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UFORDAT® - Umweltforschungsdatenbank

Die UFORDAT ist das zentrale Instrument der Bundesrepublik Deutschland zur Koordinierung der Umweltforschung, insbesondere zur Vermeidung von Doppelforschung. Sie kann den gezielten Einsatz der verfügbaren Mittel sicherstellen helfen, die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft unterstützen sowie Innovationen erkennen und deren Nutzung fördern helfen. In der UFORDAT werden die von Bund und Ländern geförderten, laufenden und bereits abgeschlossenen umweltrelevanten Forschungs-, Entwicklungs- und Investitionsvorhaben aus der Bundesrepublik Deutschland, der Republik Österreich sowie der Schweiz nachgewiesen. Neben der kontinuierlichen Ergänzung des Datenbestandes um Vorhaben aus dem Ressort des BMU werden im Datenaustausch Vorhaben aus anderen Ressorts sowie im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen die durch die Bundesländer geförderten Vorhaben eingespeichert. Eine weitere wichtige Quelle zur Aktualisierung der Datenbank ist die regelmäßg stattfindende Datenerhebung bei den forschenden Institutionen und eigene Recherchen im Internet. Der Datenbestand der UFORDAT® beträgt im Januar 2007 ca. 87.000 Datensätze (Projektbeschreibungen) und ca. 11.000 Verweise auf Institutionen aus Forschung und Lehre, Wirtschaft, Verwaltung, Politik. Die Datenbank ist über das Host-Rechenzentren STN-International (Fachinformationszentrum Karlsruhe) sowie über im Internet (https://doku.uba.de) öffentlich zugänglich. Bestandteile eines Datensatzes der UFORDAT: Name und Anschrift der forschenden Institution, Thema (größtenteils mit englischer Übersetzung), Kurzbeschreibung, Projektleiter, Laufzeit, Finanzvolumen, Finanzgeber, Kooperationspartner, Hinweise auf Veröffentlichungen, inhaltliche Erschließung durch Klassifikation und Deskriptoren aus dem Umweltthesaurus (=UDK-Thesaurus).

Bibliothekskatalog des Umweltbundesamtes

Der öffentliche Bibliothekskatalog (OPAC) der Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes macht deren Bestände durchsuchbar. UBA-intern können Entleihvorgänge online vorgenommen werden. Im Bestandteil 'ULIDAT' (Umweltliteraturdatenbank) wurden bis Ende 2004 relevante Fachveröffentlichungen zum Umweltbereich vorwiegend aus dem deutschsprachigen und europäischen Raum bibliographisch nachgewiesen. OPAC/ULIDAT dient als wichtige Informationshilfe bei der Aufgabenerledigung des UBA sowie für externe Benutzer in allen Bereichen von Verwaltung, Forschung und Lehre, Industrie und für die interessierte Öffentlichkeit. Seit 1984 wird OPAC/ULIDAT öffentlich angeboten. Der extern verfügbare Datenbestand umfasst Literatur ab 1976. Es werden bibliographische Angaben, in ULIDAT zum großen Teil Abstracts, Deskriptoren und Umweltklassifikation gespeichert. Der momentane Datenbestand umfasst etwa 850 000 (Juni 2016), davon aus ULIDAT etwa 510 000 Datensätze (bis Dezember 2004 erfasst). Die öffentliche Nutzung der Datenbestände erfolgt entgeltfrei im Internet (http://doku.uba.de).

Völkerrechtliche Verträge, EG-Recht, Bundesrecht

Sammlung der das Ressort betreffenden Völkerrechtlichen Verträge, EG-Normen und Richlinien, Gesetze und Verordnungen des Bundes

Ökosystemleistungen: Bundesländer, Jahre, Ökosysteme

Teil der Statistik "Leistungen der Ökosysteme" 1 Allgemeine Angaben zur Statistik =================================== 1.1 Bezeichnung der Statistik Leistungen der Ökosysteme (EVAS-Nr. 85331). 1.2 Geltungsbereich Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) stellen auf gesamtwirtschaftlicher Ebene quantitativ die Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Wirtschaft in Form von Fluss- und Bestandsgrößen dar. Dabei ist die Wirtschaft als komplette Anthroposphäre und somit als Gegensatz zur Umwelt definiert. Sie umfasst dementsprechend die gesamte Volkswirtschaft bestehend aus Unternehmen, den staatlichen Institutionen und den privaten Haushalten. Die UGR lassen sich dabei in unterschiedliche Konten (englisch: accounts) einteilen, die untereinander in Beziehung stehen und eine Einheit bilden. Die UGR basieren auf dem international vereinbarten System of Environmental-Economic Accounting (SEEA) und verwenden einheitliche Konzepte, Definitionen und Klassifikationen. Sie sind dabei so weit wie möglich kompatibel mit den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) und ergänzen so die ökonomische Sichtweise der VGR um zusätzliche Aspekte. Die Ökosystemrechnungen bilden dabei einen neuen Teilbereich der bereits etablierten UGR. Ziel der Ökosystemrechnungen ist, das Ausmaß, den Zustand und die Leistungen von Ökosystemen für Gesellschaft und Wirtschaft im Ganzen zu betrachten. Dabei sollen auch jene Funktionen der Ökosysteme, die über die Entnahme und Abgabe von Materialflüssen an die Umwelt hinausgehen, explizit räumlich erfasst werden. 1.3 Statistische Einheiten (Darstellungseinheiten) Da die Ökosystemrechnungen wie alle Module der UGR ein Rechensystem darstellen, haben sie keine Erhebungseinheiten. Die Darstellungseinheit in den Aufwendungstabellen sind die Ökosystemtypen gemäß der Klassifikation der Ökosysteme des Statistischen Bundesamtes. In den Verwendungstabellen wird die Nutzung von Ökosystemleistungen gemäß folgender Aufschlüsselung erfasst: Vorleistungen nach Wirtschaftsbereichen, Konsum des Staates, Konsum der privaten Haushalte, Bruttoinvestitionen, Ausfuhren. 1.4 Räumliche Abdeckung Die Angaben für Deutschland beziehen sich auf die Bundesrepublik Deutschland nach dem Gebietsstand seit dem 03.10.1990. Für die Flächen und Grenzen der Verwaltungsgeometrien wird dabei bei der Geodatenverarbeitung auf den Datenbestand der Verwaltungsgebiete (VG) des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG) zurückgegriffen. 1.5 Berichtszeitraum/-zeitpunkt Die UGR berechnen und veröffentlichen die Ergebnisse der Leistungen der Ökosysteme jeweils für ganze Kalenderjahre. 1.6 Periodizität Die Ergebnisse werden in der Regel jährlich erstellt. 1.7 Rechtsgrundlagen und andere Vereinbarungen EU-Recht: Verordnung (EU) Nr. 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. Juli 2011 über europäische umweltökonomische Gesamtrechnungen zuletzt geändert durch die Verordnung (EU) 2024/3024 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2024. Bundesrecht: allgemeine Regelung im Bundesstatistikgesetz (BStatG § 3 Abs. 1 Nr. 13) für die Zuständigkeit des Statistischen Bundesamtes. Die Methodik der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen basiert auf von der Statistischen Kommission der Vereinten Nationen verabschiedeten internationalen Rahmenwerk System of Environmental-Economic Accounting Ecosystem Accounting (SEEA EA 2021). 1.8 Geheimhaltung 1.8.1 Geheimhaltungsvorschriften Gemäß § 16 Abs. 1 BStatG ist die deutsche amtliche Statistik dazu verpflichtet, Einzelangaben geheim zu halten. Eine Ausnahme bilden Einzelangaben, die dem Befragten nicht zuzuordnen sind, oder Einzelangaben, die mit denen anderer Befragter zusammengefasst sind, d. h. aggregierte Daten (Tabellen). Die Datengrundlage der Leistungsbilanz der Ökosysteme besteht aus Daten, die bereits in anderen Statistiken oder sonstigen allgemein zugänglichen Quellen veröffentlicht wurden und damit nicht (mehr) der Geheimhaltung unterliegen. 1.8.2 Geheimhaltungsverfahren Die Geheimhaltung ist bei Gesamtrechnungssystemen im Allgemeinen - und somit auch bei den Leistungen der Ökosysteme - unproblematisch, da es sich um aggregierte Betrachtungen handelt. Verwendet werden im Wesentlichen Ergebnisse, die bereits in anderen Statistiken oder sonstigen allgemein zugänglichen Quellen veröffentlicht wurden und damit nicht (mehr) der Geheimhaltung unterliegen. 1.9 Qualitätsmanagement 1.9.1 Qualitätssicherung Die Qualitätssicherung der UGR – und somit für die Leistungen der Ökosysteme – findet in mehreren Schritten statt und bezieht dabei sowohl die Erstellung der Methodik als auch die Auswahl der zu verwendenden Datenquellen und die konkrete Berechnung der einzelnen Ergebnisse mit ein. Bei der Erstellung bzw. Weiterentwicklung der Methodik orientieren sich die UGR an international abgestimmten Standards bzw. Verfahren und EU-weit geltenden Empfehlungen und ziehen als Ausgangsdaten, soweit möglich, bereits qualitätsgesicherte Ergebnisse etablierter Datenquellen in Betracht. Regelmäßig erfolgt zudem eine Überprüfung, ob und wie ggf. besser geeignete Datenquellen zur Berechnung herangezogen werden können. Da die UGR im Wesentlichen auf die etablierten Ergebnisse bereits qualitätsgesicherter bestehender Statistiken zurückgreifen, ist bei gleichbleibenden Ausgangsquellen eine ex-ante-Evaluierung der Basisdaten nur rudimentär erforderlich. Durch den kontenmäßigen Aufbau der Leistungen der Ökosysteme erfolgt während und nach der Durchführung des Berechnungsverfahrens regelmäßig eine ex-post-Evaluierung der Ergebnisse anhand von bestehenden internen und externen Vergleichsgrößen. Darüber hinaus findet innerhalb der Arbeitsgruppen des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) zu den UGR regelmäßig ein Austausch über Qualitätsaspekte und Möglichkeiten der Qualitätsverbesserung statt. 1.9.2 Qualitätsbewertung Aufgrund der durch EU-Recht vorgegebenen Liefertermine stehen einige der für die Leistungen der Ökosysteme notwendigen Basisdaten nicht rechtzeitig zum ersten Veröffentlichungstermin zur Verfügung bzw. sind noch als "vorläufig" zu betrachten. Daher können Ergebnisse der Erstveröffentlichung noch zu einem Teil auf Schätzungen und Fortschreibungen beruhen. Fehlende Angaben werden zum einem zunächst (hinzu)geschätzt. Zum anderen werden Daten für Zwischenjahre mittels linearer Interpolation geschätzt, deren Erhebungen z.B. nur dreijährig erfolgt. Die Datenbasis wird später durch zusätzliche Daten verbessert, die sukzessive in die Berechnungen eingehen. 2 Inhalte und Nutzerbedarf =========================== 2.1 Inhalte der Statistik 2.1.1 Inhaltliche Schwerpunkte der Statistik Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen im Allgemeinen umfassen mehrere Strom- und Bestandsrechnungen, die ein möglichst umfassendes, übersichtliches, hinreichend gegliedertes quantitatives Gesamtbild der Zusammenhänge zwischen dem wirtschaftlichen Geschehen im Inland sowie durch Inländer in einer abgelaufenen Periode und dem Zustand sowie den Leistungen der Umwelt geben. Ziel der Leistungsbilanz der Ökosysteme ist es eine Auswahl an Leistungen der Ökosystemen in physischen Einheiten auszuweisen. Diese werden in anderen statistischen Rechensystemen (wie beispielsweise den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen) nur teilweise berücksichtigt. Die Leistungsbilanz der Ökosysteme ist Teil der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) und beruht konzeptionell und methodisch auf dem "System of Environmental-Economic Accounting – Ecosystem Accounting" (SEEA EA), dem internationalen statistischen Standard zu den Ökosystemrechnungen. Betreffend der Buchungsregeln ist das SEEA EA weitgehend mit dem "System of National Accounts (SNA) ", dem internationalen statistischen Standard zur Beschreibung von Volkswirtschaften, kompatibel. 2.1.2 Klassifikationssysteme Aufkommenstabellen: Ökosystemklassifikation. Verwendungstabellen: Vorleistungen nach Wirtschaftsbereichen, Konsum des Staates, Konsum der privaten Haushalte, Bruttoinvestitionen, Ausfuhren. 2.1.3 Statistische Konzepte und Definitionen Die Leistungsbilanz der Ökosysteme ist Teil der europäischen Umweltgesamtrechnungen. Sie stehen somit im Einklang mit dem internationalen statistischen Standardwerk "System of Environmental-Economic Accounting Ecosystem Accounting" (SEEA EA 2021) und ist mit dem internationalen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (System of National Accounts, SNA 2008) der Vereinten Nationen und seiner europäischen Entsprechung, dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010), weitgehend kompatibel. 2.2 Nutzerbedarf Zu den Hauptnutzern der Ergebnisse der UGR im Allgemeinen und den Ökosystemrechnungen im Speziellen, zählen Politik und Wissenschaft. Aktualität und tiefe Gliederung sind regelmäßige Nutzerwünsche bei allen statistischen Ergebnissen. Konzeptionell liegt der Fokus der UGR - und somit auch der Ökosystemrechnungen - aber im Wesentlichen auf Vollständigkeit und Kohärenz. Die an Eurostat übermittelten Daten können als Entscheidungsgrundlage für europäische umweltpolitische Maßnahmen genutzt werden. Auf nationaler Ebene sind die Hauptnutzer im politischen Bereich das Bundeskanzleramt, das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie deren nachgeordnete Behörden. Die Wünsche nach möglichst schnellen, tief gegliederten, genauen, aber zugleich umfassenden und konsistenten Daten können nicht immer zugleich erfüllt werden. Gemäß der Konzeption als Rechensystem, die Sachverhalte umfassend auf gesamtwirtschaftlicher Ebene darstellen und dabei strukturelle Gegebenheiten und langfristige Entwicklungen aufzeigen, liegt der Fokus bei der Datenbereitstellung auf Vollständigkeit und Konsistenz. Dabei werden die Berechnungsprozesse möglichst zeiteffizient gestaltet und die durch EU-Recht vorgegebenen Liefertermine eingehalten. Mitunter wird auch der Bedarf einer Ausdehnung der dargestellten Sachverhalte auf zusätzliche Themengebiete geäußert. Dem kommen die UGR entgegen, indem sie internationale Diskussionen frühzeitig aufgreifen und im Rahmen von Projekten ihr Repertoire kontinuierlich weiterentwickeln. 2.3 Nutzerkonsultation Der überwiegende Teil der Berichterstattung der UGR - und somit für die Leistungen der Ökosysteme - ist durch europäische Verordnungen geregelt, vgl. Abschnitt 1.7 Rechtsgrundlagen und andere Vereinbarungen. Bei der Entwicklung dieser rechtlichen Regelungen werden Nutzerinteressen und -wünsche auf verschiedenen Wegen berücksichtigt. Daneben werden Wünsche internationaler Stakeholder in entsprechenden Gremien diskutiert. Auf nationaler Ebene finden Nutzerkonsultationen etwa durch den in mehrjährigem Abstand vom Statistischen Bundesamt veranstalteten Fachausschuss Umwelt und UGR statt. Zahlreiche thematische Fachveranstaltungen diverser Ressorts oder wissenschaftlicher Einrichtungen dienen darüber hinaus dazu, Informationen über Wünsche von Nutzern zu gewinnen. 3 Methodik =========== 3.1 Basisstatistiken a) Ernteerträge von Kulturpflanzen Für die Berechnung der Leistung der Ernteerträge von Kulturpflanzen werden unterschiedliche Datenquellen zusammengeführt. Bei diesen Daten handelt es sich sowohl um amtliche als auch um nicht amtliche Datenquellen, deren Angaben in unterschiedlicher Weise als Berechnungsgrundlage für die Berechnung der Leistung verwendet werden (für Details hierzu, siehe Kapitel 3.2). Für einige Berechnungsschritte können aus den Datenquellen jedoch keine oder nur partielle Informationen bezogen werden. In diesem Fall werden für die Ergänzung der fehlenden Komponenten eigene Schätzungen vorgenommen. Die Hauptdatenquellen für die Berechnung der Leistung der Ernteerträge von Kulturpflanzen stellen die folgenden Erhebungen dar: - Strauchbeerenerhebung (EVAS-Nummer 41232) - Ernteerhebungen zu Feldfrüchten und Baumobst (EVAS-Nummern 41241 und 41244) - Bodennutzungshaupterhebung (EVAS-Nummer 41271) - Gemüseerhebung (EVAS-Nummer 41215) - Gesamtwirtschaftliches Materialkonto (EVAS-Nummer 85131) - Statistisches Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. b) Holzzuwachs Folgende Datenquellen werden zur Berechnung des Holzzuwachs herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100m Auflösung) - Waldgesamtrechnungen - Physische Holzvorratsbilanz. c) Feinstaubfilterung Folgende Datenquellen werden zur Berechnung der Luftfilterung (Feinstaub PM2,5) herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100m Auflösung) - Feinstaub PM2,5 (Umweltbundesamt, Stündliche Feinstaubkonzentration, 2km Auflösung) - Blattflächenindex (Copernicus Land Monitoring Services: Daily Leaf Area Index, 300m Auflösung). d) Kohlenstoffsequestrierung *** in Vorbereitung *** e) Kohlenstoffspeicherung Folgende Datenquellen werden zur Berechnung der Kohlenstoffspeicherung (Nettosequestrierung) durch Ökosysteme herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100 m Auflösung) - LULUCF-Daten der Treibhausgasberichterstattung (Thünen-Institut für Agrarklimaschutz, 100 m Auflösung). f) Kühlung in Städten Folgende Datenquellen werden zur Berechnung der lokalen Klimaregulierung (Kühlung in Städten) herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100 m Auflösung) - Oberflächentemperatur, abgeleitet aus Satellitendaten von Landsat 8 Level 2, BKG (Median für Juli-August, 30 m Auflösung) - Evapotranspiration, abgeleitet aus Satellitendaten von MODIS Terra (500 m Auflösung) - Stationsdaten zur maximalen monatlichen Lufttemperatur des DWD (Median für Juli-August) - Windgeschwindigkeit, Hostrada-Daten des DWD (1000 m Auflösung) - Kronendichte, abgeleitet aus Satellitendaten von Sentinel-2, Copernicus Land Monitoring Service (10 m Auflösung) - Vegetationsindex NDVI, abgeleitet aus Satellitendaten von Sentinel-2, BKG (10 m Auflösung) - Bodenversiegelung, abgeleitet aus Satellitendaten von Sentinel-2, Copernicus Land Monitoring Service (10m Auflösung) - Baudichte, abgeleitet aus dem 3D-Gebäudemodelle LoD1 Deutschland (BKG). g) Vermiedene Bodenerosion *** in Vorbereitung *** h) Bestäubung *** in Vorbereitung *** i) Naturnaher Tourismus Für die Berechnung der naturnahen tourismusbezogenen Leistung werden unterschiedliche Datenquellen zusammengeführt. Bei diesen Daten handelt es sich sowohl um amtliche als auch um nicht amtliche Datenquellen, deren Angaben in unterschiedlicher Weise als Berechnungsgrundlage für die Berechnung der Leistung verwendet werden (für Details hierzu, siehe Kapitel 3.2). Für einige Berechnungsschritte können aus den Datenquellen jedoch keine oder nur partielle Informationen bezogen werden. In diesem Fall werden für die Ergänzung der fehlenden Komponenten eigene Schätzungen vorgenommen. Die Hauptdatenquellen für die Berechnung der Leistung naturnaher Tourismus stellen die folgenden Erhebungen dar: - Fortschreibung des Bevölkerungsstandes (EVAS-Nummer 12411), Daten zur Einwohnerzahl in den Gemeinden - Monatserhebung im Tourismus (EVAS-Nummer 45412), Daten zur Anzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben und zum Wohnsitz der Gäste - Statistik über die touristische Nachfrage (EVAS-Nummer 45413), Übernachtungen nach Zweck der Reise und zum Wohnsitz der Gäste - Transaktionsdaten von Buchungsplattformbetreibern. Die Berechnung der naturnahen tourismusbezogenen Leistung basiert maßgeblich auf der ästhetischen Landschaftsqualität. Hierfür wurde eine spezielle Karte produziert, für welche folgende Hauptdatenquellen verwendet wurden: - Flächenbilanz der Ökosysteme des Statistischen Bundesamtes (EVAS-Nummer 85311) - Digitales Basis-Landschaftsmodell (Basis-DLM) der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) - Digitales Höhenmodell (DGM25) des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG) - Klassifikation und Abgrenzung von Landschaftstypen in Deutschland (Gharadjedaghi et al. 2004) - Bedeutsame Landschaften (Schwarzer et al. 2018). 3.2 Vorgehensweise bei der Datenberechnung a) Ernteerträge von Kulturpflanzen Die Berechnung der Leistung der Ernteerträge von Kulturpflanzen folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Dabei ist die Leistung definiert als die der Ökosystembeitrag zum Pflanzenwachstum, der anhand der Menge der geernteten Kulturpflanzen für verschiedene Verwendungszwecke annäherungsweise ermittelt wird. Dazu gehören geerntete Kulturpflanzen, die der Erzeugung von Nahrungsmitteln und Fasern, Futtermittel und Energie dienen sowie geweidete Biomasse. Die Ernteerträge von Kulturpflanzen werden gemäß der Methodik für die Erstellung des Gesamtwirtschaftlichen Materialkontos berechnet. So wird beispielsweise der Feuchtigkeitsgehalt von Silomais angepasst um den Vorgaben von Eurostat zu entsprechen und die Ernte von Obst und Gemüse aus privaten Schrebergärten wird hinzugeschätzt. Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen werden die Ernteerträge den einzelnen Ökosystemklassen-, gruppen und -abteilungen gemäß der Flächenbilanz der Ökosysteme der Ökosystemrechnungen zugeordnet. Die meisten Ernteerträge werden naturgemäß den Ökosystemgruppen der Ökosystemabteilung "Agrarland" zugeordnet, es gibt jedoch auch Ausnahmen. So fallen permanente Gewächshäuser in die Ökosystemklasse "Gewerbeflächen und öffentliche Einrichtungen mit niedriger Baudichte" und dementsprechend werden die Erzeugnisse aus Gewächshäusern auch diesem Ökosystemtyp zugeordnet. Ähnlich verhält es sich mit den Erträgen, die in Hausgärten produziert werden. Diese sind der Ökosystemklasse "Wohngebiete mit niedriger Baudichte" zugeordnet und dementsprechend wird auch das Obst und Gemüse, dass dort angebaut wird dort verbucht. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird die gesamte Ökosystemleistung als Vorleistung (A01 Landwirtschaft, Jagd und damit verbundene Tätigkeiten) verbucht. b) Holzzuwachs Die Berechnung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Die Ökosystemleistung Holzzuwachs ist demnach definiert als der durchschnittliche jährliche Volumenzuwachs an lebenden Bäumen, berechnet aus dem zu Beginn des Jahres vorhandenen Bestand an lebenden Bäumen (wachsender Bestand) abzüglich der durchschnittlichen jährlichen Sterblichkeit. Die Ökosystemleistung Holzzuwachs richtet sich nach den Modellgrenzen der Waldgesamtrechnung, in welcher in Wälder verfügbar (FAWS) bzw. nicht verfügbar (FNAWS) für die Rohholzproduktion unterschieden wird. Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen werden die Daten des Holzzuwachses direkt aus der Waldgesamtrechnung übernommen und der Ökosystemabteilung A03 Wälder und Gehölz zugewiesen. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird der gesamte Ökosystemservice als Vorleistung (A02 Forstwirtschaft und Holzeinschlag) verbucht. c) Feinstaubfilterung Die Berechnung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Die Leistung Feinstaubfilterung (PM2,5) durch Vegetation bezieht sich auf die trockene Deposition, wobei sich Partikel mit einem Durchmesser <= 2,5 Mikrometer aus der Atmosphäre auf Oberflächen absinken. Sie unterscheidet sich von der nassen Deposition, bei der Partikel durch Niederschlag ausgewaschen werden. Die Höhe der trockenen Deposition hängt dabei von den chemischen und biologischen Bedingungen der Oberfläche sowie turbulenten Luftströmungen ab. Die Feinstaubkonzentration, die der Berechnung zugrunde liegt, spiegelt primäre (Emissionen) und sekundäre (Reaktionen) Partikel sowohl aus anthropogenen als auch natürlichen Quellen wider. Um die Menge an durch die Vegetation (trockene Deposition) gefiltertem Feinstaub (PM2,5) zu bestimmen, wird die Feinstaubkonzentration (C) mit einem Depositionsparameter (Vd) multipliziert. Ein Umrechnungsfaktor skaliert auf die finale Maßeinheit Tonnen/Jahr. Deposition(Tonnen/Jahr) = Vd(cm/s) * Feinstaubkonzentration(Mikrogramm pro Kubikmeter) * 0,0031536 Die Depositionsgeschwindigkeit (Vd) in diesem Model wird aus der Kombination von Blattflächenindex (LAI), Landbedeckungstyp und mittels Parametern aus Zinke (1967), zur von Vd(PM10) aus LAI, und Aherne et al. (2016), zur Übertragung von Vd(PM10) nach Landbedeckung (Parameter R), abgeleitet. Vd = 0,0064 / 6 * LAI * R Landbedeckung: R Urban 0,8209 Ackerland 0,7396 Grünland 0,6580 Wälder und Gehölz 0,3621 Heideland 0,7222 Vegetationsarme Flächen 0,5135 Feuchtgebiete 0,5135 Strände, Dünen, marine Feuchtgebiete 0,5135 Die Berechnung erfolgt in 100x100m Gitterzellen (räumliche Auflösung) und in saisonalen Zeitschritten (temporale Auflösung). Dies ist aufgrund der lokalen kleinräumigen Unterschiede (z.B. Nadel- oder Laubwald) sowie der saisonalen Unterschiede der Vegetation (z.B. immergrüne oder sommergrüne Vegetation) erforderlich. Zur Ausweisung von Aufkommenstabellen werden die saisonalen Werte der Deposition für jede Gitterzelle aufsummiert und dann nach Ökosystemtypen aggregiert (dominantes Ökosystem der Zelle). Dies ermöglicht Aufkommenstabellen auf verschiedenen Ebenen der nationalen Ökosystemklassifikation sowie auf unterschiedlichen administrativen Ebenen. Zur Ausweisung von Verwendungstabellen wird der gesamte Ökosystemservice als Konsum der privaten Haushalte verbucht. Dem steht die Annahme zu Grunde, dass diese Ökosystemleistung in Deutschland aufgrund der dichten Besiedlung immer und überall nachgefragt wird. Eine weitere Differenzierung der Nachfrage ist in diesem physischen Leistungskonto nicht angedacht. d) Kohlenstoffsequestrierung *** in Vorbereitung *** e) Kohlenstoffspeicherung Zur Berechnung der Ökosystemleistung Kohlenstoffspeicherung (Nettosequestrierung) werden Daten der LULUCF-Treibhausgasberichterstattung verwendet. Gemäß der von der EU empfohlenen Methodik werden CO2 Nettoemissionen aus mineralischen und organischen Böden, aus unter- und oberirdischer Biomasse, Streu/Totholz, Waldbränden und gelöstem organischen Kohlenstoff, nicht jedoch Holz- und Torfprodukte betrachtet und nach Ökosystemen aggregiert. Die LULUCF-Berichterstattung verwendet für ihre Berechnung eine eigene Flächenkulisse. Um diese Daten auf die Flächenbilanz der Ökosysteme zu transferieren, werden auf Gemeindeebene sogenannte Implied Emission Factors (t CO2/ha) für jede LULUCF Landnutzungskategorie berechnet. Per Überführungsmatrix (Crosswalk) werden dann die LULUCF Landnutzungskategorien auf die nationale Ökosystemklassifikation übertragen. Die Implied Emission Factors werden dann so auf die verschiedenen Ökosystemtypen entsprechend der Flächenbilanz der Ökosysteme angewandt und zu Kohlenstoff (C) umgerechnet. Da es sich bei negativen Werten um Nettoemissionen und bei positiven Werten um Nettosequestrierung handelt, je nachdem ob ein Ökosysteme insgesamt eine Kohlenstoffquelle oder -Senke ist, ist die Interpretation dieser Leistung ein Spezialfall in der Leistungsbilanz der Ökosysteme. Intakte Ökosysteme können selbst bei negativen Werten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Emissionen (etwa aus organischen Böden) nicht höher sind, als das etwa bei degradierten Flächen der Fall wäre. Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen wird die Nettosequestrierung/-Emission anschließend auf Ökosystemtypen und administrative Ebenen aggregiert. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird die gesamte Ökosystemleistung als Konsum des Staates verbucht. f) Kühlung in Städten Die Berechnung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Kühlung in Städten durch Vegetation bezieht sich auf die mittlere Temperaturreduktion durch Vegetation in Städten in den Sommermonaten Juli und August. Die Temperaturreduktion der Vegetation wird durch Beschattung, Verdunstung und Blattatmung hervorgerufen. Städte sind durch die europäische DEGURBA-Klassifikation definiert und umschließt alle Gemeinden, die bestimmte Kriterien zu Bevölkerungsgröße und -Dichte erfüllen (Eurostat 2021). Um die Temperaturreduktion durch Vegetation zu bestimmen, wird für jede Stadt und Jahr ein lineares Regressionsmodell auf einer räumlichen Auflösung von 100x100m geschätzt. Zunächst wird die Abhängigkeit der Oberflächentemperatur (LST) von Kronendichte (TC), Vegetationsindex (NDVI), die Summe aus Transpiration der Vegetation und Interzeption durch Vegetationsdach (Eveg) sowie einer Reihe von Kontrollvariablen (X) bestimmt. Die Vegetationsvariablen enthalten sowohl die Werte der Zelle selbst als auch jene der umliegenden Zellen (Radius 300m). Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass auch Grünflächen und Bäume innerhalb dieser Distanz zur Kühlung beitragen können. (1) LST = b0 + b1 * TC + b2 * NDVI + b3 * Eveg + X * b4 In einer zweiten Regression wird separat die funktionale Abhängigkeit von Lufttemperatur (Tair) von Oberflächentemperatur (LST) und Breitengrad (Lat) geschätzt. Dazu werden nur Zellen in 100m Abstand zu Wetterstationen betrachtet. (2) Tair = a0 + a1 LST + a2 Lat Anhand der Koeffizienten (b) aus Gleichung (1) wird die Oberflächentemperatur (LST0) in einem vegetationslosen Szenario (TC0, NDVI0, Eveg0) modelliert. (3) LST0 = b0 + b1 TC0 + b2 * NDVI0 + b3 * Eveg0 + X * b4 Anhand der Koeffizienten (a) aus Gleichung (2) kann diese Oberflächentemperatur (LST0) in Lufttemperatur "übersetzt werden". (4) Tair0 = a0 + a1 LST0 + a2 Lat Die Differenz der Lufttemperatur unter Berücksichtigung der Vegetation und dem Szenario ohne Vegetation ergibt die Ökosystemleistung "Kühlung in Städten durch Vegetation". (5) Kühlung = Tair0 - Tair Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen wird die durchschnittliche Kühlung der Vegetation ausgedrückt in Grad Celsius für jede Ökosystemgruppe aggregiert. Dabei handelt es sich de facto um den Ort des Auftretens der Kühlung und nicht um eine exakte Zuweisung der Kühlleistung an jene Ökosystemen, die die Temperaturreduktion erwirken. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird die gesamte Ökosystemleistung als Konsum der privaten Haushalte verbucht. g) Vermiedene Bodenerosion *** in Vorbereitung *** h) Bestäubung *** in Vorbereitung *** i) Naturnaher Tourismus Die Berechnung der naturnahen tourismusbezogenen Leistung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Dabei wird, wo immer dies möglich ist, auf für Deutschland spezifische Datensätze zurückgegriffen. Die Berechnung der Leistung erfolgt in zwei Schritten, die nachfolgend ausführlich beschrieben werden. Schritt 1: Aufbereitung der Daten der Tourismusstatistik Ziel dieses Schrittes ist es, die relevanten touristischen (Privat-)Übernachtungen je Gemeinde als Datenbasis für die weiteren Schritte zu berechnen. Hierfür wird auf die Monatserhebung im Tourismus zurückgegriffen und die aggregierten Jahresergebnisse zur Anzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit zehn oder mehr Betten verwendet. Für einige Gemeinden liegen aus Geheimhaltungsgründen keine Ergebnisse vor, sondern lediglich aggregierte Ergebnisse auf Kreisebene. In diesen Fällen jene Übernachtungen auf Kreisebene, die keiner Gemeinde zugeordnet wurden, gleichverteilt den einzelnen Gemeinden eines Kreises, für die keine Daten vorliegen, zugeordnet. Da für die naturnahe tourismusbezogene Leistung nur Reisen mit dem Zweck der Erholung berücksichtigt werden, müssen Geschäftsreisen von der Gesamtzahl der Übernachtungen abgezogen werden. Über den Anteil von Geschäftsreisen an den Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben liefert die Statistik über die touristische Nachfrage jedoch lediglich Zahlen auf Bundesebene. Unter Zuhilfenahme verschiedener Datenquellen wird der Anteil der Geschäftsreisen an touristischen Übernachtungen für jede Gemeinde geschätzt. Eine Datenquelle sind hier die Daten zur Einwohnerzahl aus der Statistik zur Fortschreibung des Bevölkerungsstandes. Da sich Geschäftsreisen auf Städte konzentrieren und hier in Großstädten ein größeres Angebot an Messe- und Tagungsinfrastruktur zu finden ist, wird angenommen, dass die Anzahl der Geschäftsreisen positiv mit der Größe der Bevölkerung einer Gemeinde korreliert. Ferner werden bei Gemeinden in der Nähe von bekannten überregionalen, anthropogenen Freizeitzentren wie Freizeitparks weitere Übernachtungen abgezogen. Im Rahmen der Monatserhebung im Tourismus werden Übernachtungsdaten von Beherbergungsbetrieben mit zehn oder mehr Betten erhoben. Um die Datenlücke von Übernachtungen von kleinen und privaten touristischen Kurzzeitunterkünften zu schließen, werden Daten von großen online Buchungsplattformen zu den Übernachtungsdaten der Tourismusstatistik zugespielt. Diese Daten beruhen auf einer Vereinbarung aus dem Jahr 2020 zwischen der Europäische Kommission mit vier Plattformbetreibern aus dem Beherbergungsbereich (Airbnb, Booking.com, Expedia Group und TripAdvisor), die dem Statistischen Bundesamt übermittelt werden. In allen Berechnungsschritten wird die Anzahl der Übernachtungen je Gemeinde nach dem Wohnsitz der Gäste (In- oder Ausland) differenziert. Schritt 2: Bestimmung des Anteils der Übernachtungen mit Naturbezug je Gemeinde In diesem Schritt wird der Anteil der Übernachtungen mit Naturbezug je Gemeinde bestimmt. Auf Basis verschiedener Datenquellen, vor allem Befragungen zum touristischen Verhalten, kann für ganz Deutschland bestimmt werden wie hoch der Anteil der Touristen ist, bei denen der Aufenthalt in der Natur der wichtigste Reisegrund war. Somit lässt sich durch die Multiplikation mit diesem Faktor mit der in Schritt 1) berechneten Anzahl der Übernachtungen die Anzahl der Übernachtungen mit Naturbezug für ganz Deutschland berechnen. Diese Anzahl wird nun auf die einzelnen Gemeinden aufgeteilt. Hierfür sind die Haupteinflussfaktoren die ästhetische Landschaftsqualität und die Einwohnerzahl der Gemeinde. Mit der ästhetischen Landschaftsqualität wird die touristische Attraktivität der Landschaft auf Basis einer Vielzahl von Variablen beschrieben. Laut den Forschungsergebnissen von Hermes et al. (2023) ist diese ästhetische Landschaftsqualität ausschlaggebend über die touristischen Möglichkeiten, die die Natur und somit die Ökosysteme bieten. Daher wird davon ausgegangen, dass in Gemeinden, die über eine relativ hohe ästhetische Qualität der Landschaft verfügen, auch ein hoher Anteil der Besucher die Erholungsmöglichkeiten in der Natur nutzt. Die ästhetische Landschaftsqualität einer Gemeinde wird anhand einer Karte gemäß der Methodik in Hermes et al (2023) bestimmt. Bei der Berücksichtigung der Einwohnerzahl wird davon ausgegangen, dass urbane Gebiete mit vielen Einwohnern ein großes Angebot an anthropogenen Freizeitmöglichkeiten (bspw. Konzerthallen, Museen, Theater) bieten und somit die Erholung in der Natur in diesen Gebieten eine untergeordnete Rolle spielt. Deshalb nimmt der Anteil der Übernachtungen mit Naturbezug in der Modellierung mit einer zunehmenden Einwohnerzahl in einer Gemeinde ab. Karte der ästhetischen Landschaftsqualität: Die Erstellung der Karte der ästhetischen Landschaftsqualität ist angelehnt an die Methodik, die in Hermes et al. (2023, S.77 ff) entwickelt wurde. Dabei wurden, basierend auf einer umfassenden Literaturrecherche, die wichtigsten Parameter und Indikatoren identifiziert, welche dazu führen, dass Individuen eine Landschaft als attraktiv wahrnehmen. Diese Parameter lassen sich in die drei Hauptkategorien Vielfalt, Natürlichkeit und Eigenart der Landschaft einteilen. Unter der Vielfalt der Landschaft wird die räumliche Verteilung von Ökosystemen und die Struktur der Landschaft verstanden. So werden abwechslungsreiche Landschaften, in denen verschiedene Ökosysteme wie Wälder und Wiesen vorkommen, als attraktiver wahrgenommen als homogenere Landschaften. Daneben spielt für die Vielfalt der Landschaft auch die Reliefvielfalt eine entscheidende Rolle. Hierunter wird der Höhenunterschied in einem Gelände verstanden. Laut Hermes et al. (2023) bietet eine höhere Reliefvielfalt "Orientierung und durch besondere Ausblicke ein Gefühl von Erhabenheit". Da jedoch auch der Blick auf das Meer von vielen Touristen geschätzt wird (bei gleichzeitiger Abwesenheit eines abwechslungsreichen Reliefs an den deutschen Küsten) wird zusätzlich zu Hermes et al. (2023) zur Berechnung der Vielfalt der Landschaft die Meeresnähe mitberücksichtigt. Die Natürlichkeit der Landschaft basiert maßgeblich darauf, wie natürlich eine Landschaft von Individuen wahrgenommen wird. Diese Werte werden durch Befragungen ermittelt und spiegeln nicht den ökologischen Wert der Landschaft aus Expertensicht wider. Daneben geht in die Natürlichkeitsbewertung die Abwesenheit von störenden Elementen mit ein. Als störende Elemente sind dabei menschliche Bauwerke definiert, die das ästhetische Landschaftsbild stören. Dies können beispielsweise Autobahnen oder Funkmasten sein. Die Eigenart der Landschaft ist über die relative Seltenheit der vorkommenden Landschaftstypen und Ökosysteme definiert. Die folgende Übersicht zeigt die Parameter, die für die Modellierung der drei Einflussfaktoren Vielfalt, Natürlichkeit und Eigenart der Landschaft herangezogen werden (Indikatoren (Faktor), Subindikatoren, Strukturmaße): - Vielfalt (0,33): - Landnutzungsvielfalt (0,33): - Shannons Diversitätsindex (0,5) - Patch-Density-Index (0,5) - Strukturvielfalt (0,33): - Randliniendichte (0,33) - Dichte an Landschaftselementen (0,33) - Vielfalt der Landschaftselementtypen (0,33) - Vielfalt der Landschaft (0,33): - Dichte der Höhenlinien im 1km-Radius - Meeresnähe - Natürlichkeit (0,33): - Wahrgenommene Natürlichkeit (0,66): - Mittelwert der vorkommenden Wertstufen - Abwesenheit technischer/störender Elemente (0,33): - Entfernungsgewichtete Elementdichte - Eigenart (0,33): - Bedeutung von Landschaftstypen (0,5): - Mittlere Bedeutungsstufe der vorkommenden Typen - Seltenheit von Ökosystemen (0,5): - Flächenanteil seltener Ökosystemtypen Die Berechnung der in der Übersicht genannten Strukturmaße erfolgt durch eine Nachbarschaftsanalyse nach dem Moving-Window-Prinzip. Dabei werden 100-Meter-Rasterzellen betrachtet. Der Wert einer Zelle ergibt sich dabei flächengewichtet aus mehreren Werten der Eingangsdaten. Hierfür wird die entsprechende Zelle selbst sowie alle Zellen in einem Umkreis von 1 km berücksichtigt. Die Strukturmaße, Subindikatoren und Indikatoren werden jeweils einheitlich auf eine Skala von 0-100 normiert. Die Normierung erfolgt im Regelfall per linearer Transformation. Der in der Übersicht in Klammern angegebene Faktor der jeweiligen Variablen zeigt die Gewichtung, mit der die Variable in die Berechnung eingeht. So fließt beispielsweise bei der Berechnung des Indikators "Natürlichkeit" der Subindikator "Wahrgenommene Natürlichkeit" doppelt so stark (0,66) ein wie der Subindikator "Abwesenheit technischer/störender Elemente". In die Berechnung des Gesamtwerts der ästhetischen Landschaftsqualität fließt die auf 0- 100 normierte Natürlichkeit jedoch mit 0,33 und somit mit dem gleichen Gewicht wie Vielfalt und Eigenart ein. Für die Bestimmung der Landnutzungsvielfalt werden die beiden Indizes Shannons Diversitätsindex (SHDI) und Patch-Density-Index berechnet. Der SHDI wird nach folgender Formel berechnet: SHDI = - Summe[i=1..m] pi * ln(pi) Hierbei steht m für die Anzahl der Ökosystemtypen und p für den Flächenanteil des jeweiligen Ökosystemtyps. Der SHDI bildet somit die Summe über die Flächenanteile der verschiedenen Ökosystemtypen multipliziert mit dem natürlichen Logarithmus des jeweiligen Ökosystemtyps. Da der Ausdruck der logarithmierten Flächenanteile jeweils negativ wird, muss der gesamte Summenausdruck mit -1 multipliziert werden, um einen positiven Wert als Ergebnis für den SHDI zu erhalten. Steigt die Anzahl der verschiedenen Ökosystemtypen in dem betrachteten Gebiet und/oder verteilen sich die vorkommenden Ökosystemtypen gleichmäßiger, so führt dies zu einem Anstieg des SHDI. Wird die Landschaft dagegen von einem oder einigen wenigen Ökosystemtypen dominiert, so ist der SHDI relativ niedrig. Die zugrunde liegenden Flächenanteile beziehen sich dabei auf die aufsummierte Fläche des jeweiligen Ökosystemtyps. So werden beispielsweise alle Laubwaldflächen für die Berechnung des SHDI zusammen betrachtet und nicht berücksichtigt, auf wie viele verschiedene Flurstücke sich diese verteilen. Um die Verteilung der Flächenstücke (auf Englisch "Patches") im Raum zu beurteilen, wird deshalb zusätzlich zum SHDI der Patch-Density-Index (PD-Index) nach folgender Formel berechnet: PD = n / a Dabei bezeichnet n die Anzahl der unterschiedlichen Patches und a die Gesamtfläche, die betrachtet wird. Für die Bestimmung der Strukturvielfalt der Landschaft werden Variablen für die Randliniendichte der Flächenstücke, die Dichte an Landschaftselementen und die Vielfalt verschiedener Landschaftselemente berechnet. Im Gegensatz zur Patch-Density werden bei der Berechnung der Randliniendichte (Edge-Density) nicht die einzelnen Flächen betrachtet, sondern die Randlinien der Einzelflächen. Nimmt also die Gesamtlänge der Grenzlinie zwischen zwei Flächenstücken zu, so steigt die Randliniendichte an (während die Patch Density konstant bleibt). Bei der Dichte und der Vielfalt von Strukturelementen liegt der Fokus auf der Analyse kleinräumiger Landschaftselemente wie beispielsweise Hecken oder Böschungen von Ufern. Bei der Berechnung der Dichte der Strukturelemente wird ähnlich wie bei der Berechnung der Randliniendichte der Flächen vorgegangen. Um jedoch den Einfluss von einigen wenigen Gebieten mit einer sehr hohen Anzahl von Strukturelementen auf das Gesamtergebnis zu begrenzen, wird der natürliche Logarithmus der entfernungsgewichteten Dichte (Kerndichte) verwendet. Bei der Analyse der Vielfalt von Strukturelementen werden die Strukturelemente in verschieden Klassen eingeteilt und dann im nächsten Schritt die Anzahl der verschiedenen vorkommenden Strukturelementtypen in dem jeweiligen Gebiet berechnet. Zur Bestimmung der Vielfalt der Landschaft wird sowohl die Reliefvielfalt als auch die Nähe zum Meer betrachtet. Die Reliefvielfalt wird anhand von zwei Variablen bestimmt. Zum einen wird in einem 1-km-Radius die Dichte an Höhenlinien mit einem Höhenabstand von 25m berechnet. Dafür wird die Gesamtlänge der Höhenlinien in dem betrachteten Gebiet aufsummiert und durch die betrachtete Fläche geteilt. Als zweite Variable wird die Reliefenergie in einem Radius von 1 km berechnet, das heißt die Höhendifferenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Punkt im Untersuchungsgebiet. Hierdurch kann bestimmt werden, ob eine Landschaft die Möglichkeit zu einem Blick in die Ferne bietet. Für die Bestimmung der wahrgenommenen Natürlichkeit wird eine abgewandelte Form des Hemerobie-Index verwendet. Mit dem Hemerobie-Index wird in der Ökologie der Einfluss des Menschen auf die Natur und Ökosysteme gemessen. Je stärker die Eingriffe und die Veränderungen der Ökosysteme durch den Menschen sind, desto höher ist auch der Indexwert. Da es bei der Bewertung der Ästhetik der Landschaft nicht auf die Natürlichkeit im ökologischen Sinne ankommt, sondern um die wahrgenommene Natürlichkeit, wird der Index gemäß der Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungsprojekten (siehe Walz und Stein (2014) und Hermes et al (2023)) angepasst. Zudem wird aus technischen Gründen die Skalierung invertiert, so dass ein hoher Indexwert für eine hohe wahrgenommene Natürlichkeit steht. Alle in Deutschland vorkommenden Ökosysteme werden in insgesamt sieben verschiedene Klassen eingeteilt. In die höchste Klasse fallen lediglich die Ökosysteme "Natürlicher Fels" und "Gletscher und Dauerschneegebiete", da dies die einzigen Ökosysteme sind, die in ihrer ursprünglichen (nicht derzeitigen) Beschaffenheit nicht durch menschlichen Einfluss verändert wurden. In die niedrigste Klasse fallen alle Ökosysteme, die durch eine starke menschliche Überprägung gekennzeichnet sind, wie beispielsweise Siedlungs- und Industrieflächen mit hoher Baudichte. Die visuelle Wahrnehmung der Natürlichkeit der Landschaft ist in Deutschland durch das Vorkommen von Industrieanlangen, Autobahnen und ähnlichen Bauwerken eingeschränkt. Diese Bauwerke werden als technische bzw. störender Elemente zusammengefasst. Da diese Bauwerke oft auch mit Lärmemissionen einhergehen, kann die räumliche Nähe zu diesen auch als Näherungswert für das Vorkommen von Lärm herangezogen werden. In die Bewertung der Natürlichkeit der Landschaft geht die Abwesenheit von störenden Bauwerken als positive Eigenschaft in die Berechnung ein. Da die störenden Bauwerke oft konzentriert an wenigen Orten in der Landschaft vorkommen, wird der natürliche Logarithmus der entfernungsgewichteten Dichte (Kerndichte) verwendet. Dadurch gehen auch Gebiete mit geringer und mittlerer Dichte im Verhältnis zu Gebieten mit sehr hoher Dichte nach der Normalisierung differenziert in die Bewertung ein. Die Eigenart der Landschaft wird über die Häufigkeit bzw. die Seltenheit des Vorkommens verschiedener Landschaftstypen bestimmt. Bei der Bedeutung der Landschaftstypen bildet der Datensatz Landschaften in Deutschland von Gharadjedaghi et al. (2004) sowie die Einstufung der Bedeutsamen Landschaften nach Schwarzer et al. (2018) die Grundlage. In Gharadjedaghi et al. (2004) werden 858 verschiedene Landschaften unterschieden, die in 24 Landschaftstypen eingeteilt werden können. Für diese 24 Landschaftstypen wird der Flächenanteil an der Gesamtfläche Deutschlands berechnet. Je seltener ein Landschaftstyp vorkommt, umso höher geht dieser in die Bewertung der Bedeutung der Landschaft mit ein. Ist eine Landschaft zudem als Hecken- oder Flusslandschaft in Gharadjedaghi et al. (2004) oder als Bedeutsame Landschaft in Schwarzer et al. (2018) definiert, erfolgt eine zusätzliche Aufwertung der Fläche. Für die Berechnung des Subindikators zur Seltenheit von Ökosystemen werden Ökosysteme als selten angesehen, wenn ihr Flächenanteil an der gesamten Landfläche weniger als 3% ausmacht. Die Ökosystemklassen der Ökosystemabteilung Siedlungsfläche und Verkehrsinfrastruktur werden dabei zusammengefasst bewertet. Der Subindikator berechnet den Flächenanteil von seltenen Ökosystemen in der Nachbarschaft. Da diese Ökosysteme im Regelfall nur einen kleinen Flächenanteil der betrachteten Fläche ausmachen, es jedoch einige betrachtete Flächen mit sehr hohen Anteilen seltener Ökosysteme gibt, wird der Logarithmus des jeweiligen Flächenanteils verwendet. 3.3 Preis- und Saisonbereinigung, andere Analyseverfahren Die UGR führen selbst keine Preisbereinigung durch. Da die Leistungen der Ökosysteme in physischen Einheiten dargestellt werden, ist diese per se nicht erforderlich. Eine Saisonbereinigung dient als Ausgleich für wiederkehrende unterjährige Effekte, die sonst einen Vergleich mit unterjährigen Vorperioden erschweren würden. Die UGR stellen bisher allerdings nur Jahresergebnisse bereit. Daher ist eine Saisonbereinigung nicht durchführbar und auch nicht erforderlich. Eine Bereinigung um strukturelle Effekte zwischen verschiedenen Jahren findet nicht statt, da die Leistungen der Ökosysteme kaum von strukturellen Effekten beeinflusst sind. 3.4 Beantwortungsaufwand Da es sich bei den Ökosystemrechnungen um ein Gesamtrechnungssystem handelt, in dem bereits vorliegende Ergebnisse von Primär- und Sekundärerhebungen sowie aus administrativen Datenquellen weiterverarbeitet werden, findet keine zusätzliche Belastung von Auskunftspflichtigen statt. 4 Genauigkeit und Zuverlässigkeit ================================== 4.1 Qualitative Gesamtbewertung der Genauigkeit Stichproben- oder nicht-stichprobenbedingte Fehler der für die Berechnung der Leistungen der Ökosysteme einfließenden Basisstatistiken können grundsätzlich auch in den Ergebnissen enthalten sein. Darüber hinaus können die Anwendung von Schätzverfahren sowie die Fortschreibung von Zeitreihen zu Ungenauigkeiten führen. Diese Schätzfehler lassen sich aber nicht vermeiden, wenn nicht die Ansprüche an die Aktualität der Daten hintenanstehen sollen. Somit besteht ein direkter Zusammenhang zwischen einer gewissen Ungenauigkeit und der geforderten Aktualität der Ergebnisse der Umweltschutzausgabenrechnung. Die Qualität der Berechnungen wird während des Rechenprozesses laufend überprüft, so dass etwaige Störungen oder Fehler erkannt und behoben werden können. Die wichtigsten Elemente dieses Qualitätssicherungsverfahrens sind: - Die für die Leistungen der Ökosysteme genutzten Ausgangsstatistiken werden, soweit sie aus dem Bereich der amtlichen Statistik kommen, bereits in den Fachstatistiken einer Qualitätskontrolle unterzogen. - In den UGR werden die bereitgestellten Ausgangsdaten nochmals auf Vollständigkeit und Plausibilität überprüft. - Ein wesentliches Element der Qualitätssicherung ist der umfassende Abgleich der von für die Leistungen der Ökosysteme verwendeten Basisstatistiken wie auch der UGR-Ergebnisse selbst mit komplementären Daten aus anderen Quellen. Wo möglich, erfolgt eine Prüfung der Systemkohärenz. Etwaige Unstimmigkeiten werden in den Kontensalden sofort sichtbar. 4.2 Qualität der Datenquellen Die Berechnung der Leistungen der Ökosysteme basiert zu großen Teilen auf Angaben aus der amtlichen Statistik sowie aus anderen amtlichen Quellen mit vergleichbarer Qualität. Diesen wird auch soweit als möglich Vorrang vor anderen Daten gegeben. Somit sind bereits die wesentlichen Ausgangsdaten qualitätsgesichert. Eine Qualitätsbewertung der einzelnen Ergebnisse der Ausgangsdaten findet daher im laufenden Prozess nur in Einzelfällen oder bei Auffälligkeiten statt. Der wesentliche Bestandteil der Qualitätssicherung bei der Berechnung der Leistungen der Ökosysteme findet in der methodischen Konzeption der Rechnungen statt. Für jede Datenquelle findet eine Einschätzung hinsichtlich ihrer Darstellungseinheiten und der Vollständigkeit ihrer Abdeckung (z. B. vermindert durch Abschneidegrenzen) statt, um so die Vollständigkeit und Kohärenz des Gesamtrechensystems zu gewährleisten, in dem sie verwendet wird. Die Tatsache, dass letztendlich ein in sich stimmiges und strukturell plausibles Ergebnis entsteht, darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in einem Gesamtrechensystem gewisse Schätzspielräume und Unschärfen bei den veröffentlichten Gesamtergebnissen gibt. 4.3 Revisionen 4.3.1 Revisionsgrundsätze Als Revision bezeichnet man in der amtlichen Statistik die nachträgliche Änderung bereits veröffentlichter statistischer Ergebnisse. In den UGR – und somit für die Leistungen der Ökosysteme – finden zum einen laufende Revisionen, zum anderen auch anlassbedingte Revisionen statt. Laufende Revisionen ergeben sich daraus, dass die zugrundeliegenden Datenquellen selbst Revisionen unterworfen sein können. Im Rahmen der laufenden Revisionen werden daher auch für zurückliegende Berichtsjahre die jeweils aktuellsten Versionen der Datenquellen verwendet und in die Berechnungen einbezogen. Die Datennutzer können somit auf bestmögliche Ergebnisse für Analysen und Prognosen zurückgreifen. Anlassbedingte Revisionen sind zum Beispiel aufgrund von Änderungen in der zugrundeliegenden Methodik oder bei den verwendeten Klassifikationen erforderlich. Weitere Gründe können sein, dass bislang verwendete Datenquellen nicht mehr zur Verfügung stehen und durch andere Quellen ersetzt werden müssen oder bei unveränderter Verfügbarkeit eine besser geeignete Datenquelle identifiziert wurde und diese die bisherige ersetzt. Auch ist es möglich, dass eine bestimmte Datenquelle für den vorgesehenen Veröffentlichungszeitpunkt nicht rechtzeitig vorliegt, dies vorübergehend durch Schätzungen kompensiert wird und die Schätzungen später ersetzt werden. Wenn Revisionen notwendig sind, werden die revidierten Ergebnisse spätestens zum Zeitpunkt der nächsten regulären Veröffentlichung publiziert. 4.3.2 Revisionsverfahren Anlassbedingte Revisionen erfolgen bei methodischen Neuerungen oder geänderter Verfügbarkeit der verwendeten Datenquellen rückwirkend für den längst möglichen Zeitraum. Laufende Revisionen finden dann statt, wenn für ausgewählte Merkmale benötigte Datenquellen nicht rechtzeitig zum Veröffentlichungszeitpunkt zur Verfügung stehen. In diesem Fall werden fehlende Daten zunächst geschätzt und bei Vorliegen der jeweiligen Datenquelle ersetzt. Weitere laufende Revisionen der Leistungen der Ökosysteme erfolgen aufgrund von Revisionen in den für die Berechnung verwendeten Datenquellen. 4.3.3 Revisionsanalysen Eine Möglichkeit zur Abschätzung der Zuverlässigkeit der veröffentlichten Ergebnisse besteht in der Analyse von Revisionsdifferenzen. Dabei wird die Abweichung zwischen dem zuerst veröffentlichten Ergebnis und dem späteren (revidierten) Ergebnis untersucht. Mit der Berechnung von Revisionsdifferenzen erhalten Nutzer einen Eindruck davon, welchen Einfluss die Revisionen auf die Ergebnisse haben. Übliche Revisionsmaße sind die "Mittlere Revision" (MR) und die "Mittlere absolute Revision" (MAR), die das arithmetische Mittel der in der Vergangenheit beobachteten Abweichungen zwischen erstmalig und zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichten Werten mit (MR) beziehungsweise ohne (MAR) Berücksichtigung des Vorzeichens berechnen. 5 Aktualität und Pünktlichkeit =============================== 5.1 Aktualität Die erste Veröffentlichung vollständiger, teilweise noch nicht endgültiger Ergebnisse erfolgt zum Zeitpunkt t+24 Monate, also zwei Jahre nach Ende des Berichtsjahres. Die Veröffentlichungszeitpunkte orientieren sich zum einen an den durch Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vorgegebenen Lieferfristen an Eurostat, zum anderen sind sie ein akzeptabler Kompromiss zwischen einer unter anderem von den Nutzern gewünschten frühzeitigen Bereitstellung der Daten und der Verfügbarkeit der für die Berechnung erforderlichen Datenquellen. 5.2 Pünktlichkeit Die Übermittlung der Daten an Eurostat erfolgte in der Vergangenheit immer fristgerecht entsprechend der durch die Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vorgegebenen Frist am 31.12. eines Jahres. Die Veröffentlichung der Daten erfolgt jährlich spätestens 26 Monate nach dem Berichtsjahr. 6 Vergleichbarkeit =================== 6.1 Räumliche Vergleichbarkeit Die Leistungen der Ökosysteme werden entsprechend den Vorgaben der Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie verschiedener von Eurostat herausgegebener Handbücher und Empfehlungen produziert. Da sich auch die anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union an diese Vorgaben halten müssen, sind die Ergebnisse grundsätzlich EU-weit vergleichbar. Die Vergleichbarkeit kann allerdings dadurch eingeschränkt werden, dass in anderen Mitgliedsstaaten andere Datenquellen zur Verfügung stehen oder für die Berechnung ausgewählt werden und andere Schätzverfahren angewandt werden. Weltweit wird eine hohe Vergleichbarkeit der UGR durch die Anwendung des System of Environmental-Economic Accounting (SEEA) der Vereinten Nationen grundsätzlich ermöglicht. Allerdings ist das SEEA nicht rechtsverbindlich. 6.2 Zeitliche Vergleichbarkeit Es ist ein Kennzeichen der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen, im Falle von grundlegenden Änderungen der Methoden, Klassifikationen oder Datenquellen auch weit zurückreichende Revisionen möglichst langer Zeitreihen vorzunehmen, um den Datennutzern ein optimales Datenangebot zu bieten. Die Vergleichbarkeit von UGR-Ergebnissen über einen langen Zeitraum hinweg wird dann beeinträchtigt, wenn die Einarbeitung neuer Konzepte, Klassifikationen oder Datenquellen nicht für den gesamten, bisher von einer langen Reihe abgedeckten Zeitraum möglich ist. Dies liegt in der Regel daran, dass die entsprechenden Primärdaten selbst erst ab einem bestimmten Berichtsjahr verfügbar sind. Daneben spielen auch Effizienzabwägungen eine Rolle, etwa wenn der technische Aufwand für eine weit zurückreichende Revision als sehr hoch, der aus der Revision resultierende Zugewinn an zeitlicher Vergleichbarkeit dagegen als gering eingeschätzt wird. 7 Kohärenz =========== Die Daten der Leistungen der Ökosysteme sind mit denjenigen der VGR weitestgehend kompatibel, da die UGR ursprünglich als Satellitensystem zu den VGR konzipiert wurden. Dabei ist die Möglichkeit, Daten der UGR und VGR zu kombinieren und gemeinsam zu analysieren, ein wichtiges Nutzerinteresse. Entsprechend werden, soweit es fachlich und inhaltlich sinnvoll ist und internationale Standards nichts Abweichendes bestimmen, gleiche Klassifikationen und Begriffe verwendet. Andererseits unterscheiden sich die von den UGR veröffentlichten Daten häufig von Daten der Fachstatistiken des Statistischen Bundesamtes oder Daten aus externen Quellen zu ähnlichen oder sogar scheinbar gleichen Merkmalen. Dies ist zumeist durch methodische Unterschiede begründet und liegt auch in der Natur eines Gesamtrechnungssystems, in das eine Vielzahl unterschiedlicher Datenquellen zur Berechnung eines Merkmals eingehen. Ein wichtiges Ziel der UGR ist die Bereitstellung von Daten, die ein möglichst vollständiges und in sich kohärentes Bild der Beziehungen zwischen Umwelt und Wirtschaft zeichnen. Gegenüber diesen Ansprüchen auf Vollständigkeit und interne Kohärenz wird die Übereinstimmung mit anderen Daten aus statistischen Erhebungen bewusst zurückgestellt, um Nutzern durch die UGR ein harmonisiertes Datenspektrum als Grundlage für statistisch valide Analysen bereitzustellen. Jede Primärerhebung und jedes Gesamtrechensystem verfolgt das ihr per Gesetz vorgegebene Ziel, verbunden mit dem Anspruch, die Aussagekraft der für diesen konkreten Anwendungsfall benötigten Daten zu erhöhen. Etwaige Differenzen lassen somit keinen Schluss auf die Datenqualität bzw. Genauigkeit des einzelnen Produkts zu. 8 Verbreitung und Kommunikation ================================ 8.1 Verbreitungswege Pressemitteilungen: Die Ergebnisse der Leistungen der Ökosysteme werden auf der Seite www.destatis.de/ugr im Laufe des Jahres veröffentlicht, sobald die Berechnungen abgeschlossen sind. Gegebenenfalls wird die Veröffentlichung der Ergebnisse von einer Pressemitteilung begleitet, in der ausgewählte interessante Aspekte dargestellt und erläutert werden. Veröffentlichungen: Die Ergebnisse werden unter www.destatis.de auf der Seite der Ökosystemrechnungen im Rahmen des Statistischen Berichts, der im Excelformat im Abschnitt "Publikationen" zur Verfügung steht sowie partiell in den Abschnitten "Tabellen" veröffentlicht. Zudem werden ausgewählte Inhalte als Karten im Ökosystematlas unter oekosystematlas-ugr.destatis.de veröffentlicht (mit Download-Option). Online-Datenbank: Ergebnisse der Statistik können in GENESIS-Online (www.destatis.de/genesis) unter dem Statistik-Code 85331 abgerufen werden. Zugang zu Mikrodaten: Im Rahmen der UGR werden keine Mikrodaten erhoben, entsprechend besteht auch keine Möglichkeit, Mikrodaten bereitzustellen. Sonstige Verbreitungswege: Entfällt. 8.2 Methodenpapiere/Dokumentation der Methodik a) Ernteerträge von Kulturpflanzen Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. b) Holzzuwachs Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. c) Feinstaubfilterung - Aherne, J., K. Wilkins and H. Cathcart, 2016. Nitrogen–Sulfur Critical Loads: Assessment of the Impacts of Air Pollution on Habitats (2016-CCRP-MS.43). EPA Research Report. Prepared for the Environmental Protection Agency by Trent University. EPA Research Programme 2021–2030 - Zinke, P.J., 1967. Forest interception studies in the United States. In: Sopper, W.E., Lull, H.W. (Eds.), Forest Hydrology. Pergamon Press, Oxford, pp. 137-1 6. Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. d) Kohlenstoffsequestrierung *** in Vorbereitung *** e) Kohlenstoffspeicherung Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. f) Kühlung in Städten - Eurostat (2021): Applying the Degree of Urbanisation: A methodological manual to define cities, towns and rural areas for international comparisons. Publications Office of the European Union. Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. g) Vermiedene Bodenerosion *** in Vorbereitung *** h) Bestäubung *** in Vorbereitung *** i) Naturnaher Tourismus - Gharadjedaghi, B., Heimann, R., Lenz, K., Martin, C., Pieper, V., Schulz, A., Vahabzadeh, A., Finck, P., Rieken, U. (2004): Verbreitung und Gefährdung schutzwürdiger Landschaften in Deutschland. Natur und Landschaft 79 (2): 71-81. - Hermes, J., Albert, C., Schmücker, D., Bredemeier, B., Barkmann, J., von Haaren, C. (2023). Erfassung und Bewertung kultureller Ökosystemleistungen in Deutschland. Bundesamt für Naturschutz. BfN-Schriften 659. - Schwarzer, M., Mengel, A., Konold, W., Reppin, N., Mertelmeyer, L., Jansen, M., Gaudry, K.-H., Oelke, M. (2018a): Bedeutsame Landschaften in Deutschland. Gutachtliche Empfehlungen für eine Raumauswahl. BfN-Skripten 517. Bonn - Bad Godesberg (Bundesamt für Naturschutz): 465 S. - Walz, U., Stein, C. (2014): Indicators of hemeroby for the monitoring of landscapes in Germany. Journal for Nature Conservation 22 (3): 279-289. Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. 8.3 Richtlinien der Verbreitung Veröffentlichungskalender: Entfällt. Zugriff auf den Veröffentlichungskalender: Entfällt. Zugangsmöglichkeiten: Die Ergebnisse der Leistungen der Ökosysteme stehen für alle Nutzer zum gleichen Zeitpunkt unter www.destatis.de zur Verfügung. 8.4 Kontaktinformation Statistisches Bundesamt Gustav-Stresemann-Ring 11 65189 Wiesbaden Tel: +49 (0) 611 / 75 8855 www.destatis.de/kontakt © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2025

