Sogenannte "Schutzprodukte gegen Elektrosmog" sind unnötig Aus Sicht des Bundesamts für Strahlenschutz ( BfS ) sind sogenannte "Schutzprodukte gegen Elektrosmog" zum Schutz der Gesundheit unnötig oder ungeeignet. Die Hersteller verweisen häufig selbst im Kleingedruckten darauf, dass ihre Produkte keine wissenschaftlich nachgewiesenen Wirkungen haben. Im schlechtesten Fall erhöhen manche dieser Produkte die Stärke der Felder, denen man ausgesetzt ist. Die gesetzlichen Grenzwerte und Produktnormen bieten ausreichend Schutz vor elektromagnetischen Feldern. Manche Menschen führen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs auf elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder zurück. Diese werden umgangssprachlich Elektrosmog genannt. Diverse Hersteller bieten Produkte zum vermeintlichen Schutz vor diesen wissenschaftlich nicht nachgewiesenen Wirkungen an. Aus Sicht des Strahlenschutzes sind sie jedoch unnötig. Das Angebot ist groß. Es gibt Baldachine für das Bett, Abschirmmatten und -gardinen, Aufkleber, Wandfarbe, technisch anmutende Geräte wie Neutralisierer, Harmonisierer oder Energetisierer und vieles mehr. Schutzprodukte ohne und mit Wirkung sind unnötig Es gibt zwei Arten von Produkten: Es gibt einerseits Produkte, die keine spezifische wissenschaftlich nachweisbare Wirkung auf die Felder oder den Körper haben, da sie technisch funktionslos sind. Dazu zählen Anhänger, Ketten, Armbänder, Mineralien und Chipkarten, die elektromagnetische Felder harmonisieren oder energetisieren sollen. "Harmonisierung" und "Energetisierung" sind in diesem Zusammenhang Begriffe ohne wissenschaftliche Grundlage. Selbst zwischen den Anbietern gibt es unterschiedliche Meinungen, was diese Begriffe bedeuten sollen. Ebenso technisch nutzlos sind Netzstecker und andere Geräte, die angebliche Felder in Form einer "Schutzaura" oder zur " Absorption negativer Energien" generieren sollen. Weiterhin bestehen solche Produkte zumeist aus Materialien, die keinen spezifischen Einfluss auf die elektromagnetischen Felder zum Beispiel des Mobilfunks haben können. Oft betonen die Hersteller im Kleingedruckten, dass solche Produkte keine Auswirkungen auf das Mobilfunksignal haben. Andererseits gibt es Abschirmprodukte, die aus Materialien bestehen, die einen Effekt auf die Feldausbreitung haben können. Einen zusätzlichen Gesundheitsschutz erzielen sie aber auch nicht. Dazu zählen zum Beispiel Bekleidung, Bettwäsche, Abschirmmatten, Baldachine, Vorhänge und Farben aus bzw. mit entsprechenden Materialien wie Metallfäden. Ihre physikalischen Eigenschaften können unter Umständen einen messbaren Abschirmeffekt gegen äußere Felder erzeugen (Faraday-Käfig). Allerdings ist diese Wirkung aus Strahlenschutzsicht aufgrund geltender Grenzwerte und der Produktsicherheit unnötig. Was kann man tun, um die Feldstärke zu reduzieren? Wenn Sie möchten, dass Sie möglichst schwachen Feldern ausgesetzt sind, gibt es eine einfache und wirkungsvolle Möglichkeit: Erhöhen Sie den Abstand zum Gerät. Es genügen bereits wenige Zentimeter. Beim Handy erreichen Sie das mit einem Headset - oder Sie nutzen die Freisprechfunktion. Denn meistens sind die eigenen Endgeräte wie das Handy oder Haushaltsgeräte wie der Fön die vergleichsweise stärkste Quelle für elektromagnetische Felder, die den eigenen Körper erreichen. Dieser Artikel wurde sprachlich mit KI überarbeitet. Stand: 30.07.2025
