<p> <p>Die Folgen des Klimawandels in Umwelt und Gesellschaft werden zunehmend spürbar. Der dritte Monitoringbericht zur Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) wurde 2023 veröffentlicht und gibt einen breiten Überblick über bereits beobachtete Klimafolgen. Die 2021 veröffentlichte Klimawirkungs- und Risikoanalyse (KWRA) des Bundes zeigt künftige Folgen des Klimawandels in Deutschland.</p> </p><p>Die Folgen des Klimawandels in Umwelt und Gesellschaft werden zunehmend spürbar. Der dritte Monitoringbericht zur Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) wurde 2023 veröffentlicht und gibt einen breiten Überblick über bereits beobachtete Klimafolgen. Die 2021 veröffentlichte Klimawirkungs- und Risikoanalyse (KWRA) des Bundes zeigt künftige Folgen des Klimawandels in Deutschland.</p><p> <p>Das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a> ändert sich bereits und wird sich auch in Zukunft weiter wandeln. Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> manifestiert sich dabei sowohl in langfristigen Klimaänderungen (wie langsam steigenden Durchschnittstemperaturen) als auch in einer veränderten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimavariabilitaet">Klimavariabilität</a> (also stärkeren <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschwankungen">Klimaschwankungen</a> und häufigeren Extremwetter-Ereignissen wie Stürmen, Dürren, Überschwemmungen und Sturzfluten oder Hitzesommern).Die Klimafolgen sind also vielfältig und haben Einfluss auf unser tägliches Leben.</p> <p>Um die in Deutschland erwarteten Folgen des Klimawandels zu beschreiben, wurden verschiedene Indikatoren entwickelt. Mit ihrer Hilfe können die Folgen und die bereits begonnene <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassung-an-den-klimawandel">Anpassung an den Klimawandel</a> beschrieben, sowie seine weitere Entwicklung verfolgt werden. Dargestellt werden Veränderungen in der natürlichen Umwelt, aber auch gesellschaftliche Folgen wie zum Beispiel die Entwicklung von Einsatzstunden bei wetter- und witterungsbedingten Schadensereignissen. Die fachlichen Grundlagen hat das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/70366">Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass</a>) zusammen mit anderen Bundesbehörden erarbeitet.</p> <p>Alle vier Jahre veröffentlicht die Bundesregierung einen Monitoringbericht. Der aktuelle <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/106954">Monitoringbericht</a> erschien im November 2023, der vierte Monitoringbericht ist für November 2027 geplant. Er liefert mit Hilfe von Indikatoren einen breiten Überblick über beobachtete Klimafolgen und die begonnene Anpassung. Mehr als 50 Bundesbehörden, wissenschaftliche Einrichtungen und Universitäten sind an der Erstellung des Monitoringbericht beteiligt. </p> <p>Das Behördennetzwerk „Klimawandel und Anpassung“, ein Netzwerk von 25 Bundesbehörden und -instituten und unterstützt von einem wissenschaftlichen Konsortium, hat in der Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 (KWRA) über 100 Wirkungen des Klimawandels und deren Wechselwirkungen untersucht und bei rund 30 davon sehr dringender Handlungsbedarf festgestellt. Dazu gehören tödliche Hitzebelastungen - besonders in Städten, Wassermangel im Boden und häufigere Niedrigwasser. Dies hat schwerwiegende Folgen für alle Ökosysteme, die Land- und Forstwirtschaft sowie den Warentransport. Es wurden auch ökonomische Schäden durch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a>, Sturzfluten und Hochwasser an Bauwerken untersucht sowie der durch den graduellen Temperaturanstieg verursachte Artenwandel, einschließlich der Ausbreitung von Krankheitsüberträgern und Schädlingen.</p> Quelle: Umweltbundesamt 23.11.2015 Animation: Bedrohung durch den Klimawandel – Analyse zur Verletzlichkeit Deutschlands <p>Seit 2011 wurde von 16 Bundesbehörden und -institutionen im Auftrag der Bundesregierung die Vulnerabilität – also Verletzlichkeit – Deutschlands gegenüber dem Klimawandel analysiert.</p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
Hannover . Saubere, eher nährstoffarme und naturnahe Stillgewässer – das sind die bevorzugten Lebensräume der Armleuchteralgen. Wie keine andere Artengruppe zeigen diese Wasserpflanzen die Gefährdung dieser für Niedersachsen und Bremen prägenden Lebensräume an. In der aktuellen Roten Liste der Armleuchteralgen (Characeen) hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) diese Rolle besonders herausgestellt und auch Empfehlungen für notwendige Schutz- und Pflegemaßnahmen der Lebensräume aufgelistet. Saubere, eher nährstoffarme und naturnahe Stillgewässer – das sind die bevorzugten Lebensräume der Armleuchteralgen. Wie keine andere Artengruppe zeigen diese Wasserpflanzen die Gefährdung dieser für Niedersachsen und Bremen prägenden Lebensräume an. In der aktuellen Roten Liste der Armleuchteralgen (Characeen) hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) diese Rolle besonders herausgestellt und auch Empfehlungen für notwendige Schutz- und Pflegemaßnahmen der Lebensräume aufgelistet. „Durch die spezifischen ökologischen Ansprüche der Armleuchteralgen sind viele Arten hervorragende Indikatoren zur Bewertung des Zustands eines Gewässers. Aus dem Vorkommen beziehungsweise Fehlen bestimmter Arten lassen sich konkrete Maßnahmen für die Pflege und Wiederherstellung naturnaher Gewässer ableiten“, so Dr. Annemarie Schacherer, Autorin der Roten Liste und ehemalige NLWKN-Aufgabenbereichsleiterin „Landesweiter Artenschutz“. Der Schutz der Armleuchteralgen ist daher über die Arten hinaus naturschutzfachlich sinnvoll, da der gesamte Lebensraum und somit auch viele andere gefährdete Arten davon profitieren. Dazu zählen beispielsweise gefährdete Libellenarten und weitere aquatische Organismen. Die vorliegende Veröffentlichung ist somit mehr als eine Gefährdungseinstufung für einzelne Arten – sie ist ein Kompass für den Erhalt ganz besonderer Ökosysteme. Armleuchteralgen sind mit bloßem Auge erkennbare, untergetaucht lebende Wasserpflanzen. Die neue, zweite Fassung der Roten Liste umfasst 27 in Niedersachsen und Bremen vorkommende Arten, von denen 20 (77 %) als gefährdet eingestuft wurden. Zwei Arten gelten als ausgestorben oder verschollen, fünf Arten wurden nach Jahrzehnten wiederentdeckt und fünf weitere erstmals im Untersuchungsgebiet nachgewiesen. Eine Art steht auf der Vorwarnliste, lediglich fünf Arten gelten als ungefährdet. Die aktuelle Rote Liste wird durch eine umfangreiche Darstellung der Characeen und ihrer Lebensräume in den beiden Bundesländern ergänzt. „Das Autoren-Team hat einen einzigartigen Informationsschatz zusammengetragen und ausgewertet, um die aktuelle Situation der Armleuchteralgen und ihrer Lebensräume zu bewerten“, so Rahel Faber vom Landesweiten Artenschutz des NLWKN. Unter den bewerteten Artengruppen weisen Armleuchteralgen sowohl in Niedersachsen und Bremen als auch in Deutschland den höchsten Anteil an gefährdeten Arten auf. „Dementsprechend haben wir in der Veröffentlichung ein besonderes Augenmerk auf Gefährdungsursachen und Empfehlungen für notwendige Schutz- und Pflegemaßnahmen der Lebensräume gelegt“, erläutert Dr. Ralf Becker, Experte für Armleuchteralgen und ebenfalls Autor der Roten Liste. Das Autorenteam führt den hohen Gefährdungsgrad insbesondere auf Zerstörung oder Ausbau von Gewässern, Anreicherung von Gewässern mit Nährstoffen (Eutrophierung), Aufgabe extensiver (weniger intensive) Bewirtschaftung sowie intensive fischereiliche Nutzung zurück. Gleichzeitig werden unter anderem die Vermeidung von Nähr- und Schadstoffeinträgen, die Durchführung extensiver Pflegemaßnahmen sowie die Förderung eines gewässertypischen Fischbestands als dringend erforderliche Schutzmaßnahmen hervorgehoben.