Fläche: Deutschland, Jahre, Ökosysteme

Teil der Statistik "Ausmaß der Ökosysteme" Raum: Deutschland insgesamt 1 Allgemeine Angaben zur Statistik =================================== 1.1 Bezeichnung der Statistik Umweltökonomische Gesamtrechnungen (UGR) (EVAS-Nr. 85***). 1.2 Geltungsbereich Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) stellen auf gesamtwirtschaftlicher Ebene quantitativ die Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Wirtschaft in Form von Fluss- und Bestandsgrößen dar. Dabei ist die Wirtschaft als komplette Anthroposphäre und somit als Gegensatz zur Umwelt definiert. Sie umfasst dementsprechend die gesamte Volkswirtschaft bestehend aus Unternehmen, den staatlichen Institutionen und den privaten Haushalten. Die UGR lassen sich dabei in unterschiedliche Module (engl. accounts) einteilen, die untereinander in Beziehung stehen und eine Einheit bilden. Anhand der verwendeten Maßeinheiten beziehungsweise aufgrund ihres Fokus auf bestimmte Themen oder Sektoren lassen sich diese in physische (engl. physical accounts), monetäre (engl. monetary accounts), die Gesamtrechnungen der Ökosysteme (engl. ecosystem accounts) und sektorale Module (engl. thematic accounts) gruppieren. Die Ergebnisse der Rechnungen werden jeweils in Form von Konten abgebildet. Die physischen Module konzentrieren sich derzeit auf Flussgrößen. Sie zeigen die Stoffströme aus der Umwelt in die Wirtschaft sowie in entgegengesetzter Richtung in physischen Maßeinheiten. Im Einzelnen handelt es sich bei diesen physischen Modulen um: - Gesamtwirtschaftliches Materialkonto (Rohstoff- und Materialflüsse) - Aufkommen und Verwendung in Rohstoffäquivalenten - Energiegesamtrechnung - Luftemissionsrechnung - Direkte und indirekte Energieflüsse und CO2-Emissionen - Wassergesamtrechnung. Die monetären Module zeigen monetär quantifizierte Maßnahmen innerhalb der Wirtschaft, die je nach Maßnahme eine Auswirkung auf die Umwelt haben bzw. entfalten sollen: - Umweltbezogene Steuern (und ähnliche Abgaben) - Umweltbezogene Subventionen (und sonstige Transferzahlungen) - Potentiell umweltschädliche Subventionen - Umweltschutzausgaben. Die Gesamtrechnungen der Ökosysteme stellen sowohl das Ausmaß und den Zustand (Bestandsgröße) der Ökosysteme als auch ihre finalen Leistungen für die Wirtschaft (physische und monetäre Flussgrößen) dar. Sofern diese Leistungen der Ökosysteme bereits in den physischen Materialflussrechnungen enthaltene Stoffströme sind, werden sie möglichst so ausgewiesen, dass es bei einer Aggregation aus beiden Rechnungen nicht zu Doppelerfassungen kommt. Die sektoralen Module stellen detaillierte übergreifende Betrachtungen für einzelne Aspekte wie beispielsweise den Wald, landwirtschaftliche Fläche, den Bereich Verkehr, Tourismus oder die privaten Haushalte dar. Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen stellen ihre Ergebnisse sowohl nach dem Territorialkonzept (auch Inlandskonzept genannt, siehe auch unter 1.4) als auch dem Inländerkonzept dar, bei dem die wirtschaftliche Betätigung aller Wirtschaftseinheiten erfasst wird, die ihren ständigen Sitz bzw. Wohnsitz in Deutschland haben. Die Ergebnisse werden aus der Makroperspektive dargestellt, d.h. die Gliederungsebenen sind große Gruppen (Wirtschaftsbereiche, Sektoren, Kategorien der letzten Verwendung). 1.3 Statistische Einheiten (Darstellungseinheiten) Da die UGR Rechensysteme sind, haben sie keine Erhebungseinheiten. Die Darstellungseinheit in den monetären Konten der UGR ist in der Regel die institutionelle Einheit, die zu Wirtschaftszweigen oder abweichend in den Ausgabenrechnungen in so genannte Markt- bzw. Nichtmarkt- und spezialisierte bzw. nicht spezialisierte Produzenten von Umweltschutzleistungen zusammengefasst werden. Zusätzlich sind der Staat, die privaten Haushalte und die Institutionen ohne Erwerbszweck Darstellungseinheit. In den physischen Konten erfolgt die Darstellung teils nach institutionellen Einheiten, die zu Wirtschaftszweigen zusammengefasst werden, sowie teils nach zu Produktionsbereichen zusammengefassten homogenen Produktionseinheiten. Zusätzlich bilden physischen Merkmale wie Rohstoffe, Energieträger, Treibhausgase oder Emissionen eigene Darstellungseinheiten. Die Darstellungseinheit in den Gesamtrechnungen der Ökosysteme ist die inländische Fläche, die auf die unterschiedlichen Ökosystemtypen aufgeteilt wird. Weiterführende Informationen bieten die entsprechenden Methodenbeschreibungen, die unter www.destatis.de/ugr abgerufen werden können. 1.4 Räumliche Abdeckung Die Angaben für Deutschland beziehen sich auf die Bundesrepublik Deutschland nach dem Gebietsstand seit dem 03.10.1990. Im Bereich der Gesamtrechnungen zu Ökosystemen werden die ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ), das gemeinschaftliche deutsch-luxemburgische Hoheitsgebiet, die zwischen Deutschland und den Niederlanden umstrittenen Gebiete in der Ems-Mündung sowie der Bodensee als Inland betrachtet. Der Arbeitskreis UGR der Länder berechnet auf der Grundlage der Bundesergebnisse partiell Angaben für Bundesländer. Bei den Gesamtrechnungen zu Ökosystemen stellt das StBA teilweise Ergebnisse auf Ebene der Länder und der Gemeinden/Gemeindeverbände bereit. Der vorliegende Qualitätsbericht bezieht sich nur auf die vom Statistischen Bundesamt berechneten Bundesergebnisse. 1.5 Berichtszeitraum/-zeitpunkt Die UGR berechnen und veröffentlichen ihre Ergebnisse jeweils für ganze Kalenderjahre. 1.6 Periodizität Die Ergebnisse werden in der Regel jährlich erstellt. Die Wassergesamtrechnung und die Gesamtrechnungen der Ökosysteme werden alle drei Jahre durchgeführt. 1.7 Rechtsgrundlagen und andere Vereinbarungen Die Methodik der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen basiert auf von der Statistischen Kommission der Vereinten Nationen verabschiedeten internationalen Rahmenwerken: - System of Environmental-Economic Accounting 2012 Central Framework (SEEA-CF), ergänzt und konkretisiert durch: - a) System of Environmental-Economic Accounting for Energy (SEEA Energy), - b) System of Environmental-Economic Accounting for Water (SEEA Water), - c) System of Environmental-Economic Accounting for Agriculture, Forestry and Fisheries (SEEA AFF), - System of Environmental-Economic Accounting Ecosystem Accounting (SEEA EA) und zukünftig dem - Statistical Framework for Measuring the Sustainability of Tourism (MST). EU-Recht: Verordnung (EU) Nr. 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. Juli 2011 über europäische umweltökonomische Gesamtrechnungen ergänzt und erweitert durch die Verordnung (EU) Nr. 538/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 691/2011 über europäische umweltökonomische Gesamtrechnungen sowie durch die delegierte Verordnung (EU) Nr. 2022/125 der Kommission vom 19. November 2021 zur Änderung der Anhänge I bis V der Verordnung (EU) Nr. 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates über europäische umweltökonomische Gesamtrechnungen regelt die Lieferverpflichtungen der Mitgliedsstaaten gegenüber der Kommission. Bundesrecht: allgemeine Regelung im Bundesstatistikgesetz (BStatG § 3 Abs. 1 Nr. 13) für die Zuständigkeit des Statistischen Bundesamtes. Landesrecht: vergleichbare allgemeine Regelungen in den Landesstatistikgesetzen. 1.8 Geheimhaltung 1.8.1 Geheimhaltungsvorschriften Gemäß § 16 Abs. 1 BStatG ist die deutsche amtliche Statistik dazu verpflichtet, Einzelangaben geheim zu halten. Eine Ausnahme bilden Einzelangaben, die dem Befragten nicht zuzuordnen sind, oder Einzelangaben, die mit denen anderer Befragter zusammengefasst sind, d. h. aggregierte Daten (Tabellen). Die Datengrundlage der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen besteht zu weit überwiegenden Teilen ausschließlich aus Daten, die bereits in anderen Statistiken oder sonstigen allgemein zugänglichen Quellen veröffentlicht wurden und damit nicht (mehr) der Geheimhaltung unterliegen. 1.8.2 Geheimhaltungsverfahren Die Geheimhaltung ist bei Gesamtrechnungssystemen wie den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen im Allgemeinen unproblematisch, da es sich um makroökonomische Betrachtungen handelt. Verwendet werden im Wesentlichen Ergebnisse, die bereits in anderen Statistiken oder sonstigen allgemein zugänglichen Quellen veröffentlicht wurden und damit nicht (mehr) der Geheimhaltung unterliegen. Im Einzelfall wird Einzeldatenmaterial zu Verteilungszwecken von bekannten Eckwerten oder als Grundlage für Schätzungen verwendet. Durch das Einbeziehen zahlreicher Datenquellen im Kontensystem sowie das Zusammenfassen zu Wirtschaftsbereichen, zur Position "private Haushalte", zu aggregierten umweltbezogenen Größen (z. B. Rohstoffgruppen) oder größeren Flächeneinheiten (Ökosystemrechnungen) entsteht eine sehr hohe Aggregationsebene. Im weiteren Berechnungsverfahren werden die Zwischenergebnisse zusätzlich untereinander harmonisiert und dadurch gegenüber den Ausgangsdaten weiter verändert. Somit ist es im Regelfall nicht möglich, Rückschlüsse auf einzelne Personen oder Unternehmen zu ziehen. 1.9 Qualitätsmanagement 1.9.1 Qualitätssicherung Die Qualitätssicherung der UGR findet in mehreren Schritten statt und bezieht dabei sowohl die Erstellung der Methodik als auch die Auswahl der zu verwendenden Datenquellen und die konkrete Berechnung der einzelnen Ergebnisse mit ein. Bei der Erstellung bzw. Weiterentwicklung der Methodik orientieren sich die UGR an international abgestimmten Standards bzw. Verfahren und EU-weit geltenden Empfehlungen und ziehen als Ausgangsdaten, soweit möglich, bereits qualitätsgesicherte Ergebnisse etablierter Datenquellen in Betracht. Regelmäßig erfolgt zudem eine Überprüfung, ob und wie ggf. besser geeignete Datenquellen zur Berechnung herangezogen werden können. Da die UGR im Wesentlichen auf die etablierten Ergebnisse bereits qualitätsgesicherter bestehender Statistiken zurückgreifen, ist bei gleichbleibenden Ausgangsquellen eine Ex-ante-Evaluierung der Basisdaten nur rudimentär erforderlich. Durch den kontenmäßigen Aufbau der UGR erfolgt während und nach der Durchführung des Berechnungsverfahrens regelmäßig eine Ex-post-Evaluierung der Ergebnisse anhand von bestehenden internen und externen Vergleichsgrößen. Darüber hinaus findet innerhalb der Arbeitsgruppen des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) zu den UGR regelmäßig ein Austausch über Qualitätsaspekte und Möglichkeiten der Qualitätsverbesserung statt. 1.9.2 Qualitätsbewertung Aufgrund der durch EU-Recht vorgegebenen Liefertermine stehen viele der für die UGR notwendigen Basisdaten nicht rechtzeitig zum ersten Veröffentlichungstermin zur Verfügung. Stattdessen beruht die Erstveröffentlichung bei einigen Modulen noch zu einem erheblichen Teil auf Indikatoren, Schätzungen und Fortschreibungen: Fehlende Angaben werden zunächst (hinzu)geschätzt oder auf der Basis von zum Teil recht groben Indikatoren fortgeschrieben. Die Datenbasis wird später durch zusätzliche Daten verbessert, die sukzessive in die Berechnungen eingehen. Erst nach rund vier Jahren liegen nahezu alle notwendigen Basisstatistiken vollständig vor, und die UGR-Daten gelten, vorbehaltlich grundlegender Änderungen in der Methodik, den Basisdaten oder Klassifikationen, als "endgültig". 2 Inhalte und Nutzerbedarf =========================== 2.1 Inhalte der Statistik 2.1.1 Inhaltliche Schwerpunkte der Statistik Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen umfassen mehrere Strom- und Bestandsrechnungen, die ein möglichst umfassendes, übersichtliches, hinreichend gegliedertes quantitatives Gesamtbild der Zusammenhänge zwischen dem wirtschaftlichen Geschehen im Inland sowie durch Inländer in einer abgelaufenen Periode und dem Zustand sowie den Leistungen der Umwelt geben. Weitere Informationen zu den Inhalten und Teilgebieten der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen enthält der Abschnitt 1.2 Geltungsbereich. 2.1.2 Klassifikationssysteme Für die übergreifende Ergebnisdarstellung ist insbesondere die vereinheitlichte Gliederung nach 67 Wirtschaftsbereichen bzw. Produktionsbereichen sowie den privaten Haushalten relevant. Für die Wirtschaftsbereiche wird die Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ 2008) verwendet, die auf der europäischen NACE Rev. 2 und – auf UN-Ebene – der ISIC Rev. 4 basiert, für die Klassifikation der Produktionsbereiche die CPA (Classification of Products by Activity). Die Bereichsabgrenzung dieser europäischen Klassifikation der Produktionsbereiche ist vergleichbar mit der Statistischen Güterklassifikation in Verbindung mit den Wirtschaftszweigen in der Europäischen Gemeinschaft (Ausgabe 2008). Bedingt durch das große Berichtsspektrum werden in den UGR zu ihrer Berechnung und der Gliederung sowie Systematisierung ihrer Ergebnisse in den unterschiedlichen Rechnungen zusätzlich zahlreiche weitere Klassifikationen verwendet. Nähere Angaben finden sich in den konkreten methodischen Beschreibungen der einzelnen Rechnungen, die unter www.destatis.de/ugr abrufbar sind. 2.1.3 Statistische Konzepte und Definitionen Die deutschen UGR bestehen aus den im Abschnitt 1.2. Geltungsbereich genannten Teilgebieten. Wie in Abschnitt 1.4 beschrieben, beziehen sich die Angaben für Deutschland auf die Bundesrepublik Deutschland nach dem Gebietsstand seit dem 03.10.1990. Oftmals werden hierbei Angaben sowohl für das Inland als auch für die Inländer gemacht. Die entsprechenden Konzepte werden als "Territorialkonzept" (auch "Inlandskonzept") bzw. "Inländerkonzept" bezeichnet. Informationen zu Deutschland entsprechend dem Territorialkonzept beziehen sich somit auf das deutsche Staatsgebiet. Bei Angaben entsprechend dem Inländerkonzept gehen dagegen alle Werte ein, die sich auf in Deutschland ansässige wirtschaftliche Akteure, seien es Privatpersonen oder Unternehmen, unabhängig von der Staatsangehörigkeit oder Rechtsform, beziehen. Um z. B. beim Endenergieverbrauch vom Territorial- zum Inländerkonzept zu gelangen, muss der Verbrauch der Ausländer im Inland abgezogen und der Verbrauch der Inländer im Ausland addiert werden. Detaillierte weitere Angaben zu den jeweiligen national verwendeten Konzepten und Definitionen sowie den international abgestimmten Grundlagen finden sich in den konkreten methodischen Beschreibungen der einzelnen Rechnungen, die unter www.destatis.de/ugr abrufbar sind. 2.2 Nutzerbedarf Zu den Hauptnutzern der Ergebnisse der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen zählen Politik und Wissenschaft. Aktualität und tiefe Gliederung sind regelmäßige Nutzerwüsche bei allen statistischen Ergebnissen. Konzeptionell liegt der Fokus der UGR aber im Wesentlichen auf Vollständigkeit und Kohärenz. Daher können aus den UGR zahlreiche Indikatoren abgeleitet werden, die Ergebnisse aus den unterschiedlichen Konten oder aus den Berechnungen der VGR verwenden. Diese finden Verwendung etwa in der Berichterstattung der Bundesregierung zur nachhaltigen Entwicklung und der internationalen Nachhaltigkeitsberichterstattung der Vereinten Nationen, im Ressourceneffizienzprogramm der Bundesregierung, im Rahmen der Berichterstattung zur Nachhaltigkeit des Tourismus, zu den Folgen des Klimawandels oder im SENDAI-Rahmenwerk zur Verminderung der Auswirkung von Katastrophen. Die an Eurostat übermittelten Daten werden auch als Entscheidungsgrundlage für europäische umweltpolitische Maßnahmen genutzt. Entsprechend dem thematischen Fokus der UGR sind die Hauptnutzer im politischen Bereich somit das Bundeskanzleramt, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie deren nachgeordnete Behörden. Über die Ableitung von Indikatoren hinaus können die Ergebnisse der UGR bedingt durch den Aufbau als ein in sich kohärentes System je nach Nutzeranforderung dafür verwendet werden, flexibel weitere Informationen zusammenzustellen. Daher werden die Ergebnisse auch häufig von öffentlichen und privaten Bildungs- und Forschungseinrichtungen genutzt. Viele Teilgebiete der UGR sind auch für die breite Öffentlichkeit von Interesse, zum Beispiel Informationen zum Energieverbrauch privater Haushalte. Entsprechend werden die Daten auch von der interessierten Zivilgesellschaft und der Presse nachgefragt. Die Wünsche nach möglichst schnellen, tief gegliederten, genauen, aber zugleich umfassenden und konsistenten Daten können nicht immer zugleich erfüllt werden. Gemäß der Konzeption der UGR als Rechensysteme, die Sachverhalte umfassend auf gesamtwirtschaftlicher Ebene darstellen und dabei strukturelle Gegebenheiten und langfristige Entwicklungen aufzeigen, liegt der Fokus bei der Datenbereitstellung auf Vollständigkeit und Konsistenz. Dabei werden die Berechnungsprozesse möglichst zeiteffizient gestaltet und die durch EU-Recht vorgegebenen Liefertermine eingehalten. Mitunter wird auch der Bedarf nach einer Erhöhung der Periodizität einzelner Module sowie einer Ausdehnung der dargestellten Sachverhalte auf zusätzliche Themengebiete geäußert. Dem kommen die UGR entgegen, indem sie internationale Diskussionen frühzeitig aufgreifen und im Rahmen von Projekten ihr Repertoire kontinuierlich weiterentwickeln. Diejenigen Themengebiete, für die eine ausgereifte Methodik entwickelt werden konnte und geeignete Datenquellen zur Verfügung stehen, werden in einen regelmäßigen Produktionsprozess überführt, soweit entsprechende Kapazitäten vorhanden sind. 2.3 Nutzerkonsultation Der überwiegende Teil der Berichterstattung der UGR ist durch europäische Verordnungen geregelt, vgl. Abschnitt 1.7 Rechtsgrundlagen und andere Vereinbarungen. Bei der Entwicklung dieser rechtlichen Regelungen werden Nutzerinteressen und -wünsche auf verschiedenen Wegen berücksichtigt. Daneben werden Wünsche internationaler Stakeholder in entsprechenden Gremien diskutiert. Auf nationaler Ebene finden Nutzerkonsultationen etwa durch den in mehrjährigem Abstand (zuletzt 2018) vom Statistischen Bundesamt veranstalteten Fachausschuss Umwelt und UGR statt. Zahlreiche thematische Fachveranstaltungen diverser Ressorts oder wissenschaftlicher Einrichtungen dienen darüber hinaus dazu, Informationen über Wünsche von Nutzern zu gewinnen. 3 Methodik =========== 3.1 Basisstatistiken Für die Berechnung von UGR-Ergebnissen werden alle geeigneten statistischen Erhebungen sowie Ergebnisse aus den VGR verwendet, die rechtzeitig für den jeweiligen Veröffentlichungszeitpunkt vorliegen. Definitionen und Klassifikationen gelten in der Regel gleichermaßen für Basisstatistiken und UGR; allerdings finden Revisionen von Klassifikationen in den UGR zu einem späteren Zeitpunkt statt als in den Fachstatistiken, um auf revidierten Ergebnissen der Basisstatistiken aufbauen zu können. Die von den UGR verwendeten Basisstatistiken weisen naturgemäß einen unterschiedlichen zeitlichen Abstand zwischen der Datenverfügbarkeit und dem Berichtszeitjahr auf. Sofern für ein bestimmtes Modul der UGR der überwiegende Teil der Basisstatistiken vorliegt, werden für Größen, für deren Berechnung erforderliche Basisstatistiken noch fehlen, mit Hilfe kurzfristiger Indikatoren oder anderer Schätzverfahren vorläufige Ergebnisse ermittelt. Liegt die Ausgangsstatistik für die entsprechende Berichtsperiode vor, wird diese in die UGR-Berechnungen eingearbeitet. Dies erklärt einerseits die laufenden Revisionen der UGR-Ergebnisse, andererseits auch den zeitlichen Verzug gegenüber den einzelnen Basisstatistiken, die in die UGR einfließen. Genauere Angaben zu den Datenquellen der UGR finden sich in den Methodenbeschreibungen zu den jeweiligen Rechnungen, die unter www.destatis.de/ugr abrufbar sind. 3.2 Vorgehensweise bei der Datenberechnung Für die Berechnung der Ergebnisse der UGR werden die Ergebnisse aller geeigneten statistischen Erhebungen sowie der VGR verwendet, die zum jeweiligen Veröffentlichungszeitpunkt vorliegen. Zusätzlich werden weitere Datenquellen wie administrative Daten und Daten aus den Jahresabschlüssen großer Unternehmen sowie Informationen von Verbänden ausgewertet. Zusätzlich werden für die Berechnungen zu Ökosystemleistungen unterschiedliche kartographische Daten verwendet. Genauere Angaben zu den Datenquellen und Berechnungen der UGR finden sich in den Methodenbeschreibungen zu den jeweiligen Rechnungen, die unter www.destatis.de/ugr abrufbar sind. 3.3 Preis- und Saisonbereinigung, andere Analyseverfahren Die UGR führen selbst keine Preisbereinigung durch. Bei der Darstellung in physischen Einheiten ist dies per se nicht erforderlich. Auch die Darstellung der monetären Konten erfolgt in den jeweiligen Preisen. Teilweise werden in den Veröffentlichungen der UGR Kombinationen aus Daten der UGR und der VGR dargestellt, etwa Produktivitätsindikatoren. Die dort verwendeten monetären Angaben der VGR sind teilweise preisbereinigt. Für die entsprechenden Verfahren sei auf den Qualitätsbericht der VGR verwiesen. Eine Saisonbereinigung dient als Ausgleich für wiederkehrende unterjährige Effekte, die sonst einen Vergleich mit unterjährigen Vorperioden erschweren würden. Die UGR stellen bisher allerdings nur Jahresergebnisse bereit. Daher ist eine Saisonbereinigung nicht durchführbar und auch nicht erforderlich. Eine Bereinigung um strukturelle Effekte zwischen verschiedenen Jahren findet aus mehreren Gründen nicht statt. Zum einen sind viele Umweltschutzmaßnahmen wie etwa Ausgaben für den Umweltschutz kaum von strukturellen Effekten beeinflusst. Zum anderen sind die Einflussfaktoren auf Umweltwirkungen wie etwa Rohstoffentnahme oder Treibhausgasemissionen so multikausal, dass ein Verfahren zur Bereinigung entsprechender Schwankungen sehr komplex zu entwickeln wäre. Die einzige Ausnahme stellt das Modul "Private Haushalte und Umwelt" dar. Hier wird der Energieverbrauch privater Haushalte für Raumwärme temperaturbereinigt, da er in hohem Maße von Witterungsbedingungen beeinflusst wird. Durch die Temperaturbereinigung wird die Aussagekraft der Ergebnisse beispielsweise hinsichtlich Effizienzsteigerungen oder Änderungen im Nutzerverhalten erhöht. Weiterführende Informationen bietet die entsprechende Methodenbeschreibung (www.destatis.de). 3.4 Beantwortungsaufwand Da es sich bei den UGR um ein Gesamtrechnungssystem handelt, in dem bereits vorliegende Ergebnisse von Primär- und Sekundärerhebungen sowie aus administrativen Datenquellen weiterverarbeitet werden, findet keine zusätzliche Belastung von Auskunftspflichtigen statt. 4 Genauigkeit und Zuverlässigkeit ================================== 4.1 Qualitative Gesamtbewertung der Genauigkeit Stichproben- oder nicht-stichprobenbedingte Fehler der in die UGR-Berechnungen einfließenden Basisstatistiken können grundsätzlich auch in den UGR-Ergebnissen enthalten sein. Darüber hinaus können die Anwendung von Schätzverfahren sowie die Fortschreibung von Zeitreihen zu Ungenauigkeiten führen. Diese Schätzfehler lassen sich aber nicht vermeiden, wenn nicht die Ansprüche an die Aktualität der UGR-Daten hintanstehen sollen. Somit besteht ein direkter Zusammenhang zwischen einer gewissen Ungenauigkeit und der geforderten Aktualität der Ergebnisse der UGR. Die Qualität der UGR-Berechnungen wird während des Rechenprozesses laufend überprüft, so dass etwaige Störungen oder Fehler erkannt und behoben werden können. Die wichtigsten Elemente dieses Qualitätssicherungsverfahrens sind: - Die von den UGR genutzten Ausgangsstatistiken werden, soweit sie aus dem Bereich der amtlichen Statistik kommen, bereits in den Fachstatistiken einer Qualitätskontrolle unterzogen. - In den UGR werden die bereitgestellten Ausgangsdaten nochmals auf Vollständigkeit und Plausibilität überprüft. - Ein wesentliches Element der Qualitätssicherung ist der umfassende Abgleich der von den UGR verwendeten Basisstatistiken wie auch der UGR-Ergebnisse selbst mit komplementären Daten aus anderen Quellen. - Wo möglich, erfolgt eine Prüfung der Systemkohärenz. Etwaige Unstimmigkeiten werden in den Kontensalden sofort sichtbar. 4.2 Qualität der Datenquellen Die UGR basieren zu großen Teilen auf Angaben aus der amtlichen Statistik sowie aus anderen amtlichen Quellen mit vergleichbarer Qualität. Diesen wird auch soweit als möglich Vorrang vor anderen Daten gegeben. Somit sind bereits die wesentlichen Ausgangsdaten qualitätsgesichert. Eine Qualitätsbewertung der einzelnen Ergebnisse der Ausgangsdaten findet daher im laufenden Prozess nur in Einzelfällen oder bei Auffälligkeiten statt. Der wesentliche Bestandteil der Qualitätssicherung der UGR findet in der methodischen Konzeption der Rechnungen statt. Für jede Datenquelle findet eine Einschätzung hinsichtlich ihrer Darstellungseinheiten und der Vollständigkeit ihrer Abdeckung (z. B. vermindert durch Abschneidegrenzen) statt, um so die Vollständigkeit und Kohärenz des Gesamtrechensystems zu gewährleisten, in dem sie verwendet wird. Die Tatsache, dass letztendlich ein in sich stimmiges und strukturell plausibles Ergebnis entsteht, darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in einem Gesamtrechensystem gewisse Schätzspielräume und Unschärfen bei den veröffentlichten Gesamtergebnissen gibt. 4.3 Revisionen 4.3.1 Revisionsgrundsätze Als Revision bezeichnet man in der amtlichen Statistik die nachträgliche Änderung bereits veröffentlichter statistischer Ergebnisse. In den UGR finden zum einen laufende Revisionen, zum anderen auch anlassbedingte Revisionen statt. Laufende Revisionen ergeben sich in den UGR daraus, dass die zugrundeliegenden Datenquellen selbst Revisionen unterworfen sein können. Im Rahmen der laufenden Revisionen werden daher auch für zurückliegende Berichtsjahre die jeweils aktuellsten Versionen der Datenquellen verwendet und in die Berechnungen der UGR einbezogen. Die Datennutzer können somit auf bestmögliche Ergebnisse für Analysen und Prognosen zurückgreifen. Anlassbedingte Revisionen sind zum Beispiel aufgrund von Änderungen in der zugrundeliegenden Methodik oder bei den verwendeten Klassifikationen erforderlich. Weitere Gründe können sein, dass bislang verwendete Datenquellen nicht mehr zur Verfügung stehen und durch andere Quellen ersetzt werden müssen oder bei unveränderter Verfügbarkeit eine besser geeignete Datenquelle identifiziert wurde und diese die bisherige ersetzt. Auch ist es möglich, dass eine bestimmte Datenquelle für den vorgesehenen Veröffentlichungszeitpunkt nicht rechtzeitig vorliegt, dies vorübergehend durch Schätzungen kompensiert wird und die Schätzungen später ersetzt werden. Wenn bei einzelnen Modulen Revisionen notwendig sind, werden die revidierten Ergebnisse spätestens zum Zeitpunkt der nächsten regulären Veröffentlichung publiziert. Sofern eine bestimmte Datenquelle oder Klassifikation beziehungsweise ein methodischer Aspekt für mehrere Module relevant ist, wird darauf geachtet, dass die Revision in allen Modulen für den gleichen Berichtszeitraum und im gleichen Jahr stattfindet. 4.3.2 Revisionsverfahren Anlassbedingte Revisionen erfolgen bei methodischen Neuerungen oder geänderter Verfügbarkeit der verwendeten Datenquellen rückwirkend für den längst möglichen Zeitraum. Laufende Revisionen finden in allen Modulen dann statt, wenn für ausgewählte Merkmale benötigte Datenquellen nicht rechtzeitig zum Veröffentlichungszeitpunkt zur Verfügung stehen. In diesem Fall werden fehlende Daten zunächst geschätzt und bei Vorliegen der jeweiligen Datenquelle ersetzt. Die folgende Übersicht zeigt Gründe und Zeiträume für weitere laufende Revisionen je Modul: Gesamtwirtschaftliches Materialkonto: - aufgrund laufender Revisionen in der Luftemissionsrechnung (s.u.) für den gesamten Berichtszeitraum. - aufgrund von Revisionen der Vierteljährlichen Produktionserhebung für die beiden aktuellsten Berichtsjahre. Aufkommen und Verwendung in Rohstoffäquivalenten: - bei Revisionen in den für die Berechnung verwendeten Datenquellen selbst, rückwirkend maximal bis zum Berichtsjahr 2010. Energiegesamtrechnung: - aufgrund laufender Revisionen der nationalen Energiebilanzen maximal für die drei aktuellsten Berichtsjahre. Luftemissionsrechnung: - aufgrund laufender Revisionen der ZSE-Datenbank (Zentrales System Emissionen) des Umweltbundesamtes zu Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen für den gesamten Berichtszeitraum. Direkte und indirekte Energieflüsse und CO2-Emissionen: - aufgrund laufender Revisionen der Energiegesamtrechnung, rückwirkend maximal bis zum Berichtsjahr 2010. Rechnung zu umweltbezogenen Steuern und ähnlichen Abgaben: - bei Revisionen in den für die Berechnung verwendeten Datenquellen selbst. Umweltschutzausgabenrechnung: - bei Revisionen in den für die Berechnung verwendeten Datenquellen selbst. Waldgesamtrechnung: - bei Revisionen in den für die Berechnung verwendeten Datenquellen selbst. 4.3.3 Revisionsanalysen Eine Möglichkeit zur Abschätzung der Zuverlässigkeit der von den UGR veröffentlichten Ergebnisse besteht in der Analyse von Revisionsdifferenzen. Dabei wird die Abweichung zwischen dem zuerst veröffentlichten Ergebnis und dem späteren (revidierten) Ergebnis untersucht. Mit der Berechnung von Revisionsdifferenzen erhalten Nutzer einen Eindruck davon, welchen Einfluss die Revisionen auf die Ergebnisse haben. Übliche Revisionsmaße sind die "Mittlere Revision" (MR) und die "Mittlere absolute Revision" (MAR), die das arithmetische Mittel der in der Vergangenheit beobachteten Abweichungen zwischen erstmalig und zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichten Werten mit (MR) beziehungsweise ohne (MAR) Berücksichtigung des Vorzeichens berechnen. Die UGR stellen zahlreiche unterschiedliche Ergebnisse bereit. Daher konzentriert sich die hier vorliegende Darstellung der Revisionsauswirkungen auf ausgewählte, wichtige Kennzahlen. Da sich die Ausgestaltung der UGR-Tabellenbände sowie der Umfang der in GENESIS-Online enthaltenen Daten unter anderem aufgrund geänderter Nutzeranforderungen und technischer Gegebenheiten stetig wandeln kann, wurden die Revisionsmaße je Modul bezogen auf die jährlich an Eurostat übermittelten Daten bestimmt. Die Berechnungen zeigen, dass sich die mittlere Revision zwischen -0,15 % und 7,38 % bewegt. Im weit überwiegenden Teil der Fälle ist die mittlere Revision positiv, das heißt die ursprünglich an Eurostat übermittelten Werte werden im Rahmen späterer Lieferungen tendenziell nach oben korrigiert. Meist liegt die mittlere Revision bei unter einem Prozent. Eine Ausnahme bildet die Umweltschutzausgabenrechnung mit etwas höheren mittleren Revisionen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass bis zum Vorliegen endgültiger Daten aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für die Berechnungen teilweise Schätzungen herangezogen werden müssen. Die mittlere absolute Revision liegt zwischen 0,1 % und 7,38 %. Besonders stabil sind die übermittelten Daten der Rechnungen zu umweltbezogenen Steuern, dort liegt die mittlere absolute Revision auch drei Jahre nach der ersten Übermittlung nur bei 0,34 %. Bei der Interpretation der Revisionsmaße ist zu beachten, dass methodisch bedingte Revisionen, wie sie gerade bei eher neu entwickelten Berechnungen noch häufig vorkommen, eigentlich nicht einer mangelnden Datenqualität im engeren Sinne anzulasten sind. 5 Aktualität und Pünktlichkeit =============================== 5.1 Aktualität Der größte Teil der Ergebnisse der verschiedenen UGR-Module wird spätestens zum Zeitpunkt t+24 Monate, also zwei Jahre nach Ende des Berichtsjahres veröffentlicht. Die folgende Übersicht zeigt die Aktualität der Module im Einzelnen. Hierbei handelt es sich um Planungswerte, Abweichungen sind also im Einzelfall möglich. Wie in Abschnitt 4.3 beschrieben, können bereits veröffentlichte Ergebnisse revidiert, d. h. durch andere Werte ersetzt werden. Revisionen sind mithin auch für als "endgültig" bezeichnete Ergebnisse möglich. Sie können also auch nach den hier genannten Zeitpunkten auftreten. Gesamtwirtschaftliches Materialkonto: - Veröffentlichung erster Ergebnisse nach t+19 Monaten für Daten zu inländischer Entnahme von Rohstoffen, Im- und Exporten von Rohstoffen und Waren. - erste Veröffentlichung vollständiger endgültiger Ergebnisse nach t+24 Monaten. Aufkommen und Verwendung in Rohstoffäquivalenten: - Veröffentlichung erster Ergebnisse nach t+29 Monaten. - erste Veröffentlichung vollständiger endgültiger Ergebnisse nach t+41 Monaten. Energiegesamtrechnung: - Veröffentlichung erster Ergebnisse nach t+20 Monaten für Daten zum Primärenergieverbrauch der Produktionsbereiche und privaten Haushalte. - erste Veröffentlichung vollständiger endgültiger Ergebnisse nach t+24 Monaten. Luftemissionsrechnung: - erste Veröffentlichung vollständiger endgültiger Ergebnisse nach t+21 Monaten. Direkte und indirekte Energieflüsse und CO2-Emissionen: - erste Veröffentlichung vollständiger endgültiger Ergebnisse nach t+48 Monaten. Rechnung zu umweltbezogenen Steuern und ähnlichen Abgaben: - Veröffentlichung erster Ergebnisse zu kassenmäßigen Einnahmen nach t+6 Monaten. - Veröffentlichung erster Ergebnisse zu periodengerechten Einnahmen, teils auf Basis von Schätzungen, nach t+16 Monaten. - erste Veröffentlichung vollständiger endgültiger Ergebnisse nach t+21 Monaten. Umweltschutzausgabenrechnung: - erste Veröffentlichung vollständiger endgültiger Ergebnisse nach t+24 Monaten. Waldgesamtrechnung: - erste Veröffentlichung vollständiger endgültiger Ergebnisse nach t+20 Monaten. Rechnung zu umweltbezogenen Subventionen und sonstigen Transferzahlungen: - bisher unveröffentlicht. Gesamtrechnungen zum Ausmaß der Ökosysteme: - unregelmäßig, da es für die Ausgangsdaten keine festen Veröffentlichungstermine gibt. Die Veröffentlichungszeitpunkte orientieren sich zum einen an den durch Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vorgegebenen Lieferfristen an Eurostat, zum anderen sind sie ein akzeptabler Kompromiss zwischen einer unter anderem von den Nutzern gewünschten frühzeitigen Bereitstellung der Daten und der Verfügbarkeit der für die Berechnung erforderlichen Datenquellen. Ergebnisse zu Rohstoffäquivalenten sowie zu indirekten Energieflüssen und CO2-Emissionen wurden zuletzt aufgrund des Veröffentlichungszeitpunkts der zur Berechnung notwendigen Input-Output-Tabellen nach t+29 Monaten (Rohstoffäquivalente vorläufig), t+41 Monaten (Rohstoffäquivalente endgültig) bzw. t+48 Monaten (indirekte Energieflüsse und CO2-Emissionen) veröffentlicht. 5.2 Pünktlichkeit Die Übermittlung der Daten an Eurostat erfolgte in der Vergangenheit immer fristgerecht entsprechend der durch die Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vorgegebenen Fristen für die verschiedenen Module. Die Veröffentlichung der Daten erfolgt je Modul in der Regel jährlich im gleichen Monat. Werden neue Tabellen in die Publikationen mit aufgenommen, kann sich die Veröffentlichung ausnahmsweise um wenige Wochen bis Monate verzögern. Andererseits kann eine frühere Verfügbarkeit der benötigten Datenquellen auch zu einer im Vergleich zu den Vorjahren früheren Veröffentlichung führen. 6 Vergleichbarkeit =================== 6.1 Räumliche Vergleichbarkeit Die UGR-Module werden entsprechend den Vorgaben der Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie verschiedener von Eurostat herausgegebener Handbücher und Empfehlungen produziert. Da sich auch die anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union an diese Vorgaben halten müssen, sind die Ergebnisse grundsätzlich EU-weit vergleichbar. Die Vergleichbarkeit kann allerdings dadurch eingeschränkt werden, dass in anderen Mitgliedsstaaten andere Datenquellen zur Verfügung stehen oder für die Berechnung ausgewählt werden und andere Schätzverfahren angewandt werden. Weltweit wird eine hohe Vergleichbarkeit der UGR durch die Anwendung des System of Environmental-Economic Accounting (SEEA) der Vereinten Nationen grundsätzlich ermöglicht. Allerdings ist das SEEA nicht rechtsverbindlich. Derzeit werden Ergebnisse zu Umweltökonomischen Gesamtrechnungen in 89 Staaten bereitgestellt. Dabei variiert sowohl der Umfang und die Abdeckung der verschiedenen Themengebiete als auch die angewandte Berechnungsmethodik. 6.2 Zeitliche Vergleichbarkeit Es ist ein Kennzeichen der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen, im Falle von grundlegenden Änderungen der Methoden, Klassifikationen oder Datenquellen auch weit zurückreichende Revisionen möglichst langer Zeitreihen vorzunehmen, um den Datennutzern ein optimales Datenangebot zu bieten. Die Vergleichbarkeit von UGR-Ergebnissen über einen langen Zeitraum hinweg wird dann beeinträchtigt, wenn die Einarbeitung neuer Konzepte, Klassifikationen oder Datenquellen nicht für den gesamten, bisher von einer langen Reihe abgedeckten Zeitraum möglich ist. Dies liegt in der Regel daran, dass die entsprechenden Primärdaten selbst erst ab einem bestimmten Berichtsjahr verfügbar sind. Daneben spielen auch Effizienzabwägungen eine Rolle, etwa wenn der technische Aufwand für eine weit zurückreichende Revision als sehr hoch, der aus der Revision resultierende Zugewinn an zeitlicher Vergleichbarkeit dagegen als gering eingeschätzt wird. In den Jahren 2018 bis 2020 ergaben sich vor allem aus den folgenden Gründen Brüche in den Ergebnissen der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen: - methodische Verbesserung der Berechnungen zu Energieverbrauch und Emissionen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr, wobei die erforderlichen Datenquellen erst ab dem Berichtsjahr 2014 zur Verfügung stehen, daher Bruch zwischen 2013 und 2014 bei straßenverkehrsbezogenen Merkmalen der Energiegesamtrechnung, Luftemissionsrechnung, Gesamtwirtschaftlichem Materialkonto und umweltbezogenen Steuern. Daneben konnte in den Jahren 2018 bis 2020 die zeitliche Vergleichbarkeit der Ergebnisse der UGR durch die folgenden Überarbeitungen verbessert werden: - In den Rechnungen zu umweltbezogenen Steuern wurde 2019 eine methodische Verbesserung bei der Berechnung der Verkehrssteuer (Berücksichtigung von CO2-Emissionen bei der Berechnung der Kraftfahrzeugsteuer) rückwirkend bis zum Jahr 2012 vorgenommen. So konnte auch weiterhin eine methodisch konsistente lange Zeitreihe zur Verfügung gestellt werden. - Harmonisierung des Gesamtwirtschaftlichen Materialkontos mit der Energiegesamtrechnung bezüglich der inländischen Entnahme fossiler Energieträger durch Umstieg auf die Energiebilanz der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen als neue Datenquelle für die gesamte Zeitreihe ab dem Berichtsjahr 1994. - In den Rechnungen zum Gesamtwirtschaftlichen Materialkonto wurde 2019 die verwertete inländische Entnahme um die Fangmengen der Binnenfischerei in den Berichtsjahren 2000 bis 2004 ergänzt. Zuvor lagen diese nur für den Berichtszeitraum ab 2005 vor. Somit hat sich der Zeitraum, für den keine Angaben zur Binnenfischerei ausgewiesen werden, von elf auf sechs Berichtsjahre reduziert. ? Somit stellt sich die Länge der Zeitreihen mit vergleichbaren Werten bei den einzelnen Modulen wie folgt dar: Gesamtwirtschaftliches Materialkonto: - 1994 bis 2019, d. h. 26 Jahre, Ausnahme Bunkerungen von Kraftstoff für den Straßenverkehr 2014 bis 2019, d. h. 6 Jahre. Aufkommen und Verwendung in Rohstoffäquivalenten: - 2010 bis 2018, d. h. 9 Jahre; durch Verkettung ist Indexbildung für den Zeitraum 2000 bis 2018 möglich. Energiegesamtrechnung: - 2000 bis 2019, d.h. 20 Jahre, Ausnahme Änderungen bezüglich Energieverbrauch für den Straßenverkehr 2014 bis 2019, d. h. 6 Jahre. Luftemissionsrechnung: - 2000 bis 2019, d.h. 20 Jahre, Ausnahme Änderungen bezüglich Emissionen durch den Straßenverkehr 2014 bis 2019, d. h. 6 Jahre. Direkte und indirekte Energieflüsse und CO2-Emissionen: - 2010 bis 2016, d. h. 7 Jahre. Rechnungen zu umweltbezogenen Steuern und ähnlichen Abgaben: - 1995 bis 2018, d. h. 24 Jahre; Aufteilung nach Wirtschaftszweigen nur ab 2008, d. h. 11 Jahre. Umweltschutzausgabenrechnung: - 2010 bis 2018, d. h. 9 Jahre. Waldgesamtrechnung: - 2014 bis 2019, d. h. 6 Jahre. Rechnung zu umweltbezogenen Subventionen und sonstigen Transferzahlungen: - bisher unveröffentlicht. Gesamtrechnungen zum Ausmaß der Ökosysteme: - 2015 bis 2018. 7 Kohärenz =========== Die Daten der UGR sind mit denjenigen der VGR weitestgehend kompatibel, da die UGR ursprünglich als Satellitensystem zu den VGR konzipiert wurden. Dabei ist die Möglichkeit, Daten der UGR und VGR zu kombinieren und gemeinsam zu analysieren, ein wichtiges Nutzerinteresse. Entsprechend werden, soweit es fachlich und inhaltlich sinnvoll ist und internationale Standards nichts Abweichendes bestimmen, gleiche Klassifikationen und Begriffe verwendet. Dies betrifft etwa die Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ 2008), die Klassifikation der Produktionsbereiche (CPA) oder die Kategorien der letzten Verwendung (Konsum, Investitionen, Export). Andererseits unterscheiden sich die von den UGR veröffentlichten Daten häufig von Daten der Fachstatistiken des Statistischen Bundesamtes oder Daten aus externen Quellen zu ähnlichen oder sogar scheinbar gleichen Merkmalen. Dies ist zumeist durch methodische Unterschiede begründet und liegt auch in der Natur eines Gesamtrechnungssystems, in das eine Vielzahl unterschiedlicher Datenquellen zur Berechnung eines Merkmals eingehen. Ein wichtiges Ziel der UGR ist die Bereitstellung von Daten, die ein möglichst vollständiges und in sich kohärentes Bild der Beziehungen zwischen Umwelt und Wirtschaft zeichnen. Gegenüber diesen Ansprüchen auf Vollständigkeit und interne Kohärenz wird die Übereinstimmung mit anderen Daten aus statistischen Erhebungen bewusst zurückgestellt, um Nutzern durch die UGR ein harmonisiertes Datenspektrum als Grundlage für statistisch valide Analysen bereitzustellen. So werden zum Beispiel für das Gesamtwirtschaftliche Materialkonto Daten der Vierteljährlichen Produktionserhebung im Verarbeitenden Gewerbe genutzt. Da die in dieser Statistik berichteten Produktionsmengen aufgrund von Abschneidegrenzen (d. h. es werden nur Unternehmen oder Betriebe ab einer bestimmten Mindestanzahl von Beschäftigten befragt) nicht mit den im Inland aus der Umwelt entnommenen Mengen bestimmter Rohstoffe übereinstimmen, werden die Produktionsmengen durch Berechnungen bzw. Zuschätzungen ergänzt. Daher weichen die Angaben im Gesamtwirtschaftlichen Materialkonto von den Angaben der Primärquelle ab. Weitere typische Inkohärenzen ergeben sich aus unterschiedlichen methodischen Konzepten und Abgrenzungen. So liegt zum Beispiel der Fokus der Luftemissionsrechnung auf einer Berichterstattung gemäß dem Inländerkonzept. Das heißt, es werden beispielsweise alle Emissionen dargestellt, die von in Deutschland ansässigen Wirtschaftseinheiten verursacht werden. Daher umfasst die Luftemissionsrechnung auch Emissionen durch Kraftfahrzeugnutzung privater Haushalte im Ausland. Die vom Umweltbundesamt veröffentlichten Treibhausgasinventare, eine wichtige Datenquelle der Luftemissionsrechnung, fokussieren dagegen auf die im Inland abgegebenen Emissionen. Durch die Unterschiede zwischen Inländer- und Territorialkonzept ergeben sich zwangsweise Unterschiede bei den veröffentlichten Daten. Da die monetären Konten der UGR Detaillierungen der VGR darstellen und auf deren Eckwerten beruhen, sind diese mit den Ergebnissen der VGR zum jeweiligen Rechenstand kohärent. Abweichungen ergeben sich gegenüber anderen Primärquellen zudem durch Definitionsunterschiede. So werden in den UGR die umweltbezogenen Steuern zum Zeitpunkt der Entstehung der Steuerpflicht dargestellt, während die Steuerstatistiken die kassenmäßigen Steuereinnahmen abbilden. Diese Zeitpunkte sind nicht zwangsläufig identisch. Jede Primärerhebung und jedes Gesamtrechensystem verfolgt das ihr per Gesetz vorgegebene Ziel, verbunden mit dem Anspruch, die Aussagekraft der für diesen konkreten Anwendungsfall benötigten Daten zu erhöhen. Etwaige Differenzen lassen somit keinen Schluss auf die Datenqualität bzw. Genauigkeit des einzelnen Produkts zu. 8 Verbreitung und Kommunikation ================================ 8.1 Verbreitungswege Pressemitteilungen: Die Ergebnisse der UGR werden auf der Seite www.destatis.de/ugr im Laufe des Jahres veröffentlicht, sobald die Berechnungen für ein bestimmtes Modul abgeschlossen sind. Gegebenenfalls wird die Veröffentlichung der Ergebnisse von einer Pressemitteilung begleitet, in der ausgewählte interessante Aspekte dargestellt und erläutert werden. Veröffentlichungen: Die Ergebnisse werden in Tabellenbänden veröffentlicht, die im Excel- und PDF-Format unter www.destatis.de/ugr zur Verfügung stehen. Online-Datenbank: Ergebnisse zur UGR können in GENESIS-Online (www.destatis.de/genesis) unter dem Statistik-Code 85*** abgerufen werden. Zugang zu Mikrodaten: Im Rahmen der UGR werden keine Mikrodaten erhoben, entsprechend besteht auch keine Möglichkeit, Mikrodaten bereitzustellen. Sonstige Verbreitungswege: In unregelmäßigen Abständen werden weitere Veröffentlichungen oder Veröffentlichungsbeiträge erstellt. Dies umfasst zum Beispiel Artikel in der Zeitschrift "Wirtschaft und Statistik" oder im Datenreport. Daneben sind die Daten der UGR auch Bestandteil der deutschen und internationalen Nachhaltigkeitsberichterstattung (www.destatis.de/nachhaltigkeit) und der Globalisierungsindikatoren (www.destatis.de). 8.2 Methodenpapiere/Dokumentation der Methodik Detaillierte Informationen zur Methodik der einzelnen Module der UGR bieten die folgenden Publikationen, die unter www.destatis.de/ugr heruntergeladen werden können: - Methode des Gesamtwirtschaftlichen Materialkontos. - Rohstoffe weltweit im Einsatz für Deutschland (Artikel in "Wirtschaft und Statistik" zu Methodik und Ergebnissen der Berechnung von Rohstoffäquivalenten). - Methode der Energiegesamtrechnung. - Methode der Luftemissionsrechnung. - Methode der Rechnungen zu umweltbezogenen Steuern. - Ausgaben für Umweltschutz: neue Anforderungen der Europäischen Union (Artikel in "Wirtschaft und Statistik" zu Methodik und Ergebnissen der Umweltschutzausgaben- rechnung). - Methode der Umweltschutzausgabenrechnung. - Flächenbelegung von Ernährungsgütern - Methoden und Konzepte. - Flächenbelegung durch Importe pflanzlicher Erzeugnisse: (Artikel in "Wirtschaft und Statistik" zu Methodik und Ergebnissen der Berechnung zur weltweiten Flächenbelegung für pflanzliche Erzeugnisse). - Methodenbeschreibung zum Tabellenrahmen der European Forest Accounts und Ergebnisse der Jahre 2014 und 2015. - Methode der Berechnungen zu Verkehr und Umwelt. - Methode: Rechnung zum Energieverbrauch der Haushalte für Wohnen. - Methode der Flächenbilanzierung der Ökosysteme. - Ökosystemgesamtrechnungen - Flächenbilanzierung der Ökosysteme (Extent Account) (Artikel in "Wirtschaft und Statistik"). Zu übergreifenden Aspekten sind darüber hinaus folgende Publikationen erschienen (www.destatis.de/ugr): - Einführung in die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen. - Methode der Berechnungen zur globalen Umweltinanspruchnahme durch Produktion, Konsum und Importe (Informationen zur Berechnung direkter und indirekter Energieflüsse und CO2-Emissionen, der Flächenbelegung für Ernährungsgüter und der Wassergesamtrechnung). - Die Dekompositionsanalyse in den Physischen Umweltökonomischen Gesamtrechnungen. 8.3 Richtlinien der Verbreitung Veröffentlichungskalender: Ein Veröffentlichungskalender, der Termine zu allen Statistiken und Gesamtrechensystemen des Statistischen Bundesamtes zeigt, ist derzeit in Arbeit. Darin können künftig auch die Veröffentlichungstermine der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen eingetragen werden. Zugriff auf den Veröffentlichungskalender: Der Veröffentlichungskalender wird auf www.destatis.de veröffentlicht. Zugangsmöglichkeiten: Die Ergebnisse der UGR stehen für alle Nutzer zum gleichen Zeitpunkt zur Verfügung. 8.4 Kontaktinformation Statistisches Bundesamt Zweigstelle Bonn Graurheindorfer Straße 198 53117 Bonn Tel: +49 (0) 611 / 75 8855 www.destatis.de/kontakt © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2023

