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Verwertung von PUMA-Produkten

Im April 2012 führte PUMA das Rücknahmesystem Bring Me Back ein. Seither können Kunden in PUMA Stores weltweit gebrauchte Produkte zurückgeben, die dann durch die Firma I:CO der Weiterverwendung und Verwertung zugeführt werden. Auch die Produkte der neuen recyclefähigen und biologisch abbaubaren PUMA-InCycle-Kollektion, die seit März 2013 auf dem Markt sind, werden so erfasst. Hierzu gehört etwa das recycelbare PUMA Track Jacket, das zu 98 Prozent aus Polyester aus gebrauchten PET-Flaschen besteht. Der PUMA-Rucksack aus Polypropylen wird nach Gebrauch an den ursprünglichen Hersteller zurückgegeben, der das Material wieder zu neuen Rucksäcken verarbeitet. Durch solche Neuentwicklungen will PUMA seine Planungs- und Entscheidungsbasis verbessern. Deshalb hat sie bifa mit der Analyse abfallwirtschaftlicher Optionen für gebrauchte PUMA Produkte beauftragt. bifa untersuchte hierzu Referenzprodukte und Optionen für die Erfassung und Sortierung von Produkten und Materialien. 35 Pfade mit unterschiedlichen Verwertungs- und Beseitigungsansätzen wurden entwickelt und bewertet. Die Realisierungschancen der Pfade wurden dann dem zu erwartenden Nutzen insbes. für die Umwelt gegenübergestellt. Dabei wurde zwischen gut entwickelten und wenig entwickelten Abfallwirtschaften (Waste-Picking-Szenario W-P-Szenario) unterschieden. Es zeigte sich, dass Pfade, die im Szenario Abfallwirtschaft ökologisch nachteilig sind, im W-P-Szenario durchaus vorteilhaft sein können. Im W-P-Szenario sind zudem Pfade realisierbar, die in entwickelten Abfallwirtschaften keine Chance hätten. Die moderne Abfallverbrennung ist für W-P-Szenarien ökologisch vorteilhaft, aber dennoch eine schwierige Option. In entwickelten Abfallwirtschaften sollten Sammlung und Wiedereinsatz gebrauchter Schuhe und Textilien weiterentwickelt werden. Die folgenden generellen Empfehlungen wurden gegeben: - Der Einsatz von Recyclingmaterialien in PUMA-Produkten ist aus ökologischer Sicht zu empfehlen. Diese Erkenntnis wird auch durch die Ergebnisse der ersten ökologischen Gewinn-und-Verlust-Rechnung von PUMA belegt. Über die Hälfte aller Umweltauswirkungen entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette des Unternehmens werden bei der Herstellung von Rohmaterialien verursacht - Das Produktdesign sollte auch für bestehende Verwertungspfade optimiert werden, da realistischerweise nur ein Teil der Produkte über das Sammelsystem erfasst werden kann - Die ökologischen Vorteile von Produkten, die aus nur einem Material bestehen, kommen nur dann zum Tragen, wenn das Produkt nach Gebrauch aussortiert und das Material tatsächlich recycelt wird - Biol. abbaubare Produkte können auch Nachteile haben, zum Beispiel die schnellere Entwicklung von klimaschädlichem Methan bei ungeordneter Deponierung - Eine Verlängerung der Produktlebensdauer über den gesamten Lebenszyklus einschl. der Verwendung als Gebrauchtprodukt ist der effektivste Weg, Umweltlasten zu reduzieren. Meth. Ökobilanzierung und Systemanalyse (Text gekürzt)

Der Waschbär

Der Waschbär ( Procyon Lotor ) ist ein Vertreter der Familie der Kleinbären und gehört zur Ordnung der Raubtiere. Charakteristische Merkmale des Kleinbären sind seine etwas gedrungene und bucklige Gestalt, die Gesichtsmaske mit einer über der Augenregion verlaufenden braunschwarzen Binde und der grau schwarz quergeringelte Schwanz. Seine Fellfärbung kann sehr unterschiedliche Variationen von Grautönen aufweisen und ist häufig silbergrau untermischt. Die Kopf-Rumpf-Länge inklusive des Schwanzes beträgt 70 bis 85 cm, wovon 20 bis 25 cm auf den Schwanz entfallen. Damit lässt sich die Größe dieses Kleinbären zwischen Katze und Fuchs einordnen. Waschbären haben je nach Jahreszeit ein Gewicht zwischen 5 und 10 kg, wobei die Rüden meist schwerer als die Fähen sind. Ihr Gedächtnis ist ausgezeichnet, so dass Futterplätze immer wieder gefunden werden. Besonders ausgeprägt sind auch der Geruchs- und Hörsinn, was den dämmerungs- und nachtaktiven Tieren beim Beutefang hilft. Sie verfügen in den Vorderpfoten über einen hervorragenden Tastsinn, mit dem sie Fische, Frösche, Krebse u.ä. in flachen und trüben Gewässern ertasten können. Der Name Waschbär beruht auf der Beobachtung von gefangengehaltenen Tieren, die ihre Nahrung an einer Wasserstelle “waschen” und daher als besonders reinlich gelten. Dies kann als eine sog. Ersatzhandlung der Tiere gesehen werden, die ihre Nahrung nicht mehr in freier Natur im Wasser ertasten können und ihre Verhaltensmuster nur noch simulieren. In Nordamerika heißt der Waschbär Raccoon, entstanden aus einem Indianernamen, was so viel heißt wie “der mit den Händen kratzt”. Vorurteile gegen Fakten Ein Waschbär – was tun? Die Waschbär-Vor-Ort-Beratung Berlin Weitere Informationen Über den Waschbär kursieren viele Vorurteile. Schnell wird er als alleiniger Verursacher eines Problems vorverurteilt. Dass andere, „heimische“ Tierarten eventuell ebenso oder sogar zu einem größeren Teil daran beteiligt sein könnten, wird oft verdrängt. Wer einen Waschbären auf dem Dachboden hat, hat auch den Schaden. Denn Waschbären nutzen gerne die Dämmung, um sich einen gemütlichen Schlafplatz oder auch eine Wurfhöhle zu bauen. Zudem legen sie an einer anderen Ecke des Dachbodens üblicherweise ihre Latrine an. Schnell wird dann der Ruf nach einer Beseitigung des Tieres und am besten gleich nach einer Bestandsdezimierung bis hin zur Ausrottung dieser Tiere laut. Diesen Wünschen nachzukommen, ist aber in der Realität gar nicht so einfach. Die Fähigkeiten der Waschbären, eine Reduzierung ihres Bestandes auszugleichen, machen es sogar unmöglich. Wir sollten also anfangen zu akzeptieren, dass der Waschbär wie Fuchs und Marder ein in Deutschland wild lebendes Raubtier darstellt und uns um eine friedliche Koexistenz mit diesen durchaus auch spannend zu beobachtenden Tieren bemühen. Ein erster sinnvoller Schritt für ein entspanntes Nebeneinander wäre, den Tieren das Schlaraffenland Stadt ungemütlicher zu machen und somit dafür zu sorgen, dass sich der Bestand von selber reduziert. Waschbären polarisieren. Die einen halten sie für eine Plage, die man bekämpfen muss, die anderen schauen mit einem verklärten Blick, finden sie einfach nur niedlich und fangen an, sie zu füttern. Beides ist falsch! Was also ist die Lösung? Wir empfehlen die Durchführung von Schutzmaßnahmen am Haus und sonstigen Gebäuden sowie im Garten. Damit wird es Waschbären in der Stadt etwas ungemütlicher gemacht und die Anzahl an Waschbären kann sich wieder von selbst reduzieren. Mit diesen Informationen kommen wir der Umsetzung der Managementmaßnahme M7 (PDF, 206 kB) „Öffentlichkeitsarbeit zur Verminderung der direkten und indirekten anthropogenen Förderung der Art” zur Umsetzung der EU-Verordnung zu invasiven Arten von besonderer Bedeutung nach. Vielen Dank für Ihre Mitwirkung. Plakat: Wildtiere auf dem Grundstück vermeiden Flyer: Füttern – Nein Danke! Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver und gebietsfremder Arten Gesellschaft für Wildökologie und Naturschutz e.V.: Projekt Waschbär