<p> <p>Der Klimawandel wirkt auf unterschiedliche Weise in vielen Sektoren. Klimawirkungsketten machen komplexe Zusammenhänge sichtbar, ermöglichen eine systematische Analyse und zeigen kritische Punkte für Anpassung auf. Für die nächste Klimarisikoanalyse des Bundes 2028/29 hat das UBA die Klimawirkungsketten überarbeitet. Sie bieten allen Akteuren einen Ausgangspunkt für eigene Klimarisikoanalysen.</p> </p><p>Der Klimawandel wirkt auf unterschiedliche Weise in vielen Sektoren. Klimawirkungsketten machen komplexe Zusammenhänge sichtbar, ermöglichen eine systematische Analyse und zeigen kritische Punkte für Anpassung auf. Für die nächste Klimarisikoanalyse des Bundes 2028/29 hat das UBA die Klimawirkungsketten überarbeitet. Sie bieten allen Akteuren einen Ausgangspunkt für eigene Klimarisikoanalysen.</p><p> <p>Die Folgen des Klimawandels sind weitreichender, als Schlagzeilen über steigende Temperaturen es vermuten lassen. Die klimatischen Veränderungen wirken auf zahlreiche Sektoren direkt, indem sie natürliche Ressourcen beeinträchtigen, aber auch die menschliche Gesundheit sowie Gebäude, Infrastrukturen und Materialien. Das Beispiel Hitze und Trockenheit zeigt, wie breit die Betroffenheit der Sektoren sein kann: Böden trocknen aus und Flusspegel sinken. Auf Äckern verdorren die Pflanzen. Wälder leiden, denn Bäume werden durch Trockenheit anfälliger für Schädlinge. Die Hitze beeinträchtigt die Konzentration und die körperliche Leistungsfähigkeit in Schulen und am Arbeitsplatz. In Krankenhäusern werden Menschen wegen Kreislaufproblemen behandelt. </p> <p>Gleichzeitig interagieren diese Effekte in den eng verknüpften natürlichen, sozialen und wirtschaftlichen Systemen. So kann eine klimatische Veränderung weitreichende, <strong>kaskadierende Folgen</strong> nach sich ziehen. Insbesondere die Folgen für natürliche Systeme wie Boden, Wasserhaushalt und Ökosysteme bleiben nicht auf die Natur beschränkt (siehe Abbildung oben). Anhaltendes Niedrigwasser auf den Binnenwasserstraßen etwa beeinträchtigt die Schifffahrt, da Frachtschiffe nur noch mit reduzierter Ladung fahren können. Die Folge sind Verzögerungen in den Lieferketten und steigende Kosten für Transport und anschließende Produktionsprozesse mit entsprechenden wirtschaftlichen Einbußen. So beeinflusst die direkte physische Betroffenheit der natürlichen Systeme indirekt auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systeme. </p> <p>Einzelne Sektoren sind potenziell unterschiedlich betroffen, je nach Standort und Systemeigenschaften. Wie stark Hitze und Trockenheit sich auf landwirtschaftliche Kulturen auswirkt, hängt etwa von Standort, Bodeneigenschaften, Sorte und Anbaumethoden ab.</p> <p>Klimarisiken betreffen also gleichzeitig <strong>vielfältige Sektoren</strong> und eine <strong>Vielzahl von Einflussgrößen</strong> bestimmt ihr Ausmaß. Hinzu kommt, dass Kaskadeneffekte entstehen können. Diese Komplexität stellt alle Akteure der Klimaanpassung – von Landes- und Kommunalverwaltungen sowie Trägern weiterer öffentlicher Aufgaben bis hin zu Unternehmen – vor große Herausforderungen: Mit welchen Klimarisiken müssen sie sich angesichts der vielfältigen Einflüsse und Wirkzusammenhänge auseinandersetzen? Und wie können diese Zusammenhänge bei der Planung von Maßnahmen berücksichtigt werden?</p> Klimatischer Einfluss, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/exposition">Exposition</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/sensitivitaet">Sensitivität</a>: Wie Wirkung entsteht <p>Um diese komplexen Zusammenhänge zu betrachten, eignen sich sogenannte <strong>Klimawirkungsketten (engl. „impact chains“)</strong>. Klimawirkungsketten stellen die Folgen des Klimawandels als Ursache-Wirkungs-Beziehungen dar, indem sie weitere Einflussfaktoren und mögliche Interaktionen berücksichtigen. Das Konzept hilft, mögliche <strong>Auswirkungen von Klimaveränderungen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft</strong> zu erfassen und darzustellen.</p> <p>Eine Klimawirkungskette beschreibt in drei Schritten, wie der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> zu Risiken für Gesellschaft, Wirtschaft oder Umwelt führen kann (siehe folgende Abbildung). Der erste Baustein ist der <strong>klimatische Einfluss (engl. climate hazard)</strong> selbst – wie Hitze, Trockenheit oder <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a>. Der zweite Baustein ist die räumliche <strong>Exposition (engl. exposure)</strong>. Dieser beschreibt, welche Systeme dem klimatischen Einfluss ausgesetzt sein können, etwa Gebäude, landwirtschaftliche Flächen oder Ökosysteme. Doch selbst wenn ein System betroffen ist, entsteht daraus nicht automatisch ein Risiko. Dafür ist die <strong>Sensitivität des Systems (engl. sensitivity oder vulnerability) </strong>entscheidend. Dieser dritte Baustein beschreibt Faktoren, die beeinflussen, ob ein System mehr oder weniger empfindlich auf einen klimatischen Einfluss reagiert.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Ansatzpunkte%20Anpassungskapazit%C3%A4t.jpg"> </a> <strong> Klimarisiken ohne Anpassung entstehen durch klimatischen Einfluss, Sensitivität und Exposition. </strong> Quelle: KWRA 2021 </p><p> <p>Eine Klimawirkungskette zeigt darüber hinaus auf, welche <strong>Beziehungen zwischen den einzelnen Klimawirkungen </strong>bestehen. Die Pfeilverbindungen stellen dar, wie ökologische, technische oder wirtschaftliche Prozesse dazu führen, dass sich ein klimatischer Einfluss Schritt für Schritt ausbreitet. Damit lässt sich strukturieren und nachvollziehen, wo Klimarisiken entstehen und wie sie sich in andere Systeme übertragen und verstärken können. Indem Klimawirkungen in Wirkungsketten betrachtet werden, können damit auch zunächst verdeckte oder unterschätze <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimafolgen">Klimafolgen</a> sichtbar werden.</p> Wann wird ein Ereignis zu einem Risiko? Klimawirkungsketten in Risikoanalyse und Anpassung <p>Klimawirkungsketten sind eine <strong>zentrale Methode für Klimarisikoanalysen.</strong> Sie helfen zunächst dabei, komplexe Zusammenhänge zu sammeln und zu strukturieren. Bei der Analyse dienen sie als eine Art Landkarte für mögliche Klimawirkungen, deren Einflussfaktoren und Zusammenhänge. Auf diese Weise helfen die Wirkungsketten dabei, die Analyse zu strukturieren – von der Prioritätensetzung bis hin zur Operationalisierung jeder einzelnen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawirkung">Klimawirkung</a> mittels Daten, Literatur und Facheinschätzungen. Sie ermöglichen es, Klimarisikoanalysen systematisch durchzuführen, zu interpretieren und nachzuvollziehen. Dabei können quantitative und qualitative Informationen gleichermaßen berücksichtigt werden.</p> <p>Klimawirkungsketten geben zudem <strong>Hinweise, wo Anpassungsmaßnahmen besonders wirksam sein könnten</strong>. Denn indem sie übersichtlich darstellen, wie komplexe Faktoren bei der Entstehung einer Klimawirkung zusammenspielen, machen sie mögliche Eingriffspunkte entlang der Kette sichtbar. Der Ansatz verschiebt damit den Blick von der Frage „Welche Klimafolgen könnten auftreten?“ zur Frage <strong>„Welche Prozesse und Bedingungen führen dazu, dass ein Ereignis zu einem Risiko wird?“</strong>. Wenn etwa durch Dürren Ernten geringer ausfallen, könnten Maßnahmen an verschiedenen Stellen ansetzen. Durch Bewässerungssysteme kann die Wasserversorgung der Pflanzen verbessert werden. Die Wahl dürreresistenter Sorten und Kulturen kann dafür sorgen, dass die Pflanzen Trockenheit besser überstehen. Gezielter Humusaufbau kann den Wasserrückhalt im Boden verbessern. Nicht zuletzt kann ein Betrieb den Anbau und das Betriebsmodell diversifizieren, um den Verlust einzelner Kulturen abzupuffern.</p> Jetzt veröffentlicht: Überarbeitete Klimawirkungsketten der Klimarisikoanalyse für Deutschland 2028/29 <p>Klimawirkungsketten wurden vom Umweltbundesamt <strong>erstmals in der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/vulnerabilitaetsanalyse">Vulnerabilitätsanalyse</a> 2015</strong> als methodisches Grundgerüst eingesetzt und im Zuge der Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 weiterentwickelt. Strukturiert nach den Handlungsfeldern des Klimaanpassungsgesetzes bilden die Klimawirkungsketten die Folgen des Klimawandels für Deutschland ab. </p> <p>In Vorbereitung der nächsten Klimarisikoanalyse für Deutschland 2028/29 wurden die Klimawirkungsketten der Vorgängeranalyse vereinfacht. Ähnliche Klimawirkungen, die bislang separat betrachtet wurden, sind nun in <a href="https://www.umweltbundesamt.de/dokument/klimawirkungsketten-umweltbundesamt-2026"><strong>aggregierten Klimawirkungen</strong></a> zusammengefasst und neu benannt. Dabei wurden die ehemals alleinstehenden Klimawirkungen überarbeitet. Als Teilaspekte der aggregierten Klimawirkung bleiben sie für die Analyse erhalten. Weiterhin wurden einzelne neue Klimawirkungen ergänzt. Diese Überarbeitung soll die anstehende Klimarisikoanalyse 2028/29 schlanker und übersichtlicher gestalten. Gleichzeitig bleibt der Überblick über alle relevanten Klimawirkungen und deren Einflussgrößen erhalten.