Strom und Mobilfunk: Messgeräteverleih liefert Fakten über Strahlung im Alltag Messungen von Bürger*innen zeigen niedrige Werte für elektromagnetische und magnetische Felder Ausgabejahr 2025 Datum 20.03.2025 Personen-Exposimeter im Einsatz Mobiltelefone, Sendemasten, Hochspannungsleitungen, Elektrogeräte im Haushalt – im täglichen Leben begegnen uns viele Quellen elektromagnetischer oder magnetischer Felder. Wie stark man diesen Feldern tatsächlich ausgesetzt ist, kann man mit Leih-Messgeräten des Bundesamtes für Strahlenschutz ( BfS ) selbst überprüfen. Gut ein Jahr nach dem Start dieses Angebots zieht das BfS Bilanz: Bereits über 160 Menschen haben den Messgeräteverleih genutzt und ihren Alltag auf elektromagnetische Felder hin erkundet. Bei allen blieben die gemessenen Werte deutlich unter den Grenzwerten. Das Feedback der Nutzer*innen war bisher durchweg positiv. "Obwohl Grenzwerte vor nachgewiesenen Wirkungen von elektromagnetischen und magnetischen Feldern schützen, sorgt sich ein Teil der Bevölkerung wegen sogenannter Handystrahlung oder vermeintlichem Elektrosmog" , sagt BfS -Präsidentin Inge Paulini. "Mit unserem Messgeräteverleih geben wir beunruhigten oder interessierten Menschen Fakten an die Hand: Mit konkreten Messwerten können wir die Strahlung im Alltag sichtbar machen und der vermuteten Strahlenbelastung gegenüberstellen." Individuelle Auswertung der Messdaten Seit Februar 2024 bietet das BfS spezielle Messgeräte, sogenannte Personen-Exposimeter, zum Ausleihen an. Man kann zwischen zwei Gerätetypen wählen: Die eine Gerätevariante erfasst niederfrequente Magnetfelder, wie sie von Hochspannungsleitungen und der elektrischen Hausinstallation erzeugt werden. Die andere Gerätevariante misst hochfrequente elektromagnetische Felder. Diese gehen zum Beispiel von Mobilfunk, Radio, Fernsehen und WLAN aus. Das Messgerät wird in einer Tasche am Körper getragen Das Gerät, für das man sich entscheidet, trägt man über 24 Stunden bei sich. Die Expert*innen des Kompetenzzentrums Elektromagnetische Felder im BfS werten die Messdaten danach aus und erstellen für jede Nutzerin und jeden Nutzer einen individuellen Messbericht. Er dient der persönlichen Information. Für weiterführende wissenschaftliche oder gutachterliche Zwecke ist das Mess-Angebot nicht geeignet. Messen schafft Vertrauen BfS-Präsidentin Dr. Inge Paulini Quelle: bundesfoto/Bernd Lammel "Begleitende Vor- und Nachbefragungen zeigen, dass ein beachtlicher Teil der Teilnehmenden die magnetischen und elektromagnetischen Felder im Alltag überschätzt" , sagt Paulini. Das Messangebot werde als vertrauenswürdig wahrgenommen und könne dazu beitragen Besorgnis abzubauen. "Wir sehen darin einen Beleg dafür, dass Sorgen im Hinblick auf Mobilfunk oft auf einen Mangel an wissenschaftlichen Informationen zurückzuführen sind." Dem lasse sich wirksam begegnen, betont Paulini: "Messen kann helfen, Wissen und Vertrauen aufzubauen." Seit Februar 2024 wurden über 160 Messungen durchgeführt und ausgewertet. Insgesamt stehen sechs Messgeräte für niederfrequente Magnetfelder und zehn Messgeräte für hochfrequente elektromagnetische Felder zur Verfügung. Die Kosten für Ausleihe und Auswertung betragen 45 Euro. Weitere Informationen über den Messgeräteverleih gibt es unter www.bfs.de/messgeraeteverleih Messwerte liegen deutlich unter Grenzwerten Ergebnisse der Nachbefragung Bei den bisherigen Messungen blieben alle Messergebnisse weit unter den Grenzwerten der Verordnung über elektromagnetische Felder (26. BImSchV ). Sowohl für die niederfrequenten Magnetfelder als auch für die hochfrequenten elektromagnetischen Felder lag die durchschnittliche Grenzwert -Ausschöpfung unter einem Prozent. Der höchste 24-Stunden- Mittelwert betrug bei den niederfrequenten Magnetfeldern etwa ein Prozent, bei den hochfrequenten elektromagnetischen Feldern etwa 0,2 Prozent. 85 Prozent der Teilnehmer*innen einer Nachbefragung bewerteten die Grenzwertausschöpfungen als niedriger oder viel niedriger als erwartet. Stand: 20.03.2025
Epidemiologische Untersuchungen ergaben Hinweise auf eine krebsfoerdernde Wirkung magnetischer Wechselfelder (50 oder 60 Hertz) bei Menschen an entsprechend exponierten Arbeitsplaetzen bzw. im Wohnbereich (z.B. in der Naehe von Hochspannungsmasten). Die tierexperimentellen Untersuchungen des Projekts sollen klaeren, ob Magnetfeldexposition zu einem vermehrten Auftreten und/oder Wachstum von Brustkrebs fuehrt und welche Mechanismen daran beteiligt sind.