Wismut Uranbergarbeiter-Kohortenstudie

Wismut Uranbergarbeiter-Kohortenstudie Die Wismut-Studie ist eine der weltweit größten Kohortenstudien zu Bergarbeitern, die beruflich Radon und seinen Folgeprodukten ausgesetzt waren. Das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) führt diese Studie seit 1993 durch mit dem Ziel, die gesundheitlichen Folgen der beruflichen Strahlen- und Staubbelastung wissenschaftlich aufzuarbeiten. Zahlreiche Ergebnisse dieser Studie wurden publiziert ( z.B. Kreuzer et al. 2023; Kreuzer et al. 2021 ; Kreuzer et al.,2018 ; Walsh et al. 2015 ). Öffnung der Wismut-Daten für externe Wissenschaftler: Das BfS stellt die Daten auf Antrag externen Wissenschaftlern zur Bearbeitung eigener Fragestellungen zur Verfügung (Einzelheiten siehe Opening of the Wismut Data for External Researchers; Call for Proposals , in englischer Sprache). Bergarbeiter unter Tage beim Bohren im Wasser stehend Die Wismut-Studie ist eine der weltweit größten Kohortenstudien beruflich radonbelasteter Bergarbeiter. Sie umfasst knapp 59.000 männliche Beschäftigte, die im Uranbergbau in der Deutschen Demokratischen Republik ( DDR) zwischen 1946 und 1990 tätig waren. Das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) führt diese Studie seit den 1990er Jahren durch mit dem Ziel, die gesundheitlichen Folgen der beruflichen Strahlen- und Staubbelastung wissenschaftlich aufzuarbeiten. Aufgrund ihres Umfangs, des langen Beobachtungszeitraums und der Fülle vorhandener Informationen ist die Studie einzigartig. Sie ermöglicht die Bearbeitung vieler verschiedener Fragestellungen. Die bisherigen Ergebnisse wurden in zahlreichen Publikationen veröffentlicht. Ergebnisse der Kohortenstudie Ausblick Aktuell werden die Risiken für andere Erkrankungen als Lungenkrebs durch Radon sowie für Erkrankungen durch Quarzfeinstaub in der Wismut-Kohorte mit den Daten des Beobachtungszeitraums 1946 - 2018 untersucht. Außerdem wird erforscht, wie robust die Risiken für Lungenkrebs durch Radon bei Berücksichtigung möglicher Unsicherheiten in der Berechnung der Radonexposition sind. Dazu wurde eine Methode speziell für die Daten der Wismut-Kohorte entwickelt, mit der Expositionsunsicherheiten bei der Risikoschätzung berücksichtigt werden können ( Ellenbach et al. 2023 ). Die Wismut- Kohorte ist auch Teil zweier weltweiter Poolingprojekte ("PUMA" – Pooled Uranium Miners Analysis, Rage et al. 2020 , Richardson et al. 2021 ; Richardson et al. 2022 , Kelly-Reif et al. 2023 ) und "iPAUW" - International Pooled Analysis of Uranium Processing Workers ) mit zahlreichen Uranbergarbeiter- und Uranaufbereiter- Kohortenstudien aus verschiedenen Ländern (Deutschland, Frankreich, Kanada, Tschechien, UK und USA ). Auch am europäischen Radon-Forschungsprojekt RadoNorm ist die Wismut-Kohorte beteiligt. Geplant ist auch die Auswertung der Daten zu den Frauen in der Wismut-Kohorte. Da von diesen nur sehr wenige unter Tage gearbeitet haben und damit strahlenexponiert waren, wurden sie bei den bisherigen Analysen nicht berücksichtigt. Darüber hinaus werden derzeit Lebenszeitrisiken für Krebserkrankungen basierend auf Ergebnissen der Wismut-Kohortenstudie systematisch untersucht und Methoden zur Berücksichtigung von Unsicherheiten bei der Berechnung der Lebenszeitrisiken entwickelt. Das Lebenszeitrisiko spielt zum Beispiel eine zentrale Rolle dabei, wie man die Exposition durch Radon umrechnen kann in eine effektive Dosis, die die Wirkung der Strahlung auf den Körper beschreibt. Fazit Die Zusammenhänge zwischen verschiedenen beruflichen Expositionen im Uranbergbau und gesundheitlichen Risiken werden anhand der deutschen Uranbergarbeiterstudie untersucht. Dadurch lassen sich neue Erkenntnisse für den Strahlenschutz und den Arbeitsschutz gewinnen und die wissenschaftlichen Grundlagen für die Anerkennung von Berufskrankheiten erweitern. Sowohl die berufliche Radon - als auch die Quarzfeinstaubexposition führen bei den Wismut-Beschäftigten zu einer deutlichen Erhöhung des Lungenkrebsrisikos, auch im Niedrigdosisbereich. Der radonbedingte Risikoanstieg hängt zusätzlich ab von Faktoren wie der Zeit seit Exposition , dem Alter bei Exposition und der Expositionsrate. Die Lungenkrebsrisiken durch Rauchen und Radon addieren sich nicht nur, sondern verstärken sich wechselseitig. Das heißt, das gemeinsame Vorliegen der beiden Risikofaktoren erhöht das Lungenkrebsrisiko besonders stark. Auch das Risiko, an einer Leukämie zu sterben, steigt mit der Strahlenexposition an, dieser Anstieg ist jedoch nicht signifikant. Für einzelne Leukämie -Subtypen ergeben sich signifikante Zusammenhänge. Des Weiteren zeigt sich ein sehr starker Anstieg der Sterblichkeit an Silikose mit zunehmender Belastung durch Quarzfeinstaub. Hinsichtlich der anderen untersuchten Todesursachen wurden bisher keine statistisch signifikanten Risikoerhöhungen beobachtet. Mit zunehmendem Beobachtungszeitraum ist mit wertvollen Erkenntnissen auch für Erkrankungen zu rechnen, die in der Kohorte eher selten auftreten. Stand: 02.02.2026