</p> <p>Die Klimawirkungsketten der Klimarisikoanalyse des Bundes 2028/29 bieten für Klimarisikoanalysen anderer Akteure einen hilfreichen Ausgangspunkt. Klimawirkungsketten können grundsätzlich als <strong>flexibles Werkzeug</strong> für solche Analysen erstellt und angepasst werden. Ihr Fokus und der Detailgrad der Ausgestaltung hängen vom Betrachtungsgegenstand und Kontext ab. Das bedeutet, dass sich die Inhalte und Faktoren der Klimawirkungsketten in Abhängigkeit von der betrachteten Branche oder Region stark unterscheiden können. Um Klimawirkungsketten zu erarbeiten, bietet sich eine <strong>partizipative Herangehensweise</strong> oder eine Umsetzung im Team an. Dies ermöglicht es, viele Perspektiven auf Auswirkungen und Interaktionen zu berücksichtigen. Weitere Hinweise zur Erstellung und Anwendung von Klimawirkungsketten als Teil einer Klimarisikoanalyse sind im Leitfaden<em> </em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/klimarisikoanalysen-auf-kommunaler-ebene">Klimarisikoanalysen auf kommunaler Ebene</a> enthalten.</p> <p><strong>Autorin: </strong>Johanna Siebenlist (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>)</p> <p><em>Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im Newsletter Klimafolgen und Anpassung Nr. 101 veröffentlicht. </em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter"><em>Hier</em></a><em> können Sie den Newsletter abonnieren.</em></p> <p> </p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
Auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität werden sich Energieversorgung und Wirtschaftsstrukturen grundlegend wandeln. Aufgrund seiner vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten wird Wasserstoff dabei eine zentrale Rolle einnehmen. Daraus eröffnen sich zahlreiche Chancen und Potenziale – etwa mit Blick auf neue Geschäftsfelder. Gleichzeitig wirft das Thema Wasserstoff eine Vielzahl von Fragen auf. Mehr zu Wasserstoff, dem Energieträger der Zukunft, und dessen Rolle in der Zukunft der Energieversorgung erfahren Sie u.a. auf der Seite des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt . Eine Maßnahme der Wasserstoffstrategie bestand darin, einen Leitfaden für die Umsetzung von Wasserstoffprojekten in Sachsen-Anhalt zu erstellen. Dieser soll dazu beitragen, die Genehmigungsverfahren gut vorzubereiten und zügig durchführen zu können. Der „Leitfaden über Planungs- und Genehmigungsprozesse“ dient als Kompass für Behörden und Unternehmen im Umgang mit innovativen Anlagenkonzepten und -kombinationen und bietet Orientierung und Unterstützung bei Genehmigungs- und Beteiligungsprozessen. Auf Basis der Wasserstoffstrategie von 2021 wurde das „Wasserstoff-Gutachten“ erstellt. Dieses beantwortet Fragen zum Potenzial von Sachsen-Anhalt im Bereich „Grüner Wasserstoff“ und bietet so eine Grundlage für die weitere Entwicklung des Landes als H 2 -Pionier- und Modellregion. Neben der Analyse von zukünftigen Bedarfen und Erzeugungspotenzialen wurden auch Wettbewerbschancen im internationalen Markt untersucht. Die Entwicklung einer regionalen grünen Wasserstoffwirtschaft bietet großes Potenzial für die Steigerung der Wertschöpfung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle für ein zukünftiges, sektorübergreifend vernetztes Energiesystem. Unsere Infografik Wasserstoff zeigt, wie Wasserstoff mittels Elektrolyse aus Wasser gewonnen und in Brennstoffzellen wieder in elektrische Energie umgewandelt wird. Deutlich wird auch, wie vielfältig Wasserstoff einsetzbar ist – von der Strom- und Wärmeversorgung über Industrieprozesse bis hin zum Verkehr. Zudem wird sichtbar, dass grüner Wasserstoff effizient erzeugt werden kann und Wasser als Ressource dabei nicht zum limitierenden Faktor wird. Download Deutschlands Energiebilanz zeigt klar: Für eine erfolgreiche Energiewende braucht es mehr als den Ausbau erneuerbarer Energien. Unsere Infografik Energiebilanz macht sichtbar, woher unsere Energie stammt, wohin sie fließt und welche enormen Verluste beim Einsatz fossiler Brennstoffe entstehen. Eine effizientere Energienutzung, strukturelle Veränderungen der Energieerzeugung und -verteilung und der konsequente Umstieg auf erneuerbare Quellen bilden die zentralen Schritte einer nachhaltigen Entwicklung. Download Unsere Infografik Treibhausgase veranschaulicht, wie sich Deutschlands THG-Emissionen in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt haben und wo sie heute hauptsächlich entstehen. Deutlich wird: Energieerzeugung, Industrie, Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft prägen das Emissionsgeschehen unterschiedlich stark. Gleichzeitig ist erkennbar, dass einige Bereiche bereits Fortschritte machen, während andere vor größeren Herausforderungen stehen. Zudem veranschaulicht die Darstellung, welche Treibhausgase besonders klimawirksam sind und welche Rolle sie im Gesamtsystem spielen. Download
<p> <p>Deutschlands höchste Auszeichnung für innovative Projekte zum Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels wird auch 2026 wieder verliehen. Die neue Wettbewerbsrunde ist mit einer eigenen Kategorie für Schulen gestartet. So sollen junge Menschen besonders motiviert werden, ihre kreativen Lösungen bekannter zu machen. Die Bewerbung ist bis zum 20. März 2026 geöffnet.</p> </p><p>Deutschlands höchste Auszeichnung für innovative Projekte zum Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels wird auch 2026 wieder verliehen. Die neue Wettbewerbsrunde ist mit einer eigenen Kategorie für Schulen gestartet. So sollen junge Menschen besonders motiviert werden, ihre kreativen Lösungen bekannter zu machen. Die Bewerbung ist bis zum 20. März 2026 geöffnet.</p><p> <p>Der bundesweite Wettbewerb der besten Klimaanpassungsprojekte Bundespreis „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/blauerkompass">Blauer Kompass</a>“ feiert in diesem Jahr Jubiläum: Seit zehn Jahren zeichnet er Akteure aus, die zeigen, wie Klimaanpassung in der Praxis gelingt. Das Bundesministerium für Umwelt, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a>, Naturschutz und nukleare Sicherheit (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bmukn">BMUKN</a>) und das Umweltbundesamt (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>) rufen auch in der aktuellen Runde wieder dazu auf, sich zu bewerben. </p> <p><strong>Bis zum 20. März 2026 </strong>können sich Kommunen, private und kommunale Unternehmen, Schulen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Vereine, Verbände und Stiftungen mit ihren Beiträgen zur Vorsorge und Anpassung an die Folgen des Klimawandels um den Preis bewerben. Im Jubiläumsjahr bekommt der Preis eine Neuerung: Schulprojekte können sich in einer eigenen Kategorie bewerben. Der Preis ist in jeder Kategorie mit 25.000 Euro dotiert. Dazu kommt ein verdientes Maß an Aufmerksamkeit – für alle, die ganz praktisch zeigen, wie Klimaanpassung geht.</p> <p><strong>Jetzt mitmachen – Zukunft gestalten: </strong>Alle Bewerbungsunterlagen und bisherigen Gewinnerprojekte unter <a href="https://www.umweltbundesamt.de/blauerkompass">www.umweltbundesamt.de/blauerkompass</a>.</p> <p> </p> Bundespreis gibt Impulse für Umgang mit <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimafolgen">Klimafolgen</a> <p>Dank der zahlreichen herausragenden Projekte der vergangenen Runden ist der Wettbewerb zu einer zentralen Größe für gute Beispiele der Klimaanpassung geworden. Der Bundespreis gehört heute zu den wichtigsten Impulsgebern für kommunale, zivilgesellschaftliche und wirtschaftliche Initiativen im Umgang mit den Folgen der Erderhitzung. </p> <p>„Immer mehr Menschen spüren die Auswirkungen des Klimawandels in ihrem Alltag. Das zeigen auch die Ergebnisse unserer Umweltbewusstseinsstudie immer wieder“, sagt UBA-Präsident Dirk Messner. „Umso wichtiger ist es, auf die vielen guten und inspirierenden Beispiele aufmerksam zu machen, die es zur Vorsorge und zur Anpassung an den Klimawandel gibt. Dafür bietet der Blaue Kompass seit nunmehr zehn Jahren eine viel beachtete Plattform. Zeigen auch Sie das Engagement Ihrer Kommune, Ihres Unternehmens, Ihrer Institution oder Ihrer Schule und bewerben Sie sich!“ </p> <p> </p> <strong>Von der Pilotphase zum Bundespreis</strong> <p>„Anpassungspioniere gesucht!“ mit diesem Aufruf nahm der Wettbewerb bereits 2011 seinen Anfang. Damals suchte das Umweltbundesamt mutige Akteure, die zeigten, wie sie vorsorgen und sich auf Hitze, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/duerre">Dürre</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> einstellen. Die Resonanz war beachtlich: 59 Kommunen, Unternehmen und Verbände beteiligten sich damals. Vier Preisträger – die Städte Arnsberg, Wuppertal und Stuttgart sowie die Wohnungsbaugenossenschaft WOGENO München – wurden dafür geehrt, dass sie früh Maßstäbe für eine vorausschauende Klimaanpassung setzten.