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Pflanzenschutz im Ziergarten

<p> <i> </i> <i> </i> Inhaltsverzeichnis <ul> <li> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/pflanzenschutz-im-ziergarten#so-haben-sie-viel-freude-an-ihrem-ziergarten">So haben Sie viel Freude an Ihrem Ziergarten</a> </li> <li> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/pflanzenschutz-im-ziergarten#gewusst-wie">Gewusst wie</a> </li> </ul> So haben Sie viel Freude an Ihrem Ziergarten <ul> <li>Pflanzen Sie widerstandsfähige, einheimische und nützlingsfreundliche Arten und Sorten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen und einen gesunden, lebendigen Boden.</li> <li>Kombinieren Sie verschiedene Pflanzenarten, die sich gegenseitig unterstützen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> Gewusst wie <p>Im Ziergarten, das liegt in der Natur der Sache, geht es in erster Linie um die Optik. Dennoch ist beim Gärtnern Toleranz angebrachter als Perfektionismus. Blattläuse, beispielsweise, mögen optisch störend wirken, die befallenen Pflanzen schwächen sie jedoch nur, wenn sie in großer Zahl über einen längeren Zeitraum auftreten. Und, ohne "Schädlinge" wie Blattläuse und "Unkräuter" wie Brennnesseln wäre der Garten für die hübschen Marienkäfer genauso unattraktiv wie für zahlreiche Schmetterlingsarten. Die Natur ist kein steriler Ort, sondern Lebensraum für viele Bewohner. Konkrete Tipps, wie Sie Nützlinge in Ihren Garten locken, finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</p> <p><strong>Vorbeugen ist einfacher als heilen: </strong>Gegen viele Schädlinge und Krankheitserreger gibt es keine zugelassenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> für den Haus- und Kleingarten. Vorbeugende Maßnahmen sind demnach der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.</p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich dazu in Fachmedien und im Fachhandel (z.B. Gärtnereien).</li> <li>Verwenden Sie nur gesundes Saat- und Pflanzgut, auch bei eigenem Nachbau.</li> <li>Durch eine geschickt gestaltete Mischkultur können sich Pflanzen gegenseitig unterstützen. Nutzen Sie entsprechende Apps, die Sie bei der Planung von Mischkulturen unterstützen.</li> <li>Wechseln Sie die Standorte einjähriger Zierpflanzen regelmäßig.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen an z.B. Licht, Feuchtigkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> und Bodenstruktur gerecht zu werden.</li> <li>Genügend Abstand zwischen den Pflanzen erschwert die Übertragung von Schadorganismen und lässt feuchte Blätter schneller abtrocknen.</li> <li>Das Vorziehen der Pflanzen im geschützten Bereich hilft über ein empfindliches Stadium hinweg und gewährt einen Wachstumsvorsprung.</li> <li>Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken. Wässern Sie nur direkt am ⁠Wurzelbereich⁠, ohne die Blätter zu benetzen.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen der Pflanzen, z.B. bei der Bodenarbeit, denn sie erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern.</li> <li>Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie Ihren Boden stets bedeckt B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.</li> <li>Achten Sie auf bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> Ärgernisse im Ziergarten <p>Beachten Sie auch unsere Artikel zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57291">Blattläusen</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57307">Schnecken</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57315">Unkräutern</a>.</p> <p><strong>Rose – Königin der Blumen: </strong>Rosen zählen, aufgrund ihrer attraktiven Blüten und dem intensiven Duft, zu den beliebtesten Zierpflanzen. Sie brauchen einen sonnigen Platz und genügend Abstand untereinander. Pflanzen Sie Rosen nicht dort, wo vorher schon Rosen standen, das kann zu Kümmerwuchs führen. Achten Sie beim Kauf auf das <a href="https://www.adr-rose.de/adr-was-ist-das/">ADR-Gütezeichen</a>, welches besonders gesunde Rosensorten auszeichnet. Bei der "Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung" (ADR) bewertet ein Gremium von Experten neue Rosensorten auf Kriterien wie Blattgesundheit, Winterhärte, Wüchsigkeit und Reichblütigkeit. Bevorzugen Sie beim Kauf grundsätzlich insektenfreundliche Rosensorten. Solche Sorten sind wertvolle Pollenlieferanten für Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Im Herbst bilden sie zudem Hagebutten, welche Vögeln als Winterfutter dienen. Rosen haben tiefe Wurzeln und können somit heißtrockene Sommer relativ gut überstehen. Wenn Sie Rosen in Gefäße pflanzen, müssen Sie auf ausreichende Tiefe achten, damit die Wurzeln darin genügend Platz finden. Rosen im Topf sind grundsätzlich empfindlicher als im Freiland. Achten Sie bei Topfpflanzen deshalb besonders auf eine gute Pflege.