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Entrindung mit dem Harvesteraggregat als Maßnahme zur Borkenkäferbekämpfung und deren Auswirkung auf die nachgelagerten Prozesse und die Waldbewirtschaftung - Eine detaillierte Prozess- und Potenzialanalyse (DEBARK)

Aufgrund häufiger auftretender und anhaltender Kalamitäten in der österreichischen Forst- und Holzwirtschaft sind sowohl die Transport- als auch die Lager- und Abnahmekapazitäten, durch ein vermehrtes Holzaufkommen, verteilt über das Wirtschaftsjahr im Einklang mit saisonalen Ereignissen und Schwerpunkten, verständlicherweise limitiert und führen somit zu Engpässen beim Abtransport aus dem Wald. Zusätzlich erreichen auch die Holzernteunternehmer ihre Kapazitätsgrenzen und somit können nicht sämtliche Schadholzmengen zeitnah und den Erfordernissen entsprechend aufgearbeitet und aus dem Wald abtransportiert werden. Ein einhergehender Preisverfall und mögliche sekundäre Einbußen bei der Waldbewirtschaftung in den Folgejahren verstärken somit die Suche nach möglichen Lösungen, um dieser angespannten Situation entgegenzuwirken. Eine Alternative bei der Aufarbeitung von Schadholzmengen in Folge von Kalamitäten könnte hier aber die Entrindung bei der vollmechanisierten Holzernte durch extra umgerüstete bzw. adaptierte Harvesteraggregate darstellen. Die Entrindung erfolgt hier mittels speziell konstruierter und vorkonzipierter Aggregate mit Zusatzausrüstung bereits im Zuge der Ernte im Bestand auf der Rückegasse. Zusätzlich kann hier auch noch über die Konfiguration der Entastungsmesser und den Anpressdruck der Durchzugswalzen Einfluss auf die Entrindungsqualität ausgeübt werden. Es handelt sich hierbei um einen zusätzlichen Prozess, welcher aber auch mit Zeit und Kosten verbunden ist. Die Technik der Entrindung im Bestand im Zuge der Ausformung hat ihren Ursprung in der Versorgung von Papier- und Zellstoffwerken aus Eukalyptusplantagen, wobei hier die Entrindung im Bestand aus logistischen Gründen erfolgt. Ein Einsatz der erwähnten Technik in Europa für die Bekämpfung und Eindämmung von Borkenkäferkalamitäten ist bis dato noch nicht lückenlos dokumentiert. Einzig die technische Anwendbarkeit hinsichtlich Entrindungsqualität konnte in Deutschland im Zuge eines nationalen Projektes in Zusammenarbeit des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) GmbH mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihen-stephan-Triesdorf eingehend dokumentiert werden, wobei hier in einem ersten Schritt nur die technischen Möglichkeiten bei ausgewählten Aggregaten untersucht wurde. Von der Entrindung durch Harvester im Bestand verspricht sich der Waldbesitzer seitens der Logistik die Möglichkeit innerhalb der Bereitstellungskette als Zwischenpuffer aufzutreten, jedoch ohne jegliche Gefahr durch das waldnahe Rundholzlager eine Brutstätte für Borkenkäfer anzubieten. Gleichzeitig verspricht man sich auch, die Gefahr einen möglichen Verlust durch Borkenkäfer als Vektoren für Bläuepilze im gelagerten Rundholz zu minimieren. Zusätzlich könnte man im noch stehenden aber bereits befallenen Holz den Borkenkäfer bekämpfen und dessen Ausbreitung und Kalamitätspotenzial einschränken. (Text gekürzt)

Boden-Dauerbeobachtung Was ist Boden-Dauerbeobachtung? Boden-Dauerbeobachtung in Sachsen-Anhalt BDF-Steckbriefe Ergebnisse der Boden-Dauerbeobachtung

