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GcBÜK400 - Blei im Oberboden

Blei ist ein toxisches Schwermetall und infolge seiner vielfältigen industriellen Verwendung allgegenwärtig in der Umwelt verbreitet. Die Eintragsquellen sind nicht nur auf den Bereich von Erzvorkommen beschränkt (vor allem Bleisulfid sowie dessen Oxidationsminerale). Blei wird ebenfalls anthropogen über die Verhüttung von Blei-, Kupfer- und Zinkerzen, die weiträumige Abgasbelastung des Kraftfahrzeugverkehrs (bis zur Einführung von bleifreiem Benzin bis zu 60 % der atmosphärischen Belastung), Recyclinganlagen von Bleischrott, die Verwendung schwermetallhaltiger Klärschlämme und Komposte sowie durch Kohleverbrennungsanlagen in den Boden eingetragen . Für unbelastete Böden wird in Abhängigkeit vom Ausgangsgestein ein Pb-Gehalt von 2 bis 60 mg/kg angegeben. Die durchschnittliche Pb-Konzentration der oberen kontinentalen Erdkruste (Clarkewert) beträgt 17 mg/kg, der flächenbezogene mittlere Pb-Gehalt für die sächsischen Hauptgesteinstypen liegt bei 20 mg/kg. Die Gesteine Sachsens weisen keine bzw. nur eine geringe geochemische Spezialisierung hinsichtlich des Bleis auf. Im nördlichen bzw. nordöstlichen Teil Sachsens treten in den Oberböden über den Lockersedimenten des Känozoikums (periglaziäre Sande, Kiese, Lehme, Löss) und den Granodioriten der Lausitz relativ niedrige Pb-Gehalte auf. Bei den Lockersedimenten steigt der Pb-Gehalt mit zunehmendem Tongehalt leicht an. Die Verwitterungsböden über den Festgesteinen des Erzgebirges, Vogtlandes und z. T. der Elbezone haben meist deutlich höhere Bleigehalte, die durch eine relative Anreicherung in den Bodenausgangsgesteinen verursacht werden. Das am höchsten mit Blei belastete Gebiet in Sachsen ist der Freiberger Raum. Durch die ökonomisch bedeutenden polymetallischen Vererzungen (Pb-Zn-Ag), die auch flächenhaft relativ weit verbreitet sind, kam es zu einer besonders starken Pb-Anreicherung in den Nebengesteinen und folglich auch bei der Bildung der Böden über den Gneisen. Zusätzlich entstanden enorme anthropoge Belastungen durch die Jahrhunderte währende Verhüttung der Primärerze und in jüngerer Zeit beim Recycling von Bleibatterien. Besonders hohe Pb-Gehalte treten dabei in unmittelbarer Nähe der Hüttenstandorte einschließlich der Hauptwindrichtungen, im Zentralteil der Quarz-Sulfid-Mineralisationen und in den Flussauen auf. Weitere Gebiete mit großflächig erhöhten Pb-Gehalten liegen vor allem im Osterzgebirge, in einem Bereich, der sich von Freiberg in südöstliche Richtung bis an die Landesgrenze im Raum Altenberg erstreckt und in den Erzrevieren des Mittel- und Westerzgebirges, so um Seiffen, Marienberg - Pobershau, Annaberg, Schneeberg, Schwarzenberg und Pöhla. Der Anteil von Pb-Mineralen in den Erzen dieser Regionen ist jedoch deutlich geringer. Durch häufige Vergesellschaftung von Pb und As in den Mineralisationen ist das Verbreitungsgebiet der erhöhten Pb-Gehalte im Osterzgebirge und untergeordnet im Westerzgebirge sowie in den Auen der Freiberger und Vereinigten Mulde der des Arsens ähnlich. Die Auenböden der Freiberger Mulde führen ab dem Freiberger Lagerstättenrevier extrem hohe Bleigehalte, die sich bis in die Auenböden der Vereinigten Mulde in Nordwestsachen fortsetzen. Die Auen der Elbe und der Zwickauer Mulde weisen durch geogene bzw. anthropogene Quellen (Lagerstätten, Industrie) im Einzugsgebiet ebenfalls Bereiche mit höheren Bleigehalten auf. Die Bleigehalte der Böden im Raum Freiberg und in den Auenböden der Freiberger und Vereinigten Mulde überschreiten z. T. flächenhaft die Prüf- und Maßnahmenwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV)

Erstellung eines Ausstellungskomplexes zum Thema 'Braunkohle und Umwelt' im Lausitzer Bergbaumuseum Knappenrode

Netzausbau im Bereich Lauchhammer, Neubau FGL 307.05, Neubau Verbindungs-leitungen von FGL 215 bzw. FGL 301 zur GDRMA II

Die PLE Pipeline Engineering GmbH beantragte mit Schreiben vom 21.08.2024, für das Vorhaben „Netzausbau im Bereich Lauchhammer, Neubau FGL 307.05, Neubau Verbindungsleitungen von FGL 215 bzw. FGL 301 zur GDRMA II“ der ONTRAS Gastransport GmbH die Einzelfallprüfung zur Feststellung der UVP-Pflicht. Die ONTRAS Gastransport GmbH (ONTRAS) plant in Verbindung mit der Errichtung einer zweiten Gasdruckregel- und Messanlage (GDRMA) auf dem betriebseigenen Gelände des Netzknotenpunkts Lauchhammer (GDRMA Lauchhammer II) den Neubau eines Anschlusses an die EUGAL sowie der zugehörigen Verbindungsleitungen zum ONTRAS Netz. Über die GDRMA Lauchhammer II sollen etwa 60 % der künftig über die EUGAL zusätzlich ins ONT-RAS Netz gelangenden Gasmengen zur Gasversorgung von drei bereits in Planung befindlichen Kraftwerken der LEAG in der Lausitz genutzt werden. Rund 40 % der Gasmenge sollen über die bestehenden Ferngasleitungen FGL 301 und 215 ins ONTRAS Netz gespeist und zur Versorgung anderer Anschlussnehmer bereitgestellt werden, um die Gasversorgung der Region nachhaltig zu stärken und zukunftsfest zu machen. Die Anschlussleitung FGL 307.05 führt von Westen nach Osten, beginnend an der EUGAL, der Gasleitung der GASCADE Gastransport GmbH, westlich des Fließgewässers Oberer Lauchgraben, am westlichen Rand der Pommerheide, etwa 1.500 m westlich der Ortschaft Lauchhammer. Sie endet an der geplanten GDRMA II, etwa 500 m westlich von Lauchhammer und etwa 330 m südlich des Unteren Neuteichs im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Im Rahmen des Vorhabens sollen drei Leitungen realisiert werden: - Verbindungsleitung EUGAL (ONTRAS-Bezeichnung FGL 307) - GDRMA II, DN 800, DP 100 mit einer Länge von ca. 1.005 m, verbindet die bestehende Gasleitung EU-GAL mit der geplanten GDRMA. Dem Vorhaben geht der Rückbau der bestehenden Leitung FGL 10 (DN600/500) voraus. - Verbindungsleitung von der bestehenden FGL 301 zur GDMRA, DN 400, DP 84 mit einer Länge von ca. 320 m. - Verbindungsleitung von der bestehenden FGL 215 zur GDMRA auf dem Betriebsge-lände der ONTRAS in zwei Abschnitten:  DN 800, DP 84 mit einer Länge von ca. 342 m von der geplanten GDRMA bis zu einer Abzweig-Armaturengruppe; dieses Leitungsstück wird später be-triebstechnisch der FGL 21 zugeordnet. DN 500, DP 84 von diesem Abzweig zur bestehenden Ferngasleitung FGL 215 mit einer Länge von 80 m.  Für die beiden geplanten Anbindungsleitungen auf dem Netzknotenpunkt (NKP) Lauchhammer wird die bestehende ONTRAS-Leitung FGL 206.01 (DN 200) auf einer Länge von ca.75 m demontiert. Im Rahmen des Vorhabens sind temporäre Wasserhaltungen während der Bauphase vorgesehen. Die maximal zu hebende Wassermenge beträgt für die Leitungen maximal 1,44 Mio. m3 im Umsetzungsjahr. Eine Waldumwandlung aufgrund der Beanspruchung von Waldflächen im Sinne des LWaldG wird auf einer Fläche von ca. 1.12 ha (0,53 ha dauerhaft, 0,59 ha temporär) notwendig. Der Rück- und Neubau der Anlagen soll im Zeitraum März – Dezember 2026 erfolgen, wobei die bauvorbereitenden Maßnahmen, wie z. B. Gehölzeinhieb im Januar 2026 beginnen sollen.

