Der unmittelbar an der Rummelsburger Bucht in Berlin-Lichtenberg gelegene Standort hat eine mehr als 100-jährige Industriegeschichte. Zunächst als Färberei genutzt, entstand 1880 am Standort einschließlich benachbarter Grundstücke die “AG für Anilinfabrikation”, später Aceta, die ab 1920 in die IG Farben aufging. Es wurden Acetatseiden und Acetatfasern (Zellwolle) hergestellt und veredelt (gefärbt, versponnen oder verwebt). Bei der Anilinproduktion auf der Basis von Nitrobenzolen und Nitrotoluolen wurden als Vor- und Zwischenprodukte Chlorbenzol, Chlornitrobenzol, Nitrophenol, Dichlorbenzol, Chloroform und Toluol eingesetzt. Nach 1945 gab es eine Umnutzung des IG Farben-Standortes. Es entstanden ein Gummiwerk (VEB Polymant), in dem auch in größerem Umfang Mineralölkohlenwasserstoffe im Rahmen der Vulkanisation eingesetzt wurden, eine Fotochemische Fabrik und ein Produktionswerk für Elektrorelais. Das Gummiwerk und die fotochemische Fabrik wurden im Zeitraum zwischen 1990 und 1993 aufgelöst und ein Großteil der Produktionsgebäude zurückgebaut. Die Grundstücke wurden seit 1994 durch die Wasserstadt GmbH Berlin entwickelt. Durch die ab 1991 durchgeführten umfangreichen Boden- und Grundwasseruntersuchungen sind erhebliche Boden- und Grundwasserbelastungen am Standort festgestellt worden. Entsprechend der Produktionsspezifik handelt es sich um einen Schadstoffcocktail aus v.a. organischen Schadstoffen. Hauptkontaminanten im Boden und im Grundwasser sind chlororganische Verbindungen, Arsen, aromatische Kohlenwasserstoffe (AKW) sowie lokal Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) mit aufschwimmender Ölphase. Die Quellbereiche im Boden konnten auf Grundlage einer in 2004 durchgeführten vertiefenden Archivrecherche weitestgehend lokalisiert werden. Das Grundwasser ist flächenhaft durch Chlorbenzole, Chloraniline und Chlornitrobenzole in hohen Konzentrationen (lokal bis zu 10.000 µg/l) sowie in Teilbereichen durch Chlormethylaniline, Methylaniline und Nitrotoluole sowie Arsen verunreinigt. Die Hauptkontaminanten konnten bis in eine Tiefe von > 50 m unter GOK auf der Aquifersohle nachgewiesen werden. Im Rahmen von Erschließungsmaßnahmen zur Standortentwicklung wurden Sanierungsmaßnahmen mit vorheriger Tiefenenttrümmerung durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurde mit AKW, MKW und Chlororganika belasteter Boden entsorgt. Im Herbst/Winter 2003/2004 erfolgte die Sanierung eines lokalen MKW-Schadens mit aufschwimmender Ölphase. Dabei wurden 2.100 m³ mit MKW und Chlororganika belasteter Boden ausgetauscht, über 13 t Ölphase (Öl-Wasser-Gemisch) abgesaugt und rund 3.200 m³ Wasser im Rahmen der begleitenden Bauwasserhaltung gereinigt. Im Frühjahr/Sommer 2005 wurde im Vorlauf von Investitionsmaßnahmen (Ansiedlung eines Hi-Tech-Unternehmens) an zwei durch vertiefende Erkundungen lokalisierten Eintragsquellen Bodensanierungsmaßnahmen durch Rüttelsenkkasten- (Waben-) verfahren (2.600 m³) und Großlochbohrungen (600 m³) durchgeführt. Im Zusammenhang mit der Sanierungsmaßnahme wurden insgesamt ca. 5.400 t mit Chlorbenzolen, Chloranilinen und Chlornitrobenzolen belasteter Boden ausgetauscht sowie begleitend insgesamt ca. 7.000 m³ Grundwasser gereinigt. Weitere lokale Bodensanierungen sowie Tiefenenttrümmerungen im Zusammenhang mit der Grundstücksentwicklung