</p> <p>Pilzinfektionen, wie z.B. Echter Mehltau, Rosenrost, Grauschimmel und Sternrußtau, gehören zu den häufigsten Rosenkrankheiten. Die meisten Pilzerreger treten in niederschlagsreichen Sommern auf, Echter Mehltau dagegen braucht trockenes, sonniges <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Das Trockenhalten der Blätter beugt Pilzkrankheiten vor. Gießen Sie Rosen deshalb nur am Wurzelbereich und vermeiden Sie Spritzwasser. Wählen Sie einen luftigen Standort, so dass die Blätter nach einem Regen schnell abtrocknen können. Befallene Pflanzenteile sollten Sie abschneiden und entsorgen. Düngen Sie Rosen maßvoll mit Kompost. Meiden Sie synthetischen Stickstoff, dieser macht das Pflanzengewebe weich und krankheitsanfällig. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt festigen das Gewebe und erhöhen die Widerstandkraft der Pflanze. Auch Grundstoffe wie Lecithin oder Kuhmilch unterstützen die natürliche Abwehr von Pilzkrankheiten.</p> <strong>Galerie: Rosen: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/adr-logo-quer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/em10rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/rost13rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/botrytis07rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/black_spot.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption <p><strong>Buchsbaum – gut in Form: </strong>In Gärten ist der Buchsbaum als dichte Hecke oder als Formschnittgehölz weit verbreitet. Seine heimische Wildform ist jedoch nur noch selten zu finden. Als Frühblüher liefert er wertvollen Nektar und Pollen für Wildbienen. Buchsbäume brauchen einen halbschattigen, luftigen Standort. Je weniger Einzelpflanzen auf einer Fläche vorhanden sind, desto besser ist das für deren Gesundheit. Je mehr und je dichter die Pflanzen stehen, z.B. bei Hecken und Beeteinfassungen, desto leichter übertragen sich Schädlingsbefall und Pilzinfektionen.</p> <p>Der bekannteste Schädling am Buchsbaum ist der Buchsbaumzünsler. Der aus Ostasien eingeschleppte Kleinschmetterling breitet sich seit 2007 in Deutschland kontinuierlich aus. Anfangs hatte der Zünsler hier keine natürlichen Feinde, aber inzwischen sind einige Tiere auf den Geschmack gekommen. Spatzen, Rotschwänze und Kohlmeisen haben die Raupen als proteinreiche Nahrung für sich entdeckt. Auch Spitzmäuse suchen nachts im Inneren der Buchsbäume nach den Raupen. Fördern Sie solche Nützlinge mit Wasserstellen und Nistmöglichkeiten. Damit der Schädlingsbefall gar nicht erst überhandnimmt, sollten Sie Ihre Buchsbäume schon im zeitigen Frühjahr auf Raupen kontrollieren. Die ersten Raupen finden Sie im geschützten inneren Pflanzenbereich. Solange der Befall noch gering ist, können Sie mit einfachen Maßnahmen gegenwirken. Einzelne Raupen können abgesammelt und befallene Pflanzenteile abgeschnitten werden. Gegebenenfalls können die Raupen auch mit einem Gartenschlauch oder Hochdruckreiniger weggespritzt werden. Ist der Buchsbaum jedoch schon stark abgefressen, sollten Sie ihn großzügig zurückschneiden. Dann erholt er sich und treibt wieder neu aus. Die befallenen Pflanzenteile müssen gut verpackt im Hausmüll entsorgt werden, damit sich der Zünsler nicht weiter ausbreitet.</p> <p>Buchsbaumkrebs und Buchsbaumsterben sind weitere typische Erkrankungen des Buchsbaums. Beide werden durch Pilzinfektionen verursacht. Um einem Pilzbefall vorzubeugen sollten Buchsbäume nur von unten gegossen werden. Buchsbäume in Pflanzgefäßen sollten idealerweise unter ein Dach gestellt werden. Vermeiden Sie zudem Staunässe. Befallene Triebe sollten Sie großzügig zurückschneiden und über den Hausmüll entsorgen.</p> <p>Sind Ihre Buchsbäume nicht mehr zu retten, sollten sie durch andere einheimische und vogelfreundliche Gehölze ersetzt werden. Beispielsweise werden die Beeren von Liguster und Berberitze im Herbst von vielen Vogelarten gern verspeist. Liguster und Berberitze sind ähnlich gut schnittverträglich wie Buchsbaum und bieten aufgrund ihres dichten Wuchses viele Nistmöglichkeiten.</p> <strong>Galerie: Buchsbaum: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/raupe_des_buchsbaumzuensler_cydalima_perspectalis_11.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/buxus_volutella_-jki_werres_img_8287.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/cylindrocladium-buxus-424-07-2gh_0.