</p> <p>Unter dem Titel „Blauer Kompass“ findet der Wettbewerb seit 2016 regelmäßig alle zwei Jahre statt. Seit 2022 wird er als Bundespreis gemeinsam vom Bundesumweltministerium und UBA ausgelobt. </p> <p>Seit Beginn wählt eine Jury mit hoher Fachexpertise die Gewinnerprojekte aus. Sie setzte sich zuletzt aus Vertretern*Vertreterinnen des Bundesumweltministeriums, des Umweltbundesamtes, der kommunalen Spitzenverbände, Wirtschaft, Forschung, des Ehrenamts und der Klimakommunikation zusammen.</p> <p>Die Einreichungen werden zunächst entlang der sechs vom UBA entwickelten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/werkzeuge-der-anpassung/tatenbank/kriterien-guter-praxis-der-anpassung">Kriterien guter Praxis zur Anpassung an den Klimawandel</a> bewertet: Wirksamkeit, finanzielle Tragbarkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nachhaltigkeit">Nachhaltigkeit</a>, positive Nebeneffekte, Flexibilität und Robustheit. Darauf folgt das Votum der Jury.</p> <p> </p> <strong>Mehr Teilnehmende, breitere Themen</strong> <p>Die über die Jahre gestiegene Zahl der Bewerbungen zeigt, wie stark das Thema Klimaanpassung in Deutschland an Fahrt aufgenommen hat und welche vielfältigen Projekte es bereits gibt: Im Jahr 2018 gingen rund 110 Bewerbungen ein, 2022 waren es bereits 240 und in der letzten Wettbewerbsrunde 2024 sogar mehr als 300 Einreichungen.</p> <p>Die Vielfalt der Themen reicht von technischen Lösungen, etwa bei der Beschattung von Plätzen und Gebäuden, über Regenwassermanagement, Aufforstung und Stadtgrün bis hin zu Beratung, Bildung, Digitalisierung und sozialen Projekten zum Schutz vulnerabler Personen, wie beispielsweise Kinder, ältere, kranke oder ärmere Menschen. </p> <p>Dabei zeigt sich ein deutlicher Trend: Während anfangs vor allem kommunale Strategien und ökologische Modellvorhaben im Mittelpunkt standen, wuchs in den letzten Jahren der Anteil sozialer Projekte sowie digitaler Lösungen. Auch bewerben sich mehr Projekte, die Bürger*innen aktiv einbeziehen. </p> <p> </p> <strong>Leuchttürme der Anpassung – Preisträger mit Strahlkraft</strong> <p>Der Wettbewerb hat in zehn Jahren knapp 30 Preisträgerprojekte hervorgebracht, die heute als Leuchttürme gelten – herausragende Beispiele, die bundesweit Nachahmer für das Thema Klimawandelanpassung inspirieren sollen. Die ausgezeichneten Projekte zeigen, dass Klimaanpassung längst alle Lebensbereiche betrifft und gemeinschaftlicher Lösungen bedarf. </p> <p>Schlaglichter auf „Blauer Kompass“-Preisträger der letzten Jahre:</p> <ul> <li>2016 punktete der <a href="https://starkgegenstarkregen.de/future-cities/">Lippeverband mit „Future Cities – Grün-blauer Klimakorridor Kamen“</a>, wobei ein Flusslauf ökologisch umgestaltet wurde.</li> <li>2018 überzeugten die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/werkzeuge-der-anpassung/tatenbank/kommunale-ueberflutungsvorsorge-in-zeiten-des">Technischen Betriebe Solingen mit einem integrierten Konzept zur Überflutungsvorsorge</a>.</li> <li>2020 wurden das <a href="https://klimawaldbayreuth.de/">Bayreuther KlimaWald-Projekt</a> und die <a href="https://www.stiftung-oekologie-u-demokratie.de/T/projekt-klimawandelanpassungscoach-rlp/">Stiftung für Ökologie und Demokratie mit ihrem kommunalen „KlimawandelAnpassungsCOACH RLP</a>“ ausgezeichnet.</li> <li>2022 ging der Preis unter anderem an den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/werkzeuge-der-anpassung/tatenbank/hochwasserallianz-bocholter-aa">Landkreis Borken für die „Hochwasserallianz Bocholter Aa“</a> und den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/werkzeuge-der-anpassung/tatenbank/tiny-forests-von-nachhaltiger-bildung-zu">Verein MIYA e. V. für seine Bildungsinitiative mit Baumpflanzaktionen „Tiny Forests“</a>.</li> <li> <p>2024 zeichnete die Jury unter anderem den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/werkzeuge-der-anpassung/tatenbank/hitzehelferinnen-im-wohnquartier">Verein BÄR meets ADLER e.V. aus Brandenburg an der Havel aus, der mit seinem Projekt „Hitzehelfer*innen im Wohnquartier“</a> soziale Verantwortung und Klimaanpassung verbindet.</p> <p> </p> </li> </ul> <strong>Wie der Preis wirkt</strong> <p>Viele Gewinnerprojekte berichten, dass der „Blaue Kompass“ ihrem Engagement zusätzlichen Schub gab – durch öffentliche Aufmerksamkeit, neue Kooperationen oder politische Unterstützung. „Anerkennung“, „Motivation“, „Bestätigung“, „Unterstützung“ sind nur einige Schlagworte, die die Preisträger*innen der letzten zehn Jahre verwenden, um zu beschreiben, wie sich die Verleihung des Preises auf ihre Arbeit ausgewirkt hat. </p> <p>Die Stadt Göttingen und die Göttinger Entsorgungsbetriebe erhielten 2024 den Bundespreis für ihr Starkregenvorsorge-Projekt „Gö goes green“. „Das Preisgeld hat uns die Möglichkeit gegeben, den Baustein ‚Fördern' unserer Starkregenvorsorge im Zuge des Göttinger KlimaFonds zu stärken“, erklären die Preisträger. Sie betonen auch den Wert der Öffentlichkeitsarbeit, bei der alle Gewinnerprojekte unterstützt werden: „Das professionell gedrehte Video stellt – zusätzlich zur Ehrung und dem Preisgeld – ein effektives Mittel dar, um das Projekt weiter bekannt zu machen.“ </p> <p>Der Verein BÄR meets ADLER – ebenfalls ein Preisträger der vergangenen Wettbewerbsrunde – fasst es so zusammen: „Der ‚Blaue Kompass‘ und die 25.000 € Preisgeld haben uns spürbaren Rückenwind gegeben. Besonders wertvoll war die Kombination aus finanzieller Unterstützung und öffentlicher Sichtbarkeit, die unsere Arbeit gestärkt und weitergetragen hat.“</p> <p>Die Rückmeldungen der Preisträger zeigen: Der Preis bestärkt die erfolgreichen Projekte in ihrem Tun und ermöglicht es ihnen, weiterzumachen. Indem er die Sichtbarkeit der ausgezeichneten Lösungen erhöht, kann er andere zur Nachahmung ermutigen und inspirieren, eigene, neue Ideen zur Klimavorsorge und Anpassung umzusetzen. </p> <p> </p> <strong>Gesonderte Auszeichnung für Schulprojekte soll junge Menschen erreichen</strong> <p>Die Struktur des Wettbewerbs wurde über die Jahre weiterentwickelt: Zunächst wurden einzelne Pilotprojekte ausgezeichnet, seit 2018 werden die Preise in Kategorien vergeben. Mit der aktuellen Ausschreibung sind es nun fünf: Neben Kommunen, Unternehmen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Vereinen und Stiftungen können sich nun Schulen in einer eigenen Kategorie bewerben. </p> <p>In der neuen Kategorie werden Maßnahmen ausgezeichnet, die die Klimavorsorge und -anpassung an Schulen oder in deren direktem Umfeld verbessern, andere zur Vorsorge und Anpassung motivieren, einen besonders innovativen und kreativen Umgang mit dem Thema aufzeigen. Bewerben können sich Schulen, einzelne Schüler*innen oder Schülergruppen, Schülerfirmen oder andere Initiativen wie schulbezogene Fördervereine.</p> <p> </p> <strong>„Blauer Kompass“ gewinnt an Reichweite</strong> <p>Neben den Hauptkategorien gibt es seit 2018 zusätzlich einen Community-Preis. Bürger*innen können per Online-Abstimmung ihren Favoriten unter den für den „Blauen Kompass“ nominierten Projekten wählen. Die starke Teilnahme am Voting zeigt, dass es ein hohes öffentliches Interesse am Bundespreis gibt. </p> <p>2022 wurden die Auszeichnungen erstmals im Rahmen der „<a href="https://zentrum-klimaanpassung.de/veranstaltungen/die-woche-der-klimaanpassung">Woche der Klimaanpassung</a>“ vorgenommen und die Preisverleihung in diesen Aktionszeitraum im September gelegt. Damit rückte das Thema bundesweit stärker in den Fokus von Medien und Gesellschaft.</p> <p>In der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/anpassung-an-den-klimawandel/werkzeuge-der-anpassung/tatenbank">KomPass-„Tatenbank“</a> sind die am Wettbewerb „Blauer Kompass“ teilnehmenden Projekte dauerhaft auffindbar und können andere zum Handeln anregen.</p> <p> </p> <strong>10 Jahre „Blauer Kompass“ und 100. KomPass-Newsletter</strong> <p>Das Jubiläum des „Blauen Kompass“ fällt mit einem weiteren Meilenstein zusammen: dem 100. Newsletter des Kompetenzzentrums Klimafolgen und Anpassung (KomPass) im Umweltbundesamt. Seine erste Ausgabe erschien 2007 und seit 2013 berichtet der Newsletter alle zwei Monate über aktuelle Entwicklungen sowie interessante Projekte zur Klimavorsorge und Anpassung in Deutschland und darüber hinaus. Der Newsletter ist ebenso etabliert und trägt dazu bei, Akteure für die Themen Vorsorge und Anpassung zu sensibilisieren, zu informieren und gute Beispiele sichtbar zu machen. </p> <p>Im Jubiläumsjahr 2026 ist der Bundespreis „Blauer Kompass“ bereits fest im deutschen Klimaanpassungsnetzwerk verankert. Die gestiegene Resonanz und Vielfalt der Projekte zeigen: Die Bereitschaft, aktiv zu werden, ist groß. Der Wettbewerb stellt hervorragende konkrete Lösungen vor – und motiviert, selbst Verantwortung zu übernehmen. </p> <p>UBA und BMUKN rufen auch in der aktuellen Runde die unterschiedlichen Akteure wieder dazu auf, sich zu bewerben: Klimaanpassung lebt von guten Ideen. Der Bundespreis „Blauer Kompass“ will sie sichtbar, übertragbar und wirksam machen.</p> <p> </p> <p><strong>Autor*innen: </strong>Christine Persitzky, Isabelle Ritter (co2online)</p> <p><em>Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im Newsletter Klimafolgen und Anpassung Nr. 100 veröffentlicht. </em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter"><em>Hier</em></a><em> können Sie den Newsletter abonnieren.</em></p> <p> </p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
