Ziel des im Aufbau befindlichen Forschungsvorhabens ist die Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen fuer eine nachhaltige Sicherung und Entwicklung der Restbestaende hochgradig gefaehrdeter Pflanzen und Pflanzengemeinschaften der Stromtalwiesen (Verband Cnidion) am hessischen Oberrhein. Hierbei sollen praxisnahe Verfahren zur Renaturierung und zukuenftigen Nutzung von artenreichem Stromtalgruenland entwickelt werden. Die Basis hierfuer bilden folgende Untersuchungsschwerpunkte: - Analyse der bisherigen Renaturierungs- und Pflegepraxis hinsichtlich ihrer Effizienz fuer den Arten- und Phytocoenosenschutz, - Erhebung von Daten zur Autoekologie und Populationsbiologie wertbestimmender Pflanzenarten der Stromtalwiesen (u.a. Untersuchungen zur Standortbindung, zum Diasporenvorrat im Boden sowie zum Keimungs- und Etablierungsverhalten), - Erprobung von Renaturierungsverfahren zur gezielten Wiederansiedlung und Ausbreitung von seltenen Stromtalarten durch die Aufbringung von diasporenhaltigem Maehgut aus artenreichen Altbestaenden, - Entwicklung praxisnaher Konzepte fuer die zukuenftige Nutzung artenreicher Stromtalwiesen. Die durchgefuehrten Untersuchungen sollen neben bislang fehlenden Grundlageninformationen zur Syn-, Aut- und Populationsoekologie hochgradig gefaehrdeter Pflanzen und Pflanzengemeinschaften der Stromtalwiesen vor allem praktische Anleitungen fuer das zukuenftige Renaturierungs-, Pflege- und Entwicklungsmanagement in grossen Stromauen liefern.
Das Wasser-Greiskraut (Senecio aquaticus) entwickelt nach der Keimung im Herbst und Frühling eine vegetative Rosette. Nach zwei bis mehr als sechs Jahren kommt die Pflanze zur Blüte und stirbt dann mit etwa 80 %iger Wahrscheinlichkeit ab. S. aquaticus baut eine persistente Diasporenbank auf, in der in Kleedorf 37 % der Samen 4 Jahre im Boden keimfähig blieben, wobei es standörtliche Schwankungen gibt. Ein im Untersuchungsgebiet gebräuchliches Mahdregime mit Schnitten im Juni und September bringt ein großes Populationswachstum mit sich, während ein Mahdregime mit zwei Schnitten vor dem Aussamen (Juli und August) laut Übergangsmatrixmodellen einen leichten Rückgang von Senecio aquaticus mit sich bringen sollte. Zum derzeitigen Stand der Forschungen empfehlen wir für mesotrophe Wiesen, denen sowohl eine landwirtschaftliche als auch eine naturschutzfachliche Bedeutung zukommt, die erste Mahd Anfang Juni durchzuführen, wenn sich S. aquaticus noch im Rosettenstadium befindet und wenige Blätter ins Futter gelangen. Danach sollten im Idealfall zwei weitere Schnitte, deren Aufwuchs nur bedingt zur Verfütterung geeignet ist, zur Zeit der Hauptblüte erfolgen, um das Aussamen zu verhindern. Das Schnittregime muss aufgrund der Langlebigkeit der Diasporenbank und der Rosettenpflanzen über Jahre hinweg eingehalten werden, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Die Versuchsdauer von 3 bzw. 4 Jahren ist ebenfalls noch zu kurz, um die Praxistauglichkeit seriös zu testen. Ausreißversuche haben ergeben, dass diese Maßnahme nicht zu einer höheren Sterblichkeit der Pflanzen führt im Vergleich zur Mahd. Die molekulargenetischen Untersuchungen (AFLPs) konnten das Vorkommen von potentiell problematischen Hybriden in Ostösterreich belegen. Der hier molekulargenetisch nachgewiesene Hybridbestand tritt allerdings an einem Straßenrand auf, d.h. an einem Standort, der sich von den charakteristischen Habitaten von Senecio aquaticus im extensiv genutzten Grünland unterscheidet. Die Ergebnisse der phytochemischen Untersuchungen zeigen hohe Schwankungen im Alkaloidgehalt der verschiedenen Populationen, in unterschiedlichen Jahren und im Laufe der Vegetationsperiode, sowohl bei der Herbstzeitlose als auch beim Wasser-Greiskraut. Die Wasser- Greiskraut Populationen unterschieden sich in der Alkaloidführung: In Dürnhof und Göpfritz war Senecionin das Hauptalkaloid, in Thaures war es Erucifolin. Die Population mit den geringsten Alkaloidgehalten war in Kirchberg. Senecio aquaticus und die verwandte Senecio jacobaea wiesen durchaus vergleichbare Alkaloidgehalte auf. Die höchsten Alkaloidgehalte wurden in den Blüten gemessen. Die Alkaloide blieben bei Wasser-Greiskraut im Heu und in der Silage weitgehend erhalten.
Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 299 'Landnutzungskonzepte fuer periphere Regionen' werden biozoenotische Prozesse aktueller und ehemaliger landwirtschaftlicher Flaechen fuer zukuenftige Naturschutzstrategien, die sich ueber Landnutzungskonzepte umsetzen lassen, prognostiv erfasst und bewertet. Es wird eine Verfahrensweise entwickelt, naturschutzrelevante, parameterorientierte Landschaftsdaten aus Luftbildern in verschiedenen Massstaeben zur Verfuegung zu stellen, die eine flexible Verschneidung mit Daten anderer Teilprojekte des SFB 299 in einem GIS erlaubt. Aus der Analyse dieser synthetischen Karten sollen die raeumliche Lage, Zeitpunkte und -spannen abgeleitet werden, in denen zukuenftige klein- und grossraeumige Nutzungen, Eingriffe und Massnahmen zur Erhaltung spezifischer Biotop- und Landschaftsfunktionen ausgefuehrt werden muessen, um die landschaftstypische Biodiversitaet fuer die Zukunft zu sichern. Im einzelnen werden ueber multitemporale Luftbildinterpretation gebietsspezifische Nutzungsmuster und Grenzlinienmosaike sowie deren zeitliche und raeumliche Dynamik erarbeitet. Indikator- und Schluesselarten und -systeme fuer agrartechnische Niveaus, Nutzungsweisen, -intensitaeten, Standortbedingungen, Sukzessionsphasen und -stadien sowie stoffliche, raeumliche und zeitliche Prozesse werden Nutzungsmustern und Grenzlinienmosaiken zugeordnet. Zur kausalen Analyse phytozoenotischer Prozesse auf ehemaligem Ackerland erfolgen populationsbiologische Untersuchungen an Schluesselarten der aktuellen Phytozoenosen (u.a. extensives Gruenland, verbuschte Brachen).
Die laufende Forschungsarbeit 'Differenzierung von Rothirschpopulationen: (Cervus elaphus) bayerischer Standorte', durchgefuehrt von Dipl. Ing. agrar. R. Kuehn, unterstuetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), faellt in den Grenzbereich des Forschungsschwerpunktes 'Umweltforschung'. Diese Arbeit hat zum Ziel, Wildtierpopulationen der Gattung Cervus elaphus aus ausgewaehlten bayerischen Verbreitungsgebieten anhand molekulargenetischer und biochemisch-genetischer Methoden sowie mit morphologischen Merkmalen zu differenzieren. Sie soll Aufschluss ueber die Herkunft der Populationen, deren genetische Distanzen, den Polymorphie- und Heterozygotiegrad, den Zeitraum der moeglichen Trennung der Populationen bzw. Oekotypen sowie ueber die moeglichen Gruende der Differenzierung, geben. Innerhalb der einzelnen Populationen soll ueber den Anteil der Heterozygoten die genetische Variabilitaet betrachtet und diskutiert werden. Umweltbedingungen der Rothirschhabitate werden ueber Waldinventuren der beteiligten Forstaemter ermittelt und mit den morphologischen Daten sowie den populationsgenetischen Ergebnissen statistisch ausgewertet. Somit koennen moeglicherweise Hinweise auf die Eignung der Untersuchungsgebiete als Rothirschstandorte gewonnen werden. Das Ziel dieser Untersuchung war es, Wildtierpopulationen der Gattung Cervus elaphus aus ausgewaehlten bayerischen Verbreitungsgebieten anhand molekulargenetischer und biochemisch-genetischer Methoden und morphologischer Merkmale zu differenzieren. Dabei wurden Kenntnisse ueber die morphologische Konstitution, ueber Herkuenfte der Populationen, genetische Distanzen, Heterozygotiegrade, Grad der Inzucht innerhalb der Populationen und ueber moegliche Genfluesse zwischen den Populationen erarbeitet.