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption <p><strong>Rostpilze an Malven: </strong>Rostpilze sind weit verbreitet und befallen neben Malven, Rosen und Geranien auch zahlreiche andere Nutz- und Zierpflanzen. Die meisten Rostpilze sind auf eine oder einige wenige Pflanzenarten spezialisiert. Das ist von Vorteil, denn so kann sich der Pilz nicht auf andere Pflanzenarten ausbreiten. Zu solchen Rost-Arten ohne Wirtswechsel gehört auch der Malvenrost, der Rosenrost und der Geranienrost. Rostpilze sind leicht zu erkennen an den rostbraunen Flecken, die sich an Blättern und Stängeln ausbilden. Stark befallene Blätter vergilben und fallen ab. Das ist ein optisches Ärgernis, stellt aber für Malven, Rosen und Geranienpflanzen kein wirkliches Problem dar. Befallene Blätter sollten Sie absammeln und über den Hausmüll entsorgen. Vorbeugend gegen Rostpilze können <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt eingesetzt werden. Malven lieben sonnige Standorte, ein solcher Standort schützt auch vor Pilzbefall. Malven blühen ab dem zweiten Standjahr intensiv, was viele Insekten anlockt. Malvenrost befällt jedoch insbesondere die älteren Pflanzen, deshalb sollten die betroffenen Malven nach dem zweiten Standjahr entfernt werden. Die neuen Pflanzen sollten Sie nicht an denselben Standort setzen, an dem vorher schon Malven standen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/malvenrost_congerdesign_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Malvenrost (Puccinia malvacearum) an der Blattunterseite </strong> Quelle: congerdesign / pixabay <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong> Bevorzugen Sie auch im Ziergarten grundsätzlich heimische Pflanzenarten und Sorten, die für Insekten, Vögel und Fledermäuse nützlich sind. Viele Blumen blühen zwar hübsch, sind aufgrund ihrer gefüllten Blüten aber völlig wertlos für Insekten. Achten Sie deshalb beim Kauf von beispielsweise Dahlien, Chrysanthemen, Tulpen und Pfingstrosen auf Sorten mit un-gefüllten Blüten. Oder wählen Sie gleich insektenfreundlichere Arten wie Kapuzinerkresse, Ringelblume und Lavendel. Meiden Sie ökologisch "wertlose" Pflanzen wie beispielsweise Forsythien, Thuja, Bambus, Geranien (Pelargonien) und Gartenstiefmütterchen. Pflanz-Empfehlungen finden Sie z.B. im <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">Lexikon für bienenfreundliche Pflanzen des Bundeslandwirtschaftsministeriums</a>, im <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/artikel/wildbienenfreundliche-pflanzen">Blühkalender der Deutschen Wildtierstiftung</a> oder beim <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">Naturschutzbund Deutschland</a>. Übrigens, „Unkräuter“ wie Löwenzahn, Wegwarte und Steinklee übertrumpfen, was Pollen- und Nektargehalt angeht, die Zierpflanzen um ein Vielfaches!</p> <p>Meiden Sie <a href="https://neobiota.bfn.de/grundlagen/neobiota-und-invasive-arten.html">invasive, nicht-heimische Pflanzenarten</a>. Seit 2015 gilt die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32014R1143&amp;from=EN">Verordnung (EU) Nr. 1143/2014</a> über invasive Arten, inklusive der sogenannten <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-4-die-unionsliste.html">Unionsliste</a>. Alle darin genannten Arten (z.B. Götterbaum, Riesenbärenklau, Afrikanisches Lampenputzergras) dürfen nicht gepflanzt, gezüchtet, gehandelt, verwendet, getauscht oder in die Umwelt freigesetzt werden. <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-19-management.html">HIER</a> finden Sie Informationen zu den notwendigen Maßnahmen, um gegen solche Pflanzenarten vorzugehen. Viele weitere, in Gärten beliebte, invasive Pflanzenarten (z.B. Kirschlorbeer, Rhododendron, Mahonie, Essigbaum, Sommerflieder und Kanadische Goldrute) stehen (noch) nicht in der Unionsliste. Wenn Sie solche Pflanzen bereits im Garten haben, sollten Sie diese zumindest im Wachstum einschränken. Vermeiden Sie auch deren weitere Ausbreitung, indem Sie beispielsweise die Blütenstände abschneiden. Bei Neupflanzungen sollten Sie invasive Pflanzenarten unbedingt durch heimische, nützliche Arten ersetzen. Entsorgen Sie Pflanzenteile invasiver Arten nicht auf dem Kompost und auf keinen Fall in der freien Natur. Letzteres ist übrigens für jegliche Gartenabfälle verboten, unabhängig davon, ob es invasive Pflanzen sind. Wer so etwas trotzdem tut, riskiert ein Bußgeld.</p> <p><strong>Pflanzenschutzmittel nur im Notfall:</strong> Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a> oder mit dem Einsatz von <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Wenn Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel entscheiden, dann können Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe wählen. Vergleichsweise umweltverträgliche Wirkstoffe sind zum Beispiel:</p> <ul> <li>Rapsöl oder Orangenöl: gegen saugende Insekten wie Blattläuse und Spinnmilben</li> <li>Schwefel oder Kaliumhydrogencarbonat: gegen Echten Mehltau</li> <li><em>Bacillus thuringiensis</em>: gegen Schad-Schmetterlingsraupen wie die des Buchsbaumzünslers.