Bergbaufolgelandschaften in der Lausitz - Strukturwandel einer altindustriell gepraegten Region

Revitalisierung von durch Strukturbrueche gekennzeichneten Staedten und Regionen aktuell: - vergleichende Analyse der IBA Emscherpark/Uebertragbarkeit auf die Niederlausitzstrategien und raeumliche Konzeptfindung fuer Bergbaufolgelandschaften. Das Thema ist in vielfaeltigen Aktivitaeten des Lehrstuhls praesent. Es wurde bereits eine universitaere Tagung mit Beteiligung von Wissenschaftlern und regionalen Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung vorbereitet, durchgefuehrt und als Arbeitsergebnis publiziert. Des weiteren ist der Lehrstuhl an einer das IBA-Kuratorium unterstuetzenden universitaeren Arbeitsgruppe im Arbeitskreis 'Baukultur' der IBA-Vorbereitungsgesellschaft sowie an einer Begleitforschung zum IBA Auftaktprojekt 'Pritzen-Greifenhain-Graebendorf' beteiligt.

Flusspegel: "Zittau 1" am Gewässer Lausitzer Neiße (Lausitzer Neiße)

Dieser Inhalt beschreibt den Flusspegel "Zittau 1" mit der Messstellen-Id: "660100" und der Object-Id 187. Die Messstation liegt am Gewässer Lausitzer Neiße.

Flusspegel: "Tauchritz" am Gewässer Pließnitz (Lausitzer Neiße)

Dieser Inhalt beschreibt den Flusspegel "Tauchritz" mit der Messstellen-Id: "663090" und der Object-Id 172. Die Messstation liegt am Gewässer Pließnitz.

Fischfauna 2022

In den Berliner Gewässern wurden über den gesamten Auswertezeitraum 2014 bis 2022 insgesamt 40 Fischarten nachgewiesen. In dieser Kartenbeschreibung wird dieser Zeitraum dargestellt. In der Broschüre „Fische in Berlin“ steht der gesamte Zeitraum der Datenerhebung im Fokus. Vierzehn der bis Ende 2022 nachgewiesenen Fischarten sind nicht einheimisch, sog. Neozoa. Darunter ist in diesem Jahr erstmals auch der Giebel, welcher bisher als einheimische Art geführt wurde. Aktuelle Untersuchungen ergaben allerdings, dass historische Darstellungen und Belege des Giebels, inklusive der Sammlung des Typenmaterials im Berliner Naturkundemuseum, ausnahmslos Karauschen sind bzw. zeigen. Der Giebel wurde wahrscheinlich erst nach 1945 in Deutschland eingeführt, weshalb die Art nun zu den nicht einheimischen gezählt wird (Freyhof et al. 2023). Seit der letzten Veröffentlichung 2013 neu nachgewiesen wurden Sibirischer Stör, ein Einzelexemplar 2017 im Obersee, Schwarzmundgrundel, seit 2015 in den Hauptfließgewässern etabliert und Marmorgrundel, Erstnachweis 2022 im Großen Müggelsee. Dagegen wurden Bachsaibling und Goldorfe nach 2013 nicht mehr nachgewiesen. Da der Braune Zwergwels in der Lausitz und im Einzugsgebiet der Schwarzen Elster vorkommt, wurde 2003 noch angenommen, dass beide Zwergwelsarten in Berliner Gewässern präsent sind, was sich bei der aktuellen Erfassung nicht bestätigte. Alle gefangenen Zwergwelse gehörten der Art Schwarzer Zwergwels (Ameiurus melas) an. Ungeachtet der Neunachweise – auch hier handelte es sich mit Ausnahme der Schwarzmundgrundel nur um wenige Exemplare oder Einzelfische – sind die Vorkommen der nicht einheimischen Fischarten bis auf die Grundeln, Giebel und Sonnenbarsch nach wie vor rückläufig. Mit Ausnahme des Giebels sind nicht einheimische Fischarten in Berlin nur gering präsent. Nach dem in 26,8% aller zwischen 2014 und 2022 befischten Gewässer nachgewiesenen Giebel, war unter den selten vorkommenden Fisch-Neozoa der Goldfisch noch am weitesten verbreitet und in 13,1 % aller Gewässer präsent, gefolgt von der sich stark ausbreitenden Schwarzmundgrundel die in 11,8 % der befischten Berliner Gewässer nachgewiesen wurde. Drei der nicht einheimischen Arten wurden bisher nur in einem Gewässer nachgewiesen, Sibirischer Stör, Marmorgrundel und Bachsaibling. Damit sind die nicht einheimischen Arten, bis auf wenige Ausnahmen, in den Berliner Gewässern seltener als die einheimischen Fischarten. Zu den einheimischen Fischarten mit nur Einzelnachweisen bzw. wenigen Vorkommen zählen Schmerle, Zährte, Nase und Meerforelle. In Berlin insgesamt am weitesten verbreitet ist die Plötze, die in 66 % der zwischen 2014 und 2022 befischten Berliner Gewässer nachgewiesen wurde. Beinahe ebenso weit verbreitet waren Barsch (in 57,5 % aller Gewässer präsent), Rotfeder (52,9 ), Hecht (49 ) und Schleie (40,5 %). Hechte sind insbesondere in den Kleingewässern weit verbreitet, wo fast überall einzelne Exemplare zu finden waren. Die Nachweishäufigkeit des Aals ist das Resultat umfangreicher Besatzmaßnahmen und erlaubt keine Rückschlüsse auf die Gewässerqualität. Dagegen ist die weite Verbreitung von Plötze, Barsch, Kaulbarsch, Blei, Rotfeder, Güster und Ukelei in den Fließgewässern und insbesondere in den Flussseen Ausdruck dessen, dass diese Arten sich vergleichsweise gut mit den Lebensbedingungen in Berliner Gewässern arrangieren können. Bis auf die Rotfeder gehören die genannten Fischarten zum anpassungsfähigen Typ der eurytopen Arten, die keine besonderen Lebensraumansprüche stellen. Sie zeigen darüber hinaus, wie vollständig sich der Charakter der Hauptfließgewässer Berlins von der Barben- zur Bleiregion gewandelt hat. Bei der Betrachtung der Ergebnisse in Tabelle 1 ist zu beachten, dass in den jeweiligen Untersuchungszeiträumen nicht immer die selben Gewässer befischt wurden. Aus der Tabelle lassen sich daher keine Aussagen über den Bestandszustand oder die Entwicklung der Vorkommen in einem bestimmten Gewässer schließen. Die Darstellung der Vorkommenshäufigkeit der Fischarten nach Haupt-Gewässertypen erlaubt zusätzliche Rückschlüsse auf deren bevorzugten Lebensraum. Beispielsweise wurden die typischen Flussfische Gründling, Aland und Rapfen nur in rund 19 % aller Gewässer gefunden, waren dagegen aber in mindestens 67 % der Flussseen präsent. Zahlreiche weitere Arten, z.B. Zander, Stint, Quappe oder Wels haben ihr Hauptverbreitungsgebiet in den Flussseen. Die detailliertere Darstellung der Fischartenzahlen je Gewässertyp zeigt drei Gruppen unterschiedlicher Artenvielfalt. Die artenreichsten Gewässer waren zwischen 2014 und 2022 erwartungsgemäß die durchflossenen Seen (im Mittel 13 Fischarten), gefolgt von großen Fließgewässern (9 Arten) und Kanälen (4 Fischarten). Landseen (künstliche Seen: 6 Fischarten; natürliche Seen: 6 Fischarten) nehmen eine intermediäre Stelle ein, wobei sie sich bezüglich der Artenzahlen ähnlich sind. Die geringsten Artenzahlen fanden sich in den Kleingewässern, unabhängig davon, ob diese fließen oder nicht (jeweils im Mittel 4 Fischarten in Gräben bzw. 4 Fischarten in kleinen Standgewässern). Allerdings deutet das Gesamtartenspektrum der in den fließenden (15 Arten, davon 2 nicht heimische Arten) und stehenden (26 Arten, davon 7 nicht heimische Arten) Kleingewässern nachgewiesenen Arten darauf hin, dass die Artenzusammensetzung sehr variabel und schwer vorhersagbar ist. Innerhalb der fließenden und stehenden Gewässer wurden die geringsten Artenzahlen jeweils in den kleinsten Gewässern beobachtet. Im Gegensatz zu den Kleingewässern weisen die Kanäle im urbanen Bereich eher eine geringe Gesamtfischartenzahl auf. Wenn Fische die Möglichkeit haben, ungünstigen Umweltbedingungen durch Kompensationswanderungen zu entgehen, machen sie davon offensichtlich Gebrauch.