Rechtsvorschriften zum Lärmschutz

Regelungen, die darauf abzielen, Bürgerinnen und Bürger vor schädlichen Einflüssen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und ähnliche Umwelteinwirkungen zu schützen, existieren vor allem im Bundesrecht, sind jedoch hierauf nicht beschränkt. Seit dem Jahr 2005 hat das Land Berlin ein eigenes Landes-Immissionsschutzgesetz (LImSchG Bln), das insbesondere weitergehende Regelungen zum Lärmschutz enthält. Ende 2023 trat eine umfassende Novelle des LImSchG Bln in Kraft. Im Folgenden werden die wichtigsten landes- und bundesrechtlichen Regelwerke im Lärmschutz vorgestellt. Landes-Immissionsschutzgesetz Berlin (LImSchG Bln) Der Immissionsschutz wird in Deutschland im hohen Maße vom Bundesrecht geprägt. Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und die auf seiner Grundlage erlassenen Bundes-Immissionsschutzverordnungen (BImSchVs) enthalten für die meisten Immissionsquellen abschließende Regelungen. Besonders hoch ist die Regelungsdichte im Bereich von Immissionen, die von Anlagen, bspw. Industrie- und Gewerbeanlagen, Geräte oder Lagerflächen, hervorgerufen werden. Nur die Immissionen, die durch das Verhalten von Personen, beispielsweise durch Applaus oder Grölen, oder durch Tiere verursacht werden, überlässt das Grundgesetz allein der Rechtsetzung durch die Länder. Ergänzt wird der Kompetenzbereich der Länder im Immissionsschutz durch so genannte Öffnungsklauseln im Bundes-Immissionsschutzrecht. So erlaubt z. B. § 22 Absatz 2 BImSchG für nicht genehmigungsbedürftige Anlagen „weitergehende“ Vorschriften. Den Ländern sind insoweit sowohl höhere immissionsschutzrechtliche Standards als auch konkretisierende Regelungen erlaubt. Gleiches gilt nach § 7 Absatz 3 der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV) für den Betrieb bestimmter lärmintensiver Geräte und Maschinen in lärmempfindlichen Gebieten. Aus diesen Rahmenbedingungen ergeben sich Zweck und Inhalt des LImSchG Bln . Der Zweck des LImSchG Bln ist es, Bürgerinnen und Bürger vor schädlichen Umwelteinwirkungen zu schützen, die durch menschliches Verhalten, durch den Betrieb von Anlagen, die nach dem BImSchG genehmigungsfrei sind (z. B. Veranstaltungen im Freien, Gewerbebetriebe, Maschinen und Geräte), oder durch Tiere verursacht werden. Hauptzweck des Gesetzes ist der Schutz vor unzumutbarem Lärm. Zu diesem Zweck regelt das LImSchG Bln den Schutz der Nachtruhe von 22 Uhr bis 6 Uhr (bei Baustellen von 20 Uhr bis 7 Uhr) und die Sonn- und Feiertagsruhe (§ 3 Absätze 1 und 2 LImSchG Bln). Mit diesen Vorschriften geht das Gesetz über den bundesrechtlichen Lärmschutzstandard hinaus. Das LImSchG Bln schützt darüber hinaus auch vor erheblich belästigenden Geräuschen während der Tageszeit von 6 bis 22 Uhr (bei Baustellen 7 bis 20 Uhr) durch die Benutzung von Tonwiedergabegeräten und Musikinstrumenten, Feuerwerke, Veranstaltungen im Freien oder die Haltung von Tieren. Bestimmte Betätigungen wie das Glockenläuten zu kirchlichen Zwecken, Maßnahmen bei Notlagen und zur Beseitigung von Schnee und Eisglätte sowie landwirtschaftliche Ernte- und Bestellarbeiten sind von den Verbotsvorschriften des LImSchG Bln ausdrücklich ausgenommen (§ 3 Absatz 3 LImSchG Bln). Die Durchführung von Veranstaltungen im Freien bedarf ab Überschreitung eines bestimmten Lärmpegels einer landes-immissionsschutzrechtlichen Genehmigung (§ 7 LImSchG Bln). Gleiches gilt für den sonstigen Betrieb von Anlagen während der Nachtzeit sowie an Sonn- und Feiertagen (§ 8 LImSchG Bln). Hierzu gehören z. B. nächtliche lärmintensive Bauarbeiten. Die Genehmigung kann (widerruflich) erteilt werden, wenn das beantragte Vorhaben im Einzelfall Vorrang vor Ruheschutzinteressen Dritter hat. Sie kann mit Bedingungen sowie Auflagen zum Schutz von Anwohnenden versehen werden. Nähere Bestimmungen zur Zulässigkeit von Veranstaltungen im Freien enthält die Veranstaltungslärm-Verordnung (VeranstLärmVO, siehe im Folgenden). Die Genehmigung wird im Fall von Veranstaltungen im Freien mit gesamtstädtischer Bedeutung und bei Baustellen von der für Umwelt zuständigen Senatsverwaltung erteilt, im Übrigen von den örtlich zuständigen Bezirksämtern. Seit der Novelle im Jahr 2023 enthält das LImSchG Bln auch eine Regelung von Feuerwerken (§ 5 LImSchG Bln). Das Abbrennen von Feuerwerk ist weitgehend im Sprengstoffrecht des Bundes geregelt. Diese Regelungen bleiben unberührt. Das LImSchG Bln legt darüber hinaus Zeiten fest, in denen das Abbrennen von Feuerwerk aus Lärmschutzgründen verboten ist. Zudem erhalten die zuständigen Behörden die Möglichkeit, Feuerwerk im Einzelfall weiter einzuschränken. Durch § 6 LImSchG Bln macht das Land Berlin zudem von der Öffnungsklausel des § 7 der 32. BImSchV Gebrauch. Die Vorschrift enthält zeitliche Regelungen für den Einsatz bestimmter lärmintensiver Maschinen und Geräte. Hierzu gehören bspw. Freischneider, Laubbläser und rollbare Müllbehälter. Eine Übersicht über zeitliche Regelungen der 32. BImSchV bietet ein von der SenMVKU erarbeitetes Schaubild: Weitere Informationen: Herbstlaub umweltgerecht beseitigen Das LImSchG Bln sieht bei nachgewiesenen Zuwiderhandlungen gegen seine Verbotsvorschriften Sanktionen vor. Nach § 20 Absatz 2 LImSchG Bln können Geldbußen bis zu 50.000 Euro festgesetzt werden. Zudem können Tatgegenstände, z. B. Tonwiedergabegeräte, eingezogen werden (§ 21 LImSchG Bln). Die Veranstaltungslärm-Verordnung (VeranstLärmVO) Ziel der auf Grundlage des § 17 LImSchG Bln erlassenen VeranstLärmVO ist es, Geräuschimmissionen zu begrenzen, die von Veranstaltungen im Freien hervorgerufen werden. Die Verordnung regelt, wie Veranstaltungslärm zu ermitteln ist und wie der so ermittelte Lärmpegel beurteilt wird. Dazu enthalten die §§ 9 – 12 VeranstLärmVO an den jeweiligen Lärmpegel anknüpfende spezifische Vorgaben an die Zumutbarkeit von Veranstaltungen. Bolzplatz-Verordnung (BolzVO) Die Bolzplatz-Verordnung enthält immissionsschutzrechtliche Anforderungen an die Errichtung und den Betrieb von Bolzplätzen, insbesondere durch Vorgabe von Mindestabständen zwischen Bolzplätzen und schutzbedürftigen Räumen, zum Beispiel in Wohngebäuden. Ziel ist, sowohl die wohnortnahe Nutzung von Bolzplätzen zu ermöglichen als auch dem Ruhebedürfnis der Nachbarschaft gerecht zu werden. Ausführungsvorschriften zum Landes-Immissionsschutzgesetz Berlin (AV LImSchG Bln) Die AV LImSchG Bln enthalten konkretisierende Vorgaben zur Umsetzung des LImSchG Bln und richten sich vor allem an die für den Vollzug des LImSchG Bln zuständigen Behörden. Sie sollen dazu beitragen, einen berlineinheitlichen Vollzug des LImSchG Bln zu fördern und die Vollzugsbehörden bei der Anwendung und Auslegung des LImSchG Bln zu unterstützen. Eine auf eine Geltungsdauer von 5 Jahren befristete Neufassung der AV LImSchG Bln ist am 28. Juni 2025 in Kraft getreten. Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) Das BImSchG findet auf Geräusche und andere Immissionen Anwendung, die durch den Betrieb von Anlagen, zum Beispiel Gewerbebetriebe und Industrieanlagen, verursacht werden. Es enthält übergreifende Regelungen zum Immissionsschutz und ist die Grundlage für die Genehmigung von Industrieanlagen, für Eingriffe gegenüber Anlagenbetreibern und für den Erlass von Rechtsverordnungen. Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) Die TA Lärm enthält Regelungen zum Schutz vor Geräuschen, die von gewerblich betriebenen Anlagen verursacht werden. Insbesondere regelt die TA Lärm, wie die Lärmbelastung zu erfassen ist und welche Lärmwerte zulässig sind. Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) Das OWiG enthält mit § 117 eine Regelung zum Lärmschutz . Danach kann ein Bußgeld drohen, wenn vorsätzlich ohne berechtigten Anlass oder in einem nicht zulässigen oder vermeidbaren Ausmaß Lärm erzeugt wird, welcher geeignet ist, andere erheblich zu belästigen oder die Gesundheit einer anderen Person zu schädigen. Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV) Die 32. BImSchV regelt Betriebszeiten für bestimmte Geräte und Maschinen (z. B. Rasenmäher, Laubbläser, Vertikutierer, Schredder sowie Bau- und Kommunalmaschinen) in besonders lärmsensiblen Gebieten. Die betroffenen Geräte und Maschinen sind in der 32. BImSchV abschließend aufgezählt. Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm (AVV Baulärm) Die AVV Baulärm enthält Regelungen zur Begrenzung der von Baustellen ausgehenden Geräusche. Sportanlagenlärmschutzverordnung (18. BImSchV) Die 18. BImSchV begrenzt Geräusche, die von Sportanlagen ausgehen, soweit sie zur Sportausübung benutzt werden. Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) Die StVO enthält Regelungen zu Geräuschen, die durch die Benutzung von Kraftfahrzeugen im Straßenverkehr entstehen. Die Rechtsvorschriften zum Bereich Lärm können Sie auch hier einsehen: Rechtsvorschriften im Bereich Lärm