erfolgten 2008 bis 2010. Im Rahmen der Bodensanierung und Tiefenenttrümmerung wurden ca. 9,2 t der chlor- und nitroorganischen Schadstoffe und ca. 91 t MKW inkl. Phase aus dem Boden entfernt. Den Bodensanierungen nachfolgend wird seit 2010 auf einem Teilbereich des Grundstückskomplexes eine Grundwasserreinigungsanlage (GWRA) betrieben. Im ersten Halbjahr 2023 wurde die Gefahrenabwehrmaßnahme um das Nachbargrundstück erweitert. Die Bestandsanlage wurde an die zukünftige Aufgabenstellung angepasst. In der aktuellen Ausbaustufe besteht das System aus insgesamt 10 Vertikalbrunnen. Entnommene Grundwässer werden über die modifizierte GWRA behandelt und anschließend in den Rummelsburger See abgeleitet. Ein Teilstrom des Reinwassers wurde bis April 2024 dem Aquifer über vertikale Infiltrationsbrunnen wieder zugeführt. Seit Inbetriebnahme der GWRA wurden am Standort insgesamt ca. 3.007.200 m³ Grundwasser gefördert und abgereinigt. Die mittlere Förderrate liegt bei ca. 32 m³/h. Der kumulierte Schadstoffaustrag am Standort beläuft sich auf ca. 6.420 kg organische Schadstoffe und ca. 940 kg Arsen. Der Sanierungsbetrieb wird durch ein engmaschiges Monitoring überwacht und über Modellrechnungen fortlaufend optimiert. Für die Erkundungs-, Planungs- und Sanierungsmaßnahmen einschließlich Grundwassermonitoring entstanden bisher Kosten in Höhe von rund 13,6 Mio. €. Auf dem Grundstückskomplex haben sich diverse Unternehmen angesiedelt – von der Boulderhalle über zwei mittelständige Betriebe des verarbeitenden Gewerbes bis hin zu einer kleineren Werft erfreut sich das Grundstück einer regen Nachnutzung.
Im Wasserwerk Durlacher Wald der Stadtwerke Karlsruhe wurde eine Regenwassernutzungsanlage installiert, die aus handelsueblichen Komponenten besteht. Diese Anlage bietet die Moeglichkeit, die Qualitaet des von den angeschlossenen Dachflaechen abfliessenden Regenwassers in den ersten 50 Litern und im Dachwasser eines Regenereignisses sowie in der Zisterne zu untersuchen. Das Wasser wurde sowohl auf die Parameter nach Trinkwasserverordnung als auch auf Phthalate, Trichloressigsaeure, Nitrobenzole sowie pathogene Mikroorganismen untersucht.
8 - Chemische Erzeugnisse 81 Chemische Grundstoffe (ausgenommen Aluminiumoxid und - hydroxid) Güter- nummer Güterart Ein- leitung in das Gewässer Abgabe an Annahmestellen zur Kanalisation Abgabe an Annahmestellen zur Sonderbehandlung Bemerkungen 811 Schwefelsäure 8110 Schwefelsäure (Oleum), Abfallschwefelsäure X X S 812 Ätznatron 8120 Ätznatron (Natriumhydroxid, fest), Ätznatronlauge (Natriumhydroxid) in Lösung, Natronlauge, Sodalauge A 813 Natriumcarbonat 8130 Natriumcarbonat (kohlensaures Natrium), Natron, Soda A 814 Calciumcarbid 8140 Calciumcarbid (Vorsicht: Bei Kontakt mit Wasser Explosionsgefahr!) X X S 819 Sonstige chemische Grundstoffe (ausgenommen Aluminiumoxid und -hydroxid) 8191 Acrylnitril, Alaune, Aluminiumfluorid, Äthylenoxid, verflüssigt, Bariumcarbonat, Bariumchlorid (Chlorbarium), Bariumnitrat, Bariumnitrit, Bariumsulfat, Bariumsulfid, Benzolkohlenwasserstoffderivate ( z. B. Äthylbenzol), Bleiglätte, Bleioxid, Bleiweiß (Bleicarbonat), Calciumhypochlorit (Chlorkalk), Caprolactam, Chlor, verflüssigt (Chlorlauge), Chlorbenzol, Chloressigsäure, Chlorkohlenwasserstoffe, nicht spezifiziert, Chlormethylglykol, Chloroform (Trichlormethan), Chlorothene, Chlorparaffin, Chromalaun, Chromlauge, Chromsulfat, Cumol, Cyanide (Cyansalz), Dimethyläther (Methyläther), Dichloräthylen, EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure), ETBE (Ethyl-tertButylether), Flusssäure, Glykole, nicht spezifiziert, Hexachloräthan, Hexamethylendiamin, Kaliumchlorat, Kaliumhypochloritlauge (Kalibleichlauge), Kaliumsilikat (Wasserglas), Kalkstickstoff (Calciumcyanamid), Kohlensäure, verdichtet, verflüssigt, Kresol, Mangansulfat, Melamin, Methylchlorid (Chlormethyl), Methylenchlorid, Monochlorbenzol, MTBE (Methyl-tertButylether), Natriumchlorat, Natriumfluorid, Natriumnitrit (salpetrigsaures Natrium), Natriumnitritlauge, Natriumsilikat (Wasserglas), Natriumsulfid (Schwefelnatrium), Natriumsulfit (schwefligsaures Natrium), Natronbleichlauge, NTA (Nitrilotriessigsäure), Perchloräthylen, Phenol, Phosphorsäure, Phtalsäureanhydrid, Retortenkohle, Ruß, Salpetersäure, -abfallsäure, Salzsäure, -abfallsäure, Schwefel, gereinigt, Schwefeldioxid, schwefelige Säure, Schwefelkohlenstoff, Styrol, Surfynol ( TMDD = 2,4,7,9-Tetramethyldec-5-in-4,7-diol), Tallöl, Tallölerzeugnisse, Terpentinöl, Tetrachlorbenzol, Tetrachlorkohlenstoff, Trichloräthylen, Trichlorbenzol, Triphenylphosphin, Vinylchlorid, Waschrohstoffe, Zinkoxid, Zinksulfat X X S 8192 Aceton, Adipinsäure, Alkohol, rein (Weingeist), Aluminiumacetat (essigsaure Tonerde), Aluminiumformiat (ameisensaure Tonerde), Aluminiumsulfat (schwefelsaure Tonerde), Ameisensäure, Ammoniakgas (Salmiakgeist), Ammoniumchlorid (Salmiak), Ammonsalpeter (Ammoniumnitrat, salpetersaures Ammoniak), Ammoniumphosphat, Ammoniumphosphatlösung, Äthylacetat, Ätzkali (Kaliumhydroxid, Kalilauge), Branntwein (Spiritus), vergällt, Butanol, Butylacetat, Calciumchlorid (Chlorcalcium), Calciumformiat (ameisensaurer Kalk), Calciumnitrat (Kalksalpeter), Calciumphosphat, Calciumsulfat (Anhydrit, synthetisch), Citronensäure, Eisenoxid, Eisensulfat, Essigsäure, Essigsäureanhydrid, Fettalkohole, Glykole (Äthylenglykol, Butylenglykol, Propylenglykol), Glyzerin, Glyzerinlaugen, Glyzerinwasser, Harnstoff, künstlich (Carbamid), Holzessig, Isopropylalkohol (Isopropanol), Kaliumcarbonat (Pottasche), Kaliumnitrat, Kaliumsulfatlauge, Magnesiumcarbonat, Magnesiumsulfat (Bittersalz), Methanol (Holzgeist, Methylalkohol), Methylacetat, Natriumacetat, (essigsaures Natrium), Natriumbicarbonat (doppelkohlensaures Natrium), Natriumbisulfat (doppelschwefelsaures Natrium), Natriumformiat, Natriumnitrat (Natronsalpeter), Natriumphosphat, Propylacetat, Titandioxid (z. B. künstliches Rutil) X A 8193 Graphit, Graphitwaren, Silicium, Siliciumcarbid (Carborundum) A 8199 Sonstige chemische Grundstoffe und Gemische, nicht spezifiziert X X S 82 Aluminiumoxid und -hydroxid Güter- nummer Güterart Ein- leitung in das Gewässer Abgabe an Annahmestellen zur Kanalisation Abgabe an Annahmestellen zur Sonderbehandlung Bemerkungen 820 Aluminiumoxid und -hydroxid 8201 Aluminiumoxid A 8202 Aluminiumhydroxid (Tonerdehydrat) A 83 Benzol, Teere u. ä. Destillationserzeugnisse Güter- nummer Güterart Ein- leitung in das Gewässer Abgabe an Annahmestellen zur Kanalisation Abgabe an Annahmestellen zur Sonderbehandlung Bemerkungen 831 Benzol 8310 Benzol X X S 839 Peche, Teere, Teeröle u. ä. Destillationserzeugnisse 8391 Nitrobenzol, Benzolerzeugnisse, nicht spezifiziert X X