LSG Elster-Luppe-Aue Gebietsbeschreibung Landschafts- und Nutzungsgeschichte Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Pflanzen- und Tierwelt Entwicklungsziele Exkursionsvorschläge

Das LSG erstreckt sich über den westlichen Teil der Elster-Luppe-Aue. Beginnend an der Landesgrenze zu Sachsen umfaßt es den gesamten Auenbereich der Weißen Elster bis zum LSG „Saale“. Unmittelbar südlich schließt sich das LSG „Kiesgruben Wallendorf/Schladebach“ an. Das Schutzgebiet repräsentiert den nördlichen Teil der Landschaftseinheit Weiße-Elster-Tal sowie die Landschaftseinheit Tagebauregion Merseburg-Ost. Die Elster-Luppe-Aue weist die Form einer weitgespannten, durch Salzauslaugung entstandenen Niederung auf. Die Landschaft wird durch einen hohen Ausstattungsgrad an Gehölzen gekennzeichnet. Auenwaldreste als Ausläufer der großen Auenwaldkomplexe des sächsischen Abschnittes der Elster-Luppe-Aue reichen bis in das LSG. Große Bereiche der zentralen Elster-Luppe-Aue werden ackerbaulich genutzt. Grünlandflächen sind weitgehend auf die Randbereiche von Luppe und Weißer Elster beschränkt und bilden hier mit Gehölzen ein abwechslungsreiches Mosaik. Die Luppe weist abschnittsweise noch einen mäandrierenden Lauf auf. Im Bereich des Altlaufes der Weißen Elster sind zahlreiche Gewässerreste vorhanden, die den Charakter von Altwassern besitzen. Die Elster-Flutrinne besitzt einen funktionell determinierten, naturfernen Charakter mit Einheitsböschungen und einem Regelprofil. Die Siedlungen liegen am Rand der Aue außerhalb des ehemaligen Überflutungsbereiches. Der gesamte Raum zwischen Weißer Elster und Luppe ist siedlungsfrei, lediglich Burgliebenau liegt inselhaft auf einem Niederterrassenrest. Die Siedlungsrandbereiche weisen noch traditionelle Nutzungsformen wie Streuobstwiesen auf. Im nördlichen Hangbereich sind in steileren, südexponierten Abschnitten Halbtrockenrasen vorhanden. Auf den Hängen und im Bereich der Siedlungsränder ergeben sich reizvolle Blickbeziehungen über die Aue. Während der östliche Abschnitt ein noch weitgehend natürliches Landschaftsbild aufweist, wird der Westen durch die ehemaligen Abbaufelder des Tagebaus Merseburg-Ost geprägt. Innerhalb des Tagebaubereiches sind zwei Abbaufelder entstanden, die als Restlöcher, getrennt durch eine Innenkippe, so bestehen bleiben. Hier werden in den nächsten Jahren zwei Seen entstehen. Im Rahmen der Vorfeldberäumung des Tagebaues wurden Wald- und Gehölzbestände beseitigt. Nach Einstellung des Tagebaubetriebes erfolgte eine Wiederaufforstung dieser Flächen und von Teilbereichen der Innenkippe. (1) weitergehende Beschreibungen Durch Flutung mit Elster-Wasser und natürlichen Wasseranstieg entstanden im ehemaligen Tagebau Merseburg-Ost der Raßnitzer und der Wallendorfer See. Während ersterer dem Landschaftsschutz und der späteren Ausweisung als NSG vorbehalten bleiben soll, wird an letzterem neben dem Naturschutz (südliche Inselbereiche, westliches Kiesabbaugebiet) die Erholungsnutzung eine größere Rolle spielen. Ökologisch wertvolle Bereiche stellen derzeit die Flachwasserbereiche mit entsprechender Röhricht- und Gebüschentwicklung und Inseln dar, die bereits heute wichtige Brut- und Rastgebiete von Vogelarten sind. Interessante Feuchtlebensräume werden sich vor allem auch am Ostufer des Raßnitzer Sees herausbilden, da hier das von Osten zuströmende Grundwasser in den See fließt. Die auf der Innenkippevorhandenen Aufforstungen aus überwiegendstandortgerechten Arten werden zur Integration des ehemaligen Tagebaugeländes beitragen. Zwischen den zwei Tagebaurestlöchern, deren Flutung fast abgeschlossen ist, existiert aufgrund des Gefälles ein Überlauf, welcher über die ehemalige Absetzerkippe führt. Ob das zufließende Grundwasser später in die Luppe, Elster oder Saale abgeführt wird, ist aufgrund der erwarteten Salzbelastung des Wassers und der damit verbundenen Probleme noch nicht entschieden und wird derzeit untersucht. Der alte Luppelauf weist aktuell nur noch eine Mindestwasserführung auf, welche in Trockenzeiten zur völligen Austrocknung einiger Abschnitte führt. Im westlichen Teil bei Wallendorf, Luppenau und Burgliebenau finden sich nur noch Reste naturnaher Flussabschnitte mit angrenzenden Auengehölzen. Die ältesten Zeugnisse des Aufenthalts von Menschen in diesem Gebiet stammen aus der Altsteinzeit. Dabei hat die nördliche Terrasse die meisten Funde erbracht. Die vorgeschichtlichen Siedlungen lagen an den nördlich und südlich die Aue flankierenden Terrassenrändern und reihten sich dort perlschnurartig aneinander, daneben sind aber auch im Niederungsbereich Siedlungen belegt wie bei Burgliebenau oder bei Kötschlitz-Maßlau. Als älteste Ackerbauernkultur ist im Bereich der Elster-Luppe-Aue die Linienbandkeramik nachgewiesen, deren Siedlungen um das LSG von Lochau über Raßnitz, Weßmar, Ermlitz, Horburg, Günthersdorf, Dölkau, Göhren, Wallendorf bis nach Friedensdorf lagen. In Dölkau wohnten die Bauern in den für diese Kultur typischen Großhäusern. Zur Zeit der Stichbandkeramik wurden neben den bestehenden Wohnplätzen weitere bei Oberthau, Rübsen, Möritzsch und Kreypau angelegt. In der älteren Trichterbecherkultur rückten die Siedlungen durch Neugründungen bei Zöschen, Wesenitz, Pritschöna und in der Aue bei Burgliebenau näher zusammen. Die Besiedlung blieb auch während der Schnurkeramikkultur dicht. Die Kugelamphorenkultur ist durch einen Wohnplatz bei Günthersdorf und einen Grabfund bei Dölkau nachgewiesen, in dem vier Tote zusammen mit drei Rindern lagen. Die Bestattung deutet darauf hin, daß es sich hier um Gräber von Rinderhirten handelt, die die Niederung für die Viehweide beanspruchten. Eine der Jungsteinzeit entsprechend dichte Besiedlung fand im LSG auch in der