Umweltschutz und Foederalismus - Hauptphase, Umweltschutz und Foederalismus

Ökosystemleistungen: Deutschland, Jahre, Verwendung der Ökosystemleistungen

Teil der Statistik "Leistungen der Ökosysteme" Raum: Deutschland insgesamt 1 Allgemeine Angaben zur Statistik =================================== 1.1 Bezeichnung der Statistik Leistungen der Ökosysteme (EVAS-Nr. 85331). 1.2 Geltungsbereich Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) stellen auf gesamtwirtschaftlicher Ebene quantitativ die Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Wirtschaft in Form von Fluss- und Bestandsgrößen dar. Dabei ist die Wirtschaft als komplette Anthroposphäre und somit als Gegensatz zur Umwelt definiert. Sie umfasst dementsprechend die gesamte Volkswirtschaft bestehend aus Unternehmen, den staatlichen Institutionen und den privaten Haushalten. Die UGR lassen sich dabei in unterschiedliche Konten (englisch: accounts) einteilen, die untereinander in Beziehung stehen und eine Einheit bilden. Die UGR basieren auf dem international vereinbarten System of Environmental-Economic Accounting (SEEA) und verwenden einheitliche Konzepte, Definitionen und Klassifikationen. Sie sind dabei so weit wie möglich kompatibel mit den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) und ergänzen so die ökonomische Sichtweise der VGR um zusätzliche Aspekte. Die Ökosystemrechnungen bilden dabei einen neuen Teilbereich der bereits etablierten UGR. Ziel der Ökosystemrechnungen ist, das Ausmaß, den Zustand und die Leistungen von Ökosystemen für Gesellschaft und Wirtschaft im Ganzen zu betrachten. Dabei sollen auch jene Funktionen der Ökosysteme, die über die Entnahme und Abgabe von Materialflüssen an die Umwelt hinausgehen, explizit räumlich erfasst werden. 1.3 Statistische Einheiten (Darstellungseinheiten) Da die Ökosystemrechnungen wie alle Module der UGR ein Rechensystem darstellen, haben sie keine Erhebungseinheiten. Die Darstellungseinheit in den Aufwendungstabellen sind die Ökosystemtypen gemäß der Klassifikation der Ökosysteme des Statistischen Bundesamtes. In den Verwendungstabellen wird die Nutzung von Ökosystemleistungen gemäß folgender Aufschlüsselung erfasst: Vorleistungen nach Wirtschaftsbereichen, Konsum des Staates, Konsum der privaten Haushalte, Bruttoinvestitionen, Ausfuhren. 1.4 Räumliche Abdeckung Die Angaben für Deutschland beziehen sich auf die Bundesrepublik Deutschland nach dem Gebietsstand seit dem 03.10.1990. Für die Flächen und Grenzen der Verwaltungsgeometrien wird dabei bei der Geodatenverarbeitung auf den Datenbestand der Verwaltungsgebiete (VG) des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG) zurückgegriffen. 1.5 Berichtszeitraum/-zeitpunkt Die UGR berechnen und veröffentlichen die Ergebnisse der Leistungen der Ökosysteme jeweils für ganze Kalenderjahre. 1.6 Periodizität Die Ergebnisse werden in der Regel jährlich erstellt. 1.7 Rechtsgrundlagen und andere Vereinbarungen EU-Recht: Verordnung (EU) Nr. 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. Juli 2011 über europäische umweltökonomische Gesamtrechnungen zuletzt geändert durch die Verordnung (EU) 2024/3024 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2024. Bundesrecht: allgemeine Regelung im Bundesstatistikgesetz (BStatG § 3 Abs. 1 Nr. 13) für die Zuständigkeit des Statistischen Bundesamtes. Die Methodik der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen basiert auf von der Statistischen Kommission der Vereinten Nationen verabschiedeten internationalen Rahmenwerk System of Environmental-Economic Accounting Ecosystem Accounting (SEEA EA 2021). 1.8 Geheimhaltung 1.8.1 Geheimhaltungsvorschriften Gemäß § 16 Abs. 1 BStatG ist die deutsche amtliche Statistik dazu verpflichtet, Einzelangaben geheim zu halten. Eine Ausnahme bilden Einzelangaben, die dem Befragten nicht zuzuordnen sind, oder Einzelangaben, die mit denen anderer Befragter zusammengefasst sind, d. h. aggregierte Daten (Tabellen). Die Datengrundlage der Leistungsbilanz der Ökosysteme besteht aus Daten, die bereits in anderen Statistiken oder sonstigen allgemein zugänglichen Quellen veröffentlicht wurden und damit nicht (mehr) der Geheimhaltung unterliegen. 1.8.2 Geheimhaltungsverfahren Die Geheimhaltung ist bei Gesamtrechnungssystemen im Allgemeinen - und somit auch bei den Leistungen der Ökosysteme - unproblematisch, da es sich um aggregierte Betrachtungen handelt. Verwendet werden im Wesentlichen Ergebnisse, die bereits in anderen Statistiken oder sonstigen allgemein zugänglichen Quellen veröffentlicht wurden und damit nicht (mehr) der Geheimhaltung unterliegen. 1.9 Qualitätsmanagement 1.9.1 Qualitätssicherung Die Qualitätssicherung der UGR – und somit für die Leistungen der Ökosysteme – findet in mehreren Schritten statt und bezieht dabei sowohl die Erstellung der Methodik als auch die Auswahl der zu verwendenden Datenquellen und die konkrete Berechnung der einzelnen Ergebnisse mit ein. Bei der Erstellung bzw. Weiterentwicklung der Methodik orientieren sich die UGR an international abgestimmten Standards bzw. Verfahren und EU-weit geltenden Empfehlungen und ziehen als Ausgangsdaten, soweit möglich, bereits qualitätsgesicherte Ergebnisse etablierter Datenquellen in Betracht. Regelmäßig erfolgt zudem eine Überprüfung, ob und wie ggf. besser geeignete Datenquellen zur Berechnung herangezogen werden können. Da die UGR im Wesentlichen auf die etablierten Ergebnisse bereits qualitätsgesicherter bestehender Statistiken zurückgreifen, ist bei gleichbleibenden Ausgangsquellen eine ex-ante-Evaluierung der Basisdaten nur rudimentär erforderlich. Durch den kontenmäßigen Aufbau der Leistungen der Ökosysteme erfolgt während und nach der Durchführung des Berechnungsverfahrens regelmäßig eine ex-post-Evaluierung der Ergebnisse anhand von bestehenden internen und externen Vergleichsgrößen. Darüber hinaus findet innerhalb der Arbeitsgruppen des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) zu den UGR regelmäßig ein Austausch über Qualitätsaspekte und Möglichkeiten der Qualitätsverbesserung statt. 1.9.2 Qualitätsbewertung Aufgrund der durch EU-Recht vorgegebenen Liefertermine stehen einige der für die Leistungen der Ökosysteme notwendigen Basisdaten nicht rechtzeitig zum ersten Veröffentlichungstermin zur Verfügung bzw. sind noch als "vorläufig" zu betrachten. Daher können Ergebnisse der Erstveröffentlichung noch zu einem Teil auf Schätzungen und Fortschreibungen beruhen. Fehlende Angaben werden zum einem zunächst (hinzu)geschätzt. Zum anderen werden Daten für Zwischenjahre mittels linearer Interpolation geschätzt, deren Erhebungen z.B. nur dreijährig erfolgt. Die Datenbasis wird später durch zusätzliche Daten verbessert, die sukzessive in die Berechnungen eingehen. 2 Inhalte und Nutzerbedarf =========================== 2.1 Inhalte der Statistik 2.1.1 Inhaltliche Schwerpunkte der Statistik Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen im Allgemeinen umfassen mehrere Strom- und Bestandsrechnungen, die ein möglichst umfassendes, übersichtliches, hinreichend gegliedertes quantitatives Gesamtbild der Zusammenhänge zwischen dem wirtschaftlichen Geschehen im Inland sowie durch Inländer in einer abgelaufenen Periode und dem Zustand sowie den Leistungen der Umwelt geben. Ziel der Leistungsbilanz der Ökosysteme ist es eine Auswahl an Leistungen der Ökosystemen in physischen Einheiten auszuweisen. Diese werden in anderen statistischen Rechensystemen (wie beispielsweise den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen) nur teilweise berücksichtigt. Die Leistungsbilanz der Ökosysteme ist Teil der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) und beruht konzeptionell und methodisch auf dem "System of Environmental-Economic Accounting – Ecosystem Accounting" (SEEA EA), dem internationalen statistischen Standard zu den Ökosystemrechnungen. Betreffend der Buchungsregeln ist das SEEA EA weitgehend mit dem "System of National Accounts (SNA) ", dem internationalen statistischen Standard zur Beschreibung von Volkswirtschaften, kompatibel. 2.1.2 Klassifikationssysteme Aufkommenstabellen: Ökosystemklassifikation. Verwendungstabellen: Vorleistungen nach Wirtschaftsbereichen, Konsum des Staates, Konsum der privaten Haushalte, Bruttoinvestitionen, Ausfuhren. 2.1.3 Statistische Konzepte und Definitionen Die Leistungsbilanz der Ökosysteme ist Teil der europäischen Umweltgesamtrechnungen. Sie stehen somit im Einklang mit dem internationalen statistischen Standardwerk "System of Environmental-Economic Accounting Ecosystem Accounting" (SEEA EA 2021) und ist mit dem internationalen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (System of National Accounts, SNA 2008) der Vereinten Nationen und seiner europäischen Entsprechung, dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010), weitgehend kompatibel. 2.2 Nutzerbedarf Zu den Hauptnutzern der Ergebnisse der UGR im Allgemeinen und den Ökosystemrechnungen im Speziellen, zählen Politik und Wissenschaft. Aktualität und tiefe Gliederung sind regelmäßige Nutzerwünsche bei allen statistischen Ergebnissen. Konzeptionell liegt der Fokus der UGR - und somit auch der Ökosystemrechnungen - aber im Wesentlichen auf Vollständigkeit und Kohärenz. Die an Eurostat übermittelten Daten können als Entscheidungsgrundlage für europäische umweltpolitische Maßnahmen genutzt werden. Auf nationaler Ebene sind die Hauptnutzer im politischen Bereich das Bundeskanzleramt, das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie deren nachgeordnete Behörden. Die Wünsche nach möglichst schnellen, tief gegliederten, genauen, aber zugleich umfassenden und konsistenten Daten können nicht immer zugleich erfüllt werden. Gemäß der Konzeption als Rechensystem, die Sachverhalte umfassend auf gesamtwirtschaftlicher Ebene darstellen und dabei strukturelle Gegebenheiten und langfristige Entwicklungen aufzeigen, liegt der Fokus bei der Datenbereitstellung auf Vollständigkeit und Konsistenz. Dabei werden die Berechnungsprozesse möglichst zeiteffizient gestaltet und die durch EU-Recht vorgegebenen Liefertermine eingehalten. Mitunter wird auch der Bedarf einer Ausdehnung der dargestellten Sachverhalte auf zusätzliche Themengebiete geäußert. Dem kommen die UGR entgegen, indem sie internationale Diskussionen frühzeitig aufgreifen und im Rahmen von Projekten ihr Repertoire kontinuierlich weiterentwickeln. 2.3 Nutzerkonsultation Der überwiegende Teil der Berichterstattung der UGR - und somit für die Leistungen der Ökosysteme - ist durch europäische Verordnungen geregelt, vgl. Abschnitt 1.7 Rechtsgrundlagen und andere Vereinbarungen. Bei der Entwicklung dieser rechtlichen Regelungen werden Nutzerinteressen und -wünsche auf verschiedenen Wegen berücksichtigt. Daneben werden Wünsche internationaler Stakeholder in entsprechenden Gremien diskutiert. Auf nationaler Ebene finden Nutzerkonsultationen etwa durch den in mehrjährigem Abstand vom Statistischen Bundesamt veranstalteten Fachausschuss Umwelt und UGR statt. Zahlreiche thematische Fachveranstaltungen diverser Ressorts oder wissenschaftlicher Einrichtungen dienen darüber hinaus dazu, Informationen über Wünsche von Nutzern zu gewinnen. 3 Methodik =========== 3.1 Basisstatistiken a) Ernteerträge von Kulturpflanzen Für die Berechnung der Leistung der Ernteerträge von Kulturpflanzen werden unterschiedliche Datenquellen zusammengeführt. Bei diesen Daten handelt es sich sowohl um amtliche als auch um nicht amtliche Datenquellen, deren Angaben in unterschiedlicher Weise als Berechnungsgrundlage für die Berechnung der Leistung verwendet werden (für Details hierzu, siehe Kapitel 3.2). Für einige Berechnungsschritte können aus den Datenquellen jedoch keine oder nur partielle Informationen bezogen werden. In diesem Fall werden für die Ergänzung der fehlenden Komponenten eigene Schätzungen vorgenommen. Die Hauptdatenquellen für die Berechnung der Leistung der Ernteerträge von Kulturpflanzen stellen die folgenden Erhebungen dar: - Strauchbeerenerhebung (EVAS-Nummer 41232) - Ernteerhebungen zu Feldfrüchten und Baumobst (EVAS-Nummern 41241 und 41244) - Bodennutzungshaupterhebung (EVAS-Nummer 41271) - Gemüseerhebung (EVAS-Nummer 41215) - Gesamtwirtschaftliches Materialkonto (EVAS-Nummer 85131) - Statistisches Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. b) Holzzuwachs Folgende Datenquellen werden zur Berechnung des Holzzuwachs herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100m Auflösung) - Waldgesamtrechnungen - Physische Holzvorratsbilanz. c) Feinstaubfilterung Folgende Datenquellen werden zur Berechnung der Luftfilterung (Feinstaub PM2,5) herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100m Auflösung) - Feinstaub PM2,5 (Umweltbundesamt, Stündliche Feinstaubkonzentration, 2km Auflösung) - Blattflächenindex (Copernicus Land Monitoring Services: Daily Leaf Area Index, 300m Auflösung). d) Kohlenstoffsequestrierung *** in Vorbereitung *** e) Kohlenstoffspeicherung Folgende Datenquellen werden zur Berechnung der Kohlenstoffspeicherung (Nettosequestrierung) durch Ökosysteme herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100 m Auflösung) - LULUCF-Daten der Treibhausgasberichterstattung (Thünen-Institut für Agrarklimaschutz, 100 m Auflösung). f) Kühlung in Städten Folgende Datenquellen werden zur Berechnung der lokalen Klimaregulierung (Kühlung in Städten) herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100 m Auflösung) - Oberflächentemperatur, abgeleitet aus Satellitendaten von Landsat 8 Level 2, BKG (Median für Juli-August, 30 m Auflösung) - Evapotranspiration, abgeleitet aus Satellitendaten von MODIS Terra (500 m Auflösung) - Stationsdaten zur maximalen monatlichen Lufttemperatur des DWD (Median für Juli-August) - Windgeschwindigkeit, Hostrada-Daten des DWD (1000 m Auflösung) - Kronendichte, abgeleitet aus Satellitendaten von Sentinel-2, Copernicus Land Monitoring Service (10 m Auflösung) - Vegetationsindex NDVI, abgeleitet aus Satellitendaten von Sentinel-2, BKG (10 m Auflösung) - Bodenversiegelung, abgeleitet aus Satellitendaten von Sentinel-2, Copernicus Land Monitoring Service (10m Auflösung) - Baudichte, abgeleitet aus dem 3D-Gebäudemodelle LoD1 Deutschland (BKG). g) Vermiedene Bodenerosion *** in Vorbereitung *** h) Bestäubung *** in Vorbereitung *** i) Naturnaher Tourismus Für die Berechnung der naturnahen tourismusbezogenen Leistung werden unterschiedliche Datenquellen zusammengeführt. Bei diesen Daten handelt es sich sowohl um amtliche als auch um nicht amtliche Datenquellen, deren Angaben in unterschiedlicher Weise als Berechnungsgrundlage für die Berechnung der Leistung verwendet werden (für Details hierzu, siehe Kapitel 3.2). Für einige Berechnungsschritte können aus den Datenquellen jedoch keine oder nur partielle Informationen bezogen werden. In diesem Fall werden für die Ergänzung der fehlenden Komponenten eigene Schätzungen vorgenommen. Die Hauptdatenquellen für die Berechnung der Leistung naturnaher Tourismus stellen die folgenden Erhebungen dar: - Fortschreibung des Bevölkerungsstandes (EVAS-Nummer 12411), Daten zur Einwohnerzahl in den Gemeinden - Monatserhebung im Tourismus (EVAS-Nummer 45412), Daten zur Anzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben und zum Wohnsitz der Gäste - Statistik über die touristische Nachfrage (EVAS-Nummer 45413), Übernachtungen nach Zweck der Reise und zum Wohnsitz der Gäste - Transaktionsdaten von Buchungsplattformbetreibern. Die Berechnung der naturnahen tourismusbezogenen Leistung basiert maßgeblich auf der ästhetischen Landschaftsqualität. Hierfür wurde eine spezielle Karte produziert, für welche folgende Hauptdatenquellen verwendet wurden: - Flächenbilanz der Ökosysteme des Statistischen Bundesamtes (EVAS-Nummer 85311) - Digitales Basis-Landschaftsmodell (Basis-DLM) der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) - Digitales Höhenmodell (DGM25) des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG) - Klassifikation und Abgrenzung von Landschaftstypen in Deutschland (Gharadjedaghi et al. 2004) - Bedeutsame Landschaften (Schwarzer et al. 2018). 3.2 Vorgehensweise bei der Datenberechnung a) Ernteerträge von Kulturpflanzen Die Berechnung der Leistung der Ernteerträge von Kulturpflanzen folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Dabei ist die Leistung definiert als die der Ökosystembeitrag zum Pflanzenwachstum, der anhand der Menge der geernteten Kulturpflanzen für verschiedene Verwendungszwecke annäherungsweise ermittelt wird. Dazu gehören geerntete Kulturpflanzen, die der Erzeugung von Nahrungsmitteln und Fasern, Futtermittel und Energie dienen sowie geweidete Biomasse. Die Ernteerträge von Kulturpflanzen werden gemäß der Methodik für die Erstellung des Gesamtwirtschaftlichen Materialkontos berechnet. So wird beispielsweise der Feuchtigkeitsgehalt von Silomais angepasst um den Vorgaben von Eurostat zu entsprechen und die Ernte von Obst und Gemüse aus privaten Schrebergärten wird hinzugeschätzt. Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen werden die Ernteerträge den einzelnen Ökosystemklassen-, gruppen und -abteilungen gemäß der Flächenbilanz der Ökosysteme der Ökosystemrechnungen zugeordnet. Die meisten Ernteerträge werden naturgemäß den Ökosystemgruppen der Ökosystemabteilung "Agrarland" zugeordnet, es gibt jedoch auch Ausnahmen. So fallen permanente Gewächshäuser in die Ökosystemklasse "Gewerbeflächen und öffentliche Einrichtungen mit niedriger Baudichte" und dementsprechend werden die Erzeugnisse aus Gewächshäusern auch diesem Ökosystemtyp zugeordnet. Ähnlich verhält es sich mit den Erträgen, die in Hausgärten produziert werden. Diese sind der Ökosystemklasse "Wohngebiete mit niedriger Baudichte" zugeordnet und dementsprechend wird auch das Obst und Gemüse, dass dort angebaut wird dort verbucht. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird die gesamte Ökosystemleistung als Vorleistung (A01 Landwirtschaft, Jagd und damit verbundene Tätigkeiten) verbucht. b) Holzzuwachs Die Berechnung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Die Ökosystemleistung Holzzuwachs ist demnach definiert als der durchschnittliche jährliche Volumenzuwachs an lebenden Bäumen, berechnet aus dem zu Beginn des Jahres vorhandenen Bestand an lebenden Bäumen (wachsender Bestand) abzüglich der durchschnittlichen jährlichen Sterblichkeit. Die Ökosystemleistung Holzzuwachs richtet sich nach den Modellgrenzen der Waldgesamtrechnung, in welcher in Wälder verfügbar (FAWS) bzw. nicht verfügbar (FNAWS) für die Rohholzproduktion unterschieden wird. Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen werden die Daten des Holzzuwachses direkt aus der Waldgesamtrechnung übernommen und der Ökosystemabteilung A03 Wälder und Gehölz zugewiesen. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird der gesamte Ökosystemservice als Vorleistung (A02 Forstwirtschaft und Holzeinschlag) verbucht. c) Feinstaubfilterung Die Berechnung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Die Leistung Feinstaubfilterung (PM2,5) durch Vegetation bezieht sich auf die trockene Deposition, wobei sich Partikel mit einem Durchmesser <= 2,5 Mikrometer aus der Atmosphäre auf Oberflächen absinken. Sie unterscheidet sich von der nassen Deposition, bei der Partikel durch Niederschlag ausgewaschen werden. Die Höhe der trockenen Deposition hängt dabei von den chemischen und biologischen Bedingungen der Oberfläche sowie turbulenten Luftströmungen ab. Die Feinstaubkonzentration, die der Berechnung zugrunde liegt, spiegelt primäre (Emissionen) und sekundäre (Reaktionen) Partikel sowohl aus anthropogenen als auch natürlichen Quellen wider. Um die Menge an durch die Vegetation (trockene Deposition) gefiltertem Feinstaub (PM2,5) zu bestimmen, wird die Feinstaubkonzentration (C) mit einem Depositionsparameter (Vd) multipliziert. Ein Umrechnungsfaktor skaliert auf die finale Maßeinheit Tonnen/Jahr. Deposition(Tonnen/Jahr) = Vd(cm/s) * Feinstaubkonzentration(Mikrogramm pro Kubikmeter) * 0,0031536 Die Depositionsgeschwindigkeit (Vd) in diesem Model wird aus der Kombination von Blattflächenindex (LAI), Landbedeckungstyp und mittels Parametern aus Zinke (1967), zur von Vd(PM10) aus LAI, und Aherne et al. (2016), zur Übertragung von Vd(PM10) nach Landbedeckung (Parameter R), abgeleitet. Vd = 0,0064 / 6 * LAI * R Landbedeckung: R Urban 0,8209 Ackerland 0,7396 Grünland 0,6580 Wälder und Gehölz 0,3621 Heideland 0,7222 Vegetationsarme Flächen 0,5135 Feuchtgebiete 0,5135 Strände, Dünen, marine Feuchtgebiete 0,5135 Die Berechnung erfolgt in 100x100m Gitterzellen (räumliche Auflösung) und in saisonalen Zeitschritten (temporale Auflösung). Dies ist aufgrund der lokalen kleinräumigen Unterschiede (z.B. Nadel- oder Laubwald) sowie der saisonalen Unterschiede der Vegetation (z.B. immergrüne oder sommergrüne Vegetation) erforderlich. Zur Ausweisung von Aufkommenstabellen werden die saisonalen Werte der Deposition für jede Gitterzelle aufsummiert und dann nach Ökosystemtypen aggregiert (dominantes Ökosystem der Zelle). Dies ermöglicht Aufkommenstabellen auf verschiedenen Ebenen der nationalen Ökosystemklassifikation sowie auf unterschiedlichen administrativen Ebenen. Zur Ausweisung von Verwendungstabellen wird der gesamte Ökosystemservice als Konsum der privaten Haushalte verbucht. Dem steht die Annahme zu Grunde, dass diese Ökosystemleistung in Deutschland aufgrund der dichten Besiedlung immer und überall nachgefragt wird. Eine weitere Differenzierung der Nachfrage ist in diesem physischen Leistungskonto nicht angedacht. d) Kohlenstoffsequestrierung *** in Vorbereitung *** e) Kohlenstoffspeicherung Zur Berechnung der Ökosystemleistung Kohlenstoffspeicherung (Nettosequestrierung) werden Daten der LULUCF-Treibhausgasberichterstattung verwendet. Gemäß der von der EU empfohlenen Methodik werden CO2 Nettoemissionen aus mineralischen und organischen Böden, aus unter- und oberirdischer Biomasse, Streu/Totholz, Waldbränden und gelöstem organischen Kohlenstoff, nicht jedoch Holz- und Torfprodukte betrachtet und nach Ökosystemen aggregiert. Die LULUCF-Berichterstattung verwendet für ihre Berechnung eine eigene Flächenkulisse. Um diese Daten auf die Flächenbilanz der Ökosysteme zu transferieren, werden auf Gemeindeebene sogenannte Implied Emission Factors (t CO2/ha) für jede LULUCF Landnutzungskategorie berechnet. Per Überführungsmatrix (Crosswalk) werden dann die LULUCF Landnutzungskategorien auf die nationale Ökosystemklassifikation übertragen. Die Implied Emission Factors werden dann so auf die verschiedenen Ökosystemtypen entsprechend der Flächenbilanz der Ökosysteme angewandt und zu Kohlenstoff (C) umgerechnet. Da es sich bei negativen Werten um Nettoemissionen und bei positiven Werten um Nettosequestrierung handelt, je nachdem ob ein Ökosysteme insgesamt eine Kohlenstoffquelle oder -Senke ist, ist die Interpretation dieser Leistung ein Spezialfall in der Leistungsbilanz der Ökosysteme. Intakte Ökosysteme können selbst bei negativen Werten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Emissionen (etwa aus organischen Böden) nicht höher sind, als das etwa bei degradierten Flächen der Fall wäre. Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen wird die Nettosequestrierung/-Emission anschließend auf Ökosystemtypen und administrative Ebenen aggregiert. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird die gesamte Ökosystemleistung als Konsum des Staates verbucht. f) Kühlung in Städten Die Berechnung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Kühlung in Städten durch Vegetation bezieht sich auf die mittlere Temperaturreduktion durch Vegetation in Städten in den Sommermonaten Juli und August. Die Temperaturreduktion der Vegetation wird durch Beschattung, Verdunstung und Blattatmung hervorgerufen. Städte sind durch die europäische DEGURBA-Klassifikation definiert und umschließt alle Gemeinden, die bestimmte Kriterien zu Bevölkerungsgröße und -Dichte erfüllen (Eurostat 2021). Um die Temperaturreduktion durch Vegetation zu bestimmen, wird für jede Stadt und Jahr ein lineares Regressionsmodell auf einer räumlichen Auflösung von 100x100m geschätzt. Zunächst wird die Abhängigkeit der Oberflächentemperatur (LST) von Kronendichte (TC), Vegetationsindex (NDVI), die Summe aus Transpiration der Vegetation und Interzeption durch Vegetationsdach (Eveg) sowie einer Reihe von Kontrollvariablen (X) bestimmt. Die Vegetationsvariablen enthalten sowohl die Werte der Zelle selbst als auch jene der umliegenden Zellen (Radius 300m). Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass auch Grünflächen und Bäume innerhalb dieser Distanz zur Kühlung beitragen können. (1) LST = b0 + b1 * TC + b2 * NDVI + b3 * Eveg + X * b4 In einer zweiten Regression wird separat die funktionale Abhängigkeit von Lufttemperatur (Tair) von Oberflächentemperatur (LST) und Breitengrad (Lat) geschätzt. Dazu werden nur Zellen in 100m Abstand zu Wetterstationen betrachtet. (2) Tair = a0 + a1 LST + a2 Lat Anhand der Koeffizienten (b) aus Gleichung (1) wird die Oberflächentemperatur (LST0) in einem vegetationslosen Szenario (TC0, NDVI0, Eveg0) modelliert. (3) LST0 = b0 + b1 TC0 + b2 * NDVI0 + b3 * Eveg0 + X * b4 Anhand der Koeffizienten (a) aus Gleichung (2) kann diese Oberflächentemperatur (LST0) in Lufttemperatur "übersetzt werden". (4) Tair0 = a0 + a1 LST0 + a2 Lat Die Differenz der Lufttemperatur unter Berücksichtigung der Vegetation und dem Szenario ohne Vegetation ergibt die Ökosystemleistung "Kühlung in Städten durch Vegetation". (5) Kühlung = Tair0 - Tair Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen wird die durchschnittliche Kühlung der Vegetation ausgedrückt in Grad Celsius für jede Ökosystemgruppe aggregiert. Dabei handelt es sich de facto um den Ort des Auftretens der Kühlung und nicht um eine exakte Zuweisung der Kühlleistung an jene Ökosystemen, die die Temperaturreduktion erwirken. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird die gesamte Ökosystemleistung als Konsum der privaten Haushalte verbucht. g) Vermiedene Bodenerosion *** in Vorbereitung *** h) Bestäubung *** in Vorbereitung *** i) Naturnaher Tourismus Die Berechnung der naturnahen tourismusbezogenen Leistung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Dabei wird, wo immer dies möglich ist, auf für Deutschland spezifische Datensätze zurückgegriffen. Die Berechnung der Leistung erfolgt in zwei Schritten, die nachfolgend ausführlich beschrieben werden. Schritt 1: Aufbereitung der Daten der Tourismusstatistik Ziel dieses Schrittes ist es, die relevanten touristischen (Privat-)Übernachtungen je Gemeinde als Datenbasis für die weiteren Schritte zu berechnen. Hierfür wird auf die Monatserhebung im Tourismus zurückgegriffen und die aggregierten Jahresergebnisse zur Anzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit zehn oder mehr Betten verwendet. Für einige Gemeinden liegen aus Geheimhaltungsgründen keine Ergebnisse vor, sondern lediglich aggregierte Ergebnisse auf Kreisebene. In diesen Fällen jene Übernachtungen auf Kreisebene, die keiner Gemeinde zugeordnet wurden, gleichverteilt den einzelnen Gemeinden eines Kreises, für die keine Daten vorliegen, zugeordnet. Da für die naturnahe tourismusbezogene Leistung nur Reisen mit dem Zweck der Erholung berücksichtigt werden, müssen Geschäftsreisen von der Gesamtzahl der Übernachtungen abgezogen werden. Über den Anteil von Geschäftsreisen an den Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben liefert die Statistik über die touristische Nachfrage jedoch lediglich Zahlen auf Bundesebene. Unter Zuhilfenahme verschiedener Datenquellen wird der Anteil der Geschäftsreisen an touristischen Übernachtungen für jede Gemeinde geschätzt. Eine Datenquelle sind hier die Daten zur Einwohnerzahl aus der Statistik zur Fortschreibung des Bevölkerungsstandes. Da sich Geschäftsreisen auf Städte konzentrieren und hier in Großstädten ein größeres Angebot an Messe- und Tagungsinfrastruktur zu finden ist, wird angenommen, dass die Anzahl der Geschäftsreisen positiv mit der Größe der Bevölkerung einer Gemeinde korreliert. Ferner werden bei Gemeinden in der Nähe von bekannten überregionalen, anthropogenen Freizeitzentren wie Freizeitparks weitere Übernachtungen abgezogen. Im Rahmen der Monatserhebung im Tourismus werden Übernachtungsdaten von Beherbergungsbetrieben mit zehn oder mehr Betten erhoben. Um die Datenlücke von Übernachtungen von kleinen und privaten touristischen Kurzzeitunterkünften zu schließen, werden Daten von großen online Buchungsplattformen zu den Übernachtungsdaten der Tourismusstatistik zugespielt. Diese Daten beruhen auf einer Vereinbarung aus dem Jahr 2020 zwischen der Europäische Kommission mit vier Plattformbetreibern aus dem Beherbergungsbereich (Airbnb, Booking.com, Expedia Group und TripAdvisor), die dem Statistischen Bundesamt übermittelt werden. In allen Berechnungsschritten wird die Anzahl der Übernachtungen je Gemeinde nach dem Wohnsitz der Gäste (In- oder Ausland) differenziert. Schritt 2: Bestimmung des Anteils der Übernachtungen mit Naturbezug je Gemeinde In diesem Schritt wird der Anteil der Übernachtungen mit Naturbezug je Gemeinde bestimmt. Auf Basis verschiedener Datenquellen, vor allem Befragungen zum touristischen Verhalten, kann für ganz Deutschland bestimmt werden wie hoch der Anteil der Touristen ist, bei denen der Aufenthalt in der Natur der wichtigste Reisegrund war. Somit lässt sich durch die Multiplikation mit diesem Faktor mit der in Schritt 1) berechneten Anzahl der Übernachtungen die Anzahl der Übernachtungen mit Naturbezug für ganz Deutschland berechnen. Diese Anzahl wird nun auf die einzelnen Gemeinden aufgeteilt. Hierfür sind die Haupteinflussfaktoren die ästhetische Landschaftsqualität und die Einwohnerzahl der Gemeinde. Mit der ästhetischen Landschaftsqualität wird die touristische Attraktivität der Landschaft auf Basis einer Vielzahl von Variablen beschrieben. Laut den Forschungsergebnissen von Hermes et al. (2023) ist diese ästhetische Landschaftsqualität ausschlaggebend über die touristischen Möglichkeiten, die die Natur und somit die Ökosysteme bieten. Daher wird davon ausgegangen, dass in Gemeinden, die über eine relativ hohe ästhetische Qualität der Landschaft verfügen, auch ein hoher Anteil der Besucher die Erholungsmöglichkeiten in der Natur nutzt. Die ästhetische Landschaftsqualität einer Gemeinde wird anhand einer Karte gemäß der Methodik in Hermes et al (2023) bestimmt. Bei der Berücksichtigung der Einwohnerzahl wird davon ausgegangen, dass urbane Gebiete mit vielen Einwohnern ein großes Angebot an anthropogenen Freizeitmöglichkeiten (bspw. Konzerthallen, Museen, Theater) bieten und somit die Erholung in der Natur in diesen Gebieten eine untergeordnete Rolle spielt. Deshalb nimmt der Anteil der Übernachtungen mit Naturbezug in der Modellierung mit einer zunehmenden Einwohnerzahl in einer Gemeinde ab. Karte der ästhetischen Landschaftsqualität: Die Erstellung der Karte der ästhetischen Landschaftsqualität ist angelehnt an die Methodik, die in Hermes et al. (2023, S.77 ff) entwickelt wurde. Dabei wurden, basierend auf einer umfassenden Literaturrecherche, die wichtigsten Parameter und Indikatoren identifiziert, welche dazu führen, dass Individuen eine Landschaft als attraktiv wahrnehmen. Diese Parameter lassen sich in die drei Hauptkategorien Vielfalt, Natürlichkeit und Eigenart der Landschaft einteilen. Unter der Vielfalt der Landschaft wird die räumliche Verteilung von Ökosystemen und die Struktur der Landschaft verstanden. So werden abwechslungsreiche Landschaften, in denen verschiedene Ökosysteme wie Wälder und Wiesen vorkommen, als attraktiver wahrgenommen als homogenere Landschaften. Daneben spielt für die Vielfalt der Landschaft auch die Reliefvielfalt eine entscheidende Rolle. Hierunter wird der Höhenunterschied in einem Gelände verstanden. Laut Hermes et al. (2023) bietet eine höhere Reliefvielfalt "Orientierung und durch besondere Ausblicke ein Gefühl von Erhabenheit". Da jedoch auch der Blick auf das Meer von vielen Touristen geschätzt wird (bei gleichzeitiger Abwesenheit eines abwechslungsreichen Reliefs an den deutschen Küsten) wird zusätzlich zu Hermes et al. (2023) zur Berechnung der Vielfalt der Landschaft die Meeresnähe mitberücksichtigt. Die Natürlichkeit der Landschaft basiert maßgeblich darauf, wie natürlich eine Landschaft von Individuen wahrgenommen wird. Diese Werte werden durch Befragungen ermittelt und spiegeln nicht den ökologischen Wert der Landschaft aus Expertensicht wider. Daneben geht in die Natürlichkeitsbewertung die Abwesenheit von störenden Elementen mit ein. Als störende Elemente sind dabei menschliche Bauwerke definiert, die das ästhetische Landschaftsbild stören. Dies können beispielsweise Autobahnen oder Funkmasten sein. Die Eigenart der Landschaft ist über die relative Seltenheit der vorkommenden Landschaftstypen und Ökosysteme definiert. Die folgende Übersicht zeigt die Parameter, die für die Modellierung der drei Einflussfaktoren Vielfalt, Natürlichkeit und Eigenart der Landschaft herangezogen werden (Indikatoren (Faktor), Subindikatoren, Strukturmaße): - Vielfalt (0,33): - Landnutzungsvielfalt (0,33): - Shannons Diversitätsindex (0,5) - Patch-Density-Index (0,5) - Strukturvielfalt (0,33): - Randliniendichte (0,33) - Dichte an Landschaftselementen (0,33) - Vielfalt der Landschaftselementtypen (0,33) - Vielfalt der Landschaft (0,33): - Dichte der Höhenlinien im 1km-Radius - Meeresnähe - Natürlichkeit (0,33): - Wahrgenommene Natürlichkeit (0,66): - Mittelwert der vorkommenden Wertstufen - Abwesenheit technischer/störender Elemente (0,33): - Entfernungsgewichtete Elementdichte - Eigenart (0,33): - Bedeutung von Landschaftstypen (0,5): - Mittlere Bedeutungsstufe der vorkommenden Typen - Seltenheit von Ökosystemen (0,5): - Flächenanteil seltener Ökosystemtypen Die Berechnung der in der Übersicht genannten Strukturmaße erfolgt durch eine Nachbarschaftsanalyse nach dem Moving-Window-Prinzip. Dabei werden 100-Meter-Rasterzellen betrachtet. Der Wert einer Zelle ergibt sich dabei flächengewichtet aus mehreren Werten der Eingangsdaten. Hierfür wird die entsprechende Zelle selbst sowie alle Zellen in einem Umkreis von 1 km berücksichtigt. Die Strukturmaße, Subindikatoren und Indikatoren werden jeweils einheitlich auf eine Skala von 0-100 normiert. Die Normierung erfolgt im Regelfall per linearer Transformation. Der in der Übersicht in Klammern angegebene Faktor der jeweiligen Variablen zeigt die Gewichtung, mit der die Variable in die Berechnung eingeht. So fließt beispielsweise bei der Berechnung des Indikators "Natürlichkeit" der Subindikator "Wahrgenommene Natürlichkeit" doppelt so stark (0,66) ein wie der Subindikator "Abwesenheit technischer/störender Elemente". In die Berechnung des Gesamtwerts der ästhetischen Landschaftsqualität fließt die auf 0- 100 normierte Natürlichkeit jedoch mit 0,33 und somit mit dem gleichen Gewicht wie Vielfalt und Eigenart ein. Für die Bestimmung der Landnutzungsvielfalt werden die beiden Indizes Shannons Diversitätsindex (SHDI) und Patch-Density-Index berechnet. Der SHDI wird nach folgender Formel berechnet: SHDI = - Summe[i=1..m] pi * ln(pi) Hierbei steht m für die Anzahl der Ökosystemtypen und p für den Flächenanteil des jeweiligen Ökosystemtyps. Der SHDI bildet somit die Summe über die Flächenanteile der verschiedenen Ökosystemtypen multipliziert mit dem natürlichen Logarithmus des jeweiligen Ökosystemtyps. Da der Ausdruck der logarithmierten Flächenanteile jeweils negativ wird, muss der gesamte Summenausdruck mit -1 multipliziert werden, um einen positiven Wert als Ergebnis für den SHDI zu erhalten. Steigt die Anzahl der verschiedenen Ökosystemtypen in dem betrachteten Gebiet und/oder verteilen sich die vorkommenden Ökosystemtypen gleichmäßiger, so führt dies zu einem Anstieg des SHDI. Wird die Landschaft dagegen von einem oder einigen wenigen Ökosystemtypen dominiert, so ist der SHDI relativ niedrig. Die zugrunde liegenden Flächenanteile beziehen sich dabei auf die aufsummierte Fläche des jeweiligen Ökosystemtyps. So werden beispielsweise alle Laubwaldflächen für die Berechnung des SHDI zusammen betrachtet und nicht berücksichtigt, auf wie viele verschiedene Flurstücke sich diese verteilen. Um die Verteilung der Flächenstücke (auf Englisch "Patches") im Raum zu beurteilen, wird deshalb zusätzlich zum SHDI der Patch-Density-Index (PD-Index) nach folgender Formel berechnet: PD = n / a Dabei bezeichnet n die Anzahl der unterschiedlichen Patches und a die Gesamtfläche, die betrachtet wird. Für die Bestimmung der Strukturvielfalt der Landschaft werden Variablen für die Randliniendichte der Flächenstücke, die Dichte an Landschaftselementen und die Vielfalt verschiedener Landschaftselemente berechnet. Im Gegensatz zur Patch-Density werden bei der Berechnung der Randliniendichte (Edge-Density) nicht die einzelnen Flächen betrachtet, sondern die Randlinien der Einzelflächen. Nimmt also die Gesamtlänge der Grenzlinie zwischen zwei Flächenstücken zu, so steigt die Randliniendichte an (während die Patch Density konstant bleibt). Bei der Dichte und der Vielfalt von Strukturelementen liegt der Fokus auf der Analyse kleinräumiger Landschaftselemente wie beispielsweise Hecken oder Böschungen von Ufern. Bei der Berechnung der Dichte der Strukturelemente wird ähnlich wie bei der Berechnung der Randliniendichte der Flächen vorgegangen. Um jedoch den Einfluss von einigen wenigen Gebieten mit einer sehr hohen Anzahl von Strukturelementen auf das Gesamtergebnis zu begrenzen, wird der natürliche Logarithmus der entfernungsgewichteten Dichte (Kerndichte) verwendet. Bei der Analyse der Vielfalt von Strukturelementen werden die Strukturelemente in verschieden Klassen eingeteilt und dann im nächsten Schritt die Anzahl der verschiedenen vorkommenden Strukturelementtypen in dem jeweiligen Gebiet berechnet. Zur Bestimmung der Vielfalt der Landschaft wird sowohl die Reliefvielfalt als auch die Nähe zum Meer betrachtet. Die Reliefvielfalt wird anhand von zwei Variablen bestimmt. Zum einen wird in einem 1-km-Radius die Dichte an Höhenlinien mit einem Höhenabstand von 25m berechnet. Dafür wird die Gesamtlänge der Höhenlinien in dem betrachteten Gebiet aufsummiert und durch die betrachtete Fläche geteilt. Als zweite Variable wird die Reliefenergie in einem Radius von 1 km berechnet, das heißt die Höhendifferenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Punkt im Untersuchungsgebiet. Hierdurch kann bestimmt werden, ob eine Landschaft die Möglichkeit zu einem Blick in die Ferne bietet. Für die Bestimmung der wahrgenommenen Natürlichkeit wird eine abgewandelte Form des Hemerobie-Index verwendet. Mit dem Hemerobie-Index wird in der Ökologie der Einfluss des Menschen auf die Natur und Ökosysteme gemessen. Je stärker die Eingriffe und die Veränderungen der Ökosysteme durch den Menschen sind, desto höher ist auch der Indexwert. Da es bei der Bewertung der Ästhetik der Landschaft nicht auf die Natürlichkeit im ökologischen Sinne ankommt, sondern um die wahrgenommene Natürlichkeit, wird der Index gemäß der Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungsprojekten (siehe Walz und Stein (2014) und Hermes et al (2023)) angepasst. Zudem wird aus technischen Gründen die Skalierung invertiert, so dass ein hoher Indexwert für eine hohe wahrgenommene Natürlichkeit steht. Alle in Deutschland vorkommenden Ökosysteme werden in insgesamt sieben verschiedene Klassen eingeteilt. In die höchste Klasse fallen lediglich die Ökosysteme "Natürlicher Fels" und "Gletscher und Dauerschneegebiete", da dies die einzigen Ökosysteme sind, die in ihrer ursprünglichen (nicht derzeitigen) Beschaffenheit nicht durch menschlichen Einfluss verändert wurden. In die niedrigste Klasse fallen alle Ökosysteme, die durch eine starke menschliche Überprägung gekennzeichnet sind, wie beispielsweise Siedlungs- und Industrieflächen mit hoher Baudichte. Die visuelle Wahrnehmung der Natürlichkeit der Landschaft ist in Deutschland durch das Vorkommen von Industrieanlangen, Autobahnen und ähnlichen Bauwerken eingeschränkt. Diese Bauwerke werden als technische bzw. störender Elemente zusammengefasst. Da diese Bauwerke oft auch mit Lärmemissionen einhergehen, kann die räumliche Nähe zu diesen auch als Näherungswert für das Vorkommen von Lärm herangezogen werden. In die Bewertung der Natürlichkeit der Landschaft geht die Abwesenheit von störenden Bauwerken als positive Eigenschaft in die Berechnung ein. Da die störenden Bauwerke oft konzentriert an wenigen Orten in der Landschaft vorkommen, wird der natürliche Logarithmus der entfernungsgewichteten Dichte (Kerndichte) verwendet. Dadurch gehen auch Gebiete mit geringer und mittlerer Dichte im Verhältnis zu Gebieten mit sehr hoher Dichte nach der Normalisierung differenziert in die Bewertung ein. Die Eigenart der Landschaft wird über die Häufigkeit bzw. die Seltenheit des Vorkommens verschiedener Landschaftstypen bestimmt. Bei der Bedeutung der Landschaftstypen bildet der Datensatz Landschaften in Deutschland von Gharadjedaghi et al. (2004) sowie die Einstufung der Bedeutsamen Landschaften nach Schwarzer et al. (2018) die Grundlage. In Gharadjedaghi et al. (2004) werden 858 verschiedene Landschaften unterschieden, die in 24 Landschaftstypen eingeteilt werden können. Für diese 24 Landschaftstypen wird der Flächenanteil an der Gesamtfläche Deutschlands berechnet. Je seltener ein Landschaftstyp vorkommt, umso höher geht dieser in die Bewertung der Bedeutung der Landschaft mit ein. Ist eine Landschaft zudem als Hecken- oder Flusslandschaft in Gharadjedaghi et al. (2004) oder als Bedeutsame Landschaft in Schwarzer et al. (2018) definiert, erfolgt eine zusätzliche Aufwertung der Fläche. Für die Berechnung des Subindikators zur Seltenheit von Ökosystemen werden Ökosysteme als selten angesehen, wenn ihr Flächenanteil an der gesamten Landfläche weniger als 3% ausmacht. Die Ökosystemklassen der Ökosystemabteilung Siedlungsfläche und Verkehrsinfrastruktur werden dabei zusammengefasst bewertet. Der Subindikator berechnet den Flächenanteil von seltenen Ökosystemen in der Nachbarschaft. Da diese Ökosysteme im Regelfall nur einen kleinen Flächenanteil der betrachteten Fläche ausmachen, es jedoch einige betrachtete Flächen mit sehr hohen Anteilen seltener Ökosysteme gibt, wird der Logarithmus des jeweiligen Flächenanteils verwendet. 3.3 Preis- und Saisonbereinigung, andere Analyseverfahren Die UGR führen selbst keine Preisbereinigung durch. Da die Leistungen der Ökosysteme in physischen Einheiten dargestellt werden, ist diese per se nicht erforderlich. Eine Saisonbereinigung dient als Ausgleich für wiederkehrende unterjährige Effekte, die sonst einen Vergleich mit unterjährigen Vorperioden erschweren würden. Die UGR stellen bisher allerdings nur Jahresergebnisse bereit. Daher ist eine Saisonbereinigung nicht durchführbar und auch nicht erforderlich. Eine Bereinigung um strukturelle Effekte zwischen verschiedenen Jahren findet nicht statt, da die Leistungen der Ökosysteme kaum von strukturellen Effekten beeinflusst sind. 3.4 Beantwortungsaufwand Da es sich bei den Ökosystemrechnungen um ein Gesamtrechnungssystem handelt, in dem bereits vorliegende Ergebnisse von Primär- und Sekundärerhebungen sowie aus administrativen Datenquellen weiterverarbeitet werden, findet keine zusätzliche Belastung von Auskunftspflichtigen statt. 4 Genauigkeit und Zuverlässigkeit ================================== 4.1 Qualitative Gesamtbewertung der Genauigkeit Stichproben- oder nicht-stichprobenbedingte Fehler der für die Berechnung der Leistungen der Ökosysteme einfließenden Basisstatistiken können grundsätzlich auch in den Ergebnissen enthalten sein. Darüber hinaus können die Anwendung von Schätzverfahren sowie die Fortschreibung von Zeitreihen zu Ungenauigkeiten führen. Diese Schätzfehler lassen sich aber nicht vermeiden, wenn nicht die Ansprüche an die Aktualität der Daten hintenanstehen sollen. Somit besteht ein direkter Zusammenhang zwischen einer gewissen Ungenauigkeit und der geforderten Aktualität der Ergebnisse der Umweltschutzausgabenrechnung. Die Qualität der Berechnungen wird während des Rechenprozesses laufend überprüft, so dass etwaige Störungen oder Fehler erkannt und behoben werden können. Die wichtigsten Elemente dieses Qualitätssicherungsverfahrens sind: - Die für die Leistungen der Ökosysteme genutzten Ausgangsstatistiken werden, soweit sie aus dem Bereich der amtlichen Statistik kommen, bereits in den Fachstatistiken einer Qualitätskontrolle unterzogen. - In den UGR werden die bereitgestellten Ausgangsdaten nochmals auf Vollständigkeit und Plausibilität überprüft. - Ein wesentliches Element der Qualitätssicherung ist der umfassende Abgleich der von für die Leistungen der Ökosysteme verwendeten Basisstatistiken wie auch der UGR-Ergebnisse selbst mit komplementären Daten aus anderen Quellen. Wo möglich, erfolgt eine Prüfung der Systemkohärenz. Etwaige Unstimmigkeiten werden in den Kontensalden sofort sichtbar. 4.2 Qualität der Datenquellen Die Berechnung der Leistungen der Ökosysteme basiert zu großen Teilen auf Angaben aus der amtlichen Statistik sowie aus anderen amtlichen Quellen mit vergleichbarer Qualität. Diesen wird auch soweit als möglich Vorrang vor anderen Daten gegeben. Somit sind bereits die wesentlichen Ausgangsdaten qualitätsgesichert. Eine Qualitätsbewertung der einzelnen Ergebnisse der Ausgangsdaten findet daher im laufenden Prozess nur in Einzelfällen oder bei Auffälligkeiten statt. Der wesentliche Bestandteil der Qualitätssicherung bei der Berechnung der Leistungen der Ökosysteme findet in der methodischen Konzeption der Rechnungen statt. Für jede Datenquelle findet eine Einschätzung hinsichtlich ihrer Darstellungseinheiten und der Vollständigkeit ihrer Abdeckung (z. B. vermindert durch Abschneidegrenzen) statt, um so die Vollständigkeit und Kohärenz des Gesamtrechensystems zu gewährleisten, in dem sie verwendet wird. Die Tatsache, dass letztendlich ein in sich stimmiges und strukturell plausibles Ergebnis entsteht, darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in einem Gesamtrechensystem gewisse Schätzspielräume und Unschärfen bei den veröffentlichten Gesamtergebnissen gibt. 4.3 Revisionen 4.3.1 Revisionsgrundsätze Als Revision bezeichnet man in der amtlichen Statistik die nachträgliche Änderung bereits veröffentlichter statistischer Ergebnisse. In den UGR – und somit für die Leistungen der Ökosysteme – finden zum einen laufende Revisionen, zum anderen auch anlassbedingte Revisionen statt. Laufende Revisionen ergeben sich daraus, dass die zugrundeliegenden Datenquellen selbst Revisionen unterworfen sein können. Im Rahmen der laufenden Revisionen werden daher auch für zurückliegende Berichtsjahre die jeweils aktuellsten Versionen der Datenquellen verwendet und in die Berechnungen einbezogen. Die Datennutzer können somit auf bestmögliche Ergebnisse für Analysen und Prognosen zurückgreifen. Anlassbedingte Revisionen sind zum Beispiel aufgrund von Änderungen in der zugrundeliegenden Methodik oder bei den verwendeten Klassifikationen erforderlich. Weitere Gründe können sein, dass bislang verwendete Datenquellen nicht mehr zur Verfügung stehen und durch andere Quellen ersetzt werden müssen oder bei unveränderter Verfügbarkeit eine besser geeignete Datenquelle identifiziert wurde und diese die bisherige ersetzt. Auch ist es möglich, dass eine bestimmte Datenquelle für den vorgesehenen Veröffentlichungszeitpunkt nicht rechtzeitig vorliegt, dies vorübergehend durch Schätzungen kompensiert wird und die Schätzungen später ersetzt werden. Wenn Revisionen notwendig sind, werden die revidierten Ergebnisse spätestens zum Zeitpunkt der nächsten regulären Veröffentlichung publiziert. 4.3.2 Revisionsverfahren Anlassbedingte Revisionen erfolgen bei methodischen Neuerungen oder geänderter Verfügbarkeit der verwendeten Datenquellen rückwirkend für den längst möglichen Zeitraum. Laufende Revisionen finden dann statt, wenn für ausgewählte Merkmale benötigte Datenquellen nicht rechtzeitig zum Veröffentlichungszeitpunkt zur Verfügung stehen. In diesem Fall werden fehlende Daten zunächst geschätzt und bei Vorliegen der jeweiligen Datenquelle ersetzt. Weitere laufende Revisionen der Leistungen der Ökosysteme erfolgen aufgrund von Revisionen in den für die Berechnung verwendeten Datenquellen. 4.3.3 Revisionsanalysen Eine Möglichkeit zur Abschätzung der Zuverlässigkeit der veröffentlichten Ergebnisse besteht in der Analyse von Revisionsdifferenzen. Dabei wird die Abweichung zwischen dem zuerst veröffentlichten Ergebnis und dem späteren (revidierten) Ergebnis untersucht. Mit der Berechnung von Revisionsdifferenzen erhalten Nutzer einen Eindruck davon, welchen Einfluss die Revisionen auf die Ergebnisse haben. Übliche Revisionsmaße sind die "Mittlere Revision" (MR) und die "Mittlere absolute Revision" (MAR), die das arithmetische Mittel der in der Vergangenheit beobachteten Abweichungen zwischen erstmalig und zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichten Werten mit (MR) beziehungsweise ohne (MAR) Berücksichtigung des Vorzeichens berechnen. 5 Aktualität und Pünktlichkeit =============================== 5.1 Aktualität Die erste Veröffentlichung vollständiger, teilweise noch nicht endgültiger Ergebnisse erfolgt zum Zeitpunkt t+24 Monate, also zwei Jahre nach Ende des Berichtsjahres. Die Veröffentlichungszeitpunkte orientieren sich zum einen an den durch Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vorgegebenen Lieferfristen an Eurostat, zum anderen sind sie ein akzeptabler Kompromiss zwischen einer unter anderem von den Nutzern gewünschten frühzeitigen Bereitstellung der Daten und der Verfügbarkeit der für die Berechnung erforderlichen Datenquellen. 5.2 Pünktlichkeit Die Übermittlung der Daten an Eurostat erfolgte in der Vergangenheit immer fristgerecht entsprechend der durch die Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vorgegebenen Frist am 31.12. eines Jahres. Die Veröffentlichung der Daten erfolgt jährlich spätestens 26 Monate nach dem Berichtsjahr. 6 Vergleichbarkeit =================== 6.1 Räumliche Vergleichbarkeit Die Leistungen der Ökosysteme werden entsprechend den Vorgaben der Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie verschiedener von Eurostat herausgegebener Handbücher und Empfehlungen produziert. Da sich auch die anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union an diese Vorgaben halten müssen, sind die Ergebnisse grundsätzlich EU-weit vergleichbar. Die Vergleichbarkeit kann allerdings dadurch eingeschränkt werden, dass in anderen Mitgliedsstaaten andere Datenquellen zur Verfügung stehen oder für die Berechnung ausgewählt werden und andere Schätzverfahren angewandt werden. Weltweit wird eine hohe Vergleichbarkeit der UGR durch die Anwendung des System of Environmental-Economic Accounting (SEEA) der Vereinten Nationen grundsätzlich ermöglicht. Allerdings ist das SEEA nicht rechtsverbindlich. 6.2 Zeitliche Vergleichbarkeit Es ist ein Kennzeichen der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen, im Falle von grundlegenden Änderungen der Methoden, Klassifikationen oder Datenquellen auch weit zurückreichende Revisionen möglichst langer Zeitreihen vorzunehmen, um den Datennutzern ein optimales Datenangebot zu bieten. Die Vergleichbarkeit von UGR-Ergebnissen über einen langen Zeitraum hinweg wird dann beeinträchtigt, wenn die Einarbeitung neuer Konzepte, Klassifikationen oder Datenquellen nicht für den gesamten, bisher von einer langen Reihe abgedeckten Zeitraum möglich ist. Dies liegt in der Regel daran, dass die entsprechenden Primärdaten selbst erst ab einem bestimmten Berichtsjahr verfügbar sind. Daneben spielen auch Effizienzabwägungen eine Rolle, etwa wenn der technische Aufwand für eine weit zurückreichende Revision als sehr hoch, der aus der Revision resultierende Zugewinn an zeitlicher Vergleichbarkeit dagegen als gering eingeschätzt wird. 7 Kohärenz =========== Die Daten der Leistungen der Ökosysteme sind mit denjenigen der VGR weitestgehend kompatibel, da die UGR ursprünglich als Satellitensystem zu den VGR konzipiert wurden. Dabei ist die Möglichkeit, Daten der UGR und VGR zu kombinieren und gemeinsam zu analysieren, ein wichtiges Nutzerinteresse. Entsprechend werden, soweit es fachlich und inhaltlich sinnvoll ist und internationale Standards nichts Abweichendes bestimmen, gleiche Klassifikationen und Begriffe verwendet. Andererseits unterscheiden sich die von den UGR veröffentlichten Daten häufig von Daten der Fachstatistiken des Statistischen Bundesamtes oder Daten aus externen Quellen zu ähnlichen oder sogar scheinbar gleichen Merkmalen. Dies ist zumeist durch methodische Unterschiede begründet und liegt auch in der Natur eines Gesamtrechnungssystems, in das eine Vielzahl unterschiedlicher Datenquellen zur Berechnung eines Merkmals eingehen. Ein wichtiges Ziel der UGR ist die Bereitstellung von Daten, die ein möglichst vollständiges und in sich kohärentes Bild der Beziehungen zwischen Umwelt und Wirtschaft zeichnen. Gegenüber diesen Ansprüchen auf Vollständigkeit und interne Kohärenz wird die Übereinstimmung mit anderen Daten aus statistischen Erhebungen bewusst zurückgestellt, um Nutzern durch die UGR ein harmonisiertes Datenspektrum als Grundlage für statistisch valide Analysen bereitzustellen. Jede Primärerhebung und jedes Gesamtrechensystem verfolgt das ihr per Gesetz vorgegebene Ziel, verbunden mit dem Anspruch, die Aussagekraft der für diesen konkreten Anwendungsfall benötigten Daten zu erhöhen. Etwaige Differenzen lassen somit keinen Schluss auf die Datenqualität bzw. Genauigkeit des einzelnen Produkts zu. 8 Verbreitung und Kommunikation ================================ 8.1 Verbreitungswege Pressemitteilungen: Die Ergebnisse der Leistungen der Ökosysteme werden auf der Seite www.destatis.de/ugr im Laufe des Jahres veröffentlicht, sobald die Berechnungen abgeschlossen sind. Gegebenenfalls wird die Veröffentlichung der Ergebnisse von einer Pressemitteilung begleitet, in der ausgewählte interessante Aspekte dargestellt und erläutert werden. Veröffentlichungen: Die Ergebnisse werden unter www.destatis.de auf der Seite der Ökosystemrechnungen im Rahmen des Statistischen Berichts, der im Excelformat im Abschnitt "Publikationen" zur Verfügung steht sowie partiell in den Abschnitten "Tabellen" veröffentlicht. Zudem werden ausgewählte Inhalte als Karten im Ökosystematlas unter oekosystematlas-ugr.destatis.de veröffentlicht (mit Download-Option). Online-Datenbank: Ergebnisse der Statistik können in GENESIS-Online (www.destatis.de/genesis) unter dem Statistik-Code 85331 abgerufen werden. Zugang zu Mikrodaten: Im Rahmen der UGR werden keine Mikrodaten erhoben, entsprechend besteht auch keine Möglichkeit, Mikrodaten bereitzustellen. Sonstige Verbreitungswege: Entfällt. 8.2 Methodenpapiere/Dokumentation der Methodik a) Ernteerträge von Kulturpflanzen Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. b) Holzzuwachs Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. c) Feinstaubfilterung - Aherne, J., K. Wilkins and H. Cathcart, 2016. Nitrogen–Sulfur Critical Loads: Assessment of the Impacts of Air Pollution on Habitats (2016-CCRP-MS.43). EPA Research Report. Prepared for the Environmental Protection Agency by Trent University. EPA Research Programme 2021–2030 - Zinke, P.J., 1967. Forest interception studies in the United States. In: Sopper, W.E., Lull, H.W. (Eds.), Forest Hydrology. Pergamon Press, Oxford, pp. 137-1 6. Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. d) Kohlenstoffsequestrierung *** in Vorbereitung *** e) Kohlenstoffspeicherung Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. f) Kühlung in Städten - Eurostat (2021): Applying the Degree of Urbanisation: A methodological manual to define cities, towns and rural areas for international comparisons. Publications Office of the European Union. Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. g) Vermiedene Bodenerosion *** in Vorbereitung *** h) Bestäubung *** in Vorbereitung *** i) Naturnaher Tourismus - Gharadjedaghi, B., Heimann, R., Lenz, K., Martin, C., Pieper, V., Schulz, A., Vahabzadeh, A., Finck, P., Rieken, U. (2004): Verbreitung und Gefährdung schutzwürdiger Landschaften in Deutschland. Natur und Landschaft 79 (2): 71-81. - Hermes, J., Albert, C., Schmücker, D., Bredemeier, B., Barkmann, J., von Haaren, C. (2023). Erfassung und Bewertung kultureller Ökosystemleistungen in Deutschland. Bundesamt für Naturschutz. BfN-Schriften 659. - Schwarzer, M., Mengel, A., Konold, W., Reppin, N., Mertelmeyer, L., Jansen, M., Gaudry, K.-H., Oelke, M. (2018a): Bedeutsame Landschaften in Deutschland. Gutachtliche Empfehlungen für eine Raumauswahl. BfN-Skripten 517. Bonn - Bad Godesberg (Bundesamt für Naturschutz): 465 S. - Walz, U., Stein, C. (2014): Indicators of hemeroby for the monitoring of landscapes in Germany. Journal for Nature Conservation 22 (3): 279-289. Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. 8.3 Richtlinien der Verbreitung Veröffentlichungskalender: Entfällt. Zugriff auf den Veröffentlichungskalender: Entfällt. Zugangsmöglichkeiten: Die Ergebnisse der Leistungen der Ökosysteme stehen für alle Nutzer zum gleichen Zeitpunkt unter www.destatis.de zur Verfügung. 8.4 Kontaktinformation Statistisches Bundesamt Gustav-Stresemann-Ring 11 65189 Wiesbaden Tel: +49 (0) 611 / 75 8855 www.destatis.de/kontakt © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2025

