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Merlangius merlangus (Linnaeus, 1758) Wittling Meeresfische und -neunaugen Ungefährdet

OSTSEE: Durch die HELCOM (2013) wird der Wittling für die gesamte Ostsee als gefährdet (Vulnerable) eingestuft. Nach der Gesamtdatenlage sind die Bestände im Bereich der deutschen Ostsee nicht gefährdet. NORDSEE: Nach Einschätzung des ICES (ICES Advice 2022) liegt die Laicherbestandsbiomasse des Wittlings in der Nordsee und im östlichen Ärmelkanal über dem Referenzwert (MSY Btrigger; zur Erläuterung siehe Glossar in Barz & Zimmermann 2024). Die fischereiliche Sterblichkeit befindet sich unterhalb des Referenzwertes (FMSY; zur Erläuterung siehe Glossar in Barz & Zimmermann 2024).

Dipturus intermedius (Parnell, 1837) Großer Glattrochen Meeresfische und -neunaugen Daten unzureichend

In die vorliegende Rote Liste wurde die Art neu als etabliert aufgenommen. In der vorherigen Roten Liste (Thiel et al. 2013) wurden die inzwischen als Dipturus intermedius bezeichneten Bestände bei Dipturus batis mit eingeschlossen. Für die Verantwortlichkeitsanalyse in Bezug auf den Großen Glattrochen wurde berücksichtigt, dass die Art durch die IUCN derzeit weltweit als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered) eingestuft wird (IUCN 2023). Historisch umfasste die Verbreitung der Art den gesamten Nordostatlantik und das Mittelmeer (Zidowitz et al. 2017), so dass die deutschen Meeresgebiete danach im Hauptareal der Art liegen. In der Verbreitungskarte des Großen Glattrochens bei der IUCN (2023) werden nur im nördlichen Randbereich der deutschen Meeresgebiete Vorkommen der Art angenommen. Diese Darstellung berücksichtigt nicht die Modellierungen von Bache‑Jeffreys et al. (2021). Im Ergebnis dieser Modellierungen ist von einer relativ hohen Vorkommenswahrscheinlichkeit der Art in der südlichen Nordsee, einschließlich der deutschen Meeresgebiete, auszugehen. Der Bestandsanteil der Art beträgt in den deutschen Meeresgebieten weniger als 10% ihres Weltbestandes. Insgesamt ist Deutschland in besonders hohem Maße für die weltweite Erhaltung der Art verantwortlich. Die aktuelle Bestandssituation des Großen Glattrochens ist in den deutschen Meeresgebieten generell unklar. Möglicherweise ist die Art in Deutschland ausgestorben oder verschollen. D. intermedius wurde historisch allerdings nicht von D. batis getrennt; im Nachhinein sind die verfügbaren Informationen artbezogen kaum auflösbar. NORDSEE: Nach Einschätzung der OSPAR-Kommission (Status Assessment 2021) für die Region II (Greater North Sea) ist der Zustand des Großen Glattrochens schlecht (Poor). Der Fischereidruck wird als größte Gefährdungsursache für die Nordsee-Population der Art genannt. Seit 2009 ist es verboten, die Art in EU-Gewässern zu fischen und anzulanden, was die fischereiliche Sterblichkeit verringern dürfte. Der Große Glattrochen wird jedoch nach wie vor ungewollt wegen seiner Größe in der Grundschleppnetz- und Stellnetzfischerei mitgefangen (Zidowitz et al. 2017). Die Entwicklungsphase bis zur Geschlechtsreife dauert bei Glattrochen außergewöhnlich lange. Aufgrund ihrer Größe werden sie aber durch die Fischerei schon vor Erreichen der Geschlechtsreife als Beifang erfasst. In stark befischten Gebieten wird damit die Möglichkeit ihrer Reproduktion stark beeinträchtigt. NORDSEE: In der deutschen Fischereistatistik wurde diese Art auch als Theeben geführt. Nach Zidowitz et al. (2017) gab es auch in Schleswig-Holstein eine Fischerei auf die Art.

Scophthalmus rhombus (Linnaeus, 1758) Glattbutt Meeresfische und -neunaugen Ungefährdet

OSTSEE: In der deutschen Ostsee ist die Art ungefährdet. NORDSEE: Nach Einschätzung des ICES (ICES Advice 2022) liegt der Biomasse-Index des Glattbutts in den Gebieten Nordsee, Skagerrak, Kattegat und Ärmelkanal über dem Referenzwert (Itrigger; zur Erläuterung siehe Glossar in Barz & Zimmermann 2024). Die fischereiliche Sterblichkeit liegt über dem Referenzwert (FMSY proxy; zur Erläuterung siehe Glossar in Barz & Zimmermann 2024).