</li> </ul> <p>Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p> So haben Sie viel Freude an Ihrem Ziergarten <ul> <li>Pflanzen Sie widerstandsfähige, einheimische und nützlingsfreundliche Arten und Sorten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen und einen gesunden, lebendigen Boden.</li> <li>Kombinieren Sie verschiedene Pflanzenarten, die sich gegenseitig unterstützen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Im Ziergarten, das liegt in der Natur der Sache, geht es in erster Linie um die Optik. Dennoch ist beim Gärtnern Toleranz angebrachter als Perfektionismus. Blattläuse, beispielsweise, mögen optisch störend wirken, die befallenen Pflanzen schwächen sie jedoch nur, wenn sie in großer Zahl über einen längeren Zeitraum auftreten. Und, ohne "Schädlinge" wie Blattläuse und "Unkräuter" wie Brennnesseln wäre der Garten für die hübschen Marienkäfer genauso unattraktiv wie für zahlreiche Schmetterlingsarten. Die Natur ist kein steriler Ort, sondern Lebensraum für viele Bewohner. Konkrete Tipps, wie Sie Nützlinge in Ihren Garten locken, finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</p> <p><strong>Vorbeugen ist einfacher als heilen: </strong>Gegen viele Schädlinge und Krankheitserreger gibt es keine zugelassenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> für den Haus- und Kleingarten. Vorbeugende Maßnahmen sind demnach der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.</p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich dazu in Fachmedien und im Fachhandel (z.B. Gärtnereien).</li> <li>Verwenden Sie nur gesundes Saat- und Pflanzgut, auch bei eigenem Nachbau.</li> <li>Durch eine geschickt gestaltete Mischkultur können sich Pflanzen gegenseitig unterstützen. Nutzen Sie entsprechende Apps, die Sie bei der Planung von Mischkulturen unterstützen.</li> <li>Wechseln Sie die Standorte einjähriger Zierpflanzen regelmäßig.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen an z.B. Licht, Feuchtigkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> und Bodenstruktur gerecht zu werden.</li> <li>Genügend Abstand zwischen den Pflanzen erschwert die Übertragung von Schadorganismen und lässt feuchte Blätter schneller abtrocknen.</li> <li>Das Vorziehen der Pflanzen im geschützten Bereich hilft über ein empfindliches Stadium hinweg und gewährt einen Wachstumsvorsprung.</li> <li>Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken. Wässern Sie nur direkt am ⁠Wurzelbereich⁠, ohne die Blätter zu benetzen.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen der Pflanzen, z.B. bei der Bodenarbeit, denn sie erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern.</li> <li>Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie Ihren Boden stets bedeckt B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.</li> <li>Achten Sie auf bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> Ärgernisse im Ziergarten <p>Beachten Sie auch unsere Artikel zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57291">Blattläusen</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57307">Schnecken</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57315">Unkräutern</a>.</p> <p><strong>Rose – Königin der Blumen: </strong>Rosen zählen, aufgrund ihrer attraktiven Blüten und dem intensiven Duft, zu den beliebtesten Zierpflanzen. Sie brauchen einen sonnigen Platz und genügend Abstand untereinander. Pflanzen Sie Rosen nicht dort, wo vorher schon Rosen standen, das kann zu Kümmerwuchs führen. Achten Sie beim Kauf auf das <a href="https://www.adr-rose.de/adr-was-ist-das/">ADR-Gütezeichen</a>, welches besonders gesunde Rosensorten auszeichnet. Bei der "Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung" (ADR) bewertet ein Gremium von Experten neue Rosensorten auf Kriterien wie Blattgesundheit, Winterhärte, Wüchsigkeit und Reichblütigkeit. Bevorzugen Sie beim Kauf grundsätzlich insektenfreundliche Rosensorten. Solche Sorten sind wertvolle Pollenlieferanten für Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Im Herbst bilden sie zudem Hagebutten, welche Vögeln als Winterfutter dienen. Rosen haben tiefe Wurzeln und können somit heißtrockene Sommer relativ gut überstehen. Wenn Sie Rosen in Gefäße pflanzen, müssen Sie auf ausreichende Tiefe achten, damit die Wurzeln darin genügend Platz finden. Rosen im Topf sind grundsätzlich empfindlicher als im Freiland. Achten Sie bei Topfpflanzen deshalb besonders auf eine gute Pflege.