S 8392 Öle und andere Erzeugnisse von Steinkohlenteer, z. B. Anthracen, Anthracenschlamm, Decalin, Naphthalin, raffiniert, Tetralin, Xylenol, Solventnaphtha, Toluol, Xylol (Ortho-, Meta- und Paraxylol und Mischungen davon) X X S 8393 Pech und Teerpech aus Steinkohlen- und anderen Mineralteeren, z. B. Braunkohlenteerpech, Holzteerpech, Mineralteerpech, Petroleumpech, Steinkohlenteerpech, Teerpech, Torfpech, Torfteerpech, Kreosot X X S 8394 Pech- und Teerkoks aus Steinkohlen- und anderen Mineralteeren, z. B. Braunkohlenteerkoks, Steinkohlenpechkoks, Steinkohlenteerkoks, Teerkoks X X S 8395 Gasreinigungsmasse X X S 8396 Steinkohlen-, Braunkohlen- und Torfteer, Holzteer, Holzteeröl, z. B. Imprägnieröl, Karbolineum, Kreosotöl, Mineralteer, Naphthalin, roh X X S 8399 Sonstige Destillationserzeugnisse, z. B. Rückstände von Braunkohlen- und Steinkohlenteerschweröl X X S 84 Zellstoff und Altpapier Güter- nummer Güterart Ein- leitung in das Gewässer Abgabe an Annahmestellen zur Kanalisation Abgabe an Annahmestellen zur Sonderbehandlung Bemerkungen 841 Holzschliff und Zellstoff 8410 Holzstoff (Holzschliff), Holzzellulose, Zellulose, -abfälle X A 842 Altpapier und Papierabfälle 8420 Altpapier, Altpappe X A 89 Sonstige chemische Erzeugnisse ( einschl. Stärke) Güter- nummer Güterart Ein- leitung in das Gewässer Abgabe an Annahmestellen zur Kanalisation Abgabe an Annahmestellen zur Sonderbehandlung Bemerkungen 891 Kunststoffe 8910 Kunstharze, Kunstharzleim, Mischpolimerisat aus Acrylnitril, aus Butadien, aus Styrol, Polyester, Polyvinylacetat, Polyvinylchlorid X X S 8911 Kunststoffabfälle, Kunststoffrohstoffe, nicht spezifiziert X X S 892 Farbstoffe, Farben und Gerbstoffe 8921 Farbstoffe, Farben, Lacke, z. B. Eisenoxid zur Herstellung von Farben, Emailmasse, Erdfarben, zubereitet, Lithopone, Mennige, Zinkoxid X X S 8922 Kitte X X S 8923 Gerbstoffe, Gerbstoffauszüge, Gerbstoffextrakte X X S 893 Pharmazeutische Erzeugnisse, ätherische Öle, Reinigungs- und Körperpflegemittel 8930 Apothekerwaren (Arzneimittel), pharmazeutische Erzeugnisse X X S 8931 Kosmetische Erzeugnisse, Reinigungsmittel, Seife, Waschmittel, Waschpulver X A 894 Munition und Sprengstoffe 8940 Munition und Sprengstoffe X X S 896 Sonstige chemische Erzeugnisse 8961 Abfälle von Chemiefäden, -fasern, -garnen, von Kunststoffen, auch geschäumt, auch thermoplastisch, nicht spezifiziert, Abfallmischsäuren aus Schwefel- und Salpetersäure, Elektrodenkohlenabfälle, -reste, Kohlenstoffstampfmasse X X S 8962 Abfälle und Rückstände der chemischen Industrie, der Glasindustrie, eisenoxidhaltig, Sulfitablauge X X S 8963 Sonstige chemische Grundstoffe, Härtemittel für Eisen, für Stahl, Entkalkungsmittel für die Lederbereitung, Härtergemische für Kunststoffe, Kabelwachs, Leime, Lösungsmittel, Pflanzenschutzmittel, nicht spezifiziert, radioaktive Stoffe, nicht spezifiziert, Weichmachergemische für Kunststoffe X X S 8969 Chemikalien, chemische Erzeugnisse, nicht spezifiziert X X S Stand: 01. Januar 2018
Am 13. November 2005 wurde in der Stadt Jilin durch eine Serie von Explosionen im Chemiewerk der Jilin Petroleum and Chemical Company der Songhua-Fluss mit Benzol und Nitrobenzol stark verseucht. Nach offiziellen Angaben wurden etwa 100 Tonnen Benzol in den Fluss ausgestoßen und ein 80 Kilometer langer Giftteppich entstand auf dem Fluss.
