bevölkerung betroffen ist und auch Menschen Allergien entwickeln können, die bisher nicht allergisch auf Pollen reagieren. Weiteres: siehe Gesundheitsschutz und Umwelt . Einzelne Ambrosia-Pflanzen stellen für Mensch und Natur kein Problem dar. In Berlin hatte sich die Beifußblättrige Ambrosie vor allem im Westteil der Stadt an Vogelfutterplätzen stark ausgebreitet. 2009 wurde das “Berliner Aktionsprogramm gegen Ambrosia” ins Leben gerufen. Seitdem konnte diese einjährige Ambrosie gut zurückgedrängt werden. Zur Sicherung dieses Erfolges bleibt es wichtig, die bis 2022 durchgeführten Maßnahmen auch künftig fortzuführen. Beachten Sie insbesondere die Hinweise zur Vogelfütterung , da Ambrosia-Samen noch immer geringfügig im Vogelfutter enthalten sein können. Eine zweite, stark allergene Ambrosienart breitet sich zudem in Berlin aus: die Stauden-Ambrosie . Im Gegensatz zur Beifußblättrigen Ambrosie vermehrt sich diese mehrjährige Art vor allem über ihre Wurzelsprosse. Das nachhaltige Beseitigen ist erheblich schwieriger, da Wurzelreste beim Ausreißen zumeist noch im Boden bleiben. Im Herbst 2017 hat der Senat von Berlin eine behördlich organisierte Ambrosia-Bekämpfung für die Jahre 2018 und 2019 beschlossen. Für die Koordinierung der Maßnahmen ist die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz zuständig. Ein Pilotprojekt und erste Versuche zur Beseitigung der Stauden-Ambrosie starteten 2018 in Adlershof. In diesem Stadtteil des Bezirks Treptow-Köpenick breitet sich die Pflanze aufgrund der umfangreichen Bauaktivitäten schwerpunktmäßig aus. Sie kommt dort vorzugsweise auf Baustellen, in Baumscheiben, zwischen Gehwegplatten und zunehmend in Brachflächen vor.

Forschergruppe (FOR) 2936: Klimawandel und Gesundheit in Afrika südlich der Sahara, Teilprojekt: Klimawandel, Hitzestress und deren Auswirkungen auf Gesundheit und Arbeitsleistung vulnerabler Gruppen

Der Klimawandel verstärkt das Auftreten von extremen Hitzeereignissen. In der Subsahara-Afrika (SSA) stellt übermäßige Hitze bereits ein zunehmendes Gesundheitsrisiko dar. Bei Hitzebelastung kann der Mensch zwar wirksame physiologische Gegenmaßnahmen einleiten, um einen Wärmeverlust des Körpers zu fördern und so eine Körperkerntemperatur von 37 °C aufrechterhalten; hierzu gehören zum Beispiel eine Erhöhung der Hautdurchblutung und/oder Erhöhung der Schweißrate. Diese Reaktionen belasten unter Umständen den Körper jedoch stark - insbesondere in Kombination mit intensiver körperlicher Arbeit, die typischerweise bei landwirtschaftlichen Aktivitäten im Freien anfällt. Eine solche längere Hitzebelastung kann zu Erschöpfungszuständen, Hitzeerkrankungen oder sogar zum Tod führen. Bei physischen Tätigkeiten unter heißen/feuchten Umgebungsbedingungen ist das Auftreten entsprechender Erkrankungen umso wahrscheinlicher. Da der größte Teil der täglichen Arbeitsbelastung in SSA in der manuellen Subsistenzlandwirtschaft besteht, wird jede Verringerung der Arbeitsfähigkeit mehrere zusätzliche schwerwiegende wirtschaftliche, soziale und gesundheitliche Probleme mit sich bringen, deswegen haben wir in der ersten Phase junge gesunde Farmer/-innen studiert. Die Anfälligkeit für Hitzeerkrankungen variiert jedoch stark in Abhängigkeit von individuellen Merkmalen wie zum Beispiel Vorerkrankungen. Da nicht übertragbare Krankheiten ein zunehmendes, häufig unterschätztes Problem in SSA darstellen, werden wir uns in dieser zweiten Phase auf Landwirte konzentrieren, die von chronischen Atemwegserkrankungen wie chronisch obstruktiver Lungenerkrankung und Asthma betroffen sind. Unser Ziel ist es, die spezifischen physiologischen Auswirkungen von Klimaschwankungen auf die Arbeitsfähigkeit in dieser gefährdeten Bevölkerung in SSA zu bestimmen. Dies geschieht unter Berücksichtigung sowohl saisonaler/geografischer Unterschiede, vorbestehender Erkrankungen, geschlechtsspezifischer Unterschiede als auch im Hinblick auf finanzielle Anpassungsstrategien, die als Verhaltensinterventionen umsetzbar erscheinen. Um die Produktivität genauer zu untersuchen, wird unser Team innerhalb des Research Unit (RU) eine neu konzipierte Inter-Cluster-Studie koordinieren: die Heat to Harvest (H2H). Die H2H-Studie erweitert den RU-Ansatz, da sie die Methoden, die bereits in den einzelnen Projekten zum Einsatz kommen, wie die quantitative Erfassung des Hitzestress und Arbeitsfähigkeit, Kühlungsmaßnahmen in Häusern, Arbeitsmuster während der Ernte, erzielte Ernteerträge oder der Ernährungszustand von Kindern integriert. Es finden sich eine Vielzahl von Studien, die die nachteiligen Auswirkungen des Klimawandels auf die landwirtschaftliche Produktion im Allgemeinen beschreiben und verschiedene Ansätze zur Optimierung vorgeschlagen, jedoch fehlen bislang wissenschaftliche Studien zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Arbeitskapazität der Farmer/-innen in SSA.