Das Ziel dieses Forschungsvorhabens besteht in der Entwicklung effizienter Algorithmen zur numerischen Berechnung von langsam veränderlichen elektromagnetischen Feldern im menschlichen Körper unter Verwendung realitätsnaher Körpermodelle. Elektromagnetische Feldexpositionen des menschlichen Körper liegen im Alltag durch eine Vielzahl elektrischer Geräte und Maschinen am Arbeitsplatz oder im Haushalt und in der Nähe von Hochspannungsleitungen vor. Dieser sogenannte Elektrosmog ist seit geraumer Zeit besonders unter gesundheits- und arbeitsmedizinischen Aspekten von wissenschaftlichem Interesse. Aus diesem Grund ist die Vorhersage von Stärke und Verteilung langsam veränderlicher elektromagnetischer Feldverteilungen im menschlichen Körper ein Thema aktueller Forschungsbemühungen.
Klarheit schaffen: Welchen elektromagnetischen Feldern sind Sie in Ihrem Alltag ausgesetzt? Das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) bewertet Ihre Alltagsexposition gegenüber elektromagnetischen Feldern. Ein hochwertiges Messgerät sorgt für zuverlässige Messdaten. Dieses Messgerät tragen Sie 24 Stunden bei sich. Es gibt zwei unterschiedliche Typen von Messgeräten. Expert*innen des BfS analysieren und bewerten Ihre Messdaten in einem Bericht. Dieser Service kostet 45 Euro. Der Mensch ist in seinem Alltag vielen elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern ausgesetzt. Diese Felder werden umgangssprachlich oft als „Elektrosmog“ bezeichnet. Niederfrequente Magnetfelder entstehen beispielsweise überall dort, wo elektrischer Strom fließt. Hochfrequente elektromagnetische Felder werden z.B. beim Rundfunk oder Mobilfunk genutzt, um Informationen zu übertragen. Falls Sie sich dafür interessieren, wie stark oder schwach Sie im Alltag solchen Feldern ausgesetzt sind, also wie hoch Ihre Exposition ist, sind Sie hier genau richtig: Durch eine Messung mit einem Personenexposimeter bekommen Sie Klarheit über Ihre Exposition zu Hause und unterwegs – wissenschaftlich fundiert und verständlich. Die Ergebnisse der Messung haben lediglich informativen Charakter und stellen keine verbindlichen Werte dar; sie sind ausschließlich für den privaten Gebrauch und nicht für Beweiszwecke bestimmt. Personenexposimeter im Einsatz Verleih von Personenexposimetern und Bewertung der Messdaten Ein Personenexposimeter ist ein handliches Messgerät, das direkt am Körper getragen wird. Es misst die Felder, denen Sie in Ihrem Alltag ausgesetzt sind. Das BfS bietet Ihnen mit dem Verleih dieser Messgeräte eine fachlich kompetente Bewertung von Feldstärkemessungen an. Die hochwertigen und handlichen Messgeräte sorgen für zuverlässige Messwerte. Erfasst werden entweder niederfrequente Magnetfelder oder hochfrequente elektromagnetische Felder. Die Messgeräte werden direkt am Körper getragen und zeichnen die Felder 24 Stunden kontinuierlich auf. Personenexposimeter ExpoM-ELF für Niederfrequenz und ExpoM-RF4 für Hochfrequenz Mit den Messdaten und den Informationen aus einem Fragebogen erstellen die Experten des BfS im Anschluss einen detaillierten wissenschaftlichen Messbericht. In diesem Bericht wird Ihre persönliche Exposition ausgewertet, beurteilt und eingeordnet. Dieser Ausleihservice kostet Sie 45 Euro. Die Kosten beinhalten den Versand des Messgeräts, den Rückversand sowie die Auswertung und Erstellung des Messberichts. Die von Ihnen übermittelten personenbezogenen Daten (bspw. Name, Anschrift oder Mailadresse) werden im Rahmen der Bearbeitung Ihrer Anfrage durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) verarbeitet. Weitere Informationen, insbesondere zu Ihren Rechten im Zusammenhang mit der Nutzung dieser Daten, finden Sie in der Datenschutzerklärung des BfS . Ihre Anfrage über das Kontaktformular (siehe im obigen Punkt "Informationen zum Verleihprozess") wird per Mail an die Dienstleisterin, die Way2Buy GmbH, weitergeleitet. Ihre personenbezogenen Daten verlassen dabei die Behördennetze. Welche personenbezogenen Daten dabei erfasst und verarbeitet werden, finden Sie in den Datenschutzinformationen der Way2Buy GmbH . Stand: 31.03.2026