</p> <p>Pilzinfektionen, wie z.B. Echter Mehltau, Rosenrost, Grauschimmel und Sternrußtau, gehören zu den häufigsten Rosenkrankheiten. Die meisten Pilzerreger treten in niederschlagsreichen Sommern auf, Echter Mehltau dagegen braucht trockenes, sonniges <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Das Trockenhalten der Blätter beugt Pilzkrankheiten vor. Gießen Sie Rosen deshalb nur am Wurzelbereich und vermeiden Sie Spritzwasser. Wählen Sie einen luftigen Standort, so dass die Blätter nach einem Regen schnell abtrocknen können. Befallene Pflanzenteile sollten Sie abschneiden und entsorgen. Düngen Sie Rosen maßvoll mit Kompost. Meiden Sie synthetischen Stickstoff, dieser macht das Pflanzengewebe weich und krankheitsanfällig. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt festigen das Gewebe und erhöhen die Widerstandkraft der Pflanze. Auch Grundstoffe wie Lecithin oder Kuhmilch unterstützen die natürliche Abwehr von Pilzkrankheiten.</p> <strong>Galerie: Rosen: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/adr-logo-quer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/em10rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/rost13rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/botrytis07rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/black_spot.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> <p><strong>Buchsbaum – gut in Form: </strong>In Gärten ist der Buchsbaum als dichte Hecke oder als Formschnittgehölz weit verbreitet. Seine heimische Wildform ist jedoch nur noch selten zu finden. Als Frühblüher liefert er wertvollen Nektar und Pollen für Wildbienen. Buchsbäume brauchen einen halbschattigen, luftigen Standort. Je weniger Einzelpflanzen auf einer Fläche vorhanden sind, desto besser ist das für deren Gesundheit. Je mehr und je dichter die Pflanzen stehen, z.B. bei Hecken und Beeteinfassungen, desto leichter übertragen sich Schädlingsbefall und Pilzinfektionen.</p> <p>Der bekannteste Schädling am Buchsbaum ist der Buchsbaumzünsler. Der aus Ostasien eingeschleppte Kleinschmetterling breitet sich seit 2007 in Deutschland kontinuierlich aus. Anfangs hatte der Zünsler hier keine natürlichen Feinde, aber inzwischen sind einige Tiere auf den Geschmack gekommen. Spatzen, Rotschwänze und Kohlmeisen haben die Raupen als proteinreiche Nahrung für sich entdeckt. Auch Spitzmäuse suchen nachts im Inneren der Buchsbäume nach den Raupen. Fördern Sie solche Nützlinge mit Wasserstellen und Nistmöglichkeiten. Damit der Schädlingsbefall gar nicht erst überhandnimmt, sollten Sie Ihre Buchsbäume schon im zeitigen Frühjahr auf Raupen kontrollieren. Die ersten Raupen finden Sie im geschützten inneren Pflanzenbereich. Solange der Befall noch gering ist, können Sie mit einfachen Maßnahmen gegenwirken. Einzelne Raupen können abgesammelt und befallene Pflanzenteile abgeschnitten werden. Gegebenenfalls können die Raupen auch mit einem Gartenschlauch oder Hochdruckreiniger weggespritzt werden. Ist der Buchsbaum jedoch schon stark abgefressen, sollten Sie ihn großzügig zurückschneiden. Dann erholt er sich und treibt wieder neu aus. Die befallenen Pflanzenteile müssen gut verpackt im Hausmüll entsorgt werden, damit sich der Zünsler nicht weiter ausbreitet.</p> <p>Buchsbaumkrebs und Buchsbaumsterben sind weitere typische Erkrankungen des Buchsbaums. Beide werden durch Pilzinfektionen verursacht. Um einem Pilzbefall vorzubeugen sollten Buchsbäume nur von unten gegossen werden. Buchsbäume in Pflanzgefäßen sollten idealerweise unter ein Dach gestellt werden. Vermeiden Sie zudem Staunässe. Befallene Triebe sollten Sie großzügig zurückschneiden und über den Hausmüll entsorgen.</p> <p>Sind Ihre Buchsbäume nicht mehr zu retten, sollten sie durch andere einheimische und vogelfreundliche Gehölze ersetzt werden. Beispielsweise werden die Beeren von Liguster und Berberitze im Herbst von vielen Vogelarten gern verspeist. Liguster und Berberitze sind ähnlich gut schnittverträglich wie Buchsbaum und bieten aufgrund ihres dichten Wuchses viele Nistmöglichkeiten.</p> <strong>Galerie: Buchsbaum: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/raupe_des_buchsbaumzuensler_cydalima_perspectalis_11.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/buxus_volutella_-jki_werres_img_8287.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/cylindrocladium-buxus-424-07-2gh_0.