Im September 2012 hat das Europäische Parlament eine Neufassung der EU-Energieeffizienzrichtlinie verabschiedet. Von zentraler Bedeutung ist Artikel 7 der Richtlinie, der vorschreibt, dass alle Staaten verbindlich politische Instrumente einführen, die bis zum 31. Dezember 2020 neue jährliche Energieeinsparungen in einer Höhe von 1,5Prozent erzielen. In einem Kurzgutachten stellte Ecofys die Effektivität der bestehenden Energieeffizienzinstrumente den Zielvorgaben der europäischen Energieeffizienzrichtlinie sowie dem Energiekonzept der Bundesregierung gegenüber. Das Kurzgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland und unter Anwendung des Artikel 7 der europäischen Energieeffizienzrichtlinie schätzungsweise kumulierte Endenergieeinsparungen von 125PJ im Jahr 2020 mit einer Fortführung bestehender Maßnahmen erzielt werden können. Mit Blick auf das jährliche Einsparziel der Effizienzrichtlinie von 1,125Prozent bedeutet das, dass eine Umsetzungslücke von rund 0,8Prozent verbleibt, die durch neue Maßnahmen, bzw. durch eine Aufstockung und effektivere Umsetzung bestehender Maßnahmen zu schließen ist.
Die EU-Energieeffizienzrichtlinie sieht bis zum Jahr 2020 eine Verringerung des Energieverbrauchs um 20 Prozent vor. Bleibt es jedoch bei der aktuellen Entwicklung, wird Europa nur die Hälfte davon tatsächlich erreichen. Deshalb sind beste verfügbare Techniken, die zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs innerhalb der EU beitragen können, notwendiger denn je. Die technische Dämmung von Industrieanlagen ist eine solche beste und bereits seit Jahren verfügbare Technik. Eine von der European Industrial Insulation Foundation (EiiF) in Auftrag gegebene Ecofys-Studie belegt, dass eine bessere Dämmung von Industrieanlagen großes Potential für Energie- und CO2-Einsparungen birgt. Die dazu erforderlichen Maßnahmen könnten kosteneffizient umgesetzt werden. Der Studie zufolge sind mindestens 10 Prozent der Oberflächen in industriellen Anlagen ungedämmt oder weisen eine beschädigte Isolierung auf. Darüber hinaus sind die meisten existierenden Dämmsysteme auf Basis von allgemeinen und heute deutlich zu hohen Wärmeverlustraten oder Minimalstandards für Oberflächentemperaturen angelegt. Anforderungen wie Wirtschaftlichkeit oder maximale Energieeffizienz werden dabei in der Regel nicht berücksichtigt. Würde die Industrie in der EU auf kosteneffiziente Dämmsysteme umstellen, wären - so die Studie - jährliche Energieeinsparungen von 620 PJ und eine Reduktion der CO2-Emissionen um 49 Mt CO2 pro Jahr möglich. Die vollständige Studie kann beim EiiF angefordert werden: http://www.eiif.org/?Extra/50/14.
Im Juni 2011 legte die Europäische Kommission eine neue Richtlinie für Energieeffizienz vor. Diese soll Maßnahmen zur weiteren Energieeinsparung vorschlagen, um das 20 Prozent Energieeinsparziel bis 2020 zu erreichen. Nach heutigem Politikstand wäre allerdings nur die Hälfte dieses Einsparziels für die EU erreichbar. Nettoeinsparungen für Europas Wirtschaft und Verbraucher sollen sich auf 107 Milliarden Euro im Jahr 2020 belaufen, falls alle kosteneffizienten Effizienzmaßnahmen auch wirklich umgesetzt werden. Diese Zahl bezieht sich jedoch nur auf die vermiedenen Energiekosten - d.h. den Effekt von weniger Energieeinkauf durch Wirtschaft und Verbraucher. Hierzu müssen aber die indirekten Ersparnisse hinzugerechnet werden, welche Gegenstand der vorliegenden Studie sind. Die Studie untersucht die zugehörigen Mechanismen, die einen positiven Einfluss auf die Preisentwicklung haben: - Die verringerte Nachfrage senkt den Preis von fossilen Energiequellen - Strompreise auf dem Spotmarkt fallen niedriger aus - Es muss weniger in die Energieinfrastruktur investiert werden. Diese Ecofys Studie wurde im Auftrag von Friends of the Earth Europe und Climate Action Network Europe erstellt.