Diskursgeschichte der EMF -Kritik in Deutschland – Akteure und Positionen Projektleitung: IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gemeinnützige GmbH Berlin in Kooperation mit der DIALOGIK gemeinnützige Gesellschaft für Kommunikations- und Kooperationsforschung mbH , Stuttgart, sowie der Kommunikationsbüro Ulmer GmbH , Stuttgart Beginn: 01.09.2024 Ende: 31.08.2026 Finanzierung: 494.755,16 Euro Hintergrund Strommasten, Mikrowellen, Handys oder „Elektrosmog“ – wir hören oft von Diskussionen über die möglichen Gefahren, die von elektromagnetischer Strahlung ausgehen könnten. Gab es solche Bedenken auch schon früher? Wie alt ist die Sorge und wer hat diese Sorgen vorgebracht? Darüber ist bisher selbst unter Fachleuten wenig bis nichts bekannt. Zielsetzung Das Projekt soll herausfinden, wer seit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs und dem Beginn des deutschen Nationalstaats im Jahr 1871 in Deutschland (und seinen Vorgängerstaaten) Bedenken gegen künstliche elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder ( EMF ) geäußert hat und warum. Im Fokus stehen vor allem die gesellschaftliche und (pseudo-)wissenschaftliche Kritik des technologischen Ausbaus der Infrastruktur im Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie die Diskussion über diese Themen entstand und sich entwickelte. Als Ergebnis sollen empirische und systematische Einsichten über die Struktur, Funktion und Dynamik des Diskurses gewonnen und darauf aufbauend Empfehlungen für die Risikokommunikation des BfS erarbeitet werden. Quelle: うみの丘デザイン/stock.adobe.com Durchführung Das Projekt untersucht den Zeitraum der vergangenen 150 Jahre. In diesem Zeitraum ist der Einfluss von Technologie auf unser Leben gewachsen: Während die Elektrotechnik vor 150 Jahren noch in den Kinderschuhen steckte, sind elektronische Geräte heute allgegenwärtig und aus dem Alltag kaum wegzudenken. Technologische Veränderungen wurden in der Gesellschaft unterschiedlich wahrgenommen, Nutzen und Risiken manchmal kontrovers debattiert. Darüber hinaus haben sich die Strukturen der Sprache, der Wissenschaft und des Wissens massiv verändert. Viele Begriffe, Weltsichten, akzeptierte Argumentationsweisen, Stand von Wissenschaft und Technik, aber auch das in der Gesellschaft vorhandene Wissen sind heute völlig anders strukturiert als vor 150 Jahren. Mit diesem Wandel einher gehen neue Möglichkeiten für Diskurse, – neue Öffentlichkeiten, neue Praktiken der Kritik, veränderte gesellschaftliche Wahrnehmung solcher Kritik. All dies erfordert eine kontextsensible Untersuchung, die Einsichten aus verschiedenen geschichtswissenschaftlichen Zugängen (Technik, Wirtschaft, Politik, Umwelt, Kultur, Recht und Gesellschaft) einbringt. Das Projekt verwendet eine Methode, die sowohl die Sprache als auch die Positionen der Akteure berücksichtigt, die sich zu elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern äußern. Dabei wird untersucht, wie die Diskussion in den jeweiligen Zeitkontext passt. Für diese Studie wird ein explorativer Zugang gewählt, denn sie wagt sich auf bisher wenig erforschtes Gebiet vor. Zunächst wird der Stand von Wissenschaft und Technik anhand von Sekundärliteratur identifiziert. In einem weiteren Schritt werden Archivgüter unter anderem in staatlichen, wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Archiven recherchiert. Auch die Archive von Unternehmen und Unternehmensverbänden werden berücksichtigt. So