Der Steinmarder

Der Steinmarder ( Martes foina ) gehört zur Gruppe der „Marderartigen“. Er ist etwa so lang wie eine Katze, aber schlanker, flacher und leichtfüßiger. Mit Schwanz (Rute) misst er etwa 65 bis 70 cm und wiegt ca. 1,5 kg. Auffälligstes Merkmal ist sein weißer Kehlfleck, der bis auf die Vorderläufe hinab gegabelt ist. Das Fell des Steinmarders schimmert kakaofarben, die Rute ist lang und struppig. Der Steinmarder ist vor allem in Süd- und Mitteleuropa, auf den meisten Mittelmeerinseln und in Teilen Südasiens verbreitet. Bevorzugte Lebensräume sind neben Wald und Feld vor allem Dörfer und Städte. Da in besiedelten Gebieten Unterschlupfe wie Ställe, alte Gemäuer, Holzstöße und Steinhaufen kaum noch zu finden sind, sucht er bevorzugt auch Wohnhäuser auf. Bis zum zweiten Weltkrieg war der Steinmarder auf Grund des hohen Fellpreises fast ausgerottet. In den Nachtstunden, wenn er auf Nahrungssuche geht, wird der Steinmarder aktiv. Die nächtlichen Erkundungszüge sind sehr ausgedehnt. Der Steinmarder legt dabei im Durchschnitt mehr als 8 km zurück. Nur während der Paarungszeit (Ranz) und in der Zeit der Jungenaufzucht kann er auch am Tag außerhalb seines Unterschlupfes angetroffen werden. Bei seinen Streifgängen meidet er freies Gelände. Bei der Nahrungswahl ist der Steinmarder nicht wählerisch und anpassungsfähig. Neben Kleinsäugern, wie Wühlmausarten, Wald- und Gelbhalsmaus, Wanderratten, Hausmäusen und gelegentlich auch Spitzmäusen liebt er Früchte, wie Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen und Beeren. Allerdings sind auch Vögel und deren Gelege nicht vor ihm sicher. Verschiedene Singvogelarten wie Drossel, Amsel und Haussperling aber auch Tauben und vereinzelt Haushühner konnten als Nahrung nachgewiesen werden. Weitere Nahrungsbestandteile sind Regenwürmer, Insekten, Aas und menschliche Hausabfälle. Die Paarungszeit des Steinmarders fällt in den Zeitraum von Ende Juni bis Mitte August. Erst im März, seltener im April, werden zwei bis vier sehr unterentwickelte Junge geboren. Steinmarderwelpen sind Nesthocker, die nach ca. 5 Wochen die Augen öffnen und bis zu 8 Wochen gesäugt werden müssen. Das Nest verlassen sie frühestens nach 8 Wochen, um unter Anleitung der Mutter, die Umgebung zu erkunden und zu spielen. Erst im Spätsommer werden die Jungen selbstständig und teilen dann oft noch bis zum folgenden Frühjahr das Streifgebiet der Mutter. Ist zu vermuten, dass sich ein Steinmarder als Untermieter in ein Haus eingeschlichen hat, sollte zunächst einmal feststellt werden, ob es sich wirklich um einen Marder oder um andere Tiere, wie Mäuse, Waschbären oder Katzen handelt. Dabei können die verschiedenen Spuren verglichen werden. Der Marder hinterlässt wurstartigen Kot (Losung), der etwa 8–10 cm lang, und 1–2 cm dick ist und in einer gedrehten Spitze endet. Oft ist er mit Beuteresten versetzt und besteht aus dicht zusammengedrehten Haaren, Federn oder Obstkernen. Findige Fährtenleser können bisweilen in trockenem Sand oder Staub auch Pfotenabdrücke des Steinmarders finden. Diese haben in etwa die Größe von Katzenpfoten, unterscheiden sich jedoch sehr deutlich darin, dass im Pfotenabdruck des Steinmarders 5 Zehen und Nägel zu erkennen sind. Etwas ausgestreutes Mehl auf dem Dachboden erleichtert dabei die Spurenerkennung. Gab es früher vor allem das Problem mit Einbrüchen des Marders in Hühnerställe, sind heute nächtlich polternde „Dachmarder“ oder kabelbeißende „Automarder“ ein Ärgernis. Der Steinmarder richtet sich gerne direkt über unseren Köpfen auf den Dachböden von Wohnhäusern ein. Meistens bleibt die Anwesenheit des Steinmarders unbemerkt, es sei denn, er macht mit Geräuschen auf sich aufmerksam. Besonders während der Aufzucht des Nachwuchses und später zur Paarungszeit, im Zeitraum von April bis September, können Lärmstörungen durch die nachtaktiven Tiere auftreten. Auch kann der von Kot, Urin oder Beuteresten ausgehende Geruch stören. Richtet der Steinmarder keine Schäden an, kann man sich mit ihm arrangieren. Dabei muss man allerdings die Verhaltensweisen des Marders beachten: Steinmarder sind wie Katzen sehr reinliche Tiere, die neben einem Schlafplatz auch eine separate Speisekammer und Toilette einrichten. Da sie immer wieder die gleiche Stelle als Toilette benutzen, empfiehlt es sich, an den Kotplätzen eine wasserdichte Auflage auszubreiten, die verhindert, dass Urin in den Boden eindringt. Das Auslegen von Zeitungspapier hilft, den Kot rasch zu beseitigen. Hierbei ist zu beachten, dass auf der neuen Zeitungsunterlage etwas Kot zurückgelassen wird, damit der Steinmarder seine Toilette wiederfindet. Auch herumliegende Beutereste können hin und wieder entfernt werden. Probleme können auch auftreten, wenn sich Steinmarder an der Dachisolierung zu schaffen machen. Schäden an Isolationsmaterialien lassen sich durch reißfeste Auflagen oder Abdeckungen vermeiden. Antennenkabel sollten vorsichtshalber an der Wand entlang verlegt oder mit festem Material ummantelt werden, damit der Steinmarder nicht hineinbeißen kann. Um den Steinmarder aus dem Haus zu bekommen, gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: Aussperren oder Vergrämen. Der Wegfang des Tieres nützt in der Regel nichts, da das Revier von einem anderen Marder besetzt wird. Auch die Jagd wirkt sich nicht wirklich regulierend auf die Steinmarderpopulation aus. Zuverlässig und dauerhaft lässt sich der Steinmarder vom Dachboden nur fernhalten wenn es gelingt ihn auszusperren. Hierzu müssen alle Einstiegsmöglichkeiten gefunden und z. B. mit einem stabilen Brett, Maschendraht oder ähnlichem verschlossen werden. Als Einschlupfmöglichkeiten dienen Mauerlöcher, Belüftungsschlitze, defekte Dachfenster, lockere Dachziegel oder ähnliches. Um herauszufinden, wie der Marder ins Gebäude kommt, sollten um das Haus und um die in der Nähe stehenden Bäume geharkte Sandflächen angelegt werden. Die nun sichtbaren Spuren zeigen den Weg des Tieres. Klettert das Tier an der Wand hoch, um aufs Dach zu gelangen, kann der Aufstieg mit Verblendungen aus glattem Material verhindert werden. Springt der Steinmarder vom Nachbarhaus oder von einem Baum aus aufs Dach, bleibt nur das Verschließen der Löcher. Mögliche Eingänge sind bereits handgroße Öffnungen oder Dachziegel, die der Marder hochdrücken kann. Um den Marder auf dem Dachboden nicht einzuschließen, darf der Zugang nur nachts, wenn der Marder auf der Jagd ist, versperrt werden. Etwas Lärm vorher sollte dem Tier Gelegenheit zur Flucht geben, denn sperrt man den Marder ein statt aus, kann bei seinen Befreiungsversuchen allerlei zu Bruch gehen. Im Frühjahr, von März bis Juni, dürfen Aussperrungen grundsätzlich nicht erfolgen. In dieser Zeit besteht die Gefahr, dass man eine Mutter von ihren Jungen trennt. Ein qualvoller Hungertod der Jungtiere und unangenehmer Verwesungsgeruch wären die Folge. Beim Vergrämen von Steinmardern wird der Aufenthalt für das Tier so unangenehm wie möglich gestaltet. Da Steinmarder keinen Lärm mögen, kann lautes Herumpoltern oder ein laufendes Radio in den Morgenstunden bewirken, dass er lieber ein ruhigeres Tagesversteck aufsucht. Außerdem fühlt sich der Marder durch Umräumaktionen auf dem Dachboden gestört. Der Erfolg der Vergrämung hängt dabei in erster Linie vom Überraschungseffekt ab. Steinmarder nutzen auf deckungsarmen Straßen Motorräume von Kraftfahrzeugen als Unterschlupf. Die PKW dienen als Rastplatz, als Versteck für Nahrung oder als Spielplatz für Jungtiere. Das bleibt oft unbemerkt, da die meisten Marderbesuche glimpflich verlaufen und keine Schäden zur Folge haben. Das Zerbeißen von Kühlschläuchen, Kabeln und ähnlichem lässt sich auf drei für den Marder typische Verhaltensweisen zurückführen: auf das „Erkundungsverhalten“, das „Spielverhalten“ und das so genannte „aggressive Beißen“. Wie wir Menschen interessieren sich Marder für alles Unbekannte und erkunden interessant erscheinende Gegenstände durch Beschnuppern und Zerbeißen. Auch durch das „Spielverhalten“, das besonders bei Jungtieren sehr ausgeprägt ist, wird der eine oder andere Schaden verursacht. Die Hauptursache für gravierende Schäden im Motorraum stellt jedoch das „aggressive Beißen“ dar, was als Folge der Verteidigung seines Reviers gewertet werden kann. Durch den Geruch eines vermeintlichen Rivalen provoziert, lenkt der Marder sein aggressives Verhalten auf Zündkabel und Kühlschläuche um. Deswegen treten diese Probleme oft dann auf, wenn Fahrzeuge an Reviergrenzen geparkt werden oder bei Parkplatzwechseln zwischen verschiedenen Marderrevieren. Die meisten Marderschäden treten im Frühjahr vor der Paarungszeit auf, weil zu dieser Zeit die Revierkämpfe zwischen den Männchen ausgetragen werden und die Tiere sehr aggressiv auf die Duftspur eines Rivalen reagieren. Als wirksamstes Abwehrmittel von Marderschäden gelten Sicherungssysteme nach dem Weidezaunprinzip. Elektroden können im Motorraum verteilt werden, wobei zu beachten ist, dass der Marder diese bei seinem Besuch auch berührt. Er bekommt dann einen leichten Schlag und flüchtet. Im Handel erhältlich sind auch Geräte, die für den Menschen nicht hörbare Ultraschalltöne erzeugen, um Marder dauerhaft fernzuhalten. Diese Geräte sind jedoch nur bedingt zu empfehlen, da sie sich auch auf Haustiere, wie Hunde und Katzen negativ auswirken. Mechanische Schutzvorrichtungen sind preisgünstiger aber aufwendiger im Einbau. Gefährdete Kabel können dadurch geschützt werden, dass man im Autozubehörhandel erhältliche Wellrohr-Schutzschläuche aus hartem Kunststoff über sie streift. Um den Steinmarder am Eindringen in den Motorraum zu hindern kann man auch ein ca. 1 m² großes Stück Maschendraht auf den Boden unter den Motorraum legen. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass der nächtliche Besucher sich daran gewöhnt und trotz Maschendraht in den Motorraum eindringt. Als weitere Abwehrmethoden gelten Antimardersprays, Mottenkugeln, Hunde- und Menschenhaare oder Urin. Der Steinmarder kann auch Hühner erbeuten. Normalerweise bevorzugt er deutlich kleinere Tiere. Die Eier der Hühner stellen jedoch eine beliebte Beute dar, die sich auch hervorragend zur Vorratshaltung eignet. In Verstecken werden sie oft für „schlechte Zeiten“ aufbewahrt. Geraten Hühner in Panik, löst das aufgeregte Geflatter den Beutetrieb beim Marder aus, so dass dieser so lange reflexartig zubeißt, bis alle Hühner tot sind. Sind die Hühner an den Marder gewöhnt und bleiben ruhig auf ihrer Stange sitzen, passiert ihnen nichts. Vorsichtshalber sollten Hühnerbesitzer darauf achten, dass ihre Hühnerställe marderdicht sind und abends verschlossen werden, denn ein gut gesicherter Hühnerstall bietet den besten Marderschutz. Immer wieder werden Jungtiere in ihren Verstecken entdeckt. Häufig nehmen Unwissende solche anscheinend mutterlosen Findelkinder an sich. Für die betroffenen Jungtiere ist das kein guter Start ins Leben, da sie in der menschlichen Obhut keine natürliche Entwicklung durchlaufen können. Es fehlt ihnen das Vorbild der Mutter. Junge Steinmarder sollen unbedingt an Ort und Stelle bleiben, auch wenn Sie bereits angefasst oder sogar hochgenommen wurden. Das Muttertier hat dann die Möglichkeit, sie abzuholen und umzusiedeln. Am nächsten Morgen sind die Tiere im Allgemeinen verschwunden. Aus ökologischen Erwägungen und aus Sicht des Naturschutzes ist die Aufzucht junger Steinmarder nicht sinnvoll. Die Steinmarder-Dichte in Deutschland ist hoch, alle geeigneten Reviere dürften bereits besetzt sein. Jungtiere haben es da grundsätzlich schwer, Fuß zu fassen. Eine misslungene Aufzucht muss unbedingt vermieden werden. In der Stadt verursacht neben der natürlichen Jungensterblichkeit der Straßenverkehr die meisten Steinmarderverluste. Jungmarder werden auch von Füchsen gefangen. Außerdem verenden in urbanen Bereichen viele Marder durch gezielte Vergiftungsaktionen oder durch die Aufnahme vergifteter Mäuse und Ratten. Bei ernsthaften Problemen, wenn nur noch der Fallenfang in Frage kommt, ist ein Antrag an die Jagdbehörde zu stellen, die für die Ausnahmegenehmigungen zuständig ist. Steinmarder haben Schonzeiten und ihnen darf nur von Jagdscheininhabern nachgestellt werden. Bei eventuellen Schäden durch Wildtiere außerhalb der Jagdbezirke besteht kein Anspruch auf Ersatz. Die Sicherung von Grundstücken oder Gebäuden liegt in der Verantwortung der Eigentümer selbst. Das Füttern der Wildtiere ist generell verboten; nach dem Landesjagdgesetz können dafür bis zu 5.000 Euro Geldbuße erhoben werden (§§ 34 / 50 LJagdGBln). Stiftung Unternehmen Wald Deutschland: Baum- und Steinmarder

