Die Kunststoffindustrie trägt etwa 23% zu den Gesamtverkaufszahlen der Chemischen Industrie in Europa bei, ist jedoch traditionell auf petrochemische Erzeugnisse für ihre Rohstoffe, Zusätze und Reaktionsmedien angewiesen. Im REFINE Projekt sollen nachhaltige Strategien zur Entwicklung von funktionellen Materialien für verschiedenste Polymer/Plastik-Anwendungen entwickelt werden. Im Netzwerk REFINE werden ausnahmslos grüne Rohmaterialien mit grünen Synthesewegen (Biotechnologie) und grünen Prozessen kombiniert. Vervollständigt wird dieser Ansatz durch kritische 'life cycle' Analysen und Endverbraucher Benchmarking, wobei gezielte relevante Anwendungen im industriellen Bereichen mit Polymeren für Coatings sowie mit Körperpflegeprodukten durchgeführt werden. Am Projekt beteiligt sind führende Experten aus den Polymer-, Materialwissenschafts- und Biotechnologiebereichen aus 6 akademischen Forschungseinrichtungen, 2 multinationalen Industrie End-Usern mit verschiedenen Anwendungsgebieten (Performance Polymere und Körperpflegeprodukten) und 1 SME. REFINE wird eine neue Generation von Materialforschern ausbilden, die sich der Auswirkung ihrer Arbeiten auf die Umwelt bewusst sind und die die dabei entwickelten Tools in ihren zukünftigen Arbeitsbereichen anwenden werden (nachhaltige Materialwissenschaftler). Diese einzigartige Kombination aus Wissenschaft, Industrieanwendungen und individuellem Training sowohl in lokalen Bereichen als auch im Netzwerk wird sich positiv auf die Arbeitsplatzsituation in der Bioplastik-Industrie auswirken. Vorhersagen zufolge wird es bis 2020 eine Zunahme von größer als 25% an verfügbaren Arbeitsplätzen in diesem Bereich geben. Die im REFINE Projekt entwickelte grüne Technologie kann direkt in die Industrie integriert werden, was wiederum zu einer grüneren und nachhaltigeren Gesellschaft führen wird.
Ziel des LigniPro Projektes ist es, die Effizienz und Profitabilität gegenwärtiger und zukünftiger Bioraffinerien (z.B. Zellstofffabriken, Bioethanol-Anlagen) zu verbessern. Zu diesem Zweck sollen die verschiedenen Lignin-Nebenproduktströme zu hochwertigen Produkten veredelt werden. Die Substitution petrochemischer Produkte durch die Lignin basierten Produkte soll zusätzlich zu nachhaltigeren Produkten und Produktionszyklen beitragen. Als Rohstoff sollen neben konventionellem Kraft-Lignin vor allem schwefelfreie Lignine aus Organosolv- und Dampfdruck-Aufschlüssen dienen. Die Lignine werden durch eine Vielzahl von Modifikationen und Derivatisierungen gezielt in ihren Eigenschaften verändert. Dabei wird auch der Abbau der Lignine durch Pyrolyse und BCD-Prozesse untersucht. Die modifizierten Lignine werden auf ihren Einsatz als Dispergiermittel, Harz, Klebstoff und als thermoplastisches Material untersucht. Dabei wird für die Endprodukte der Einsatz in Beschichtungen, Holzwerkstoffen, Kompositen und Konstruktionsmaterialien getestet. Im Bereich der Verbundwerkstoffe sollen Lignine und Ligninderivate sowohl in Mischung mit synthetischen als auch mit biobasierten Fasern und Polymeren eingesetzt werden. Die Arbeiten werden durch umfassende chemische und physikalische Untersuchungen aller Produkte begleitet. Für erfolgversprechende Produkte werden im Konsortium zudem LCA-Analysen durchgeführt.