Unternehmen, die keine KMU laut EU-Definition sind, sind laut EU-Energieeffizienzrichtlinie Art. 8 und dem deutschen Energiedienstleistungsgesetz verpflichtet alle vier Jahre ein Energieaudit nach EN 16247-1 durchzuführen oder ein Energie- oder Umweltmanagementsystem nach ISO 50001 oder EMAS einzuführen. Laut aktuellen Forschungsergebnissen aus REFOPLAN-Vorhaben (Fraunhofer ISI 2017) und vergleichbaren Forschungsvorhaben des BMWi (dena 2018, Fraunhofer ISI 2017) ist die Umsetzungsrate von Energieeffizienzmaßnahmen und die Steigerung der Energieeffizienz in Unternehmen, die sich für die Einführung von Energiemanagementsystem nach ISO 50001 entschieden haben, signifikant höher als bei Unternehmen, die lediglich ein Audit nach EN 16247-1 durchgeführt haben, um ihrer gesetzlichen Pflicht nach Energiedienstleistungsgesetz nachzukommen. Energiemanagement führt zwingend zu einer fortlaufenden Verbesserung der Energieeffizienz in einem Unternehmen, während ein Energieaudit nur alle vier Jahre eine Bewertung der energetischen Ausgangssituation und die Erstellung einer Liste potentieller Maßnahmen ohne Umsetzungsgewährleistung liefert.1) In dem Vorhaben sollen die zusätzlichen Klimaschutzpotenziale aus einer Änderung des Energiedienstleistungsgesetzes zur verpflichtenden Einführung eines Energie- oder Umweltmanagementsystem nach ISO 50001 oder EMAS gegenüber einer Baseline unter Beibehaltung der derzeitigen Situation untersuchen2) Vorschläge zur rechtlichen Umsetzung erarbeiten3) Politikempfehlungen für die flankierende Förderung und Ausnahmetatbeständen bei Härtefällen entwickeln4) Vorschläge und Politikempfehlungen zu einer erhöhten Einführung von Energie und Umweltmanagementsystemen in KMU entwickeln5) Informationsangebote (Broschüre, Veranstaltungen) für Unternehmen zu den Vorteilen und den zusätzlichen Anforderungen der Einführung von Energie- und Umweltmanagement gegenüber einem Audit zur Umsetzung der Verpflichtung aus dem Energiedienstleistungsgesetz erarbeiten.
<p> <p>Mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs wird zum Heizen und Kühlen von Gebäuden sowie für Warmwasser im Privaten und in Industrieprozessen eingesetzt. Eine effiziente Fernwärmeversorgung führt zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs und den damit verbundenen CO₂-Emissionen. Die im Auftrag des UBA entwickelten Karten unterstützen Kommunen und Entscheider bei der Wärmeplanung.</p> </p><p>Mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs wird zum Heizen und Kühlen von Gebäuden sowie für Warmwasser im Privaten und in Industrieprozessen eingesetzt. Eine effiziente Fernwärmeversorgung führt zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs und den damit verbundenen CO₂-Emissionen. Die im Auftrag des UBA entwickelten Karten unterstützen Kommunen und Entscheider bei der Wärmeplanung.</p><p> <p>Die Wärmeplanung trägt dazu bei, dass Wärmeverbrauch und -quellen besser aufeinander abgestimmt werden können. Dadurch können erneuerbare Wärmequellen und Abwärme effizienter eingebunden und Verbräuche gesenkt werden.</p> <p>Im Rahmen des Vorhabens „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/analyse-des-wirtschaftlichen-potenzials-fuer-eine">Analyse des wirtschaftlichen Potenzials für eine effiziente Wärme- und Kälteversorgung - Beitrag zur Berichtspflicht EnEff-RL, Artikel 14 Anhang VIII</a>“ wurden georeferenzierte Karten entwickelt, die die Wärme- und Kältebedarfsgebiete, die Nachfrage nach Wärme und Kälte im Verhältnis zur Siedlungsdichte (Wärmedichte), sowie die Nutzenergiebedarfe für Wärme und Kälte für Deutschland auf Kreisebene darstellen. Somit können Kommunen und Energieversorger Gebiete identifizieren, die für eine Fernwärmeversorgung geeignet sein können. Diese Informationen können aber auch auf Landes- und Bundesebene als Informationsquelle für die Instrumentenentwicklung dienen.</p> <p>Die Karten sind <a href="https://datahub.uba.de/portal/apps/opsdashboard/index.html#/ae128313517548f193a9b72f93ca9db7">online auf der Website des Umweltbundesamtes</a> verfügbar. Sie ermöglichen neben der räumlichen Darstellung eine Visualisierung der ermittelten Nutz- und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergie">Endenergie</a> nach den Sektoren Wohngebäude, Industrie sowie Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) im Jahr 2018 sowie Prognosen für 2030 und 2050 für den jeweiligen Kreis.</p> <p>Weiter werden Nutz- und Endenergie nach den Anwendungen (Raumwärme und Warmwasser (RW + WW), <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/prozesswaerme">Prozesswärme</a> und Prozess- und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimakaelte">Klimakälte</a>) für diese Jahre differenziert abgebildet.</p> <p>Die Darstellungen zeigen weiter die Wärmedichte nach Kreis und die Dichteklasse nach Wärmebedarf für die Jahre 2018, 2030 und 2050. Dies ermöglicht die Identifikation von Gebieten mit einem hohen Fernwärmepotenzial.</p> <p>Schließlich geben die Karten Aufschluss über den Nutzenergiebedarf für Raumwärme und Warmwasser in den Sektoren Wohngebäuden und GHD energieintensiven Gebieten in Städten und Ballungsgebieten.</p> </p><p>Informationen für...</p>
