Der Anbau von Heil-, Duft- und Gewuerzpflanzen hat in Thueringen grosse historische, landeskulturelle und wirtschaftliche Bedeutung. Da es sich aber bundesweit gesehen um Kulturen von geringem Anbauumfang handelt, sind nur wenige Pflanzenschutzmittel zur Bekaempfung von Schaderregern zugelassen. Dies hat zu einer Vielzahl von Bekaempfungsluecken gefuehrt, da auch alternative Verfahren des Pflanzenschutzes nicht zur Verfuegung stehen. Mittel- und langfristig wird der thueringische und deutsche Anbau dieser Pflanzen nur existenzfaehig sein, wenn wirksame und praxisreife Bekaempfungsverfahren gegen die Hauptschaderreger entwickelt werden. Hierzu wurden und werden Versuche in verschiedenen Kulturen durchgefuehrt.
Ausgangslage / Zielstellung / Methodik des Vorhabens: Die aktuellen Entwürfe zur Novellierung der EG-Richtlinien zu Pflanzenschutzmitteln und Bioziden sehen die rechtlich verbindliche Festschreibung der Biodiversität als eigenständiges Schutzgut vor. Dadurch ergibt sich die Notwendigkeit der kritischen Prüfung, ob mit den bisherigen Verfahren der Risikoregulierung ein ausreichender Schutz aller Bestandteile der Biodiversität gewährleistet ist. Vor diesem Hintergrund soll der Wissensstand zur Berücksichtigung der Biodiversität in der Risikobewertung und im Risikomanagement von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden (Pestizide) zusammengetragen, vorhandene Defizite identifiziert und fachliche Grundlagen für erforderliche Anpassungen der Risikobewertungs- und Managementpraxis (z.B. bei Bewertungs- und Entscheidungskriterien, Datenanforderungen und Managementmaßnahmen) erarbeitet werden. Hinsichtlich des Risikomanagements sind neben zulassungsbezogenen auch zulassungsübergreifende, im Rahmen integrativer Strategien umsetzbare Maßnahmen zu entwickeln. In einem pflanzenschutz-bezogenen Teil soll für potentiell exponierte Lebensraumtypen bzw. ausgewählte Organismengruppen eine differenzierte Schutzgut- und Schutzzielbeschreibung erfolgen, um (a) die Treffsicherheit der bisherigen Risikobewertung zu überprüfen und (b) die Entwicklung geeigneter Bewertungskriterien zur Biodiversität fortzuschreiben. Möglichkeiten und Grenzen der Übertragbarkeit dieser Herangehensweise auf Biozide sollen geprüft werden.
Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) muss sicherstellen, dass der Naturhaushalt nicht beeinträchtigt wird und PSM nicht über Grund- und Oberflächenwässer ins Rohwasser für die Trinkwasserversorgung gelangen. Aus Sicht des Gewässerschutzes dürfen Grund- und Oberflächenwässer dabei nicht getrennt voneinander betrachtet werden. In der im Dezember 2006 abgeschlossenen Studie W1/02/05 wurde die aktuelle Belastungssituation der Gewässer aus Sicht der Wasserversorgung dargestellt. Datengrundlagen dazu war eine Auswertung der Literatur, der behördlichen Überwachungsprogramme und von Datenbanken verschiedener Wasserwirtschaftsverbände sowie eine Umfrage unter allen DVGW-Wasserversorgungsunternehmen (WVU). Neben einer Darstellung der Eintragspfade von PSM in Gewässer wurden für die häufigsten genannten zugelassenen Wirkstoffe die Anwendungsbereiche, Aufwandmengen und chemisch-physikalischen Stoffeigenschaften zusammengestellt. Die Schwierigkeiten bei der Beurteilung der Belastungssituation sowie Kenntnisdefizite und künftiger Forschungsbedarf wurden aufgezeigt. Die Studie enthält auch eine kritische Bewertung des aktuellen Zulassungsverfahrens für Pflanzenschutzmittel unter den Aspekten des Gewässerschutzes. Auf der Grundlage des neu erarbeiteten, aktuellen Kenntnisstandes zur Befundsituation und zu möglichen Eintragspfaden von PSM in Gewässer konnten Empfehlungen zur gewässerschutzorientierten Modifikation des Zulassungsverfahrens erarbeitet werden, die nun in den entsprechenden DVGW-Gremien beraten werden und auf nationaler und europäischer Ebenen verwendet werden können.