jüngeren Bronzezeit sowie während der jüngeren Eisenzeit statt. Zu Beginn der jüngeren Bronzezeit drangen Siedler der Lausitzer Kultur von Osten her in die Elster-Luppe-Aue vor und ließen sich zwischen der heimischen Bevölkerung nieder. Die wirtschaftliche Bedeutung markieren drei Bronzehortfunde aus Löpitz, Oberthau und Pritschöna. Während der jüngeren Eisenzeit war das Gebiet von einer keltisch geprägten Bevölkerung bewohnt, unter die sich Siedler der Jastorf-Kultur mischten, wie Grabfunde aus Günthersdorf, Möritzsch und Wallendorf belegen. Bei Oberthau bestand zeitweise eine Töpferei. Der Jastorf-Kultur folgten die Hermunduren, Thüringer und später die Slawen. Die Elster-Luppe-Aue bildete bis zum 6. Jahrhundert einen Raum, der durch ausgedehnte Wälder und Sumpfgebiete geprägt war. Mit der slawischen Besiedlung des Raumes entstanden besonders im Randbereich Rodungen. Die alten Ortskerne der slawischen Siedlungen lagen traditionell im mittleren Bereich der Talhänge oder auf Niederterrassenresten innerhalb der Aue. Zeugen der Siedlungsgeschichte sind der slawische Burgwall Burgliebenau und die Attnitzburg Raßnitz. Die typische Nutzflächenverteilung der Siedlungen umfaßte Wiesen- und Weidewirtschaft in der Aue und Ackerbau auf den Lößböden der flachen Talhänge und der Hochflächen. Während letztere weitgehend waldfrei waren, sind in der Aue zusammenhängende Waldbestände erhalten geblieben. Eine Auflichtung erfolgte während der mittelalterlichen Rodungsperiode. Noch im Spätmittelalter wurde der Bereich als Holzkreis bezeichnet. Bis in das 19. Jahrhundert waren Ackerbau, Viehwirtschaft, Bienenhaltung, Fischerei und Obstbau die Haupterwerbsquellen. Daneben spielten Mühlenbetriebe und die Ziegelherstellung eine Rolle. Zeugnisse der Ziegelei sind in Form alter Lehm- und Tonstiche zu finden. Gravierende Landschaftsveränderungen haben sich im 19. Jahrhundert vollzogen. Neben kleineren und lokalen Abbaufeldern wurde, teilweise auch im Tiefbau, Braunkohle gewonnen. Der großtechnische Abbau setzte im Raum Lochau nördlich der Aue ein. Die Abraumgewinnung wurde 1967 eingestellt, die Kohleförderung im Revier Lochau 1973. Seit 1972 wurde im Ostschlauch Lochau Aufschlußabraum aus dem Tagebaurevier Merseburg-Ost verkippt. Das Tagebaufeld Merseburg-Ost liegt innerhalb der Elster-Luppe-Aue und wurde 1971 aufgeschlossen. Mit der Einstellung dieses Abbaus 1991 sind weitere Abschnitte der Auenlandschaft, deren Abbau ebenfalls geplant war, zwischen Burgliebenau und Hornburg-Raßnitz der Vernichtung entgangen. Im Bereich Burgliebenau wird noch heute großflächig Kies gewonnen. Der Wasserhaushalt der Aue erfuhr gravierende, teilweise irreversible Veränderungen, die vor allem in diesem Jahrhundert stattfanden. Durch die umfangreichen Kanalisierungen und den Bau des Elster-Hochflutbettes 1934-1938 im Zusammenhang mit dem Bau des Elster-Saale-Kanales wurde das Oberflächenwasserregime verändert. Der überwiegende Teil der Aue ist seit zirka 60 Jahren völlig überflutungsfrei. Nur im Mündungsbereich der Weißen Elster in das Saaletal sorgt der Rückstau bei Hochwasserereignissen der Saale für großflächige Überflutungen. In Verbindung mit der Sicherung des Braunkohlenabbaus stehen Gewässerumverlegungen und die Abdichtung der künstlichen Gewässerbetten, so daß die Uferinfiltration reduziert wird. Die Luppe wird bei Kleinliebenau abgeriegelt und entwässert weitgehend in die Weiße Elster. Der alte Luppelauf weist nur noch eine Mindestwasserführung auf. Durch die Errichtung des Hochwasserschutzdeiches entlang der Straße zwischen Lössen und Burgliebenau wird die Aue vom Einfluß der Saale-Hochwasser im Westen abgeriegelt. Die Grundwasserabsenkung infolge der Wasserhaltung des ehemaligen Braunkohlentagebaus reichte bis in den Raum Ermlitz-Zweimen. Mit Einstellung der Wasserhaltung vollzieht sich nunmehr eine Regeneration des Grundwasserhaushaltes. Die Absenkung des oberflächennahen Grundwasserspiegels hatte Veränderungen der Vegetationszusammensetzung und Schäden an Auenwaldbeständen zur Folge. Es war jedoch dadurch die Voraussetzung für eine intensive ackerbauliche Nutzung gegeben, so daß das aktuelle Landschaftsbild in weiten Bereichen nicht durch auentypisches Grünland, sondern durch Ackerflächen geprägt wird. Die Elster-Luppe-Aue liegt innerhalb des Beckens der Weißen Elster, eines ausgedehnten Senkungsbereiches, der überwiegend durch die Subrosion von Salzen und Karbonaten des Zechsteins im Untergrund gebildet wurde. Die Aue wird durch die sogenannte Hallesche Störung bei Röglitz gequert. Mit dieser Störung verbunden ist der Ragwitzer Graben, eine Zone, in der es zur verstärkten Senkungserscheinungen und zum Aufstieg salzhaltigen Grundwassers kommt. Tertiärablagerungen mit bis zu 100 m Mächtigkeit bestimmen das Becken der Weißen Elster. Mehrere wirtschaftlich bedeutsame Braunkohlenflöze,von 5 bis 20 m Mächtigkeit sind durch kiesig-sandige bis tonige Zwischenschichten voneinander getrennt. Über den tertiären Schichten sind vereinzelt noch Reste elsterkaltzeitlicher Grundmoränenablagerungen und präglazialer Sedimente vorhanden. Die Elster-Luppe-Aue quert das Becken der Weißen Elster in Ost-West-Richtung und folgt dabei einem durch Subrosion hervorgerufenen Senkungsbereich, der den durch die pleistozäne Eintiefung der Weißen Elster modellierten Talzug vorzeichnet. Die frühpleistozänen Inlandeisvorstöße hatten mehrfach die Verlegung des Gewässernetzes zur Folge, die mit der Ablagerung von Schotter- und Kiesterrassen verbunden war. Frühsaalekaltzeitliche Sedimente werden von der drenthestadialen Grundmoräne bedeckt. Darüber lagert eine geschlossene, 1 bis 2 m mächtige Sandlößdecke. In der gesamten Niederung herrschen pleistozäne Schotter und Kiese sowie