Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung von innovativen Indikatoren, die eine räumlich strukturierte Beschreibung und Bewertung der Belastungssituation und des Risikopotenzials von sedimentgebundenen Schadstoffen in marinen Systemen ermöglichen. Dieses Projekt wird es zum ersten Mal ermöglichen, Daten zur Toxizität der Porenwasserkonzentration von hydrophoben organischen Schadstoffen mit sehr geringer Unsicherheit zu erheben, direkt mit einer chemischen Analyse zu korrelieren und schließlich über entsprechende künstliche Mischungen zu verifizieren. Um dies zu erreichen, wird in diesem Projekt ein in situ Gleichgewichtssammlers (Passivsammlers) auf Basis der Festphasenmikroextraktion (passive sampling) für die Untersuchung von hydrophoben organischen Schadstoffen im marinen Bereich adaptiert. Anschließend werden die mittels Silikon Hohlfasern gesammelten Schadstoffmischungen direkt durch passive dosing in kleinskalige Biotestsysteme eingebracht. Durch Verzicht auf die vorherige Extraktion der Fasern wird das Risiko, die ursprüngliche Probenzusammensetzung zu verändern, deutlich reduziert. Erhobene Daten sind daher in hohem Maße repräsentativ für die tatsächliche Belastungssituation vor Ort. Des Weiteren werden die analysierten Schadstoffmischungen künstlich wiederhergestellt, um sie mittels passive dosing in unterschiedlichen Konzentrationen in Biotests zu untersuchen. Damit sollen Konzentrations-Wirkungskurven erstellt werden, die es erlauben, das von den sedimentgebundenen Schadstoffen ausgehende Risiko abzuschätzen (Mischtoxizität).
Die Risikobewertung von Schadstoffen in Böden berücksichtigt derzeit keine Interaktionen zwischen Substanzen, obwohl die gleichzeitige Belastung durch mehrere Stoffe häufig vorkommt. Die vorliegende Studie umfasst eine Auswertung der wissenschaftlichen Literatur zur Mischungstoxizität in Böden sowie umfangreiche experimentelle Untersuchungen. Die untersuchte Stoffmischung enthielt sowohl Agrochemikalien (ein Fungizid und ein Netzmittel) als auch ubiquitär vorkommende Schadstoffe (Fluoranthen aus der Gruppe der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe und ein Weichmacher). Aus den Ergebnissen der Studie werden Vorschläge zur Risikobewertung von Schadstoffgemischen in Böden abgeleitet.
Die Risikobewertung von Schadstoffen in Böden berücksichtigt derzeit keine Interaktionen zwischen Substanzen, obwohl die gleichzeitige Belastung durch mehrere Stoffe häufig vorkommt. Die vorliegende Studie umfasst eine Auswertung der wissenschaftlichen Literatur zur Mischungstoxizität in Böden sowie umfangreiche experimentelle Untersuchungen. Die untersuchte Stoffmischung enthielt sowohl Agrochemikalien (ein Fungizid und ein Netzmittel) als auch ubiquitär vorkommende Schadstoffe (Fluoranthen aus der Gruppe der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe und ein Weichmacher). Aus den Ergebnissen der Studie werden Vorschläge zur Risikobewertung von Schadstoffgemischen in Böden abgeleitet. Veröffentlicht in Texte | 60/2026.