Pruefung aller Pflanzenschutzmittel und ihrer Wirkstoffe sowie Zusammenstellung und Auswertung von Pruefungsergebnissen. Erstellen und Ueberarbeiten von Pruefungsrichtlinien, erarbeiten geeigneter Bewertungskriterien. Harmonisierung der Bewertungen innerhalb der Mitgliedstaaten der EU.
Neue Erkenntnisse der Bodenbiologie sowie geaenderte Anforderungen der Pflanzenschutzmittelzulassung machen eine Optimierung bestehender und Adaptierung neuer Untersuchungsmethoden erforderlich.
Nachzulassungsuntersuchungen (passives Monitoring) zu Pflanzenschutzmittelaustraegen aus Kleineinzugsgebieten in Gewaesser I./II. Ordnung und Erfassung der Umweltverfuegbarkeit im anschliessenden Gewaesser III. Ordnung im Bereich des Teileinzugsgebietes Quillow, im Einzugsgebiet der Ucker sowie Ermittlung der Auswirkungen dieser Pflanzenschutzmittel auf natuerliche Algenzoenosen. Die Arbeiten werden in Kooperation mit dem ZALF Muencheberg durchgefuehrt.
Die Pruefung der Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf den Naturhaushalt ist Bestandteil des Zulassungsverfahrens. In der Agrarlandschaft ist jedoch seit vielen Jahren ein Artenrueckgang feststellbar und der Anspruch auf einen integralen Schutz der Oekosysteme wird durch die gegenwaertige Pruefung an Laborpopulationen nicht ausreichend erfuellt. Es ist Aufgabe dieses Gutachtens festzustellen, ob die Stabilitaet von Populationen, Lebensgemeinschaften oder Oekosystemen als Bewertungskriterium fuer Pflanzenschutzmittelauswirkungen herangezogen werden kann. Eine wesentliche Rolle fuer die Festlegung eines Beurteilungsstandpunktes spielen Hypothesen von Gleichgewichten in der Natur und von selbstregulativen Faehigkeiten von Oekosystemen, nach einer Stoerung in den urspruenglichen Zustand zurueckzukehren, d.h. sich zu erholen. Die Artenvielfalt ist dabei wichtiges Element der Gleichgewichtshypothesen und ihr Erhalt ist ein Kriterium fuer die Beurteilung von Auswirkungen der Pflanzenschutzmittel auf den Naturhaushalt. In praktischer Hinsicht liefert der Naturschutz Daten ueber gefaehrdete Arten der Agrarlandschaft und Hinweise auf das Verschwinden von Biotoptypen. Dies kann eine Orientierung geben, welche Massnahmen in der Pflanzenschutzmittelzulassung und -anwendung zum Schutz der Artenvielfalt zu treffen sind.
In einer Studie werden die gesetzlichen Grundlagen (zum Schutz des Naturhaushaltes) dargestellt und die Konsequenzen fuer die Pruefung und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln (Szenarien und Defizite) aufgezeigt. Des weiteren werden Beschaffenheit und Funktionen von Saumstrukturen in der Bundesrepublik Deutschland analysiert.
'The aim of the projekt is to develop decision support systems (DSS) for the admission of pesticides at different scales, ie local, regional, national and European scale. On the basis of (expected) use, basis pesticide parameters and geographic information (on soils, climate, ect ) predictions will be made on environmental cocentrations (exposure) and their expected effects on ecosystems and public health (hazard and risk assessment). The DSS can be used at different political levels (local, national and international) to decide on the admissability of pesticides'. Additionally the system shoeld be able to indentify vulnerable regions with respect to groundwater contamination, permeable soils and areas at high ecological risk. The output are thematic maps concerning the environmental distribution of risk factors and health outcomes. Apart from the political scales geo-regions as well as agricultural regions have to be considered. The linkage between the different scales has to be such that the information of a scale can be integrated in the next larger scale. For each of the scales data have to be collected, and different mathematical models have to be developed and/or calibrated and/or validated. Geopraphical information systems (GIG, basis. Arc-INFO) are used to manage databases and to develop spatial models as well an to produce the thematic maps.
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| Bund | 28 |
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| Wissenschaft | 3 |
| Type | Count |
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| Förderprogramm | 28 |
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