sollen empirische und systematische Einsichten über die Struktur, Funktion und Dynamik der Kritik des technologischen Ausbaus der Infrastruktur im Zusammenhang mit elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern über den Zeitraum von mehr als 150 Jahren gewonnen werden. Als methodische Herangehensweise wird eine historische Diskursanalyse gewählt. Sie umfasst fünf unterschiedliche Ebenen: die (sprachliche) Struktur, also die „Ordnung des Diskurses“, bestehend aus bestimmten Begriffen, Begriffszusammenhängen und Argumentationsmustern (Topoi), Frames (Rahmen) und Narrativen; eine Akteursanalyse zur Identifizierung der zentralen Akteure bzw. Akteursgruppen und ihrer unterschiedlichen Rollen; die Ermittlung etwaiger wirtschaftlicher, politischer oder rechtlich-regulativer Folgen des Diskurses um elektromagnetische Felder; die Verbindung zwischen Argumenten und Akteure im Zeitverlauf: Können den Akteuren feste Argumentationsmuster zugeschrieben werden oder wie entwickelten sich Positionen im Zeitverlauf? die Beziehung von Experten- und Laienwissen im Diskursverlauf: Welche Akteure vertrauen wissenschaftlich-technischen Erkenntnissen, welche stehen neuen Technologien und oft mit ihnen verbundenen Unsicherheiten skeptisch gegenüber? Die Ergebnisse sollen das BfS dabei unterstützen, aktuelle Dynamiken des gesellschaftlichen Diskurses zu möglichen Risiken elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder historisch besser einordnen zu können und damit die aktuelle Risikokommunikation besser gestalten zu können. Stand: 19.03.2026
Wissenschaftlich diskutierte biologische und gesundheitliche Wirkungen hochfrequenter Felder Gesundheitsrelevante Wirkungen unterhalb empfohlener Grenzwerte sind wissenschaftlich nicht belegt. Es gibt keinen Nachweis für eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens oder der kognitiven Leistungsfähigkeit. Es gibt keinen Nachweis für ein erhöhtes Krebsrisiko. Der Wirkmechanismus des oxidativen Stresses wird weiter untersucht. Hochfrequente elektromagnetischer Felder entstehen vor allem bei der Nutzung moderner Kommunikationsmittel wie Rundfunk, Fernsehen, Mobilfunk, Schnurlostelefone, WLAN oder Bluetooth. Im Zeitraum von 2002 bis 2008 wurde das Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm ( DMF ) zu biologischen und gesundheitlichen Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder durchgeführt. Diese Wirkungen werden umgangssprachlich Elektrosmog genannt. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von weiteren experimentellen Studien und Beobachtungsstudien an Menschen aus verschiedenen Ländern. Weder im DMF noch in anderen Studien wurde ein Nachweis für nicht-thermische biologische Wirkungen unterhalb der empfohlenen Grenzwerte erbracht. Thermisch bedingte biologische Wirkungen sind bei Temperaturschwankungen von weniger als 1 °C auch unterhalb bzw. im Bereich der Grenzwerte möglich. Diese haben aber keine Bedeutung für die Gesundheit. Insgesamt geben die Ergebnisse keinen Anlass, die Schutzwirkung der international empfohlenen Grenzwerte in Zweifel zu ziehen. Sind bisherige Erkenntnisse auf den Mobilfunkstandard 5G übertragbar? Der Mobilfunkstandard 5G stellt keine vollkommen neue Mobilfunktechnologie dar, sondern eine Weiterentwicklung der vorherigen Mobilfunkgenerationen. Viele technische Aspekte von 5G sind mit denen bisheriger Mobilfunkstandards vergleichbar. Zur Datenübertragung werden weiterhin hochfrequente elektromagnetische Felder verwendet. Zu dem bisher genutzten Frequenzbereich, der auch durch 5G weiter genutzt wird, kommen zukünftig höhere Frequenzen oberhalb von 6 Gigahertz (GHz) dazu. Erkenntnisse aus bisherigen nationalen und internationalen Studien zu biologischen und gesundheitlichen Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder können zu einem großen Teil auf die 5G-Technologie und die hierfür zunächst angewandten Frequenzbereiche übertragen werden. Innerhalb der in Deutschland gültigen Grenzwerte für Mobilfunksendeanlagen und bei Einhaltung der im Rahmen der Produktsicherheit an Mobiltelefone gestellten Anforderungen gibt es keine bestätigten Belege für eine schädigende Wirkung der elektromagnetischen Felder des Mobilfunks. Die technischen Aspekte und mögliche biologische Wirkungen der aktuell für 5G genutzten Frequenzbereiche unterhalb von 7 GHz hat die Strahlenschutzkommission in einer Stellungnahme bewertet. Sie kommt zu folgendem Schluss: In dem untersuchten Frequenzbereich ergeben sich im Vergleich zu älteren Standards nur wenige Änderungen. Weiterhin gibt es derzeit keine belastbaren Hinweise für gesundheitliche Risiken bei Expositionen von Personen unterhalb der in Deutschland gültigen Grenzwertvorgaben für Sendeanlagen und Endgeräte. In einem weiteren Ausbauschritt sind für 5G auch Frequenzbänder im Milli- oder Zentimeterwellenbereich vorgesehen, also oberhalb von ca. 24 GHz. Diesen Frequenzbereich hat die Strahlenschutzkommission ebenfalls in einer Stellungnahme bewertet. Sie kommt zu folgendem Schluss: Auch in diesem Frequenzbereich gibt es keine anderen, potenziell negativen biologischen Wirkungen als die bereits bekannten Temperatureffekte. Die Datenlage aus derzeit wenigen wissenschaftlichen Studien ist für eine abschließende Aussage jedoch nicht ausreichend. Infolge der geringen Eindringtiefe bei hohen Frequenzen sind Wirkungen am ehesten bei Haut und Augen zu erwarten. Auch das BfS geht davon aus, dass auch in diesen höheren Frequenzbereichen keine gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten sind, solange international empfohlene Grenzwerte eingehalten werden. Da hierzu bislang jedoch nur wenige Untersuchungsergebnisse vorliegen, sieht das BfS noch Forschungsbedarf. Worauf sollte bei bestehenden und neuen Kommunikationstechnologien geachtet werden? Aus Sicht des BfS ist beim Betrieb der bestehenden sowie bei der Entwicklung neuer drahtloser Kommunikationstechniken weiterhin auf eine Minimierung der Exposition der Nutzerinnen und Nutzer sowie der Bevölkerung zu achten. Obwohl die verbleibenden Unsicherheiten in der Bewertung möglicher Langzeitrisiken von intensiver Handynutzung gering sind, gibt das BfS Hinweise zur persönlichen Expositionsminimierung durch Endgeräte . Damit können mögliche, aber nicht nachgewiesene Risiken niedrig gehalten werden. Nutzerinnen und Nutzer können durch die Auswahl von Geräten mit niedrigen angegebenen SAR -Werten und durch einfache Verhaltensmaßnahmen ihre persönliche Exposition gering halten. Grundsätzlich fordert das BfS wesentliche Parameter neuer Techniken rechtzeitig bekannt zu geben. Dadurch haben die Wissenschaft und der Strahlenschutz die Gelegenheit, die Gesundheitsverträglichkeit neuer Techniken vor der Einführung zu prüfen. Stand: 30.01.2026
Was versteht man unter "Elektrosmog"? Der Begriff "Smog" im Wort "Elektrosmog" ist ein Kunstwort aus den englischen Wörtern "smoke" (Rauch) und "fog" (Nebel). Er bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch die Anwesenheit von Luftschadstoffen in gesundheitsschädlichen Konzentrationen. In Bezug auf die künstlichen elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Felder wird der Begriff "Smog" verwendet, um deren allgegenwärtiges Vorkommen in der Umwelt des Menschen und die in diesem Zusammenhang befürchteten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu beschreiben. Obwohl die Wortwahl nicht sehr glücklich ist und eher zur allgemeinen Verunsicherung beiträgt, wird der Begriff "Elektrosmog" vielfach in den Medien und in der öffentlichen Diskussion verwendet.