<p> <p>Das Konzept der Schwammstadt ist aus einer klimaresilienten Stadtentwicklung nicht mehr wegzudenken. Doch bei der Umsetzung gibt es Hürden. Wie können Schwammstadt-Prinzipien in der Stadtentwicklung verankert werden und wie kann der Bund dies unterstützen? Ein Forschungsprojekt unter Leitung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung im Auftrag des Umweltbundesamts liefert neue Ergebnisse.</p> </p><p>Das Konzept der Schwammstadt ist aus einer klimaresilienten Stadtentwicklung nicht mehr wegzudenken. Doch bei der Umsetzung gibt es Hürden. Wie können Schwammstadt-Prinzipien in der Stadtentwicklung verankert werden und wie kann der Bund dies unterstützen? Ein Forschungsprojekt unter Leitung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung im Auftrag des Umweltbundesamts liefert neue Ergebnisse.</p><p> Schwammstadt: Im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> zukunftsfit werden<em> </em> <p>Der Klimawandel stellt Städte und Gemeinden vor wachsende Herausforderungen. Extremwetterereignisse wie Hitzewellen und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> belasten die kommunale Infrastruktur, beeinträchtigen städtische Ökosysteme und wirken sich auf die Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung aus. Das Konzept der Schwammstadt, in dessen Mittelpunkt insbesondere ein veränderter Umgang mit der Ressource Wasser steht, reagiert auf diese Herausforderungen und dient als Leitbild einer integrierten, zukunftsorientierten und klimaresilienten Stadtentwicklung. Die Schwammstadt verfolgt drei Ziele, die politisch etwa auch in der Deutschen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassungsstrategie">Anpassungsstrategie</a> an den Klimawandel und in der Nationalen Wasserstrategie verankert sind: </p> <ul> <li>die Annäherung an den natürlichen Wasserhaushalt als grundlegenden Paradigmenwechsel,</li> <li>die Klimaanpassung,</li> <li>die Entlastung der Kanalisation. </li> </ul> <p>Auf diese Weise schützt die Schwammstadt vor Starkregen- und Dürreschäden, mindert die Hitzebelastung und stabilisiert die Grundwasserreserven. Durch mehr <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/verdunstung">Verdunstung</a>, Versickerung und einen geringeren Oberflächenabfluss werden urbane Ökosysteme gestärkt und die Kanalnetze bei Starkregen entlastet. </p> <p>Die Transformation zur Schwammstadt als gesellschaftlicher Veränderungsprozess braucht geeignete politische und institutionelle Rahmenbedingungen. Die urbane Wasserbewirtschaftung kann hier als soziotechnisches System verstanden werden, das drei Elemente umfasst: </p> <ul> <li>Technologien wie blau-grüne Infrastrukturen,</li> <li>Institutionen, worunter etwa Gesetze, Normen oder Praktiken fallen, und</li> <li>Akteure wie Behörden, Planungsbüros oder Bürger*innen. </li> </ul> <p>Diese drei Elemente stehen in ständiger Wechselwirkung: Institutionen können treiben oder bremsen, Akteure beeinflussen Gesetzgebung und Technologieeinsatz, neue Technologien erzeugen Anpassungsdruck auf bestehende Regelungen. Das Projekt „<a href="https://www.ioew.de/projekt/schwammstadt_blau_gruene_infrastrukturen_umsetzen">Schwammstadt: Blau-grüne Infrastrukturen umsetzen</a>“ unter Leitung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) hat dieses System im Auftrag des Umweltbundesamts analysiert. Die Ergebnisse zeigen die Wechselwirkungen sowie hemmende und fördernde Einflussfaktoren einer Umsetzung der Schwammstadt auf und ermöglichen, wirksame Politikinstrumente und abgestimmte Instrumentenmixe abzuleiten. Folgendes Schema zeigt den Transformationspfad zur klimaresilienten Schwammstadt. </p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Abbildung%20Auf%20dem%20Weg%20zur%20Schwammstadt.JPG"> </a> <strong> Auf dem Weg zur klimaresilienten Schwammstadt </strong> Quelle: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) </p><p> Welcher Policy-Mix unterstützt die Transformation zur Schwammstadt? <p>Die Analyse des soziotechnischen Systems zeigte folgende Umsetzungshemmnisse auf dem Weg zur Schwammstadt: </p> <ul> <li>Unzureichende finanzielle und personelle Kapazitäten (vor allem bei Kommunen),</li> <li>politische und regulative Hemmnisse,</li> <li>begrenzte institutionelle Zusammenarbeit,</li> <li>Flächennutzungskonflikte,</li> <li>geringes privates Engagement,</li> <li>fehlende Kooperation mit der Zivilgesellschaft sowie</li> <li>mangelndes Bewusstsein und fehlendes Wissen (unter anderem Datengrundlagen).</li> </ul> <p>Diese Hemmnisse treten selten isoliert auf: Eine Gründachpflicht scheitert etwa nicht nur am fehlenden Recht, sondern auch an mangelnder Akzeptanz, fehlenden Fachkräften und unklaren Zuständigkeiten. </p> <p>Daher ist ein abgestimmter Instrumentenmix aus finanziellen, regulativen und informatorischen Instrumenten erforderlich, der an mehreren Systemelementen ansetzt und regulative Rahmenbedingungen erneuert, Akteure mobilisiert, normative Wertvorstellungen reflektiert und Technologien weiterentwickelt. Ein solcher Mix sollte in eine langfristige Strategie eingebettet sein, wie sie die Nationale Wasserstrategie und die Deutsche <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassungsstrategie">Anpassungsstrategie</a> bieten, und regelmäßig evaluiert werden. </p> <p>Aus der Bewertung lassen sich fünf Empfehlungen für einen Instrumentenmix ableiten. Im Zusammenspiel können die Maßnahmen die notwendigen strukturellen Veränderungen anstoßen und die Umsetzung der klimaresilienten Schwammstadt auf kommunaler Ebene wirksam unterstützen: </p> <ol> <li>Die finanzielle Förderung für Konzeptentwicklung und Maßnahmenumsetzung (z. B. über ANK, Städtebauförderung, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/kfw">KfW</a>-Programme) sollte fortgeführt und für kleinere, strukturschwächere Kommunen zugänglicher gestaltet werden.</li> <li>Es braucht Anreizinstrumente für die Maßnahmenumsetzung, die private Akteure zur Umsetzung auf eigenen Flächen motivieren, etwa durch die gesplittete Abwassergebühr, steuerliche Anreize oder vereinfachte Förderstrukturen.</li> <li>Transdisziplinäre Forschungs- und Innovationsprojekte sollten gefördert werden, um Wissens- und Datenlücken zu schließen, neue Technologien (z. B. digitale Zwillinge) zu entwickeln und Leuchtturmprojekte zu schaffen, deren Erkenntnisse evaluiert und übertragen werden können.</li> <li>Rechtliche Standards und Vorgaben – etwa zur Grünflächensicherung im Baugesetzbuch oder zur Reform des Wasserhaushaltsgesetzes – sind notwendig, um verbindliche Rahmenbedingungen für Regenwassermanagement und Flächennutzung zu schaffen.</li> <li>Es braucht Instrumente des Wissens- und Wirkungstransfers, etwa Austauschformate, Weiterbildungen und Netzwerke, die die Sichtbarkeit und Wirksamkeit der übrigen Instrumente erhöhen.</li> </ol> Voneinander lernen: Schwammstadt-Fachleute im Austausch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Schwammstadt%20%28Foto%20Anne%20Schmalenbach%29%201.jpg"> </a> <strong> In der Fishbowl-Diskussion des Fachsymposiums kamen die Teilnehmenden in einen intensiven Austausch. </strong> Quelle: Anne Schmalenbach / IÖW </p><p> <p>Auf einem Fachsymposium im Umweltbundesamt diskutierten im Juni 2026 über 60 Teilnehmende aus Kommunen, Wissenschaft, Verbänden und Wirtschaft über politische, strategische und kommunikative Rahmenbedingungen für die Transformation zur Schwammstadt. Hier folgt ein Überblick über die Diskussionen:</p> Schwammstadt erfolgreich umsetzen: Ämter müssen übergreifend zusammenarbeiten <p>Das vorgestellte Konzept zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in dem Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zeigt, wie dem Problem knapper Ressourcen erfolgreich begegnet werden kann. Eine strukturell verankerte kontinuierliche und intersektorale Zusammenarbeit des Grünflächen- und Tiefbauamtes ist dabei zentral. Planungs- und Abstimmungsprozesse werden so vereinfacht und dem Silodenken wird entgegengewirkt. Durch Kooperationen mit nicht-behördlichen Akteuren – z. B. mit Universitäten bei der Entwicklung von Entsiegelungsmaßnahmen – können zusätzliche Ressourcen erschlossen werden. In der Diskussion wurde eine Reform des aktuellen Regelwerks als weitere Gelingensbedingung hervorgehoben, um Bauvorhaben klimaangepasst zu planen und Innovationen zu ermöglichen. Wichtig ist es auch, Akteure durch Wissensvermittlung und Kompetenzaufbau zu einer wassersensiblen Stadtentwicklung zu befähigen.