Zielsetzung: Die Gesundheitsrisiken durch Al-Schweißrauch-Exposition sind nicht ausreichend geklärt. Externe und interne Belastung von Aluminiumschweißern sollen ermittelt und zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Bereich des ZNS und der Atemwege in Beziehung gesetzt werden. Aktivitäten/Methoden: Epidemiologische Längsschnittstudie über fünf Jahre, bestehend aus drei Querschnittstudien mit je einem Kollektiv (ca. 100 Probanden) mit konstanter, weitgehend sortenreiner Belastung und einem Kollektiv (ca. 50 P) mit längeren Expositionszeiten (größer 5 Jahre) sowie entsprechenden Vergleichskollektiven.
<p> Darauf sollten Sie beim umweltfreundlichen Grillen achten <ul> <li>Achten Sie im Sommer bei anhaltender Trockenheit darauf, ob das Grillen ratsam oder überhaupt erlaubt ist. Waldbrände werden fast immer durch das Fehlverhalten von Menschen verursacht.</li> <li>Grillen Sie möglichst mit einem Elektro- oder Gasgrill.</li> <li>Falls Sie einen Holzkohlegrill verwenden, kaufen Sie Holzkohle aus nachhaltiger Waldwirtschaft (FSC-Siegel).</li> <li>Vermeiden Sie starke Rauchentwicklung beim Grillen durch gute Luftzufuhr und geeignete Grillanzünder.</li> <li>Grillen Sie auch mal Gemüse und vegetarische Produkte statt Fleisch.</li> </ul> Gewusst wie <p>Sommerzeit ist Grillzeit – doch die Zubereitung unter freiem Himmel belastet oft Umwelt und Gesundheit mehr als gedacht. Einen großen Einfluss hat dabei nicht nur die Wahl des Grills oder der Kohle, sondern auch das, was auf dem Rost landet. Mit wenigen gezielten Kniffen grillen Sie nachhaltiger, schadstoffärmer und mindestens genauso lecker.</p> <p><strong>Geeignete Holzkohle:</strong> In einer <a href="https://www.oekolandbau.de/bio-im-alltag/bio-einkaufen/naturwaren-einkaufen/nachhaltige-grillkohle/">Studie des WWF</a> in Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut wurde 2020 festgestellt, dass in jedem zweiten untersuchten Grillkohleprodukt Holz aus subtropischen oder tropischen Ländern enthalten war. Das ist für die Verbraucher*innen nicht direkt ersichtlich. Daher sollte beim Kauf von Holzkohle unbedingt auf vertrauenswürdige Siegel wie <a href="https://www.fsc-deutschland.de/">FSC</a> (Forest Stewardship Council) oder Naturland bzw. <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/oekologischer-landbau/bio-siegel.html">Bio-Siegel</a> geachtete werden. Diese gewährleisten, dass das verwendete Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt. Zertifizierte Holzkohle/-Briketts sind in sehr vielen Baumärkten, Supermärkten und Tankstellen erhältlich. Das DIN-Prüfzeichen (DIN EN 1860-2) stellt sicher, dass die Holzkohle kein Pech, Erdöl, Koks oder Kunststoffe enthält, sagt aber nichts über die Herkunft aus.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/fsc_logo_h600_uba-web.jpg"> </a> <strong> FSC-Label </strong> Quelle: Forest Stewardship Council (FSC) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/fsc_logo_h600_uba-web.jpg">Bild herunterladen</a> (59,06 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/eu-bio-logo.jpg"> </a> <strong> Bio-Logo (EU) </strong> Quelle: EU-Kommission <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/eu-bio-logo.jpg">Bild herunterladen</a> (10,06 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/bio-siegel_deutschland_600dpi.png"> </a> <strong> Bio-Siegel (Deutschland) </strong> Quelle: BMEL <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/bio-siegel_deutschland_600dpi.png">Bild herunterladen</a> (160,31 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/msc-logo_b730_uba-web.jpg"> </a> <strong> MSC-Label </strong> Quelle: Marine Stewardship Council (MSC) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/msc-logo_b730_uba-web.jpg">Bild herunterladen</a> (80,16 kB) Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <p><strong>Grillen und Gesundheit:</strong> Grillen, insbesondere auf Holzkohle, ist wegen der Schadstoffentwicklung (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe - kurz <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pak-0">PAK</a>, Feinstaub, Kohlenstoffmonoxid - kurz CO) nicht empfehlenswert. Die hohen Feinstaubkonzentrationen, die beim Grillen entstehen, können gesundheitliche Auswirkungen haben. Das gilt besonders für Menschen, die bereits von Atemwegs- oder Herz-Kreislauferkrankungen betroffen sind. Auch gesunde Menschen können unter Reizungen der Atemwege oder der Bindehäute der Augen leiden. Die Gesundheitsgefährdung beim Grillen können Sie reduzieren:</p> <ul> <li>Verwenden Sie einen Gas- oder Elektrogrill.</li> <li>Grillen Sie nur im Freien bei sehr guter Belüftung. In Innenräumen reichern sich Kohlenstoffmonoxid (CO) und Kohlenstoffdioxid (CO2) schnell an und insbesondere Kohlenmonoxid führt sehr schnell zu ernsthaften Vergiftungen.</li> <li>Vermeiden Sie starke Rauchentwicklung beim Grillen: durch geeignete Grillanzünder und gute Luftzufuhr. Im Rauch vorhandene PAK wirken krebserregend.</li> <li>Lassen Sie nichts anbrennen. Schwarze Krusten auf Würstchen & Co. enthalten krebserregende Stoffe. Diese entstehen vor allem, wenn Fett oder Bier in die Kohlenglut tropfen und sich der dann aufsteigende Rauch auf das Grillgut legt. Um dies zu vermeiden, sollten Sie Grillschalen (möglichst nicht aus Aluminium) verwenden und nicht mit Bier oder anderen Getränken ablöschen.</li> <li>Verwenden Sie Grillgut ohne Nitritpökelsalz: Bei großer Hitze entstehen im Grillgut als krebserregend geltende Nitrosamine, wenn das Grillgut Nitritpökelsalz enthält.</li> </ul> <p><strong>Auch mal vegetarisch grillen: </strong>Rund 95 Prozent der beim Grillen anfallenden klimarelevanten Emissionen werden durch das Grillgut verursacht. Für klimafreundliches Grillen sollte man vor allem die Menge an Rindfleisch reduzieren und auch mal Käse oder Gemüse auf den Grill legen. Denn wie bei der Ernährung insgesamt gilt auch beim Grillen: Weniger Fleisch (v.a. Rind), mehr Gemüse, Bioprodukte, möglichst regional und saisonal sind am besten für die Umwelt und die Gesundheit.</p> <p><strong>Alu vermeiden:</strong> Unter dem Einfluss von Säure und Salz kann Aluminium auf Lebensmittel übergehen. Nach aktuellem Wissensstand kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine zu hohe Aufnahme von Aluminium gesundheitsschädlich ist. Deshalb sollte der direkte Kontakt von säurehaltigen oder salzigen Speisen – etwa Tomaten, Schafskäse in Salzlake oder mit Zitronensaft gewürztes Fischfilet – mit Aluminiumfolie, Alu-Grillschalen oder unbeschichtetem Alu-Geschirr vermieden werden. Verwenden Sie besser wiederverwendbare Grillschalen aus Edelstahl, Keramik oder mit Emaillebeschichtung oder einen Elektrogrill mit Keramikoberflächen. Wenn das nicht möglich ist, ist die Verwendung von Alu-Grillschalen - insbesondere beim Grillen von Fleisch - das kleinere Übel, um das Abtropfen von Fett in die Glut und damit die krebserregenden Stoffe zu vermeiden. Salzen und würzen sollten Sie allerdings erst am Ende.</p> <p><strong>Asche in den Restmüll:</strong> Holzkohlenasche sollte ausgekühlt im Restmüll landen. Für Garten und Kompost ist sie nicht geeignet. Schadstoffe wie Schwermetalle, die von den Bäumen aufgenommen wurden, sind in der Asche konzentriert vorhanden und würden sich in Obst und Gemüse wiederfinden. Dazu kommen organische Schadstoffe wie Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die bei der unvollständigen Verbrennung beim Grillen entstehen. Viele von ihnen wirken krebserregend.</p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p> <ul> <li>Nehmen Sie insbesondere bei dichter Wohnbebauung Rücksicht auf Ihre Nachbarn und die behördlichen Auflagen. Nicht jeder mag den Grillgeruch und den Rauch. Deshalb ist es auch sinnvoll, die kommunal unterschiedlichen Auflagen zu beachten.</li> <li>Nutzen Sie zum Anzünden möglichst keine chemischen Grillanzünder sondern z.B. Pappe oder Anzünder auf pflanzlicher Basis (auch hier bestenfalls auf eine FSC-Zertifizierung achten).</li> <li>Verwenden Sie auch beim Grillen Mehrweggeschirr. Dann schmeckt das Essen nicht nur besser, sondern Sie vermeiden auch unnötigen Müll. Für die Gartenparty gibt es auch wiederverwendbares und spülmaschinengeeignetes Geschirr.</li> <li>Verwenden Sie keine Einweg-Grills. Diese sind besonders umweltschädlich und gefährlich.</li> <li>Falls Sie sich durch häufig grillende Nachbarn gestört fühlen und ein nettes Gespräch nicht weiterhilft, können Sie sich an das örtliche Umweltamt wenden.</li> </ul> Hintergrund <p><strong>Grillkohle:</strong> Im Jahr 2025 importierte Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 101.791 Tonnen Grillkohle. Hauptlieferanten waren Polen (29.260 Tonnen), Ukraine (15.269 Tonnen), Paraguay (12.668 Tonnen) und Namibia (11.640 Tonnen). Gerade bei Produkten ohne Kennzeichnung besteht die Gefahr, dass sie aus Tropenholz hergestellt wurden.</p> <p>Eine <strong>Ökobilanz</strong>-Studie des TÜV Rheinland hat ergeben, dass die Art des Grillens (Holzkohle, Gas- oder Elektrogrill) für die Umwelt längst nicht so wichtig ist, wie die Auswahl des Grillguts. Nahezu 95 Prozent der anfallenden klimarelevanten Emissionen werden durch das Grillgut verursacht. Tierische Produkte beispielsweise belasten die Umwelt über den gesamten Lebensweg weit mehr als Gemüse. Bei einer Ökobilanz werden rechnerisch die Emissionen und andere Umweltauswirkungen über den gesamten „Lebensweg“ eines Produktes analysiert: von der Herstellung oder Erzeugung über Transport und Verkauf bis zur Verwendung und Verwertung.</p> <p><strong>Luftverschmutzung:</strong> Grillen – besonders mit Holzkohlegrills - führt lokal zu einer hohen Belastung der Luftqualität mit Feinstaub. Solche kurzfristigen, hohen Belastungen mit Feinstaub können bei vorerkrankten Personen zum Beispiel zu Asthmaanfällen, Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen. Auf Dauer erhöht Feinstaub das Risiko für zahlreiche Erkrankungen wie Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Demenz und Krebs. Der Feinstaub gelangt – je nach Größe – über die Lunge in den Blutkreislauf und damit in alle Organe und führt dort zu Entzündungsreaktionen, die wiederum Auslöser der genannten Krankheiten sind.