holozäne Auenlehme vor. Es kam zur Herausbildung markanter Talhänge mit einem Niveauunterschied von bis zu 20 m. Die Talaue erreicht im LSG eine Breite von 3 bis 4 km. An den Talrändern treten Niederterrassenbildungen des älteren Holozäns in Erscheinung, die sich um 1,5 bis 2 m über das untere Auenniveau erheben. Besonders am nördlichen Talhang kommt es zu Quellwasseraustritten. Die Böden aus Auenschluff, zum Teil Auenton, lagern über den Kiessanden der Niederterrasse. Je nach dem Grundwasserstand haben sich Vegas (Wassermerkmale tiefer als 80 cm), Gley-Vegas (Wassermerkmale zwischen 40-80 cm) und Gleye (Wassermerkmale bereits oberhalb 40 cm) entwickelt. Dort, wo Auenton unter Auenschluff vorkommt, sind Pseudogleye ausgebildet. In relativ kleinen Altwasserrinnen finden sich Anmoorgleye. Eine besondere Bedeutung erhält dieses LSG durch den ehemaligen Braunkohlentagebau Merseburg-Ost, der seit seiner Stillegung 1991 rekultiviert wird. Neben zwei Tagebaurestlöchern, die zur Zeit geflutet werden, ist die ehemalige Absetzerkippe hervorzuheben, die land- und forstwirtschaftlich genutzt wird. Die landwirtschaftliche Nutzung findet auf lehmigen Substraten mit einem Kiesanteil von maximal 15% Mittelkies statt, während die forstliche Nutzung auf den stärker kiesigen Substraten erfolgt. Der Bodentyp ist für beide Substrate ein Regosol, die Bodenform ein Kipp-Kieslehm-Regosol. Die vorerst letzte bergbauliche Tätigkeit ist die Kiessandgewinnung westlich des Restloches. Nach ihrer Beendigung wird es in diesem Schutzgebiet drei große Wasserflächen geben. Weiße Elster und Luppe verlaufen nahezu parallel und nehmen aus den angrenzenden Hangbereichen kleinere Zuflüsse auf. Das Abflußgeschehen innerhalb der Elster-Luppe-Aue wird durch Deiche und Wehre gesteuert. Während die Luppe noch weitgehend ihrem natürlichen Lauf folgt, erfuhr die Weiße Elster einen Ausbau und eine Umverlegung. Zufließendes Wasser muß durch Schöpfwerke über den nördlichen Elsterdeich gehoben werden. Die Elster-Luppe-Aue liegt im Übergangsbereich vom niederschlagsarmen Klima im Lee der Mittelgebirge zum kontinental geprägten Binnenlandklima. Die Niederschläge betragen im Mittel 510 mm pro Jahr, wobei ein Anstieg von West nach Ost zu verzeichenn ist. Die Jahresmitteltemperatur der Luft liegt bei 9°C. Die ausgedehnte Aue weist lokalklimatische Besonderheiten auf. Bei starker nächtlicher Ausstrahlung bildet sich hier ein Kaltluftsee, der auch eine erhöhte Nebelhäufigkeit hervorruft. Die nordwestsächsische Auenlandschaft entlang von Weißer Elster, Luppe und Pleiße ist eine der biologisch reichhaltigsten Auen Mitteleuropas. An diesen Auenwaldkomplexen hat das LSG nur in seinem östlichen Abschnitt einen Anteil. Im westlichen Bereich bei Burgliebenau finden sich nur noch kleine Auenwaldreste mit Abschnitten des alten Elsterlaufes. Das komplexe Gefüge intakter Auenökosysteme ist abhängig vom periodischen Wechsel von Überflutung und Austrocknung. Diese entscheidenden ökologischen Faktoren sind innerhalb des LSG nicht mehr vorhanden. Allerdings ist gerade für Waldökosysteme vom Typ des Eichen-Ulmen-Hartholz-Auenwaldes der Zeitraum von zirka 60 Jahren noch zu kurz, um zu einem völligen Strukturwandel zu führen. Die ehemalige floristische Zusammensetzung ist noch weitgehend erhalten. Aber es deuten sich letztendlich langfristige Veränderungen hin zu einem feuchten Eichen-Hainbuchenwald an. Diese Entwicklung zeichnet die Laufkäferfauna bereits deutlich vor. Die Veränderung des Wasserhaushaltes hat innerhalb anderer Vegetationskomplexe deutlichere Spuren hinterlassen. Die auentypischen Feuchtwiesen, die in der Elster-Luppe-Aue vorwiegend als Kohldistel- und Silgen-Rasenschmielen-Feuchtwiesen ausgebildet waren, sind bis auf wenige Reste nicht mehr vorhanden. Diese beschränken sich auf die gewässernahen Bereiche oder quellnasse Standorte am Hangbereich. Feuchtgrünland ist noch östlich Dölkau, am Schloßteich Dölkau, nordöstlich Möhritzsch sowie östlich und westlich Zöschen vorhanden. Hier sind unter anderem auch gefährdete Arten, wie Sumpf-Schafgarbe, Wiesen-Schaumkraut, Wiesen-Silau, Herbstzeitlose, Färberscharte, Gelbe Wiesenraute oder Großes Flohkraut, anzutreffen. Innerhalb der nunmehr vernässungsfreien Flächen dominieren bei extensiver Nutzung Glatthaferwiesen unterschiedlicher Ausprägung. Im Hangbereich sind auch vereinzelt Halbtrockenrasen mit Furchen-Schwingel, Grauer und Gelber Skabiose, Fieder-Zwenke, Karthäuser-Nelke und Großer Braunelle vorhanden. Naturnahe, strukturreiche Landschaftsteile sind noch im Raum Ermlitz-Maßlau-Zweimen anzutreffen. Südlich Ermlitz sind Reste des alten Elsterlaufes vorhanden. Die Luppe besitzt hier einen mäandrierenden Lauf. In der Luppe konnten sich die in Sachsen-Anhalt stark gefährdeten Bitterlinge halten. Durch Staustufen bei Zöschen und Dölkau wird der Wasserhaushalt lokal verbessert, was positive Wirkungen auf die angrenzenden Auenwaldbestände hat. Diese Maßnahmen sind in Verbindung mit den Wiedervernässungmaßnahmen im sächsischen Teil der Aue zu sehen. Auch im Siedlungsrandbereich sind wertvolle Biotope vorhanden. Hierzu zählen unter anderem die Streuobstwiesen in Luppenau. Ehemalige Tagebaubereiche schließen zur Zeit noch ausgedehnte Flächen mit einer spontanen Vegetationsentwicklung ein. Besonders im nördlichen Böschungsbereich sind ausgedehnte Quellhorizonte vorhanden. Aufgrund der raschen Flutung werden diese ökologisch wertvollen Bereiche jedoch bald überstaut werden. Die Böschungen wurden saniert. Die Innenkippe wird teilweise landwirtschaftlich genutzt. Aufforstungen sowie Trockenrasen und Sukzessionsflächen werden zur Eingliederung dieses Bereiches in die Auenlandschaft beitragen. Die beträchtliche anthropogene Einflußnahme