Die gegenwärtige Bewertung der Wirkung von Schadstoffen in Böden erfolgt ausschließlich auf der Grundlage von Einzelstoffbewertungen, pfad- und nutzungsbezogen. Im Vollzug des Bodenschutzes tritt jedoch selten oder nie nur ein Schadstoff auf. Kontaminierte Böden enthalten in den meisten Fällen eine Vielzahl von Stoffen, die nicht isoliert wirken, sondern als Mischung mit möglich additiven, synergistischen und antagonistischen Wirkungen. Es besteht die Gefahr, dass mit einer Einzelstoffbewertung die Gefährdung u.a. der Lebensraumfunktion für Böden unterschätzt wird. Im Rahmen des vorgesehenen Forschungsvorhabens ist zunächst eine Sichtung und Bewertung vorhandener Ansätze zur Bewertung der Wirkung von Stoffmischungen auf bodenbiologische Leistungen zusammen zu stellen. In einem weiteren Schritt sind geeignete standardisierte ökotoxikologische Verfahren zur Bewertung der Wirkungen von Stoffmischungen auf Bodenorganismen zusammen zu stellen und hinsichtlich ihrer Eignung zu bewerten. Nach erfolgreicher Identifizierung sollten potenziell geeignete ökotoxikologische Verfahren an Hand einer charakteristischen Mischung für Altlaststandorte (MKW/PAK) experimentell erprobt und bewertet werden. Auf der Grundlage der gewonnen Ergebnisse soll eine Handlungsempfehlung für den Vollzug des Bodenschutzes erstellt werden.
Background The release of hazardous compounds from construction products can harm human health and the environment. To improve the sustainability of construction materials, the leaching of substances from construction products and their potential environmental impact should be assessed. Twenty-seven construction products from different product groups were examined with a combination of standardized leaching tests (dynamic surface leaching test and percolation test) and biotests (algae, daphnia, fish egg, luminescent bacteria, umu and Ames fluctuation tests). To identify the released substances, extensive qualitative and quantitative chemical analyses were performed, including gas chromatographic and liquid chromatographic screening techniques. Results Many of the tested eluates caused significant ecotoxic effects. Particularly high ecotoxicities were observed for grouts (lowest ineffective dilution (LID) up to 16384) and cork granules (LID up to 24578). The results of ecotoxicity tests allow the prioritization of the eluates that should be subjected to detailed chemical analyses. Organic screening by different methods and ranking the identified substances based on recorded hazard classification is a suitable approach to identify the relevant toxic substances. Conclusions Determining the ecotoxicity of eluates from construction products records the summary effect of all leachable substances. This instrument is especially useful for construction products of complex and largely unknown composition. The ecotoxicological and the chemical-analytical approach complement each other in an ideal way to characterize the potential hazard of eluates from construction products and to identify the environmentally hazardous components in these eluates. Our results confirm that the proposed harmonized methods for testing eluate toxicity are an adequate and applicable procedure to move toward a more sustainable way of building and to reduce toxic effects of construction products in their use phase in the environment. © The Author(s) 2023
<p> <p>Weniger Schadstoffe in und aus Gebäuden und anderen Bauwerken ist einer der Schwerpunkte des Null-Schadstoff-Aktionsplans der Europäischen Union. Das Projekt „Methoden und Kriterien zur Bewertung der Ökotoxizität von Produkten“ im Auftrag des UBA zeigt auf, bei welchen Bauprodukten Handlungsbedarf und Potenzial zur Schadstoffminimierung besteht und welche Testverfahren geeignet sind.</p> </p><p>Weniger Schadstoffe in und aus Gebäuden und anderen Bauwerken ist einer der Schwerpunkte des Null-Schadstoff-Aktionsplans der Europäischen Union. Das Projekt „Methoden und Kriterien zur Bewertung der Ökotoxizität von Produkten“ im Auftrag des UBA zeigt auf, bei welchen Bauprodukten Handlungsbedarf und Potenzial zur Schadstoffminimierung besteht und welche Testverfahren geeignet sind.