</p> </p><p> Darauf sollten Sie beim umweltfreundlichen Grillen achten <ul> <li>Achten Sie im Sommer bei anhaltender Trockenheit darauf, ob das Grillen ratsam oder überhaupt erlaubt ist. Waldbrände werden fast immer durch das Fehlverhalten von Menschen verursacht.</li> <li>Grillen Sie möglichst mit einem Elektro- oder Gasgrill.</li> <li>Falls Sie einen Holzkohlegrill verwenden, kaufen Sie Holzkohle aus nachhaltiger Waldwirtschaft (FSC-Siegel).</li> <li>Vermeiden Sie starke Rauchentwicklung beim Grillen durch gute Luftzufuhr und geeignete Grillanzünder.</li> <li>Grillen Sie auch mal Gemüse und vegetarische Produkte statt Fleisch.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Sommerzeit ist Grillzeit – doch die Zubereitung unter freiem Himmel belastet oft Umwelt und Gesundheit mehr als gedacht. Einen großen Einfluss hat dabei nicht nur die Wahl des Grills oder der Kohle, sondern auch das, was auf dem Rost landet. Mit wenigen gezielten Kniffen grillen Sie nachhaltiger, schadstoffärmer und mindestens genauso lecker.</p> <p><strong>Geeignete Holzkohle:</strong> In einer <a href="https://www.oekolandbau.de/bio-im-alltag/bio-einkaufen/naturwaren-einkaufen/nachhaltige-grillkohle/">Studie des WWF</a> in Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut wurde 2020 festgestellt, dass in jedem zweiten untersuchten Grillkohleprodukt Holz aus subtropischen oder tropischen Ländern enthalten war. Das ist für die Verbraucher*innen nicht direkt ersichtlich. Daher sollte beim Kauf von Holzkohle unbedingt auf vertrauenswürdige Siegel wie <a href="https://www.fsc-deutschland.de/">FSC</a> (Forest Stewardship Council) oder Naturland bzw. <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/oekologischer-landbau/bio-siegel.html">Bio-Siegel</a> geachtete werden. Diese gewährleisten, dass das verwendete Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt. Zertifizierte Holzkohle/-Briketts sind in sehr vielen Baumärkten, Supermärkten und Tankstellen erhältlich. Das DIN-Prüfzeichen (DIN EN 1860-2) stellt sicher, dass die Holzkohle kein Pech, Erdöl, Koks oder Kunststoffe enthält, sagt aber nichts über die Herkunft aus.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/fsc_logo_h600_uba-web.jpg"> </a> <strong> FSC-Label </strong> Quelle: Forest Stewardship Council (FSC) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/fsc_logo_h600_uba-web.jpg">Bild herunterladen</a> (59,06 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/eu-bio-logo.jpg"> </a> <strong> Bio-Logo (EU) </strong> Quelle: EU-Kommission <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/eu-bio-logo.jpg">Bild herunterladen</a> (10,06 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/bio-siegel_deutschland_600dpi.png"> </a> <strong> Bio-Siegel (Deutschland) </strong> Quelle: BMEL <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/bio-siegel_deutschland_600dpi.png">Bild herunterladen</a> (160,31 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/msc-logo_b730_uba-web.jpg"> </a> <strong> MSC-Label </strong> Quelle: Marine Stewardship Council (MSC) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/530/bilder/msc-logo_b730_uba-web.jpg">Bild herunterladen</a> (80,16 kB) Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <p><strong>Grillen und Gesundheit:</strong> Grillen, insbesondere auf Holzkohle, ist wegen der Schadstoffentwicklung (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe - kurz <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pak-0">PAK</a>, Feinstaub, Kohlenstoffmonoxid - kurz CO) nicht empfehlenswert. Die hohen Feinstaubkonzentrationen, die beim Grillen entstehen, können gesundheitliche Auswirkungen haben. Das gilt besonders für Menschen, die bereits von Atemwegs- oder Herz-Kreislauferkrankungen betroffen sind. Auch gesunde Menschen können unter Reizungen der Atemwege oder der Bindehäute der Augen leiden. Die Gesundheitsgefährdung beim Grillen können Sie reduzieren:</p> <ul> <li>Verwenden Sie einen Gas- oder Elektrogrill.</li> <li>Grillen Sie nur im Freien bei sehr guter Belüftung. In Innenräumen reichern sich Kohlenstoffmonoxid (CO) und Kohlenstoffdioxid (CO2) schnell an und insbesondere Kohlenmonoxid führt sehr schnell zu ernsthaften Vergiftungen.</li> <li>Vermeiden Sie starke Rauchentwicklung beim Grillen: durch geeignete Grillanzünder und gute Luftzufuhr. Im Rauch vorhandene PAK wirken krebserregend.</li> <li>Lassen Sie nichts anbrennen. Schwarze Krusten auf Würstchen & Co. enthalten krebserregende Stoffe. Diese entstehen vor allem, wenn Fett oder Bier in die Kohlenglut tropfen und sich der dann aufsteigende Rauch auf das Grillgut legt. Um dies zu vermeiden, sollten Sie Grillschalen (möglichst nicht aus Aluminium) verwenden und nicht mit Bier oder anderen Getränken ablöschen.</li> <li>Verwenden Sie Grillgut ohne Nitritpökelsalz: Bei großer Hitze entstehen im Grillgut als krebserregend geltende Nitrosamine, wenn das Grillgut Nitritpökelsalz enthält.</li> </ul> <p><strong>Auch mal vegetarisch grillen: </strong>Rund 95 Prozent der beim Grillen anfallenden klimarelevanten Emissionen werden durch das Grillgut verursacht. Für klimafreundliches Grillen sollte man vor allem die Menge an Rindfleisch reduzieren und auch mal Käse oder Gemüse auf den Grill legen. Denn wie bei der Ernährung insgesamt gilt auch beim Grillen: Weniger Fleisch (v.a. Rind), mehr Gemüse, Bioprodukte, möglichst regional und saisonal sind am besten für die Umwelt und die Gesundheit.</p> <p><strong>Alu vermeiden:</strong> Unter dem Einfluss von Säure und Salz kann Aluminium auf Lebensmittel übergehen. Nach aktuellem Wissensstand kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine zu hohe Aufnahme von Aluminium gesundheitsschädlich ist. Deshalb sollte der direkte Kontakt von säurehaltigen oder salzigen Speisen – etwa Tomaten, Schafskäse in Salzlake oder mit Zitronensaft gewürztes Fischfilet – mit Aluminiumfolie, Alu-Grillschalen oder unbeschichtetem Alu-Geschirr vermieden werden. Verwenden Sie besser wiederverwendbare Grillschalen aus Edelstahl, Keramik oder mit Emaillebeschichtung oder einen Elektrogrill mit Keramikoberflächen. Wenn das nicht möglich ist, ist die Verwendung von Alu-Grillschalen - insbesondere beim Grillen von Fleisch - das kleinere Übel, um das Abtropfen von Fett in die Glut und damit die krebserregenden Stoffe zu vermeiden. Salzen und würzen sollten Sie allerdings erst am Ende.</p> <p><strong>Asche in den Restmüll:</strong> Holzkohlenasche sollte ausgekühlt im Restmüll landen. Für Garten und Kompost ist sie nicht geeignet. Schadstoffe wie Schwermetalle, die von den Bäumen aufgenommen wurden, sind in der Asche konzentriert vorhanden und würden sich in Obst und Gemüse wiederfinden. Dazu kommen organische Schadstoffe wie Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die bei der unvollständigen Verbrennung beim Grillen entstehen. Viele von ihnen wirken krebserregend.</p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p> <ul> <li>Nehmen Sie insbesondere bei dichter Wohnbebauung Rücksicht auf Ihre Nachbarn und die behördlichen Auflagen. Nicht jeder mag den Grillgeruch und den Rauch. Deshalb ist es auch sinnvoll, die kommunal unterschiedlichen Auflagen zu beachten.</li> <li>Nutzen Sie zum Anzünden möglichst keine chemischen Grillanzünder sondern z.B. Pappe oder Anzünder auf pflanzlicher Basis (auch hier bestenfalls auf eine FSC-Zertifizierung achten).</li> <li>Verwenden Sie auch beim Grillen Mehrweggeschirr. Dann schmeckt das Essen nicht nur besser, sondern Sie vermeiden auch unnötigen Müll. Für die Gartenparty gibt es auch wiederverwendbares und spülmaschinengeeignetes Geschirr.</li> <li>Verwenden Sie keine Einweg-Grills. Diese sind besonders umweltschädlich und gefährlich.</li> <li>Falls Sie sich durch häufig grillende Nachbarn gestört fühlen und ein nettes Gespräch nicht weiterhilft, können Sie sich an das örtliche Umweltamt wenden.</li> </ul> </p><p> Hintergrund <p><strong>Grillkohle:</strong> Im Jahr 2025 importierte Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 101.791 Tonnen Grillkohle. Hauptlieferanten waren Polen (29.260 Tonnen), Ukraine (15.269 Tonnen), Paraguay (12.668 Tonnen) und Namibia (11.640 Tonnen). Gerade bei Produkten ohne Kennzeichnung besteht die Gefahr, dass sie aus Tropenholz hergestellt wurden.</p> <p>Eine <strong>Ökobilanz</strong>-Studie des TÜV Rheinland hat ergeben, dass die Art des Grillens (Holzkohle, Gas- oder Elektrogrill) für die Umwelt längst nicht so wichtig ist, wie die Auswahl des Grillguts. Nahezu 95 Prozent der anfallenden klimarelevanten Emissionen werden durch das Grillgut verursacht. Tierische Produkte beispielsweise belasten die Umwelt über den gesamten Lebensweg weit mehr als Gemüse. Bei einer Ökobilanz werden rechnerisch die Emissionen und andere Umweltauswirkungen über den gesamten „Lebensweg“ eines Produktes analysiert: von der Herstellung oder Erzeugung über Transport und Verkauf bis zur Verwendung und Verwertung.</p> <p><strong>Luftverschmutzung:</strong> Grillen – besonders mit Holzkohlegrills - führt lokal zu einer hohen Belastung der Luftqualität mit Feinstaub. Solche kurzfristigen, hohen Belastungen mit Feinstaub können bei vorerkrankten Personen zum Beispiel zu Asthmaanfällen, Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen. Auf Dauer erhöht Feinstaub das Risiko für zahlreiche Erkrankungen wie Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Demenz und Krebs. Der Feinstaub gelangt – je nach Größe – über die Lunge in den Blutkreislauf und damit in alle Organe und führt dort zu Entzündungsreaktionen, die wiederum Auslöser der genannten Krankheiten sind.</p> </p><p>Informationen für...</p>