Anfang der Neunziger Jahre begann die Einrichtung von Boden-Dauerbeobachtungsflächen (BDF) in Sachsen-Anhalt. Aktuell werden 70 BDF gemeinsam durch die für Umweltschutz, Geologie, Landwirtschaft und Forstwesen zuständigen Landesfachbehörden betrieben. Bei den Boden-Dauerbeobachtungsflächen handelt es sich um repräsentativ ausgewählte, wiederauffindbare Ausschnitte des Bodens. Diese werden entsprechend festgelegter Untersuchungsprogramme in einem bestimmten Turnus auf Veränderungen der Bodenbeschaffenheit untersucht. Anhand der gewonnenen Daten zu den physikalischen, chemischen und biologischen Bodeneigenschaften können der aktuelle Bodenzustand erfasst, Veränderungen langfristig überwacht und, wenn möglich zukünftige Entwicklungen prognostiziert werden. In dem Methodenhandbuch Einrichtung, Betrieb und Auswertung von Boden-Dauerbeobachtungsflächen (LABO-Redaktionsgruppe "Boden-Dauerbeobachtung", Barth et al., Juni 2022) erfolgt eine ausführliche Beschreibung des Vorgehens von der Ersteinrichtung der Fläche über die Untersuchungsmethodik aller Parameter bis hin zur Auswertung der gewonnenen Daten. Boden-Dauerbeobachtung in Sachsen-Anhalt Die BDF sind repräsentativ über das Land Sachsen-Anhalt verteilt hinsichtlich der Landnutzung, Klimagebiete sowie Landschafts- und Bodenformen. In der Abbildung rechts ist die räumliche Verteilung der BDF in Sachsen-Abhalt und deren Nutzung ersichtlich. Diese Informationen sind zusätzlich als Karte im Umweltportal zu finden. Eine Übersicht zu den Nutzungssarten und Bodentypen der BDF steht als Tabelle (PDF-Datei, 157 KB) zum Download zur Verfügung. An dem BDF-Programm im Land sind, abhängig von der Nutzung der Flächen die Landesanstalt für Geologie und Bergwesen (LAGB), die Landesanstalt für Landwirtschaft (LLG), das Landesamt für Umweltschutz (LAU) und die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) beteiligt. Jede der beteiligten Institution untersucht unterschiedliche Fragestellungen und somit Parameter auf den Flächen in einem bestimmten Turnus. Das LAGB ist auf allen BDF für die bodenkundliche Ansprache der Dauerbeobachtungsflächen, Bodenchemische Parameter, Bodenphysik, Schwermetallgehalte und Radionuclide zuständig. An der LLG werden auf den landwirtschaftlich genutzten BDF einzelne bodenchemische Parameter sowie die Bewirtschaftungsdaten erhoben. Durch die NW-FVA werden die forstlich genutzten Flächen hinsichtlich des Waldbestandes sowie dessen Zustands und der Bodenchemie erfasst. Drei der Forst-BDF werden als Intensiv-BDF durch kontinuierliche Messungen untersucht, um Fragestellungen zum Wasser- und Stoffhaushalt von Waldböden zu beantworten. Das LAU ist auf allen BDF für die Untersuchung der Bodenmikrobiologie und -zoologie, organischen Schadstoffe, atmosphärischen Deposition und die Vegetationsanalysen zuständig. Weitere Informationen zu den untersuchten Parametern und beteiligten Institutionen sind in der Tabelle rechts zu finden. Weiterführende Informationen zu den einzelnen BDF sind in den Steckbriefen zur jeweiligen Flächen zu finden. Diese beinhalten Basisdaten der BDF (Einrichtung, Nutzung, Witterung usw.) sowie Angaben zur Lage und Bodeninformationen. Ackerland-BDF Grünland-BDF Forst-BDF Sonderflächen-BDF 1 Querstedt 3 Gohre 5 & 5.2 Klötze & Klötze 2 48 Amsdorf 2 Erxleben 10 Reesen 6 Born 51 Zöberitz 4 Krevese 14 Bad Schmiedeberg 7 Colbitz 53 Gimritz 12 Senst 18 Iden 8 Arendsee 17 Klossa 19 Barby 11 Nedlitz 23 Plötzkau 20 Wartenburg 13 Ochsenkopf 24 Brücken 26.2 Mannhausen 15 Goitzsche 28 Ladeburg 29 Mahlsdorf 16 Golpa Nord 30 Biere 49 Seeben 21.1 & 21.2 Biberwerder 1 & 2 31 Rodersdorf 61 Kleinleinungen 22 Steckby 32 Klein Wanzleben 64.2 Kakerbeck 25 Salegaster Aue 33 Cattau 27 Tangerhütte 34.2 Bad Lauchstädt 41 Profen 35 Barnstädt 44 Hohes Holz 36 Leimbach 55 Ziegelroda 37 Querfurt 56.1 & 56.2 Frankroda 1 & 2 38 Lodersleben 57 Schierke 39 Scheiplitz 58 Hasselfelde 40 Pirkau 59 Auerberg 42 Jeggeleben 60 Friedrichrode 43 Eilenstedt 65 Brocken 45 Drübeck 66 Güntersberge 46 Polleben 47 Teutschenthal 50.2 Lettewitz 2 52.1 Merseburg Ost 54 Schwanefeld 62 Siptenfelde 63 Oschersleben 67 Löberitz 68 Gadegast Hinsichtlich der Bodenzoologie wird ein jährlicher Lumbriciden-Bericht (Regenwurm-Bericht) für Sachsen-Anhalt erarbeitet. In diesem wird die Untersuchung der Regenwurmpopulation auf den BDF analysiert und ihre Entwicklung auf den einzelnen Flächen ausgewertet. Diese Berichte stehen unter Publikationen als Download zur Verfügung. Die Belastung der BDF mit organischen Schadstoffen wird ebenfalls durch das LAU analysiert und ausgewertet. Dabei werden polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und einige Vertreter des „Dirty Dozen“ wie die Chlorpestizide Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) und Hexachlorcyclohexan (α-, β-, γ- , δ-HCH), deren Neben- und Abbauprodukte (DDE, DDD und HCB) sowie polychlorierte Biphenyle (PCB) und polychlorierte Dibenzo-Dioxine und -Furane (PCDD/PCDF) betrachtet. Weitere Informationen zu Schadstoffen in Böden sind unter diesem Link zu finden. Aus diesen Untersuchungen gewonnene Ergebnisse sind Grundlage für die Ermittlung von Hintergrundwerten für die Böden in Sachsen-Anhalt. Im Folgenden sind einige Ergebnisse der Boden-Dauerbeobachtung hinsichtlich des Vorkommens der oben genannten organischen Schadstoffe dargestellt. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe – PAK PAK entstehen bei der Verbrennung von organischem Material. Hauptsächliche Quellen sind Industrieemissionen, Heizungen und Verkehr. Sie gelangen über Luftdeposition in den Boden, binden stark an organische Substanz und werden nur sehr langsam abgebaut. In der Abbildung weiter unten ist das Vorkommen von PAK auf den BDF im Land über einen Zeitraum von 20 Jahren und in Abhängigkeit von der Landnutzung dargestellt. In der Grafik ist zu erkennen, dass die Waldflächen vergleichsweise höher mit diesen Stoffen belastet sind. Das hängt unter anderem mit der Filterwirkung der Baumkronen zusammen. PAK-haltige Partikel werden in den Kronen abgefangen und gelangen über Regen und Laubfall in den Boden. Weiterhin haben Wälder einen höheren Anteil organischer Bodensubstanz, woran PAK stark binden. Die BDF unter Ackernutzung weisen geringere Konzentrationen auf, was sich u. a. durch regelmäßige Bodenbearbeitung und somit eine Verdünnung des Materials sowie einen geringeren Anteil organischer Substanz erklären lässt. Der Anstieg der gemessenen PAK zwischen 2020 bis 2024 kann unter anderem mit einer klimabedingt stärkeren Bodentrockenheit und Staubaufwirbelungen zusammenhängen. Auch lokale kurzfristige Einflüsse wie bspw. Waldbrände können einen starken Effekt auf einzelne Flächen haben. Insgesamt befinden sich die Werte jedoch unterhalb der Vorsorgewerte laut Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV) von 3 mg/kg TM (wenn der Gehalt an organischem Kohlenstoff/TOC ≤ 4 %) bzw. 5 mg/kg TM (wenn TOC > 4 % bis 9 %). Dichlordiphenyltrichlorethan – DDT, Dichlordiphenyltrichlorethylen – DDE, Dichlordiphenyldichlorethan – DDD In der Abbildung unten ist das Vorkommen von DDT und den Metaboliten (DDE, DDD) auf den BDF in Sachsen-Anhalt in Abhängigkeit von der Landnutzung von 2004 bis 2024 dargestellt. DDT wurde als Insektizid in Land- und Forstwirtschaft sowie als Holzschutzmittel eingesetzt. Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR wurde DDT bis Ende der 80er Jahre in größerem Umfang angewendet und in Sachsen-Anhalt unter anderem im Raum Bitterfeld produziert. Wie in dem Boxplot zu erkennen ist, sind die Flächen unter forstlicher Nutzung höher belastet als landwirtschaftlich genutzte BDF. Mögliche Gründe dafür sind der hohe Einsatz von DDT zur Bekämpfung von Kahlfraß-Insekten (u. a. Kiefernspinner, Borkenkäfer) in der Forstwirtschaft der DDR und die höheren Gehalte organischer Substanz der Waldflächen gegenüber Grün- oder Ackerländern und die damit verbundene stärkere Bindung des Schadstoffs. Ebenso sorgt die Bodenbearbeitung auf Ackerflächen für eine stärkere Durchmischung des Bodens und somit Verdünnung von kontaminierten Horizonten. Insgesamt befinden sich die Werte jedoch weit unter den für Ackerflächen gültigen Prüfwerten der Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV) von 1 mg/kg TM (Ackerland, Wirkungspfad Boden-Nutzpflanze). Insgesamt ist eine Abnahme von DDT und den entsprechenden Metaboliten seit Beginn der Untersuchungen auf den BDF in der Grafik ersichtlich. Hexachlorcyclohexan - HCH und Hexachlorbenzol - HC B In den beiden Abbildungen am Ende des Absatztes ist die Verteilung von HCH und HCB über die BDF im Land dargestellt. Vor allem im Bereich der Flussauen können höhere Konzentrationen der Stoffe nachgewiesen werden. Es gibt jedoch keine Überschreitung der Prüfwerte (HCH 0,05 mg/kg TM und HCB 0,5 mg/kg TM) nach BBodSchV auf landwirtschaftlich genutzten BDF. Bei den stärker belasteten BDF handelt es sich ausschließlich um Waldflächen im Bereich der Flussauen von Mulde und Elbe. Im Chemiekombinat Bitterfeld wurde von 1951 bis 1983 in großen Mengen γ-HCH produziert (Ökologisches Großprojekt (ÖGP) Bitterfeld-Wolfen) , welches unter dem Namen Lindan als Insektizid zum Einsatz kam. Neben- und Abbauprodukte sind weitere HCH-Isomere und HCB, welches jedoch auch gezielt hergestellt und u. a. als Fungizid in der Landwirtschaft eingesetzt wurde. Ab den 1980er Jahren wurde der Gebrauch dieser Chemikalien in der Europäischen Gemeinschaft bereits stark eingeschränkt, seit 2004 ist die Produktion und Verwendung vollständig verboten. In den ostdeutschen Chemiezentren (Bitterfeld, Leuna, Schkopau) entstand HCB als Nebenprodukt der Chlorindustrie und gelangte in größeren Mengen in die Umwelt. Dementsprechend ist die Belastung der BDF mit HCH und HCB im Auenbereich von Mulde und Elbe höher als auf den restlichen Flächen, da diese Stoffe über kontaminierte Sedimente im Rahmen von Hochwasserereignissen auch heute noch verlagert werden können. Polychlorierten Biphenyle - PCB Bei den PCB handelt es sich um eine Gruppe von 209 verschiedenen Kongeneren, welche hinsichtlich der toxikologischen Eigenschaften in zwei Kategorien unterteilt werden. Ein Teil dieser Kongenere weist den Dioxinen ähnelnde toxikologische Eigenschaften auf, diese werden häufig als dioxinähnliche PCB (dl-PCB) bezeichnet. Die nicht dioxinähnlichen Polychlorierten Biphenyle (ndl-PCB) haben ein anderes toxikologisches Profil. Die BDF in Sachsen-Anhalt werden im Hinblick auf sechs (ndl) Indikator-PCB (PCB 28, PCB 52, PCB 101, PCB 138, PCB 153 und PCB 180 = PCB 6 ) untersucht. Eingesetzt wurden diese Stoffe vor allem als Isolieröle in Transformatoren und Kondensatoren, aber auch als Additiv in Baustoffen (Fugendichtmasse, Farbe, Kleber). Mitte der 80er Jahre wurde die Verwendung von PCB in der ehemaligen DDR stark eingeschränkt und mit der Wiedervereinigung verboten. Auf Grund ihrer Langlebigkeit sind diese Stoffe jedoch immer noch in der Umwelt und auch in Böden nachweisbar. In der Abbildung unten ist die Konzentration der ndl-PCB auf den BDF in Sachsen-Anhalt in Abhängigkeit von der Landnutzung (2004-2024) dargestellt. Es konnte für keine der landwirtschaftlich genutzten BDF eine Überschreitung des Maßnahmenwertes von 0,2 mg/kg TM (BBdSchV, hinsichtl. Grünland, Wirkungspfad Boden-Nutzpflanze) festgestellt werden. In der Abbildung ist zu erkennen, dass die landwirtschaftlich genutzten BDF insgesamt auf Grund der Verdünnungswirkung von Bodenbearbeitungsmaßnahmen eine geringere Belastung mit ndl-PCB aufweisen. Wälder sind z. T. stärker belastet, da sich ndl-PCB vor allem über Deposition verbreiten und durch die Filterwirkung der Baumkronen eingefangen werden und in den Boden gelangen. Polychlorierte Dibenzodioxine – PCDD und Polychlorierte Dibenzofurane PCDDF Ähnlich wie PAK entstehen PCDD und PCDF unbeabsichtigt und überwiegend bei Verbrennungs- und Industrieprozessen (z. B. Müllverbrennung) und können dann über Luftdeposition in den Boden gelangen. Unter PCDD/F werden 75 Dioxine und 135 Furane zusammengefasst, welche stets als unterschiedlich zusammengesetztes Gemisch verschiedener Kongenere vorliegen. Eine Bewertung dieser Stoffe erfolgt über Toxizitätsäquivalente (TEQ), da sich die toxikologische Wirkung der Kongenere nicht unterscheidet, die Wirksamkeit jedoch sehr verschieden hoch sein kann. Der TEQ-Wert entspricht der toxischen Wirkung eines Dioxins im Verhältnis zum giftigsten Vertreter dieser Stoffgruppe (2,3,7,8 TCDD). In der Grafik weiter unten sind die TEQ der BDF nach ihrer Nutzung dargestellt (2004 bis 2024). Auch hinsichtlich dieser Schadstoffe sind die Waldflächen, auf Grund der Filterwirkung der Baumkronen und des meist höheren Anteils an organischer Bodensubstanz in Wäldern, zum Teil stärker belastet als die BDF unter anderer Nutzung. Die BDF mit den höchsten Vorkommen an PCDD/F befinden sich vorrangig im Auenbereich von Mulde und Elbe. Ein erheblicher Teil dieser Belastung geht auf die Magnesiumherstellung im Raum Bitterfeld während des Zweiten Weltkrieges zurück. Diese Stoffe verbreiteten sich von dort über kontaminierte Sedimente im Bereich der Flussauen. Der Prüfwert für Grünland (Wirkungspfad Boden-Nutzpflanze) liegt bei 15 ng/WHO-TEQ kg TM (BBodSchV) und wird im Auenbereich dieser Flüsse z. T. überschritten. Eine Anpassung des Nutzungsmanagementsystems und die amtliche Futter- und Lebensmittelüberwachung sollen jedoch sicherstellen, dass diese Stoffe nicht in menschliche Nahrungsketten gelangen. Weitere Information zur Belastungssituation mit PCDD/F in Sachsen-Anhalt sind im Dioxinbericht des Landes zu finden. letzte Aktualisierung: 15.06.2026

