Apple Replant Disease (ARD) gilt weltweit als eine wichtige bodenbürtige Krankheit mit negativen Auswirkungen auf Ertrag und Wachstum in der Apfelproduktion. Sie tritt vor allem dann auf, wenn Apfelbäume (Malus domestica Borkh.) wiederholt am gleichen Standort angepflanzt werden. Die ursächlichen Faktoren sind bis heute nicht vollständig geklärt, Veränderungen in der Mikrobiellen- und Nematoden-Gemeinschaft als Reaktion auf Apfelbäume scheinen aber eine große Rolle zu spielen. Innerhalb des Bodenökosystems kommt es darüber hinaus zu komplexen Wechselwirkungen zwischen Bodeneigenschaften, faunistischen Vektoren und trophischen Kaskaden, einschließlich genotypspezifischer Effekte auf den pflanzlichen Sekundärstoffwechsel. Eigene Ergebnisse zeigen negative Auswirkungen von ARD auf die Biodiversität der Bodenmesofauna sowie eine negative Verhaltensreaktion von Collembola. Ziel des vorliegenden Projektes ist es, die grundsätzlichen Mechanismen der Meidereaktion von Collembolen gegenüber ARD Böden im Detail zu untersuchen. Unsere Hauptinteressen liegen bei der Charakterisierung der Verhaltensmechanismen, der Identifizierung der ARD-bezogenen Signalstoffen, die das Verhalten der Collembolen auslösen und bei der Analyse der Signalinteraktion (multisensorische Orientierung). Höchstwahrscheinlich sind flüchtige organische Verbindungen (VOCs) für die Verhaltensreaktionen verantwortlich, aber auch andere sekundäre Metaboliten, z.B. Fraß- oder Kontaktreize, können derzeit nicht vollständig ausgeschlossen werden. Daher werden ARD verursachende Organismen (d.h. Bakterien, Pilze und Oomyceten), die von der ORDIAmur-Projektgruppe identifiziert wurden, verwendet, um ihre spezifische Wirkung auf das Verhalten von Collembolen im Bio-Tests zu untersuchen, die von No-Choice- bis zu Choice- Situationen unter konstanten Umweltbedingungen reichen. Um die Relevanz der Signale über evolutionäre Zeitskalen zu unterstreichen, wird zusätzlich der Einfluss auf die Fitness der Insekten betrachtet. Basierend auf den Ergebnissen werden spezifische Signalstoffe mittels GC-MS chemisch charakterisiert. Die Relevanz der wichtigsten Verbindungen wird durch Verhaltens-Bioassays bestätigt. Schließlich werden Biotests eingerichtet, um die Interaktion zwischen verschiedenen Stimuli, d.h. olfaktorischen Reizen und Fraßstimulanzien, zu untersuchen, um die Bedeutung des Informationsgehalts im Allgemeinen zu bewerten. Unsere Ergebnisse werden den Einfluss von ARD-verursachenden Mikroorganismen auf die Verhaltensökologie wichtiger Collembola-Arten aufzeigen und zur Identifizierung neuartiger Substanzen beitragen, die für die Entwicklung von Strategien zur Überwindung von ARD und zur auch zur Bekämpfung anderer wichtiger bodenbürtiger Schädlinge mit Repellentien von großem Interesse sein könnten.
Das Pflanzenhormon Abszisinsäure (ABA) hat eine wichtige Rolle bei der Samenreifung und -keimung sowie bei der Anpassung an abiotische Streßfaktoren. Im Mittelpunkt des beantragten Forschungsprojekts steht die Identifizierung von Intermediärprodukten, die die Genexpression so steuern, daß Pflanzen eine besondere Anpassung an Trockenstreß zeigen. Diese Untersuchungen sollen von der extrem trockentoleranten Pflanze Craterostigma plantagineum ausgehen, die schon eingehend untersucht worden ist im Hinblick auf ABA induzierte Genexpression, die relevant ist für Trockentoleranz. In dem vorgeschlagenen Projekt sollen zwei wesentliche experimentelle Ansätze verfolgt werden: 1. Mit Hilfe des Hefe-Ein-Hybrid Systems sollen neue Faktoren gefunden werden, die mit Promotorelementen interagieren, die für die ABA Induktion relevant sind. 2. Eine mutagenisierte transgene Arabidopsislinie, die einen ABA induzierbaren C. plantagineum Promotor, gekoppelt an Reportergen, enthält, soll zur Suche von regulatorischen Mutanten in der ABA induzierten Genexpressionskaskade benutzt werden. Bei einer Mutation zeigt das Reportergen ein verändertes Expressionsmuster
Es gibt in der suedlichen Kalahari eine Reihe von Wildpflanzen, die von Einheimischen zur Ernaehrung von Tier und Mensch genutzt werden. Ueber den gezielten und kontrollierten Anbau und die damit moegliche Ertragssteigerung durch flankierende Massnahmen ist bisher nichts bekannt. Auf der Farm Avontuur 120 km nordoestlich von Kuruman soll der Anbau von Tylosema esculentum und Vigna lobatifolia erprobt werden. In den letzten Jahren hat der Farmer eine spezielle Technik zur Speicherung von Bodenwasser entwickelt, dessen Eignung fuer den Anbau dieser Pflanzen geprueft werden soll. Tylosema esculentum ist eine ausdauernde Leguminose, deren Samen genutzt werden. Vigna lobatifolia ist eine einjaehrige Leguminose, deren Wurzelknollen gemessen werden.
