Stromerzeugung mit einer 500 kW Windkraftanlage der Fa. Tacke auf einem 40 m hohen Deponieberg.
Einige Untersuchungen, die im Rahmen des BMBF-Vorhabens 'Weiterentwicklung von Deponieabdichtungssystemen' entstanden sind, haben gezeigt, dass eine dampffoermige Wasserbewegung zwischen der Oberflaechenabdichtung und dem liegenden Deponiekoerper zu einer Austrocknung der Dichtung und damit ihrer Schrumpfung fuehren kann. Mehrjaehrige und umfangreiche Temperatur-, Wasserspannungs- und Wassergehaltsdaten der Oberflaechenabdichtung Hamburg-Georgswerder sollen zu einer Kalibrierung des vorhandenen Modelles VALTRAUDE (VApor and Liquid TRAnsport in Unsaturated DEformable media) verwendet werden. Anschliessend soll das Modell benutzt werden, um sowohl fuer die Deponie Georgswerder als auch fuer zahlreiche haeufig anzutreffende Bedingungen langfristige Vorhersagen zu machen. Durch diese Untersuchungen kann die Verwertbarkeit der vorhandenen Messwerte erheblich verbessert werden, so dass eine fundierte Prognose des Austrocknungsverlaufes von Oberflaechenabdichtungen mit relativ geringem Aufwand ermoeglicht wird.
Das Hydrologic Evaluation of Landfill Performance (HELP) Modell der US-EPA dient der Simulation des Wasserhaushalts von Deponien, v.a. zur vergleichenden Abschaetzung der Wirksamkeit unterschiedlich aufgebauter Abdichtungssysteme unter den klimatischen Verhaeltnissen eines Standorts. Die Version 3 (1994) ist fuer den Einsatz in der Planung und Ueberwachung in Deutschland interessant. Hierfuer wird eine Validierungsstudie durchgefuehrt, in der die Validierungsproblematik behandelt, der Modellierungsansatz von HELP mit dem Stand der Wissenschaft verglichen, eine Sensitivitaetsstudie und ein Output-Vergleich mit Messdaten, v.a. der Testfelder auf der Deponie Georgswerder, durchgefuehrt werden. Das Modell wird an deutsche Verhaeltnisse angepasst: Unterschiede in Begriffen und Messverfahren werden geklaert, Uebertragungsfunktionen entwickelt und die Datenbasis angepasst. In einem begleitenden Arbeitskreis werden Belange des praktischen Einsatzes geklaert.
Die Vegetation auf dem neugebauten Abdeckungssystem der Deponie Georgswerder wird in ihrem Artenbestand erfasst und auf ihre langfristige Erosions-Schutzfunktion hin untersucht. Hierzu muessen die grundlegenden Standortparameter, die das Pflanzenwachstum beeinflussen, eingehend untersucht werden. Nach der Kartierung der Gesamtflaeche werden die Pflanzenbestaende in ca 100 Dauerflaechen (10mal10m) detailliert aufgenommen und die Entwicklung ueber 2 Vegetationsperioden verfolgt. Ueber die Bestimmung der zugehoerigen Bodenparameter (N, F, pH=R, S=Stress), sowie ueber die Berechnung der mittleren oekologischen Kennzahlen sollen wesentliche abiotische, bestandsregulierende Faktoren bestimmt werden. Zusammen mit den Bestandsdeckungs- und Durchwurzelungsgraden (Wurzelkaesten) wird die Vegetationsentwicklung und die Erosionsgefaehrdung abgeschaetzt. Innerhalb des projektierten Rahmens werden die biotischen Parameter (Konkurrenz) allerdings nur in Ansaetzen erfasst.
Im Deponiegas der Altdeponie Georgswerder sind signifikante Konzentrationen an halogenierten Kohlenwasserstoffen gemessen worden (z.B. 10 vol.ppm Vinylchlorid). Z.Zt. werden 2.000 m3 Deponiegas/h in der Deponie Georgswerder produziert, die z.T. ueber die Deponieoberflaeche emittieren. Ziel des Vorhabens soll die Messung des Verhaltens der Deponiegaskomponenten beim Durchtritt durch die Deponieoberflaeche sein. Einmal soll die Dichtigkeit des im Zuge der Sanierung aufgebrachten Oberflaechenabdecksystems bezueglich der verschiedenen Gaskomponenten (besonders leichtfluechtige CKW's) quantifiziert werden, zum anderen sollen etwaige chemisch/physikalische (z.B. Adsorption) sowie biochemische Prozesse waehrend des etwaigen Durchtritts durch die Oberflaechenabdichtung verfolgt werden. Diese Vorgaenge sollen im Labormasstab (Saeulenversuche) simuliert werden. Das Gas wird ueber Pegel und Gasboxen, die im bzw. auf dem Abdecksystem installiert werden, gewonnen.
Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eine Systems, welches zur Absenkung des Fluessigkeitsspiegels in Deponien sowie zur gezielten Entnahme von Fluessigkeiten in Zonen mit hohem Schadstoffgehalt eingesetzt werden kann. Einsatzzweck dieses in einem Pilotversuch auf der Deponie Georgswerder in Hamburg zu erprobenden Systems ist es, das Gefaehrdungspotential einer Deponie nach ihrer oberflaechigen Abdeckung beschleunigt abzubauen und den Fluessigkeitshaushalt in einer Deponie langfristig so zu steuern, dass einer erneuten Ausbreitung einmal deponierter Schadstoffe mit der Deponiefluessigkeit wirksam begegnet wird.
Biochemische Umsetzungsprozesse bewirken in von der Atmosphaere abgeschlossenem organischen Material eine Zersetzung zu Biogas (Deponiegas), von dem in der Deponie Georgswerder z Zt ca 800 cbm/Stunde produziert werden. Im Hausmuell sind, buertig aus Quellen wie Spraydosen, Schaumstoffen und Loesungsmitteln, leichtfluechtige Kohlenwasserstoffe (KW) und halogenierte Kohlenwasserstoffe (CKW) enthalten. Auch organische Spurenbestandteile (zB Quecksilber- und Arsenverbindungen) wurden nachgewiesen. Im Rahmen dieses Teilvorhabens wurden daher Untersuchungen begonnen, um das Gefaehrdungspotential durch austretendes Deponiegas langfristig zu bestimmen. Das beinhaltet die Bestimmung der Zusammensetzung des Gases sowie dessen oertliche und zeitliche Veraenderung. Der fassbare Anteil des auf Georgswerder produzierten Deponiegases wird abgesaugt und in einem nahegelegenen Industriebetrieb genutzt. Die Entgasung ist zur Unterbindung des Emissionspfades Muell-Deponiegas-Atmosphaere fuer toxische und umweltgefaehrdende Stoffe notwendig. Die Bestimmung des Anteils des abgesaugten Gases an der Gesamtproduktion ist dabei eine der zum Projekt gehoerenden Fragestellungen. Die Funktionstuechtigkeit des im Zuge der Sanierung errichteten Abdecksystems bezueglich der Dichtigkeit gegenueber den verschiedenen Deponiegasbestandteilen (permanente Gase, CKW und andere Spurenstoffe) muss dazu quantifiziert werden. Wichtig ist dabei, festzustellen, wie insbesondere die leichtfluechtigen CKW sich bei der Passage durch Bodenschichten verhalten und durch Kunststoffbahnen und mineralische Abdichtungen migrieren.
Gegenstand des F+E-Vorhabens ist die Projektierung einer Sonderabfallverbrennungsanlage zur Behandlung von Abfallstoffen, fuer deren schadlose Beseitigung derzeit unter abfall- oder immissionsschutzrechtlichen Gesichtspunkten kein geeignetes Behandlungssystem zur Verfuegung steht. Im Rahmen des vorgesehenen Stufenplans zur Sanierung der Deponie Georgswerder stellt die Endbehandlung von Dioxin-kontaminierten Abfaellen in einer Spezialverbrennungsanlage ein unverzichtbares Element dar. Aus abfallwirtschaftlichen Ueberlegungen soll diese Anlage nicht nur zur Entsorgung der Deponie Georgswerder eingesetzt werden, sondern auch problematische Sonderabfallstoffe aus dem gesamten norddeutschen Raum verarbeiten koennen. Bau und Betrieb einer solchen Anlage koennen jedoch erst erfolgen, wenn das sicherheits- und betriebstechnische sowie das oeffentlich-rechtliche Umfeld geklaert sind.
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