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> <p><strong>Rostpilze an Malven: </strong>Rostpilze sind weit verbreitet und befallen neben Malven, Rosen und Geranien auch zahlreiche andere Nutz- und Zierpflanzen. Die meisten Rostpilze sind auf eine oder einige wenige Pflanzenarten spezialisiert. Das ist von Vorteil, denn so kann sich der Pilz nicht auf andere Pflanzenarten ausbreiten. Zu solchen Rost-Arten ohne Wirtswechsel gehört auch der Malvenrost, der Rosenrost und der Geranienrost. Rostpilze sind leicht zu erkennen an den rostbraunen Flecken, die sich an Blättern und Stängeln ausbilden. Stark befallene Blätter vergilben und fallen ab. Das ist ein optisches Ärgernis, stellt aber für Malven, Rosen und Geranienpflanzen kein wirkliches Problem dar. Befallene Blätter sollten Sie absammeln und über den Hausmüll entsorgen. Vorbeugend gegen Rostpilze können <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt eingesetzt werden. Malven lieben sonnige Standorte, ein solcher Standort schützt auch vor Pilzbefall. Malven blühen ab dem zweiten Standjahr intensiv, was viele Insekten anlockt. Malvenrost befällt jedoch insbesondere die älteren Pflanzen, deshalb sollten die betroffenen Malven nach dem zweiten Standjahr entfernt werden. Die neuen Pflanzen sollten Sie nicht an denselben Standort setzen, an dem vorher schon Malven standen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/malvenrost_congerdesign_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Malvenrost (Puccinia malvacearum) an der Blattunterseite </strong> Quelle: congerdesign / pixabay </p><p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong> Bevorzugen Sie auch im Ziergarten grundsätzlich heimische Pflanzenarten und Sorten, die für Insekten, Vögel und Fledermäuse nützlich sind. Viele Blumen blühen zwar hübsch, sind aufgrund ihrer gefüllten Blüten aber völlig wertlos für Insekten. Achten Sie deshalb beim Kauf von beispielsweise Dahlien, Chrysanthemen, Tulpen und Pfingstrosen auf Sorten mit un-gefüllten Blüten. Oder wählen Sie gleich insektenfreundlichere Arten wie Kapuzinerkresse, Ringelblume und Lavendel. Meiden Sie ökologisch "wertlose" Pflanzen wie beispielsweise Forsythien, Thuja, Bambus, Geranien (Pelargonien) und Gartenstiefmütterchen. Pflanz-Empfehlungen finden Sie z.B. im <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">Lexikon für bienenfreundliche Pflanzen des Bundeslandwirtschaftsministeriums</a>, im <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/artikel/wildbienenfreundliche-pflanzen">Blühkalender der Deutschen Wildtierstiftung</a> oder beim <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">Naturschutzbund Deutschland</a>. Übrigens, „Unkräuter“ wie Löwenzahn, Wegwarte und Steinklee übertrumpfen, was Pollen- und Nektargehalt angeht, die Zierpflanzen um ein Vielfaches!</p> <p>Meiden Sie <a href="https://neobiota.bfn.de/grundlagen/neobiota-und-invasive-arten.html">invasive, nicht-heimische Pflanzenarten</a>. Seit 2015 gilt die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32014R1143&amp;from=EN">Verordnung (EU) Nr. 1143/2014</a> über invasive Arten, inklusive der sogenannten <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-4-die-unionsliste.html">Unionsliste</a>. Alle darin genannten Arten (z.B. Götterbaum, Riesenbärenklau, Afrikanisches Lampenputzergras) dürfen nicht gepflanzt, gezüchtet, gehandelt, verwendet, getauscht oder in die Umwelt freigesetzt werden. <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-19-management.html">HIER</a> finden Sie Informationen zu den notwendigen Maßnahmen, um gegen solche Pflanzenarten vorzugehen. Viele weitere, in Gärten beliebte, invasive Pflanzenarten (z.B. Kirschlorbeer, Rhododendron, Mahonie, Essigbaum, Sommerflieder und Kanadische Goldrute) stehen (noch) nicht in der Unionsliste. Wenn Sie solche Pflanzen bereits im Garten haben, sollten Sie diese zumindest im Wachstum einschränken. Vermeiden Sie auch deren weitere Ausbreitung, indem Sie beispielsweise die Blütenstände abschneiden. Bei Neupflanzungen sollten Sie invasive Pflanzenarten unbedingt durch heimische, nützliche Arten ersetzen. Entsorgen Sie Pflanzenteile invasiver Arten nicht auf dem Kompost und auf keinen Fall in der freien Natur. Letzteres ist übrigens für jegliche Gartenabfälle verboten, unabhängig davon, ob es invasive Pflanzen sind. Wer so etwas trotzdem tut, riskiert ein Bußgeld.</p> <p><strong>Pflanzenschutzmittel nur im Notfall:</strong> Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a> oder mit dem Einsatz von <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Wenn Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel entscheiden, dann können Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe wählen. Vergleichsweise umweltverträgliche Wirkstoffe sind zum Beispiel:</p> <ul> <li>Rapsöl oder Orangenöl: gegen saugende Insekten wie Blattläuse und Spinnmilben</li> <li>Schwefel oder Kaliumhydrogencarbonat: gegen Echten Mehltau</li> <li><em>Bacillus thuringiensis</em>: gegen Schad-Schmetterlingsraupen wie die des Buchsbaumzünslers.</li> </ul> <p>Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p>Informationen für...</p>