Pollen-Monitoring in Berlin-Adlershof

Um eine erfolgreiche Ambrosia-Bekämpfung betreiben zu können, ist es von großer Bedeutung, über Kenntnisse zur Verbreitung der Ambrosia-Arten in Berlin zu verfügen. Dabei stellen die Standorte und dass Ausbreitungspotential der Pflanzen die Grundlage für eine gezielte Planung und Beseitigung dar. Die indirekten und direkten Bekämpfungsmaßnahmen fungieren wie eine Art Schlüssel-Schloss-Prinzip. Eine erfolgreiche und nachhaltige Bekämpfung ist nur möglich, wenn beide Arten der Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind. Ab Juni steht die Ambrosia im vollen Wachstum und bildet ihre Blütenstände, welche ab Mitte Juli ihre Pollen mit dem Wind verstäuben. Bei der Ambrosia kann mit einem Pollenflug bis in den Oktober hinein gerechnet werden, weil die Bildung der Blütenstände viel später als z.B. bei der Erle und Birke beginnt. Die Pollen der Ambrosia sind besonders für Allergiker schädigend, können aber auch bei Nichtallergikern zu Irritationen an Händen oder im Gesicht führen. Zudem gibt es verschiedene Formen der Ambrosia-Allergie. Bei Ambrosia-Heuschnupfen können Symptome wie Nasenjucken, Niesen, Augentränen und zusätzliches Gaumenjucken auftreten. Wird diese Erkrankung nicht ausreichend behandelt, kann es sogar zu Asthma durch Ambrosia-Pollen kommen. Die volumetrische Pollenfalle ist eine gute Möglichkeit des Monitorings und gibt interessante Aufschlüsse über Beginn und Ende der Pollenflugzeit, wodurch man eine frühzeitige Beseitigung der Ambrosia-Pflanzen veranlassen kann. Abschließend ist es wichtig zu differenzieren, dass ein Pollen-Monitoring keine Bekämpfungsmaßnahme ist. Es dient als Warnfunktion für Personen, welche von Allergien betroffen sind und Personen, die für die Minderung der Pollenbelastung Verantwortung tragen. Anhand der Pollenwerte kann man die Ergebnisse der durchgeführten Bekämpfungsmaßnahmen interpretieren und bewerten. Der Einsatz dieser Fallen ist demzufolge in Belastungsgebieten wie z. B. Berlin-Adlershof von großer Bedeutung. Sie geben ebenfalls Aufschlüsse über den Ferntransport von Pollen aus benachbarten Regionen. Das lässt sich an abrupten Peaks in den Diagrammen feststellen. Das Diagramm zeigt zwei Schwellenbereiche auf. Zum einen die Schwelle der mäßigen Belastung, diese Schwelle wird bei 3 Pollen pro Kubikmeter Luft erreicht. Hierbei sind bei Allergikern keine Symptome zu beobachten. Der zweite Schwellenbereich ist die Schwelle zur starken Belastung. Dieser wird bei einer Grenze von 10 Pollen pro Kubikmeter Luft überschritten. Ab diesem Bereich ist mit den oben genannten körperlichen Reaktionen zu rechnen. Die Ermittlung der Pollenwerte erfolgt während der Datenerfassung täglich und wird wöchentlich ausgewertet und aktualisiert.

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