Das Vorhaben ist Bestandteil des Verbundprojektes Oekosystemmanagement fuer Niedermoore . Ziele und Fragestellung: Ziele des Verbundvorhaben sind die Wiederherstellung von funktionierenden Niedermooren und der Schutz und die Entwicklung artenreicher Feuchtwiesen. Fuer das Untersuchungsgebiet Friedlaender Grosse Wiese liegt der Schwerpunkt auf dem Leitbild der Reetablierung einer torfbildenden Vegetation. Dabei werden folgende Fragestellungen bearbeitet: Sind mit den Vernaessungsverfahren Ueberrieselung und phasenhafter Ueberstau bessere Ergebnisse fuer die Ansiedlung potentiell torfbildender Pflanzenarten zu erzielen als bei den bisher eingerichteten Versuchsvarianten Unterflurbewaesserung und permanenter Ueberstau ? Wie gestalten sich die kurzen Stoffkreislaeufe der Makroelemente (Pflanzenaufnahmen und Freisetzung aus der ober- und unterirdischen Streu) auf den Venaessungsflaechen? Ist kurz- bis mittelfristig mit einer Induktion der Torfbildung zu rechnen? Ab wann ist bei dem aktuell hohen Naehrstoffangebot mit dem Auftreten einer mesotrophe Standortsbedingungen widerspielgelnden Moorvegetation zu rechnen? In welcher Weise tragen Massnahmen zur Induzierung des Moorwachstums unmittelbar zum Artenschutz bei (Pflanzen, Heuschrecken und Laufkaefer)? Welches sind geeignete Parameter fuer eine Erfolgskontrolle des Managements? Stand der Arbeiten: Die Einrichtung der neuen Versuchsflaechen wurde durch den Bau der Wasserzuleitung und die Auspflanzung von Roehrichtarten 1996 abgeschlossen. In der Diasporenbank der neuen Versuchsflaechen konnte kein regenerierbares Potential an Zielarten oder Feuchtwiesenarten nachgewiesen werden. Die Neubesiedlung der in 1996 wiedervernaessten Flaechen erfolgte vor allem durch den Schlammbesiedler Typha latifolia. Die ausgepflanzten Arten (Phragmites australis, Carex riparia, Carex acutiformis, Carex paniculatata und Carex elata) sind gut angewachsen und auch Aussaatversuche zeigen gute Erfolge. Die Abbauversuche wurden durch das Ausbringen von Pflanzenmaterial begonnen, erste Ergebnisse werden Anfang 1997 vorliegen.
Methodische Begleitforschung zur Unterstützung der Revision der Roten Liste der gefährdeten Farn- und Blütenpflanze der Schweiz. Sie zielt auf die Sicherstellung der höchstmöglichen Qualität und Wirkung der Methodenwahl über die Ausführung im Feld bis zur Datenzusammenstellung, -auswertung und -interpretation und -darstellung auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse.
Objectives: - Identify plant communities in which H. mantegazzianum occurs and compare the degree of human impact on the vegetation. - Determine the habitat preferences with regard to climate, altitude, soil conditions, impact of former land use and land use change. - Detect the factors that facilitate the spread on the landscape scale. Study areas: Landscape sections of 1 km invaded by H. mantegazzianum in different european regions (Fig. 1 shows an example). Methods: Relevés of invaded vegetation are made within the landscape sections and the abundance of H. mantegazzianum-age states (juveniles, vegetative adults, generative adults) is counted (plot size 25 m2). Additionally site conditions (soil nutrients, light consumption, disturbances etc.) are recorded. H. mantegazzianum stands are mapped with GPS and overlaid with multitemporal aerial photographs and existing geodata (e.g. geological and climate data) by means of a GIS. Data analysis: Multivariate statistics will be used to analyse relationships between environmental data and the invasion succes of H. mantegazzianum. The aim is to identify the most important factors facilitating the spread of H. mantegazzianum.
Die Untersuchungen zielen schwerpunktmaessig auf die Oekologie der Milbentaxocoenose sowie der Isopoden- und Amphipodenfauna aestuariner Hartsubstratstandorte der deutschen Nordseekueste. Wichtige Untersuchungsziele waren: -Erfassung des raeumliche-zeitlichen Verbreitungsmusters (Verteilung entlang des Salinitaetsgradienten der Aestuare von Weser, Elbe und Ems); -Vertikale Zonierung der Zoocoenosen in Beziehung zur Habitatstruktur (Algen- und Flechtenvegetation des Eu- und Supralitorals, Substratspezifitaet); -Analyse des Stoffflusses, des Nahrungsnetzes und des Einflusses unterschiedlicher Nahrungsqualitaeten auf Verteilungsmuster und Ontogenese; -Untersuchung der Oekophysiologie ausgesuchter Arten in Hinblick auf die Anpassung urspruenglich terrestrischer Arten an marine Lebensraeume (Submersions-, Salinitaets- und Austrocknungstoleranz). Wichtige Zwischenergebnisse sind: -die rapide Abnahme der Artenzahlen und der Abundanzen vom marinen zum limnischen Bereich; -die Konzentration der meisten Arten auf den als Extremstandort zu wertenden Uebergangsbereich zwischen Eu- und Supralitoral: -das Auftreten spezieller Anpassungen bei der Umstellung auf die algivore Ernaehrungsweise. Weitere, mittelfristige Ziele des Forschungsvorhabens umfassen die Analyse der Abwandlung physiologischer und funktionsmorphologischer Merkmale im Zuge der Anpassung an die veraenderte Ernaehrungsweise (Osmoregulation, Histologie und Histochemie des Verdauungstraktes, Enzymausstattung etc).