Im Februar 2015 hat die Europäische Kommission ihre Rahmenstrategie 'Energieunion mit einer zukunftsorientierten Klimaschutzstrategie' vorgelegt. Bis zum Ende des Jahres 2016 wird die Kommission eine Vielzahl wichtiger legislativer und nicht-legislativer Dossiers zur Umsetzung der Energieunion vorlegen, welche die EU Klima- und Energiepolitik bis 2030 entscheidend prägen und ausgestalten werden. Dazu zählen u. a. die Vorschläge zur Revision der Richtlinien zur Förderung von erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz, Vorschläge zum neuen Strommarktdesign und zur Governance der Energieunion. Um die BMUB-Interessen in den Verhandlungen dieser Dossiers effektiv einbringen zu können, sind eine Vielzahl wissenschaftlicher Analysen und ad-hoc Forschungsleistungen in den vorgenannten Politikfeldern erforderlich. Ziel des Vorhabens ist es, wissenschaftliche Analysen zu EU- und nationalen Politikmaßnahmen durchzuführen und dazu u. a. bestehende Politikmaßnahmen zu evaluieren und neue Maßnahmenvorschläge und Verhandlungsstrategien zu entwickeln. Dabei sollen insbesondere die hohen klimaschutzpolitischen Interdependenzen und Auswirkungen berücksichtigt werden und die europäische Energiepolitik vor dem Hintergrund der Dekarbonisierungsziele weiterentwickelt werden. Aufgrund des potentiell hohen Beitrags zur klimaneutralen Transformation wird der Energieeffizienz, der Entwicklung von Energieinfrastrukturen einschließlich der Gestaltung politischer Instrumente (z.B. zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf EU-Ebene) eine besondere Bedeutung zukommen. Das Strategiekonzept soll modular aufgebaut sein und dabei jeweils relevante politische Diskussionsstränge in Brüssel spiegeln. Das Projekt soll dadurch Impulse in die politische Diskussion bringen sowie auch konkrete Handlungsvorschläge für den Verhandlungsprozess unterbreiten.
The aim of the PhD project is to analyse the cost-effectiveness of energy efficiency programs that are implemented by energy companies at the end user's site. Electricity conservation and load shifting programs are evaluated with priority. This field of research is of particular interest as, in the year 2006, the European Union adopted the Directive on Energy End Use Efficiency and Energy Services, which encourages the Member States to reduce their national energy demand by 1 percent per year in the period from 2008 to 2017. The Directive considers energy companies as one of the main actors to reach this target. The analysis of benefits and costs is performed from the perspective of different market actors: the customer participating in an energy efficiency programme, the national economy, the society and various kinds of energy companies existing in the European liberalised energy market. The first step is to develop an appropriate methodology for the evaluation of energy efficiency programs that are implemented in the energy regulation context existing in Europe. Applying this methodology, costs and benefits of energy efficiency programs are calculated in a way allowing to compare the energy conservation costs with the costs of supply side technologies on the same level. The most common types of energy efficiency programs that are implemented in France and Germany are evaluated and compared with each other based on the developed methodology. Moreover, the impacts of existing current and potential future regulatory conditions existing in different European countries are assessed. The objective is to identify which regulatory changes are able to improve the framework conditions for the implementation of energy efficiency programs. Electricite de France (EDF) provides relevant data for the analysis. The Wuppertal Insitute realises the research in co-operation with EDF Recherche & Developpment.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 38 |
| Europa | 6 |
| Land | 1 |
| Wissenschaft | 2 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 1 |
| Förderprogramm | 35 |
| Text | 2 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 2 |
| Offen | 36 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 31 |
| Englisch | 15 |
| Resource type | Count |
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| Bild | 1 |
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| Dokument | 2 |
| Keine | 22 |
| Webseite | 16 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 34 |
| Lebewesen und Lebensräume | 30 |
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| Mensch und Umwelt | 38 |
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| Weitere | 38 |