Auf Blatt Bayreuth sind angeschnitten: das Böhmische Massiv mit Fichtelgebirge und Oberpfälzer Wald, das Thüringisch-Sächsische und Nordostbayerische Grundgebirge sowie das Süddeutsche Schichtstufenland. In den Südwest-Nordost-streichenden Sattel- und Muldenstrukturen (Thüringisches Synklinorium, Bergaer Antiklinorium & Vogtländisches Synklinorium) des Thüringisch-Sächsischen und Nordostbayerischen Grundgebirges sind variszisch gefaltete Gesteine des Präkambriums bis Unterkarbons aufgeschlossen. Der eingelagerte Komplex der Münchberger Gneismasse stellt eine Besonderheit dar: mit seinen metamorphen Gesteinen und seiner anchimetamorphen Umgebung aus paläozoischen Schichten in Bayerischer Fazies steht er sowohl faziell als auch tektonisch im Kontrast zum umgebenden Paläozoikum in Thüringischer Fazies. Im Zentrum des Kartenblattes ist das Fichtelgebirge mit seinen variszischen Graniten und metamorphen Paragesteinen (Glimmerschiefer, Gneise, Phyllite, Quarzite) erfasst. Die präkambrischen und altpaläozoischen Sedimentite wurden während der variszischen Deformation metamorphisiert. Die Fichtelgebirgsgranite intrudierten postsudetisch (330-310 ma) bzw. postasturisch (290-280 ma). In der Gegend um Marktredwitz (Waldsassener Schiefergebirge) drangen im Tertiär verstärkt Vulkanite auf. Während das Fichtelgebirge zum Saxothuringikum der Varisziden zählt, gehört der Oberpfälzer Wald im Südosten des Kartenblattes zum Moldanubikum. Er wird von Metamorphiten (Gneise, Metabasite und Anatexite) aufgebaut, die aus der frühvariszischen Überprägung präkambrischer Gesteine hervorgegangen sind. Auch hier intrudierten im Karbon weitflächig granitische Tiefengesteine. Schiefergebirge und Böhmisches Massiv werden nach Südwesten von der Fränkischen Linie abgeschnitten, einer der großen NW-SE-Störungszonen in Mitteleuropa. An der Verwerfung wurde das Grundgebirge z. T. mehr als 1000 m herausgehoben. Im Südwesten schließt sich die Süddeutsche Schichtstufenlandschaft mit dem Mesozoikum des ostbayrischen Schollenlandes und der Fränkischen Alb an. Die Fränkische Alb zählt mit ihren jurassischen Sedimentgesteinen zu den beherrschenden Bergzügen der Süddeutschen Schichtstufenlandschaft. Neben der Legende, die über Alter, Petrographie und Genese der dargestellten Einheiten informiert, gewähren drei geologische Schnitte Einblicke in den Aufbau des Untergrundes. Im Nordwest-Südost-Profil werden der Frankenwald, die Münchberger Gneismasse, das Fichtelgebirge und das Moldanubikum der Böhmischen Masse gekreuzt. Zwei Nordost-Südwest-Profile verdeutlichen den Übergang vom Frankenwald bzw. Fichtelgebirge zur Süddeutschen Schichtstufenlandschaft über die Verwerfung der Fränkischen Linie.
Die Messstelle "Marktleuthen, Wunsiedel im Fichtelgebirge" am Gewässer Eger. Die Bezeichnung der dortigen Fischgemeinschaft lautet Salmoniden-Hyporithral.