Pathogene kommunizieren während der Infektion mit ihren Wirtspflanzen, um deren Immunantworten zu unterdrücken und den Pflanzenmetabolismus zu ihrem Vorteil zu verändern. Klassisch wird hierbei Effektorproteinen die Hauptfunktion zugeschrieben, aber neue Studien zeigen, dass auch RNAs ausgetauscht werden und wesentlich zur Kommunikation beitragen. Aktuell werden extrazelluläre Vesikel (EVs) als Transportvehikel zwischen Pilz und Pflanze diskutiert. Die genetisch zugänglichen Brandpilze sind ideale Modellsysteme, um die EV-basierte RNA-Kommunikation zu untersuchen. Erste Studien zum mRNA-Transport in EVs werden bereits in dem Modellbrandpilz Ustilago maydis durchgeführt. In diesem Projekt untersuchen wir die RNA Kommunikation des Brassicaceenbrandpilz T. thlaspeos, den wir gerade als genetisch zugängliches Pathogen der Modellpflanze Arabidopsis thaliana etabliert haben. Zunächst werden wir die Fracht der EVs inventarisieren, um anschließend die Bedeutung des reichsübergreifenden RNAi und des EV-vermittelten mRNA-Transporters für die Virulenz funktional zu untersuchen. Im Gegensatz zu U. maydis hat T. thlaspeos das RNAi-System, so dass wir in einem vergleichenden Ansatz den Beitrag von mRNAs und sRNA Translokation zur Infektion bestimmen können. Was ist die Kernfracht von EVs? Sind mRNA und sRNA Effektoren gegen die gleichen pflanzlichen Prozesse gerichtet? Im Rahmen der Forschergruppe 5516, exRNA Kommunikation, wird T. thlaspeos die Brandpilze repräsentieren, da es das Potential hat, sowohl mRNAs als auch sRNAs für die lebensreichübergreifende RNA Kommunikation zu nutzen. Wir wollen insbesondere die RNA-basierten Strategien von T. thlaspeos mit vaskuläre Wurzelpathogene, Mutualisten oder Pathogen in mehrjährigen Interaktionen vergleichen. Durch diese Vergleiche erlangen wir einen detaillierten Überblick über die Rolle der RNA Effektoren in verschiedenen Infektionssystemen. Langfristig soll dann der molekulare Mechanismus der EV-Beladung mit RNAs aufgeklärt werden, um zu verstehen wie die Auswahl zwischen RNAs für Transport und Translation im Pathogen getroffen wird.
