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Analyse der Verbreitung von Farn- und Blütenpflanzen in Naturräumen der Südpfalz unter Einbezug standörtlicher und landschaftsgenetischer Fragestellungen

Ziel des Projektes ist die Dokumentation des aktuellen Vorkommens indigener und synanthroper Pflanzensippen im Gebiet Verbreitungskarten in 1/64 Messtischblattraster). Durch Vergleich der aktuellen Verbreitung der Pflanzensippen mit historischen Quellen (Lit., Herb., hist. Karten, Luftbild) soll der Florenwandel dargestellt werden.

Schwerpunktprogramm (SPP) 1158: Antarctic Research with Comparable Investigations in Arctic Sea Ice Areas; Bereich Infrastruktur - Antarktisforschung mit vergleichenden Untersuchungen in arktischen Eisgebieten, Von Erstbesiedlern zu vernetzten Gemeinschaften: simultane Bestimmung der Zusammensetzung und Ableiten Spezies-gebundener Interaktionen fossiler sowie rezenter pro- und eukaryotischer mikrobieller Gemeinschaften

Ziel des Projektes ist ein Verständnis der Entwicklung mikrobieller Gemeinschaften in Böden, vom ersten Auftreten bis zu komplexen Netzwerken. Mikroorganismen nehmen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von Böden unter extremen Bedingungen. Veränderungen der Umwelt, etwa Nährstoffzunahme oder Temperaturanstieg, führen unmittelbar zu Veränderungen in den mikrobiellen Gemeinschaften. Antarktische Böden sind wegen ihres sehr geringen Nährstoffgehaltes empfindliche Ökosysteme; sie gelten als sehr gute Zeiger von Umweltveränderungen. Unsere zentrale Arbeitshypothese beinhaltet, dass prokaryotische Mikroorganismen die Entwicklung von Bodenlebensräumen in der Antarktis in Gang setzen und anschließend ein komplexes Netzwerk unterschiedlicher pro- und eukaryotischen Mikroorganismen entsteht, das auf der Basis unterschiedlicher Funktionen innerhalb des Netzwerkes schließlich zur stabilen Etablierung des Bodenhabitats führt. Eukaryotische Algen könnten bereits als Pioniere in frühen Sukzessionsstadien auftreten. Zum Testen der Hypothesen wird das Projekt wird die Expertise von Universität Göttingen und GFZ Potsdam zusammenzuführen. Wir werden bereits vorhandene Sedimentproben aus fünf Transsekten an Gletscherresten arider eisfreier Oasen der Ostantarktis (Larsemann-Berge, Prydz Bucht) untersuchen. Eine umfassende Analyse physiko-chemischer Parameter der Proben ist dabei Voraussetzung, die mikrobielle Diversität in Bezug zu geochemischen Variablen setzen zu können. Aufgrund der extremen Nährstoffarmut und Abgeschiedenheit des Untersuchungsgebietes erwarten wir eine erhebliche Anzahl noch unbekannter Arten in unseren Untersuchungsgebieten, die eine wertvolles Potential für biotechnologischer Anwendungen bergen können. Wir erweitern das Entfernung-steht-für-Zeit-Konzept von Chronosequenzen um den Mikromaßstab durch Vergleiche zwischen extrazellulärer und intrazellulärer DNA von Mikroorganismen. Durch den Einsatz einer neuartigen Methode zur DNA-Extraktion wird eine genaue Unterscheidung zwischen vergangenen (fossilen) und lebenden mikrobiellen Gemeinschaften erreicht. Beide DNA-Pools dienen zum Erfassen der taxonomischen Diversität der mikrobiellen Gemeinschaften auf Artniveau. Durch ultratiefe Sequenzierung (Deep Sequencing; Illumina Miseq) anhand zweier unterschiedlich variabler rRNA Genabschnitte wird eine Auflösung auf dem Artniveau erreicht. Das ist wichtig um für die Entwicklung früher Bodenökosysteme maßgebliche Spezies-gebundene Interaktionen innerhalb mikrobieller Gemeinschaften über die Grenzen taxonomischer Abteilungen und Domänen hinweg aufdecken zu können. Mit Analysen funktioneller Gene werden Struktur- und Funktionsbeziehungen zwischen pro- und eukaryotischen Mikroorganismen in Stoffflüssen des Kohlen- und Stickstoffs erfasst. Schließlich werden nach Abschätzen relativer Abundanzen der einzelnen Organismen- und Funktionsgruppen durch quantitative qPCR Spezies-Interaktionen zur mikrobiellen Produktivität abgeleitet.