Ökosystemleistungen: Deutschland, Jahre, Ökosysteme

Teil der Statistik "Leistungen der Ökosysteme" Raum: Deutschland insgesamt 1 Allgemeine Angaben zur Statistik =================================== 1.1 Bezeichnung der Statistik Leistungen der Ökosysteme (EVAS-Nr. 85331). 1.2 Geltungsbereich Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) stellen auf gesamtwirtschaftlicher Ebene quantitativ die Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Wirtschaft in Form von Fluss- und Bestandsgrößen dar. Dabei ist die Wirtschaft als komplette Anthroposphäre und somit als Gegensatz zur Umwelt definiert. Sie umfasst dementsprechend die gesamte Volkswirtschaft bestehend aus Unternehmen, den staatlichen Institutionen und den privaten Haushalten. Die UGR lassen sich dabei in unterschiedliche Konten (englisch: accounts) einteilen, die untereinander in Beziehung stehen und eine Einheit bilden. Die UGR basieren auf dem international vereinbarten System of Environmental-Economic Accounting (SEEA) und verwenden einheitliche Konzepte, Definitionen und Klassifikationen. Sie sind dabei so weit wie möglich kompatibel mit den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) und ergänzen so die ökonomische Sichtweise der VGR um zusätzliche Aspekte. Die Ökosystemrechnungen bilden dabei einen neuen Teilbereich der bereits etablierten UGR. Ziel der Ökosystemrechnungen ist, das Ausmaß, den Zustand und die Leistungen von Ökosystemen für Gesellschaft und Wirtschaft im Ganzen zu betrachten. Dabei sollen auch jene Funktionen der Ökosysteme, die über die Entnahme und Abgabe von Materialflüssen an die Umwelt hinausgehen, explizit räumlich erfasst werden. 1.3 Statistische Einheiten (Darstellungseinheiten) Da die Ökosystemrechnungen wie alle Module der UGR ein Rechensystem darstellen, haben sie keine Erhebungseinheiten. Die Darstellungseinheit in den Aufwendungstabellen sind die Ökosystemtypen gemäß der Klassifikation der Ökosysteme des Statistischen Bundesamtes. In den Verwendungstabellen wird die Nutzung von Ökosystemleistungen gemäß folgender Aufschlüsselung erfasst: Vorleistungen nach Wirtschaftsbereichen, Konsum des Staates, Konsum der privaten Haushalte, Bruttoinvestitionen, Ausfuhren. 1.4 Räumliche Abdeckung Die Angaben für Deutschland beziehen sich auf die Bundesrepublik Deutschland nach dem Gebietsstand seit dem 03.10.1990. Für die Flächen und Grenzen der Verwaltungsgeometrien wird dabei bei der Geodatenverarbeitung auf den Datenbestand der Verwaltungsgebiete (VG) des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG) zurückgegriffen. 1.5 Berichtszeitraum/-zeitpunkt Die UGR berechnen und veröffentlichen die Ergebnisse der Leistungen der Ökosysteme jeweils für ganze Kalenderjahre. 1.6 Periodizität Die Ergebnisse werden in der Regel jährlich erstellt. 1.7 Rechtsgrundlagen und andere Vereinbarungen EU-Recht: Verordnung (EU) Nr. 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. Juli 2011 über europäische umweltökonomische Gesamtrechnungen zuletzt geändert durch die Verordnung (EU) 2024/3024 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2024. Bundesrecht: allgemeine Regelung im Bundesstatistikgesetz (BStatG § 3 Abs. 1 Nr. 13) für die Zuständigkeit des Statistischen Bundesamtes. Die Methodik der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen basiert auf von der Statistischen Kommission der Vereinten Nationen verabschiedeten internationalen Rahmenwerk System of Environmental-Economic Accounting Ecosystem Accounting (SEEA EA 2021). 1.8 Geheimhaltung 1.8.1 Geheimhaltungsvorschriften Gemäß § 16 Abs. 1 BStatG ist die deutsche amtliche Statistik dazu verpflichtet, Einzelangaben geheim zu halten. Eine Ausnahme bilden Einzelangaben, die dem Befragten nicht zuzuordnen sind, oder Einzelangaben, die mit denen anderer Befragter zusammengefasst sind, d. h. aggregierte Daten (Tabellen). Die Datengrundlage der Leistungsbilanz der Ökosysteme besteht aus Daten, die bereits in anderen Statistiken oder sonstigen allgemein zugänglichen Quellen veröffentlicht wurden und damit nicht (mehr) der Geheimhaltung unterliegen. 1.8.2 Geheimhaltungsverfahren Die Geheimhaltung ist bei Gesamtrechnungssystemen im Allgemeinen - und somit auch bei den Leistungen der Ökosysteme - unproblematisch, da es sich um aggregierte Betrachtungen handelt. Verwendet werden im Wesentlichen Ergebnisse, die bereits in anderen Statistiken oder sonstigen allgemein zugänglichen Quellen veröffentlicht wurden und damit nicht (mehr) der Geheimhaltung unterliegen. 1.9 Qualitätsmanagement 1.9.1 Qualitätssicherung Die Qualitätssicherung der UGR – und somit für die Leistungen der Ökosysteme – findet in mehreren Schritten statt und bezieht dabei sowohl die Erstellung der Methodik als auch die Auswahl der zu verwendenden Datenquellen und die konkrete Berechnung der einzelnen Ergebnisse mit ein. Bei der Erstellung bzw. Weiterentwicklung der Methodik orientieren sich die UGR an international abgestimmten Standards bzw. Verfahren und EU-weit geltenden Empfehlungen und ziehen als Ausgangsdaten, soweit möglich, bereits qualitätsgesicherte Ergebnisse etablierter Datenquellen in Betracht. Regelmäßig erfolgt zudem eine Überprüfung, ob und wie ggf. besser geeignete Datenquellen zur Berechnung herangezogen werden können. Da die UGR im Wesentlichen auf die etablierten Ergebnisse bereits qualitätsgesicherter bestehender Statistiken zurückgreifen, ist bei gleichbleibenden Ausgangsquellen eine ex-ante-Evaluierung der Basisdaten nur rudimentär erforderlich. Durch den kontenmäßigen Aufbau der Leistungen der Ökosysteme erfolgt während und nach der Durchführung des Berechnungsverfahrens regelmäßig eine ex-post-Evaluierung der Ergebnisse anhand von bestehenden internen und externen Vergleichsgrößen. Darüber hinaus findet innerhalb der Arbeitsgruppen des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) zu den UGR regelmäßig ein Austausch über Qualitätsaspekte und Möglichkeiten der Qualitätsverbesserung statt. 1.9.2 Qualitätsbewertung Aufgrund der durch EU-Recht vorgegebenen Liefertermine stehen einige der für die Leistungen der Ökosysteme notwendigen Basisdaten nicht rechtzeitig zum ersten Veröffentlichungstermin zur Verfügung bzw. sind noch als "vorläufig" zu betrachten. Daher können Ergebnisse der Erstveröffentlichung noch zu einem Teil auf Schätzungen und Fortschreibungen beruhen. Fehlende Angaben werden zum einem zunächst (hinzu)geschätzt. Zum anderen werden Daten für Zwischenjahre mittels linearer Interpolation geschätzt, deren Erhebungen z.B. nur dreijährig erfolgt. Die Datenbasis wird später durch zusätzliche Daten verbessert, die sukzessive in die Berechnungen eingehen. 2 Inhalte und Nutzerbedarf =========================== 2.1 Inhalte der Statistik 2.1.1 Inhaltliche Schwerpunkte der Statistik Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen im Allgemeinen umfassen mehrere Strom- und Bestandsrechnungen, die ein möglichst umfassendes, übersichtliches, hinreichend gegliedertes quantitatives Gesamtbild der Zusammenhänge zwischen dem wirtschaftlichen Geschehen im Inland sowie durch Inländer in einer abgelaufenen Periode und dem Zustand sowie den Leistungen der Umwelt geben. Ziel der Leistungsbilanz der Ökosysteme ist es eine Auswahl an Leistungen der Ökosystemen in physischen Einheiten auszuweisen. Diese werden in anderen statistischen Rechensystemen (wie beispielsweise den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen) nur teilweise berücksichtigt. Die Leistungsbilanz der Ökosysteme ist Teil der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) und beruht konzeptionell und methodisch auf dem "System of Environmental-Economic Accounting – Ecosystem Accounting" (SEEA EA), dem internationalen statistischen Standard zu den Ökosystemrechnungen. Betreffend der Buchungsregeln ist das SEEA EA weitgehend mit dem "System of National Accounts (SNA) ", dem internationalen statistischen Standard zur Beschreibung von Volkswirtschaften, kompatibel. 2.1.2 Klassifikationssysteme Aufkommenstabellen: Ökosystemklassifikation. Verwendungstabellen: Vorleistungen nach Wirtschaftsbereichen, Konsum des Staates, Konsum der privaten Haushalte, Bruttoinvestitionen, Ausfuhren. 2.1.3 Statistische Konzepte und Definitionen Die Leistungsbilanz der Ökosysteme ist Teil der europäischen Umweltgesamtrechnungen. Sie stehen somit im Einklang mit dem internationalen statistischen Standardwerk "System of Environmental-Economic Accounting Ecosystem Accounting" (SEEA EA 2021) und ist mit dem internationalen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (System of National Accounts, SNA 2008) der Vereinten Nationen und seiner europäischen Entsprechung, dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010), weitgehend kompatibel. 2.2 Nutzerbedarf Zu den Hauptnutzern der Ergebnisse der UGR im Allgemeinen und den Ökosystemrechnungen im Speziellen, zählen Politik und Wissenschaft. Aktualität und tiefe Gliederung sind regelmäßige Nutzerwünsche bei allen statistischen Ergebnissen. Konzeptionell liegt der Fokus der UGR - und somit auch der Ökosystemrechnungen - aber im Wesentlichen auf Vollständigkeit und Kohärenz. Die an Eurostat übermittelten Daten können als Entscheidungsgrundlage für europäische umweltpolitische Maßnahmen genutzt werden. Auf nationaler Ebene sind die Hauptnutzer im politischen Bereich das Bundeskanzleramt, das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie deren nachgeordnete Behörden. Die Wünsche nach möglichst schnellen, tief gegliederten, genauen, aber zugleich umfassenden und konsistenten Daten können nicht immer zugleich erfüllt werden. Gemäß der Konzeption als Rechensystem, die Sachverhalte umfassend auf gesamtwirtschaftlicher Ebene darstellen und dabei strukturelle Gegebenheiten und langfristige Entwicklungen aufzeigen, liegt der Fokus bei der Datenbereitstellung auf Vollständigkeit und Konsistenz. Dabei werden die Berechnungsprozesse möglichst zeiteffizient gestaltet und die durch EU-Recht vorgegebenen Liefertermine eingehalten. Mitunter wird auch der Bedarf einer Ausdehnung der dargestellten Sachverhalte auf zusätzliche Themengebiete geäußert. Dem kommen die UGR entgegen, indem sie internationale Diskussionen frühzeitig aufgreifen und im Rahmen von Projekten ihr Repertoire kontinuierlich weiterentwickeln. 2.3 Nutzerkonsultation Der überwiegende Teil der Berichterstattung der UGR - und somit für die Leistungen der Ökosysteme - ist durch europäische Verordnungen geregelt, vgl. Abschnitt 1.7 Rechtsgrundlagen und andere Vereinbarungen. Bei der Entwicklung dieser rechtlichen Regelungen werden Nutzerinteressen und -wünsche auf verschiedenen Wegen berücksichtigt. Daneben werden Wünsche internationaler Stakeholder in entsprechenden Gremien diskutiert. Auf nationaler Ebene finden Nutzerkonsultationen etwa durch den in mehrjährigem Abstand vom Statistischen Bundesamt veranstalteten Fachausschuss Umwelt und UGR statt. Zahlreiche thematische Fachveranstaltungen diverser Ressorts oder wissenschaftlicher Einrichtungen dienen darüber hinaus dazu, Informationen über Wünsche von Nutzern zu gewinnen. 3 Methodik =========== 3.1 Basisstatistiken a) Ernteerträge von Kulturpflanzen Für die Berechnung der Leistung der Ernteerträge von Kulturpflanzen werden unterschiedliche Datenquellen zusammengeführt. Bei diesen Daten handelt es sich sowohl um amtliche als auch um nicht amtliche Datenquellen, deren Angaben in unterschiedlicher Weise als Berechnungsgrundlage für die Berechnung der Leistung verwendet werden (für Details hierzu, siehe Kapitel 3.2). Für einige Berechnungsschritte können aus den Datenquellen jedoch keine oder nur partielle Informationen bezogen werden. In diesem Fall werden für die Ergänzung der fehlenden Komponenten eigene Schätzungen vorgenommen. Die Hauptdatenquellen für die Berechnung der Leistung der Ernteerträge von Kulturpflanzen stellen die folgenden Erhebungen dar: - Strauchbeerenerhebung (EVAS-Nummer 41232) - Ernteerhebungen zu Feldfrüchten und Baumobst (EVAS-Nummern 41241 und 41244) - Bodennutzungshaupterhebung (EVAS-Nummer 41271) - Gemüseerhebung (EVAS-Nummer 41215) - Gesamtwirtschaftliches Materialkonto (EVAS-Nummer 85131) - Statistisches Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. b) Holzzuwachs Folgende Datenquellen werden zur Berechnung des Holzzuwachs herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100m Auflösung) - Waldgesamtrechnungen - Physische Holzvorratsbilanz. c) Feinstaubfilterung Folgende Datenquellen werden zur Berechnung der Luftfilterung (Feinstaub PM2,5) herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100m Auflösung) - Feinstaub PM2,5 (Umweltbundesamt, Stündliche Feinstaubkonzentration, 2km Auflösung) - Blattflächenindex (Copernicus Land Monitoring Services: Daily Leaf Area Index, 300m Auflösung). d) Kohlenstoffsequestrierung *** in Vorbereitung *** e) Kohlenstoffspeicherung Folgende Datenquellen werden zur Berechnung der Kohlenstoffspeicherung (Nettosequestrierung) durch Ökosysteme herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100 m Auflösung) - LULUCF-Daten der Treibhausgasberichterstattung (Thünen-Institut für Agrarklimaschutz, 100 m Auflösung). f) Kühlung in Städten Folgende Datenquellen werden zur Berechnung der lokalen Klimaregulierung (Kühlung in Städten) herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100 m Auflösung) - Oberflächentemperatur, abgeleitet aus Satellitendaten von Landsat 8 Level 2, BKG (Median für Juli-August, 30 m Auflösung) - Evapotranspiration, abgeleitet aus Satellitendaten von MODIS Terra (500 m Auflösung) - Stationsdaten zur maximalen monatlichen Lufttemperatur des DWD (Median für Juli-August) - Windgeschwindigkeit, Hostrada-Daten des DWD (1000 m Auflösung) - Kronendichte, abgeleitet aus Satellitendaten von Sentinel-2, Copernicus Land Monitoring Service (10 m Auflösung) - Vegetationsindex NDVI, abgeleitet aus Satellitendaten von Sentinel-2, BKG (10 m Auflösung) - Bodenversiegelung, abgeleitet aus Satellitendaten von Sentinel-2, Copernicus Land Monitoring Service (10m Auflösung) - Baudichte, abgeleitet aus dem 3D-Gebäudemodelle LoD1 Deutschland (BKG). g) Vermiedene Bodenerosion *** in Vorbereitung *** h) Bestäubung *** in Vorbereitung *** i) Naturnaher Tourismus Für die Berechnung der naturnahen tourismusbezogenen Leistung werden unterschiedliche Datenquellen zusammengeführt. Bei diesen Daten handelt es sich sowohl um amtliche als auch um nicht amtliche Datenquellen, deren Angaben in unterschiedlicher Weise als Berechnungsgrundlage für die Berechnung der Leistung verwendet werden (für Details hierzu, siehe Kapitel 3.2). Für einige Berechnungsschritte können aus den Datenquellen jedoch keine oder nur partielle Informationen bezogen werden. In diesem Fall werden für die Ergänzung der fehlenden Komponenten eigene Schätzungen vorgenommen. Die Hauptdatenquellen für die Berechnung der Leistung naturnaher Tourismus stellen die folgenden Erhebungen dar: - Fortschreibung des Bevölkerungsstandes (EVAS-Nummer 12411), Daten zur Einwohnerzahl in den Gemeinden - Monatserhebung im Tourismus (EVAS-Nummer 45412), Daten zur Anzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben und zum Wohnsitz der Gäste - Statistik über die touristische Nachfrage (EVAS-Nummer 45413), Übernachtungen nach Zweck der Reise und zum Wohnsitz der Gäste - Transaktionsdaten von Buchungsplattformbetreibern. Die Berechnung der naturnahen tourismusbezogenen Leistung basiert maßgeblich auf der ästhetischen Landschaftsqualität. Hierfür wurde eine spezielle Karte produziert, für welche folgende Hauptdatenquellen verwendet wurden: - Flächenbilanz der Ökosysteme des Statistischen Bundesamtes (EVAS-Nummer 85311) - Digitales Basis-Landschaftsmodell (Basis-DLM) der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) - Digitales Höhenmodell (DGM25) des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG) - Klassifikation und Abgrenzung von Landschaftstypen in Deutschland (Gharadjedaghi et al. 2004) - Bedeutsame Landschaften (Schwarzer et al. 2018). 3.2 Vorgehensweise bei der Datenberechnung a) Ernteerträge von Kulturpflanzen Die Berechnung der Leistung der Ernteerträge von Kulturpflanzen folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Dabei ist die Leistung definiert als die der Ökosystembeitrag zum Pflanzenwachstum, der anhand der Menge der geernteten Kulturpflanzen für verschiedene Verwendungszwecke annäherungsweise ermittelt wird. Dazu gehören geerntete Kulturpflanzen, die der Erzeugung von Nahrungsmitteln und Fasern, Futtermittel und Energie dienen sowie geweidete Biomasse. Die Ernteerträge von Kulturpflanzen werden gemäß der Methodik für die Erstellung des Gesamtwirtschaftlichen Materialkontos berechnet. So wird beispielsweise der Feuchtigkeitsgehalt von Silomais angepasst um den Vorgaben von Eurostat zu entsprechen und die Ernte von Obst und Gemüse aus privaten Schrebergärten wird hinzugeschätzt. Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen werden die Ernteerträge den einzelnen Ökosystemklassen-, gruppen und -abteilungen gemäß der Flächenbilanz der Ökosysteme der Ökosystemrechnungen zugeordnet. Die meisten Ernteerträge werden naturgemäß den Ökosystemgruppen der Ökosystemabteilung "Agrarland" zugeordnet, es gibt jedoch auch Ausnahmen. So fallen permanente Gewächshäuser in die Ökosystemklasse "Gewerbeflächen und öffentliche Einrichtungen mit niedriger Baudichte" und dementsprechend werden die Erzeugnisse aus Gewächshäusern auch diesem Ökosystemtyp zugeordnet. Ähnlich verhält es sich mit den Erträgen, die in Hausgärten produziert werden. Diese sind der Ökosystemklasse "Wohngebiete mit niedriger Baudichte" zugeordnet und dementsprechend wird auch das Obst und Gemüse, dass dort angebaut wird dort verbucht. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird die gesamte Ökosystemleistung als Vorleistung (A01 Landwirtschaft, Jagd und damit verbundene Tätigkeiten) verbucht. b) Holzzuwachs Die Berechnung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Die Ökosystemleistung Holzzuwachs ist demnach definiert als der durchschnittliche jährliche Volumenzuwachs an lebenden Bäumen, berechnet aus dem zu Beginn des Jahres vorhandenen Bestand an lebenden Bäumen (wachsender Bestand) abzüglich der durchschnittlichen jährlichen Sterblichkeit. Die Ökosystemleistung Holzzuwachs richtet sich nach den Modellgrenzen der Waldgesamtrechnung, in welcher in Wälder verfügbar (FAWS) bzw. nicht verfügbar (FNAWS) für die Rohholzproduktion unterschieden wird. Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen werden die Daten des Holzzuwachses direkt aus der Waldgesamtrechnung übernommen und der Ökosystemabteilung A03 Wälder und Gehölz zugewiesen. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird der gesamte Ökosystemservice als Vorleistung (A02 Forstwirtschaft und Holzeinschlag) verbucht. c) Feinstaubfilterung Die Berechnung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Die Leistung Feinstaubfilterung (PM2,5) durch Vegetation bezieht sich auf die trockene Deposition, wobei sich Partikel mit einem Durchmesser <= 2,5 Mikrometer aus der Atmosphäre auf Oberflächen absinken. Sie unterscheidet sich von der nassen Deposition, bei der Partikel durch Niederschlag ausgewaschen werden. Die Höhe der trockenen Deposition hängt dabei von den chemischen und biologischen Bedingungen der Oberfläche sowie turbulenten Luftströmungen ab. Die Feinstaubkonzentration, die der Berechnung zugrunde liegt, spiegelt primäre (Emissionen) und sekundäre (Reaktionen) Partikel sowohl aus anthropogenen als auch natürlichen Quellen wider. Um die Menge an durch die Vegetation (trockene Deposition) gefiltertem Feinstaub (PM2,5) zu bestimmen, wird die Feinstaubkonzentration (C) mit einem Depositionsparameter (Vd) multipliziert. Ein Umrechnungsfaktor skaliert auf die finale Maßeinheit Tonnen/Jahr. Deposition(Tonnen/Jahr) = Vd(cm/s) * Feinstaubkonzentration(Mikrogramm pro Kubikmeter) * 0,0031536 Die Depositionsgeschwindigkeit (Vd) in diesem Model wird aus der Kombination von Blattflächenindex (LAI), Landbedeckungstyp und mittels Parametern aus Zinke (1967), zur von Vd(PM10) aus LAI, und Aherne et al. (2016), zur Übertragung von Vd(PM10) nach Landbedeckung (Parameter R), abgeleitet. Vd = 0,0064 / 6 * LAI * R Landbedeckung: R Urban 0,8209 Ackerland 0,7396 Grünland 0,6580 Wälder und Gehölz 0,3621 Heideland 0,7222 Vegetationsarme Flächen 0,5135 Feuchtgebiete 0,5135 Strände, Dünen, marine Feuchtgebiete 0,5135 Die Berechnung erfolgt in 100x100m Gitterzellen (räumliche Auflösung) und in saisonalen Zeitschritten (temporale Auflösung). Dies ist aufgrund der lokalen kleinräumigen Unterschiede (z.B. Nadel- oder Laubwald) sowie der saisonalen Unterschiede der Vegetation (z.B. immergrüne oder sommergrüne Vegetation) erforderlich. Zur Ausweisung von Aufkommenstabellen werden die saisonalen Werte der Deposition für jede Gitterzelle aufsummiert und dann nach Ökosystemtypen aggregiert (dominantes Ökosystem der Zelle). Dies ermöglicht Aufkommenstabellen auf verschiedenen Ebenen der nationalen Ökosystemklassifikation sowie auf unterschiedlichen administrativen Ebenen. Zur Ausweisung von Verwendungstabellen wird der gesamte Ökosystemservice als Konsum der privaten Haushalte verbucht. Dem steht die Annahme zu Grunde, dass diese Ökosystemleistung in Deutschland aufgrund der dichten Besiedlung immer und überall nachgefragt wird. Eine weitere Differenzierung der Nachfrage ist in diesem physischen Leistungskonto nicht angedacht. d) Kohlenstoffsequestrierung *** in Vorbereitung *** e) Kohlenstoffspeicherung Zur Berechnung der Ökosystemleistung Kohlenstoffspeicherung (Nettosequestrierung) werden Daten der LULUCF-Treibhausgasberichterstattung verwendet. Gemäß der von der EU empfohlenen Methodik werden CO2 Nettoemissionen aus mineralischen und organischen Böden, aus unter- und oberirdischer Biomasse, Streu/Totholz, Waldbränden und gelöstem organischen Kohlenstoff, nicht jedoch Holz- und Torfprodukte betrachtet und nach Ökosystemen aggregiert. Die LULUCF-Berichterstattung verwendet für ihre Berechnung eine eigene Flächenkulisse. Um diese Daten auf die Flächenbilanz der Ökosysteme zu transferieren, werden auf Gemeindeebene sogenannte Implied Emission Factors (t CO2/ha) für jede LULUCF Landnutzungskategorie berechnet. Per Überführungsmatrix (Crosswalk) werden dann die LULUCF Landnutzungskategorien auf die nationale Ökosystemklassifikation übertragen. Die Implied Emission Factors werden dann so auf die verschiedenen Ökosystemtypen entsprechend der Flächenbilanz der Ökosysteme angewandt und zu Kohlenstoff (C) umgerechnet. Da es sich bei negativen Werten um Nettoemissionen und bei positiven Werten um Nettosequestrierung handelt, je nachdem ob ein Ökosysteme insgesamt eine Kohlenstoffquelle oder -Senke ist, ist die Interpretation dieser Leistung ein Spezialfall in der Leistungsbilanz der Ökosysteme. Intakte Ökosysteme können selbst bei negativen Werten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Emissionen (etwa aus organischen Böden) nicht höher sind, als das etwa bei degradierten Flächen der Fall wäre. Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen wird die Nettosequestrierung/-Emission anschließend auf Ökosystemtypen und administrative Ebenen aggregiert. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird die gesamte Ökosystemleistung als Konsum des Staates verbucht. f) Kühlung in Städten Die Berechnung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Kühlung in Städten durch Vegetation bezieht sich auf die mittlere Temperaturreduktion durch Vegetation in Städten in den Sommermonaten Juli und August. Die Temperaturreduktion der Vegetation wird durch Beschattung, Verdunstung und Blattatmung hervorgerufen. Städte sind durch die europäische DEGURBA-Klassifikation definiert und umschließt alle Gemeinden, die bestimmte Kriterien zu Bevölkerungsgröße und -Dichte erfüllen (Eurostat 2021). Um die Temperaturreduktion durch Vegetation zu bestimmen, wird für jede Stadt und Jahr ein lineares Regressionsmodell auf einer räumlichen Auflösung von 100x100m geschätzt. Zunächst wird die Abhängigkeit der Oberflächentemperatur (LST) von Kronendichte (TC), Vegetationsindex (NDVI), die Summe aus Transpiration der Vegetation und Interzeption durch Vegetationsdach (Eveg) sowie einer Reihe von Kontrollvariablen (X) bestimmt. Die Vegetationsvariablen enthalten sowohl die Werte der Zelle selbst als auch jene der umliegenden Zellen (Radius 300m). Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass auch Grünflächen und Bäume innerhalb dieser Distanz zur Kühlung beitragen können. (1) LST = b0 + b1 * TC + b2 * NDVI + b3 * Eveg + X * b4 In einer zweiten Regression wird separat die funktionale Abhängigkeit von Lufttemperatur (Tair) von Oberflächentemperatur (LST) und Breitengrad (Lat) geschätzt. Dazu werden nur Zellen in 100m Abstand zu Wetterstationen betrachtet. (2) Tair = a0 + a1 LST + a2 Lat Anhand der Koeffizienten (b) aus Gleichung (1) wird die Oberflächentemperatur (LST0) in einem vegetationslosen Szenario (TC0, NDVI0, Eveg0) modelliert. (3) LST0 = b0 + b1 TC0 + b2 * NDVI0 + b3 * Eveg0 + X * b4 Anhand der Koeffizienten (a) aus Gleichung (2) kann diese Oberflächentemperatur (LST0) in Lufttemperatur "übersetzt werden". (4) Tair0 = a0 + a1 LST0 + a2 Lat Die Differenz der Lufttemperatur unter Berücksichtigung der Vegetation und dem Szenario ohne Vegetation ergibt die Ökosystemleistung "Kühlung in Städten durch Vegetation". (5) Kühlung = Tair0 - Tair Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen wird die durchschnittliche Kühlung der Vegetation ausgedrückt in Grad Celsius für jede Ökosystemgruppe aggregiert. Dabei handelt es sich de facto um den Ort des Auftretens der Kühlung und nicht um eine exakte Zuweisung der Kühlleistung an jene Ökosystemen, die die Temperaturreduktion erwirken. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird die gesamte Ökosystemleistung als Konsum der privaten Haushalte verbucht. g) Vermiedene Bodenerosion *** in Vorbereitung *** h) Bestäubung *** in Vorbereitung *** i) Naturnaher Tourismus Die Berechnung der naturnahen tourismusbezogenen Leistung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Dabei wird, wo immer dies möglich ist, auf für Deutschland spezifische Datensätze zurückgegriffen. Die Berechnung der Leistung erfolgt in zwei Schritten, die nachfolgend ausführlich beschrieben werden. Schritt 1: Aufbereitung der Daten der Tourismusstatistik Ziel dieses Schrittes ist es, die relevanten touristischen (Privat-)Übernachtungen je Gemeinde als Datenbasis für die weiteren Schritte zu berechnen. Hierfür wird auf die Monatserhebung im Tourismus zurückgegriffen und die aggregierten Jahresergebnisse zur Anzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit zehn oder mehr Betten verwendet. Für einige Gemeinden liegen aus Geheimhaltungsgründen keine Ergebnisse vor, sondern lediglich aggregierte Ergebnisse auf Kreisebene. In diesen Fällen jene Übernachtungen auf Kreisebene, die keiner Gemeinde zugeordnet wurden, gleichverteilt den einzelnen Gemeinden eines Kreises, für die keine Daten vorliegen, zugeordnet. Da für die naturnahe tourismusbezogene Leistung nur Reisen mit dem Zweck der Erholung berücksichtigt werden, müssen Geschäftsreisen von der Gesamtzahl der Übernachtungen abgezogen werden. Über den Anteil von Geschäftsreisen an den Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben liefert die Statistik über die touristische Nachfrage jedoch lediglich Zahlen auf Bundesebene. Unter Zuhilfenahme verschiedener Datenquellen wird der Anteil der Geschäftsreisen an touristischen Übernachtungen für jede Gemeinde geschätzt. Eine Datenquelle sind hier die Daten zur Einwohnerzahl aus der Statistik zur Fortschreibung des Bevölkerungsstandes. Da sich Geschäftsreisen auf Städte konzentrieren und hier in Großstädten ein größeres Angebot an Messe- und Tagungsinfrastruktur zu finden ist, wird angenommen, dass die Anzahl der Geschäftsreisen positiv mit der Größe der Bevölkerung einer Gemeinde korreliert. Ferner werden bei Gemeinden in der Nähe von bekannten überregionalen, anthropogenen Freizeitzentren wie Freizeitparks weitere Übernachtungen abgezogen. Im Rahmen der Monatserhebung im Tourismus werden Übernachtungsdaten von Beherbergungsbetrieben mit zehn oder mehr Betten erhoben. Um die Datenlücke von Übernachtungen von kleinen und privaten touristischen Kurzzeitunterkünften zu schließen, werden Daten von großen online Buchungsplattformen zu den Übernachtungsdaten der Tourismusstatistik zugespielt. Diese Daten beruhen auf einer Vereinbarung aus dem Jahr 2020 zwischen der Europäische Kommission mit vier Plattformbetreibern aus dem Beherbergungsbereich (Airbnb, Booking.com, Expedia Group und TripAdvisor), die dem Statistischen Bundesamt übermittelt werden. In allen Berechnungsschritten wird die Anzahl der Übernachtungen je Gemeinde nach dem Wohnsitz der Gäste (In- oder Ausland) differenziert. Schritt 2: Bestimmung des Anteils der Übernachtungen mit Naturbezug je Gemeinde In diesem Schritt wird der Anteil der Übernachtungen mit Naturbezug je Gemeinde bestimmt. Auf Basis verschiedener Datenquellen, vor allem Befragungen zum touristischen Verhalten, kann für ganz Deutschland bestimmt werden wie hoch der Anteil der Touristen ist, bei denen der Aufenthalt in der Natur der wichtigste Reisegrund war. Somit lässt sich durch die Multiplikation mit diesem Faktor mit der in Schritt 1) berechneten Anzahl der Übernachtungen die Anzahl der Übernachtungen mit Naturbezug für ganz Deutschland berechnen. Diese Anzahl wird nun auf die einzelnen Gemeinden aufgeteilt. Hierfür sind die Haupteinflussfaktoren die ästhetische Landschaftsqualität und die Einwohnerzahl der Gemeinde. Mit der ästhetischen Landschaftsqualität wird die touristische Attraktivität der Landschaft auf Basis einer Vielzahl von Variablen beschrieben. Laut den Forschungsergebnissen von Hermes et al. (2023) ist diese ästhetische Landschaftsqualität ausschlaggebend über die touristischen Möglichkeiten, die die Natur und somit die Ökosysteme bieten. Daher wird davon ausgegangen, dass in Gemeinden, die über eine relativ hohe ästhetische Qualität der Landschaft verfügen, auch ein hoher Anteil der Besucher die Erholungsmöglichkeiten in der Natur nutzt. Die ästhetische Landschaftsqualität einer Gemeinde wird anhand einer Karte gemäß der Methodik in Hermes et al (2023) bestimmt. Bei der Berücksichtigung der Einwohnerzahl wird davon ausgegangen, dass urbane Gebiete mit vielen Einwohnern ein großes Angebot an anthropogenen Freizeitmöglichkeiten (bspw. Konzerthallen, Museen, Theater) bieten und somit die Erholung in der Natur in diesen Gebieten eine untergeordnete Rolle spielt. Deshalb nimmt der Anteil der Übernachtungen mit Naturbezug in der Modellierung mit einer zunehmenden Einwohnerzahl in einer Gemeinde ab. Karte der ästhetischen Landschaftsqualität: Die Erstellung der Karte der ästhetischen Landschaftsqualität ist angelehnt an die Methodik, die in Hermes et al. (2023, S.77 ff) entwickelt wurde. Dabei wurden, basierend auf einer umfassenden Literaturrecherche, die wichtigsten Parameter und Indikatoren identifiziert, welche dazu führen, dass Individuen eine Landschaft als attraktiv wahrnehmen. Diese Parameter lassen sich in die drei Hauptkategorien Vielfalt, Natürlichkeit und Eigenart der Landschaft einteilen. Unter der Vielfalt der Landschaft wird die räumliche Verteilung von Ökosystemen und die Struktur der Landschaft verstanden. So werden abwechslungsreiche Landschaften, in denen verschiedene Ökosysteme wie Wälder und Wiesen vorkommen, als attraktiver wahrgenommen als homogenere Landschaften. Daneben spielt für die Vielfalt der Landschaft auch die Reliefvielfalt eine entscheidende Rolle. Hierunter wird der Höhenunterschied in einem Gelände verstanden. Laut Hermes et al. (2023) bietet eine höhere Reliefvielfalt "Orientierung und durch besondere Ausblicke ein Gefühl von Erhabenheit". Da jedoch auch der Blick auf das Meer von vielen Touristen geschätzt wird (bei gleichzeitiger Abwesenheit eines abwechslungsreichen Reliefs an den deutschen Küsten) wird zusätzlich zu Hermes et al. (2023) zur Berechnung der Vielfalt der Landschaft die Meeresnähe mitberücksichtigt. Die Natürlichkeit der Landschaft basiert maßgeblich darauf, wie natürlich eine Landschaft von Individuen wahrgenommen wird. Diese Werte werden durch Befragungen ermittelt und spiegeln nicht den ökologischen Wert der Landschaft aus Expertensicht wider. Daneben geht in die Natürlichkeitsbewertung die Abwesenheit von störenden Elementen mit ein. Als störende Elemente sind dabei menschliche Bauwerke definiert, die das ästhetische Landschaftsbild stören. Dies können beispielsweise Autobahnen oder Funkmasten sein. Die Eigenart der Landschaft ist über die relative Seltenheit der vorkommenden Landschaftstypen und Ökosysteme definiert. Die folgende Übersicht zeigt die Parameter, die für die Modellierung der drei Einflussfaktoren Vielfalt, Natürlichkeit und Eigenart der Landschaft herangezogen werden (Indikatoren (Faktor), Subindikatoren, Strukturmaße): - Vielfalt (0,33): - Landnutzungsvielfalt (0,33): - Shannons Diversitätsindex (0,5) - Patch-Density-Index (0,5) - Strukturvielfalt (0,33): - Randliniendichte (0,33) - Dichte an Landschaftselementen (0,33) - Vielfalt der Landschaftselementtypen (0,33) - Vielfalt der Landschaft (0,33): - Dichte der Höhenlinien im 1km-Radius - Meeresnähe - Natürlichkeit (0,33): - Wahrgenommene Natürlichkeit (0,66): - Mittelwert der vorkommenden Wertstufen - Abwesenheit technischer/störender Elemente (0,33): - Entfernungsgewichtete Elementdichte - Eigenart (0,33): - Bedeutung von Landschaftstypen (0,5): - Mittlere Bedeutungsstufe der vorkommenden Typen - Seltenheit von Ökosystemen (0,5): - Flächenanteil seltener Ökosystemtypen Die Berechnung der in der Übersicht genannten Strukturmaße erfolgt durch eine Nachbarschaftsanalyse nach dem Moving-Window-Prinzip. Dabei werden 100-Meter-Rasterzellen betrachtet. Der Wert einer Zelle ergibt sich dabei flächengewichtet aus mehreren Werten der Eingangsdaten. Hierfür wird die entsprechende Zelle selbst sowie alle Zellen in einem Umkreis von 1 km berücksichtigt. Die Strukturmaße, Subindikatoren und Indikatoren werden jeweils einheitlich auf eine Skala von 0-100 normiert. Die Normierung erfolgt im Regelfall per linearer Transformation. Der in der Übersicht in Klammern angegebene Faktor der jeweiligen Variablen zeigt die Gewichtung, mit der die Variable in die Berechnung eingeht. So fließt beispielsweise bei der Berechnung des Indikators "Natürlichkeit" der Subindikator "Wahrgenommene Natürlichkeit" doppelt so stark (0,66) ein wie der Subindikator "Abwesenheit technischer/störender Elemente". In die Berechnung des Gesamtwerts der ästhetischen Landschaftsqualität fließt die auf 0- 100 normierte Natürlichkeit jedoch mit 0,33 und somit mit dem gleichen Gewicht wie Vielfalt und Eigenart ein. Für die Bestimmung der Landnutzungsvielfalt werden die beiden Indizes Shannons Diversitätsindex (SHDI) und Patch-Density-Index berechnet. Der SHDI wird nach folgender Formel berechnet: SHDI = - Summe[i=1..m] pi * ln(pi) Hierbei steht m für die Anzahl der Ökosystemtypen und p für den Flächenanteil des jeweiligen Ökosystemtyps. Der SHDI bildet somit die Summe über die Flächenanteile der verschiedenen Ökosystemtypen multipliziert mit dem natürlichen Logarithmus des jeweiligen Ökosystemtyps. Da der Ausdruck der logarithmierten Flächenanteile jeweils negativ wird, muss der gesamte Summenausdruck mit -1 multipliziert werden, um einen positiven Wert als Ergebnis für den SHDI zu erhalten. Steigt die Anzahl der verschiedenen Ökosystemtypen in dem betrachteten Gebiet und/oder verteilen sich die vorkommenden Ökosystemtypen gleichmäßiger, so führt dies zu einem Anstieg des SHDI. Wird die Landschaft dagegen von einem oder einigen wenigen Ökosystemtypen dominiert, so ist der SHDI relativ niedrig. Die zugrunde liegenden Flächenanteile beziehen sich dabei auf die aufsummierte Fläche des jeweiligen Ökosystemtyps. So werden beispielsweise alle Laubwaldflächen für die Berechnung des SHDI zusammen betrachtet und nicht berücksichtigt, auf wie viele verschiedene Flurstücke sich diese verteilen. Um die Verteilung der Flächenstücke (auf Englisch "Patches") im Raum zu beurteilen, wird deshalb zusätzlich zum SHDI der Patch-Density-Index (PD-Index) nach folgender Formel berechnet: PD = n / a Dabei bezeichnet n die Anzahl der unterschiedlichen Patches und a die Gesamtfläche, die betrachtet wird. Für die Bestimmung der Strukturvielfalt der Landschaft werden Variablen für die Randliniendichte der Flächenstücke, die Dichte an Landschaftselementen und die Vielfalt verschiedener Landschaftselemente berechnet. Im Gegensatz zur Patch-Density werden bei der Berechnung der Randliniendichte (Edge-Density) nicht die einzelnen Flächen betrachtet, sondern die Randlinien der Einzelflächen. Nimmt also die Gesamtlänge der Grenzlinie zwischen zwei Flächenstücken zu, so steigt die Randliniendichte an (während die Patch Density konstant bleibt). Bei der Dichte und der Vielfalt von Strukturelementen liegt der Fokus auf der Analyse kleinräumiger Landschaftselemente wie beispielsweise Hecken oder Böschungen von Ufern. Bei der Berechnung der Dichte der Strukturelemente wird ähnlich wie bei der Berechnung der Randliniendichte der Flächen vorgegangen. Um jedoch den Einfluss von einigen wenigen Gebieten mit einer sehr hohen Anzahl von Strukturelementen auf das Gesamtergebnis zu begrenzen, wird der natürliche Logarithmus der entfernungsgewichteten Dichte (Kerndichte) verwendet. Bei der Analyse der Vielfalt von Strukturelementen werden die Strukturelemente in verschieden Klassen eingeteilt und dann im nächsten Schritt die Anzahl der verschiedenen vorkommenden Strukturelementtypen in dem jeweiligen Gebiet berechnet. Zur Bestimmung der Vielfalt der Landschaft wird sowohl die Reliefvielfalt als auch die Nähe zum Meer betrachtet. Die Reliefvielfalt wird anhand von zwei Variablen bestimmt. Zum einen wird in einem 1-km-Radius die Dichte an Höhenlinien mit einem Höhenabstand von 25m berechnet. Dafür wird die Gesamtlänge der Höhenlinien in dem betrachteten Gebiet aufsummiert und durch die betrachtete Fläche geteilt. Als zweite Variable wird die Reliefenergie in einem Radius von 1 km berechnet, das heißt die Höhendifferenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Punkt im Untersuchungsgebiet. Hierdurch kann bestimmt werden, ob eine Landschaft die Möglichkeit zu einem Blick in die Ferne bietet. Für die Bestimmung der wahrgenommenen Natürlichkeit wird eine abgewandelte Form des Hemerobie-Index verwendet. Mit dem Hemerobie-Index wird in der Ökologie der Einfluss des Menschen auf die Natur und Ökosysteme gemessen. Je stärker die Eingriffe und die Veränderungen der Ökosysteme durch den Menschen sind, desto höher ist auch der Indexwert. Da es bei der Bewertung der Ästhetik der Landschaft nicht auf die Natürlichkeit im ökologischen Sinne ankommt, sondern um die wahrgenommene Natürlichkeit, wird der Index gemäß der Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungsprojekten (siehe Walz und Stein (2014) und Hermes et al (2023)) angepasst. Zudem wird aus technischen Gründen die Skalierung invertiert, so dass ein hoher Indexwert für eine hohe wahrgenommene Natürlichkeit steht. Alle in Deutschland vorkommenden Ökosysteme werden in insgesamt sieben verschiedene Klassen eingeteilt. In die höchste Klasse fallen lediglich die Ökosysteme "Natürlicher Fels" und "Gletscher und Dauerschneegebiete", da dies die einzigen Ökosysteme sind, die in ihrer ursprünglichen (nicht derzeitigen) Beschaffenheit nicht durch menschlichen Einfluss verändert wurden. In die niedrigste Klasse fallen alle Ökosysteme, die durch eine starke menschliche Überprägung gekennzeichnet sind, wie beispielsweise Siedlungs- und Industrieflächen mit hoher Baudichte. Die visuelle Wahrnehmung der Natürlichkeit der Landschaft ist in Deutschland durch das Vorkommen von Industrieanlangen, Autobahnen und ähnlichen Bauwerken eingeschränkt. Diese Bauwerke werden als technische bzw. störender Elemente zusammengefasst. Da diese Bauwerke oft auch mit Lärmemissionen einhergehen, kann die räumliche Nähe zu diesen auch als Näherungswert für das Vorkommen von Lärm herangezogen werden. In die Bewertung der Natürlichkeit der Landschaft geht die Abwesenheit von störenden Bauwerken als positive Eigenschaft in die Berechnung ein. Da die störenden Bauwerke oft konzentriert an wenigen Orten in der Landschaft vorkommen, wird der natürliche Logarithmus der entfernungsgewichteten Dichte (Kerndichte) verwendet. Dadurch gehen auch Gebiete mit geringer und mittlerer Dichte im Verhältnis zu Gebieten mit sehr hoher Dichte nach der Normalisierung differenziert in die Bewertung ein. Die Eigenart der Landschaft wird über die Häufigkeit bzw. die Seltenheit des Vorkommens verschiedener Landschaftstypen bestimmt. Bei der Bedeutung der Landschaftstypen bildet der Datensatz Landschaften in Deutschland von Gharadjedaghi et al. (2004) sowie die Einstufung der Bedeutsamen Landschaften nach Schwarzer et al. (2018) die Grundlage. In Gharadjedaghi et al. (2004) werden 858 verschiedene Landschaften unterschieden, die in 24 Landschaftstypen eingeteilt werden können. Für diese 24 Landschaftstypen wird der Flächenanteil an der Gesamtfläche Deutschlands berechnet. Je seltener ein Landschaftstyp vorkommt, umso höher geht dieser in die Bewertung der Bedeutung der Landschaft mit ein. Ist eine Landschaft zudem als Hecken- oder Flusslandschaft in Gharadjedaghi et al. (2004) oder als Bedeutsame Landschaft in Schwarzer et al. (2018) definiert, erfolgt eine zusätzliche Aufwertung der Fläche. Für die Berechnung des Subindikators zur Seltenheit von Ökosystemen werden Ökosysteme als selten angesehen, wenn ihr Flächenanteil an der gesamten Landfläche weniger als 3% ausmacht. Die Ökosystemklassen der Ökosystemabteilung Siedlungsfläche und Verkehrsinfrastruktur werden dabei zusammengefasst bewertet. Der Subindikator berechnet den Flächenanteil von seltenen Ökosystemen in der Nachbarschaft. Da diese Ökosysteme im Regelfall nur einen kleinen Flächenanteil der betrachteten Fläche ausmachen, es jedoch einige betrachtete Flächen mit sehr hohen Anteilen seltener Ökosysteme gibt, wird der Logarithmus des jeweiligen Flächenanteils verwendet. 3.3 Preis- und Saisonbereinigung, andere Analyseverfahren Die UGR führen selbst keine Preisbereinigung durch. Da die Leistungen der Ökosysteme in physischen Einheiten dargestellt werden, ist diese per se nicht erforderlich. Eine Saisonbereinigung dient als Ausgleich für wiederkehrende unterjährige Effekte, die sonst einen Vergleich mit unterjährigen Vorperioden erschweren würden. Die UGR stellen bisher allerdings nur Jahresergebnisse bereit. Daher ist eine Saisonbereinigung nicht durchführbar und auch nicht erforderlich. Eine Bereinigung um strukturelle Effekte zwischen verschiedenen Jahren findet nicht statt, da die Leistungen der Ökosysteme kaum von strukturellen Effekten beeinflusst sind. 3.4 Beantwortungsaufwand Da es sich bei den Ökosystemrechnungen um ein Gesamtrechnungssystem handelt, in dem bereits vorliegende Ergebnisse von Primär- und Sekundärerhebungen sowie aus administrativen Datenquellen weiterverarbeitet werden, findet keine zusätzliche Belastung von Auskunftspflichtigen statt. 4 Genauigkeit und Zuverlässigkeit ================================== 4.1 Qualitative Gesamtbewertung der Genauigkeit Stichproben- oder nicht-stichprobenbedingte Fehler der für die Berechnung der Leistungen der Ökosysteme einfließenden Basisstatistiken können grundsätzlich auch in den Ergebnissen enthalten sein. Darüber hinaus können die Anwendung von Schätzverfahren sowie die Fortschreibung von Zeitreihen zu Ungenauigkeiten führen. Diese Schätzfehler lassen sich aber nicht vermeiden, wenn nicht die Ansprüche an die Aktualität der Daten hintenanstehen sollen. Somit besteht ein direkter Zusammenhang zwischen einer gewissen Ungenauigkeit und der geforderten Aktualität der Ergebnisse der Umweltschutzausgabenrechnung. Die Qualität der Berechnungen wird während des Rechenprozesses laufend überprüft, so dass etwaige Störungen oder Fehler erkannt und behoben werden können. Die wichtigsten Elemente dieses Qualitätssicherungsverfahrens sind: - Die für die Leistungen der Ökosysteme genutzten Ausgangsstatistiken werden, soweit sie aus dem Bereich der amtlichen Statistik kommen, bereits in den Fachstatistiken einer Qualitätskontrolle unterzogen. - In den UGR werden die bereitgestellten Ausgangsdaten nochmals auf Vollständigkeit und Plausibilität überprüft. - Ein wesentliches Element der Qualitätssicherung ist der umfassende Abgleich der von für die Leistungen der Ökosysteme verwendeten Basisstatistiken wie auch der UGR-Ergebnisse selbst mit komplementären Daten aus anderen Quellen. Wo möglich, erfolgt eine Prüfung der Systemkohärenz. Etwaige Unstimmigkeiten werden in den Kontensalden sofort sichtbar. 4.2 Qualität der Datenquellen Die Berechnung der Leistungen der Ökosysteme basiert zu großen Teilen auf Angaben aus der amtlichen Statistik sowie aus anderen amtlichen Quellen mit vergleichbarer Qualität. Diesen wird auch soweit als möglich Vorrang vor anderen Daten gegeben. Somit sind bereits die wesentlichen Ausgangsdaten qualitätsgesichert. Eine Qualitätsbewertung der einzelnen Ergebnisse der Ausgangsdaten findet daher im laufenden Prozess nur in Einzelfällen oder bei Auffälligkeiten statt. Der wesentliche Bestandteil der Qualitätssicherung bei der Berechnung der Leistungen der Ökosysteme findet in der methodischen Konzeption der Rechnungen statt. Für jede Datenquelle findet eine Einschätzung hinsichtlich ihrer Darstellungseinheiten und der Vollständigkeit ihrer Abdeckung (z. B. vermindert durch Abschneidegrenzen) statt, um so die Vollständigkeit und Kohärenz des Gesamtrechensystems zu gewährleisten, in dem sie verwendet wird. Die Tatsache, dass letztendlich ein in sich stimmiges und strukturell plausibles Ergebnis entsteht, darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in einem Gesamtrechensystem gewisse Schätzspielräume und Unschärfen bei den veröffentlichten Gesamtergebnissen gibt. 4.3 Revisionen 4.3.1 Revisionsgrundsätze Als Revision bezeichnet man in der amtlichen Statistik die nachträgliche Änderung bereits veröffentlichter statistischer Ergebnisse. In den UGR – und somit für die Leistungen der Ökosysteme – finden zum einen laufende Revisionen, zum anderen auch anlassbedingte Revisionen statt. Laufende Revisionen ergeben sich daraus, dass die zugrundeliegenden Datenquellen selbst Revisionen unterworfen sein können. Im Rahmen der laufenden Revisionen werden daher auch für zurückliegende Berichtsjahre die jeweils aktuellsten Versionen der Datenquellen verwendet und in die Berechnungen einbezogen. Die Datennutzer können somit auf bestmögliche Ergebnisse für Analysen und Prognosen zurückgreifen. Anlassbedingte Revisionen sind zum Beispiel aufgrund von Änderungen in der zugrundeliegenden Methodik oder bei den verwendeten Klassifikationen erforderlich. Weitere Gründe können sein, dass bislang verwendete Datenquellen nicht mehr zur Verfügung stehen und durch andere Quellen ersetzt werden müssen oder bei unveränderter Verfügbarkeit eine besser geeignete Datenquelle identifiziert wurde und diese die bisherige ersetzt. Auch ist es möglich, dass eine bestimmte Datenquelle für den vorgesehenen Veröffentlichungszeitpunkt nicht rechtzeitig vorliegt, dies vorübergehend durch Schätzungen kompensiert wird und die Schätzungen später ersetzt werden. Wenn Revisionen notwendig sind, werden die revidierten Ergebnisse spätestens zum Zeitpunkt der nächsten regulären Veröffentlichung publiziert. 4.3.2 Revisionsverfahren Anlassbedingte Revisionen erfolgen bei methodischen Neuerungen oder geänderter Verfügbarkeit der verwendeten Datenquellen rückwirkend für den längst möglichen Zeitraum. Laufende Revisionen finden dann statt, wenn für ausgewählte Merkmale benötigte Datenquellen nicht rechtzeitig zum Veröffentlichungszeitpunkt zur Verfügung stehen. In diesem Fall werden fehlende Daten zunächst geschätzt und bei Vorliegen der jeweiligen Datenquelle ersetzt. Weitere laufende Revisionen der Leistungen der Ökosysteme erfolgen aufgrund von Revisionen in den für die Berechnung verwendeten Datenquellen. 4.3.3 Revisionsanalysen Eine Möglichkeit zur Abschätzung der Zuverlässigkeit der veröffentlichten Ergebnisse besteht in der Analyse von Revisionsdifferenzen. Dabei wird die Abweichung zwischen dem zuerst veröffentlichten Ergebnis und dem späteren (revidierten) Ergebnis untersucht. Mit der Berechnung von Revisionsdifferenzen erhalten Nutzer einen Eindruck davon, welchen Einfluss die Revisionen auf die Ergebnisse haben. Übliche Revisionsmaße sind die "Mittlere Revision" (MR) und die "Mittlere absolute Revision" (MAR), die das arithmetische Mittel der in der Vergangenheit beobachteten Abweichungen zwischen erstmalig und zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichten Werten mit (MR) beziehungsweise ohne (MAR) Berücksichtigung des Vorzeichens berechnen. 5 Aktualität und Pünktlichkeit =============================== 5.1 Aktualität Die erste Veröffentlichung vollständiger, teilweise noch nicht endgültiger Ergebnisse erfolgt zum Zeitpunkt t+24 Monate, also zwei Jahre nach Ende des Berichtsjahres. Die Veröffentlichungszeitpunkte orientieren sich zum einen an den durch Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vorgegebenen Lieferfristen an Eurostat, zum anderen sind sie ein akzeptabler Kompromiss zwischen einer unter anderem von den Nutzern gewünschten frühzeitigen Bereitstellung der Daten und der Verfügbarkeit der für die Berechnung erforderlichen Datenquellen. 5.2 Pünktlichkeit Die Übermittlung der Daten an Eurostat erfolgte in der Vergangenheit immer fristgerecht entsprechend der durch die Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vorgegebenen Frist am 31.12. eines Jahres. Die Veröffentlichung der Daten erfolgt jährlich spätestens 26 Monate nach dem Berichtsjahr. 6 Vergleichbarkeit =================== 6.1 Räumliche Vergleichbarkeit Die Leistungen der Ökosysteme werden entsprechend den Vorgaben der Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie verschiedener von Eurostat herausgegebener Handbücher und Empfehlungen produziert. Da sich auch die anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union an diese Vorgaben halten müssen, sind die Ergebnisse grundsätzlich EU-weit vergleichbar. Die Vergleichbarkeit kann allerdings dadurch eingeschränkt werden, dass in anderen Mitgliedsstaaten andere Datenquellen zur Verfügung stehen oder für die Berechnung ausgewählt werden und andere Schätzverfahren angewandt werden. Weltweit wird eine hohe Vergleichbarkeit der UGR durch die Anwendung des System of Environmental-Economic Accounting (SEEA) der Vereinten Nationen grundsätzlich ermöglicht. Allerdings ist das SEEA nicht rechtsverbindlich. 6.2 Zeitliche Vergleichbarkeit Es ist ein Kennzeichen der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen, im Falle von grundlegenden Änderungen der Methoden, Klassifikationen oder Datenquellen auch weit zurückreichende Revisionen möglichst langer Zeitreihen vorzunehmen, um den Datennutzern ein optimales Datenangebot zu bieten. Die Vergleichbarkeit von UGR-Ergebnissen über einen langen Zeitraum hinweg wird dann beeinträchtigt, wenn die Einarbeitung neuer Konzepte, Klassifikationen oder Datenquellen nicht für den gesamten, bisher von einer langen Reihe abgedeckten Zeitraum möglich ist. Dies liegt in der Regel daran, dass die entsprechenden Primärdaten selbst erst ab einem bestimmten Berichtsjahr verfügbar sind. Daneben spielen auch Effizienzabwägungen eine Rolle, etwa wenn der technische Aufwand für eine weit zurückreichende Revision als sehr hoch, der aus der Revision resultierende Zugewinn an zeitlicher Vergleichbarkeit dagegen als gering eingeschätzt wird. 7 Kohärenz =========== Die Daten der Leistungen der Ökosysteme sind mit denjenigen der VGR weitestgehend kompatibel, da die UGR ursprünglich als Satellitensystem zu den VGR konzipiert wurden. Dabei ist die Möglichkeit, Daten der UGR und VGR zu kombinieren und gemeinsam zu analysieren, ein wichtiges Nutzerinteresse. Entsprechend werden, soweit es fachlich und inhaltlich sinnvoll ist und internationale Standards nichts Abweichendes bestimmen, gleiche Klassifikationen und Begriffe verwendet. Andererseits unterscheiden sich die von den UGR veröffentlichten Daten häufig von Daten der Fachstatistiken des Statistischen Bundesamtes oder Daten aus externen Quellen zu ähnlichen oder sogar scheinbar gleichen Merkmalen. Dies ist zumeist durch methodische Unterschiede begründet und liegt auch in der Natur eines Gesamtrechnungssystems, in das eine Vielzahl unterschiedlicher Datenquellen zur Berechnung eines Merkmals eingehen. Ein wichtiges Ziel der UGR ist die Bereitstellung von Daten, die ein möglichst vollständiges und in sich kohärentes Bild der Beziehungen zwischen Umwelt und Wirtschaft zeichnen. Gegenüber diesen Ansprüchen auf Vollständigkeit und interne Kohärenz wird die Übereinstimmung mit anderen Daten aus statistischen Erhebungen bewusst zurückgestellt, um Nutzern durch die UGR ein harmonisiertes Datenspektrum als Grundlage für statistisch valide Analysen bereitzustellen. Jede Primärerhebung und jedes Gesamtrechensystem verfolgt das ihr per Gesetz vorgegebene Ziel, verbunden mit dem Anspruch, die Aussagekraft der für diesen konkreten Anwendungsfall benötigten Daten zu erhöhen. Etwaige Differenzen lassen somit keinen Schluss auf die Datenqualität bzw. Genauigkeit des einzelnen Produkts zu. 8 Verbreitung und Kommunikation ================================ 8.1 Verbreitungswege Pressemitteilungen: Die Ergebnisse der Leistungen der Ökosysteme werden auf der Seite www.destatis.de/ugr im Laufe des Jahres veröffentlicht, sobald die Berechnungen abgeschlossen sind. Gegebenenfalls wird die Veröffentlichung der Ergebnisse von einer Pressemitteilung begleitet, in der ausgewählte interessante Aspekte dargestellt und erläutert werden. Veröffentlichungen: Die Ergebnisse werden unter www.destatis.de auf der Seite der Ökosystemrechnungen im Rahmen des Statistischen Berichts, der im Excelformat im Abschnitt "Publikationen" zur Verfügung steht sowie partiell in den Abschnitten "Tabellen" veröffentlicht. Zudem werden ausgewählte Inhalte als Karten im Ökosystematlas unter oekosystematlas-ugr.destatis.de veröffentlicht (mit Download-Option). Online-Datenbank: Ergebnisse der Statistik können in GENESIS-Online (www.destatis.de/genesis) unter dem Statistik-Code 85331 abgerufen werden. Zugang zu Mikrodaten: Im Rahmen der UGR werden keine Mikrodaten erhoben, entsprechend besteht auch keine Möglichkeit, Mikrodaten bereitzustellen. Sonstige Verbreitungswege: Entfällt. 8.2 Methodenpapiere/Dokumentation der Methodik a) Ernteerträge von Kulturpflanzen Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. b) Holzzuwachs Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. c) Feinstaubfilterung - Aherne, J., K. Wilkins and H. Cathcart, 2016. Nitrogen–Sulfur Critical Loads: Assessment of the Impacts of Air Pollution on Habitats (2016-CCRP-MS.43). EPA Research Report. Prepared for the Environmental Protection Agency by Trent University. EPA Research Programme 2021–2030 - Zinke, P.J., 1967. Forest interception studies in the United States. In: Sopper, W.E., Lull, H.W. (Eds.), Forest Hydrology. Pergamon Press, Oxford, pp. 137-1 6. Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. d) Kohlenstoffsequestrierung *** in Vorbereitung *** e) Kohlenstoffspeicherung Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. f) Kühlung in Städten - Eurostat (2021): Applying the Degree of Urbanisation: A methodological manual to define cities, towns and rural areas for international comparisons. Publications Office of the European Union. Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. g) Vermiedene Bodenerosion *** in Vorbereitung *** h) Bestäubung *** in Vorbereitung *** i) Naturnaher Tourismus - Gharadjedaghi, B., Heimann, R., Lenz, K., Martin, C., Pieper, V., Schulz, A., Vahabzadeh, A., Finck, P., Rieken, U. (2004): Verbreitung und Gefährdung schutzwürdiger Landschaften in Deutschland. Natur und Landschaft 79 (2): 71-81. - Hermes, J., Albert, C., Schmücker, D., Bredemeier, B., Barkmann, J., von Haaren, C. (2023). Erfassung und Bewertung kultureller Ökosystemleistungen in Deutschland. Bundesamt für Naturschutz. BfN-Schriften 659. - Schwarzer, M., Mengel, A., Konold, W., Reppin, N., Mertelmeyer, L., Jansen, M., Gaudry, K.-H., Oelke, M. (2018a): Bedeutsame Landschaften in Deutschland. Gutachtliche Empfehlungen für eine Raumauswahl. BfN-Skripten 517. Bonn - Bad Godesberg (Bundesamt für Naturschutz): 465 S. - Walz, U., Stein, C. (2014): Indicators of hemeroby for the monitoring of landscapes in Germany. Journal for Nature Conservation 22 (3): 279-289. Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. 8.3 Richtlinien der Verbreitung Veröffentlichungskalender: Entfällt. Zugriff auf den Veröffentlichungskalender: Entfällt. Zugangsmöglichkeiten: Die Ergebnisse der Leistungen der Ökosysteme stehen für alle Nutzer zum gleichen Zeitpunkt unter www.destatis.de zur Verfügung. 8.4 Kontaktinformation Statistisches Bundesamt Gustav-Stresemann-Ring 11 65189 Wiesbaden Tel: +49 (0) 611 / 75 8855 www.destatis.de/kontakt © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2025