Unser Teilprojekt befasst sich mit der Bereitstellung von materiellen und nicht-materiellen Beiträgen für den Menschen durch die Natur, auch Naturbeiträge genannt. Ziel der ersten Phase war es, Tiere und Pflanzen zu identifizieren, die am Kilimandscharo solche Naturbeiträge leisten, diese Beiträge zu quantifizieren und den Einfluss von Landnutzungsintensität, Klima und Meereshöhe auf diese zu untersuchen. Für materielle Naturbeiträge konnten wir zeigen, dass die Baumartenvielfalt essenziell für die Bereitstellung von Holzprodukten ist und mit steigender Landnutzungsintensität und Meereshöhe abnimmt. Bei Ernteerträgen waren Biodiversität und menschliche Beiträge wie Dünger und Arbeit entscheidend. Für nicht-materielle Naturbeiträge waren die Vielfalt an Arten und Lebensräumen sowie abiotische Eigenschaften des Berges wichtig. Unsere Ergebnisse zeigen auch, dass Naturklänge vielfältige nicht-materielle Naturbeiträge, z.B. in Form von Reminiszenz, leisten. Unsere Studien deckten zudem wichtige Wissenslücken auf, denen wir uns in der zweiten Projektphase widmen möchten. Erstens ist unklar, wie Naturbeiträge durch biotische Interaktionen wie Bestäubung und Samenausbreitung reguliert werden. Daher werden wir mithilfe bestehender Daten und maschinellem Lernen ökologische Netzwerke zwischen Pflanzen und Tieren ableiten, um zu untersuchen, wie diese Interaktionen die Naturbeiträge von Pflanzen beeinflussen. Zweitens wurden Nachteile der Natur für den Menschen bisher wenig untersucht. Deshalb wollen wir durch Literaturrecherche und Interviews ein umfassendes Verzeichnis nachteiliger Naturbeiträge am Kilimandscharo erstellen. Einen besonders wichtigen Aspekt, die Krankheitsübertragung durch Tiere, möchten wir zudem genauer erforschen. Dazu werden wir das Darmmikrobiom von Fledermäusen und Nagetieren untersuchen und Bewegungsprofile von Fledermäusen erstellen. Wir werden auch quantifizieren, in welchem Verhältnis das Risiko der Krankheitsübertragung durch eine bestimmte Fledermausart zu deren Potenzial für nützliche Naturbeiträge in Form von Samenausbreitung steht. Drittens wurde bislang nicht untersucht, ob die von Menschen empfundenen Naturbeiträge von den tatsächlichen Naturbeiträgen abweichen und welche Konsequenzen daraus entstehen. Deshalb planen wir Interviews, um empfundene Naturbeiträge sowie Einstellungen und Verhaltensabsichten gegenüber der Natur zu untersuchen. So können wir empfundene mit tatsächlichen Naturbeiträgen vergleichen und entschlüsseln, welchen Einfluss die Wahrnehmung von nützlichen und nachteiligen Naturbeiträgen, sowie deren Verhältnis, auf Einstellungen und Verhalten gegenüber der Natur hat. Das Projekt kann zu einem besseren Verständnis der Mechanismen beitragen, die die Bereitstellung und das Zusammenspiel verschiedener Naturbeiträge bestimmen. Die geplante Forschung hilft zudem, wesentliche Faktoren zu identifizieren, die als Hebel dienen können, um die gegenseitigen Wechselwirkungen von Mensch und Natur zu verbessern.
Dairy farming across Germany displays diverse production systems. Factor endowment, management, technology adoption as well as competitive dynamics in the local or regional land, agribusiness and dairy processing sectors contribute to this differentiation on farm level. These differences impact on the ability of dairy farms and regional dairy production systems to successfully respond to pressures arising from future market and policy changes. The overall objective of the research activities of which this project is a part of, is to develop a thorough understanding of the processes that govern the spatial dynamics of dairy farm development in different regions in Germany. The central hypothesis of this research project is that management system and technological choices differ systematically across local production and market conditions. The empirical approach will focus on the estimation of farm specific nonparametric cost functions for dairy farms located in across Germany differentiated by time and location. A spatially differentiated data base with information on input use, resource availability, as well as local market conditions for land and output markets will be compiled. The nonparametric approach is specifically suited to disclose a more accurate representation of dairy production system heterogeneity across locations and time compared to parametric concepts as it provides the necessary flexibility to accommodate non-linearities relevant for a wide domain of explanatory variables. The methodology employed goes beyond the state of the art of the literature as it combines kernel density estimation with a Bayesian sampling approach to provide theory consistent parameters for each farm in the data sample.The specific methodological hypothesis is that the nonparametric approach is superior to current parametric techniques and this hypothesis is tested using statistical model evaluation. Regarding the farm management and technological choices, we hypothesize that land suitability for feed production determines the farm intensity of dairy production and thus management and technological choices. With respect to the ability of farms to successfully respond to market pressures we hypothesize that farms at the upper and lower tail of the intensity distribution both can generate positive returns from dairy production. These last two hypotheses will be tested using the estimated spatially differentiated farm specific costs and marginal costs.The expected outcomes are of relevance for the agricultural sector and the food supply chain economy as a whole as fundamental market structure changes in the dairy sector are ongoing due to the abolition of the quota regulation in the years 2014/2015. Thus, exact knowledge about differences and development of dairy cost heterogeneity of farms within and between regions are an important factor for the actors involved in the market as well as the political support of this process.