</p><p> <p>EU-weit harmonisierte Ökotoxizitätstests sind ein geeignetes Instrument, um die Umsetzung der Null-Schadstoff-Vision der Europäischen Kommission bis 2050 zu unterstützen und Schadstoffe aus Bauprodukten auf ein Niveau zu reduzieren, das nicht mehr als schädlich für die Gesundheit und die natürlichen Ökosysteme gilt. Das bestätigen vom <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> beauftragte <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/100203">Untersuchungen</a>.</p> <p>Mit Ökotoxizitätstests kann im Labor untersucht werden, wie sich eine Mischung ausgelaugter Stoffe aus einem Bauprodukt auf Lebewesen auswirkt. Zusätzliche chemische Analysen können darüber Aufschluss geben, welche Stoffe genau negative Effekte verursachen. Durch EU-weit harmonisierte Auslaugtests lassen sich reproduzierbare und vergleichbare Proben für die Prüfung der Ökotoxizität gewinnen.</p> <p>Da Ökotoxizitätstests die Summenwirkung aller auswaschbaren Stoffe aus einem Bauprodukt zeigen, sind sie besonders für Bauprodukte mit komplexer und weitgehend unbekannter Zusammensetzung geeignet.</p> <p>In der nun veröffentlichten Studie wurden 27 verschiedene am Markt verfügbare Bauprodukte bewertet. Viele der getesteten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/eluate">Eluate</a> verursachten erhebliche ökotoxische Wirkungen. Besonders hohe Ökotoxizitäten wurden für Fugenmörtel und Korkgranulat festgestellt. Die gewonnenen Erkenntnisse kommen bei der Vergabe und Weiterentwicklung des Umweltzeichens <a href="https://www.blauer-engel.de/de">Blauer Engel</a> zur Anwendung. Zudem empfiehlt das UBA, harmonisierte Ökotoxizitätstests als einen Standardindikator in die Nachhaltigkeitsbewertung von Bauprodukten einzuführen und auch bei der <a href="https://ec.europa.eu/docsroom/documents/49315?locale=de">Novelle der EU-Verordnung für Bauprodukte</a> (EU-BauPVO) entsprechend zu berücksichtigen.</p> </p><p>Informationen für...</p>
Products used for plant protection or as biocides often contain more than one active substance together with numerous formulation additives. The environmental risk assessment for such commercial mixtures applies as default the concept of concentration addition. There is remaining regulatory concern, however, that underestimation of risks can occur if components in the mixture interact synergistically, i.e., elicit effects greater than those predicted by concentration addition. While cases of true synergism appear to be rare, the combination of substances targeting different steps in the same biosynthesis pathway was pointed out as one potential case of synergistic interaction although mechanistic explanations are lacking. The present study aimed to verify this hypothesis using the green alga Raphidocelis subcapitata as the regulatory standard test organism for which such synergism had been indicated earlier. Algal growth inhibition tests were conducted with mixtures of ergosterol biosynthesis inhibitors (tebuconazole, fenpropidin, and fenpropimorph). The fungicides were first tested individually to derive reliable data for a mixture toxicity prediction. The here determined toxicity estimates for two of the fungicides were considerably lower than the endpoints in the regulatory dossiers, which had been used for earlier mixture toxicity predictions. Experimentally observed toxicity estimates for the mixtures deviated <2.6-fold from the predicted values. Hence, the hypothesis of synergistic interaction between fungicides targeting different enzymes in the ergosterol biosynthesis was clearly not confirmed for the green alga R. subcapitata. Overall, the present study demonstrates the importance of reliable and correct input data for mixture toxicity predictions in order to avoid erroneous conclusions on non-additive (synergistic) interactions. © Springer Science+Business Media, LLC, part of Springer Nature 2018