hat zu einer Verarmung der typischen Fauna geführt. Besonders deutlich wird dies am Beispiel der Amphibien. Die Rotbauchunke, eine Charakterart der Aue, war ab 1992 nicht mehr nachweisbar. Das LSG weist eine reiche Avifauna auf. Besonders die Auenwaldbereiche im Osten haben als Horststandorte von Rot- und Schwarzmilan, Waldkauz und Waldohreule Bedeutung. Anspruchsvollere Arten wie der Mittelspecht als Charakterart alter Eichenbestände oder die Hohltaube sind nur noch im südlichen Teil anzutreffen. An Altwassern der Weißen Elster hat der Eisvogel seine Brutröhren. Aber auch kleinere Gehölzbestände besitzen eine große Bedeutung. Hier sind hohe Dichten von Nachtigall, Pirol und Gelbspötter sowie anderer Kleinvogelarten festgestellt worden. Die Streuobstwiesen der Ortsränder sind Lebensraum des Wendehalses. In den Steinlachen bei Zöschen brüten unter anderem Bleß- und Teichralle, Wasserralle, Rohrammer, Zwergtaucher sowie Drossel- und Teichrohrsänger. Durch die ausgedehnten Restseen sind neue Landschaftsteile entstanden. Auf einzelnen Böschungsabsätzen siedelt der Flußregenpfeifer. An den Steilhängen entstehen sporadisch Uferschwalbenkolonien. Die weiten Offenlandstandorte bieten Feldlerche, Steinschmätzer, Baum- und Brachpieper, Dorngrasmücke und Schafstelze Lebensräume. Die Seen besitzen eine besondere Bedeutung für den Vogelzug im Winter, aber auch im Sommer nutzen tausende Silber-, Weißkopf-, Sturm- und Lachmöwen sowie einzelne Herings- und Mantelmöwen die Inseln als Ruhe- und die Wasserfläche als Schlafplatz. Daneben sind auch Kormorane und Graureiher anzutreffen. (1) weitergehende Beschreibungen Nur noch lokal sind bei Dölkau, Möhritzsch und Zöschen die einst landschaftstypischen salzbeeinflussten Grünländer vorhanden. Hier sind gefährdete Arten wie Knollen-Kratzdistel, Sumpf-Brenndolde, Rasen- und Filz-Segge anzutreffen. Diese Wiesen beherbergen auch eine artenreiche Heuschreckenfauna; hervorzuheben sind die Große Goldschrecke, die Sumpfschrecke, der Sumpfgrashüpfer und die Plumpschrecke. Eine Charakterart der Elster-Luppe-Aue bis Mitte des 20. Jh. war die Rotbauchunke. Sie kommt aktuell nur noch am Südwestrand des LSG vor und wird wohl langfristig ohne stützende Maßnahmen ganz aus der Region verschwinden. Dafür weisen Moor- und Grasfrosch, Knoblauchkröte, Erdkröte und vor allem der sich in Richtung Saaleaue ausbreitende Laubfrosch noch regional bedeutsame Bestände auf. Auch vom Kammmolch existieren einige Vorkommen in den Auengewässern, so der Alten Elster oder der Mägdeschwemme bei Oberthau. Einige Gewässer füllten sich erst seitdem Grundwasseranstieg wieder oder wurden durch Anbindung an vorhandene Fließgewässer renaturiert, wie die als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesenen „Steinlachen“ bei Zöschen. Still- und Fließgewässer des Landschaftsschutzgebietes beherbergen auch eine reiche Libellenfauna. Bemerkenswert sind unter anderem die Vorkommen der Keilflecklibelle, der Gebänderten Prachtlibelle sowie der Großen Heidelibelle. Die großflächigeren Auwaldreste bei Horburg-Zweimen und südlich Ermlitz weisen noch eine typische floristische Ausstattung auf. Im Frühjahrbestimmen Gelbes und Busch-Windröschen sowie Scharbockskraut, Lungenkraut und Hohler Lerchensporn das Bild. Zerstreut tritt der Märzen-becher auf. Später bestimmt der Bärlauch die Krautschicht. Im Gebiet existieren noch kleinere vitale Vorkommen der Feld-Ulme, welche andernorts bereits Opfer des „Ulmensterbens“ geworden sind. Die Waldbereiche, deren Ausweisung als Naturschutzgebiet geplant ist, bieten zahlreichen Greifvogelarten, wie Rot- und Schwarzmilan sowie Habicht, entsprechende Nistmöglichkeiten. Seit langem existiert eine kleine Population des auf Alteichen angewiesenen Mittelspechtes. Eine wichtige Funktion als Höhlenbereiter spielt hier auch der Schwarzspecht. Nachgenutzt werden die Baumhöhlen u.a. von Fledermäusen, so z.B. von Kleiner und Großer Bartfledermaus sowie Wasserfledermaus und Großem Abendsegler. An den Waldsäumen kann die Waldeidechse beobachtet werden. An der Luppe wie auch den Altwassern der Elster brütet der Eisvogel. Singvogelarten weisen hohe Brutdichten auf. An zahlreichen Stellen brütet die gefährdete Sperbergrasmücke, welche hier auch Auengehölze besiedelt. Ein stabiles Brutvorkommen besitzt auch der Raubwürger, welcher halboffene Habitate bevorzugt. Die Streuobstwiesen in Ortsnähe werden vom Wendehals und dem Gartenrotschwanz besiedelt. Die Auenwälder bieten zahlreichen Insektenarten die Lebensgrundlage. Herauszuheben sind der Eschen-Scheckenfalter, welcher hier eines seiner wenigen Vorkommen in Sachsen-Anhalt aufweist, und die an Eichen bzw. Ulmen gebundenen Bockkäfer Exocentrus adspersus und Exo-centrus punctipennis. Durch die ausgedehnten Restseen sind neue Landschaftsteile entstanden, welche insbesondere für die Vogelwelt eine hohe Attraktivität besitzen. Vogelarten der wenigen noch vorhandenen vegetationsarmen Flächen oder des Kiesabbaugeländes stellen Brachpieper, Steinschmätzer und Flussregenpfeifer dar. An Steilabbrüchen brütet die Uferschwalbe. Entstandene Schilfflächenbieten Drosselrohrsänger, Hauben- und Zwergtaucher und sogar der Rohrdommel geeignete Brutmöglichkeiten. Ruderalflächen werden von Grauammer und Schwarzkehlchen besiedelt. Eine besondere Bedeutung besitzen die Seen bereits heute für rastende Durchzügler bzw. überwinternde Wasservögel. Ab dem Spätsommernutzen Tausende Sturm-, Lach-, Silber-, Steppen- und Mittelmeermöwen die Seen als Schlafplatz. Sporadisch suchen auch Saat- und Blässgänse die Seen zum Schlafen auf. Kormorane und Graureiher sind ganzjährig als Nahrungsgäste anwesend. Aufgrund der Größe der Seen und der Salzkonzentration frieren die Gewässer in strengen Wintern