</p> Wie kann eine gesunde und gerechte Schwammstadt aussehen? <p>Blau-grüne Infrastrukturen stellen eine wichtige Gesundheitsressource dar. Sie wirken sich auf die physische und mentale Gesundheit aus, indem sie Hitze, Lärm und Luftschadstoffbelastung reduzieren sowie Räume für Entspannung, körperliche Bewegung und soziale Interaktion bereitstellen. Damit die positiven Gesundheitseffekte der Schwammstadt möglichst alle Menschen erreichen, müssen unterschiedliche Gerechtigkeitsdimensionen bei der Planung und Umsetzung mitgedacht werden. Hierfür brauchen Kommunen Daten über die Verteilung bestehender Umweltbelastungen, städtischer Vulnerabilitäten und bereits existierender blau-grüner Infrastrukturen. Nur so kann sichergestellt werden, dass insbesondere diejenigen Quartiere von zusätzlichen Maßnahmen profitieren, in denen der Bedarf am größten ist. </p> <p>Wessen Bedürfnisse werden berücksichtigt und welche Akteure in welchem Umfang in die Planung und Umsetzung einbezogen? Antworten auf diese Fragen sind wichtig, sonst besteht das Risiko, dass Maßnahmen ihre Wirkung nicht entfalten oder gar nicht erst akzeptiert werden. Eine gesunde und gerechte Schwammstadt braucht eine langfristige Perspektive, die über die Planung und Umsetzung hinausgeht und auch andere Politikfelder mitdenkt. Etwa sollte vermieden werden, dass blau-grüne Infrastrukturen zur Verdrängung von Bewohnenden führen. Unterschiedliche Ansätze können diesen Effekten entgegenwirken, etwa Instrumente des Mietrechts, <a href="https://doi.org/10.1016/j.landurbplan.2014.01.017">Just-Green-Enough-Ansätze</a> oder <a href="https://publications.rifs-potsdam.de/rest/items/item_6002606_3/component/file_6002607/content">Public-Common Partnerships</a>.</p> Welche Gründächer braucht die Schwammstadt? <p>Gründächer gelten als zentrales Element einer Schwammstadt. Im Projekt wurde die Umweltfreundlichkeit verschiedener Gründachaufbauten analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass auch umweltschonende Materialien teilweise mit Schadstoffen belastet sein können. Es ist daher wichtig, dass Hersteller ihre Produkte prüfen und mit Labeln versehen, um Schadstofffreiheit zu gewährleisten. </p> <p>Wie effektiv Gründächer sind, hängt von ihrem Wasserspeicherpotenzial und ihrer Verdunstungsleistung ab: je höher, desto besser. Gründächer sind darüber hinaus multifunktional und können, wenn sie gut durchdacht sind, noch mehr: Sie tragen zur Aufenthaltsqualität bei, erhöhen die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> und können mit einer Solaranlage zur Stromproduktion kombiniert werden. Auf dem Symposium wurden darüber hinaus wünschenswerte Gründach-Tools für die kommunale Praxis diskutiert, die etwa das Wirkungspotenzial transparent abbilden, um den Nutzen von Gründächern für die politische Kommunikation sichtbar zu machen – vergleichbar etwa mit dem Stadtgrün-Bewertungstool <a href="https://www.stadtgruen-wertschaetzen.de/">www.stadtgruen-wertschaetzen.de</a>. </p> Fazit <p>Damit mehr Schwammstädte entstehen, müssen finanzielle, regulative und informatorische Politikinstrumente über alle Elemente des soziotechnischen Systems – Technologien, Institutionen und Akteure – hinweg integrativ zusammenwirken. Sektorenübergreifende Zusammenarbeit und politische Beschlüsse, die die Handlungsmotivation politischer Entscheidungsträger*innen in die Verwaltungsebene überführen, sind zentral. Damit alle Bewohnenden von der Schwammstadt der Zukunft profitieren, ist es elementar, Fragen der sozialen Gerechtigkeit früh und umfassend in allen Planungsprozessen zu berücksichtigen. Eine detailliertere Darstellung zu möglichen Politikinstrumenten auf dem Weg zur Schwammstadt findet sich im Fact Sheet <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/der-weg-zur-klimaresilienten-schwammstadt">"Der Weg zur klimaresilienten Schwammstadt"</a>.</p> <p>Autorin: Alexandra Dehnhardt (Institut für ökologische Wirtschaftsforschung)</p> <p> </p> <p><em>Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im Newsletter <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimafolgen">Klimafolgen</a> und Anpassung Nr. 103 veröffentlicht. </em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter"><em><strong>Hier</strong></em></a><em> können Sie den Newsletter abonnieren.</em></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
<p> <p>Klimawandelfolgen treffen alle Menschen, doch nicht alle gleichermaßen. Manche sind Hitze, Starkregen oder Hochwasser stärker ausgesetzt – oft aufgrund sozioökonomischer und demografischer Faktoren. Ein Forschungsprojekt zeigt: Technisch-planerische und sektorale Lösungen allein reichen nicht. Es braucht gezielte Maßnahmen für besonders verwundbare Gruppen, um soziale Ungleichheiten abzumildern.</p> </p><p>Klimawandelfolgen treffen alle Menschen, doch nicht alle gleichermaßen. Manche sind Hitze, Starkregen oder Hochwasser stärker ausgesetzt – oft aufgrund sozioökonomischer und demografischer Faktoren. Ein Forschungsprojekt zeigt: Technisch-planerische und sektorale Lösungen allein reichen nicht. Es braucht gezielte Maßnahmen für besonders verwundbare Gruppen, um soziale Ungleichheiten abzumildern.</p><p> Verstehen, wie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/vulnerabilitaet">Vulnerabilität</a> gegenüber <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimafolgen">Klimafolgen</a> und soziale Ungleichheit sich gegenseitig verstärken <p>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> verändert die Lebensbedingungen in Deutschland grundlegend. Hitzewellen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> und Dürren nehmen zu. Das Forschungsprojekt „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/soziale-dimensionen-von-klimawandelfolgen">Soziale Dimensionen von Klimawandelfolgen“</a> hat 250 internationale Publikationen umfassend ausgewertet. Das deutliche Fazit: Soziale Faktoren bestimmen, wie verwundbar eine Person oder Gruppe gegenüber diesen Klimafolgen ist.</p> <p>Die Literatur zeigt, dass die sozialen Dimensionen von Klimawandelfolgen weltweit insbesondere für Hitzewellen sowie Starkregen/Überschwemmungen gut erforscht sind. Sozial bedingte Vulnerabilität gegenüber Klimafolgen kann nicht eindeutig einzelnen Gruppen zugeschrieben werden, da sie kontextabhängig, dynamisch und intersektional geprägt ist. Berücksichtigt werden müssen: </p> <ul> <li>soziodemografische Merkmale wie Alter und Geschlecht,</li> <li>sozioökonomische Faktoren wie Einkommen und Bildung,</li> <li>sowie individuelle Voraussetzungen wie Gesundheitszustand oder Migrationsgeschichte.</li> </ul> <p>Diese Faktoren können sich im Zeitverlauf je nach Lebensabschnitt wie Ausbildung oder Berufsleben und Lebensphasen (beispielsweise Neugeborene, Kinder, Schwangerschaft, Senioren*Seniorinnen) verändern. Oft wirken diese Faktoren zusammen und verstärken sich gegenseitig. Dieses Phänomen bezeichnet die Forschung als Intersektionalität.</p> Welche sozialen Faktoren erhöhen die Vulnerabilität? <p>In der Literatur identifizierte relevante soziale Faktoren für eine erhöhte <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/verwundbarkeit">Verwundbarkeit</a> sind: </p> <ul> <li>(Vor-)Erkrankungen und Behinderungen <ul> <li>Berufsgruppe</li> <li>Geringes Einkommen und ungünstige Wohnverhältnisse wie Dachgeschosse und dicht besiedelte Stadtviertel</li> <li>Begrenzte zeitliche und räumliche Flexibilität im Alltag</li> </ul> </li> </ul> <p>Soziale Faktoren stellen eine häufige Ursache erhöhter Vulnerabilität gegenüber Klimafolgen dar, aber nicht die einzige. Auch bereits bestehende strukturelle Ungleichheiten beeinflussen und verstärken die Vulnerabilität, die unter anderem durch etablierte Rahmenbedingungen geprägt sind, wie wirtschaftliche Verhältnisse, politische Entscheidungen, historische Gegebenheiten und kulturelle Prägungen. Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 ist dafür ein deutliches Beispiel: Historische Flussregulierungen, hohe Siedlungsdichte im Talboden und gewachsene Siedlungsstrukturen haben die Katastrophe massiv verstärkt.</p> Verwundbarkeit gegenüber Starkregen und Hochwasser <p>Wie stark eine Person von Starkregen oder Hochwasser betroffen ist, hängt von vielen Faktoren ab – nicht nur von Alter, Geschlecht, Bildung und Einkommen, sondern auch von der körperlichen und psychischen Verfassung einer Person. Eine wichtige Rolle spielt auch, wie man wohnt: Eigentum oder Miete, und wie der Versicherungsstatus eines Gebäudes ist. Eigentümer*innen können ihr Haus zwar präventiv besser schützen, tragen aber in der Wiederaufbauphase das höhere finanzielle Risiko. Mieter*innen haben weniger Einfluss auf bauliche Schutzmaßnahmen. Auch Sprachbarrieren und die Wohnlage beeinflussen die Betroffenheit erheblich.