Langbein-, Tanz-, Rennraubfliegen

(Diptera, Empidoidea: Dolichopodidae, Atelestidae, Empididae, Hybotidae & Microphoridae) Die Familiengruppe der Empidoidea, wie die Langbein-, Tanz- und Rennraubfliegen wissenschaftlich genannt werden, umfasst in Deutschland insgesamt 1.089 etablierte Arten und Unterarten. Davon gehören 416 zur Familie der Langbeinfliegen und 673 weitere zu den vier Familien der Tanz- und Rennraubfliegen. Die Tanzfliegen haben ihren Namen von einem tanzartigen Schwarmflug, welcher der Paarung vorausgehen kann. Es finden sich Schwärme zusammen – oft nach Geschlechtern getrennt –, die in schnellen Flügen zu einer Gruppe des jeweils anderen Geschlechts vorstoßen. Dadurch entsteht der Eindruck eines Tanzes. Einige Arten der Langbeinfliegen sind für die Forstwirtschaft sehr nützlich, denn ihre Larven leben in den von Borkenkäfern geschaffenen Gängen unter den äußeren Gehölzschichten von Bäumen. Dort stellen sie den Larven von Borkenkäfern nach und leisten somit einen Beitrag zur natürlichen Bekämpfung dieser Forstschädlinge. Über 600 und damit annähernd 60 % der Arten und Unterarten dieser vielfältigen Familiengruppe sind in Deutschland bestandsgefährdet. Weitere 12 % gelten nach aktuellem Stand bereits als ausgestorben oder verschollen. Der Anteil extrem seltener Arten ist mit nur einer Art sehr gering. Bei 27 % der Arten konnte keine Gefährdung festgestellt werden. Die restlichen Arten stehen entweder auf der Vorwarnliste (1 %) oder konnten mangels ausreichender Daten nicht eingestuft werden (4 %). Aufgrund der engen Lebensraumbindung vieler Arten dieser Gruppe ergeben sich die Hauptgefährdungsursachen aus den Veränderungen der Lebensräume. Einige Arten, wie die stark gefährdete Langbeinfliege Melanostolus nigricilius , sind beispielsweise existenziell auf die Erhaltung von Binnenland-Salzstellen angewiesen, die in Mitteleuropa zu den am stärksten bedrohten Lebensraumtypen gehören. (Stand 22. Dezember 2010) Meyer, H. & Wagner, R. (2011): Rote Liste und Gesamtartenliste der Langbein-, Tanz- und Rennraubfliegen (Diptera, Empidoidea: Dolichopodidae, Atelestidae, Empididae, Hybotidae, Microphoridae) Deutschlands. – In: Binot-Hafke, M.; Balzer, S.; Becker, N.; Gruttke, H.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G.; Matzke-Hajek, G. & Strauch, M. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3): 87–140. Die aktuellen Rote-Liste-Daten sind auch als Download verfügbar.