Invasive Tier- und Pflanzenarten – Neobiota in Berlin

Im Zuge der Globalisierung gelangen zunehmend Tier- und Pflanzenarten aus ihren ursprünglichen Verbreitungsgebieten in neue Länder und Ökosysteme. Gelingt es einer Art sich zu etablieren, sich stark zu vermehren und auszubreiten, dann kann daraus in der neuen Umgebung eine Schädigung für Mensch, Natur und Wirtschaft erwachsen. Im Zusammenhang mit dem Erhalt der Biologischen Vielfalt hat die Europäischen Kommission (EU KOM) dieses wichtige Thema aufgegriffen und für den Umgang mit invasiven gebietsfremden Arten. seit 1. Januar 2015 erstmals einen verbindlichen Rechtsrahmen geschaffen. Zentrales Element der EU-Verordnung ist die „Liste der invasiven gebietsfremden Arten von unionsweiter Bedeutung“, kurz als „Unionsliste“ bezeichnet. Sie wird sukzessive erweitert. Zu den gelisteten Arten gehört auch der Waschbär . Als Kulturfolger und von der kanadischen Wissenschaftlerin Suzanne MacDonald als „Perfect little urban warriors“ bezeichnet, ist er einer der auffälligsten Vertreter, die in Berlin vorkommen. Maßnahmenblätter für die weit verbreiteten Arten der Unionsliste Für die gelisteten und in Deutschland als weit verbreitet eingestuften Arten werden länderübergreifend abgestimmte Managementmaßnahmen zusammengestellt. Dabei handelt es sich um die prioritären Managementmaßnahmen im Sinne des Artikels 19 der EU-Verordnung, die unter Beachtung von Empfehlungen der Kommission und in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden des Bundes und der Länder erarbeitet wurden. Weitere Informationen Fragen und Antworten zum Götterbaum (Ailanthus altissima) Der Götterbaum ist ein anspruchsloser, hitze- und trockenresistenter Neophyt, der durch sein extrem schnelles Wachstum und starke Wurzelbildung entlang von Verkehrswegen, Uferbefestigungen und an Gebäuden Schäden verursacht, aber in Berlin auch beginnt, in wertvolle Naturräume einzudringen. Seit 2019 steht er auf der EU-Liste der invasiven Arten. Weitere Informationen Beschränkungen und Genehmigungen Für Zwecke der Forschung und der Ex-situ-Erhaltung können nach Artikel 8 der EU-Verordnung Nr. 1143/2014 auf Antrag Ausnahmen von bestimmten Beschränkungen des Artikels 7 genehmigt werden. Hier sind die in Berlin erfolgten Genehmigungen aufgeführt. Weitere Informationen Invasive Arten-Verordnung – Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten, EU KOM „Unionsliste“ – Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141 zur Annahme einer Liste invasiver gebietsfremder Arten von Unionsweiter Bedeutung gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014, EU KOM Erste Aktualisierung der „Unionsliste“ – Durchführungsverordnung (EU) 2017/1263 der Kommission vom 12. Juli 2017 Zweite Aktualisierung der „Unionsliste“ – Durchführungsverordnung (EU) 2019/1262 der Kommission vom 25. Juli 2019 Dritte Aktualisierung der „Unionsliste“ – Durchführungsverordnung (EU) 2022/1203 der Kommission vom 12. Juli 2022 Vierte Aktualisierung der „Unionsliste“ – Durchführungsverordnung (EU) 2025/1422 der Kommission vom 17. Juli 2025 (PDF, 24 kB) Neobiota.de – Gebietsfremde und invasive Arten in Deutschland: “Unionsliste” Neobiota.de – Gebietsfremde und invasive Arten in Deutschland: “Arten der Früherkennung in Deutschland” Englische Website der European Commission: “Invasive Alien Species”

Netzflüglerartige (Neuropterida: Raphidioptera, Megaloptera, Neuroptera)