Qualzucht: Nicht süß, sondern krank und leidend! Qualzucht - Kurzinfo Was wird unter Qualzucht verstanden? Poster und Postkarten Beispiele für Qualzuchten bei Hunden Beispiele für Qualzuchten bei Katzen Rechtliche Einordnung – Ist Qualzucht verboten? Lösungsansätze – Was können Sie tun? Weiterführende Links

Haustiere sind in Deutschland sehr beliebt, besonders Katzen und Hunde. Leider gibt es den Trend, Tiere nach von Menschen gewollten Schönheitsidealen zu züchten, ohne Rücksicht darauf, ob die Tiere darunter leiden. Der Begriff „Qualzucht“ beschreibt die Zucht von Tieren, bei der genetisch bedingte Merkmale so beeinflusst werden, dass die Tiere dauerhaft unter körperlichen Einschränkungen oder gesundheitlichen Problemen leiden. Dieser Trend wird leider durch eine mediale Präsenz solcher Tiere verstärkt. So sind beispielsweise Promis, die ihre „Handtaschenhunde“ überall mit hinnehmen, Möpse, die in Werbespots wie Menschen reden können oder Nacktkatzen, die in Kinofilmen als „cooles“ Haustier den Menschen begleiten, zu sehen. Qualzuchten kommen bei Hunden und Katzen, aber auch bei anderen Heimtierarten wie Fischen, Reptilien, Vögeln oder Nagetieren vor. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat bereits 2005 ein Gutachten in Auftrag gegeben, das bei Heimtieren auftretende Qualzuchtmerkmale detailliert beschreibt. Gutachten der Sachverständigengruppe Tierschutz und Heimtierzucht des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen) Die folgenden Postkarten und Poster können Sie sich nach Anklicken des Motives herunterladen. In begrenztem Umfang stehen auch Poster und Postkarten in gedruckter Form zur Verfügung. Schicken Sie uns bei Bedarf unter Angabe des Motivs und der benötigten Menge eine Mail und wir senden Sie Ihnen diese kostenfrei zu. Nur so lange wie der Vorrat  reicht. Das Angebot der kostenfreien Zusendung von Postern und Postkarten gilt ausschließlich für Tierarztpraxen und Interessierte aus Sachsen-Anhalt. Wenn äußerliche Merkmale bei der Zucht wichtiger sind als die Gesundheit der Tiere, leiden die Tiere unter Umständen ein Leben lang. Dann wird von einer Qualzucht gesprochen. Hunde, vor allem viele derzeit sehr beliebte Rassen, sind neben Katzen sehr häufig betroffen. Die Zucht fokussiert auf die Verkürzung von Gesichtsschädel und Schnauze und greift damit das Kindchenschema (rundes Gesicht, große Augen) auf. Diese Tiere empfinden Menschen meist als niedlich und beschützenswert. Betroffene Rassen Mops, französische oder englische Bulldogge, Pekinese, Chihuahua, Boxer, Cavalier King Charles Spaniel, Shi-Tzu, Zwergspitz, Yorkshire Terrier Auch bei Katzen und Kaninchen Die Probleme Atemnot : Bei kurzköpfigen Hunderassen wie dem Mops oder der Bulldogge sind die Atemwege stark verengt. Die Tiere können kaum Luft holen und leiden oft an chronischer Atemnot. Selbst leichte körperliche Aktivitäten wie Spaziergänge oder Spielen überfordern sie. Zahnprobleme : Die verkürzten Kiefer dieser Tiere führen dazu, dass die Zähne zu wenig Platz haben, was zu Zahnfehlstellungen und schmerzhaften Entzündungen führt. Geburtsprobleme : Besonders bei Bulldoggen ist der Kopf der Welpen oft so groß, dass eine Geburt ohne Kaiserschnitt nicht möglich ist. Auch können nach einer normalen Geburt die Hündinnen auf Grund der Verkürzung der Schnauze die Eihäute und die Nabelschnur der Welpen nicht durchbeißen. Bewegungseinschränkungen : Fehlbildungen des Skeletts verursachen bei vielen Tieren dieser Rassen Schmerzen und schränken ihre Bewegungsfreiheit ein. Weil betroffene Tiere oft mit der Schnauze die Anusregion nicht erreichen, können sie keine artgerechte Körperpflege betreiben. Augenverletzungen : Die Augen stehen meist sehr stark hervor und sind damit anfällig für Verletzungen der Hornhaut. Zusätzlich kann es passieren, dass zum Beispiel beim Hochheben der Hunde, die Augen aus der Augenhöhle rutschen können. Hautprobleme : Auf Grund der Einbuchtung des Gesichtsschädels entstehen vermehrt Hautfalten, die sich entzünden können und zu Hautproblemen führen können. Eine konsequente Reinigung der Faltenzwischenräume ist unbedingt nötig. Die Tiere haben einen langen Rücken mit sehr kurzen und häufig verkrümmten Beinen, eine abfallende Rückenlinie mit Fehlstellung der Hüftgelenke (Hüftgelenksdysplasie) oder Wirbelsäulenverformungen bei sehr breiten Schultern und schmalen Hüften. Betroffene Rassen Basset Hound, Dackel, Französische Bulldogge, Mops, Pekinese, Scottish Terrier, Sealyham Terrier, Welsh Corgis Auch bei Katzen Die Probleme Betroffenheit von Knochen und Gelenken: Die Tiere sind anfällig für Fehlstellungen und Fehlbelastungen der Wirbelsäule, Knochen und Gelenke. Ebenfalls können schon bei normalen Bewegungen Bandscheibenvorfälle vorkommen. Lähmungen: Je nach Betroffenheit können Lähmungen, oft in Verbindung mit Inkontinenz und Darmproblemen, auftreten. Zusammenwirken mit Kurzköpfigkeit: Weil häufig zusätzlich die Gesichtsknochen verkürzt sind, leiden die Tiere zusätzlich an Brachycephalie und den damit verbundenen gesundheitlichen Problemen. Auch für weiche oder offene Stellen am Schädelknochen, Atemprobleme und einen Wasserkopf besteht eine Anfälligkeit. Deshalb sind häufig normale Geburten nicht möglich, die Welpen müssen mittels Kaiserschnitt entbunden werden. Betroffene Rassen Basset, Cocker Spaniel, Cavalier King Charles Spaniel, Bloodhound, Deutsche Dogge, Schweizer Laufhund Auch bei Kaninchen (Widder) und Ziegen Die Probleme Ohrenentzündungen: Die langen Ohren verhindern am Kopf eine ausreichende Luftzirkulation, so dass das warme und feuchte Milieu unter den Ohren zu häufigen Infektionen und Parasitenbefall führt. Einschränkungen bei der Kommunikation: Unbewegliche und schwere Ohren verhindern das arteigene Kommunikationsverhalten der Tiere untereinander. Hohes Verletzungsrisiko: Zu lange Ohren schleifen auf dem Erdboden und behindern bei Bewegungen, Spielen, Toben mit Artgenossen oder Menschen. Auch sind sie damit anfällig für ein Aufschürfen und Einreißen. Begleiterscheinungen: Die schweren Ohren ziehen die Haut um die Augen herunter. Damit bleiben diese immer geöffnet und verursachen Entzündungen (Ektropium). Betroffene Rassen Shar Pei (Chinesischer Faltenhund), Basset Hound, Bloodhound, Bulldoggen, Bullmastiff, Mastino Napoletano, Mops, Pekinese Auch bei Nagetieren, Katzen Die Probleme Entzündungen: Die übermäßige Hautfaltenbildung am Kopf und am gesamten Körper beeinträchtigt die normale Hautfunktion. Die zahlreichen Falten bieten einen idealen Lebensraum