Seit 2003 wurden durch das Bundesamt für Strahlenschutz mehrere bevölkerungsrepräsentative Untersuchungen zum Thema elektromagnetische Strahlung und Gesundheit durchgeführt. Quantitative Befragungen wurden in den Jahren 2003, 2004, 2005, 2006, 2009 und 2013 durchgeführt. Die vorliegende Untersuchung schließt zum einen an diese Befragungen an und bezieht zum anderen als weiteren großen Forschungsschwerpunkt das Thema 5G ein. Durch die Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G (im Folgenden kurz „5G“) erfährt das Thema „Mobilfunk und Gesundheit“ ein erhöhtes mediales und öffentliches Interesse. In der Corona-Krise wurde dieses Thema nochmals verstärkt, z.B. durch Gerüchte, dass 5G für den Ausbruch der Epidemie verantwortlich sei, so dass in einigen Ländern sogar 5G-Infrastruktur wie Mobilfunkmasten beschädigt wurden. Insgesamt scheint das Thema 5G eine ganze Reihe von öffentlichen Diskursen zu berühren: Neben dem Thema „Gesundheit“, z.B. rund um das Phänomen Elektrosensibilität, geht es auch um Themen wie „Datenschutz“ (z.B. im Kontext der Beteiligung chinesischer Investoren), „Umwelt & Gesundheit“ (Stichwort: Elektrosmog) oder das Thema „technischer Nutzen“ (Stichwort: Funklöcher). Verschiedene qualitative Untersuchungen deuten darauf hin, dass die persönliche Gesamtexposition und in Folge auch die Risikowahrnehmung bei Nahquellen wie den eigenen digitalen Endgeräten eher unterschätzt und der Beitrag der Fernfeldquellen wie Mobilfunkbasisstationen überschätzt werden könnte. Darüber hinaus geht der 5G-Standard mit einem vermehrten Einsatz technischer Neuerungen einher, wie etwa dem „Beamforming“ und kleineren Mobilfunkzellen. Nicht bekannt ist, welcher Wissenstand über die technischen Neuerungen in der Bevölkerung vorliegt, welche Ableitungen in Bezug auf die Risikoeinschätzung getroffen werden und ob bzw. von wem zwischen dem Mobilfunk als Ganzem und 5G unterschieden wird. Mit dem Ziel, den Informationsbedarf in der Gesellschaft differenziert zu erheben, gilt es, das Thema Wahrnehmung des Mobilfunks in seiner Vielschichtigkeit zu erfassen, Unsicherheiten beim Thema Mobilfunk und Gesundheit bzw. 5G und Gesundheit zu identifizieren und in Bezug zu Risikoein-schätzungen bei anderen Gesundheitsthemen zu stellen.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 53 |
| Land | 11 |
| Weitere | 8 |
| Wissenschaft | 11 |
| Zivilgesellschaft | 8 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 49 |
| Text | 8 |
| unbekannt | 9 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 16 |
| Offen | 50 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 66 |
| Englisch | 10 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Dokument | 4 |
| Keine | 47 |
| Unbekannt | 2 |
| Webseite | 15 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 30 |
| Lebewesen und Lebensräume | 49 |
| Luft | 34 |
| Mensch und Umwelt | 66 |
| Wasser | 28 |
| Weitere | 66 |