Glyptocephalus cynoglossus (Linnaeus, 1758) Hundszunge Meeresfische und -neunaugen Ungefährdet

Die Hundszunge wird weltweit als gefährdet (Vulnerable) eingestuft (IUCN 2023). NORDSEE: Die Art kommt hauptsächlich in den tieferen Bereichen der Nordsee vor; in der deutschen AWZ der Nordsee befindet sich die Randverbreitung der Art. Nach Einschätzung des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES Advice 2022) liegt die Laicherbestandsbiomasse der Hundszunge in Nordsee, Skagerrak, Kattegat und östlichem Ärmelkanal unterhalb des Referenzwertes (MSY Btrigger; zur Erläuterung siehe Glossar in Barz & Zimmermann 2024). Die fischereiliche Sterblichkeit liegt über dem Grenzwert (FMSY; zur Erläuterung siehe Glossar in Barz & Zimmermann 2024). OSTSEE: In der westlichen Ostsee scheint die Situation für die Art günstiger zu sein als im Nordseegebiet.

Eutrigla gurnardus (Linnaeus, 1758) Grauer Knurrhahn Meeresfische und -neunaugen Ungefährdet

NORDSEE: Nach Einschätzung des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES Advice 2022) liegt der Biomasse-Index des Grauen Knurrhahns (Abb.: siehe Publikation für Abbildungsnummer) über dem Referenzwert (Itrigger; zur Erläuterung siehe Glossar in Barz & Zimmermann 2024) in der Nordsee, dem östlichen Ärmelkanal sowie in Skagerrak und Kattegat. Die fischereiliche Sterblichkeit wurde dabei nicht bewertet. OSTSEE: In der deutschen Ostsee tritt die Art nur als Beifang auf und ist hier nicht gefährdet.

Dipturus batis (Linnaeus, 1758) Gewöhnlicher Glattrochen Meeresfische und -neunaugen Daten unzureichend

Die vorherige Rote Liste (Thiel et al. 2013) schloss die inzwischen als Dipturus intermedius bezeichneten Bestände bei Dipturus batis mit ein. Für die Verantwortlichkeitsanalyse in Bezug auf den Gewöhnlichen Glattrochen wurde berücksichtigt, dass die Art durch die IUCN derzeit weltweit als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered) eingestuft wird (IUCN 2023). Historisch umfasste die Verbreitung der Art den gesamten Nordostatlantik und das Mittelmeer (Zidowitz et al. 2017), so dass die deutschen Meeresgebiete im Hauptareal der Art liegen. Der Bestandsanteil der Art beträgt hier weniger als 10% ihres Weltbestandes. Insgesamt ist Deutschland in besonders hohem Maße für die weltweite Erhaltung der Art verantwortlich. Die aktuelle Bestandssituation der Art in den deutschen Meeresgebieten ist generell unklar. Möglicherweise ist der Gewöhnliche Glattrochen in Deutschland ausgestorben oder verschollen. D. intermedius wurde historisch allerdings nicht von D. batis getrennt; im Nachhinein sind die Informationen artbezogen kaum auflösbar. NORDSEE: Nach Einschätzung der OSPAR-Kommission (Status Assessment 2021) für die Region II (Greater North Sea) ist der Zustand des Gewöhnlichen Glattrochens schlecht (Poor). Der Fischereidruck wird als größte Gefährdungsursache der Nordsee-Population dieser Art bewertet. Seit 2009 ist es verboten, die Art in EU-Gewässern zu fischen und anzulanden, was die fischereiliche Sterblichkeit verringern dürfte. Der Gewöhnliche Glattrochen wird jedoch nach wie vor wegen seiner Größe in der Grundschleppnetz- und Stellnetzfischerei ungewollt mitgefangen (Zidowitz et al. 2017). Eine Beeinträchtigung der Population ist zu erwarten, wenn insbesondere juvenile Glattrochen in stark befischten Gebieten mehrfach gefangen werden und sie aufgrund ihrer späten Geschlechtsreife keine Möglichkeit zur Fortpflanzung haben. OSTSEE: Durch die HELCOM (2013) wird die Art für die gesamte Ostsee als regional ausgestorben (Regionally Extinct) eingestuft.