für Bakterien und Pilze, die zu Juckreiz, Entzündungen oder Ekzemen führen können. Die Tiere sind auf eine konsequente Reinigung der Faltenzwischenräume durch den Tierhaltenden angewiesen. Augenleiden (Entropium): Die Augenlider rollen sich nach innen, deshalb können die Wimpern auf der Hornhaut reiben. Das führt zu Hornhautreizungen und Schmerzen bis hin zu einer Blindheit. Atemprobleme: Die verkürzte Schnauze führt zu wie bei allen brachycephalen Rassen zu verengten Atemwegen und Luftnot. Eine Veränderung in der Fellfarbe durch Pigmentverlust ist sehr häufig mit einer negativen Veränderung in der Genetik verbunden, die sich auf das Seh- und Hörvermögen auswirkt. Unter dem Merle-Faktor wird eine unregelmäßige fleckige starke Farbverdünnung der Fellfarbe bis zu blaugrau, lila, rosabeige oder weiß verstanden. Auch gezielte Züchtungen zu weißer Fellfarbe sind oft betroffen. Betroffene Rassen Collie, Australian Shepherd, Deutschen Dogge, Dackel, Mops, französische Bulldogge, Sheltie, Corgi Die Probleme Blindheit und Taubheit : Der Erbgang zum Merle-Faktor führt häufig zu Fehlbildungen an den Augen und Ohren. Viele Hunde dieser Züchtung sind teilweise oder vollständig taub und haben Sehprobleme bis hin zur Blindheit. Auch kommen häufig Gleichgewichtsstörungen vor. Skelett-, Herz- und Geschlechtsorgan-Deformationen : Diese Züchtung kann auch zu weiteren schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen, die das Leben und die Bewegungsfreiheit der Tiere stark einschränken sowie Fortpflanzungsprobleme hervorrufen. Hohe Sterblichkeitsrate : Manche Hunde erreichen auf Grund der zahlreichen gesundheitlichen Komplikationen nicht einmal das Erwachsenenalter. Die Schwere der Symptome hängt von der Genkombination ab: Homozygote Tiere mit komplett unpigmentiertem Fell (Weißtiger) sind stärker betroffen als die heterozygoten Tiere (farbige Tigerung oder Marmorierung im Fell). Aus ethischen Gründen sollte die Zucht von Weißtigern oder die Paarung von zwei heterozygoten Merle-Hunden vermieden werden, da dies definitiv zu Leiden führt. Teacup-Hunde sind vor allen in den sozialen Medien präsent. Dort werden sie mit Schleifchen im Fell, mit Teddykostüm oder anderen Kleidungsstücken regelrecht inszeniert. Ziel ist es besonders winzige Hunde zu züchten. Hier werden bewusst die jeweils kleinsten und schwächsten Hunde zweier Würfe verpaart. Betroffene Rassen Chihuahua, Zwergpinscher, Yorkshire Terrier, Toy-Pudel, Malteser, Papillon, Shi-Tzu, Zwergspitz (Pomeranian) Die Probleme Vielzahl an gesundheitlichen Einschränkungen : Durch die gezielte Verpaarung der kleinsten und schwächsten Hunde wird das Risiko genetisch bedingter Einschränkungen und Krankheiten besonders hoch. Wasserkopf (Hydrocephalus): Manche Organe wie Gehirn lassen sich durch die Zucht nicht verkleinern, dadurch drückt das Gehirn an die Wände der Schädelknochen. Auch können sich die Fontanellen nicht vollständig schließen, so dass Berührungen am Kopf lebensbedrohlich sein können. Auch bei Katzen erfolgt die Zucht oft auf reine äußerlich sichtbare Merkmale, an denen Menschen Gefallen finden, die aber häufig gleichzeitig bei den betroffenen Tieren mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind. Fehlbildungen der Schwanzwirbelsäule führen zur Verkürzung oder Verformung des Schwanzes. Typisch für schwanzlose Katzen ist ein hoppelnder Gang, ähnlich wie bei einem Kaninchen. Betroffene Rassen Manx, Cymric, Japanese Bobtail, Karelian Bobtail, Kurilen Bobtail, American Bobtail, Mekong Bobtail, Pixie-Bob, Toy-Bob Unterscheiden lassen sich verschiedene Ausprägungen wie verkürzt aufgerollte Schwänze, gerade kurze Schwänze, Stummelschwänze und völlig schwanzlose Katzen. Auch bei Hunden Die Probleme Skeletterkrankungen: Neben der Schwanzlosigkeit bestehen Skelett- und manchmal auch weitere Fehlbildungen wie z.B. ein offener Rücken, bei dem das Rückenmark nicht komplett von der Wirbelsäule umschlossen ist (Spina bifida). Bewegungseinschränkung: Durch das Fehlen des Schwanzes können die Tiere sich nur eingeschränkt bewegen. Beim Laufen, Springen und Klettern fehlt der Schwanz zum Ausbalancieren und als Kommunikationsmittel. Folgeerkrankungen: Oft leiden die Tiere unter Folgeerkrankungen wie Arthritis, Lähmungen, Probleme im Bereich des Beckens des Rückenmarks, die wiederrum zu Inkontinenz, fehlender Afteröffnung, Fisteln an Darm oder Geschlechtsorganen führen. Hohe Sterblichkeit von Föten: Reinerbig schwanzlose Nachkommen sterben noch im Mutterleib, die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei 25 % aller Föten. Ähnlich wie bei Hunden zielt hier das Zuchtziel auf das Kindchenschema ab. Der Kopf ist rundlich, das Gesicht abgeflacht und wirkt eingedrückt. Eine Nase ist kaum noch vorhanden, dabei liegt der Rand der Nase meist auf der Höhe des unteren Augenlids. Betroffene Rassen Perserkatze, Exotic Shorthair, Selkirk Rex, Scottish Fold, British-Kurz- und Langhaar Auch bei Hunden, Kaninchen Die Probleme Atemnot: Durch die verengten Atemwege leiden die Tiere unter permanenter Atemlosigkeit. Häufig geben die betroffenen Tiere auch in Ruhe schnarchende Atemgeräusche von sich. Bewegungseinschränkungen : Die Tiere weisen eine eingeschränkte körperliche Aktivität mit danach langen Erholungsphasen auf. Begleiterscheinungen: Auch die Thermoregulation und der Magen-Darm-Trakt können gestört sein. Bei den sogenannten Kipp-, Knick oder Faltohren sind die Ohrmuscheln der Katze nach vorne oder nach hinten abgeknickt. Ursache dafür ist eine genetische Störung, die das Knorpelgewebe betrifft. Betroffene Rassen Scottish Fold und Highland Fold, Ukrainische Levkoy, Pudelkatze Auch bei Hunden und Kaninchen Die Probleme Ohren als Signalorgan : Die abgeknickten Ohren dieser Katzenrasse sind nicht nur ein kosmetisches Merkmal, sondern erschweren die Kommunikation mit anderen Tieren, weil sie ihre Ohren nicht normal bewegen können. Auch kann das Hörvermögen eingeschränkt sein. Schmerzhafte Entzündungen : Die genetische Störung betrifft nicht nur das Knorpelgewebe im Ohr, sondern im gesamten Körper. Oft gibt es schmerzhafte Entzündungen im Bewegungsapparat. Schon das Streicheln durch den Menschen kann für die Tiere unangenehm oder sogar schmerzhaft sein. Bewegungseinschränkungen : Bereits im jungen Alter zeigen diese Katzen Anzeichen von Bewegungsstörungen. Sie spielen nicht, wie es andere Katzen tun und sind oft weniger aktiv. Betroffene Rassen: Sphynx-Katze oder Nacktkatze: Diese Katzenrasse ist nahezu nackt, ihr Fell fehlt meist vollständig. Auch