5G Innovation für Mensch und Natur im Schwarzwald-Baar-Kreis

Höfken: „Wir unterstützen Wald und Waldbesitzende bei Bewältigung der Klimaschäden“

Forstministerium sorgt für Hilfen für den Wald durch Walderklärung, Handlungsempfehlung, Windräder, Holzbau, Fördergelder, „Waldklimaprämien“-Initiative und externe Unterstützung durch Bundeswehr. „Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald sind dramatisch: Je länger die Dürre andauert, desto größer werden die Schäden. Die klimawandelbedingte Waldkrise verursachte seit 2018 7,4 Millionen Festmeter Schadholz – allein dieses Jahr waren es bisher schon 2,3 Millionen notgeerntete Bäume, davon 0,77 Millionen im Privatwald, 0,37 Millionen im Staatswald und 1,16 Millionen im Kommunalwald“, sagte Forst- und Umweltministerin Ulrike Höfken angesichts der verheerenden Situation in den rheinland-pfälzischen Wäldern. Seit dem Dürresommer 2018 entstanden dadurch landesweit 15.000 Hektar, die wiederbewaldet werden müssen. Das kostet allein rund 75 Millionen Euro, davon sind bis Mitte dieses Jahres 25 Millionen Euro angefallen. Im Jahr 2018 wurden 460.000 junge Bäume gepflanzt, 2019 waren es 709.000. „Um unseren Wald als Heimat und für künftige Generationen zu erhalten, unterstützen wir alle Waldbesitzenden in Rheinland-Pfalz bei der Bewältigung dieser Mammutaufgabe und lassen sie nicht allein“, so Höfken weiter. · Unserem Umweltministerium ist es gelungen, zusätzliche Gelder der Bundesregierung für unseren Wald zu erreichen: Die GAK-Förderung zur Bewältigung der Extremwetterschäden im Wald für 2020 wurde auf mehr als 16,5 Millionen Euro erhöht. Das Land übernimmt die erforderlichen Kofinanzierungmittel – rund 6,6 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2019 belief sich die Förderung auf insgesamt 4,5 Millionen Euro. Für 2020 liegt bereits ein Anzeigevolumen von rund 14,6 Millionen Euro für Fördermaßnahmen zur Bewältigung von Extremwetterschäden im Wald vor. Gleichzeitig haben wir ein Konzept für eine „Waldklimaprämie“ entwickelt und eine bundesweite Initiative gestartet. Wir setzen uns bei der Bundesregierung für diese „Waldklimaprämie“ ein, damit die wichtigen gesellschaftlichen Leistungen wie Klimaschutz, Biodiversität, Erholung oder Arbeitsplätze gerade auch in den Kommunen erhalten und verursachergerecht Mittel der CO2-Emissionsbepreisung zum Aufkommen der Schäden herangezogen werden können. · Da Klimaschutz der beste Waldschutz ist, setzt Rheinland-Pfalz auf Erneuerbare Energien bei gleichzeitiger Beachtung der Naturverträglichkeit und des Emissionsschutzes. Im Ländervergleich ist Rheinland-Pfalz führend bei der Nutzung der Windenergie im Wald , die den Wald am effektivsten vor den Schademissionen schützt. Ende 2019 waren es 452 Windturbinen (1.181 MW), die sich auf Waldflächen in Eifel, Hunsrück, Westerwald und Taunus drehten. · Um den Holzbau und damit eine klimafreundliche Alternative zu Beton oder Stahl zu stärken, setzen wir uns für eine deutliche Steigerung der Verwendung nachwachsender Rohstoffe, insbesondere von Holz, bei Bauvorhaben in Rheinland-Pfalz ein: Mit einer Quote genehmigter Gebäude, die überwiegend aus Holz gebaut werden, liegt Rheinland-Pfalz 2019 mit insgesamt 22 Prozent bereits über dem Bundesdurchschnitt von knapp 19 Prozent. · Wir haben Handlungsempfehlungen für die Waldbesitzenden auf Grundlage des Grundsatzpapiers „Maßnahmen zur Verminderung von Klimastressfolgen im Wald“, um allen Waldbesitzenden fachliche Unterstützung zur Wiederbewaldung zu geben, wie zum Beispiel die aktive Entwicklung naturnaher Mischwälder durch punktuelles Einbringen heimischer und geeigneter Arten. · Jede und jeder Waldbesitzende ist dazu gesetzlich verpflichtet, für den Verkehr gefährliche Bäume zu entfernen oder sie zu beseitigen, wenn sie auf öffentliche Straßen oder auf Wanderwege gefallen sind. Im Januar 2020 hat das Umweltministerium eine landesweite Kooperationsvereinbarung zwischen dem Landesbetrieb Mobilität und dem Landesbetrieb Landesforsten abgeschlossen. Diese sieht unter anderem die Durchführung gemeinsamer Baumkontrollen für Baumbestände auf Straßengrundstücken und angrenzenden Waldgrundstücken sowie die effiziente Beseitigung von Verkehrsgefährdungen bei Gefahr im Verzug vor. Aktuell ergänzen wir zusätzlich unsere Förderrichtlinien, um auch die Beseitigung von Borkenkäfern geschädigten Bäumen im Gefahrenbereich öffentlicher Verkehrswege finanziell zu unterstützen. Mit der Förderung ist noch im Laufe des Jahres zu rechnen. · Die Schonzeit von Schalenwild kann seit diesem Jahr verkürzt bzw. angepasst werden. Hintergrund ist, dass hohe Verbissschäden durch sehr hohe Wildbestände dem Wald schaden. Wild bevorzugt die Triebe junger Bäume – diese fallen damit für die Wiederbewaldung aus. · Für rund vier Monate hat Landesforsten mit der Bundeswehr bei der Eindämmung der Borkenkäferkatastrophe zusammengearbeitet. Vor allem in den Bereichen Hunsrück, Eifel und Westerwald, in denen noch nennenswerte und erhaltenswerte Fichtenbestände zu finden sind, haben die Soldatinnen und Soldaten zielgerichtet bei der Borkenkäferbekämpfung unterstützt. Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken erklärte: „Der Wald kann jede Hilfe gut gebrauchen – und wir alle brauchen den Wald. Ich danke den Soldatinnen und Soldaten für die Unterstützung in den vergangen vier Monaten.“ Das Forstministerium setzt sich täglich dafür ein, dass die Leistungen des Waldes für die Gesellschaft honoriert werden. „Der Wald speichert rund ein Viertel aller CO2-Emissionen in Rheinland-Pfalz, die Forst- und Holzbranche beschäftigt rund 51.000 Menschen – damit mehr als die Chemie-Branche. Zudem bietet der Wald Raum zur Erholung, liefert den klimaschonenden Rohstoff Holz, filtert die Luft vor Staub, schenkt Kühlung und bietet vielen Tieren, Pflanzen und Pilzen Lebensraum. Mit der Walderklärung ‚Klimaschutz für den Wald – unser Wald für den Klimaschutz‘ als Dialog aller Akteure und den zahlreichen Beschlüssen zu den Förderungen ist das gemeinsame Ziel klar: Mit zielgerichteten Maßnahmen unseren Wald retten“, erklärte die Forstministerin abschließend. Hintergrund: Unser Wald in Zahlen Naturnahe Waldwirtschaft: · Schon 1999 wurde die naturnahe Waldbewirtschaftung im Landeswaldgesetz festgeschrieben. Das bedeutet: keine Monokulturen, keine Kahlschläge, Walderneuerung vornehmlich durch natürliche Ansamung, Einbeziehung der Naturabläufe durch vernetzte holznutzungsfreie Bereiche im Wald. Trotz vieler Schadereignisse (Stürme, Hitze, Dürren, Borkenkäferbefall) wurde unser Wald seitdem vorratsreicher (mehr Zuwachs als Nutzung) und immer vielfältiger nach Mischung, Struktur und Ungleichaltrigkeit. · Seit 2015 ist der komplette Staatswald in Rheinland-Pfalz neben PEFC™ auch FSC®- (Lizenznummer FSC®-C111982) zertifiziert. Unabhängige Prüferinnen und Prüfer kontrollieren, ob die 44 Forstämter die Nachhaltigkeitsstandards einhalten. · Insbesondere das FSC®-Zertifikat unterstützt, dass holznutzungsfreie Waldbereiche nachgewiesen werden, ohne chemisch-synthetische Pestizide gearbeitet wird und eine nachhaltige Waldbewirtschaftung nach hohen Naturschutz- und Sozialstandards erfolgt. Waldanteil: •    Rheinland-Pfalz ist mit rund 42 Prozent Waldanteil gemeinsam mit Hessen das relativ waldreichste Bundesland (bundesweit: 31 Prozent). · Der Laubbaumanteil liegt in Rheinland-Pfalz bei rund 60 Prozent (bundesweit: 44 Prozent), der Nadelbaumanteil bei knapp 40 Prozent (bundesweit: 56 Prozent). · Die häufigste Baumart mit rund 22 Prozent ist die Buche (bundesweit: 15 Prozent), gefolgt von der Fichte und Eiche zu je rund 20 Prozent (bundesweit: 25 Prozent und 10 Prozent). · Mischwälder mit verschiedenen Baumarten kommen in Rheinland-Pfalz auf 82 Prozent der Fläche vor (bundesweit: 76 Prozent). Naturverjüngung: 87 Prozent der Jungbäume (unter vier Meter Höhe) haben sich in Rheinland-Pfalz im Staatswald natürlich angesamt (bundesweit: 85 Prozent). Das heißt, sie wurden nicht gepflanzt. Försterinnen und Förster fördern die „Naturverjüngung“, indem sie gezielt einzelne stark schattende Bäume entnehmen. So dosieren sie den Lichteinfall auf dem Waldboden und der Nachwuchs der Mutterbäume kann sich einstellen und entwickeln. Schutzzonen: In Rheinland-Pfalz sind bereits neun Prozent der Staatswaldfläche als Waldrefugien, Naturwaldreservate, holznutzungsfreie Flächen in den Rheinauen, in den Kernzonen des Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen, im Großnaturschutzgebiet Bienwald und im Nationalpark Hunsrück-Hochwald ausgewiesen. Damit liegt Rheinland-Pfalz mit seinem eigenen Wald, dem Staatswald, in der Spitzengruppe der Bundesländer, wenn es um die Erfüllung des diesbezüglichen Zehn-Prozent-Ziels der Nationalen Biodiversitätsstrategie geht. Arbeitsplätze: Rund 51.000 Menschen arbeiten in Rheinland-Pfalz in der Forst- und Holzbranche. Dazu gehören mehr als 7.000 Unternehmen. Die Branche erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von fast 10 Mrd. Euro. Somit ist die Forst- und Holzwirtschaft am Umsatz gemessen nach der chemischen Industrie der zweitgrößte Wirtschaftszweig im produzierenden Gewerbe in Rheinland-Pfalz. Gemessen an den über 50.000 Beschäftigen steht sie im Land sogar an erster Stelle – noch vor der chemischen Industrie. Holzpreisentwicklung: Der Durchschnittspreis für Fichten-Stammholz im Staatswald des Landes Rheinland-Pfalz ist im Laufe der letzten Jahre massiv eingebrochen. Von 90 Euro je Festmeter in 2014 bis auf unter 40 Euro in 2020.