Mit den Basisdaten Toxikologie (Eikmarin et al., 1999) wurde eine einheitliche Grundlage fuer die humantoxikologische Bewertung boden- und altlastenrelevante Stoffe geschaffen. Die Pruefwerte der BBodSchV basieren auf diesen Bewertungsmassstaeben. Inzwischen liegen derartige Bewertungsmassstaebe ('TRD-Werte') fuer ca. 125 boden- und altlastenrelevante Stoffe vor. Mit wenigen Ausnahmen (von Stoffen, die in anderem Rahmen aktualisiert wurden, wie z.B. Nitrobenzol im Zusammenhang mit der Bewertung von ruestungsrelevanten Stoffen) liegt das Ende der Datenerfassung fuer diese Stoffe 3-5 Jahre zurueck. In einem erster Schritt einer Ueberpruefung der toxikologischen Bewertungsgrundlagen zeigte sich ein relevanter Aktualisierungsbedarf fuer Acrylnitril, Aldrin/Dieldrin, Antimon, Beryllium, Cyanide, DDT, Fluoride, Nickel, Pentachlorphenol, Phthalate, Polychlorierte Biphenyle, Tetrachlorethen, Toluol, Vanadium, Vinylchlorid (fettgedruckt Stoffe der BBodSchV). Mit diesem Vorhaben sollen relevante Stoffe bezueglich ihrer humantoxikologischen Basis aktualisiert und die Auswirkung dieser Aktualisierung auf die in der BBodSchV genannten Pruefwerte bzw. auf die entsprechend Paragraph 4 Abs. 5 als orientierende Hinweise vorgeschlagenen Pruefwerte analysiert werden. Dabei ist der fuer die Pruefwerte moegliche Aenderungsbedarf herauszuarbeiten.
Obwohl aromatische Nitro- und Aminoverbindungen in der Regel nur Zwischenprodukte der chemischen Industrie darstellen, scheint der Mensch in größerem Umfang als bisher angenommen mit diesen Stoffen in Berührung zu kommen. Aufgrund der mutagenen Eigenschaften einiger dieser Stoffe ist dies auch von großer umweltmedizinischer Bedeutung. Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens wurden verschiedene Bevölkerungsgruppen auf ihre innere Belastung durch Amino- bzw. Nitroaromaten und deren Metaboliten untersucht. Neben Probanden aus städtischen (N=100) und ländlichen (N=101) Gebieten stellten sich Bewohner zweier Rüstungsaltlastenstandorte (N=63) und Personen, die beruflichen Umgang mit sprengstofftypischen Nitroaromaten hatten (N=82), zur Verfügung. Bei den Untersuchungsparametern handelt es sich um Anilin, Nitrobenzol, Toluidine, Nitrotoluole, Dinitrotoluole, Trinitrotoluol, 3,5-Dichloranilin und Xylol-Moschus. Die renale Ausscheidung der Stoffwechselprodukte dieser Verbindungen wird über ein Biologisches Monitoring erfasst, während sog. Hämoglobin-Addukte mittels biochemischem Effekt-Monitoring bestimmt werden. Hierzu waren neue, quantitativ analytische Verfahren zu entwickeln. Die Ergebnisse des Biologischen Monitorings (renale Ausscheidung) werden diskutiert.