Die wenigen und isolierten Vorkommen des Berg-Wundklees (Anthyllis montana L.) in Österreich erscheinen besonders bemerkenswert und zugleich in ihrem Bestand gefährdet (vgl. RL, Niklfeld & Schratt-Ehrendorfer 1999). So handelt es sich bei diesen Vorkommen (z.B. Perchtoldsdorfer Heide bei Wien) um die nördlichsten Nachweise der im südosteuropäisch-submediterranen Raum verbreiteten Unterart jacquinii. Diese von Österreich und Italien bis über den Raum der dinarischen Gebirge verbreitete Unterart des Berg-Wundklees konnte in jüngerer Zeit mit Hilfe morphometrischer sowie molekulargenetischer Methoden gegenüber der westlich-submediterranen Nominatart abgegrenzt werden (Kropf et al. 2002). Bei letzterer Untersuchung wurde zudem festgestellt, dass die Art offenbar nur ein sehr eingeschränktes Potential besitzt, neue Lebensräume zu besiedeln. Somit repräsentieren ihre österreichischen Wuchsorte isolierte, eiszeitliche Rückzugsräume, deren Charakterisierung und Erhalt mit dem vorliegenden Projekt als Teil eines längerfristigen Schutzkonzeptes angestrebt wird. Das eher statische Verhalten von Anthyllis montana (fehlende Neu-Besiedlungen) birgt bei individuenärmeren Populationen, die nicht mehr im Austausch mit anderen Populationen stehen, die Gefahr, dass durch zufällige Prozesse (genetische Drift) oder Katastrophen die genetische Variabilität soweit eingeschränkt wird, dass die Art längerfristig kaum Chancen hat (an diesen Wuchsorten) zu überleben. Vor diesem Hintergrund sollen die populationsgenetische Struktur (Beziehungen der österreichischen Populationen zueinander) und die Diversität (genetische Variabilität innerhalb der Populationen) möglichst aller Vorkommen in Österreich erfasst werden. Neben einer molekularen Charakterisierung sollten in den österreichischen Populationen von A. montana auch Untersuchungen zum Fortpflanzungssystem und Reproduktionserfolg der Art durchgeführt werden. Insgesamt wird somit eine aktuelle (Neu-)Bewertung der landesweiten Bestandssituation des östlichen Berg-Wundklees gegeben, die zudem als Basis für die weiterführende Bearbeitung biogeographischer und evolutionsbiologischer Fragestellungen dient. Darüber hinaus kann die zugrundeliegende Konzeption und praktischen Durchführung für die zukünftige Analyse weiterer gefährdeter bzw. seltener Pflanzenarten, für deren Schutz das Land Österreich eine besondere Verantwortung trägt, Anwendung finden.
Durch Untersaaten lassen sich in vielen Freilandgemuesekulturen Pathogene und tierische Schaderreger auf einem, im Vergleich zu Reinkulturen, niedrigen Befallsniveau regulieren. In solchen Mischkulturen sind chemische Bekaempfungsmassnahmen gar nicht oder selten notwendig. Die Mechanismen, die zu dieser Befallsreduktion beitragen, werden jedoch kontrovers diskutiert. Das Forschungsvorhaben versucht, am Beispiel von Kohl- und Porreekulturen, die Bedeutung einzelner Faktoren (Dispersionsbarrieren, Mikroklima, natuerliche Gegenspieler, Pflanzenqualitaet) durch Freiland- und Gewaechshausversuche zu quantifizieren und daraus Managementempfehlungen fuer die Praxis abzuleiten. Die bisherigen Untersuchungsergebnisse zeigen, dass verschiedene Untersaaten (Klee, Gras u.a.) unterschiedliche Auswirkungen haben koennen und die Insektenarten nicht in gleicher Weise auf eine Mischkultur reagieren muessen.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 32 |
| Europa | 1 |
| Land | 2 |
| Wissenschaft | 17 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 32 |
| License | Count |
|---|---|
| Offen | 32 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 30 |
| Englisch | 3 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Keine | 30 |
| Webseite | 2 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 21 |
| Lebewesen und Lebensräume | 32 |
| Luft | 10 |
| Mensch und Umwelt | 32 |
| Wasser | 11 |
| Weitere | 32 |