Bekämpfung und Kontrolle der Fichtenborkenkäfer durch Einsatz von Fangtipi mit besonderer Berücksichtigung möglicher negativer Auswirkungen auf die Natur

Ziel dieses Projekts ist die Klärung der Frage, inwieweit Fangtipi zur Bekämpfung und Überwachung von Borkenkäfern geeignet sind und welche naturschutz-relevanten Nebeneffekte dabei auftreten. Zur Klärung dieser Fragestellung wurden verschiedene Fangsysteme miteinander verglichen, im Wesentlichen aber die herkömmliche Pheromonfalle mit dem Fangtipi. Das Fangtipi ist eine Borkenkäferfalle, die aus ähnlich einem Tipizelt zusammengestellten Hölzern gebaut wird. Die Hölzer sind meist frische Wipfelstücke oder Stammteile von Fichten, die mit einem Insektizid begiftet und mit einem oder mehreren Pheromonen bestückt werden. Zwar ist die Pheromonfalle ein Überwachungs- und kein Bekämpfungselement bei der Borkenkäferbekämpfung, aber de facto wird sie vielfach noch in der forstlichen Praxis zur Abschöpfung der Borkenkäferpopulation eingesetzt. Zur Klärung der Projektfragestellung wurden verschiedene Fangsysteme miteinander verglichen, im Wesentlichen die Pheromonfalle mit dem Fangtipi. Prinzipiell lässt sich folgern, dass Pheromonfalle und Fangtipi etwa gleich viele Borkenkäfer fangen. Ohne Berücksichtigung wieder wegfliegender Käfer war während der gesamten Versuchsdauer beim Buchdrucker die Pheromonfalle in rund 60 Prozent der Fälle dem Fangtipi, beim Kupferstecher in mehr als 80 Prozent der Fälle überlegen. Unterstellt man aber, dass der Anteil wegfliegender Käfer (65 Prozent in Nasswald) auf allen Versuchsstandorten gleich hoch wäre, würde sich das Gesamtergebnis beim Fangtipi in Bezug auf den Buchdrucker deutlich verbessern: Das Fangtipi würde durchschnittlich mehr Borkenkäfer fangen (und abtöten), als die Pheromonfalle. Beim Kupferstecher bleibt die Pheromonfalle dem Fangtipi auch bei Berücksichtigung wegfliegenden Käfer überlegen. Allerdings konnte in den Versuchen nicht berücksichtigt werden, wie viele abgetötete Kupferstecher (der kleinere Käfer wird leichter verweht) durch Wind wieder aus den Sammelladen der Fangtipi ausgeweht wurden. Ähnlich wie bei den Fangbäumen scheint der Fangerfolg der Fangtipis in der zweiten Jahreshälfte abzunehmen, so dass ab etwa Ende Juni/Anfang Juli die Pheromonfalle meist besser fängt als das Fangtipi. Ein Grund könnte die zunehmende Austrocknung der verwendeten Holzstücke sein. Sicherlich spielt auch die Repellent- Wirkung des verwendeten Insektizids eine gewisse Rolle. Insgesamt gesehen, sind die absoluten Fangzahlen sowohl der Fangtipis als auch der Pheromonfallen eher gering. Dies erklärt auch, warum sowohl am Hochficht als auch auf der Versuchsfläche Edelschrott während der Versuchsperiode aufgetretene Borkenkäfer-Massenvermehrungen mit den verwendeten Fangtipis und Pheromonfallen nicht ausreichend beeinflusst werden konnten. In beiden Fällen kam es trotz Einsatz der Fangsysteme zu erheblichen (Edelschrott) bis verheerenden (Hochficht - Nähe NP Sumava) Schäden an den Fichtenbeständen. usw.

Borkenkäfer und Wasserqualität im Nationalpark Bayerischer Wald - Teilprojekt B: Auswirkungen auf Wasserqualität und Waldernährung (V50b)

Kenntnis der bereits feststellbaren und die orientierende Prognose der künftig zu erwartenden Auswirkungen der Borkenkäfergradation auf Quantität und Qualität des Wassers sowie auf die Waldernährung im Nationalpark Bayerischer Wald. Stoffhaushalt in den Waldökosystemen der Hochlagen und angrenzender Gebiete im Nationalpark Bayerischer Wald nach Borkenkäferbefall - Auswirkungen auf Wasserqualität und Waldernährung. Lehrbereich für Waldernährung und Wasserhaushalt, LMU: - Die Untersuchung von möglichen Veränderungen der Stoffeinträge nach Absterben der Baumschicht; - die Quantifizierung von Änderungen der Sickerwasserqualität durch Stoffausträge inkl. zeitlicher Dauer; - die Abschätzung der Veränderungen durch Stoffausträge für die Waldernährung; - den Vergleich der Nitratausträge bei Eingriffen zur Borkenkäferbekämpfung im Gegensatz zur ungehinderten Entwicklung. Der Borkenkäferbefall im Nationalpark Bayerischer Wald führte zu einem flächenhaften Absterben der Hochlagenbestände. In intakten Bergfichtenbeständen lagen die Stickstoffeinträge bei 12 bis 14 kg N ha-1 y-1. Die Nitratkonzentration war niedrig (kleiner als 5 mg 1-1) und der Stickstoffaustrag im Sickerwasser gering (5 bis 9 kg N ha-1y-1). Nach dem Absterben der Bestände verringerte sich zunächst der Stickstoffeintrag auf 3 bis 5 kg N ha-1y-1 für ca. 2 Jahre, stieg dann aber wieder auf über 10 kg N ha-1y-1 an. Unmittelbar nach dem Absterben erhöhte sich die Ammoniumkonzentration im Humusausfluss und wenig später die Nitratkonzentrationen im Sickerwasser. Nur zum Jahresende lagen die Nitratkonzentrationen vereinzelt über dem Trinkwassergrenzwert. Im Jahresdurchschnitt war die flussgewichtete Nitratkonzentration im Sickerwasser stets unter dem Trinkwassergrenzwert. Im Jahr des Absterbens blieben die Nitratausträge noch weitgehend unverändert. Deutlich erhöhten sich die Konzentrationen und Flüsse vom ersten bis zum 7. Jahr nach dem Absterben. Insgesamt wurden in den ersten 7 Jahren 543 kg Nitrat-N ha-1 ausgetragen. Mit dem Nitrataustrag kam es zu einer nahezu equimolaren Auswaschung von Aluminium. Für das Ökosystem entstanden auch relevante Verluste an Kalium und Magnesium. Langfristig wird die Nitratkonzentration auf den Totholzflächen wieder deutlich zurückgehen. Die Wasserqualität wird dann sogar besser sein als zuvor beim Fichtenaltbestand. Die Bodenvegetation konnte lediglich kleinstandörtlich eine Reduzierung der Nitratkonzentration bewirken, leistet aber einen wesentlichen Beitrag um eine noch höhere Auswaschung von Kalium zu verhindern.