</p> <p>Ein zentrales Ergebnis der Studie: Der Alltag und die Gewohnheiten einer Person entscheiden darüber, wie vulnerabel sie gegenüber verschiedenen Extremwetterereignissen ist. Ältere Menschen sind etwa aufgrund geringerer Mobilität besonders gefährdet, wenn ein Fluss langsam in der Nacht über seine Ufer tritt und sie nicht schnell aus der Gefahrenzone kommen. Jüngere Menschen sind häufiger bei schnell einsetzenden Sturzfluten gefährdet, da sie mehr unterwegs sind. Zudem unterscheidet sich die Betroffenheit stark zwischen den Phasen des Ereignisses (Prävention, Reaktion, Erholung): Ältere Menschen, besonders mit Mobilitätseinschränkungen oder alleinlebend, sind beispielsweise vor allem in der Reaktions- und Wiederaufbauphase bei Hochwasser besonders gefährdet. Sie reagieren langsamer, erleiden oft stärkere physische und psychische Folgen und erhalten weniger Hilfe. Dafür sind sie in der Präventionsphase besser informiert und häufiger versichert. </p> Wer ist besonders vulnerabel gegenüber <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/hitzestress">Hitzestress</a>? <p>Bislang liegen vergleichsweise wenige Untersuchungen aus Europa und Deutschland zu den sozialen Dimensionen von Hitzestress und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassungskapazitaet">Anpassungskapazität</a> vor. Die Zahl entsprechender Studien in den vergangenen Jahren nimmt jedoch zu. Die Literatur zeigt, dass weltweit insbesondere fünf Bevölkerungsgruppen aufgrund sozialer Faktoren einem erhöhten Hitzestress ausgesetzt sind und/oder über eine verringerte Anpassungskapazität verfügen:</p> <ul> <li>ältere Menschen und Kinder</li> <li>Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status</li> <li>ethnische Minderheiten beziehungsweise Personen mit Migrationserfahrung</li> <li>Personen, die im Freien arbeiten</li> <li>arbeitslose Menschen</li> </ul> Wo die Politik steht: Fortschritte und offene Fragen <p>Manche Bundesländer gehen in diesem Feld bereits voran. Berlin etwa erhebt bereits kleinräumige Daten zu Umweltgerechtigkeit, in denen soziale Benachteiligung u.a. mit Daten zur thermischen Belastung verknüpft werden. Dies ermöglicht eine Planung von lokal und sozial passgenauen Anpassungsmaßnahmen vor Ort. Andere setzen auf gesetzliche Pionierarbeit: Als erstes Bundesland hat Nordrhein-Westfalen im Jahr 2021 ein eigenes Klimaanpassungsgesetz verabschiedet – und darin verankert, dass beim <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/monitoring">Monitoring</a> des Klimawandels ausdrücklich auch seine sozialen Auswirkungen in den Blick genommen werden müssen. Das Land Berlin hat im Jahr 2025 mit einem Klimaanpassungsgesetz nachgezogen, das vorschreibt, dass sozialstrukturell benachteiligte „Hitzeviertel“ bei der Maßnahmenumsetzung priorisiert werden. Insgesamt werden die sozialen Dimensionen der Klimaanpassung in den Strategie-Dokumenten der Länder teils bereits differenziert adressiert.</p> <p>Die Analyse der deutschen Klimaanpassungspolitik zeigt, dass soziale Aspekte mehr Beachtung finden sollten. Die bisherigen Strategien des Bundes, wie die Deutsche <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassungsstrategie">Anpassungsstrategie</a> an den Klimawandel (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/das">DAS</a>) und die Aktionspläne zur <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassung-an-den-klimawandel">Anpassung an den Klimawandel</a>, fokussieren stark auf planerisch-technische und sektorale Lösungen. Ein Meilenstein ist das im Jahr 2024 in Kraft getretenen Bundes-Klimaanpassungsgesetz. Das Gesetz formuliert erstmals explizit das Ziel, eine Zunahme sozialer Ungleichheiten durch Klimawandelfolgen zu verhindern. Ein neues Cluster „übergreifende Handlungsfelder" adressiert vulnerable Gruppen und Arbeitsschutz. </p> Dialog mit der Gesellschaft: Bürger*innen haben klare Forderungen <p>Um die Perspektive der Betroffenen direkt einzubeziehen, führte das Forschungsprojekt ein Dialogforum durch. Bis zu 60 zufällig ausgeloste Bürger*innen mit unterschiedlichen sozialen Profilen erarbeiteten konkrete Maßnahmenempfehlungen. Ihre Kernbotschaften: </p> <ol> <li>Es braucht verbindliche Standards und gesetzliche Vorgaben – etwa für kühle Räume in Schulen und Altenheimen oder für den Arbeitsschutz bei Hitze. Die Verantwortung darf nicht allein bei den Einzelnen liegen.</li> <li>Öffentliche Infrastrukturen müssen so ausgebaut werden, dass sie allen Menschen offenstehen – auch denen, die besonders auf Unterstützung angewiesen sind: barrierefreie Trinkwasserstellen, kostenfreier Nahverkehr in kühle Umlandgebieten und mehr Begrünung in den Quartieren.</li> <li>Klimaanpassung muss sozial gerecht gestaltet werden: Vulnerable Gruppen sollten von Anfang an in die Planung einbezogen werden – mit aufsuchenden Formaten, die Menschen dort abholen, wo sie leben.</li> </ol> Handlungsempfehlungen für eine sozial gerechte Anpassung <p>Das Projekt gibt folgende Handlungsempfehlungen, um die Klimaanpassung von einer primär technischen hin zu einer gesellschaftlichen Gestaltungsaufgabe weiterzuentwickeln:</p> <ul> <li><strong>Ganzheitliche Perspektive und Intersektionalität:</strong> Anpassungsmaßnahmen müssen die komplexen Wechselwirkungen zwischen Klimawandel, sozialer Benachteiligung und Vulnerabilität berücksichtigen. Statt isolierter Betrachtungen braucht es handlungsfeldübergreifende Analysen, die die konkreten Lebenswelten und Lebensphasen der Betroffenen einbeziehen.</li> <li><strong>Von der Verhaltens- zur Verhältnisprävention:</strong> Die Verantwortung darf nicht allein auf das individuelle Verhalten abgewälzt werden. Vielmehr müssen strukturelle Rahmenbedingungen geschaffen werden – etwa durch flexible Arbeitszeiten, angepasste Öffnungszeiten öffentlicher Einrichtungen und den Ausbau von Schutzinfrastrukturen.</li> <li><strong>Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe verankern:</strong> Die Berücksichtigung sozialer Aspekte erfordert verbindliche Ressourcen. Viele Akteure fordern daher, die Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe nach Artikel 91a des Grundgesetzes zu verankern. Dies würde eine bessere Koordination und finanzielle Absicherung auf allen Ebenen – Bund, Ländern und Kommunen – garantieren.</li> <li><strong>Aktive Beteiligung vulnerabler Gruppen:</strong> Qualitative, lebensweltbezogene Erhebungen sind unverzichtbar, um Alltagspraktiken zu verstehen. Klassische Beteiligungsverfahren müssen durch aufsuchende Formate ergänzt werden, die schwer erreichbare Gruppen gezielt einbeziehen.</li> <li><strong>Beim Hitzeschutz braucht es ein breites Maßnahmenpaket:</strong> Soziale Faktoren sollten in Hitzeindizes einfließen, grüne und blaue Infrastrukturen so ausgebaut werden, dass sie fußläufig erreichbar sind, und Sprachbarrieren durch mehrsprachige Informationsangebote abgebaut werden. Der ländliche Raum braucht besondere Aufmerksamkeit, dort sind ältere Menschen und Beschäftigte in der Landwirtschaft häufig überproportional von Hitze betroffen. Der gesundheitliche Hitzeschutz sollte als gemeinschaftliche Aufgabe prioritär behandelt werden, um Zuständigkeiten und Finanzierung über die Sektoren hinweg zu bündeln.</li> </ul> <p>Um bestehende Wissenslücken zu schließen, braucht es weitere Forschung, unter anderem zu sozialer Ungleichheit bei gemessener Hitzestressbelastung in Europa, zum Einfluss von Mobilitätsmustern auf die Hitzebelastung sowie zu besonders vulnerablen Gruppen wie Wohnungslosen oder Geflüchteten, über die bislang kaum Daten vorliegen. </p> <p> </p> <p>Autorinnen: Vivien Kargoll, Christiane Bunge (Umweltbundesamt)</p> <p> </p> <p>Hier finden Sie den vollständigen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/soziale-dimensionen-von-klimawandelfolgen">Abschlussbericht "Soziale Dimensionen von Klimawandelfolgen"</a> des Projekts.</p> <p> </p> <p><em>Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im Newsletter Klimafolgen und Anpassung Nr. 102 veröffentlicht. </em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter"><em><strong>Hier</strong></em></a><em> können Sie den Newsletter abonnieren.</em></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