<p> Was Sie beim Umgang mit offenem Feuer befolgen sollten <p>Aus Umwelt- und Gesundheitssicht sollten Lagerfeuer vermieden werden. Wenn Sie dennoch ein Lagerfeuer machen möchten, informieren Sie sich vorab über die Bestimmungen Ihrer Gemeinde. Diese regelt, ob, wann und wie Lagerfeuer zulässig sind. Bitte beachten Sie folgende Tipps:</p> <ul> <li>Verwenden Sie für ein Lagerfeuer nur trockenes, gut abgelagertes und unbehandeltes Holz. Holz, das im Wald oder im Garten herumliegt, ist in den meisten Fällen zu feucht und für ein Lagerfeuer deshalb nicht geeignet.</li> <li>Das Verbrennen von Strauch- und Grünschnitt ist grundsätzlich verboten. Es führt zu sehr hohen Emissionen von Luftschadstoffen.</li> <li>Nutzen Sie dafür vorgesehene Behältnisse auf feuerfestem Untergrund.</li> <li>Prüfen Sie die Wind- und Wetterverhältnisse. Kein Feuer bei starkem Wind oder Trockenheit (Waldbrandgefahr!). Kein Feuer bei austauscharmen/schwachwindigen Wetterlagen: Schadstoffe bleiben lange in bodennahen Luftschichten (Gesundheitsgefahr!).</li> <li>Prüfen Sie zudem unbedingt, ob Personen durch die Brandgerüche gestört werden. Nicht selten führen Lagerfeuer auf Privatgrundstücken zu Konflikten in der Nachbarschaft.</li> </ul> Gewusst wie <p>Viele Menschen genießen die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/atmosphaere">Atmosphäre</a> von Lagerfeuern. Geselligkeit, Romantik, Natürlichkeit und andere positive Erfahrungen werden damit verbunden. Jedoch sind Feuer im Freien auch mit zahlreichen Belastungen für die Umwelt und die Gesundheit verbunden.</p> <p><strong>Vermeiden Sie offene Feuer:</strong> Selbst bei sachgemäßer Durchführung entstehen bei der Verbrennung viele Schadstoffe wie Ruß, (Fein-)Stäube und verschiedene Gase, die in die Luft und durch Einatmen auch in den menschlichen Körper gelangen können. Dabei ist zu beachten, dass Partikel und Bestandteile aus dem Rauch durch den Wind verbreitet werden und somit größere und weitflächigere Auswirkungen auf Menschen und die Natur in der Umgebung haben, als den meisten bewusst ist. Aus Sicht des Umwelt- und Gesundheitsschutzes sollten offene Feuer daher möglichst vermieden werden. Geben Sie (Ast-)Holz stattdessen in die öffentliche Grünschnittabfuhr oder legen Sie Totholzhecken an.</p> <p><strong>Nur trockenes Holz verwenden:</strong> Für ein Feuer sollte nur trockenes und gut abgelagertes Holz verwendet werden. Damit Brennholz richtig durchtrocknen kann, stapeln Sie es am besten bereits gespalten an einem schnee- und regengeschützten, sonnigen und luftigen Platz. Achten Sie darauf, dass das Brennholz keinen Kontakt zum Erdreich hat, da es sonst aus dem Boden Feuchtigkeit ziehen kann.</p> <p><strong>Nur unbehandeltes Holz verwenden:</strong> Achten Sie unbedingt darauf, nur unbehandeltes Holz für ein Lagerfeuer zu verwenden. Denn Holz, dass mit Holzschutzmitteln, Farbe oder Lack behandelt wurde, kann beim Verbrennen hochgiftige <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dioxine">Dioxine</a> und Furane ("Seveso-Gifte") freisetzen. Auch Materialien wie (Zeitungs-)Papier, Pappe oder Kunststoffe setzen beim Verbrennen unnötig hohe gesundheitsgefährdende Schadstoffemissionen frei und gehören nicht ins Feuer. Das offene Verbrennen von solchen Stoffen ist gesetzlich verboten. Es stellt zudem eine illegale Abfallentsorgung dar, sofern die Materialien Abfälle sind (z. B. Kunststoffverpackungen, Altholz).</p> <p><strong>Keine Grünabfälle verbrennen: </strong>Die Entsorgung von Gartenabfällen, Grünschnitt, Laub, Blättern und Holz mittels eines offenen Feuers ist im Allgemeinen verboten (siehe <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/garten-freizeit/lagerfeuer-feuerschalen#hintergrund">Hintergrund</a>). Das Verbrennen führt zu sehr hohen Staub- und Geruchsemissionen sowie anderen organischen Schadstoffen wie z. B. Polyzyklischen Aromatischen Kohlenstoffen (PAKs) und schädigt so Umwelt und Gesundheit.</p> <p>Eine gute Alternative für die Entsorgung von <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15271"><strong>Gartenabfällen</strong></a> ist die Kompostierung auf dem eigenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470"><strong>Komposthaufen</strong></a> oder die Entsorgung über die Biotonne. Wertvolle Inhaltsstoffe werden so recycelt. Im Falle einer Behandlung des kommunalen Bioabfalls in Biogasanlagen wird darüber hinaus auch die im Bioabfall enthaltene Energie genutzt, um z. B. Strom und/oder Wärme zu gewinnen. Größere Mengen an Grünschnitt und/oder dickere Äste können Sie über das lokale Entsorgungsunternehmen abgeben. Der über die Recyclinghöfe gesammelte Baum- und Strauchschnitt wird in Kompostieranlagen zu einem Qualitätskompost verarbeitet oder in Biomasseheizwerken thermisch verwertet.</p> <p><strong>Lagerfeuer nur an dafür geeigneten Stellen machen:</strong> Wenn Sie ein Lagerfeuer machen möchten, müssen Sie sicherstellen, dass sich das Feuer nicht ausbreiten kann. Hierfür eignen sich feuerfeste Behältnisse (z. B. Feuerschalen oder Feuerkörbe) auf feuerfestem Grund (z. B. Feuerplatz). Dies reduziert die Brandgefahr und vereinfacht das Löschen. Stellen Sie ein ausreichend großes Gefäß zum Löschen bereit (z. B. Eimer mit Wasser). Wichtig ist aber auch: Mindestens eine Person sollte das Lagerfeuer immer im Blick behalten, damit es auch tatsächlich innerhalb der Feuerstelle verbleibt.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerschale_grill_spiritus_yantra_fotolia_31736355_m.jpg"> </a> <strong> Nutzen Sie für Ihr Lagerfeuer vorgesehene Behältnisse auf feuerfestem Untergrund. </strong> Quelle: Yantra / Fotolia.com <p><strong>Auf Wind- und Wetterverhältnisse achten:</strong> Prüfen Sie vor jedem Lagerfeuer die Wind- und Wetterverhältnisse. Während längerer Trockenperioden oder bei erhöhter Waldbrandgefahr ist aus Brandschutzgründen auf Lagerfeuer zu verzichten. Bei Wind stellt der Funkenflug ein erhöhtes Brandrisiko dar. Achten Sie daher auf ausreichend Abstand zu brennbaren Objekten (Bäume, Büsche, Häuser, Schuppen, etc.).</p> <p><strong>Glut löschen:</strong> Aus Brandschutzgründen sollte auch die Glut nicht unbeaufsichtigt gelassen werden. Beim Verlassen des Lagerfeuerortes sollten Sie diese deshalb mit Wasser ablöschen.</p> <p><strong>Nehmen Sie Rücksicht auf Ihre Nachbarn: </strong>Beachten Sie Mindestabstände zu Gebäuden, Straßen und Lüftungsöffnungen wie Fenster und Türen. In eng bebauten Wohngebieten ist die Einhaltung von Mindestabständen in der Regel nicht möglich, deshalb sollten Lagerfeuer hier grundsätzlich vermieden werden. Rauch- und Geruchsentwicklungen durch Lagerfeuer führen regelmäßig zu Beschwerden aus der Bevölkerung aufgrund starker Belästigung und gesundheitlicher Beeinträchtigung. Bedenken Sie, dass die Luftschadstoffe aus dem Lagerfeuer sowohl für Sie als auch für die Nachbarschaft ein kurz- und langfristiges Risiko für die Gesundheit darstellen. Nehmen Sie Rücksicht und beachten Sie behördliche Auflagen. Lagerfeuerqualm in der Wohnung kann ebenso Ärger verursachen wie nach Rauch riechende Wäsche von der Wäscheleine. Falls Sie sich selbst durch Nachbarn oder Nachbarinnen gestört fühlen, die häufig ein Lagerfeuer entzünden, und ein freundliches Gespräch nicht weiterhilft, können Sie sich an das örtliche Umwelt- oder Ordnungsamt wenden.</p> <p><strong>Aus dem Rauch gehen:</strong> Halten Sie genügend Abstand zur Rauchfahne, auch wenn Sie dafür bei wechselhaften Windverhältnissen den Platz am Feuer wechseln müssen. Denn selbst bei korrekter Verwendung von Brennholz sind die gesundheitsschädlichen Folgen im Rauch des Lagerfeuers am größten.</p> <p><strong>Asche in den Restmüll geben:</strong> Lagerfeuerasche sollte ausgekühlt im Restmüll landen. Für Garten und Kompost ist sie nicht geeignet, da es sonst zu einer Anreicherung von Schwermetallen (die natürlicherweise im Holz vorhanden sind), aber auch von Schadstoffen aus der Verbrennung wie z. B. PAKs im Boden kommen kann.</p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p> <ul> <li>Anzündhilfen (fest, flüssig, Gel), sollten die Anforderungen der DIN EN 1860-3 einhalten.</li> <li>Nutzen Sie möglichst pflanzliche oder naturnahe Anzündhilfen (z. B. Holzwolle).</li> <li>Verwenden Sie niemals Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin. Diese Flüssigkeiten verdampfen bereits bei niedrigen Temperaturen und bilden ein explosives Gas-Luft-<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/gemisch">Gemisch</a>. Sie können meterhoch verpuffen und umstehenden Menschen schweren Schaden zufügen.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/377/bilder/kaminfeuer_focus_finder-fotolia.com_49610972_m.jpg"> </a> <strong> Bei der Holzverbrennung entstehen gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe. </strong> <br> <p>Die Gesundheit wird vor allem durch die hohen Emissionen an Feinstaub und gasförmigen Kohlenwasserstoffen der Holzfeuerungen beeinträchtigt.</p> Quelle: focus finder / Fotolia.com Hintergrund <p><strong>Umweltsituation: </strong>Die Verbrennung von Holz im Freien führt zu sehr hohen lokalen Schadstoffemissionen u. a. von <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/3225"><strong>Feinstaub</strong></a>, Kohlenmonoxid und organischen Verbindungen, darunter auch krebserzeugende <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/3628"><strong>Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe</strong></a> (PAKs), die direkt eingeatmet werden können.</p> <p>Insbesondere an Tagen mit austauscharmen Wetterlagen führt dies zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Luftqualität. So liefert das Verbrennen von Gartenabfällen einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag zur Erhöhung der regionalen Hintergrundbelastung in Bezug auf Feinstaub (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm10">PM10</a>) und kann daher lokal zur Überschreitung der Luftqualitätsgrenzwerte beitragen. Dies geschieht vor allem dann, wenn viele Lagerfeuer in einer Region gleichzeitig abgebrannt werden, wie durch sogenannte Brauchtumsfeuer oder Brenntage. Darüber hinaus kommt es zu einer höheren Belastung mit Feinstaubpartikeln (PM2.5) in den bodennahen Luftschichten (<a href="https://lau.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MLU/LAU/PUBLIKATIONEN/Berichte_und_Fachinformationen/Fachinformationen/Fachinfo_4_2011.pdf"><strong>Verbrennung von Gartenabfällen - Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt 2009/2011</strong></a>). Dies stellt insbesondere für empfindliche Personen wie zum Beispiel Kinder oder an Asthma Erkrankte ein besonderes Gesundheitsrisiko dar. Diese können dann bei hohen Sommertemperaturen nachts nicht lüften oder werden hohen Schadstoffkonzentrationen ausgesetzt.