Ökosystemleistungen: Bundesländer, Jahre, Verwendung der Ökosystemleistungen

Teil der Statistik "Leistungen der Ökosysteme" 1 Allgemeine Angaben zur Statistik =================================== 1.1 Bezeichnung der Statistik Leistungen der Ökosysteme (EVAS-Nr. 85331). 1.2 Geltungsbereich Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) stellen auf gesamtwirtschaftlicher Ebene quantitativ die Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Wirtschaft in Form von Fluss- und Bestandsgrößen dar. Dabei ist die Wirtschaft als komplette Anthroposphäre und somit als Gegensatz zur Umwelt definiert. Sie umfasst dementsprechend die gesamte Volkswirtschaft bestehend aus Unternehmen, den staatlichen Institutionen und den privaten Haushalten. Die UGR lassen sich dabei in unterschiedliche Konten (englisch: accounts) einteilen, die untereinander in Beziehung stehen und eine Einheit bilden. Die UGR basieren auf dem international vereinbarten System of Environmental-Economic Accounting (SEEA) und verwenden einheitliche Konzepte, Definitionen und Klassifikationen. Sie sind dabei so weit wie möglich kompatibel mit den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) und ergänzen so die ökonomische Sichtweise der VGR um zusätzliche Aspekte. Die Ökosystemrechnungen bilden dabei einen neuen Teilbereich der bereits etablierten UGR. Ziel der Ökosystemrechnungen ist, das Ausmaß, den Zustand und die Leistungen von Ökosystemen für Gesellschaft und Wirtschaft im Ganzen zu betrachten. Dabei sollen auch jene Funktionen der Ökosysteme, die über die Entnahme und Abgabe von Materialflüssen an die Umwelt hinausgehen, explizit räumlich erfasst werden. 1.3 Statistische Einheiten (Darstellungseinheiten) Da die Ökosystemrechnungen wie alle Module der UGR ein Rechensystem darstellen, haben sie keine Erhebungseinheiten. Die Darstellungseinheit in den Aufwendungstabellen sind die Ökosystemtypen gemäß der Klassifikation der Ökosysteme des Statistischen Bundesamtes. In den Verwendungstabellen wird die Nutzung von Ökosystemleistungen gemäß folgender Aufschlüsselung erfasst: Vorleistungen nach Wirtschaftsbereichen, Konsum des Staates, Konsum der privaten Haushalte, Bruttoinvestitionen, Ausfuhren. 1.4 Räumliche Abdeckung Die Angaben für Deutschland beziehen sich auf die Bundesrepublik Deutschland nach dem Gebietsstand seit dem 03.10.1990. Für die Flächen und Grenzen der Verwaltungsgeometrien wird dabei bei der Geodatenverarbeitung auf den Datenbestand der Verwaltungsgebiete (VG) des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG) zurückgegriffen. 1.5 Berichtszeitraum/-zeitpunkt Die UGR berechnen und veröffentlichen die Ergebnisse der Leistungen der Ökosysteme jeweils für ganze Kalenderjahre. 1.6 Periodizität Die Ergebnisse werden in der Regel jährlich erstellt. 1.7 Rechtsgrundlagen und andere Vereinbarungen EU-Recht: Verordnung (EU) Nr. 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. Juli 2011 über europäische umweltökonomische Gesamtrechnungen zuletzt geändert durch die Verordnung (EU) 2024/3024 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2024. Bundesrecht: allgemeine Regelung im Bundesstatistikgesetz (BStatG § 3 Abs. 1 Nr. 13) für die Zuständigkeit des Statistischen Bundesamtes. Die Methodik der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen basiert auf von der Statistischen Kommission der Vereinten Nationen verabschiedeten internationalen Rahmenwerk System of Environmental-Economic Accounting Ecosystem Accounting (SEEA EA 2021). 1.8 Geheimhaltung 1.8.1 Geheimhaltungsvorschriften Gemäß § 16 Abs. 1 BStatG ist die deutsche amtliche Statistik dazu verpflichtet, Einzelangaben geheim zu halten. Eine Ausnahme bilden Einzelangaben, die dem Befragten nicht zuzuordnen sind, oder Einzelangaben, die mit denen anderer Befragter zusammengefasst sind, d. h. aggregierte Daten (Tabellen). Die Datengrundlage der Leistungsbilanz der Ökosysteme besteht aus Daten, die bereits in anderen Statistiken oder sonstigen allgemein zugänglichen Quellen veröffentlicht wurden und damit nicht (mehr) der Geheimhaltung unterliegen. 1.8.2 Geheimhaltungsverfahren Die Geheimhaltung ist bei Gesamtrechnungssystemen im Allgemeinen - und somit auch bei den Leistungen der Ökosysteme - unproblematisch, da es sich um aggregierte Betrachtungen handelt. Verwendet werden im Wesentlichen Ergebnisse, die bereits in anderen Statistiken oder sonstigen allgemein zugänglichen Quellen veröffentlicht wurden und damit nicht (mehr) der Geheimhaltung unterliegen. 1.9 Qualitätsmanagement 1.9.1 Qualitätssicherung Die Qualitätssicherung der UGR – und somit für die Leistungen der Ökosysteme – findet in mehreren Schritten statt und bezieht dabei sowohl die Erstellung der Methodik als auch die Auswahl der zu verwendenden Datenquellen und die konkrete Berechnung der einzelnen Ergebnisse mit ein. Bei der Erstellung bzw. Weiterentwicklung der Methodik orientieren sich die UGR an international abgestimmten Standards bzw. Verfahren und EU-weit geltenden Empfehlungen und ziehen als Ausgangsdaten, soweit möglich, bereits qualitätsgesicherte Ergebnisse etablierter Datenquellen in Betracht. Regelmäßig erfolgt zudem eine Überprüfung, ob und wie ggf. besser geeignete Datenquellen zur Berechnung herangezogen werden können. Da die UGR im Wesentlichen auf die etablierten Ergebnisse bereits qualitätsgesicherter bestehender Statistiken zurückgreifen, ist bei gleichbleibenden Ausgangsquellen eine ex-ante-Evaluierung der Basisdaten nur rudimentär erforderlich. Durch den kontenmäßigen Aufbau der Leistungen der Ökosysteme erfolgt während und nach der Durchführung des Berechnungsverfahrens regelmäßig eine ex-post-Evaluierung der Ergebnisse anhand von bestehenden internen und externen Vergleichsgrößen. Darüber hinaus findet innerhalb der Arbeitsgruppen des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) zu den UGR regelmäßig ein Austausch über Qualitätsaspekte und Möglichkeiten der Qualitätsverbesserung statt. 1.9.2 Qualitätsbewertung Aufgrund der durch EU-Recht vorgegebenen Liefertermine stehen einige der für die Leistungen der Ökosysteme notwendigen Basisdaten nicht rechtzeitig zum ersten Veröffentlichungstermin zur Verfügung bzw. sind noch als "vorläufig" zu betrachten. Daher können Ergebnisse der Erstveröffentlichung noch zu einem Teil auf Schätzungen und Fortschreibungen beruhen. Fehlende Angaben werden zum einem zunächst (hinzu)geschätzt. Zum anderen werden Daten für Zwischenjahre mittels linearer Interpolation geschätzt, deren Erhebungen z.B. nur dreijährig erfolgt. Die Datenbasis wird später durch zusätzliche Daten verbessert, die sukzessive in die Berechnungen eingehen. 2 Inhalte und Nutzerbedarf =========================== 2.1 Inhalte der Statistik 2.1.1 Inhaltliche Schwerpunkte der Statistik Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen im Allgemeinen umfassen mehrere Strom- und Bestandsrechnungen, die ein möglichst umfassendes, übersichtliches, hinreichend gegliedertes quantitatives Gesamtbild der Zusammenhänge zwischen dem wirtschaftlichen Geschehen im Inland sowie durch Inländer in einer abgelaufenen Periode und dem Zustand sowie den Leistungen der Umwelt geben. Ziel der Leistungsbilanz der Ökosysteme ist es eine Auswahl an Leistungen der Ökosystemen in physischen Einheiten auszuweisen. Diese werden in anderen statistischen Rechensystemen (wie beispielsweise den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen) nur teilweise berücksichtigt. Die Leistungsbilanz der Ökosysteme ist Teil der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) und beruht konzeptionell und methodisch auf dem "System of Environmental-Economic Accounting – Ecosystem Accounting" (SEEA EA), dem internationalen statistischen Standard zu den Ökosystemrechnungen. Betreffend der Buchungsregeln ist das SEEA EA weitgehend mit dem "System of National Accounts (SNA) ", dem internationalen statistischen Standard zur Beschreibung von Volkswirtschaften, kompatibel. 2.1.2 Klassifikationssysteme Aufkommenstabellen: Ökosystemklassifikation. Verwendungstabellen: Vorleistungen nach Wirtschaftsbereichen, Konsum des Staates, Konsum der privaten Haushalte, Bruttoinvestitionen, Ausfuhren. 2.1.3 Statistische Konzepte und Definitionen Die Leistungsbilanz der Ökosysteme ist Teil der europäischen Umweltgesamtrechnungen. Sie stehen somit im Einklang mit dem internationalen statistischen Standardwerk "System of Environmental-Economic Accounting Ecosystem Accounting" (SEEA EA 2021) und ist mit dem internationalen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (System of National Accounts, SNA 2008) der Vereinten Nationen und seiner europäischen Entsprechung, dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010), weitgehend kompatibel. 2.2 Nutzerbedarf Zu den Hauptnutzern der Ergebnisse der UGR im Allgemeinen und den Ökosystemrechnungen im Speziellen, zählen Politik und Wissenschaft. Aktualität und tiefe Gliederung sind regelmäßige Nutzerwünsche bei allen statistischen Ergebnissen. Konzeptionell liegt der Fokus der UGR - und somit auch der Ökosystemrechnungen - aber im Wesentlichen auf Vollständigkeit und Kohärenz. Die an Eurostat übermittelten Daten können als Entscheidungsgrundlage für europäische umweltpolitische Maßnahmen genutzt werden. Auf nationaler Ebene sind die Hauptnutzer im politischen Bereich das Bundeskanzleramt, das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie deren nachgeordnete Behörden. Die Wünsche nach möglichst schnellen, tief gegliederten, genauen, aber zugleich umfassenden und konsistenten Daten können nicht immer zugleich erfüllt werden. Gemäß der Konzeption als Rechensystem, die Sachverhalte umfassend auf gesamtwirtschaftlicher Ebene darstellen und dabei strukturelle Gegebenheiten und langfristige Entwicklungen aufzeigen, liegt der Fokus bei der Datenbereitstellung auf Vollständigkeit und Konsistenz. Dabei werden die Berechnungsprozesse möglichst zeiteffizient gestaltet und die durch EU-Recht vorgegebenen Liefertermine eingehalten. Mitunter wird auch der Bedarf einer Ausdehnung der dargestellten Sachverhalte auf zusätzliche Themengebiete geäußert. Dem kommen die UGR entgegen, indem sie internationale Diskussionen frühzeitig aufgreifen und im Rahmen von Projekten ihr Repertoire kontinuierlich weiterentwickeln. 2.3 Nutzerkonsultation Der überwiegende Teil der Berichterstattung der UGR - und somit für die Leistungen der Ökosysteme - ist durch europäische Verordnungen geregelt, vgl. Abschnitt 1.7 Rechtsgrundlagen und andere Vereinbarungen. Bei der Entwicklung dieser rechtlichen Regelungen werden Nutzerinteressen und -wünsche auf verschiedenen Wegen berücksichtigt. Daneben werden Wünsche internationaler Stakeholder in entsprechenden Gremien diskutiert. Auf nationaler Ebene finden Nutzerkonsultationen etwa durch den in mehrjährigem Abstand vom Statistischen Bundesamt veranstalteten Fachausschuss Umwelt und UGR statt. Zahlreiche thematische Fachveranstaltungen diverser Ressorts oder wissenschaftlicher Einrichtungen dienen darüber hinaus dazu, Informationen über Wünsche von Nutzern zu gewinnen. 3 Methodik =========== 3.1 Basisstatistiken a) Ernteerträge von Kulturpflanzen Für die Berechnung der Leistung der Ernteerträge von Kulturpflanzen werden unterschiedliche Datenquellen zusammengeführt. Bei diesen Daten handelt es sich sowohl um amtliche als auch um nicht amtliche Datenquellen, deren Angaben in unterschiedlicher Weise als Berechnungsgrundlage für die Berechnung der Leistung verwendet werden (für Details hierzu, siehe Kapitel 3.2). Für einige Berechnungsschritte können aus den Datenquellen jedoch keine oder nur partielle Informationen bezogen werden. In diesem Fall werden für die Ergänzung der fehlenden Komponenten eigene Schätzungen vorgenommen. Die Hauptdatenquellen für die Berechnung der Leistung der Ernteerträge von Kulturpflanzen stellen die folgenden Erhebungen dar: - Strauchbeerenerhebung (EVAS-Nummer 41232) - Ernteerhebungen zu Feldfrüchten und Baumobst (EVAS-Nummern 41241 und 41244) - Bodennutzungshaupterhebung (EVAS-Nummer 41271) - Gemüseerhebung (EVAS-Nummer 41215) - Gesamtwirtschaftliches Materialkonto (EVAS-Nummer 85131) - Statistisches Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. b) Holzzuwachs Folgende Datenquellen werden zur Berechnung des Holzzuwachs herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100m Auflösung) - Waldgesamtrechnungen - Physische Holzvorratsbilanz. c) Feinstaubfilterung Folgende Datenquellen werden zur Berechnung der Luftfilterung (Feinstaub PM2,5) herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100m Auflösung) - Feinstaub PM2,5 (Umweltbundesamt, Stündliche Feinstaubkonzentration, 2km Auflösung) - Blattflächenindex (Copernicus Land Monitoring Services: Daily Leaf Area Index, 300m Auflösung). d) Kohlenstoffsequestrierung *** in Vorbereitung *** e) Kohlenstoffspeicherung Folgende Datenquellen werden zur Berechnung der Kohlenstoffspeicherung (Nettosequestrierung) durch Ökosysteme herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100 m Auflösung) - LULUCF-Daten der Treibhausgasberichterstattung (Thünen-Institut für Agrarklimaschutz, 100 m Auflösung). f) Kühlung in Städten Folgende Datenquellen werden zur Berechnung der lokalen Klimaregulierung (Kühlung in Städten) herangezogen: - Flächenbilanz der Ökosysteme (Statistisches Bundesamt, 100 m Auflösung) - Oberflächentemperatur, abgeleitet aus Satellitendaten von Landsat 8 Level 2, BKG (Median für Juli-August, 30 m Auflösung) - Evapotranspiration, abgeleitet aus Satellitendaten von MODIS Terra (500 m Auflösung) - Stationsdaten zur maximalen monatlichen Lufttemperatur des DWD (Median für Juli-August) - Windgeschwindigkeit, Hostrada-Daten des DWD (1000 m Auflösung) - Kronendichte, abgeleitet aus Satellitendaten von Sentinel-2, Copernicus Land Monitoring Service (10 m Auflösung) - Vegetationsindex NDVI, abgeleitet aus Satellitendaten von Sentinel-2, BKG (10 m Auflösung) - Bodenversiegelung, abgeleitet aus Satellitendaten von Sentinel-2, Copernicus Land Monitoring Service (10m Auflösung) - Baudichte, abgeleitet aus dem 3D-Gebäudemodelle LoD1 Deutschland (BKG). g) Vermiedene Bodenerosion *** in Vorbereitung *** h) Bestäubung *** in Vorbereitung *** i) Naturnaher Tourismus Für die Berechnung der naturnahen tourismusbezogenen Leistung werden unterschiedliche Datenquellen zusammengeführt. Bei diesen Daten handelt es sich sowohl um amtliche als auch um nicht amtliche Datenquellen, deren Angaben in unterschiedlicher Weise als Berechnungsgrundlage für die Berechnung der Leistung verwendet werden (für Details hierzu, siehe Kapitel 3.2). Für einige Berechnungsschritte können aus den Datenquellen jedoch keine oder nur partielle Informationen bezogen werden. In diesem Fall werden für die Ergänzung der fehlenden Komponenten eigene Schätzungen vorgenommen. Die Hauptdatenquellen für die Berechnung der Leistung naturnaher Tourismus stellen die folgenden Erhebungen dar: - Fortschreibung des Bevölkerungsstandes (EVAS-Nummer 12411), Daten zur Einwohnerzahl in den Gemeinden - Monatserhebung im Tourismus (EVAS-Nummer 45412), Daten zur Anzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben und zum Wohnsitz der Gäste - Statistik über die touristische Nachfrage (EVAS-Nummer 45413), Übernachtungen nach Zweck der Reise und zum Wohnsitz der Gäste - Transaktionsdaten von Buchungsplattformbetreibern. Die Berechnung der naturnahen tourismusbezogenen Leistung basiert maßgeblich auf der ästhetischen Landschaftsqualität. Hierfür wurde eine spezielle Karte produziert, für welche folgende Hauptdatenquellen verwendet wurden: - Flächenbilanz der Ökosysteme des Statistischen Bundesamtes (EVAS-Nummer 85311) - Digitales Basis-Landschaftsmodell (Basis-DLM) der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) - Digitales Höhenmodell (DGM25) des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG) - Klassifikation und Abgrenzung von Landschaftstypen in Deutschland (Gharadjedaghi et al. 2004) - Bedeutsame Landschaften (Schwarzer et al. 2018). 3.2 Vorgehensweise bei der Datenberechnung a) Ernteerträge von Kulturpflanzen Die Berechnung der Leistung der Ernteerträge von Kulturpflanzen folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Dabei ist die Leistung definiert als die der Ökosystembeitrag zum Pflanzenwachstum, der anhand der Menge der geernteten Kulturpflanzen für verschiedene Verwendungszwecke annäherungsweise ermittelt wird. Dazu gehören geerntete Kulturpflanzen, die der Erzeugung von Nahrungsmitteln und Fasern, Futtermittel und Energie dienen sowie geweidete Biomasse. Die Ernteerträge von Kulturpflanzen werden gemäß der Methodik für die Erstellung des Gesamtwirtschaftlichen Materialkontos berechnet. So wird beispielsweise der Feuchtigkeitsgehalt von Silomais angepasst um den Vorgaben von Eurostat zu entsprechen und die Ernte von Obst und Gemüse aus privaten Schrebergärten wird hinzugeschätzt. Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen werden die Ernteerträge den einzelnen Ökosystemklassen-, gruppen und -abteilungen gemäß der Flächenbilanz der Ökosysteme der Ökosystemrechnungen zugeordnet. Die meisten Ernteerträge werden naturgemäß den Ökosystemgruppen der Ökosystemabteilung "Agrarland" zugeordnet, es gibt jedoch auch Ausnahmen. So fallen permanente Gewächshäuser in die Ökosystemklasse "Gewerbeflächen und öffentliche Einrichtungen mit niedriger Baudichte" und dementsprechend werden die Erzeugnisse aus Gewächshäusern auch diesem Ökosystemtyp zugeordnet. Ähnlich verhält es sich mit den Erträgen, die in Hausgärten produziert werden. Diese sind der Ökosystemklasse "Wohngebiete mit niedriger Baudichte" zugeordnet und dementsprechend wird auch das Obst und Gemüse, dass dort angebaut wird dort verbucht. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird die gesamte Ökosystemleistung als Vorleistung (A01 Landwirtschaft, Jagd und damit verbundene Tätigkeiten) verbucht. b) Holzzuwachs Die Berechnung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Die Ökosystemleistung Holzzuwachs ist demnach definiert als der durchschnittliche jährliche Volumenzuwachs an lebenden Bäumen, berechnet aus dem zu Beginn des Jahres vorhandenen Bestand an lebenden Bäumen (wachsender Bestand) abzüglich der durchschnittlichen jährlichen Sterblichkeit. Die Ökosystemleistung Holzzuwachs richtet sich nach den Modellgrenzen der Waldgesamtrechnung, in welcher in Wälder verfügbar (FAWS) bzw. nicht verfügbar (FNAWS) für die Rohholzproduktion unterschieden wird. Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen werden die Daten des Holzzuwachses direkt aus der Waldgesamtrechnung übernommen und der Ökosystemabteilung A03 Wälder und Gehölz zugewiesen. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird der gesamte Ökosystemservice als Vorleistung (A02 Forstwirtschaft und Holzeinschlag) verbucht. c) Feinstaubfilterung Die Berechnung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Die Leistung Feinstaubfilterung (PM2,5) durch Vegetation bezieht sich auf die trockene Deposition, wobei sich Partikel mit einem Durchmesser <= 2,5 Mikrometer aus der Atmosphäre auf Oberflächen absinken. Sie unterscheidet sich von der nassen Deposition, bei der Partikel durch Niederschlag ausgewaschen werden. Die Höhe der trockenen Deposition hängt dabei von den chemischen und biologischen Bedingungen der Oberfläche sowie turbulenten Luftströmungen ab. Die Feinstaubkonzentration, die der Berechnung zugrunde liegt, spiegelt primäre (Emissionen) und sekundäre (Reaktionen) Partikel sowohl aus anthropogenen als auch natürlichen Quellen wider. Um die Menge an durch die Vegetation (trockene Deposition) gefiltertem Feinstaub (PM2,5) zu bestimmen, wird die Feinstaubkonzentration (C) mit einem Depositionsparameter (Vd) multipliziert. Ein Umrechnungsfaktor skaliert auf die finale Maßeinheit Tonnen/Jahr. Deposition(Tonnen/Jahr) = Vd(cm/s) * Feinstaubkonzentration(Mikrogramm pro Kubikmeter) * 0,0031536 Die Depositionsgeschwindigkeit (Vd) in diesem Model wird aus der Kombination von Blattflächenindex (LAI), Landbedeckungstyp und mittels Parametern aus Zinke (1967), zur von Vd(PM10) aus LAI, und Aherne et al. (2016), zur Übertragung von Vd(PM10) nach Landbedeckung (Parameter R), abgeleitet. Vd = 0,0064 / 6 * LAI * R Landbedeckung: R Urban 0,8209 Ackerland 0,7396 Grünland 0,6580 Wälder und Gehölz 0,3621 Heideland 0,7222 Vegetationsarme Flächen 0,5135 Feuchtgebiete 0,5135 Strände, Dünen, marine Feuchtgebiete 0,5135 Die Berechnung erfolgt in 100x100m Gitterzellen (räumliche Auflösung) und in saisonalen Zeitschritten (temporale Auflösung). Dies ist aufgrund der lokalen kleinräumigen Unterschiede (z.B. Nadel- oder Laubwald) sowie der saisonalen Unterschiede der Vegetation (z.B. immergrüne oder sommergrüne Vegetation) erforderlich. Zur Ausweisung von Aufkommenstabellen werden die saisonalen Werte der Deposition für jede Gitterzelle aufsummiert und dann nach Ökosystemtypen aggregiert (dominantes Ökosystem der Zelle). Dies ermöglicht Aufkommenstabellen auf verschiedenen Ebenen der nationalen Ökosystemklassifikation sowie auf unterschiedlichen administrativen Ebenen. Zur Ausweisung von Verwendungstabellen wird der gesamte Ökosystemservice als Konsum der privaten Haushalte verbucht. Dem steht die Annahme zu Grunde, dass diese Ökosystemleistung in Deutschland aufgrund der dichten Besiedlung immer und überall nachgefragt wird. Eine weitere Differenzierung der Nachfrage ist in diesem physischen Leistungskonto nicht angedacht. d) Kohlenstoffsequestrierung *** in Vorbereitung *** e) Kohlenstoffspeicherung Zur Berechnung der Ökosystemleistung Kohlenstoffspeicherung (Nettosequestrierung) werden Daten der LULUCF-Treibhausgasberichterstattung verwendet. Gemäß der von der EU empfohlenen Methodik werden CO2 Nettoemissionen aus mineralischen und organischen Böden, aus unter- und oberirdischer Biomasse, Streu/Totholz, Waldbränden und gelöstem organischen Kohlenstoff, nicht jedoch Holz- und Torfprodukte betrachtet und nach Ökosystemen aggregiert. Die LULUCF-Berichterstattung verwendet für ihre Berechnung eine eigene Flächenkulisse. Um diese Daten auf die Flächenbilanz der Ökosysteme zu transferieren, werden auf Gemeindeebene sogenannte Implied Emission Factors (t CO2/ha) für jede LULUCF Landnutzungskategorie berechnet. Per Überführungsmatrix (Crosswalk) werden dann die LULUCF Landnutzungskategorien auf die nationale Ökosystemklassifikation übertragen. Die Implied Emission Factors werden dann so auf die verschiedenen Ökosystemtypen entsprechend der Flächenbilanz der Ökosysteme angewandt und zu Kohlenstoff (C) umgerechnet. Da es sich bei negativen Werten um Nettoemissionen und bei positiven Werten um Nettosequestrierung handelt, je nachdem ob ein Ökosysteme insgesamt eine Kohlenstoffquelle oder -Senke ist, ist die Interpretation dieser Leistung ein Spezialfall in der Leistungsbilanz der Ökosysteme. Intakte Ökosysteme können selbst bei negativen Werten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Emissionen (etwa aus organischen Böden) nicht höher sind, als das etwa bei degradierten Flächen der Fall wäre. Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen wird die Nettosequestrierung/-Emission anschließend auf Ökosystemtypen und administrative Ebenen aggregiert. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird die gesamte Ökosystemleistung als Konsum des Staates verbucht. f) Kühlung in Städten Die Berechnung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Kühlung in Städten durch Vegetation bezieht sich auf die mittlere Temperaturreduktion durch Vegetation in Städten in den Sommermonaten Juli und August. Die Temperaturreduktion der Vegetation wird durch Beschattung, Verdunstung und Blattatmung hervorgerufen. Städte sind durch die europäische DEGURBA-Klassifikation definiert und umschließt alle Gemeinden, die bestimmte Kriterien zu Bevölkerungsgröße und -Dichte erfüllen (Eurostat 2021). Um die Temperaturreduktion durch Vegetation zu bestimmen, wird für jede Stadt und Jahr ein lineares Regressionsmodell auf einer räumlichen Auflösung von 100x100m geschätzt. Zunächst wird die Abhängigkeit der Oberflächentemperatur (LST) von Kronendichte (TC), Vegetationsindex (NDVI), die Summe aus Transpiration der Vegetation und Interzeption durch Vegetationsdach (Eveg) sowie einer Reihe von Kontrollvariablen (X) bestimmt. Die Vegetationsvariablen enthalten sowohl die Werte der Zelle selbst als auch jene der umliegenden Zellen (Radius 300m). Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass auch Grünflächen und Bäume innerhalb dieser Distanz zur Kühlung beitragen können. (1) LST = b0 + b1 * TC + b2 * NDVI + b3 * Eveg + X * b4 In einer zweiten Regression wird separat die funktionale Abhängigkeit von Lufttemperatur (Tair) von Oberflächentemperatur (LST) und Breitengrad (Lat) geschätzt. Dazu werden nur Zellen in 100m Abstand zu Wetterstationen betrachtet. (2) Tair = a0 + a1 LST + a2 Lat Anhand der Koeffizienten (b) aus Gleichung (1) wird die Oberflächentemperatur (LST0) in einem vegetationslosen Szenario (TC0, NDVI0, Eveg0) modelliert. (3) LST0 = b0 + b1 TC0 + b2 * NDVI0 + b3 * Eveg0 + X * b4 Anhand der Koeffizienten (a) aus Gleichung (2) kann diese Oberflächentemperatur (LST0) in Lufttemperatur "übersetzt werden". (4) Tair0 = a0 + a1 LST0 + a2 Lat Die Differenz der Lufttemperatur unter Berücksichtigung der Vegetation und dem Szenario ohne Vegetation ergibt die Ökosystemleistung "Kühlung in Städten durch Vegetation". (5) Kühlung = Tair0 - Tair Zur Ausweisung der Aufkommenstabellen wird die durchschnittliche Kühlung der Vegetation ausgedrückt in Grad Celsius für jede Ökosystemgruppe aggregiert. Dabei handelt es sich de facto um den Ort des Auftretens der Kühlung und nicht um eine exakte Zuweisung der Kühlleistung an jene Ökosystemen, die die Temperaturreduktion erwirken. Zur Ausweisung der Verwendungstabellen wird die gesamte Ökosystemleistung als Konsum der privaten Haushalte verbucht. g) Vermiedene Bodenerosion *** in Vorbereitung *** h) Bestäubung *** in Vorbereitung *** i) Naturnaher Tourismus Die Berechnung der naturnahen tourismusbezogenen Leistung folgt der von Eurostat empfohlenen Methodik. Dabei wird, wo immer dies möglich ist, auf für Deutschland spezifische Datensätze zurückgegriffen. Die Berechnung der Leistung erfolgt in zwei Schritten, die nachfolgend ausführlich beschrieben werden. Schritt 1: Aufbereitung der Daten der Tourismusstatistik Ziel dieses Schrittes ist es, die relevanten touristischen (Privat-)Übernachtungen je Gemeinde als Datenbasis für die weiteren Schritte zu berechnen. Hierfür wird auf die Monatserhebung im Tourismus zurückgegriffen und die aggregierten Jahresergebnisse zur Anzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit zehn oder mehr Betten verwendet. Für einige Gemeinden liegen aus Geheimhaltungsgründen keine Ergebnisse vor, sondern lediglich aggregierte Ergebnisse auf Kreisebene. In diesen Fällen jene Übernachtungen auf Kreisebene, die keiner Gemeinde zugeordnet wurden, gleichverteilt den einzelnen Gemeinden eines Kreises, für die keine Daten vorliegen, zugeordnet. Da für die naturnahe tourismusbezogene Leistung nur Reisen mit dem Zweck der Erholung berücksichtigt werden, müssen Geschäftsreisen von der Gesamtzahl der Übernachtungen abgezogen werden. Über den Anteil von Geschäftsreisen an den Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben liefert die Statistik über die touristische Nachfrage jedoch lediglich Zahlen auf Bundesebene. Unter Zuhilfenahme verschiedener Datenquellen wird der Anteil der Geschäftsreisen an touristischen Übernachtungen für jede Gemeinde geschätzt. Eine Datenquelle sind hier die Daten zur Einwohnerzahl aus der Statistik zur Fortschreibung des Bevölkerungsstandes. Da sich Geschäftsreisen auf Städte konzentrieren und hier in Großstädten ein größeres Angebot an Messe- und Tagungsinfrastruktur zu finden ist, wird angenommen, dass die Anzahl der Geschäftsreisen positiv mit der Größe der Bevölkerung einer Gemeinde korreliert. Ferner werden bei Gemeinden in der Nähe von bekannten überregionalen, anthropogenen Freizeitzentren wie Freizeitparks weitere Übernachtungen abgezogen. Im Rahmen der Monatserhebung im Tourismus werden Übernachtungsdaten von Beherbergungsbetrieben mit zehn oder mehr Betten erhoben. Um die Datenlücke von Übernachtungen von kleinen und privaten touristischen Kurzzeitunterkünften zu schließen, werden Daten von großen online Buchungsplattformen zu den Übernachtungsdaten der Tourismusstatistik zugespielt. Diese Daten beruhen auf einer Vereinbarung aus dem Jahr 2020 zwischen der Europäische Kommission mit vier Plattformbetreibern aus dem Beherbergungsbereich (Airbnb, Booking.com, Expedia Group und TripAdvisor), die dem Statistischen Bundesamt übermittelt werden. In allen