<p> <p>Das globale Klima ändert sich und damit ändern sich auch die Lebensbedingungen in Deutschland. Das Umweltbundesamt fördert die aktive Anpassung an den Klimawandel. Das Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass) ist Wegweiser und Ansprechpartner für Anpassungsaktivitäten in Deutschland und fungiert als Schnittstelle zwischen Klimafolgenforschung, Gesellschaft und Politik.</p> </p><p>Das globale Klima ändert sich und damit ändern sich auch die Lebensbedingungen in Deutschland. Das Umweltbundesamt fördert die aktive Anpassung an den Klimawandel. Das Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass) ist Wegweiser und Ansprechpartner für Anpassungsaktivitäten in Deutschland und fungiert als Schnittstelle zwischen Klimafolgenforschung, Gesellschaft und Politik.</p><p> Klimawandel und Anpassung in Deutschland <p>Der Klimawandel ist längst da, auch in Deutschland spüren wir ihn schon. Die Folgen sind vielfältig: Der Klimawandel hat Einfluss auf unser Wohnen, Arbeiten und unsere Gesundheit. Alle vier Jahre gibt der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/106954">Monitoringbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie</a> einen Überblick über Folgen des Klimawandels und Anpassung in Deutschland. Die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/87141">Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021</a> (KWRA) des Bundes ist die umfangreichste Analyse zu Risiken und Wirkungen des Klimawandels in Deutschland (siehe Themen-Artikel: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/14178">Risiken und Anpassungspotential</a>). Anpassung an den Klimawandel hilft, besser mit dessen Folgen umzugehen, Schäden zu verringern und gegebenenfalls existierende Chancen zu nutzen. Vor diesem Hintergrund betreiben Bund und Länder eine aktive und vorausschauende Anpassungspolitik (siehe Themen-Artikel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/70371">Anpassung an den Klimawandel</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/66170">Klimafolgen und Anpassung</a>).</p> <p>Auf den Internetseiten des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/70366">Kompetenzzentrums Klimafolgen und Anpassung</a> im Umweltbundesamt (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/kompass">KomPass</a>) finden Sie einen Überblick über die aktuellen Tätigkeiten des Bundes und der Länder. Zusätzlich können Sie auf eine Vielzahl von Informationen zu Klimaanpassung, möglichen Maßnahmen und Beispielen zugreifen. In der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/13836">Tatenbank</a> werden konkrete Projekte und zahlreiche Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Deutschland vorgestellt.</p> <p>Mit dem Bundespreis „Blauer Kompass“ werden regelmäßig Projekte zur Vorsorge und Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Rahmen eines <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/11799">Wettbewerbs Blauer Kompass</a> prämiert. Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/33047">Klimalotse</a> ist ein Leitfaden, der Entscheidungsträger in Städten und Gemeinden etwa in Umweltämtern oder in der Stadtplanung dabei unterstützt, die Risiken des Klimawandels zu umschiffen und Chancen gezielt zu verfolgen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/364/bilder/deutsche_anpassungsstrategie_artikelbild_susannekambor_1.jpg"> </a> <strong> Die Deutsche Anpassungsstrategie schafft einen Rahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. </strong> Quelle: Susanne Kambor / Umweltbundesamt </p><p> Klimawandel und Anpassung in der EU <p>Als deutsche Anlaufstelle für die Belange der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassung-an-den-klimawandel">Anpassung an den Klimawandel</a> ist <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/kompass">KomPass</a> auch Partner für EU-weite Aktivitäten und Projekte zum Thema. KomPass kooperiert eng mit den nationalen Umweltämtern unserer Nachbarstaaten, der Europäischen Umweltagentur sowie der Europäischen Kommission, DG for Environment und DG Clima (Themenartikel: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/14477#climate-adapt">Anpassung auf EU-Ebene</a>). Auf europäischer Ebene unterstützt die gemeinsame Plattform der Europäischen Kommission und der Europäischen Umweltagentur <a href="https://climate-adapt.eea.europa.eu/">Climate-ADAPT</a> den Anpassungsprozess in Europa.</p> </p><p> Klimaanpassung International <p>Das Umweltbundesamt ist auch international in die Themen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassung-an-den-klimawandel">Anpassung an den Klimawandel</a> eingebunden und speist die deutsche Expertise in Vorhaben des <a href="https://unfccc.int/news/climate-adaptation-opportunity-to-build-a-better-world">UNFCCC </a>und <a href="https://www.oecd.org/en/topics/climate-adaptation-and-resilience.html">OECD </a>ein.</p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
In dieser Broschüre werden die Ergebnisse aus einem vom Umweltbundesamt in den Jahren 2019 bis 2024 initiierten sechsjährigen Bund-Länder-Dialog zum Flächensparen anschaulich und kompakt dargestellt. Das Ziel des Dialoges war es, im breiten umweltpolitischen Diskurs zum Flächensparen Empfehlungen zu erarbeiten, wie Bund und Länder die in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie festgelegten Ziele zur Begrenzung des Anstiegs der Siedlungs- und Verkehrsfläche (Flächenverbrauch) noch erreichen können. Im Zeitraum November 2020 bis Mai 2024 insgesamt 14 Dialogveranstaltungen mit über 350 Teilnehmenden durchgeführt. Die dargestellten neun Maßnahmenvorschläge verstehen sich als Impuls und Debattenbeitrag für eine Fortführung des Flächen-Dialogs und können als Kompass für ein gemeinsames Vorgehen aller relevanten Stakeholder zugrunde gelegt werden.
Ministerpräsident Schnieder hat heute in Trier Andreas Kruppert zum neuen Präsidenten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) mit Sitz in Trier sowie Joachim Rodenkirch zum neuen Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord mit Sitz in Koblenz ernannt. „Beide Behörden gehören zu den Schlüsselbehörden der Landesverwaltung und sorgen täglich dafür, dass staatliches Handeln bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommt – verlässlich, rechtssicher und mit großer Wirkung für das gesamte Land. Mit dem heutigen Tag übernehmen zwei ausgewiesene Experten und kompetente Führungspersönlichkeiten Verantwortung in beiden Behörden. Die neuen Präsidenten werden ihre Aufgaben mit großem Verantwortungsbewusstsein und klarem Kompass ausfüllen“, so der Ministerpräsident. „Die Ernennung zum Präsidenten der ADD ist für mich ein klarer Gestaltungsauftrag, Verantwortung für eine starke und leistungsfähige Verwaltung zu übernehmen“, betonte der neue ADD-Präsident Andreas Kruppert. „Die ADD nimmt mit ihren vielfältigen Aufgaben eine zentrale Rolle für unser Land ein. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden möchte ich Bewährtes sichern, neue Impulse setzen und die Behörde zukunftsorientiert weiterentwickeln – verantwortungsvoll, transparent und mit einem klaren Blick für die Anforderungen und Erwartungen an eine moderne Verwaltung.“ Der neu ernannte Präsident der SGD Nord, Joachim Rodenkirch, sagte: „Die SGD Nord gestaltet als Zukunftsbehörde mit ihren Genehmigungen das Rheinland-Pfalz von morgen. Mit Kompetenz, Engagement und Verantwortungsbewusstsein sorgen die Mitarbeitenden jeden Tag dafür, dass wichtige Projekte umgesetzt und gute Entscheidungen für die Menschen in der Region getroffen werden. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit ihnen die Behörde weiterzuentwickeln und effiziente Strukturen für die großen Herausforderungen unserer Zeit zu schaffen." Die Aufgaben beider Behörden reichen tief in den Alltag der Menschen hinein: Sie umfassen unter anderem die Bereiche Schule und Bildung, kommunale Angelegenheiten, Sicherheit und Ordnung, Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt- und Naturschutz, Wasserwirtschaft sowie Bau- und Planungsrecht. Die ADD beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeitende an 15 Standorten, die SGD Nord rund 500 Mitarbeitende an vier Hauptstandorten. Ministerpräsident Schnieder dankte den Beschäftigten beider Häuser ausdrücklich: „Sie sorgen mit ihrer Arbeit jeden Tag dafür, dass unser Land funktioniert und dafür verdienen Sie nicht nur Anerkennung und Respekt, sondern vor allem unseren großen Dank."
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 126 |
| Kommune | 1 |
| Land | 13 |
| Weitere | 3 |
| Wissenschaft | 6 |
| Zivilgesellschaft | 2 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 20 |
| Software | 1 |
| Text | 109 |
| Umweltprüfung | 2 |
| unbekannt | 7 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 113 |
| Offen | 21 |
| Unbekannt | 4 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 135 |
| Englisch | 13 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 1 |
| Bild | 45 |
| Datei | 1 |
| Dokument | 44 |
| Keine | 28 |
| Multimedia | 1 |
| Webseite | 76 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 98 |
| Lebewesen und Lebensräume | 120 |
| Luft | 138 |
| Mensch und Umwelt | 138 |
| Wasser | 91 |
| Weitere | 138 |