</p> <p>Durch seine geringe Größe kann Feinstaub beim Einatmen in die Lunge gelangen. Je nach Größe der Feinstaubpartikel dringen diese unterschiedlich tief in den Atemtrakt ein und können so die Gesundheit auf vielfältige Weise beeinträchtigen. Akute Folgen können lokale Reizungen oder Entzündungen der Atemwege mit Husten, Halskratzen, Brennen in der Nase oder ein Engegefühl in der Brust sein. Auch Augenreizungen mit Rötung, Tränenfluss und Brennen können durch Rauchpartikel ausgelöst werden. Bei längerem Aufenthalt direkt im Rauch kann es durch Kohlenmonoxid (CO) und andere Gase auch zu Kopfschmerzen und Schwindel kommen.</p> <p>Bei längerer oder dauerhafter Belastung kommt es oft zu einer Verschlimmerung bestehender Erkrankungen: Besonders problematisch für Menschen mit Asthma, COPD oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber auch systemische Krankheiten wie Bluthochdruck oder Arteriosklerose bis hin zum Schlaganfall oder Herzinfarkt können durch die Schadstoffe von Lagerfeuern mitverursacht werden. Feinstaub ist zudem krebserregend und steht außerdem im Verdacht, Diabetes mellitus Typ 2 zu fördern. Zusammenhänge zu neurologischen Erkrankungen wie Demenz oder Morbus Parkinson werden diskutiert. Für Schwangere, Kinder, Ältere und Personen mit geschädigten Atemwegen stellen Feinstaub und weitere Luftschadstoffe eine besondere gesundheitliche Belastung dar.</p> <p><strong>Gesetzeslage</strong>: Pflanzliche Abfälle wie Laub sowie Strauch- und Grünschnitt sollen nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) möglichst verwertet werden. Dabei hat die Verwertung Vorrang vor der Beseitigung (§ 7 Absatz 2 KrWG). Können die Abfälle im privaten Rahmen nicht selbst verwertet (z. B. kompostiert) werden, sind sie der kommunalen Abfallentsorgung zu überlassen (§ 17 KrWG). Für die Beseitigung gilt: Abfälle dürfen nur in dafür zugelassenen Anlagen beseitigt werden (§ 28 Absatz 1 KrWG). Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle im Garten oder auf dem freien Feld ist damit grundsätzlich verboten.</p> <p>Von diesem Grundsatz dürfen die Bundesländer allerdings Ausnahmen zulassen (§ 28 Absatz 3 KrWG). Sie können durch Rechtsverordnungen regeln, dass und wie bestimmte Abfälle (oder nur bestimmte Mengen davon) ausnahmsweise außerhalb von Anlagen beseitigt werden dürfen. Fast alle Bundesländer mit Ausnahme von Bremen und Berlin haben solche Verordnungen hinsichtlich der Beseitigung pflanzlicher Abfälle erlassen. Manche Länder verbieten dabei das Verbrennen auf dem eigenen Grundstück oder dem freien Feld generell, andere erlauben es nur unter bestimmten Voraussetzungen oder verlangen eine vorherige Anzeige bei der zuständigen Behörde.</p> <p>Für Sie bedeutet das: Informieren Sie sich über die Regelungen Ihres Bundeslandes und Ihrer Gemeinde. Wer pflanzliche Abfälle unzulässigerweise verbrennt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann (§ 69 Absatz 1 KrWG).</p> </p><p> Was Sie beim Umgang mit offenem Feuer befolgen sollten <p>Aus Umwelt- und Gesundheitssicht sollten Lagerfeuer vermieden werden. Wenn Sie dennoch ein Lagerfeuer machen möchten, informieren Sie sich vorab über die Bestimmungen Ihrer Gemeinde. Diese regelt, ob, wann und wie Lagerfeuer zulässig sind. Bitte beachten Sie folgende Tipps:</p> <ul> <li>Verwenden Sie für ein Lagerfeuer nur trockenes, gut abgelagertes und unbehandeltes Holz. Holz, das im Wald oder im Garten herumliegt, ist in den meisten Fällen zu feucht und für ein Lagerfeuer deshalb nicht geeignet.</li> <li>Das Verbrennen von Strauch- und Grünschnitt ist grundsätzlich verboten. Es führt zu sehr hohen Emissionen von Luftschadstoffen.</li> <li>Nutzen Sie dafür vorgesehene Behältnisse auf feuerfestem Untergrund.</li> <li>Prüfen Sie die Wind- und Wetterverhältnisse. Kein Feuer bei starkem Wind oder Trockenheit (Waldbrandgefahr!). Kein Feuer bei austauscharmen/schwachwindigen Wetterlagen: Schadstoffe bleiben lange in bodennahen Luftschichten (Gesundheitsgefahr!).</li> <li>Prüfen Sie zudem unbedingt, ob Personen durch die Brandgerüche gestört werden. Nicht selten führen Lagerfeuer auf Privatgrundstücken zu Konflikten in der Nachbarschaft.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Viele Menschen genießen die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/atmosphaere">Atmosphäre</a> von Lagerfeuern. Geselligkeit, Romantik, Natürlichkeit und andere positive Erfahrungen werden damit verbunden. Jedoch sind Feuer im Freien auch mit zahlreichen Belastungen für die Umwelt und die Gesundheit verbunden.</p> <p><strong>Vermeiden Sie offene Feuer:</strong> Selbst bei sachgemäßer Durchführung entstehen bei der Verbrennung viele Schadstoffe wie Ruß, (Fein-)Stäube und verschiedene Gase, die in die Luft und durch Einatmen auch in den menschlichen Körper gelangen können. Dabei ist zu beachten, dass Partikel und Bestandteile aus dem Rauch durch den Wind verbreitet werden und somit größere und weitflächigere Auswirkungen auf Menschen und die Natur in der Umgebung haben, als den meisten bewusst ist. Aus Sicht des Umwelt- und Gesundheitsschutzes sollten offene Feuer daher möglichst vermieden werden. Geben Sie (Ast-)Holz stattdessen in die öffentliche Grünschnittabfuhr oder legen Sie Totholzhecken an.</p> <p><strong>Nur trockenes Holz verwenden:</strong> Für ein Feuer sollte nur trockenes und gut abgelagertes Holz verwendet werden. Damit Brennholz richtig durchtrocknen kann, stapeln Sie es am besten bereits gespalten an einem schnee- und regengeschützten, sonnigen und luftigen Platz. Achten Sie darauf, dass das Brennholz keinen Kontakt zum Erdreich hat, da es sonst aus dem Boden Feuchtigkeit ziehen kann.</p> <p><strong>Nur unbehandeltes Holz verwenden:</strong> Achten Sie unbedingt darauf, nur unbehandeltes Holz für ein Lagerfeuer zu verwenden. Denn Holz, dass mit Holzschutzmitteln, Farbe oder Lack behandelt wurde, kann beim Verbrennen hochgiftige <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dioxine">Dioxine</a> und Furane ("Seveso-Gifte") freisetzen. Auch Materialien wie (Zeitungs-)Papier, Pappe oder Kunststoffe setzen beim Verbrennen unnötig hohe gesundheitsgefährdende Schadstoffemissionen frei und gehören nicht ins Feuer. Das offene Verbrennen von solchen Stoffen ist gesetzlich verboten. Es stellt zudem eine illegale Abfallentsorgung dar, sofern die Materialien Abfälle sind (z. B. Kunststoffverpackungen, Altholz).</p> <p><strong>Keine Grünabfälle verbrennen: </strong>Die Entsorgung von Gartenabfällen, Grünschnitt, Laub, Blättern und Holz mittels eines offenen Feuers ist im Allgemeinen verboten (siehe <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/garten-freizeit/lagerfeuer-feuerschalen#hintergrund">Hintergrund</a>). Das Verbrennen führt zu sehr hohen Staub- und Geruchsemissionen sowie anderen organischen Schadstoffen wie z. B. Polyzyklischen Aromatischen Kohlenstoffen (PAKs) und schädigt so Umwelt und Gesundheit.</p> <p>Eine gute Alternative für die Entsorgung von <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15271"><strong>Gartenabfällen</strong></a> ist die Kompostierung auf dem eigenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470"><strong>Komposthaufen</strong></a> oder die Entsorgung über die Biotonne. Wertvolle Inhaltsstoffe werden so recycelt. Im Falle einer Behandlung des kommunalen Bioabfalls in Biogasanlagen wird darüber hinaus auch die im Bioabfall enthaltene Energie genutzt, um z. B. Strom und/oder Wärme zu gewinnen. Größere Mengen an Grünschnitt und/oder dickere Äste können Sie über das lokale Entsorgungsunternehmen abgeben. Der über die Recyclinghöfe gesammelte Baum- und Strauchschnitt wird in Kompostieranlagen zu einem Qualitätskompost verarbeitet oder in Biomasseheizwerken thermisch verwertet.</p> <p><strong>Lagerfeuer nur an dafür geeigneten Stellen machen:</strong> Wenn Sie ein Lagerfeuer machen möchten, müssen Sie sicherstellen, dass sich das Feuer nicht ausbreiten kann. Hierfür eignen sich feuerfeste Behältnisse (z. B. Feuerschalen oder Feuerkörbe) auf feuerfestem Grund (z. B. Feuerplatz). Dies reduziert die Brandgefahr und vereinfacht das Löschen. Stellen Sie ein ausreichend großes Gefäß zum Löschen bereit (z. B. Eimer mit Wasser). Wichtig ist aber auch: Mindestens eine Person sollte das Lagerfeuer immer im Blick behalten, damit es auch tatsächlich innerhalb der Feuerstelle verbleibt.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerschale_grill_spiritus_yantra_fotolia_31736355_m.jpg"> </a> <strong> Nutzen Sie für Ihr Lagerfeuer vorgesehene Behältnisse auf feuerfestem Untergrund. </strong> Quelle: Yantra / Fotolia.com </p><p> <p><strong>Auf Wind- und Wetterverhältnisse achten:</strong> Prüfen Sie vor jedem Lagerfeuer die Wind- und Wetterverhältnisse. Während längerer Trockenperioden oder bei erhöhter Waldbrandgefahr ist aus Brandschutzgründen auf Lagerfeuer zu verzichten. Bei Wind stellt der Funkenflug ein erhöhtes Brandrisiko dar. Achten Sie daher auf ausreichend Abstand zu brennbaren Objekten (Bäume, Büsche, Häuser, Schuppen, etc.).</p> <p><strong>Glut löschen:</strong> Aus Brandschutzgründen sollte auch die Glut nicht unbeaufsichtigt gelassen werden. Beim Verlassen des Lagerfeuerortes sollten Sie diese deshalb mit Wasser ablöschen.</p> <p><strong>Nehmen Sie Rücksicht auf Ihre Nachbarn: </strong>Beachten Sie Mindestabstände zu Gebäuden, Straßen und Lüftungsöffnungen wie Fenster und Türen. In eng bebauten Wohngebieten ist die Einhaltung von Mindestabständen in der Regel nicht möglich, deshalb sollten Lagerfeuer hier grundsätzlich vermieden werden. Rauch- und Geruchsentwicklungen durch Lagerfeuer führen regelmäßig zu Beschwerden aus der Bevölkerung aufgrund starker Belästigung und gesundheitlicher Beeinträchtigung. Bedenken Sie, dass die Luftschadstoffe aus dem Lagerfeuer sowohl für Sie als auch für die Nachbarschaft ein kurz- und langfristiges Risiko für die Gesundheit darstellen. Nehmen Sie Rücksicht und beachten Sie behördliche Auflagen. Lagerfeuerqualm in der Wohnung kann ebenso Ärger verursachen wie nach Rauch riechende Wäsche von der Wäscheleine. Falls Sie sich selbst durch Nachbarn oder Nachbarinnen gestört fühlen, die häufig ein Lagerfeuer entzünden, und ein freundliches Gespräch nicht weiterhilft, können Sie sich an das örtliche Umwelt- oder Ordnungsamt wenden.