Der Fadenmolch wird im Gegensatz zur letzten Roten Liste von Kühnel et al. (2009) in der vorliegenden Fassung der Gattung Lissotriton zugeordnet. Zuvor wurde der Name Triturus helveticus (Razoumowsky, 1789) genutzt. Der Fadenmolch ist eine westeuropäisch verbreitete Art, deren östliche Verbreitungsgrenze im Norden bis an die Elbe reicht. In den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin fehlt die Art. Im nordwestdeutschen Tiefland (Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen) tritt sie nur lokal und regional mit enger Bindung an alte Waldgebiete auf (Schlüpmann 2006). Die nördlichsten Vorkommen sind im Reichswald bei Kleve (Nordrhein-Westfalen), in Bremen und Niedersachsen in der ostfriesischen Geest, der Lüneburger Heide und den Harburger Bergen südlich von Hamburg zu finden. In Sachsen-Anhalt verläuft die Arealgrenze entlang des Harzrandes, dann weiter über Südthüringen bis in die Grenzregion Sachsens und Tschechiens (Schlüpmann et al. 1996, Berger et al. 1997, Schlüpmann & van Gelder 2004). Auch der überwiegende Teil Bayerns liegt östlich außerhalb des Verbreitungsareals. Die Vorkommen in Rheinland-Pfalz, im Saarland und nördlich der Donau in Baden-Württemberg hingegen liegen innerhalb des geschlossenen Gesamtareals und haben direkten Anschluss an das französische Kernareal der Art. Die TK25-Q Rasterfrequenz (Zeitraum 2000 – 2018) beträgt für Deutschland 10,17 % und liegt damit im oberen Bereich der Kriterienklasse „selten“. Dabei ist zu bedenken, dass die Art in den atlantisch geprägten Mittelgebirgslagen von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, dem Westen Baden-Württembergs sowie im Harz, Fichtelgebirge, Thüringer Wald, Hessischen Bergland und Spessart keinesfalls selten ist. Neben zahlreichen Kleinst- und Kleinpopulationen (z. B. Feldmann 1978) sind auch Populationen mit mehreren Tausend Individuen bekannt (z. B. Lindeiner 1992). In landwirtschaftlich geprägten Bereichen ist der Fadenmolch selten und hat durch die fortschreitende Intensivierung der Landnutzung sicher auch Bestandseinbußen erfahren. Der Verlust an Kleingewässern, Bewässerungswiesen und die Drainierung der Wiesen wie auch die Befestigung von Forstwegen und die Beseitigung von Bachstauen sowie der Fischbesatz wirken sich seit Jahrzehnten bestandsmindernd aus. Wassergefüllte Wagenspuren (Feldmann 1974) und die Anlage von Staugewässern sorgten hingegen in der Vergangenheit für eine gute Vernetzung der Populationen. Der langfristige Bestandstrend wird aus den genannten Gründen, die keine eindeutige Zuordnung zu einer Kriterienklasse begründet zulassen, mit „Daten ungenügend“ charakterisiert. Der Fadenmolch ist bei systematischen Erfassungen und Kartierungen meist unterrepräsentiert. Berücksichtigt man die vergangenen 20 Jahre zur Einschätzung des kurzfristigen Bestandstrends, so halten negative Entwicklungen der Waldbewirtschaftung und der Verlust von Wagenspuren durch die Auffüllung und Befestigung der Forstwege sowie von Staugewässern zur Erzielung einer Durchgängigkeit der Bäche an. Die Auswirkungen der zunehmenden Frühjahrstrockenheit auf die Kleinstgewässer, die als wichtige Laichplätze dienen und durch Austrocknung verloren gehen können, sind noch nicht abzuschätzen. Nach wie vor gibt es aber in vielen Gebieten große und vernetzte Populationen. Regional sind Zunahmen der Bestände zu verzeichnen. Der kurzfristige Bestandstrend wird insgesamt als stabil eingeschätzt. Insgesamt ergibt sich die aktuelle Einstufung in die Rote-Liste-Kategorie „Ungefährdet“. Auf Grundlage einer verbesserten Datenbasis wird die Art gegenüber der RL 2009 (mäßig häufig) nun in die Kriterienklasse „selten“ eingestuft. Die Datenlage für den langfristigen Bestandstrend ist gegenüber der RL 2009 (Kriterienklasse „stabil“, ehemals als „gleich bleibend“ bezeichnet) aktuell als „Daten ungenügend“ eingeschätzt worden. Eine Kategorieänderung ergibt sich nicht. Die hauptsächlich wirkenden Gefährdungsursachen sind bei der Erläuterung der Einstufung der Bestandstrends genannt. Die Gefährdungsursachen des Fadenmolchs sind zusammengefasst: Verlust von Staugewässern, Bewässerungswiesen, wassergefüllten Wagenspuren auf Forstwegen; mangelnde Wasserführung in Kleingewässern durch die zunehmende Frühjahrstrockenheit; Verlust von Landlebensräumen in der Kulturlandschaft. Viele vom Fadenmolch genutzte Gewässer wie Wagenspuren oder Staugewässer erfahren keinen besonderen Schutz (Große 2015). In weiten Bereichen sind sie aber als Sekundärlebensräume für ein Vorkommen und die Vernetzung der Populationen unverzichtbar. Unnötige Wegebefestigungen sollten vermieden, Regenwasserableiter und -sammler im Wegebereich erhalten und Staugewässer nicht entfernt werden. Allgemein sind die Extensivierung der Landnutzung und die Erhaltung von strukturreichen Landlebensräumen bedeutsam. Zusätzlicher Hinweis: Bis heute ist die Unterscheidung der Weibchen von Faden- und Teichmolch schwierig und sie dürfte ein Grund für fehlende, wie auch für falsche Meldungen sein. In Gebieten mit unsicherem Vorkommen und bei vielen abseits gelegenen Streufunden sollten Fadenmolche möglichst durch aussagekräftige Fotos und durch die Suche nach männlichen Individuen belegt werden. Hilfreiche Zusammenstellungen für die Bestimmung auch weiblicher Tiere bieten Nöllert & Nöllert (1992) sowie Schlüpmann (2005). Der Erstautor des vorliegenden Kapitels bietet in schwierigen Fällen eine Beurteilung anhand aussagekräftiger Fotos an (Aufnahmen von der Bauchseite der Tiere sind dafür erforderlich).