die Schnurrhaare (Vibrissen), ein wichtiges Sinnesorgan, können verkümmert oder gar nicht vorhanden sein. Beispiele: Sphynx, Peterbald, Kohana, Elf Rex- Katze : Diese Katzenrasse hat gekräuseltes oder gelocktes Fell. Die Haare sind allerdings sehr dünn und kurz. Die wärmende Unterwolle fehlt meistens. Beispiele: Devon-, Cornish-, German Rex u. a., Lykoi Auch bei Hunden (Chinesischer Schopfhund, Mexikanischer Nackthund), Mäusen, Meerschweinchen, Hamstern Die Probleme Kälteempfindlichkeit : Ohne Fell haben diese Tiere kaum Schutz vor Kälte, was besonders im Winter zu Unterkühlungen führt. Deshalb müssen die Katzen mit spezieller Kleidung vor Kälte geschützt werden. Gleichzeitig können sie sich im Sommer auf Grund ihrer fehlenden Isolation leicht überhitzen. Die Tiere haben zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur einen erhöhten Energiebedarf, der mit hochwertiger Nahrung gedeckt werden muss. Hautprobleme : Durch den Mangel an schützendem Fell leiden die Tiere oft unter Hautverdickungen, Pilzinfektionen oder sogar Sonnenbrand. Die Katzen benötigen Sonnenschutzcreme und müssen häufig mit speziellem Shampoo gewaschen und anschließend mit Hautcreme gepflegt werden. Viele Tiere haben massive Hautfalten, vor allem am Kopf und an den Gliedmaßen. Einschränkung der Wahrnehmungsfähigkeit und der Orientierung : Bei Katzen, deren Schnurrhaare verkümmert oder nicht vorhanden sind, fehlen wichtige sensorische Werkzeuge. Das führt zu Problemen bei der Orientierung im Raum und bei der Kommunikation mit Artgenossen. Häufig sind auch die Krallen missgebildet. Irrtum: Nacktkatzen sind für Allergiker geeignet. Das ist ein Irrglaube. Die meisten Allergiker reagieren auf den Speichel von Katzen, der über das Putzen auf die Tierhaare getragen wird. Nacktkatzen zeigen ebenfalls ein Putz- bzw. Leckverhalten, so dass der allergieauslösende Speichel der Tiere ebenfalls Allergien auslösen kann. § 11b Tierschutzgesetz Im sogenannten Qualzuchtparagrafen ist geregelt, dass Qualzucht bei Tieren verboten ist. Es ist demnach verboten, Wirbeltiere zu züchten, bei denen erwartet werden kann , dass bei den Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen, untauglich oder umgestaltet sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Das heißt, dass die Zucht von Hunde- oder Katzenrassen, die auf Grund der gezielten Auslese mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Qualen rechnen müssen, verboten ist und sich der Züchter damit strafbar macht. Die zuständige Behörde kann das Unfruchtbarmachen von Wirbeltieren anordnen, wenn erwartet wird, dass die Nachkommen Störungen oder Veränderungen zeigen werden. § 12 Tierschutzgesetz „Wirbeltiere, an denen Schäden feststellbar sind, von denen anzunehmen ist, dass sie durch tierschutzwidrige Handlungen verursacht worden sind, dürfen nicht gehalten oder ausgestellt werden, […].“ Wenn ein Tier also durch eine tierschutzwidrige Handlung, wie beispielsweise durch die Zucht von Tieren mit erblich bedingten Defekten, Schmerzen, Leiden oder Schäden aufweist, darf dieses Tier nicht in einer Heimtierausstellung ausgestellt oder präsentiert werden. Viele Veranstalter von Hunde- oder Katzenausstellungen verlangen inzwischen, meist nach behördlicher Anordnung, Nachweise über die Gesundheit der Tiere. 1. Sich vorab informieren Wenn Sie sich für ein Haustier interessieren, sollten Sie sich vor dem Kauf gründlich informieren, welche gesundheitlichen Risiken mit bestimmten Rassen verbunden sind und hinterfragen, ob Sie Tierzuchten unterstützen möchten, die zum Leiden der Tiere führen können. Oft findet die gezielte Zucht von derzeit angesagten Hunde- oder Katzenrassen im Ausland in sogenannten Vermehrerstationen statt. Eine tiergerechte Unterbringung und Zucht erfolgt dort nicht. 2. Tierheime und verantwortungsvolle Züchter unterstützen Anstatt auf vermeintliche Schönheitsideale zu achten, sollten zukünftige Tierhalter Wert auf die Gesundheit des Tieres legen. Es ist deshalb ratsam, Tiere aus Tierheimen oder von Züchtern zu erwerben, die nicht auf extreme Körpermerkmale züchten. Wenn trotzdem eine Qualzuchtrasse gehalten werden soll, sollten Sie zunächst bei Tierheimen in Ihrer Nähe schauen, inwieweit entsprechende Tiere vermittelt werden. Damit wird die zusätzliche Vermehrung meist im Ausland nicht weiter unterstützt. Allerdings sollten Sie sich von Anfang an über die höheren Unterhaltskosten für Tierarztbesuche und eventuell spezielle Haltungsformen bewusst sein. Unterstützen Sie keine Straßenverkäufe oder „Mitleidskäufe“. 3. Beratung beim Tierarzt Vor dem Kauf eines Tieres sollte unbedingt der Rat eines Tierarztes eingeholt werden, um sicherzustellen, dass das Tier keine angezüchteten gesundheitlichen Probleme hat. Ist das Tier bereits gekauft worden und erste gesundheitliche Probleme stellen sich ein, sorgen Sie dafür, dass das Tier medizinisch gut betreut wird. Oft waren sich viele Käufer gar nicht bewusst, dass das gekaufte Tier Einschränkungen hat oder später entwickelt. Aber eine gute medizinische Betreuung mildert die Leiden, Ängste oder Schmerzen der betroffenen Tiere. 4. Andere aufklären Es ist wichtig, auch das Umfeld über die Probleme der Tiere mit Qualzuchtmerkmalen aufzuklären. Insbesondere wenn Sie bereits eigene Erfahrungen machen konnten, nutzen Sie Ihr Wissen und informieren andere Menschen in Ihrer Umgebung, was der Kauf eines Tieres dieser Rasse nach sich ziehen kann. 5. Keine Likes für Tierleid! In sozialen Medien werden viele Tiere präsentiert. Oft sind Rassen mit Qualzuchtmerkmalen dabei. Zusätzlich werden diese Tiere wie Puppen oder Babys angezogen und regelrecht inszeniert. Ignorieren Sie solche Posts oder melden Sie diese beim Betreiber der Website. Auch wenn Sie ein trauriges Emoji oder einen wütenden Kommentar hinterlassen, generiert der Post oder das Video damit mehr Reichweite und Sichtbarkeit. Frei Schnauze! Qualzuchten ehrlich erklärt https://www.youtube.com/watch?v=-m7UobIbxbQ&t=3s QUEN https://qualzucht-datenbank.eu/ Berliner TÄK https://www.tieraerztekammer-berlin.de/qualzucht/kampagnen.html Bundestierärztekammer https://www.bundestieraerztekammer.de/tierhalter/qualzuchten/ Deutscher Tierschutzbund https://www.tierschutzbund.de/tiere-themen/haustiere/qualzucht Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V: (TVT) https://www.tierschutz-tvt.de/alle-merkblaetter-und-stellungnahmen/#c412 , Merkblatt Nr. 141 – Qualzucht und Erbkrankheiten beim Hund Georg Thieme Verlag KG https://vet.thieme.de/aktuelles/qualzucht