</p> <p><strong>Aus dem Rauch gehen:</strong> Halten Sie genügend Abstand zur Rauchfahne, auch wenn Sie dafür bei wechselhaften Windverhältnissen den Platz am Feuer wechseln müssen. Denn selbst bei korrekter Verwendung von Brennholz sind die gesundheitsschädlichen Folgen im Rauch des Lagerfeuers am größten.</p> <p><strong>Asche in den Restmüll geben:</strong> Lagerfeuerasche sollte ausgekühlt im Restmüll landen. Für Garten und Kompost ist sie nicht geeignet, da es sonst zu einer Anreicherung von Schwermetallen (die natürlicherweise im Holz vorhanden sind), aber auch von Schadstoffen aus der Verbrennung wie z. B. PAKs im Boden kommen kann.</p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p> <ul> <li>Anzündhilfen (fest, flüssig, Gel), sollten die Anforderungen der DIN EN 1860-3 einhalten.</li> <li>Nutzen Sie möglichst pflanzliche oder naturnahe Anzündhilfen (z. B. Holzwolle).</li> <li>Verwenden Sie niemals Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin. Diese Flüssigkeiten verdampfen bereits bei niedrigen Temperaturen und bilden ein explosives Gas-Luft-<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/gemisch">Gemisch</a>. Sie können meterhoch verpuffen und umstehenden Menschen schweren Schaden zufügen.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/377/bilder/kaminfeuer_focus_finder-fotolia.com_49610972_m.jpg"> </a> <strong> Bei der Holzverbrennung entstehen gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe. </strong> <br> <p>Die Gesundheit wird vor allem durch die hohen Emissionen an Feinstaub und gasförmigen Kohlenwasserstoffen der Holzfeuerungen beeinträchtigt.</p> Quelle: focus finder / Fotolia.com </p><p> Hintergrund <p><strong>Umweltsituation: </strong>Die Verbrennung von Holz im Freien führt zu sehr hohen lokalen Schadstoffemissionen u. a. von <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/3225"><strong>Feinstaub</strong></a>, Kohlenmonoxid und organischen Verbindungen, darunter auch krebserzeugende <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/3628"><strong>Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe</strong></a> (PAKs), die direkt eingeatmet werden können.</p> <p>Insbesondere an Tagen mit austauscharmen Wetterlagen führt dies zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Luftqualität. So liefert das Verbrennen von Gartenabfällen einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag zur Erhöhung der regionalen Hintergrundbelastung in Bezug auf Feinstaub (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm10">PM10</a>) und kann daher lokal zur Überschreitung der Luftqualitätsgrenzwerte beitragen. Dies geschieht vor allem dann, wenn viele Lagerfeuer in einer Region gleichzeitig abgebrannt werden, wie durch sogenannte Brauchtumsfeuer oder Brenntage. Darüber hinaus kommt es zu einer höheren Belastung mit Feinstaubpartikeln (PM2.5) in den bodennahen Luftschichten (<a href="https://lau.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MLU/LAU/PUBLIKATIONEN/Berichte_und_Fachinformationen/Fachinformationen/Fachinfo_4_2011.pdf"><strong>Verbrennung von Gartenabfällen - Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt 2009/2011</strong></a>). Dies stellt insbesondere für empfindliche Personen wie zum Beispiel Kinder oder an Asthma Erkrankte ein besonderes Gesundheitsrisiko dar. Diese können dann bei hohen Sommertemperaturen nachts nicht lüften oder werden hohen Schadstoffkonzentrationen ausgesetzt.</p> <p>Durch seine geringe Größe kann Feinstaub beim Einatmen in die Lunge gelangen. Je nach Größe der Feinstaubpartikel dringen diese unterschiedlich tief in den Atemtrakt ein und können so die Gesundheit auf vielfältige Weise beeinträchtigen. Akute Folgen können lokale Reizungen oder Entzündungen der Atemwege mit Husten, Halskratzen, Brennen in der Nase oder ein Engegefühl in der Brust sein. Auch Augenreizungen mit Rötung, Tränenfluss und Brennen können durch Rauchpartikel ausgelöst werden. Bei längerem Aufenthalt direkt im Rauch kann es durch Kohlenmonoxid (CO) und andere Gase auch zu Kopfschmerzen und Schwindel kommen.</p> <p>Bei längerer oder dauerhafter Belastung kommt es oft zu einer Verschlimmerung bestehender Erkrankungen: Besonders problematisch für Menschen mit Asthma, COPD oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber auch systemische Krankheiten wie Bluthochdruck oder Arteriosklerose bis hin zum Schlaganfall oder Herzinfarkt können durch die Schadstoffe von Lagerfeuern mitverursacht werden. Feinstaub ist zudem krebserregend und steht außerdem im Verdacht, Diabetes mellitus Typ 2 zu fördern. Zusammenhänge zu neurologischen Erkrankungen wie Demenz oder Morbus Parkinson werden diskutiert. Für Schwangere, Kinder, Ältere und Personen mit geschädigten Atemwegen stellen Feinstaub und weitere Luftschadstoffe eine besondere gesundheitliche Belastung dar.</p> <p><strong>Gesetzeslage</strong>: Pflanzliche Abfälle wie Laub sowie Strauch- und Grünschnitt sollen nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) möglichst verwertet werden. Dabei hat die Verwertung Vorrang vor der Beseitigung (§ 7 Absatz 2 KrWG). Können die Abfälle im privaten Rahmen nicht selbst verwertet (z. B. kompostiert) werden, sind sie der kommunalen Abfallentsorgung zu überlassen (§ 17 KrWG). Für die Beseitigung gilt: Abfälle dürfen nur in dafür zugelassenen Anlagen beseitigt werden (§ 28 Absatz 1 KrWG). Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle im Garten oder auf dem freien Feld ist damit grundsätzlich verboten.</p> <p>Von diesem Grundsatz dürfen die Bundesländer allerdings Ausnahmen zulassen (§ 28 Absatz 3 KrWG). Sie können durch Rechtsverordnungen regeln, dass und wie bestimmte Abfälle (oder nur bestimmte Mengen davon) ausnahmsweise außerhalb von Anlagen beseitigt werden dürfen. Fast alle Bundesländer mit Ausnahme von Bremen und Berlin haben solche Verordnungen hinsichtlich der Beseitigung pflanzlicher Abfälle erlassen. Manche Länder verbieten dabei das Verbrennen auf dem eigenen Grundstück oder dem freien Feld generell, andere erlauben es nur unter bestimmten Voraussetzungen oder verlangen eine vorherige Anzeige bei der zuständigen Behörde.</p> <p>Für Sie bedeutet das: Informieren Sie sich über die Regelungen Ihres Bundeslandes und Ihrer Gemeinde. Wer pflanzliche Abfälle unzulässigerweise verbrennt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann (§ 69 Absatz 1 KrWG).</p> </p><p>Informationen für...</p>
Ziel der Studie ist es, an Probanden nach inhalativer Exposition gegenueber Fein- und Ultrafeinpartikeln in Schweissrauchen das Auftreten entzuendlicher Reaktionen der oberen und unteren Atemwege zu untersuchen. Die Untersuchung soll an 40 gesunden Probanden erfolgen, die sich je zur Haelfte aus Berufsschweissern sowie Kontrollpersonen zusammensetzen. Auswertungen dieser Ergebnisse sollen Hinweise darueber liefern, inwiefern die in der Literatur beschriebenen und kausal mit Schweissrauchexposition in Zusammenhang gebrachten Krankheitsbilder des Atemtrakts mit entzuendlichen Reaktionen einhergehen.
<p> Welche Umwelt- und Gesundheitsaspekte Sie beim Kaminofen beachten sollten <p>Verzichten Sie aus Gründen des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>- und Gesundheitsschutzes sowie der Luftreinhaltung darauf, Ihr Haus mit Holz oder Kohle in einem Kaminofen zu beheizen. Häuser sollten mit brennstofffreien erneuerbaren Energien (Wärmepumpe, Solarthermie) mit Wärme versorgt werden.</p> <p>Sollten Sie dennoch gelegentlich einen Kaminofen betreiben wollen, sollten Sie Folgendes beachten:</p> <ul> <li>Prüfen Sie den Austausch Ihres Kaminofens, wenn er älter als 15 Jahre ist.</li> <li>Achten Sie beim Erwerb eines Kaminofens auf einen hohen Wirkungsgrad und geringe Schadstoffemissionen.</li> <li>Verbrennen Sie nur geeignetes, trockenes und unbehandeltes Holz.</li> <li>Öffnen Sie die Ofentür beim Nachlegen nicht ruckartig, sondern langsam, um einen Rauchgasaustritt in den Aufstellraum zu vermeiden („Zwei-Zentimeter-Regel“). </li> <li>Orientieren Sie sich beim Betrieb Ihres Kaminofens an der Bedienungsanleitung.</li> <li>Entsorgen Sie die abgekühlte Asche über den Hausmüll (Restmülltonne).</li> </ul> Gewusst wie <p>Die Verbrennung von Holz ist insbesondere in kleinen Feuerungsanlagen wie Kaminöfen ohne automatische Regelung unvollständig. Dabei entstehen gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe wie Feinstaub und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pak-0">PAK</a>), die beispielsweise auch im Zigarettenrauch vorkommen. Zudem werden klimaschädliche Stoffe wie Methan, Lachgas und Ruß freigesetzt.</p> <p>Holz ist ein nur langsam nachwachsender und daher begrenzter Rohstoff und wichtiger Kohlenstoffspeicher. Es sollte deshalb in Maßen und dann v.a. in langlebigen Holzprodukten genutzt werden. Daher sollten Sie aus Umwelt-, Gesundheits- und Klimaschutzgründen auf die Nutzung von Holz zur Wärmeversorgung Ihres Hauses verzichten. Falls Holz dennoch in einem Ofen verbrannt wird, um Raumwärme bereitzustellen, sind einige Punkte zu beachten:</p> <p><strong>Alte Öfen austauschen:</strong> Öfen, die älter als 15 Jahre sind, entsprechen in der Regel nicht mehr dem Stand der Technik. In den meisten Fällen lohnt es sich, einen effizienteren und emissionsärmeren Ofen einzubauen. Dieser muss die 2. Stufe der <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_1_2010/">Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV)</a> einhalten. Öfen, die zwischen dem 01. Januar 1995 und dem 21. März 2010 typgeprüft wurden, mussten bis zum 31. Dezember 2024 stillgelegt, nachgerüstet oder durch einen neuen emissionsärmeren Ofen ersetzt werden, wenn der bestehende Ofen die geltenden Grenzwerte nicht einhält. </p> <p><strong>Hohe Energieeffizienzklasse wählen:</strong> Neben der Leistung sollten Sie beim Erwerb eines neuen Kaminofens auf einen hohen Wirkungsgrad und geringe Emissionen achten. Kaminöfen mit hohem Wirkungsgrad erreichen Effizienzklasse A+. Der Blaue Engel kennzeichnet effiziente und besonders emissionsarme Kaminöfen (siehe unten). Eventuelle Mehrkosten können in der Regel durch einen geringeren Brennstoffbedarf wieder eingespart werden. </p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Energielabel.png"> </a> <strong> EU-Energielabel für Kaminöfen </strong> Quelle: EU-Kommission <p><strong>Emissionsarme Anlagentechnik nutzen:</strong> Die Wärmeleistung eines Ofens muss an die örtlichen Gegebenheiten des Aufstellraums angepasst sein. Nur dann lässt sich dieser optimal und emissionsarm betreiben. Hierzu sollten Sie sich von Ihrem Schornsteinfeger oder Ihrer Schornsteinfegerin beraten lassen.