Glazialrelikt, hochgradig isolierte außeralpine Arealvorposten, nur in Hochlagen des Bayerischen Waldes und des Fichtelgebirges (Staudt 2015). Außeralpine Nachweise sind gesondert eingestuft (Kategorie R): siehe Anhang 4.
Die insbesondere durch Hitze und Trockenheit zunehmenden Störungen in den Wäldern Zentraleuropas lassen vermehrt Waldränder rund um Störungsflächen entstehen. Sogenannte temporäre Waldränder verschwinden zwar im Laufe der Zeit, ihre Auswirkungen können aber über die gestörten Flächen hinaus in angrenzende Wälder hineinreichen. Erhöhte Temperaturen, mehr Licht, größere Verdunstung, sowie Veränderungen der Waldstruktur und der Verjüngung sind die Folge. Angesichts derzeitiger Störungstrends werden temporäre Waldränder zum wichtigsten Waldrandtyp in Mitteleuropa und beeinflussen große Teile der Waldfläche. Unser Ziel ist es, die Auswirkungen von temporären Waldrändern auf die biophysikalischen Bedingungen und die Verjüngung im Waldinneren zu untersuchen. Auf lokaler Ebene streben wir ein mechanistisches Verständnis der Auswirkungen von temporären Waldrändern an. Dazu sollen in einer Modellregion (Fichtelgebirge, Bayern) entlang von Transekten Vegetationsstruktur, Temperatur und Verjüngung an temporären Waldrändern gemessen und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Auf diese Weise können wir beurteilen, wie Wälder und ihr Mikroklima durch benachbarte Störungen beeinflusst werden und wie die Verjüngung im Waldinneren auf unterschiedliche biophysikalische Bedingungen reagiert. Auf großskaliger Ebene werden wir die Effekte temporärer Waldränder aufs Waldinnere mithilfe von Fernerkundungsdaten und nationalen Waldinventuren für ganz Deutschland untersuchen. Die flächendeckenden Auswertungen werden zeigen, wie sich die jüngsten Störungswellen auf die Waldstruktur und die mikroklimatischen Bedingungen ausgewirkt haben. Analog dazu werden wir analysieren, wie sich die Anzahl und Artenzusammensetzung der Waldverjüngung in Deutschland als Folge von Störungen und der damit verbundenen Zunahme von temporären Waldrändern entwickelt hat und wie diese Veränderungen im Hinblick auf die Baumarteneignung im Klimawandel zu bewerten sind. Unser Antrag adressiert die Auswirkungen des Klimawandels auf Waldökosysteme und deren Dynamik und die daraus resultierenden Implikationen für die Anpassungsfähigkeit zukünftiger Wälder in Europa.
Unter Einbeziehung von vier umfangreichen Datensätzen (Elbe, Fichtelgebirge, Frankenalb, Truppenübungsplatz Grafenwöhr) über Vegetation und Störungen (Landnutzung, Art der Störung, zeitliche und räumliche Dimensionen, Selektion) werden Zusammenhänge zwischen Störungen und der Biodiversität untersucht.
Synonymie nach Kouwets (1999). Historische Funde aus dem Fichtelgebirge in Vollrath (2014).