Der Klimawandel wird auch in Europa zu Trockenperioden führen, dieerhebliche Ernteeinbußen verursachen. Darüber hinaus ist zuerwarten, dass chemische Wachstumsregulatoren in derPflanzenproduktion in Zukunft nicht mehr angewendet werden könnenaufgrund ihrer Schädlichkeit für Mensch und Umwelt. Für beideProblembereiche soll in diesem Projekt eine Lösung entwickeltwerden in Form einer neuen Züchtungstechnologie, deren Fokus aufden Wurzeln liegt. Durch ein besser entwickeltes Wurzelsystemwerden Pflanzen in die Lage versetzt, die Bodenwasserressourcenbesser zu nutzen und weniger unter Nachbaukrankheit zu leiden. DerTransfer bakterieller Gene auf Nutzpflanzen auf natürlichem Weg wirdzudem zu kompakteren Pflanzen führen, die mit geringerem Einsatz an chemischen Pflanzenschutzmitteln produziert werden können. In diesem Projekt sollen Wildtypstämme von Rhizobium rhizogenes zum Einsatz kommen, die ein sogenanntes "root inducing" (Ri) Plasmid (u.a. mit den rol Genen) tragen. Die T-DNA auf dem Ri Plasmid wird übertragen und ins Pflanzengenom integriert und verursacht die Bildung von "hairy roots". Aus diesen "hairy roots" lassen sich über In-vitro-Kulturtechniken ganze Pflanzen, sog. Ri Pflanzen regenerieren.Die mit der Ri T-DNA übertragenen Gene führen in diesen Pflanzen zu deutlichen Veränderungen in der Morphologie, darunter verstärkte Wurzelbildung, kompakter Habitus und veränderte Blatt- und Blüteneigenschaften. Die Ri-Pflanzen stellen "prebreeding" Material dar, mit dem in der neuen Züchtungsstrategie Kreuzungen durchgeführt werden. Es schließen sich Selektionsschritte und die molekulare Analyse der Aufspaltung der rol Gene an zur Entwicklung von Sorten mit hoher Pflanzenqualität und starkem Wurzelsystem. Die Projektziele sind: 1) Entwicklung einer biotechnologischen Züchtungsstrategie mittels R. rhizogenes; 2) Optimierung der Pflanzenregeneration aus "hairy roots"; 3) Detaillierte phänotypische Charakterisierung der Ri-Pflanzen (unter- und oberirdischeEntwicklung) 4) Kultur von Ri-Pflanzen mit geringerem Einsatz von Wachstumsregulatoren 5) Prüfung der Ri-Pflanzen unter abiotischem und biotischem Stress (Trockenstress und Nachbaukrankheit); 6) Untersuchung der Vererbung der übertragenen Gene; 7) Implementierung der Nutzung von R. rhizogenes in eineZüchtungsstrategie. Diese Ziele sollen an für dieses Projekt ausgewählten Modellpflanzen realisiert werden, die in Europa wirtschaftlich bedeutend sind (Raps, Sonnenblume, Rose, Apfel, Chrysantheme). Die mit dieser Strategie erstellten Pflanzen gelten nicht als gentechnisch verändert (GMO). Deshalb gibt es zahlreiche Anwendungen der Technologie für Züchtung und nachhaltige Pflanzenproduktion. Zudem werden in diesem mulidisziplinären Ansatz grundlegende genetische Erkenntnisse u.a. zurTransformierbarkeit und zu den Effekten der T-DNA-Gene erarbeitet. Am Ende steht eine neue Züchtungstechnologie, die zu einer nachhaltigen Produktion von gartenbaulichen und landwirtschaftlichen Kulturen führt.