</p> <ul> <li>Wählen Sie einen Ofen mit einer dicken Feuerraumauskleidung (z. B. Schamotte) und einer gut isolierten Sichtscheibe (2-fach Verglasung oder spezielle Reflexionsbeschichtung). Damit können hohe Temperaturen in der Brennkammer besser gehalten werden und die äußere Oberfläche des Ofens wird nicht zu heiß.</li> <li>Bei der Geometrie empfiehlt es sich, dass der Ofen höher als breit ist. Das verbessert die Flammenausbreitung und ist für einen emissionsarmen Betrieb vorteilhaft. Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, dass der ausgewählte Ofen robust ist, keine wackligen Teile enthält und der Schließmechanismus für die Tür festsitzt.</li> <li>Bei raumluftunabhängig betreibbaren Kaminöfen und Feuerstätten kommt die Verbrennungsluft nicht aus dem Umgebungsraum, sondern über eine separate Luftzufuhr. Dadurch lassen sich Wärmeverluste über den Schornstein teilweise vermeiden. Wegen strengerer Normanforderungen haben solche raumluftunabhängigen Feuerstätten eine höhere Dichtheit und eine selbsttätig dicht schließende Tür. Ist Ihr Gebäude besonders gut gedämmt oder verfügt es über eine zentrale Belüftung, ist eine separate Luftzufuhr für den Kaminofen unbedingt erforderlich.</li> <li>Für eine möglichst bequeme Handhabung der Anlage achten Sie bei der Auswahl auf eine moderne Steuerung und Regelung. Sie sorgt dafür, dass Sie nur wenig tun müssen. Eine Abgassensorik mit Steuerung und Regelung überwacht die Verbrennung, sorgt für eine optimale Luftzufuhr in den Brennraum und reduziert die Emissionen. Einige Kaminöfen verfügen auch über nachgeschaltete Katalysatoren, um die Emissionen unverbrannter gasförmiger Luftschadstoffe zu reduzieren. Darüber hinaus gibt es auch Öfen, die über integrierte oder nachgeschaltete Staubabscheider verfügen, um niedrigere Staubemissionen zu gewährleisten.</li> <li>Sie können beim Austausch eines alten Kaminofens auch auf einen Pelletofen umsteigen. Pelletöfen verbrennen den Brennstoff emissionsärmer und die Brennstoffzufuhr erfolgt automatisch. </li> </ul> <p><strong>Staubabscheider einbauen:</strong> Durch den Einsatz von Staubabscheidern können niedrigere Schadstoffemissionen bei Holzfeuerungen erreicht werden. Eine <a href="https://www.dibt.de/de/bauprodukte/informationsportal-bauprodukte-und-bauarten/produktgruppen/bauprodukte-detail/bauprodukt/staubabscheider-fuer-feuerungsanlagen">Übersicht über bauartzugelassene Staubabscheider</a> finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Institut für Bautechnik (DiBt). Für weitere Informationen empfehlen wir unsere Broschüre <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/heizen-holz-wenn-dann-richtig">Heizen mit Holz</a>.</p> <p>Der <a href="https://www.blauer-engel.de/de/produktwelt/kaminoefen-fuer-holz/kaminoefen">Blaue Engel für Kaminöfen für Holz</a> gibt Orientierung beim Kauf eines Kaminofens. Er zeichnet Geräte aus, die niedrigere Staub- und Schadstoffemissionen aufweisen und die bedienerfreundlich sind. Fragen Sie beim Kauf, ob der ausgewählte Kaminofen die Kriterien des Blauen Engels einhalten kann. Beachten Sie jedoch, dass auch bei der Nutzung von Kaminöfen mit dem Blauen Engel immer noch Luftschadstoffe emittiert werden, die durch die Nutzung anderer Heizsysteme – insbesondere mit brennstofffreien erneuerbaren Energien - vermieden werden können. Gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe gelangen auch bei modernen Öfen nicht nur in die Außenluft, sondern auch in den Wohnraum. Daher sollte während des Anheizens und Nachlegens der Luftaustausch in den Aufstellraum durch Stoßlüften verbessert werden.</p> <p><strong>Trockenes Holz verwenden:</strong> Verbrennen Sie nur unbehandeltes, trockenes Holz, das richtig gelagert wurde. Bei optimaler Trocknung sinkt der Wasseranteil im Holz auf 15 bis 20 Prozent. Dies dauert – je nach Holzart – etwa ein bis zwei Jahre. Erst dann ist das Holz zum Heizen geeignet. Damit das Brennholz richtig durchtrocknen kann, sollten Sie es an einem sonnigen und luftigen Platz vor Regen und Schnee geschützt aufstapeln. Zudem sollte das Brennholz keinen Kontakt zum Erdreich haben, da es sonst aus dem Boden Feuchtigkeit ziehen kann. Dies kann mit einem durchlüfteten Unterbau, beispielsweise bestehend aus zwei Querstangen, gewährleistet werden. Gespaltenes Holz trocknet besser und zeigt auch ein besseres Abbrandverhalten. Mit Holzfeuchtemessgeräten lässt sich die Brennstofffeuchte überprüfen.</p> <p><strong>Die "Zwei-Zentimeter-Regel":</strong> Öffnen Sie die Ofentür beim Nachlegen niemals ruckartig. Entriegeln Sie die Tür zunächst nur einen Spalt breit (ca. 2 cm) und lassen Sie sie für einige Sekunden in dieser Position stehen. Dadurch kann sich der Unterdruck im Brennraum abbauen, und der Schornstein führt die Luft kontrolliert ab, statt Rauch in das Zimmer zu drücken.</p> <p><strong>Regelmäßiges Lüften:</strong> Lüften Sie regelmäßig, wenn Sie heizen. Vor allem nach dem Anzünden und Nachlegen sollte für wenige Minuten das Fenster im Aufstellraum komplett geöffnet werden (Stoßlüften), um Schadstoffe wie Kohlenmonoxid und Feinstaub abzutransportieren.</p> <p><strong>Entsorgung der Asche:</strong> Die abgekühlte Asche sollte in der Restmülltonne entsorgt werden. Für Garten und Kompost ist sie nicht geeignet, da es sonst zu einer Anreicherung von Schwermetallen (die natürlich im Holz vorhanden sind) und von Schadstoffen aus der Verbrennung im Boden kommt.</p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p> <ul> <li>Prüfen Sie die Alternative einer Heizung mit brennstofffreien erneuerbaren Energien (Solarthermie, Wärmepumpe, Nah-/Fernwärme).</li> <li>Kombination mit weiteren erneuerbaren Energien: Ein wasserführender Kaminofen lässt sich sehr gut solar unterstützen. Beachten Sie hierzu unsere Tipps zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/heizen-bauen/sonnenkollektoren-solarthermie">Sonnenkollektoren</a>.</li> <li>Beachten Sie auch unsere Tipps zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/16556">Sparen von Heizenergie</a>.</li> <li>Beachten Sie auch unsere Tipps zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/69822">Pelletöfen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/69994">Pelletkessel</a>.</li> <li>Beziehen Sie das Holz aus Ihrer Region und achten Sie auf Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/infografik-lutz-weniger-emissionen-fehler-vermeiden-print.jpg"> </a> <strong> Weniger Emissionen mit Kamin und Ofen - häufige Fehler vermeiden </strong> Quelle: co2online (2020) Hintergrund <p><strong>Umweltsituation: </strong>Die Verbrennung von Holz, insbesondere von Scheitholz in kleinen Holzfeuerungsanlagen wie z. B. Kaminöfen ohne automatische Regelung, läuft nie vollständig ab. Es entstehen gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe wie Staub bzw. Feinstaub, Kohlenwasserstoffverbindungen wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pak-0">PAK</a>), sowie klimaschädliches Methan, Lachgas und Ruß.</p> <ul> <li>Der Staub, der in die Luft gelangt, wird als Feinstaub bezeichnet, da dieser zu über 90 Prozent aus sehr kleinen Partikeln mit einer Größe unter 10 µm besteht (abgekürzt als <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm10">PM10</a> für Particulate Matter < 10µm). Dies ist kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Diese sehr feinen, mit dem Auge nicht sichtbaren Partikel können beim Einatmen bis in die Lunge eindringen, je nach Größe in den Blutkreislauf aufgenommen und in den Körper transportiert werden, und so die Gesundheit beeinträchtigen. Je kleiner die Partikel sind, desto tiefer gelangen diese in den Atemtrakt. Erkrankungen der Atemwege (z. B. Asthma, Bronchitis, Lungenkrebs), des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. Arteriosklerose, Bluthochdruck, Herzinfarkt), des Stoffwechsels (z. B. Diabetes Mellitus Typ 2), des Nervensystems (z. B. Demenz) oder Krebs (z. B. Brustkrebs) können die Folge sein. Besonders für Kinder, Personen mit vorgeschädigten Atemwegen oder Herz-Kreislauferkrankungen und ältere Menschen stellt Feinstaub eine starke gesundheitliche Belastung dar.</li> <li>Die meisten Kohlenwasserstoffverbindungen sind unangenehm riechende Schadstoffe, zu denen auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) gehören. Einige dieser PAKs sind krebserregende, erbgutverändernde und/oder hormonell wirksame sowie fortpflanzungsgefährdende Schadstoffe.</li> <li>Weiterhin entstehen bei der Verbrennung von Holz giftiges Kohlenmonoxid sowie die klimaschädlichen Gase Kohlendioxid, Methan und Lachgas. Methan trägt 25-mal und Lachgas 298-mal stärker zur Erderwärmung bei als die gleiche Menge Kohlendioxid. Der entstehende Ruß trägt zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> bei, indem er sowohl Sonnenlicht absorbiert und Wärme speichert als auch die Fähigkeit von Eis- und Schneeflächen verringert, das Sonnenlicht zu reflektieren (Albedo).</li> </ul> <p>Der nur begrenzt verfügbare Rohstoff Holz sollte vorrangig für hochwertige und dauerhafte Produkte verwendet werden. Durch Kaskadennutzung sollte er möglichst lange im Kreislauf verweilen, bevor er dann als stofflich nicht weiter nutzbares Altholz in Kraftwerken mit hohen Umweltstandards zur Energiegewinnung verbrannt wird. Weiterführende Informationen finden sich auf unseren Themenseiten „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/emissionen-von-luftschadstoffen/quellen-der-luftschadstoffe/holzheizungen-schlecht-fuer-gesundheit-klima">Holzheizungen</a>“ und „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/bioenergie#holz">Bioenergie</a>“.