Eine Webanwendung zur Ermittlung und Vermeidung des Eintrags von Pflanzenschutzmitteln in die Umwelt

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Viele Studien zeigen, dass chemische Pflanzenschutzmittel (PSM) auch über weite Distanzen transportiert werden können und so die Umwelt belasten. Auch entlegene Schutzgebiete sind davon betroffen und werden hierdurch beeinträchtigt, was insbesondere Insektenpopulationen nachhaltig schädigt. Dies konnte durch ein deutschlandweites Kleingewässermonitoring (KgM) bestätigt werden (Liess et al., 2021). Bereits im Projekt PuMa 1.0 (Laufzeit 1.7.2021 - 30.6.2023) entwickelten die Projektpartner eine Webanwendung, mit der auf einer interaktiven Karte u.a. potenzielle Quellen von PSM identifiziert, das ökologische Risiko eines vorhergesagten PSM-Eintrags bewertet und PSM-Reduktionsszenarien simuliert werden können. Mit dem Folgeprojekt PuMa 2.0 sollen die zurzeit noch bestehenden Limitierungen dieser Webanwendung identifiziert und überwunden werden. Das Ziel ist die Weiterentwicklung der vorhandenen Webapplikation zu einer offenen, digitalen Plattform für Umweltforschung, die sich in das bestehende IT-Umfeld von Anwendern aus Umweltforschung, Landwirtschaft, Verwaltung und Umweltschutz integrieren lässt. Wissenschaftliche Ziele des Projekts PuMa 2.0 bestehen u.a. in der Quantifizierung des Oberflächenabfluss und der ökotoxikologischen Bewertung eintragsmindernder Maßnahmen. Ziele im Bereich der Softwareentwicklung bestehen u.a. in der Umsetzung mehrerer Schnittstellen für den Import und Export von Schlag- und PSM-Anwendungsdaten. Sowie der Entwicklung von Programmierschnittstellen zur Integration weiterer Expositionsmodelle und Auswertungen zur ökotoxikologischen Risikobewertung.

Umweltrelevante Belastungen durch die Haltung von Heim- und Begleittieren

In den letzten Jahren gewann die Katze sowohl als Haustier als auch als Tierheimtier immer mehr an Bedeutung. Die neuesten Zahlen ueber die in deutschen Haushalten lebenden Katzen belaufen sich auf mittlerweile 6 Millionen, im Vergleich zu 1992 mit ca 5 Millionen Katzen. Damit einhergehend nimmt auch die Zahl der freilaufenden und verwilderten Tiere drastisch zu, wie Zahlen aus Umfragen belegen. Von 1993 bis 1996 hat sich die Zahl der in Tierheimen Ostdeutschlands aufgenommenen Katzen um durchschnittlich 43 Prozent erhoeht, wobei 71 Prozent der aufgenommenen Katzen zur Gruppe der streunenden und freilebenden Katzen gehoeren. Neben einer extremen Belastung der Tierheime und hohen Kosten der Fang- und Vermittlungsversuche, hat dieses Problem vor allem hygienische Relevanz. Zu den von Katzen auf den Menschen uebertragbaren Infektionen (Zoonosen) gehoeren ua die Echinokokkose, die die Katzenkratzkrankheit, Katzenpocken, Mikrosporie (Trichophytie), Raeudemilben und insbesondere die Toxopasmose. Hier kommt es durch freillebende verwilderte Katzen, die sich dem Zugriff des Menschen entziehen, zur Kontamination von oeffentlichen Plaetzen wie zB Kinderspielplaetzen uae . Ziel dieses Projektes ist die Erfassung der Zahl der verwilderten und streunenden Katzen,die epidemiologische Erfassung von durch freilebenden Katzen auf den Menschen uebertragbaren Infektionskrankheiten und die Entwicklung von Strategien zur Kontrolle der Katzenpopulation.