erst spät zu und garantieren daher zahlreichen Wasservögeln weiterhin die Nahrungserreichbarkeit. Zu nennen sind beispielsweise Gänse- und Zwergsäger, Schellente, Rothalstaucher und Blässhuhn. Neuerdings kann auch der Seeadler regelmäßig beobachtet werden. Neben dem Erhalt des Landschaftsbildes und der faunistisch und floristisch wertvollen Bereiche der Elster-Luppe-Aue ist eine Renaturierung und Sanierung weiter Teile des LSG ein vorrangiges Ziel. Nach der Sanierung des Tagebaubereiches Merseburg-Ost wird die Flutung der verbleibenden zwei Restlöcher mit Elster-Wasser bis 2001 Seen entstehen lassen. Durch eine unterschiedliche Entwicklung beider Bereiche sollen Nutzungskonflikte möglichst ausgeschlossen werden. So wird der westliche See als Bereich für naturnahe Erholung mit begrenzten Bade- und Wassersportmöglichkeiten, besonders im siedlungsnahen Bereich bei Burgliebenau und Luppenau, entwickelt. Der östliche See, sein Umfeld und Teile der Innenkippe bleiben ausschließlich dem Natur- und Landschaftsschutz vorbehalten. Mit der Regeneration der Grundwasserverhältnisse, die bis 2003 erfolgen soll, ist auch von einer Erhöhung des Anteils vernäßter Flächen in der Aue auszugehen, so daß die Grünlandnutzung wieder in größerem Umfang das Landschaftsbild bestimmen wird. Extensive Nutzungsformen könnten durch das differnzierte Erscheinungsbild der Wiesen und Weiden zur Belebung des Landschaftsbildes beitragen. Aufforstungen mit naturnaher Artenzusammensetzung erhöhen den Waldanteil und bereichern das Landschaftsbild in den strukturarmen Abschnitten der Aue. Durch Bündelung von Versorgungs-Trassen am Auenrand soll eine weitere Zerschneidung vermieden werden. Der Auenabschnitt stellt einen wichtigen Verbundkorridor zwischen dem Leipziger Auenwaldkomplex, der Elster-Luppe-Aue bei Döllnitz und dem Saaletal mit seinen Naturschutzgebieten dar. Diese Funktion soll durch Renaturierungsmaßnahmen unterstützt und gesichert werden. Es bestehen Projekte zur Wiedervernässung der nördlichen Aue durch Deichschlitzung und zur Anbindung der alten Elsterarme. Die Entwicklung der Siedlungen am Rand des LSG konzentriert sich auf die Innenbereiche, die Ortsrandlagen sollen durch auentypische Strukturen harmonisch in die Auenlandschaft eingebunden werden. In Verbindung mit der Renaturierung der Aue findet auch eine sanfte Erschließung ausgewählter Bereiche für die Naherholung statt. (1) weitergehende Beschreibungen Infolge der Sanierung des Tagebaubereiches Merseburg-Ost entstanden der Wallendorfer und Raßnitzer See. Nutzungskonflikte sollen durch die naturnahe touristische Erschließung mit begrenzten Bade- und Wassersportmöglichkeiten ohne Motorbootverkehr, welche auf den westlichen See beschränkt wird, ausgeschlossen werden. Am Raßnitzer See und seinem Umfeld, wozu die Elsteraltarme südlich Raßnitz zählen, sowie auf Teilflächen der Innenkippe wird der ungestörten natürlichen Entwicklung der Vorrang eingeräumt. Zerschneidungseffekte des bislang unzersiedelten Landschaftsschutzgebietes durch Straßen- und Wegeausbau bzw. -neubau sollen vermieden werden. Das auentypische Bild der Ortschaften soll durch Eigenheimbau außerhalb der Ortskerne nicht noch weiter zerstört werden. Im Fließgewässerprogramm des Landes Sachsen-Anhalt sind Vorhaben zur Wiedervernässung der nördlichen Auenlandschaft durch Deichschlitzung und -rückverlegung sowie Wiederanbindung der alten Elsterarme benannt, die einer zügigen Umsetzung bedürfen. Park Zöschen Der Park (0,9 ha groß) beherbergt den Rest eines Arboretums, das von Georg Dieck (1847-1926) geschaffen wurde. Der heutige Park besteht aus einem kleinen Teich mit Randbepflanzung. Neben heimischen Arten, die den Baumbestand bestimmen, sind unter anderem Flügelnuß, Geschlitztblättrige Hasel und Sumpfzypresse anzutreffen. Park Ermlitz Der Landschaftspark (1,96 ha groß) um 1800 angelegt, verfügt über einen dendrologisch wertvollen Baumbestand. Anzutreffen sind unter anderem Tulpenbaum, Ginkgo und Sumpfzypresse. Auenwanderweg zwischen Elster und Luppe Die Wanderung beginnt im LSG „Saale“ am Kollenbeyer Weg, an der Straßenbahnhaltestelle zwischen Halle und Schkopau. Der Weg verläuft zunächst ein kurzes Stück entlang der Bundesstraße B 91 in Richtung Schkopau. Unmittelbar vor der Saalebrücke führt eine schmale Straße in südöstlicher Richtung nach Kollenbey. Unweit liegt das NSG „Kollenbeyer Holz“ mit einer großen Graureiherkolonie. Ein Feldweg führt in nordöstlicher Richtung nach Burgliebenau und weiter zur Weißen Elster. Der Weg bis zur Autobahnbrücke verläuft am südlichen Elsterufer. Auf der linken Seite ergeben sich während des gesamten Weges Ausblicke über die Dörfer Lochau, Raßnitz, Ermlitz/Obertau, rechts sind Zeugen des früheren Elsterlaufes, wie alte Steinbrücken und Altwasser, zu sehen. Hinter der Elsterbrücke ist ein Abstecher in die Restwälder der Elsteraue empfehlenswert. Eine Wanderung ist ebenfalls durch die südliche Luppeaue über die Ortschaften Wallendorf - Zöschen - Zweimen - Horburg bis in den sächsischen Teil der Elster-Luppe-Aue möglich. Rundwanderwege sind um die entstehenden Seen angelegt worden. Vom Aussichturm Raßnitz und vom Hirschügel, einem Erdhügel, der aus den letzten Abraummassen auf der Innenkippe entstand, bietet sich ein Blick über die ehemalige Tagebauregion Merseburg-Ost. (1) weitergehende Beschreibungen Südlich der Elsterbrücke bei Oberthau ist ein Abstecher in die Restwälder der Elsteraue empfehlenswert. Rad- und Wanderwege sind auch um die entstandenen Seen angelegt worden. Parkplätze als Ausgangspunkt für Wanderungen befinden sich bei Raßnitz und Burgliebenau. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X (1) Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung:18.11.2025