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/378/bilder/rauchende_schornsteine_ueber_den_daechern_grzegorz_polak_fotolia_47108935_m.jpg"> </a> <strong> Besonders im Winter tragen Holz- und Kohlefeuerungen zur Feinstaubbelastung bei. </strong> Quelle: Grzegorz Polak / Fotolia.com <p><strong>Gesetzeslage:</strong> Die <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_1_2010/">Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV)</a> enthält Grenzwerte für die Luftschadstoffemissionen von Einzelraumfeuerungsanlagen wie Kamin- und Kachelöfen. Nach der ersten Inbetriebnahme und nach einem Betreiberwechsel ist ein Beratungsgespräch durch den Schornsteinfeger oder die Schornsteinfegerin vorgeschrieben. Des Weiteren fordert die 1. BImSchV eine Inspektion des Brennstofflagers zweimal in sieben Jahren. Die Überprüfung der Einhaltung der Grenzwerte erfolgt auf dem Prüfstand durch den Hersteller. Ausnahme sind wasserführende Einzelraumfeuerungsanlagen wie Kamin- oder Pelletöfen, die nicht nur den Aufstellraum beheizen. Diese müssen bei der wiederkehrenden Messung des Schornsteinfegerhandwerks die Grenzwerte der 2. Stufe der 1. BImSchV einhalten, sonst dürfen diese Geräte nicht weiter betrieben werden. Bei einer geplanten Neuinstallation einer Feuerungsanlage oder bei einem Neubau sollten die Abgase nach dem Stand der Technik (VDI 3781 Blatt 4) abgeleitet werden. Hierdurch können ein ungestörter Abtransport und eine ausreichende Verdünnung der Abgase sichergestellt werden. Die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02015R1186-20170307">Verordnung (EU) Nr. 2015/1186</a> macht seit 2018 die Energieverbrauchskennzeichnung für Einzelraumheizgeräte verpflichtend. Seit dem 1.1.2022 regelt die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02015R1185-20170109%20">Verordnung (EU) Nr. 2015/1185</a> die Energieeffizienz und Luftschadstoffemissionen neuer Festbrennstoff-Einzelraumheizgeräte.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/heizen-mit-holz-feinstaub-infografik-co2online-print.jpg"> </a> <strong> Heizen mit Holz: Feinstaub im Vergleich </strong> Quelle: co2online (2021) </p><p> Welche Umwelt- und Gesundheitsaspekte Sie beim Kaminofen beachten sollten <p>Verzichten Sie aus Gründen des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>- und Gesundheitsschutzes sowie der Luftreinhaltung darauf, Ihr Haus mit Holz oder Kohle in einem Kaminofen zu beheizen. Häuser sollten mit brennstofffreien erneuerbaren Energien (Wärmepumpe, Solarthermie) mit Wärme versorgt werden.</p> <p>Sollten Sie dennoch gelegentlich einen Kaminofen betreiben wollen, sollten Sie Folgendes beachten:</p> <ul> <li>Prüfen Sie den Austausch Ihres Kaminofens, wenn er älter als 15 Jahre ist.</li> <li>Achten Sie beim Erwerb eines Kaminofens auf einen hohen Wirkungsgrad und geringe Schadstoffemissionen.</li> <li>Verbrennen Sie nur geeignetes, trockenes und unbehandeltes Holz.</li> <li>Öffnen Sie die Ofentür beim Nachlegen nicht ruckartig, sondern langsam, um einen Rauchgasaustritt in den Aufstellraum zu vermeiden („Zwei-Zentimeter-Regel“). </li> <li>Orientieren Sie sich beim Betrieb Ihres Kaminofens an der Bedienungsanleitung.</li> <li>Entsorgen Sie die abgekühlte Asche über den Hausmüll (Restmülltonne).</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Die Verbrennung von Holz ist insbesondere in kleinen Feuerungsanlagen wie Kaminöfen ohne automatische Regelung unvollständig. Dabei entstehen gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe wie Feinstaub und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pak-0">PAK</a>), die beispielsweise auch im Zigarettenrauch vorkommen. Zudem werden klimaschädliche Stoffe wie Methan, Lachgas und Ruß freigesetzt.</p> <p>Holz ist ein nur langsam nachwachsender und daher begrenzter Rohstoff und wichtiger Kohlenstoffspeicher. Es sollte deshalb in Maßen und dann v.a. in langlebigen Holzprodukten genutzt werden. Daher sollten Sie aus Umwelt-, Gesundheits- und Klimaschutzgründen auf die Nutzung von Holz zur Wärmeversorgung Ihres Hauses verzichten. Falls Holz dennoch in einem Ofen verbrannt wird, um Raumwärme bereitzustellen, sind einige Punkte zu beachten:</p> <p><strong>Alte Öfen austauschen:</strong> Öfen, die älter als 15 Jahre sind, entsprechen in der Regel nicht mehr dem Stand der Technik. In den meisten Fällen lohnt es sich, einen effizienteren und emissionsärmeren Ofen einzubauen. Dieser muss die 2. Stufe der <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_1_2010/">Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV)</a> einhalten. Öfen, die zwischen dem 01. Januar 1995 und dem 21. März 2010 typgeprüft wurden, mussten bis zum 31. Dezember 2024 stillgelegt, nachgerüstet oder durch einen neuen emissionsärmeren Ofen ersetzt werden, wenn der bestehende Ofen die geltenden Grenzwerte nicht einhält. </p> <p><strong>Hohe Energieeffizienzklasse wählen:</strong> Neben der Leistung sollten Sie beim Erwerb eines neuen Kaminofens auf einen hohen Wirkungsgrad und geringe Emissionen achten. Kaminöfen mit hohem Wirkungsgrad erreichen Effizienzklasse A+. Der Blaue Engel kennzeichnet effiziente und besonders emissionsarme Kaminöfen (siehe unten). Eventuelle Mehrkosten können in der Regel durch einen geringeren Brennstoffbedarf wieder eingespart werden. </p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Energielabel.png"> </a> <strong> EU-Energielabel für Kaminöfen </strong> Quelle: EU-Kommission </p><p> <p><strong>Emissionsarme Anlagentechnik nutzen:</strong> Die Wärmeleistung eines Ofens muss an die örtlichen Gegebenheiten des Aufstellraums angepasst sein. Nur dann lässt sich dieser optimal und emissionsarm betreiben. Hierzu sollten Sie sich von Ihrem Schornsteinfeger oder Ihrer Schornsteinfegerin beraten lassen.</p> <ul> <li>Wählen Sie einen Ofen mit einer dicken Feuerraumauskleidung (z. B. Schamotte) und einer gut isolierten Sichtscheibe (2-fach Verglasung oder spezielle Reflexionsbeschichtung). Damit können hohe Temperaturen in der Brennkammer besser gehalten werden und die äußere Oberfläche des Ofens wird nicht zu heiß.</li> <li>Bei der Geometrie empfiehlt es sich, dass der Ofen höher als breit ist. Das verbessert die Flammenausbreitung und ist für einen emissionsarmen Betrieb vorteilhaft. Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, dass der ausgewählte Ofen robust ist, keine wackligen Teile enthält und der Schließmechanismus für die Tür festsitzt.</li> <li>Bei raumluftunabhängig betreibbaren Kaminöfen und Feuerstätten kommt die Verbrennungsluft nicht aus dem Umgebungsraum, sondern über eine separate Luftzufuhr. Dadurch lassen sich Wärmeverluste über den Schornstein teilweise vermeiden. Wegen strengerer Normanforderungen haben solche raumluftunabhängigen Feuerstätten eine höhere Dichtheit und eine selbsttätig dicht schließende Tür. Ist Ihr Gebäude besonders gut gedämmt oder verfügt es über eine zentrale Belüftung, ist eine separate Luftzufuhr für den Kaminofen unbedingt erforderlich.</li> <li>Für eine möglichst bequeme Handhabung der Anlage achten Sie bei der Auswahl auf eine moderne Steuerung und Regelung. Sie sorgt dafür, dass Sie nur wenig tun müssen. Eine Abgassensorik mit Steuerung und Regelung überwacht die Verbrennung, sorgt für eine optimale Luftzufuhr in den Brennraum und reduziert die Emissionen. Einige Kaminöfen verfügen auch über nachgeschaltete Katalysatoren, um die Emissionen unverbrannter gasförmiger Luftschadstoffe zu reduzieren. Darüber hinaus gibt es auch Öfen, die über integrierte oder nachgeschaltete Staubabscheider verfügen, um niedrigere Staubemissionen zu gewährleisten.</li> <li>Sie können beim Austausch eines alten Kaminofens auch auf einen Pelletofen umsteigen. Pelletöfen verbrennen den Brennstoff emissionsärmer und die Brennstoffzufuhr erfolgt automatisch. </li> </ul> <p><strong>Staubabscheider einbauen:</strong> Durch den Einsatz von Staubabscheidern können niedrigere Schadstoffemissionen bei Holzfeuerungen erreicht werden. Eine <a href="https://www.dibt.de/de/bauprodukte/informationsportal-bauprodukte-und-bauarten/produktgruppen/bauprodukte-detail/bauprodukt/staubabscheider-fuer-feuerungsanlagen">Übersicht über bauartzugelassene Staubabscheider</a> finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Institut für Bautechnik (DiBt). Für weitere Informationen empfehlen wir unsere Broschüre <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/heizen-holz-wenn-dann-richtig">Heizen mit Holz</a>.</p> <p>Der <a href="https://www.blauer-engel.de/de/produktwelt/kaminoefen-fuer-holz/kaminoefen">Blaue Engel für Kaminöfen für Holz</a> gibt Orientierung beim Kauf eines Kaminofens. Er zeichnet Geräte aus, die niedrigere Staub- und Schadstoffemissionen aufweisen und die bedienerfreundlich sind. Fragen Sie beim Kauf, ob der ausgewählte Kaminofen die Kriterien des Blauen Engels einhalten kann. Beachten Sie jedoch, dass auch bei der Nutzung von Kaminöfen mit dem Blauen Engel immer noch Luftschadstoffe emittiert werden, die durch die Nutzung anderer Heizsysteme – insbesondere mit brennstofffreien erneuerbaren Energien - vermieden werden können. Gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe gelangen auch bei modernen Öfen nicht nur in die Außenluft, sondern auch in den Wohnraum. Daher sollte während des Anheizens und Nachlegens der Luftaustausch in den Aufstellraum durch Stoßlüften verbessert werden.</p> <p><strong>Trockenes Holz verwenden:</strong> Verbrennen Sie nur unbehandeltes, trockenes Holz, das richtig gelagert wurde. Bei optimaler Trocknung sinkt der Wasseranteil im Holz auf 15 bis 20 Prozent. Dies dauert – je nach Holzart – etwa ein bis zwei Jahre. Erst dann ist das Holz zum Heizen geeignet. Damit das Brennholz richtig durchtrocknen kann, sollten Sie es an einem sonnigen und luftigen Platz vor Regen und Schnee geschützt aufstapeln. Zudem sollte das Brennholz keinen Kontakt zum Erdreich haben, da es sonst aus dem Boden Feuchtigkeit ziehen kann. Dies kann mit einem durchlüfteten Unterbau, beispielsweise bestehend aus zwei Querstangen, gewährleistet werden. Gespaltenes Holz trocknet besser und zeigt auch ein besseres Abbrandverhalten. Mit Holzfeuchtemessgeräten lässt sich die Brennstofffeuchte überprüfen.