Microstomus kitt (Walbaum, 1792) Rotzunge, Limande Meeresfische und -neunaugen Ungefährdet

NORDSEE: Nach Einschätzung des ICES (ICES Advice 2022) liegt der Biomasse-Index der Rotzunge in Nordsee, Skagerrak, Kattegat und im östlichen Ärmelkanal über dem Referenzwert (Itrigger; zur Erläuterung siehe Glossar in Barz & Zimmermann 2024). Die fischereiliche Sterblichkeit liegt unterhalb des Referenzwertes (FMSY proxy; zur Erläuterung siehe Glossar in Barz & Zimmermann 2024). OSTSEE: In der deutschen Ostsee weisen die Daten auf eine stabile Situation für die Art hin.

Scophthalmus maximus (Linnaeus, 1758) Steinbutt Meeresfische und -neunaugen Ungefährdet

Wegen realer Veränderungen änderte sich beim Steinbutt im Vergleich zur vorherigen Roten Liste die aktuelle Bestandssituation von der Kriterienklasse „selten“ zu „häufig“. Aufgrund eines Kenntniszuwachses durch eine neue Auswertung der verfügbaren Daten zum langfristigen Bestandstrend unter Hinzuziehung der Trendeinschätzung aus Heessen et al. (2015) wurde die ursprüngliche Experteneinschätzung des langfristigen Bestandstrends der Art revidiert und von der Kriterienklasse „mäßiger Rückgang“ zu „stabil“ geändert. Während die Art in der vorherigen Roten Liste auf der Vorwarnliste stand, wird sie in der vorliegenden Roten Liste als ungefährdet geführt. OSTSEE: Durch die HELCOM (2013) wird der Steinbutt für die gesamte Ostsee auf der Vorwarnliste (Near Threatened) geführt. Im Bereich der deutschen Ostsee ist die Art ungefährdet. NORDSEE: Nach Einschätzung des ICES (ICES Advice 2022) liegt die Laicherbestandsbiomasse des Steinbutts in der Nordsee über dem Referenzwert (MSY Btrigger; zur Erläuterung siehe Glossar in Barz & Zimmermann 2024), während die fischereiliche Sterblichkeit unterhalb des Grenzwertes (FMSY; zur Erläuterung siehe Glossar in Barz & Zimmermann 2024) liegt.

Thunnus thynnus (Linnaeus, 1758) Roter Thun Meeresfische und -neunaugen Nicht etabliert (keine Rote-Liste-Kategorie)

NORDSEE: Der für diese Art maßgebliche ICCAT Bericht für den Ostatlantik und das Mittelmeer (ICCAT 2020) enthält keine eindeutigen Angaben zur Bestandsentwicklung des Roten Thuns (Abb.: siehe Publikation für Abbildungsnummer). Unterschiedliche Populationsmodelle berechnen zwar unterschiedliche Werte in der absoluten Bestandsgröße (Spawning Stock Biomass = SSB), zeigen jedoch nach ICCAT (2022) gleiche Trends in der Bestandsabnahme von 1977 (ca. 155.000–348.000t SSB) bis 2006 (ca. 117.000–208.000t SSB) und eine deutliche Bestandszunahme von 2006 bis 2020 (ca. 444.000–627.000t). Die derzeitige fischereiliche Sterblichkeit scheint jedoch unter dem Referenzwert zu liegen (ICCAT 2022).

Trisopterus esmarkii (Nilsson, 1855) Stintdorsch Meeresfische und -neunaugen Ungefährdet

NORDSEE: In den deutschen Meeresgebieten der Nordsee hat der Stintdorsch nur eine Randverbreitung. Die Art kommt gewöhnlicherweise in deutlich tieferen Bereichen der Nordsee vor. Nach Einschätzung des ICES (ICES Advice 2022) liegt die Laicherbestandsbiomasse des Stintdorsches im Bestandsgebiet über dem Referenzwert (Bpa; zur Erläuterung siehe Glossar in Barz & Zimmermann 2024). Die fischereiliche Sterblichkeit wurde nicht bewertet. OSTSEE: Es existieren Nachweise des Stintdorsches aus der westlichen Ostsee bis östlich von Bornholm (Heessen et al. 2015). Wegen der Seltenheit von Nachweisen aus deutschem Gebiet wird die Art als unbeständig geführt.

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