Berechnungsschritten wird die Anzahl der Übernachtungen je Gemeinde nach dem Wohnsitz der Gäste (In- oder Ausland) differenziert. Schritt 2: Bestimmung des Anteils der Übernachtungen mit Naturbezug je Gemeinde In diesem Schritt wird der Anteil der Übernachtungen mit Naturbezug je Gemeinde bestimmt. Auf Basis verschiedener Datenquellen, vor allem Befragungen zum touristischen Verhalten, kann für ganz Deutschland bestimmt werden wie hoch der Anteil der Touristen ist, bei denen der Aufenthalt in der Natur der wichtigste Reisegrund war. Somit lässt sich durch die Multiplikation mit diesem Faktor mit der in Schritt 1) berechneten Anzahl der Übernachtungen die Anzahl der Übernachtungen mit Naturbezug für ganz Deutschland berechnen. Diese Anzahl wird nun auf die einzelnen Gemeinden aufgeteilt. Hierfür sind die Haupteinflussfaktoren die ästhetische Landschaftsqualität und die Einwohnerzahl der Gemeinde. Mit der ästhetischen Landschaftsqualität wird die touristische Attraktivität der Landschaft auf Basis einer Vielzahl von Variablen beschrieben. Laut den Forschungsergebnissen von Hermes et al. (2023) ist diese ästhetische Landschaftsqualität ausschlaggebend über die touristischen Möglichkeiten, die die Natur und somit die Ökosysteme bieten. Daher wird davon ausgegangen, dass in Gemeinden, die über eine relativ hohe ästhetische Qualität der Landschaft verfügen, auch ein hoher Anteil der Besucher die Erholungsmöglichkeiten in der Natur nutzt. Die ästhetische Landschaftsqualität einer Gemeinde wird anhand einer Karte gemäß der Methodik in Hermes et al (2023) bestimmt. Bei der Berücksichtigung der Einwohnerzahl wird davon ausgegangen, dass urbane Gebiete mit vielen Einwohnern ein großes Angebot an anthropogenen Freizeitmöglichkeiten (bspw. Konzerthallen, Museen, Theater) bieten und somit die Erholung in der Natur in diesen Gebieten eine untergeordnete Rolle spielt. Deshalb nimmt der Anteil der Übernachtungen mit Naturbezug in der Modellierung mit einer zunehmenden Einwohnerzahl in einer Gemeinde ab. Karte der ästhetischen Landschaftsqualität: Die Erstellung der Karte der ästhetischen Landschaftsqualität ist angelehnt an die Methodik, die in Hermes et al. (2023, S.77 ff) entwickelt wurde. Dabei wurden, basierend auf einer umfassenden Literaturrecherche, die wichtigsten Parameter und Indikatoren identifiziert, welche dazu führen, dass Individuen eine Landschaft als attraktiv wahrnehmen. Diese Parameter lassen sich in die drei Hauptkategorien Vielfalt, Natürlichkeit und Eigenart der Landschaft einteilen. Unter der Vielfalt der Landschaft wird die räumliche Verteilung von Ökosystemen und die Struktur der Landschaft verstanden. So werden abwechslungsreiche Landschaften, in denen verschiedene Ökosysteme wie Wälder und Wiesen vorkommen, als attraktiver wahrgenommen als homogenere Landschaften. Daneben spielt für die Vielfalt der Landschaft auch die Reliefvielfalt eine entscheidende Rolle. Hierunter wird der Höhenunterschied in einem Gelände verstanden. Laut Hermes et al. (2023) bietet eine höhere Reliefvielfalt "Orientierung und durch besondere Ausblicke ein Gefühl von Erhabenheit". Da jedoch auch der Blick auf das Meer von vielen Touristen geschätzt wird (bei gleichzeitiger Abwesenheit eines abwechslungsreichen Reliefs an den deutschen Küsten) wird zusätzlich zu Hermes et al. (2023) zur Berechnung der Vielfalt der Landschaft die Meeresnähe mitberücksichtigt. Die Natürlichkeit der Landschaft basiert maßgeblich darauf, wie natürlich eine Landschaft von Individuen wahrgenommen wird. Diese Werte werden durch Befragungen ermittelt und spiegeln nicht den ökologischen Wert der Landschaft aus Expertensicht wider. Daneben geht in die Natürlichkeitsbewertung die Abwesenheit von störenden Elementen mit ein. Als störende Elemente sind dabei menschliche Bauwerke definiert, die das ästhetische Landschaftsbild stören. Dies können beispielsweise Autobahnen oder Funkmasten sein. Die Eigenart der Landschaft ist über die relative Seltenheit der vorkommenden Landschaftstypen und Ökosysteme definiert. Die folgende Übersicht zeigt die Parameter, die für die Modellierung der drei Einflussfaktoren Vielfalt, Natürlichkeit und Eigenart der Landschaft herangezogen werden (Indikatoren (Faktor), Subindikatoren, Strukturmaße): - Vielfalt (0,33): - Landnutzungsvielfalt (0,33): - Shannons Diversitätsindex (0,5) - Patch-Density-Index (0,5) - Strukturvielfalt (0,33): - Randliniendichte (0,33) - Dichte an Landschaftselementen (0,33) - Vielfalt der Landschaftselementtypen (0,33) - Vielfalt der Landschaft (0,33): - Dichte der Höhenlinien im 1km-Radius - Meeresnähe - Natürlichkeit (0,33): - Wahrgenommene Natürlichkeit (0,66): - Mittelwert der vorkommenden Wertstufen - Abwesenheit technischer/störender Elemente (0,33): - Entfernungsgewichtete Elementdichte - Eigenart (0,33): - Bedeutung von Landschaftstypen (0,5): - Mittlere Bedeutungsstufe der vorkommenden Typen - Seltenheit von Ökosystemen (0,5): - Flächenanteil seltener Ökosystemtypen Die Berechnung der in der Übersicht genannten Strukturmaße erfolgt durch eine Nachbarschaftsanalyse nach dem Moving-Window-Prinzip. Dabei werden 100-Meter-Rasterzellen betrachtet. Der Wert einer Zelle ergibt sich dabei flächengewichtet aus mehreren Werten der Eingangsdaten. Hierfür wird die entsprechende Zelle selbst sowie alle Zellen in einem Umkreis von 1 km berücksichtigt. Die Strukturmaße, Subindikatoren und Indikatoren werden jeweils einheitlich auf eine Skala von 0-100 normiert. Die Normierung erfolgt im Regelfall per linearer Transformation. Der in der Übersicht in Klammern angegebene Faktor der jeweiligen Variablen zeigt die Gewichtung, mit der die Variable in die Berechnung eingeht. So fließt beispielsweise bei der Berechnung des Indikators "Natürlichkeit" der Subindikator "Wahrgenommene Natürlichkeit" doppelt so stark (0,66) ein wie der Subindikator "Abwesenheit technischer/störender Elemente". In die Berechnung des Gesamtwerts der ästhetischen Landschaftsqualität fließt die auf 0- 100 normierte Natürlichkeit jedoch mit 0,33 und somit mit dem gleichen Gewicht wie Vielfalt und Eigenart ein. Für die Bestimmung der Landnutzungsvielfalt werden die beiden Indizes Shannons Diversitätsindex (SHDI) und Patch-Density-Index berechnet. Der SHDI wird nach folgender Formel berechnet: SHDI = - Summe[i=1..m] pi * ln(pi) Hierbei steht m für die Anzahl der Ökosystemtypen und p für den Flächenanteil des jeweiligen Ökosystemtyps. Der SHDI bildet somit die Summe über die Flächenanteile der verschiedenen Ökosystemtypen multipliziert mit dem natürlichen Logarithmus des jeweiligen Ökosystemtyps. Da der Ausdruck der logarithmierten Flächenanteile jeweils negativ wird, muss der gesamte Summenausdruck mit -1 multipliziert werden, um einen positiven Wert als Ergebnis für den SHDI zu erhalten. Steigt die Anzahl der verschiedenen Ökosystemtypen in dem betrachteten Gebiet und/oder verteilen sich die vorkommenden Ökosystemtypen gleichmäßiger, so führt dies zu einem Anstieg des SHDI. Wird die Landschaft dagegen von einem oder einigen wenigen Ökosystemtypen dominiert, so ist der SHDI relativ niedrig. Die zugrunde liegenden Flächenanteile beziehen sich dabei auf die aufsummierte Fläche des jeweiligen Ökosystemtyps. So werden beispielsweise alle Laubwaldflächen für die Berechnung des SHDI zusammen betrachtet und nicht berücksichtigt, auf wie viele verschiedene Flurstücke sich diese verteilen. Um die Verteilung der Flächenstücke (auf Englisch "Patches") im Raum zu beurteilen, wird deshalb zusätzlich zum SHDI der Patch-Density-Index (PD-Index) nach folgender Formel berechnet: PD = n / a Dabei bezeichnet n die Anzahl der unterschiedlichen Patches und a die Gesamtfläche, die betrachtet wird. Für die Bestimmung der Strukturvielfalt der Landschaft werden Variablen für die Randliniendichte der Flächenstücke, die Dichte an Landschaftselementen und die Vielfalt verschiedener Landschaftselemente berechnet. Im Gegensatz zur Patch-Density werden bei der Berechnung der Randliniendichte (Edge-Density) nicht die einzelnen Flächen betrachtet, sondern die Randlinien der Einzelflächen. Nimmt also die Gesamtlänge der Grenzlinie zwischen zwei Flächenstücken zu, so steigt die Randliniendichte an (während die Patch Density konstant bleibt). Bei der Dichte und der Vielfalt von Strukturelementen liegt der Fokus auf der Analyse kleinräumiger Landschaftselemente wie beispielsweise Hecken oder Böschungen von Ufern. Bei der Berechnung der Dichte der Strukturelemente wird ähnlich wie bei der Berechnung der Randliniendichte der Flächen vorgegangen. Um jedoch den Einfluss von einigen wenigen Gebieten mit einer sehr hohen Anzahl von Strukturelementen auf das Gesamtergebnis zu begrenzen, wird der natürliche Logarithmus der entfernungsgewichteten Dichte (Kerndichte) verwendet. Bei der Analyse der Vielfalt von Strukturelementen werden die Strukturelemente in verschieden Klassen eingeteilt und dann im nächsten Schritt die Anzahl der verschiedenen vorkommenden Strukturelementtypen in dem jeweiligen Gebiet berechnet. Zur Bestimmung der Vielfalt der Landschaft wird sowohl die Reliefvielfalt als auch die Nähe zum Meer betrachtet. Die Reliefvielfalt wird anhand von zwei Variablen bestimmt. Zum einen wird in einem 1-km-Radius die Dichte an Höhenlinien mit einem Höhenabstand von 25m berechnet. Dafür wird die Gesamtlänge der Höhenlinien in dem betrachteten Gebiet aufsummiert und durch die betrachtete Fläche geteilt. Als zweite Variable wird die Reliefenergie in einem Radius von 1 km berechnet, das heißt die Höhendifferenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Punkt im Untersuchungsgebiet. Hierdurch kann bestimmt werden, ob eine Landschaft die Möglichkeit zu einem Blick in die Ferne bietet. Für die Bestimmung der wahrgenommenen Natürlichkeit wird eine abgewandelte Form des Hemerobie-Index verwendet. Mit dem Hemerobie-Index wird in der Ökologie der Einfluss des Menschen auf die Natur und Ökosysteme gemessen. Je stärker die Eingriffe und die Veränderungen der Ökosysteme durch den Menschen sind, desto höher ist auch der Indexwert. Da es bei der Bewertung der Ästhetik der Landschaft nicht auf die Natürlichkeit im ökologischen Sinne ankommt, sondern um die wahrgenommene Natürlichkeit, wird der Index gemäß der Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungsprojekten (siehe Walz und Stein (2014) und Hermes et al (2023)) angepasst. Zudem wird aus technischen Gründen die Skalierung invertiert, so dass ein hoher Indexwert für eine hohe wahrgenommene Natürlichkeit steht. Alle in Deutschland vorkommenden Ökosysteme werden in insgesamt sieben verschiedene Klassen eingeteilt. In die höchste Klasse fallen lediglich die Ökosysteme "Natürlicher Fels" und "Gletscher und Dauerschneegebiete", da dies die einzigen Ökosysteme sind, die in ihrer ursprünglichen (nicht derzeitigen) Beschaffenheit nicht durch menschlichen Einfluss verändert wurden. In die niedrigste Klasse fallen alle Ökosysteme, die durch eine starke menschliche Überprägung gekennzeichnet sind, wie beispielsweise Siedlungs- und Industrieflächen mit hoher Baudichte. Die visuelle Wahrnehmung der Natürlichkeit der Landschaft ist in Deutschland durch das Vorkommen von Industrieanlangen, Autobahnen und ähnlichen Bauwerken eingeschränkt. Diese Bauwerke werden als technische bzw. störender Elemente zusammengefasst. Da diese Bauwerke oft auch mit Lärmemissionen einhergehen, kann die räumliche Nähe zu diesen auch als Näherungswert für das Vorkommen von Lärm herangezogen werden. In die Bewertung der Natürlichkeit der Landschaft geht die Abwesenheit von störenden Bauwerken als positive Eigenschaft in die Berechnung ein. Da die störenden Bauwerke oft konzentriert an wenigen Orten in der Landschaft vorkommen, wird der natürliche Logarithmus der entfernungsgewichteten Dichte (Kerndichte) verwendet. Dadurch gehen auch Gebiete mit geringer und mittlerer Dichte im Verhältnis zu Gebieten mit sehr hoher Dichte nach der Normalisierung differenziert in die Bewertung ein. Die Eigenart der Landschaft wird über die Häufigkeit bzw. die Seltenheit des Vorkommens verschiedener Landschaftstypen bestimmt. Bei der Bedeutung der Landschaftstypen bildet der Datensatz Landschaften in Deutschland von Gharadjedaghi et al. (2004) sowie die Einstufung der Bedeutsamen Landschaften nach Schwarzer et al. (2018) die Grundlage. In Gharadjedaghi et al. (2004) werden 858 verschiedene Landschaften unterschieden, die in 24 Landschaftstypen eingeteilt werden können. Für diese 24 Landschaftstypen wird der Flächenanteil an der Gesamtfläche Deutschlands berechnet. Je seltener ein Landschaftstyp vorkommt, umso höher geht dieser in die Bewertung der Bedeutung der Landschaft mit ein. Ist eine Landschaft zudem als Hecken- oder Flusslandschaft in Gharadjedaghi et al. (2004) oder als Bedeutsame Landschaft in Schwarzer et al. (2018) definiert, erfolgt eine zusätzliche Aufwertung der Fläche. Für die Berechnung des Subindikators zur Seltenheit von Ökosystemen werden Ökosysteme als selten angesehen, wenn ihr Flächenanteil an der gesamten Landfläche weniger als 3% ausmacht. Die Ökosystemklassen der Ökosystemabteilung Siedlungsfläche und Verkehrsinfrastruktur werden dabei zusammengefasst bewertet. Der Subindikator berechnet den Flächenanteil von seltenen Ökosystemen in der Nachbarschaft. Da diese Ökosysteme im Regelfall nur einen kleinen Flächenanteil der betrachteten Fläche ausmachen, es jedoch einige betrachtete Flächen mit sehr hohen Anteilen seltener Ökosysteme gibt, wird der Logarithmus des jeweiligen Flächenanteils verwendet. 3.3 Preis- und Saisonbereinigung, andere Analyseverfahren Die UGR führen selbst keine Preisbereinigung durch. Da die Leistungen der Ökosysteme in physischen Einheiten dargestellt werden, ist diese per se nicht erforderlich. Eine Saisonbereinigung dient als Ausgleich für wiederkehrende unterjährige Effekte, die sonst einen Vergleich mit unterjährigen Vorperioden erschweren würden. Die UGR stellen bisher allerdings nur Jahresergebnisse bereit. Daher ist eine Saisonbereinigung nicht durchführbar und auch nicht erforderlich. Eine Bereinigung um strukturelle Effekte zwischen verschiedenen Jahren findet nicht statt, da die Leistungen der Ökosysteme kaum von strukturellen Effekten beeinflusst sind. 3.4 Beantwortungsaufwand Da es sich bei den Ökosystemrechnungen um ein Gesamtrechnungssystem handelt, in dem bereits vorliegende Ergebnisse von Primär- und Sekundärerhebungen sowie aus administrativen Datenquellen weiterverarbeitet werden, findet keine zusätzliche Belastung von Auskunftspflichtigen statt. 4 Genauigkeit und Zuverlässigkeit ================================== 4.1 Qualitative Gesamtbewertung der Genauigkeit Stichproben- oder nicht-stichprobenbedingte Fehler der für die Berechnung der Leistungen der Ökosysteme einfließenden Basisstatistiken können grundsätzlich auch in den Ergebnissen enthalten sein. Darüber hinaus können die Anwendung von Schätzverfahren sowie die Fortschreibung von Zeitreihen zu Ungenauigkeiten führen. Diese Schätzfehler lassen sich aber nicht vermeiden, wenn nicht die Ansprüche an die Aktualität der Daten hintenanstehen sollen. Somit besteht ein direkter Zusammenhang zwischen einer gewissen Ungenauigkeit und der geforderten Aktualität der Ergebnisse der Umweltschutzausgabenrechnung. Die Qualität der Berechnungen wird während des Rechenprozesses laufend überprüft, so dass etwaige Störungen oder Fehler erkannt und behoben werden können. Die wichtigsten Elemente dieses Qualitätssicherungsverfahrens sind: - Die für die Leistungen der Ökosysteme genutzten Ausgangsstatistiken werden, soweit sie aus dem Bereich der amtlichen Statistik kommen, bereits in den Fachstatistiken einer Qualitätskontrolle unterzogen. - In den UGR werden die bereitgestellten Ausgangsdaten nochmals auf Vollständigkeit und Plausibilität überprüft. - Ein wesentliches Element der Qualitätssicherung ist der umfassende Abgleich der von für die Leistungen der Ökosysteme verwendeten Basisstatistiken wie auch der UGR-Ergebnisse selbst mit komplementären Daten aus anderen Quellen. Wo möglich, erfolgt eine Prüfung der Systemkohärenz. Etwaige Unstimmigkeiten werden in den Kontensalden sofort sichtbar. 4.2 Qualität der Datenquellen Die Berechnung der Leistungen der Ökosysteme basiert zu großen Teilen auf Angaben aus der amtlichen Statistik sowie aus anderen amtlichen Quellen mit vergleichbarer Qualität. Diesen wird auch soweit als möglich Vorrang vor anderen Daten gegeben. Somit sind bereits die wesentlichen Ausgangsdaten qualitätsgesichert. Eine Qualitätsbewertung der einzelnen Ergebnisse der Ausgangsdaten findet daher im laufenden Prozess nur in Einzelfällen oder bei Auffälligkeiten statt. Der wesentliche Bestandteil der Qualitätssicherung bei der Berechnung der Leistungen der Ökosysteme findet in der methodischen Konzeption der Rechnungen statt. Für jede Datenquelle findet eine Einschätzung hinsichtlich ihrer Darstellungseinheiten und der Vollständigkeit ihrer Abdeckung (z. B. vermindert durch Abschneidegrenzen) statt, um so die Vollständigkeit und Kohärenz des Gesamtrechensystems zu gewährleisten, in dem sie verwendet wird. Die Tatsache, dass letztendlich ein in sich stimmiges und strukturell plausibles Ergebnis entsteht, darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in einem Gesamtrechensystem gewisse Schätzspielräume und Unschärfen bei den veröffentlichten Gesamtergebnissen gibt. 4.3 Revisionen 4.3.1 Revisionsgrundsätze Als Revision bezeichnet man in der amtlichen Statistik die nachträgliche Änderung bereits veröffentlichter statistischer Ergebnisse. In den UGR – und somit für die Leistungen der Ökosysteme – finden zum einen laufende Revisionen, zum anderen auch anlassbedingte Revisionen statt. Laufende Revisionen ergeben sich daraus, dass die zugrundeliegenden Datenquellen selbst Revisionen unterworfen sein können. Im Rahmen der laufenden Revisionen werden daher auch für zurückliegende Berichtsjahre die jeweils aktuellsten Versionen der Datenquellen verwendet und in die Berechnungen einbezogen. Die Datennutzer können somit auf bestmögliche Ergebnisse für Analysen und Prognosen zurückgreifen. Anlassbedingte Revisionen sind zum Beispiel aufgrund von Änderungen in der zugrundeliegenden Methodik oder bei den verwendeten Klassifikationen erforderlich. Weitere Gründe können sein, dass bislang verwendete Datenquellen nicht mehr zur Verfügung stehen und durch andere Quellen ersetzt werden müssen oder bei unveränderter Verfügbarkeit eine besser geeignete Datenquelle identifiziert wurde und diese die bisherige ersetzt. Auch ist es möglich, dass eine bestimmte Datenquelle für den vorgesehenen Veröffentlichungszeitpunkt nicht rechtzeitig vorliegt, dies vorübergehend durch Schätzungen kompensiert wird und die Schätzungen später ersetzt werden. Wenn Revisionen notwendig sind, werden die revidierten Ergebnisse spätestens zum Zeitpunkt der nächsten regulären Veröffentlichung publiziert. 4.3.2 Revisionsverfahren Anlassbedingte Revisionen erfolgen bei methodischen Neuerungen oder geänderter Verfügbarkeit der verwendeten Datenquellen rückwirkend für den längst möglichen Zeitraum. Laufende Revisionen finden dann statt, wenn für ausgewählte Merkmale benötigte Datenquellen nicht rechtzeitig zum Veröffentlichungszeitpunkt zur Verfügung stehen. In diesem Fall werden fehlende Daten zunächst geschätzt und bei Vorliegen der jeweiligen Datenquelle ersetzt. Weitere laufende Revisionen der Leistungen der Ökosysteme erfolgen aufgrund von Revisionen in den für die Berechnung verwendeten Datenquellen. 4.3.3 Revisionsanalysen Eine Möglichkeit zur Abschätzung der Zuverlässigkeit der veröffentlichten Ergebnisse besteht in der Analyse von Revisionsdifferenzen. Dabei wird die Abweichung zwischen dem zuerst veröffentlichten Ergebnis und dem späteren (revidierten) Ergebnis untersucht. Mit der Berechnung von Revisionsdifferenzen erhalten Nutzer einen Eindruck davon, welchen Einfluss die Revisionen auf die Ergebnisse haben. Übliche Revisionsmaße sind die "Mittlere Revision" (MR) und die "Mittlere absolute Revision" (MAR), die das arithmetische Mittel der in der Vergangenheit beobachteten Abweichungen zwischen erstmalig und zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichten Werten mit (MR) beziehungsweise ohne (MAR) Berücksichtigung des Vorzeichens berechnen. 5 Aktualität und Pünktlichkeit =============================== 5.1 Aktualität Die erste Veröffentlichung vollständiger, teilweise noch nicht endgültiger Ergebnisse erfolgt zum Zeitpunkt t+24 Monate, also zwei Jahre nach Ende des Berichtsjahres. Die Veröffentlichungszeitpunkte orientieren sich zum einen an den durch Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vorgegebenen Lieferfristen an Eurostat, zum anderen sind sie ein akzeptabler Kompromiss zwischen einer unter anderem von den Nutzern gewünschten frühzeitigen Bereitstellung der Daten und der Verfügbarkeit der für die Berechnung erforderlichen Datenquellen. 5.2 Pünktlichkeit Die Übermittlung der Daten an Eurostat erfolgte in der Vergangenheit immer fristgerecht entsprechend der durch die Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vorgegebenen Frist am 31.12. eines Jahres. Die Veröffentlichung der Daten erfolgt jährlich spätestens 26 Monate nach dem Berichtsjahr. 6 Vergleichbarkeit =================== 6.1 Räumliche Vergleichbarkeit Die Leistungen der Ökosysteme werden entsprechend den Vorgaben der Verordnung (EU) 691/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie verschiedener von Eurostat herausgegebener Handbücher und Empfehlungen produziert. Da sich auch die anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union an diese Vorgaben halten müssen, sind die Ergebnisse grundsätzlich EU-weit vergleichbar. Die Vergleichbarkeit kann allerdings dadurch eingeschränkt werden, dass in anderen Mitgliedsstaaten andere Datenquellen zur Verfügung stehen oder für die Berechnung ausgewählt werden und andere Schätzverfahren angewandt werden. Weltweit wird eine hohe Vergleichbarkeit der UGR durch die Anwendung des System of Environmental-Economic Accounting (SEEA) der Vereinten Nationen grundsätzlich ermöglicht. Allerdings ist das SEEA nicht rechtsverbindlich. 6.2 Zeitliche Vergleichbarkeit Es ist ein Kennzeichen der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen, im Falle von grundlegenden Änderungen der Methoden, Klassifikationen oder Datenquellen auch weit zurückreichende Revisionen möglichst langer Zeitreihen vorzunehmen, um den Datennutzern ein optimales Datenangebot zu bieten. Die Vergleichbarkeit von UGR-Ergebnissen über einen langen Zeitraum hinweg wird dann beeinträchtigt, wenn die Einarbeitung neuer Konzepte, Klassifikationen oder Datenquellen nicht für den gesamten, bisher von einer langen Reihe abgedeckten Zeitraum möglich ist. Dies liegt in der Regel daran, dass die entsprechenden Primärdaten selbst erst ab einem bestimmten Berichtsjahr verfügbar sind. Daneben spielen auch Effizienzabwägungen eine Rolle, etwa wenn der technische Aufwand für eine weit zurückreichende Revision als sehr hoch, der aus der Revision resultierende Zugewinn an zeitlicher Vergleichbarkeit dagegen als gering eingeschätzt wird. 7 Kohärenz =========== Die Daten der Leistungen der Ökosysteme sind mit denjenigen der VGR weitestgehend kompatibel, da die UGR ursprünglich als Satellitensystem zu den VGR konzipiert wurden. Dabei ist die Möglichkeit, Daten der UGR und VGR zu kombinieren und gemeinsam zu analysieren, ein wichtiges Nutzerinteresse. Entsprechend werden, soweit es fachlich und inhaltlich sinnvoll ist und internationale Standards nichts Abweichendes bestimmen, gleiche Klassifikationen und Begriffe verwendet. Andererseits unterscheiden sich die von den UGR veröffentlichten Daten häufig von Daten der Fachstatistiken des Statistischen Bundesamtes oder Daten aus externen Quellen zu ähnlichen oder sogar scheinbar gleichen Merkmalen. Dies ist zumeist durch methodische Unterschiede begründet und liegt auch in der Natur eines Gesamtrechnungssystems, in das eine Vielzahl unterschiedlicher Datenquellen zur Berechnung eines Merkmals eingehen. Ein wichtiges Ziel der UGR ist die Bereitstellung von Daten, die ein möglichst vollständiges und in sich kohärentes Bild der Beziehungen zwischen Umwelt und Wirtschaft zeichnen. Gegenüber diesen Ansprüchen auf Vollständigkeit und interne Kohärenz wird die Übereinstimmung mit anderen Daten aus statistischen Erhebungen bewusst zurückgestellt, um Nutzern durch die UGR ein harmonisiertes Datenspektrum als Grundlage für statistisch valide Analysen bereitzustellen. Jede Primärerhebung und jedes Gesamtrechensystem verfolgt das ihr per Gesetz vorgegebene Ziel, verbunden mit dem Anspruch, die Aussagekraft der für diesen konkreten Anwendungsfall benötigten Daten zu erhöhen. Etwaige Differenzen lassen somit keinen Schluss auf die Datenqualität bzw. Genauigkeit des einzelnen Produkts zu. 8 Verbreitung und Kommunikation ================================ 8.1 Verbreitungswege Pressemitteilungen: Die Ergebnisse der Leistungen der Ökosysteme werden auf der Seite www.destatis.de/ugr im Laufe des Jahres veröffentlicht, sobald die Berechnungen abgeschlossen sind. Gegebenenfalls wird die Veröffentlichung der Ergebnisse von einer Pressemitteilung begleitet, in der ausgewählte interessante Aspekte dargestellt und erläutert werden. Veröffentlichungen: Die Ergebnisse werden unter www.destatis.de auf der Seite der Ökosystemrechnungen im Rahmen des Statistischen Berichts, der im Excelformat im Abschnitt "Publikationen" zur Verfügung steht sowie partiell in den Abschnitten "Tabellen" veröffentlicht. Zudem werden ausgewählte Inhalte als Karten im Ökosystematlas unter oekosystematlas-ugr.destatis.de veröffentlicht (mit Download-Option). Online-Datenbank: Ergebnisse der Statistik können in GENESIS-Online (www.destatis.de/genesis) unter dem Statistik-Code 85331 abgerufen werden. Zugang zu Mikrodaten: Im Rahmen der UGR werden keine Mikrodaten erhoben, entsprechend besteht auch keine Möglichkeit, Mikrodaten bereitzustellen. Sonstige Verbreitungswege: Entfällt. 8.2 Methodenpapiere/Dokumentation der Methodik a) Ernteerträge von Kulturpflanzen Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. b) Holzzuwachs Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. c) Feinstaubfilterung - Aherne, J., K. Wilkins and H. Cathcart, 2016. Nitrogen–Sulfur Critical Loads: Assessment of the Impacts of Air Pollution on Habitats (2016-CCRP-MS.43). EPA Research Report. Prepared for the Environmental Protection Agency by Trent University. EPA Research Programme 2021–2030 - Zinke, P.J., 1967. Forest interception studies in the United States. In: Sopper, W.E., Lull, H.W. (Eds.), Forest Hydrology. Pergamon Press, Oxford, pp. 137-1 6. Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. d) Kohlenstoffsequestrierung *** in Vorbereitung *** e) Kohlenstoffspeicherung Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. f) Kühlung in Städten - Eurostat (2021): Applying the Degree of Urbanisation: A methodological manual to define cities, towns and rural areas for international comparisons. Publications Office of the European Union. Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. g) Vermiedene Bodenerosion *** in Vorbereitung *** h) Bestäubung *** in Vorbereitung *** i) Naturnaher Tourismus - Gharadjedaghi, B., Heimann, R., Lenz, K., Martin, C., Pieper, V., Schulz, A., Vahabzadeh, A., Finck, P., Rieken, U. (2004): Verbreitung und Gefährdung schutzwürdiger Landschaften in Deutschland. Natur und Landschaft 79 (2): 71-81. - Hermes, J., Albert, C., Schmücker, D., Bredemeier, B., Barkmann, J., von Haaren, C. (2023). Erfassung und Bewertung kultureller Ökosystemleistungen in Deutschland. Bundesamt für Naturschutz. BfN-Schriften 659. - Schwarzer, M., Mengel, A., Konold, W., Reppin, N., Mertelmeyer, L., Jansen, M., Gaudry, K.-H., Oelke, M. (2018a): Bedeutsame Landschaften in Deutschland. Gutachtliche Empfehlungen für eine Raumauswahl. BfN-Skripten 517. Bonn - Bad Godesberg (Bundesamt für Naturschutz): 465 S. - Walz, U., Stein, C. (2014): Indicators of hemeroby for the monitoring of landscapes in Germany. Journal for Nature Conservation 22 (3): 279-289. Siehe Kapital 3.1 und 3.2 für methodische Details. 8.3 Richtlinien der Verbreitung Veröffentlichungskalender: Entfällt. Zugriff auf den Veröffentlichungskalender: Entfällt. Zugangsmöglichkeiten: Die Ergebnisse der Leistungen der Ökosysteme stehen für alle Nutzer zum gleichen Zeitpunkt unter www.destatis.de zur Verfügung. 8.4 Kontaktinformation Statistisches Bundesamt Gustav-Stresemann-Ring 11 65189 Wiesbaden Tel: +49 (0) 611 / 75 8855 www.destatis.de/kontakt © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2025

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