Untersuchungen zum Buchdruckerbefall im Nationalpark Bayerischen Wald 1999/2000 (ST70)

1. Der Gradationsverlauf über die Jahre wird an verschiedenen Standorten mit Fallen und Messstationen im Erweiterungsgebiet und im Nationalpark-Altgebiet lückenlos dokumentiert. Die Messstationen erfassen zusätzlich zu den Fangzahlen den jährlichen Schwärmverlauf und bestimmte Witterungsfaktoren, die die Populationsdynamik beeinflussen. 2. Im Gelände werden biologische Parameter erfasst wie: - Entwicklung der Borkenkäferbrut in Abhängigkeit von der Temperatur; - Geschlechterverhältnis der Jungkäfer im Brutbild; - Reproduktionsrate (mittels Brutbildauswertung und Stammeklektoren); - Generationenzahl, Geschwisterbruten; - Überwinterungsorte (Stamm, Boden); - Überwinterungsbedingungen (Stamm, Boden); - Schwerpunktmäßige Untersuchung zum Einfluss von Antagonisten (Parasitoide, Pathogene, Räuber) auf den Gradationsverlauf. Diese Daten sollen dazu dienen, den weiteren Verlauf der Kalamität zu prognostizieren, die Populationsvitalität des Borkenkäfers im Nationalpark einzuschätzen und die Kenntnisse über den Buchdrucker in Kalamitätspopulationen zu erweitern. Wünsche und Anregungen der Nationalparkverwaltung für weitere Untersuchungen sollen im Rahmen des Projektes mit bearbeitet werden, wenn dies technisch und in einem zeitlich vertretbaren Aufwand möglich ist. Seit Beginn der 90er Jahre findet im Rachel-Lusen-Gebiet des Nationalparks Bayerischer Wald eine Massenvermehrung des Buchdruckers (Ips typographus L.) statt, die bisher nicht wirksam durch natürliche Feinde wie Parasitoide und andere Antagonisten eingedämmt werden konnte. Der Ausbreitung des Buchdruckers sind bereits fast alle Hochlagenbestände zum Opfer gefallen. Es hat sich zwar in den letzten Jahren gezeigt, dass die Zunahme von Parasitoiden und anderen Antagonisten in der Naturzone des Nationalparks in Verbindung mit intraspezifischer Brutraumkonkurrenz aufgrund der hohen Populationsdichte und interspezifischer Konkurrenz durch andere Borkenkäferarten (v. a. Crypturgus) zu einer Reduzierung des Bruterfolges geführt hat. Im Vergleich zur Randzone des Nationalparks, in der Borkenkäferbekämpfung durchgeführt wird, beträgt die Reproduktionsrate durchschnittlich weniger als die Hälfte. Dennoch reicht diese Vermehrungsrate für eine weitere Ausbreitung der Population aus. Wesentlich effektiver als natürliche Regelmechanismen ist die mechanische Borkenkäferbekämpfung (Brutraumentzug, Abschöpfung der Eltern- und Jungkäfergenerationen). Im Nationalpark reichte eine 500 m breite Bekämpfungszone im Randbereich aus, um Befall im angrenzenden Privatwald zu verhindern und die Populationsdichte dort um durchschnittlich 40 Prozent zu senken. usw.

Erfassung des Borkenkäferbefalls in fichtenreichen Bannwäldern

In einigen fichtenreichen Bannwäldern im Schwarzwald ist nach dem Sturm 1990 eine Borkenkäfer-Dynamik in Gang gekommen, die ein schnelles Absterben großer Teile der Fichtenbestände vermuten lassen. Auf den Bannwaldflächen 'Napf' (Fbz. Kirchzarten), 'Wilder See-Hornisgrinde' (Fbz. Klosterreichenbach), 'Hoher Ochsenkopf' (Fbz. Forbach) und 'Wildseemoor' (Fbz. Enzklösterle) soll mit Hilfe von CIR-Luftbildern und terrestrischen Aufnahmen die Ausbreitung der Totholzflächen erfasst werden. Gleichzeitig soll untersucht werden, welche Faktoren die Ausbreitungsmuster bestimmen und inwiefern umliegende Wirtschaftswaldflächen gefährdet sind. Die Untersuchungen sollen einmal Erkenntnisse für die Naturwaldforschung, zum anderen für die 'integrierte Borkenkäferbekämpfung' liefern, indem im Bannwald die 'Nullvariante' (= keine Bekämpfung) abläuft.

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