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 4750 Cottbus

Blatt Cottbus bildet das Norddeutsche Tiefland im Grenzgebiet zu Polen ab und erfasst Teile des Lausitzer Berglands als seine südliche Begrenzung. Die Niederlausitz ist im Nordwesten, die Oberlausitz im Südwesten des Kartenblattes angeschnitten. Besonders auffällig ist hier die Vielzahl der durch Tage- oder Bergbau veränderten Gebiete, die in der Karte als grau karierte Flächen dargestellt sind. Die Morphologie des Norddeutschen Tieflandes ist eiszeitlich geprägt, wobei sich z. T. mehrere glaziale Serien überlagern. Zu den eiszeitlichen Sedimenten, die den Kartenausschnitt dominieren, zählen Geschiebelehm/-mergel der Grundmoräne, Aufschüttungen der Endmoräne, fluviatile bzw. glazifluviatile Sande und Schotter sowie äolische Flug- und Dünensande. Die am Nordrand des Kartenblattes verstärkt auftretenden Ablagerungen der Weichselkaltzeit werden im zentralen und südlichen Teil zunehmend von Saale- und Elster-glazialen Relikten abgelöst ein Fakt, der das reduzierte Vordringen der jüngeren Eisvorstöße reflektiert. Zur känozoischen Deckschicht des Kartenblattes zählen ebenfalls die holozänen Ablagerungen in den Flussniederungen und Senken (Faulschlamm, Kalkmudde, Aue- und Moorsedimente) sowie die regional eng begrenzten Aufbrüche tertiärer Sedimente (Pliozän/Miozän, z. T. mit Braunkohleflözen). Am Südrand des Kartenausschnitts treten Magmatite, Metamorphite und Sedimentite des Lausitzer Berglandes unter der känozoischen Deckschicht zu Tage. Hier sind die ältesten Gesteine des Kartenblattes aufgeschlossen, die präkambrischen Grauwacken der Lausitzer Antiklinalzone. Zum Lausitzer Granodiorit-Massiv, dem größten Plutonitgebiet im variszischen Gebirge Mitteleuropas, zählen die Vorkommen cadomischer Magmatite und Anatexite (Oberproterozoikum bis Unterkambrium). Die Biotit-Monzogranite des Königshainer Gebirges intrudierten erst synvariszisch im Oberkarbon. Tertiärer Vulkanismus (Nephelinit, Olivinbasalt) ist in der Gegend um Baruth belegt. Neben der Legende, die über Alter, Petrographie und Genese der dargestellten Einheiten informiert, fasst ein Überlagerungsschema alle oberflächennahen Überlagerungsfälle anschaulich zusammen. Zwei Profilschnitte, beide Südwest-Nordost-orientiert, gewähren zudem Einblicke in den geologischen Bau des Untergrundes. Eine Übersichtskarte gibt zusätzliche Informationen zur regionalgeologischen Gliederung des Gebietes. Lausitzer Triasscholle, Ostbrandenburgische und Nordsudetische Kreidemulde, Görlitzer Synklinorium und Lausitzer Block werden hierbei unterschieden.

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 5550 Görlitz

Blatt Görlitz bildet die geologischen Verhältnisse im Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien ab. Das Lausitzer Bergland wird im Norden des Kartenausschnitts erfasst, im Osten der Komplex des Iser- und Riesengebirges, im Westen die Ausläufer der Sächsischen Kreidesenke mit dem Elbsandsteingebirge und im Süden die Nordböhmische Kreidesenke. Die Lausitzer Überschiebung zieht sich von Westnordwest nach Ostsüdost quer über das Kartenblatt. Die Plutonite des südlichen Lausitzer Berglands bilden das größte Plutonitgebiet im variszischen Gebirge Mitteleuropas. Cadomische und altpaläozoische Magmatite und Anatexite (Oberproterozoikum bis Ordovizium) bilden den aufgrund dominierender Biotitgranodiorite als "Lausitzer Granodiorit-Massiv" bezeichneten Komplex. Die Biotit-Monzogranite bei Stolpen und Königshain intrudierten erst synvariszisch im Oberkarbon. Tertiäre Vulkanite (Basanit, Nephelinit, Olivinbasalt) treten gehäuft in der Region um Zittau auf. Die Kristallingesteine sind in den Niederungen des Lausitzer Berglandes von känozoischen Lockersedimenten überlagert. In südöstlicher Fortsetzung des Lausitzer Berglands erstreckt sich der Komplex des Iser- und Riesengebirges. In seinem Zentrum lagert der synvariszisch intrudierte Riesengebirgsplutons (Biotit-Monzogranite des Oberkarbons), der von einem Gürtel metamorpher Kristallingesteine umrandet wird. Während im Norden des Plutons präkambrische bis kambrische Gneise ("Iser-Gneise") und Glimmerschiefer lagern, treten in seiner östlichen und südlichen Umrandung vermehrt auch Phyllite und Quarzite sowie paläozoische Metamorphite auf. Die südwestliche Begrenzung des Komplexes bildet die Lausitzer Überschiebung, die den Abbruch zur Nordböhmischen Kreidesenke markiert. Die Nordböhmische Senke ist mit kreidezeitlichen Sand- und Mergelsteinen verfüllt. Mit Mächtigkeiten bis zu 150 m lagern sie diskordant über präkambrischem bzw. paläozoischem Untergrund. Auffällig sind die Vorkommen tertiärer Vulkanite (Basalt, Basanit, Nephelinit, Phonolith, Trachyt), die verstärkt im westlichen bzw. nordwestlichen Abschnitt der Senke die kreidezeitliche Sedimentdecke durchstoßen. Neben der Legende, die über Alter, Genese und Petrographie der dargestellten Einheiten informiert, verdeutlicht eine tektonische Übersichtskarte die regionalgeologische Gliederung im Kartenausschnitt. Ein Profilschnitt gewährt zusätzliche Einblicke in den Aufbau des Untergrundes. Das Profil schneidet in seinem Nordwest-Südost-Verlauf das Lausitzer Granodioritmassiv, die Lausitzer Überschiebung sowie die Nordböhmische Kreidesenke mit ihren tertiären Vulkanitschloten (z. B. Hochwald und Ortel).

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