Das Projekt befasst sich mit dem Sorptionsverhalten ausgewaehlter organischer Chemikalien (Nitrobenzol, Atrazin, 2,4-D und PCP) in Boeden anthropogener Substrate (zB Bauschutt, Hausmuell, Klaerschlamm, Flugasche, und Kipplehm). Das Ziel der Arbeit besteht darin, die besonderen Sorptionseigenschaften anthropogener Stadtboeden zu untersuchen und moegliche Zusammenhaenge zwischen dem Sorptionsvermoegen des Bodens und Bodencharakteristika zu erklaeren. Die damit erworbenen Kenntnisse koennten dazu dienen, das Sorptionsvermoegen des Bodens anhand einfacher Bodenparamenter abzuschaetzen. Wir konnten bereits feststellen, dass der inerte organische Kohlenstoff, auch Black Carbon genannt, bei der Sorption eine besondere Rolle spielt. Flugasche weist zB aufgrund ihres hohen Gehaltes an Black Carbon und ihrer extrem grossen spezifischen Oberflaeche eine sehr hohe Affinitaet gegenueber hydrophoben Organika auf. Fuer Boeden aus Bauschutt, Hausmuell, Klaerschlamm und Kipplehm konnte enge Korrelationen (rhoch2= 0,7-0,9) zwischen lg(Ktieff) und lg(C org.) bei der Sorption von Nitrobenzol und im bestimmten pH-Bereich auch fuer Atrazin, 2,4-D und Pentachlorphenol festgestellt werden.
In gut kontrollierbaren Aquarienanlagen werden Wasserpflanzen steigenden Konzentrationen organischer Chemikalien mit zum Teil geringer Wasserloeslichkeit ausgesetzt. Es kommen anfaenglich Substanzen zum Einsatz, die photometrisch nachzuweisen sind, wie: Pentachlorphenol, P-Chloranilin, Benzidin, P-Nitrophenol, Nitrobenzol. Eine Quantifizierung der Schadwirkung erfolgt ueber die Bestimmung der Photosyntheseratung, Atmung, Leistung des n-Stoffwechsels und Abnahme der Chemikalie im Aquarienwasser. Da nur Gammariden und Aselliden als quantitativ bedeutsame Konsumenten unzersetzter Wasserpflanzen in Frage kommen, wird die Wirkung der Chemikalien auf solche einfachen Nahrungsketten untersucht. Wasserlinsenarten werden in geschlossenem Kammersystem gasfoermigen Substanzen ausgesetzt. An natuerlichen, aber belasteten Biotopen erfolgt eine Anwendbarkeitsueberpruefung der Labortests.