The increasing use of chemicals in the European Union (EU) has resulted in environmental emissions and wildlifeexposures. For approving a chemical within the EU, producers need to conduct an environmental risk assessment,which typically relies on data generated under laboratory conditions without considering the ecological andlandscape context. To address this gap and add information on emerging contaminants and chemical mixtures,we analysed 30 livers of white-tailed sea eagles (Haliaeetus albicilla) from northern Germany with highresolution-mass spectrometry coupled to liquid and gas chromatography for the identification of >2400 con-taminants. We then modelled the influence of trophic position (δ15N), habitat (δ13C) and landscape on chemicalresidues and screened for persistent, bioaccumulative and toxic (PBT) properties using an in silico model tounravel mismatches between predicted PBT properties and observed exposures. Despite having generally lowPBT scores, most detected contaminants were medicinal products with oxfendazole and salicylamide being mostfrequent. Chemicals of the Stockholm Convention such as 4,4â€2-DDE and PCBs were present in all samples belowtoxicity thresholds. Among PFAS, especially PFOS showed elevated concentrations compared to other studies. Incontrast, PFCA levels were low and increased with δ15N, which indicated an increase with preying on piscivorousspecies. Among plant protection products, spiroxamine and simazine were frequently detected with increasingconcentrations in agricultural landscapes. The in silico model has proven to be reliable for predicting PBTproperties for most chemicals. However, chemical exposures in apex predators are complex and do not solely relyon intrinsic chemical properties but also on other factors such as ecology and landscape. We therefore recom-mend that ecological contexts, mixture toxicities, and chemical monitoring data should be more frequentlyconsidered in regulatory risk assessments, e.g. in a weight of evidence approach, to trigger risk managementmeasures before adverse effects in individuals or populations start to manifest. © 2021 The Authors
In Oberflächengewässern finden sich anthropogen eingetragene Stoffe verschiedenster Herkunft. Zu den klassischen Mikroverunreinigungen zählen vor allem Arzneimittelwirkstoffe sowie Chemikalienrückstände aus Industrieprozessen und -produkten aus Kläranlagenabwässern. Selten sind die Konzentrationen dieser einzelnen Stoffe so hoch, dass negative Effekte für die Umwelt zu erwarten sind. Doch Untersuchungen zeigen, dass die Wirkung der gesamten Mischung zu erkennbaren Effekten führen kann und eine Einzelstoffbewertung das Risiko unterschätzt. Ist es bei einer Stoffbewertung möglich aus den Eintrag der verschiedenen Substanzen in die Umwelt zu berechnen, so kann über das Konzept der Konzentrationsadditivität eine Risikobewertung durchgeführt werden. Studien zur Mischungstoxizität von Arzneiwirkstoffen geben oft nur Auskunft über die Wirkung von Mischungen mit zwei Wirkstoffen oder Mischungen einzelner Wirkstoffklassen was nicht der realistischen Mischung im Oberflächengewässer entspricht. Durch die zu beobachtenden Mischungseffekte ist jedoch die Protektivität der derzeitigen Risikobewertung in Frage gestellt. Im Rahmen der Überarbeitung des Humanarzneimittelleitfadens zur Umweltrisikobewertung (EMEA/CHMP/SWP/4447/00) und bei der Umsetzung des REACH Vollzuges wird diskutiert, mögliche Mischungseffekte stärker zu berücksichtigen. Hierfür sind verschiedene Methoden vorstellbar, z. B. die Einführung eines Mixture Assessment Factors, noch fehlt jedoch eine belastbare Datenbasis für die Ableitung eines solchen Faktors.Anhand von Mischungen ausgewählter Humanarzneimittel und Industriechemikalien soll überprüft werden, ob die Effekte von zu erwartenden Mischungen im Kläranlagenabwasser, eine Berücksichtigung von Kombinationseffekten in der Risikobewertung erforderlich machen und welche Konzepte für das vorgegebene Expositionsszenario geeignet sind.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 29 |
| Land | 4 |
| Wissenschaft | 7 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 12 |
| Text | 6 |
| unbekannt | 15 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 21 |
| Offen | 12 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 16 |
| Englisch | 18 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 1 |
| Dokument | 6 |
| Keine | 21 |
| Webseite | 10 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 20 |
| Lebewesen und Lebensräume | 33 |
| Luft | 16 |
| Mensch und Umwelt | 33 |
| Wasser | 23 |
| Weitere | 30 |