T. neglectus kommt in Deutschland nur sehr isoliert in einigen Höhlen und Stollen vor (siehe artspezifischer Kommentar zur Gefährdung). Der Anteil am Weltbestand ist somit gering (Kriterium 1: A0). Ob eine hochgradige Isolation der Vorkommen vorliegt (Kriterium 2: Li) ist unklar, da in vielen Fällen ein natürliches Vorkommen angezweifelt wird (Zinke 2000, Heusinger & Gebhardt 2003, Pfeifer et al. 2011). Die Lage im Areal kann daher nicht sicher eingeschätzt werden (Kriterium 2: L?). In Kombination mit dem Kriterium 3 (G*) (vgl. Hochkirch et al. 2016) besteht möglicherweise eine erhöhte Verantwortlichkeit Deutschlands zur weltweiten Erhaltung der Art (Kategorie: „?“). Das Ergebnis weicht von der bisherigen Einstufung ab. Laut Maas et al. (2011) hat Deutschland für diese Art nur eine allgemeine Verantwortlichkeit (siehe auch Detzel & Maas 2004). Durch die zwischenzeitlich erfolgte Spezifizierung der Kriterienklassen konnte das Kriterium 2 gegenüber der letzten Roten Liste präziser ermittelt werden. Troglophilus neglectus ist eine Höhlenschrecke, deren Verbreitungsgebiet von Nordostitalien und Südösterreich bis auf den Zentralbalkan reicht (Bellmann et al. 2019). Die Vorkommen nördlich der Alpen sind stark isoliert und vermutlich auf Einschleppung oder Ansalbung zurückzuführen. Dies wird auch für viele der deutschen Vorkommen angenommen (Zinke 2000, Heusinger & Gebhardt 2003, Pfeifer et al. 2011). Aktuelle Nachweise der bekannten Populationen liegen aus dem Jahr 2020 für das Mayener Grubenfeld in Rheinland-Pfalz (K. Fuhrmann, schriftl. Mitteilung 2021) und das Elbsandsteingebirge in Sachsen vor (R. Moritz und M. Nuß, schriftl. Mitteilungen 2020 und 2021). In Sachsen wurde jüngst ein weiteres Vorkommen der Art in einem Fledermausquartier im Schloss Borthen südlich von Dresden entdeckt (Moritz et al. 2022). Der Fundort (TK25 Nr. 5048) befindet sich etwa 20km nordwestlich der bekannten Populationen rund um Königstein. Das bekannte Vorkommen in einer Karsthöhle im Fichtelgebirge (Bayern) wurde zuletzt im Jahr 2022 bestätigt (J. Fischer, schriftl. Mitteilung 2023). Der Bestand gilt als stabil. Ein weiteres bayerisches Vorkommen wurde 2019 im Landkreis Eichstätt entdeckt (TK25 Nr. 7132) (J. Voith, schriftl. Mitteilung 2022). Ob es sich hierbei um ein altes, bislang unentdecktes Vorkommen handelt oder die Art erst kürzlich eingeschleppt wurde, muss noch geklärt werden. Starke Bestandsveränderungen sind derzeit unwahrscheinlich. Sowohl der langfristige als auch der kurzfristige Bestandstrend werden daher wie bei Maas et al. (2011) als stabil gesetzt.
Hebauer & Klausnitzer (1998) geben Funde aus dem Bayerischen Wald, dem Fichtelgebirge und Bremen an. Aktuelle Nachweise sind nicht bekannt. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass diese Art zu keiner Zeit bodenständig war. Die Funde im deutschen Grenzbereich deuten eher auf ein sporadisches Vorkommen hin.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 153 |
| Kommune | 7 |
| Land | 43 |
| Weitere | 5 |
| Wirtschaft | 1 |
| Wissenschaft | 126 |
| Zivilgesellschaft | 4 |
| Type | Count |
|---|---|
| Daten und Messstellen | 17 |
| Förderprogramm | 117 |
| Infrastruktur | 1 |
| Taxon | 21 |
| Text | 11 |
| Umweltprüfung | 5 |
| unbekannt | 4 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 38 |
| Offen | 136 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 165 |
| Englisch | 49 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 4 |
| Dokument | 30 |
| Keine | 132 |
| Webdienst | 1 |
| Webseite | 15 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 135 |
| Lebewesen und Lebensräume | 174 |
| Luft | 109 |
| Mensch und Umwelt | 160 |
| Wasser | 112 |
| Weitere | 154 |