2011 wurde eine ganzheitliche Ökobilanz-Analyse einer zehn Synthesestufen umfassenden Herstellung eines pharmazeutischen Wirkstoffes des Herstellers Sanofi in Frankreich, in diesem Falle eines Krebstherapeutikums, veröffentlicht. Auch hier stand bei den im Rahmen des EU-Projektes POLYCAT durchgeführten Arbeiten zur Prozessoptimierung der Transfer des bestehenden Produktionsprozesses vom Rührkessel in einen mikroverfahrenstechnischen Prozess im Mittelpunkt. Durch eine Bündelung von Maßnahmen, die deutlich über den Verfahrenswechsel hinausgingen, ergaben sich unter anderem Einsparmöglichkeiten von bis zu 765 kg Kohlendioxid-Äquivalenten je kg produziertem Wirkstoff (relevant in Hinblick auf den Klimawandel) und bis zu 65 kg Eisen-Äquivalenten/kg Wirkstoff (relevant in Hinblick auf den Verbrauch endlicher metallischer Ressourcen). Begleitende Kostenkalkulationen ergaben zudem Reduktionsmöglichkeiten der Herstellungskosten von bis zu 33 %.Im ersten Schritt ist die Bereitstellung der Ressourcen, Chemikalien und der Energie dargestellt. Zur Bereitstellung der Chemikalien werden unabhängig von der Prozessführung die gleichen Ausgangsstoffe benötigt. Hierbei wird n-Butyllithium in n-Hexan bereitgestellt. Die Gewinnung von m-Bromanisol erfolgt üblicherweise in einem vierstufigen Prozess, ausgehend von Nitrobenzol. Darüber hinaus ist der Bereitstellung von N,N-Dimethylformamid, Tetrahydrofuran, (flüssigem) Stickstoff und 3-molarer Salzsäure. Anschließend folgt der Hauptprozess, der sich aus den zwei Synthesestufen zur Reaktion von m-Bromanisol über m-Lithiumanisol zu m-Anisaldehyd und der Aufarbeitung des Reaktionsproduktes zusammensetzt. Inbegriffen sind die Lebensdauer der jeweiligen Produktionsanlage (400 l-Rührkessel bzw. Cytos Pilot System sowie der Infrastruktur einer Produktion in der chemischen Industrie) und die Reinigung der Reaktoren vor und nach der Produktion. Im Falle des kontinuierlichen Prozesses befindet sich abwechselnd je ein Reaktor-Doppelmodul in der Spülphase (Einsatz von Tetrahydrofuran als Reinigungsmittel). Abweichend hierzu wird der Rührkessel bei diskontinuierlicher Reaktionsführung nach jedem Ansatz in der Spülphase mit einer Mischung aus Tetrahydrofuran und Aceton gereinigt. Beim eigentlichen Syntheseprozess ist zwischen einer Synthese im 400-l-Rührkesselreaktor und im Cytos Pilot System zu unterscheiden. Die Gesamtausbeute an Produkt nach der Aufreinigung liegt hierbei für beide Prozessalternativen gleich hoch. Das Cytos Pilot System setzt sich jedoch aus elf Mikroreaktor-Modulen zusammen, wobei ein Modul aus je zwei Mikroreaktoren zur Durchführung der zweistufigen Synthese besteht. Angenommen wurde, dass die zum Einsatz kommenden Mikroreaktoren aufgrund der aggressiven Medien eine Lebensdauer von durchschnittlich einem Jahr zeigen, während ein Rührkessel in der chemischen Industrie üblicherweise eine Lebensdauer von ca. 30 Jahren aufweist.
Mittels eines neu entwickelten Labortropfkoerpers (vgl. Baumann et.al., Z. Wasser-Abwasser Forsch. 23, 129-132, 1990) kann der biologische Abbau von Produkten und Stoffen untersucht werden. Die Methode erlaubt aufgrund von DOC-Analysen im Eluat einerseits und von der CO2-Analyse im Austrittsgas andererseits echten biologischen Abbau von einer Elimination zu differenzieren. Im vorliegenden Projekt werden Metaboliten aus dem biologischen Abbau von LAS (lineares Alkybenzolsulfonat) und m-Nitrobenzolsulfonat angereichert und chemisch-analytisch identifiziert. Damit kann der Summenparameter TOC resp. DOC aufgeschluesselt werden. Die Metaboliten koennen auf ihre Umweltgefaehrdung hin eingestuft werden (vgl. dazu Baumann U., Z. Wasser-Abwasser-Forsch. 24, 237-241 (1991)).
| Origin | Count |
|---|---|
| Bund | 24 |
| Land | 32 |
| Type | Count |
|---|---|
| Chemische Verbindung | 11 |
| Daten und Messstellen | 27 |
| Ereignis | 1 |
| Förderprogramm | 6 |
| Gesetzestext | 7 |
| Text | 7 |
| License | Count |
|---|---|
| geschlossen | 19 |
| offen | 8 |
| unbekannt | 25 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 52 |
| Englisch | 25 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Datei | 7 |
| Dokument | 6 |
| Keine | 42 |
| Webseite | 3 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 40 |
| Lebewesen und Lebensräume | 44 |
| Luft | 40 |
| Mensch und Umwelt | 52 |
| Wasser | 39 |
| Weitere | 44 |