Die Bedeutung von Freiraumflächen für naturnahes Leben in Recife/Brasilien - Teilprojekt: Biodiversität und Ökologie von Freiflächen in Recife, Pernambuco

Für den Zeitraum der ersten zweijährigen Pilotphase ist eine Studie zur Erstellung eines Biotoptypenkonzeptes für Recife geplant. Dabei sollen als organismische Beispielgruppe die spontanen und gepflanzten Gehölze der Stadt, bzw. des Pilotgebietes untersucht werden. In dem etwa 1,5 km2 großen Pilotgebiet werden die Gehölzvegetation sowie häufige krautige Arten (speziell Ruderalvegetation) erfasst, wobei nach Einheimischen und Neophyten unterschieden wird. In einem weiteren Schritt wird der Hemerobiegrad der Vegetation ermittelt.

Wissenschaftliche Analyse der in bundesweiten Monitoring-Programmen erhobenen und für die Biodiversität möglicherweise relevanten Begleitdaten

Neophyten Landkreis Leer

Überblick über invasive Pflanzenarten im Landkreis Leer

Prognosen zur Ausbreitung von Neophyten auf Grundlage geostatistischer Analysen der Gesamtareale unter Berücksichtigung populationsbiologischer Merkmale

Hauptziel der geplanten Untersuchung ist eine genaue und differenzierte Ermittlung potentiell klimatischer Areale für etablierte und bisher nicht etablierte Neophyten. Grundlage bildet die Berechnung des Klimaraumes der Arten auf der Basis ihrer Heimatareale. Der Klimaraum des Heimatareals wird auf die gesamte Welt übertragen. Durch diese Modellierung werden die klimatisch potentiellen Areale ermittelt und gleichzeitig erhält man eine Kontrolle, ob der berechnete Klimaraum wirklich das Heimatareal der Arten widerspiegelt (Rückmodellierung). Vor dem Hintergrund der Kenntnis potentiell klimatischer Areale werden die in der Literatur aufgeführten allgemeinen Merkmale invasiver Pflanzen analysiert. Ziel ist es, wichtige Merkmalskombinationen für eine erfolgreiche Etablierung zu finden, aber auch Merkmale, die Ursache für ein Ausbleiben einer erfolgreichen Etablierung trotz klimatisch ähnlichem Areal sind. Aus der Analyse potentieller klimatischer Areale und der allgemeinen Merkmale invasiver Pflanzen werden Prognosen über das zukünftige Verhalten bisher noch unbeständiger Arten abgeleitet.