Die Netzflüglerartigen (Kamelhalsfliegen, Schlammfliegen u. Netzflügler i. e. S.) sind eine farb- und formenreiche Insektengruppe, die in Deutschland mit 119 etablierten Arten vorkommt. Obwohl sie fast alle Lebensräume besiedeln, ist ihre Verbreitung in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen kaum untersucht. Daher gibt es auf Bundesebene bisher nur eine provisorische Rote Liste. Zu den einheimischen Arten zählen die winzigen, weißen Staubhafte ebenso wie die bunten, sehr seltenen Schmetterlingshafte, deren Flügel bis zu 6 Zentimeter Spannweite haben können. Ihre bizarre Form zeichnet die Kamelhalsfliegen aus: nur 1-2 Zentimeter groß, ist ihr Mittelleib stark verlängert und zusammen mit dem Kopf nach oben gerichtet. Ähnlich die Fanghafte, die an kleine Gottesanbeterinnen erinnern (aber nicht mit ihnen verwandt sind!). Sie verfügen über Fangbeine, mit denen sie ihre Beute greifen. Der Steirische Fanghaft konnte erst 2020 wieder in Deutschland nachgewiesen werden, nachdem er 42 Jahre lang als verschollen galt. Das namensgebende Merkmal der Netzflüglerartigen hingegen zeigt die Gemeine Wasserflorfliege besonders gut: Ihre großen Flügel sind mit einem netzartigen Adern-Muster durchzogen. Eine Besonderheit unter den Netzflüglern sind die Ameisenjungfern: Einige Arten haben Larven, die Ameisenlöwen genannt werden. Sie bauen Trichter in den Sand und verspeisen hineingefallene Ameisen und andere Insekten. Die Löwen-Assoziation gibt es sogar im Englischen: Hier wird die Larve als „antlion“ bezeichnet. Von den in der provisorischen Roten Liste der Neuropterida aufgeführten Arten gelten 2 als ausgestorben oder verschollen und 6 Arten werden als extrem selten eingestuft. Aufgrund schlechter Datenlage wurde bei 111 Arten (93 % der Gesamtartenzahl) keine Gefährdungseinschätzung durchgeführt. Viele Netzflüglerartige sind Kulturfolger und leben in Parks und Gärten. Es gibt aber auch Arten mit sehr spezifischen Lebensraumansprüchen, bei denen von einer Bestandsgefährdung ausgegangen werden muss. Der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft und Habitatveränderungen gelten als die wichtigsten Gefährdungsursachen. (Stand 29. Juni 2017) Gruppe, A.; Potel, S.; Schmitz, O.; Tröger, E.-J.; Weihrauch, F. & Werno, A. (2021): Provisorische Rote Liste und Gesamtartenliste der Netzflüglerartigen (Kamelhalsfliegen, Schlammfliegen und Netzflügler im engeren Sinn oder Hafte; Neuropterida: Raphidioptera, Megaloptera, Neuroptera) Deutschlands. – In: Ries, M.; Balzer, S.; Gruttke, H.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G. & Matzke-Hajek , G. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 5: Wirbellose Tiere (Teil 3). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (5): 435-462 Die aktuellen Rote-Liste-Daten sind auch als Download erhältlich. Im Datenportal Neuropteren Deutschlands stehen darüber hinaus Beobachtungsdaten, Kartier-/Artenlisten und Verbreitungskarten zur Verfügung.

Regenwürmer (Lumbricidae & Criodrilidae)