Im Natur-Park bietet sich die einzigartige Gelegenheit, die Waldentwicklung auf einer innerstädtischen Brache zu verfolgen. Bisher dominierten Gehölze wie Birken und Robinien, die sich bereits in der Pionierphase im Schotter angesiedelt haben. Entlang der Bahnstrecken wuchsen Apfelbäume auf, die man im Tälchenweg hier und da noch finden kann. Die Birke ist häufig die erste Baumart, die auf Brachflächen Fuß fasst. Ihre leichten Samen werden vom Wind weit verbreitet. Auch die Robinie gehört zu den Pionierarten auf nährstoffarmen Standorten. Ihr hilft dabei eine Symbiose im Wurzelbereich, die sie mit Knöllchenbakterien eingeht. Diese Mikroorganismen sind in der Lage, Luftstickstoff zu binden und den Baum mit diesem Nährstoff zu versorgen. Der herbstliche Laubfall trägt unter anderem dazu bei, den Boden zu düngen. Nährstoffliebende Bäume wie Linde, Spitzahorn und Stieleiche sind inzwischen hinzugekommen und werden die erste Baumgeneration ablösen. Der Wald verändert sich. Der urwüchsige Wald übt eine besondere Faszination aus und soll sich weitgehend ungestört entwickeln. Kletterpflanzen wie Wilder Wein und Waldrebe überziehen Büsche und Bäume und bilden ein urwaldähnliches und undurchdringliches Dickicht. Werden absterbende Bäume in der Nähe von Wegen jedoch zur Gefahr, müssen sie gefällt werden. Am Rand der Lichtungen werden einzelne Gehölze entfernt, um den Schattendruck zu verringern und die offene Fläche zu erhalten. Mehr als zwei Drittel der einst gehölzfreien Bahnbrache sind heute bewaldet. Davon profitieren Arten, die lichte Laubwälder besiedeln, wie der Fitis. Nachtigall, Mönchsgrasmücke und Rotkehlchen fühlen sich im Unterholz wohl. Im dichten Gebüsch hält sich der Zaunkönig verborgen, dessen schmetternder Gesang aus Trillern und Rollern überrascht, denn er ist mit einer Körperlänge von circa zehn Zentimeter der drittkleinste Vogel Europas. Rotfuchs und Eichhörnchen sind hier regelmäßig anzutreffen. Sie haben als Kulturfolger im gesamten innerstädtischen Siedlungsraum ein gutes Auskommen gefunden. Auch das Vorkommen der Punktierten Zartschrecke zeigt, dass der Wald auf dem Vormarsch ist. Aber nicht alle Arten profitieren davon. Der Bestand der Arten, die das Offenland bewohnen – wie zum Beispiel die Dorngrasmücke, nimmt ab.
77 Karin Schultze Gemeinsam stark im Wandel – Zwei Jahre AdV-Vorsitz Sachsen-Anhalt LSA VERM 2/2025 Gemeinsam stark im Wandel – Zwei Jahre AdV-Vorsitz Sachsen-Anhalt Von Karin Schultze, Magdeburg Zusammenfassung Sachsen-Anhalt hat in den Jahren 2024 und 2025 den Vorsitz der AdV geführt. Im Mittelpunkt standen die digitale Transformation, die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit in gemeinsamen Verfahren und die Bündelung der Kräfte. Damit stärkt die AdV ihre Rolle als Motor der Digitalisierung und als Impulsgeberin für ein zukunftsorientiertes Vermessungs- und Geoinformationswesen. 1 Verantwortung im föderalen Verbund Mit Beginn des Jahres 2024 übernahm Sachsen-Anhalt den Vorsitz der Arbeitsge- AdV als Motor der meinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutsch- digitalen land (AdV). Im Mittelpunkt der beiden Vorsitzjahre stand das Ziel, die Transformation Geoinformationsverwaltungen noch stärker als bisher zum Motor der digitalen Transformation zu machen und die Potenziale der Digitalisierung für die eigenen Prozesse zu nutzen [MID 2024]. Seit mehr als 75 Jahren arbeiten die nach der Kompetenzordnung des Grundgesetz- es für das amtliche Geoinformationswesen zuständigen Länderverwaltungen in der AdV erfolgreich zusammen. Die Länder stellen – in Umsetzung landesgesetzlicher Aufträge – für das gesamte Staatsgebiet qualitativ hochwertige Geobasisdaten be- reit: aktuell, flächendeckend und bundesweit einheitlich nach internationalen Nor- men und Standards. Dabei wirken sie in der AdV auch mit dem Bund zusammen, der in einzelnen Verwaltungszweigen nationale Aufgaben im Vermessungswesen wahr- nimmt [Kummer, Schultze 2020]. Die national einheitliche anforderungsgerechte Weiterentwicklung der Geobasisda- ten ist im föderalen Gefüge anspruchsvoll: Die Verantwortung liegt in den Ländern, die Nutzung aber ist bundesweit. Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft erwarten konsistente, aktuelle und verlässliche Daten. Gerade darin liegt die Stärke der AdV: Sie verbindet föderale Vielfalt mit fachlicher Einheitlichkeit in gemeinsamen Verfah- ren, Datenmodellen und Standards. Entscheidungen der AdV werden im Plenum getroffen, getragen von dem gemeinsamen Interesse an bundesweit einheitlichen Lösungen. Dabei bewegt sich die Arbeit der AdV stets in einem Spannungsfeld zwischen Konsens, fachlicher Diskussion sowie den un- terschiedlichen Leistungs- und Handlungsmöglichkeiten der Länder. Hinzu kommt die politische Schwerpunktsetzung in den einzelnen Mitgliedsverwaltungen, die sich auf Tempo, Tiefe und Ausrichtung der gemeinsamen Vorhaben auswirkt. Der Vorsitz hat keine Entscheidungsbefugnis, sondern nimmt eine moderierende und koordinierende Rolle wahr. Er bündelt Themen, setzt Prioritäten und gestaltet tragfähige Kompromisse – ein Balanceakt zwischen strategischer Koordination und partnerschaftlicher Mode- ration. „Die AdV ist Ausdruck eines lebendigen Föderalismus.“ [AdV 2007] LSA VERM 2/2025 Karin Schultze Gemeinsam stark im Wandel – Zwei Jahre AdV-Vorsitz Sachsen-Anhalt 78 LA Geobasis Der Lenkungsausschuss Geobasis (LA Geobasis) bildet hierzu die operative Ebene der Zusammenarbeit zwischen den Ländern [Schultze 2012]. Sie dient in Umset- zung der Verwaltungsvereinbarung über die Kooperation im amtlichen deutschen Vermessungswesen (VV KoopVerm) der gemeinsamen Wahrnehmung fachlicher Aufgaben und der Abstimmung in der praktischen Umsetzung. Damit steht der LA Geobasis in einem engen, funktionalen Zusammenhang mit der AdV, die auf strategi- scher Ebene die Grundsätze und Zielrichtung vorgibt. Beide Strukturen ergänzen sich und gewährleisten ein abgestimmtes und kohärentes Handeln im föderalen Ver- bund. Sachsen-Anhalt setzte in seiner Vorsitzzeit den Schwerpunkt auf Digitalisierung und Kooperation – zwei Seiten einer gemeinsamen Aufgabe. Der digitale Wandel verän- dert nicht nur Prozesse, sondern auch die Art der Zusammenarbeit. Nur wenn Kompetenzen und Ressourcen gebündelt werden, lassen sich die wachsenden An- forderungen an die Geobasisdaten nachhaltig erfüllen. Diese Leitbotschaft zog sich wie ein roter Faden durch den Vorsitz der Jahre 2024 und 2025. 2 Die AdV in der digitalen Transformation Geobasisdaten – Bundesweit einheitliche, standardisierte Geobasisdaten haben sich in der digitali- Treibstoff der sierten Welt zu einer unverzichtbaren staatlichen Infrastrukturleistung entwickelt Digitalisierung [Schultze 2023]. Sie bilden die Grundlage, um zentrale gesellschaftliche Aufgaben zu bewältigen: von Landesverteidigung und innerer Sicherheit über Katastrophenschutz und Klimawandel bis hin zur Mobilität und Stadtentwicklung. Im täglichen Verwal- tungshandeln sind Geobasisdaten eine unverzichtbare Planungsgrundlage und eine verlässliche Entscheidungshilfe. Gleichzeitig wirken sie weit über das Verwaltungs- handeln hinaus: Sie treiben Innovationen voran und unterstützen datenbasierte Wertschöpfung. Geobasisdaten sind damit ein zentraler Treiber des digitalen Wan- dels in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen. Fortwährend entstehen daraus neue Geschäftsmodelle, digitale Anwendungen und datengetriebene Lösungen. Abb. 1: Herausforderungen der AdV in der digitalen Transformation Zwei Perspektiven: Beitrag leisten (außen); Potenziale nutzen (innen) Die digitale Transformation markiert für die Geoinformationsverwaltungen eine dop- pelte strategische Dimension. Sie eröffnet Gestaltungsspielräume auf zwei Ebenen: nach außen, um die eigene Rolle als Motor der Digitalisierung zu stärken und nach in- nen, um die Potenziale neuer Technologien und Kooperationsformen konsequent zu erschließen (siehe Abb. 1). Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier in der Bündelung der Kräfte. 79 Karin Schultze Gemeinsam stark im Wandel – Zwei Jahre AdV-Vorsitz Sachsen-Anhalt LSA VERM 2/2025 Um diesem Anspruch aktiv zu begegnen und die Position der AdV im digitalen Wan- del zu stärken, sind die Geoinformationsverwaltungen gefordert, die Bereitstellung von Geobasisdaten als staatliche Infrastrukturleistung nachhaltig und zukunftssicher zu gestalten. Darüber hinaus ist die Bedeutung der Geobasisdaten als strategischem Baustein und Innovationstreiber der Digitalisierung weiter auszubauen. Geobasisdaten sind den wachsenden und sich wandelnden Bedürfnissen einer digitalen Gesellschaft entsprechend bereitzustellen. Gleichzeitig gilt es, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Prozesse können optimiert und stärker automatisiert werden. Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz und Big Data eröffnen völlig neue Möglichkeiten in der Erfassung, Verar- beitung und Bereitstellung von Geobasisdaten. Sie ermöglichen automatisierte Aus- wertungen, intelligente Analyseverfahren und eine schnellere Aktualisierung der Datenbestände. Cloud-Technologien erlauben einen länderübergreifenden, gemein- samen Betrieb von Verfahren und stehen damit für einen Paradigmenwechsel in der Aufgabenerledigung. Kollaborative Arbeitsweisen, agile Entwicklungsprozesse und digitale Plattformen stehen für eine neue Form der Zusammenarbeit. Die virtuelle Zentralisierung von Verfahren ermöglicht es, Aufgaben gemeinsam zu bearbeiten und Ressourcen effizienter zu nutzen – ohne die föderale Zuständigkeit aufzugeben. Die Rahmenbedingungen bleiben jedoch herausfordernd. Die Mitgliedsverwaltungen stehen unter zunehmendem Ressourcendruck, der Fachkräftemangel verschärft sich und die Innovationszyklen werden immer kürzer. Diese Entwicklungen sind einer- seits Realität, mit der umgegangen werden muss; anderseits aber auch Antrieb, neue Wege zu gehen. Die digitale Transformation stellt die Geoinformationsverwaltungen mit ihrer gestärkten Rolle, den neuen Chancen und zugleich schwierigen Rahmenbedingun- gen vor die Notwendigkeit einer klaren strategischen Orientierung. Die AdV knüpft dabei an ihre langjährige Rolle als Wegbereiterin der Digitalisierung an und versteht sich heute mehr denn je als Treiberin der digitalen Transformation (s. Abb. 2). Ihre Arbeit ist darauf ausgerichtet, Verantwortung im digitalen Wandel zu übernehmen und die technologischen Möglichkeiten gezielt einzusetzen, die eigenen Prozesse zu optimieren und die Zusammenarbeit der Vermessungs- und Geoinformationsver- waltungen – in enger Kooperation mit dem Bund – zukunftsorientiert neu zu gestalten. Abb. 2: Strategische Ansätze der AdV
Betreiber von Besamungsstationen oder von Embryo-Entnahmeeinheiten für den nationalen Handel bedürfen der Erlaubnis nach §18 des Nationalen Tierzuchtgesetzes (TierZG, 2019). Die Erlaubnis erfolgt durch die zuständige Tierzuchtbehörde des entsprechenden Bundeslandes.
| Origin | Count |
|---|---|
| Bund | 714 |
| Europa | 1 |
| Land | 205 |
| Wissenschaft | 171 |
| Zivilgesellschaft | 3 |
| Type | Count |
|---|---|
| Chemische Verbindung | 2 |
| Daten und Messstellen | 3 |
| Ereignis | 9 |
| Förderprogramm | 621 |
| Gesetzestext | 2 |
| Taxon | 3 |
| Text | 208 |
| unbekannt | 231 |
| License | Count |
|---|---|
| geschlossen | 240 |
| offen | 807 |
| unbekannt | 29 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 994 |
| Englisch | 249 |
| andere | 1 |
| Resource type | Count |
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| Archiv | 22 |
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| Keine | 656 |
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| Topic | Count |
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| Boden | 680 |
| Lebewesen und Lebensräume | 1076 |
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