Neophyten-Monitoring.org - Ein offenes Internet-Portal zur Kartierung von Neophyten (gebietsfremde Pflanzenarten)

Das Portal Neophyten-Monitoring wurde ins Leben gerufen, um Standorte und die weitere Verbreitung gebietsfremder Pflanzen, die sich gegenüber heimischen Arten invasiv verhalten, fortlaufend zu beobachten. Besonders das erstmalige Auftreten an einem Standort und die Geschwindigkeit der Ausbreitung in den Folgejahren sollen beobachtet und web-basiert kartiert werden. Mancherorts wird versucht diese Neophyten zum Erhalt des Landschaftsbildes, aus Gewässerschutzgründen oder zur Vermeidung gesundheitlicher Gefahren für den Menschen dauerhaft zu entfernen. Hierzu kann das Portal beitragen, indem neue Standorte für jedermann sichtbar werden, aber auch, indem die Entwicklung bekämpfter Standorte in den nachfolgenden Wachstumsperioden dokumentiert wird. Die Erfassung der Daten erfolgt ausschließlich durch ehrenamtliche und freiwillige Mitwirkende, die nach einer Registrierung ohne technische Vorkenntnisse Pflanzenstandorte über den Webbrowser eingeben. Nach dem Wiki-Prinzip sollen richtige Einträge bestätigt, irrtümlich vorgenommene Eingaben hingegen aufgedeckt und korrigiert oder aktualisiert werden. Das Ziel ist, genügend naturinteressierte Menschen hierfür zu gewinnen: Dann wird eine flächendeckende Beobachtung der Entwicklung der Neophyten in Deutschland möglich, hochinteressant für die Wissenschaft und auch praktisch überaus nützlich, um regionalen Handlungsbedarf zu erkennen. In einer ersten Phase können vier (von unzähligen anderen) Neophytenarten bearbeitet werden.

Oekologie von Auen in der temperaten Zone

Fortlaufendes Forschungsprojekt zur Auenoekologie; Bedeutung von Stoerungen in Oekosystemen, Auswirkungen des menschlichen Einflusses auf gefaehrdete und sich ausbreitende Pflanzenarten (Neophyten), Grundlagen fuer Naturschutz und Auenrenaturierung.

Arealbildung, Einnischung und Populationsoekologie anthropochorer Pflanzensippen

Der Anteil eingeschlepppter Pflanzenarten ist in allen Vegetationszonen der Erde im Steigen begriffen. Auch die Zahl derjehnigen Arten, die sich im Sekundaerareal rasch ausbreiten und durch die Entwicklung von Massenbestaenden zu oekologischen und oekonomischen Schaeden fuehren, steigt weltweit an. In unserem Projekt werden das Ausbreitungsverhalten und die Erfolgsstrategien von expansiven und in persistenten Massenbestaenden auftretenden in Mitteleuropa eingeschleppten Pflanzenarten untersucht (e.g. Bunias orientalis, Rorippa austriaca). Die Arealbildung und die oekologische Einnischung mitteleuropaeischer Arten wird auf der Suedinsel Neuseelands beobachtet. Benutzt werden vegetationsanalytische, demographische und experimentelle Ansaetze. Zielsetzung ist eine modellhafte und modellgestuetzte vergleichende Analyse von populationsoekologischen Strategien und Konkurrenzverhalten der Neophyten gegenueber assoziierten indigenen Arten und unter unterschiedlichen Stoerungsregimen, aus der sich auch Managementstrategien gegenueber (potentiell) schaedlichen Arten ableiten lassen. Die Untersuchungen an Bunias orientalis sind weitgehend abgeschlossen, ein Bestandssimulationsmodell ist in Bearbeitung .

Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft: Moore, Sand, Kiefern und Teiche - Neue Ansätze zur nachhaltigen Entwicklung der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft (Hotspot 20)

Regeneration in an Ethiopian montane forest with special emphasis on tree biology and nurse-tree functions

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