Von den 47 in Deutschland etablierten Regenwurmarten wurden 43 im Rahmen einer Gefährdungsanalyse bewertet. Die übrigen vier Arten wurden nicht bewertet, da sie als Kulturfolger gelten und nicht geklärt werden kann, ob sie vom Menschen nach 1492 eingeschleppt wurden und somit zu den Neozoen zählen. Durch den Abbau von organischem Material sowie das Anlegen von Gangsystemen, die sich positiv auf den Wasser- und Gashaushalt des Bodens auswirken, verbessern Regenwürmer maßgeblich die Bodenfruchtbarkeit. Vor allem Pflanzen profitieren von dem durchmischten und aufgelockerten Boden. Die größte einheimische Art ist der Badische Riesenregenwurm ( Lumbricus badensis ), der eine Länge von bis zu einem halben Meter erreicht. Diese Art ist sehr selten und kommt weltweit nur im südlichen Hochschwarzwald vor. Deutschland ist deshalb für den Badischen Riesenregenwurm in besonders hohem Maße verantwortlich. Lediglich 5 % der bewerteten Regenwurmarten sind bestandsgefährdet. Aktuell gilt keine Art als ausgestorben oder verschollen. Etwas mehr als die Hälfte der Arten, also 51 %, sind ungefährdet. Weitere 33 % der Regenwurmarten gelten als extrem selten, wie beispielsweise der Smaragdwurm . Der Rest steht entweder auf der Vorwarnliste (2 %) oder konnte mangels ausreichender Daten nicht eingestuft werden (9 %). Durch die fortschreitende Versiegelung von Flächen kommt es zu einem Verlust von Lebensraum für die Regenwürmer. Die Zunahme an Trockenperioden führte bereits an verschiedenen Standorten in Deutschland zu einem Rückgang der Regenwurmbestände. Die Intensität der Bodenbearbeitung sowie die Art der Fruchtfolge wirken sich nachweislich auf die Regenwurmbestände auf landwirtschaftlichen Flächen aus. (Stand 1. Januar 2013) Lehmitz, R.; Römbke, J.; Graefe, U.; Beylich, A. & Krück, S. (2016): Rote Liste und Gesamtartenliste der Regenwürmer (Lumbricidae et Criodrilidae) Deutschlands. – In: Gruttke, H.; Balzer, S.; Binot-Hafke, M.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G.; Matzke-Hajek, G. & Ries, M. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 4: Wirbellose Tiere (Teil 2). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (4): 565–590. Die aktuellen Rote-Liste-Daten sind auch als Download verfügbar.

Henia brevis (Silvestri, 1896) Henia montana oblongocribellata Verhoeff, 1898 Hundertfüßer und Doppelfüßer Nicht bewertet

Die Bestimmung ist nach Minelli (1982) und Barber (2009) erfolgt. Diese Art stammt ursprünglich aus Südeuropa, wurde aber auch aus synanthropen Biotopen aus England und Irland gemeldet (Barber 2009). H. brevis ist innerhalb Deutschlands nur aus einem eng begrenzten Gebiet im Großraum Stuttgart von fünf Fundorten bekannt. Vermutlich wurde sie im Zuge des Weinbaus eingeschleppt und konnte sich dort etablieren und ausbreiten. In der vorherigen Roten Liste (Decker et al. 2016) wurde sie noch als indigen bzw. als Kulturfolger der Römer im Weinbau (= Archäozoon) betrachtet. Das eng begrenzte Verbreitungsgebiet in Deutschland und das Fehlen in anderen Weinanbauregionen deutet aber darauf hin, dass es sich vermutlich um eine neuzeitliche Verschleppung handelt.

Trichius gallicus Dejean, 1821 Trichius rosaceus (Voet, 1769); Trichius zonatus Germar, 1794 Pinselkäfer Blatthornkäfer Ungefährdet

In fast allen Regionen aktuell vorhanden (außer Südbayern, Baden, Saarland), lokal häufige Art. Von der Ebene bis ins Hügelland verbreitet. Früher in Ostdeutschland nicht beobachtet, dort 1960 erstmals im Raum Berlin gefunden, seit den 1970er Jahren deutlich expansiv und oft häufig ( Rößner & Schulze 1999), in Ausbreitung Richtung Westen nach Thüringen ( Kopetz et al. 2004) und Nordhessen: Kassel 2011-2013 ( Schaffrath 2013). Fast ausschließlich in Kulturbiotopen wie Gärten ( Rößner & Schulze 1999, Rößner 2012). Ursprünglich Art der halboffenen Landschaften, heute Kulturfolger in urbanen Biotopen mit ausreichendem Angebot an Totholz, derzeit in Ausbreitung.

Eisenia andrei Bouché, 1972 Regenwürmer Nicht bewertet

Als Unterart beschrieben von Bouché (1972), aber eigene Art nach Jaenike (1982) und Øien & Stenersen (1984); äußerlich nicht von Eisenia fetida unterscheidbar (Sims & Gerard 1999). Als Kulturfolger nicht bewertet.

Brachypterolus antirrhini Murr., 1864 Clavicornia Ungefährdet

Kulturfolger, der vor allem in Gärten gefunden wird; die Larven leben in Löwenmäulchen ( Antirrhinum majus ).

Dendrobaena hortensis (Michaelsen, 1890) Regenwürmer Nicht bewertet

Als Kulturfolger nicht bewertet.

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