Wildtiergenetik

Das Projekt Wildtiergenetik ist gedacht als Basisprojekt für populationsgenetische Untersuchungen an Wildtieren in Baden-Württemberg. Es hat eine Laufzeit von 2008 bis 2013. Es soll dazu dienen Fragestellungen rund um Wildtiere zu beantworten, die nicht oder nur sehr aufwendig mit herkömmlichen Methoden gelöst werden können. Zum Beispiel kann man mit Hilfe von Merkmalen der DNA Populationszugehörigkeiten berechnen. Aus diesen Informationen kann man dann Rückschlüsse auf Wanderbewegungen, Ausbreitungen, Barrieren zwischen Populationen oder Vermischungen zwischen Arten ziehen. Aktuell werden über das Projekt Fragen zur Ausbreitung der Wildkatze in Baden-Württemberg bearbeitet. Im Rahmen der Wildtiergenetik sind weiterhin populationsgenetische Untersuchungen zum Auerhuhn geplant. Ziel ist es mit genetischen Methoden die Verbreitung der Wildkatze in Baden-Württemberg zu erfassen. Darüber hinaus soll die Wildkatzenpopulation in den Rheinauen und am Kaiserstuhl genetisch charakterisiert werden. Es sollen Fragestellungen wie der Grad an Hybridisierung mit Hauskatzen, die Vernetzung mit benachbarten größeren Vorkommen und ihre Isolation untersucht werden. Grundlage für das Projekt ist das Wildkatzenmonitoring. Im Monitoring werden in ausgewählten Gebieten Wildkatzennachweise durch die Lockstockmethode gewonnen. Mit Baldrian besprühte Stöcke locken die Katzen an, beim Reiben an den Stöcken verlieren sie Haare, die dann im Labor genetisch auf als Wild- oder Hauskatze bestimmt werden. Für die genetischen Untersuchungen verwenden wir zwei verschiedene Ansätze. Das ist zum einen eine Sequenzierung von mitochondrialer DNA, zum anderen eine Längenfragmentanalyse mittels Mikrosatelliten. Inzwischen gilt in Baden-Württemberg die Wildkatze in der gesamten Oberrheinebene zwischen Karlsruhe und Lörrach, am Stromberg und mit vereinzelten Nachweisen im Osten Baden-Württembergs als sicher nachgewiesen. Seit 2006 konnten an 1022 aufgestellten Lockstöcken bisher insgesamt 633 Haarfunde und zusätzlich 54 Totfunde gesammelt und untersucht werden. Von den so insgesamt 687 Proben konnten 49% Wildkatzen, 27% Hauskatzen und 24% nicht zugeordnet werden. Bereits abgeschlossener Projektteil: In diesem ersten Teil wurde die genetische Struktur des Rotwildes in Baden-Württemberg untersucht. Die Fragestellung lautete, ob, ausgelöst durch die Beschränkung des Rotwildes auf sogenannte Rotwildgebiete und den Abschuss wandernden Rotwildes außerhalb dieser Gebiete, der genetische Austausch von Rotwild beeinträchtigt ist. Zur Beantwortung dieser Frage wurde die genetische Diversität der einzelnen Rotwildpopulationen Baden-Württembergs anhand von Mikrosatelliten analysiert. Dabei konnte gezeigt werden, dass die aktuellen Rotwildpopulationen nicht vollständig voneinander isoliert sind. (Text gekürzt)

DAS: Integration von Klimaanpassung und Klimawandel in die Public Management Ausbildung an Hochschulen

Hilflose Wildtiere

In einer Großstadt wie Berlin verunglücken viele Tiere. Glas, Fahrzeuge, Zäune, Wände, Gruben und andere Strukturelemente werden vielen Tieren zum Verhängnis. In der Stadt gibt es aber auch viele engagierte Menschen, die solchen Tieren helfen wollen. Was dürfen sie, was ist für das Tier am besten, und wie kann man helfen? Zunächst einmal räumt das Bundesnaturschutzgesetz jedermann die Möglichkeit ein, hilflose Tiere besonders geschützter Arten aufzunehmen um sie gesund zu pflegen und unverzüglich wieder in Freiheit zu entlassen (§ 45 Abs. 5). Selbstverständlich dürfen diese Tiere nicht behalten werden. Streng geschützte Arten (z.B. alle Fledermäuse, Greifvögel und Eulen) sind umgehend der Naturschutzbehörde zu melden, und diese hat entschieden, dass sie an die entsprechenden fachkundigen Personen abzugeben sind. Welche Tiere sind so hilflos, dass sie aufgenommen werden können? Dies sind in erster Linie verunglückte (Alt-)Tiere. Sie sind verletzt und können deshalb auch nicht so fliehen wie es ein gesundes Tier tun würde. Bei jedem Alttier, das man anfassen kann, muss man von ernsthaften körperlichen Beeinträchtigungen ausgehen. Tiere mit wehrhaften Körperteilen sollten besser vom Fachmenschen gegriffen werden (z.B. Krallen von Greifvögeln und Eulen, Graureiher-Schnabel, Zähne bei vielen Säugetieren). Bei Fledermäusen ist darauf zu achten, dass man nicht gebissen werden kann, denn einzelne Tiere können Überträger der Fledermaus-Tollwut sein. Jungtiere sollten in der Regel jedoch nicht aufgenommen werden! Denn normalerweise sind die Alttiere in der Nähe und versorgen die Jungen weiter. Häufig sind befiederte Jungvögel oder auch Eichhörnchen in den ersten Tagen nach Verlassen des Nestes noch etwas ungeschickt und können auch mal auf dem Boden landen. Sollte dort Gefahr durch Hunde oder Katzen drohen, reicht es meistens aus, sie in den nächsten Baum zu setzen. Kleinere, und vor allem noch unbefiederte Jungvögel sollten ins Nest zurückgesetzt werden. Nur wenn dies nicht mehr möglich ist, wäre eine Aufnahme angeraten. Aber auch hier ist es sinnvoll, die Tiere sofort an Fachleute abzugeben, die sie entweder in ein artgleiches Nest in der Natur integrieren oder mit Artgenossen zusammen aufziehen. Zum Einen finden in der ersten Lebensphase Prägungen statt, und das Tier soll schließlich wissen, zu welcher Art es gehört. Zum Anderen lernen Jungtiere viel von ihren Eltern: Was kann ich fressen? Wo finde ich es? Wie verhalte ich mich gegenüber Beutegreifern? Wie reagiere ich auf Artgenossen? Was tue ich bei Regen? Was bedeuten die verschiedensten Lautäußerungen? Daher hat ein von Menschen aufgezogenes Jungtier deutlich schlechtere Überlebenschancen in der freien Natur als ein von artgleichen Eltern aufgezogenes. Das sollten wir immer bedenken, wenn wir glauben, ein Jungtier aufnehmen zu müssen. Es gibt im Land Berlin keine staatliche Auffangstation für hilflose Wildtiere. Aber es gibt einige Ansprechpersonen, die weiterhelfen können. Verletzte Wildtiere (keine Jungtiere!) können bei der Kleintierklinik der Freien Universität Berlin abgegeben werden: Klein- und Heimtierklinik Tierklinikum Freie Universität Berlin Oertzenweg 19b 14163 Berlin-Düppel Klein- und Heimtierklinik Beratung zu hilflosen Wildtieren gibt es bei der Wildvogelstation des NABU, Landesverband Berlin: Wildvogelstation des NABU Tel.: (030) 54712892 E-Mail: wildvogelstation@nabu-berlin.de Wildvogelstation des NABU Berlin Für Fledermäuse ist der Ansprechpartner in Berlin: Berliner Artenschutz Team BAT, Fledermausnotruf Tel.: (030) 30 60 28 54 Mobil: (0179) 449 08 36 (gerne auch per Whats-app direkt mit Foto) Website BAT e.V. Und sollten Sie Probleme mit dem Jagdrecht unterliegenden Säugetieren haben (z.B. Wildschwein, Fuchs, Steinmarder, Waschbär), dann gibt es hierfür eine spezielle Rufnummer: Wildtiertelefon des NABU Tel.: (030) 54712891 Mo bis Mi: 10:00 bis 13:00 Uhr Do: 12:00 bis 15:00 Uhr Fr: 10:00 bis 13:00 Uhr E-Mail: wildtiere@nabu-berlin.de Wildtierberatung des NABU Berlin

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