</p> <p><strong>Die "Zwei-Zentimeter-Regel":</strong> Öffnen Sie die Ofentür beim Nachlegen niemals ruckartig. Entriegeln Sie die Tür zunächst nur einen Spalt breit (ca. 2 cm) und lassen Sie sie für einige Sekunden in dieser Position stehen. Dadurch kann sich der Unterdruck im Brennraum abbauen, und der Schornstein führt die Luft kontrolliert ab, statt Rauch in das Zimmer zu drücken.</p> <p><strong>Regelmäßiges Lüften:</strong> Lüften Sie regelmäßig, wenn Sie heizen. Vor allem nach dem Anzünden und Nachlegen sollte für wenige Minuten das Fenster im Aufstellraum komplett geöffnet werden (Stoßlüften), um Schadstoffe wie Kohlenmonoxid und Feinstaub abzutransportieren.</p> <p><strong>Entsorgung der Asche:</strong> Die abgekühlte Asche sollte in der Restmülltonne entsorgt werden. Für Garten und Kompost ist sie nicht geeignet, da es sonst zu einer Anreicherung von Schwermetallen (die natürlich im Holz vorhanden sind) und von Schadstoffen aus der Verbrennung im Boden kommt.</p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p> <ul> <li>Prüfen Sie die Alternative einer Heizung mit brennstofffreien erneuerbaren Energien (Solarthermie, Wärmepumpe, Nah-/Fernwärme).</li> <li>Kombination mit weiteren erneuerbaren Energien: Ein wasserführender Kaminofen lässt sich sehr gut solar unterstützen. Beachten Sie hierzu unsere Tipps zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/heizen-bauen/sonnenkollektoren-solarthermie">Sonnenkollektoren</a>.</li> <li>Beachten Sie auch unsere Tipps zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/16556">Sparen von Heizenergie</a>.</li> <li>Beachten Sie auch unsere Tipps zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/69822">Pelletöfen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/69994">Pelletkessel</a>.</li> <li>Beziehen Sie das Holz aus Ihrer Region und achten Sie auf Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/infografik-lutz-weniger-emissionen-fehler-vermeiden-print.jpg"> </a> <strong> Weniger Emissionen mit Kamin und Ofen - häufige Fehler vermeiden </strong> Quelle: co2online (2020) </p><p> Hintergrund <p><strong>Umweltsituation: </strong>Die Verbrennung von Holz, insbesondere von Scheitholz in kleinen Holzfeuerungsanlagen wie z. B. Kaminöfen ohne automatische Regelung, läuft nie vollständig ab. Es entstehen gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe wie Staub bzw. Feinstaub, Kohlenwasserstoffverbindungen wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pak-0">PAK</a>), sowie klimaschädliches Methan, Lachgas und Ruß.</p> <ul> <li>Der Staub, der in die Luft gelangt, wird als Feinstaub bezeichnet, da dieser zu über 90 Prozent aus sehr kleinen Partikeln mit einer Größe unter 10 µm besteht (abgekürzt als <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm10">PM10</a> für Particulate Matter < 10µm). Dies ist kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Diese sehr feinen, mit dem Auge nicht sichtbaren Partikel können beim Einatmen bis in die Lunge eindringen, je nach Größe in den Blutkreislauf aufgenommen und in den Körper transportiert werden, und so die Gesundheit beeinträchtigen. Je kleiner die Partikel sind, desto tiefer gelangen diese in den Atemtrakt. Erkrankungen der Atemwege (z. B. Asthma, Bronchitis, Lungenkrebs), des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. Arteriosklerose, Bluthochdruck, Herzinfarkt), des Stoffwechsels (z. B. Diabetes Mellitus Typ 2), des Nervensystems (z. B. Demenz) oder Krebs (z. B. Brustkrebs) können die Folge sein. Besonders für Kinder, Personen mit vorgeschädigten Atemwegen oder Herz-Kreislauferkrankungen und ältere Menschen stellt Feinstaub eine starke gesundheitliche Belastung dar.</li> <li>Die meisten Kohlenwasserstoffverbindungen sind unangenehm riechende Schadstoffe, zu denen auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) gehören. Einige dieser PAKs sind krebserregende, erbgutverändernde und/oder hormonell wirksame sowie fortpflanzungsgefährdende Schadstoffe.</li> <li>Weiterhin entstehen bei der Verbrennung von Holz giftiges Kohlenmonoxid sowie die klimaschädlichen Gase Kohlendioxid, Methan und Lachgas. Methan trägt 25-mal und Lachgas 298-mal stärker zur Erderwärmung bei als die gleiche Menge Kohlendioxid. Der entstehende Ruß trägt zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> bei, indem er sowohl Sonnenlicht absorbiert und Wärme speichert als auch die Fähigkeit von Eis- und Schneeflächen verringert, das Sonnenlicht zu reflektieren (Albedo).</li> </ul> <p>Der nur begrenzt verfügbare Rohstoff Holz sollte vorrangig für hochwertige und dauerhafte Produkte verwendet werden. Durch Kaskadennutzung sollte er möglichst lange im Kreislauf verweilen, bevor er dann als stofflich nicht weiter nutzbares Altholz in Kraftwerken mit hohen Umweltstandards zur Energiegewinnung verbrannt wird. Weiterführende Informationen finden sich auf unseren Themenseiten „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/emissionen-von-luftschadstoffen/quellen-der-luftschadstoffe/holzheizungen-schlecht-fuer-gesundheit-klima">Holzheizungen</a>“ und „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/bioenergie#holz">Bioenergie</a>“.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/378/bilder/rauchende_schornsteine_ueber_den_daechern_grzegorz_polak_fotolia_47108935_m.jpg"> </a> <strong> Besonders im Winter tragen Holz- und Kohlefeuerungen zur Feinstaubbelastung bei. </strong> Quelle: Grzegorz Polak / Fotolia.com </p><p> <p><strong>Gesetzeslage:</strong> Die <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_1_2010/">Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV)</a> enthält Grenzwerte für die Luftschadstoffemissionen von Einzelraumfeuerungsanlagen wie Kamin- und Kachelöfen. Nach der ersten Inbetriebnahme und nach einem Betreiberwechsel ist ein Beratungsgespräch durch den Schornsteinfeger oder die Schornsteinfegerin vorgeschrieben. Des Weiteren fordert die 1. BImSchV eine Inspektion des Brennstofflagers zweimal in sieben Jahren. Die Überprüfung der Einhaltung der Grenzwerte erfolgt auf dem Prüfstand durch den Hersteller. Ausnahme sind wasserführende Einzelraumfeuerungsanlagen wie Kamin- oder Pelletöfen, die nicht nur den Aufstellraum beheizen. Diese müssen bei der wiederkehrenden Messung des Schornsteinfegerhandwerks die Grenzwerte der 2. Stufe der 1. BImSchV einhalten, sonst dürfen diese Geräte nicht weiter betrieben werden. Bei einer geplanten Neuinstallation einer Feuerungsanlage oder bei einem Neubau sollten die Abgase nach dem Stand der Technik (VDI 3781 Blatt 4) abgeleitet werden. Hierdurch können ein ungestörter Abtransport und eine ausreichende Verdünnung der Abgase sichergestellt werden. Die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02015R1186-20170307">Verordnung (EU) Nr. 2015/1186</a> macht seit 2018 die Energieverbrauchskennzeichnung für Einzelraumheizgeräte verpflichtend. Seit dem 1.1.2022 regelt die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02015R1185-20170109%20">Verordnung (EU) Nr. 2015/1185</a> die Energieeffizienz und Luftschadstoffemissionen neuer Festbrennstoff-Einzelraumheizgeräte.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/heizen-mit-holz-feinstaub-infografik-co2online-print.jpg"> </a> <strong> Heizen mit Holz: Feinstaub im Vergleich </strong> Quelle: co2online (2021) </p><p>Informationen für...</p>
Die beobachteten Klimaveränderungen der letzten Jahre haben bereits höhere Temperaturen und geringere Niederschläge für das Nordostdeutsche Tiefland gezeigt. Dieser Trend wird weiter anhalten und damit das Waldbrandrisiko in Berlin weiter erhöhen. Wesentliche Strategie, um die Wälder vor Waldbränden zu schützen, ist der aktive Waldumbau von nadelholzdominierten Beständen zu Laub-Mischwäldern, da diese ein kühleres und feuchteres Waldinnenklima aufweisen. Dies betreiben die Berliner Forsten – im Rahmen des Mischwaldprogrammes und durch waldbauliche Steuerung – bereits seit 20 Jahren aktiv. In Berlin werden keine amtlichen Waldbrand-Gefahrenstufen ausgewiesen, wie etwa in Brandenburg. Über das tagesaktuelle Waldbrand-Risiko gibt – von März bis Oktober der Waldbrandgefahren-Index des Deutschen Wetterdienstes Auskunft. Deutschen Wetterdienst: Waldbrandgefahren-Index Als natürliche Brandursache kommt in unseren heimischen Waldökosystemen nur der Blitzschlag vor. Dies passiert äußerst selten. Die Ursache für Waldbrände ist fast immer menschlichen Ursprungs. Das Rauch- und Feuerverbot gilt daher in den Berliner Wäldern ganzjährig. Das richtige Verhalten in den Wäldern trägt somit maßgeblich zum Brandschutz bei: Kein offenes Feuer oder glimmende Gegenstände im Wald. Dazu zählen zum Beispiel Rauchen (auch Pfeife), Grillen, Campingkocher und Lagerfeuer außerhalb offizieller Feuerstellen. Auf waldnahen Grundstücken gilt für den Grill und Feuerschalen ein Mindestabstand von 30 m zum Wald. Mit motorisierten Fahrzeugen darf nur in den Wald, wer dort arbeitet. Autos gehören auf den Parkplatz und nicht auf die Wiese oder in den Wald, da sich trockene Gräser und Laub schnell entzünden. Halten Sie die Waldwege für die Feuerwehr frei. Verstellen Sie unter keinen Umständen Waldeingänge und Schranken. Gartenabfälle können beim Kompostieren enorme Hitze entwickeln und sich selbst entzünden. Auch aus ökologischen Gründen entsorgen Sie Ihre Gartenabfälle auf Ihrem eigenen Kompost, bei der Stadtreinigung beziehungsweise einem Recyclinghof. Ob Glasscherben zusammen mit Sonneneinstrahlung einen Waldbrand verursachen können, ist nicht final geklärt. In jedem Fall haben Abfälle jeglicher Art nichts im Wald zu suchen. Wenn Sie Rauch oder Feuer im Wald bemerken, dann melden Sie es bitte schnell der 112 . Je früher die Feuerwehr einen Brand löschen kann, desto größer ist die Chance eine Katastrophe zu vermeiden. Neben der oben genannten Strategie des Waldumbaus ergreifen die Berliner Forsten unterschiedliche Maßnahmen, um die Berliner Wälder vor Waldbränden zu schützen: Am 19. Juli 2023 unterzeichneten der Leiter der Berliner Forsten, Gunnar Heyne, und der Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr, Dr. Karsten Homrighausen, eine Kooperationsvereinbarung zur Intensivierung der Zusammenarbeit und der wirksamen Vorbeugung und Bekämpfung von Waldbränden. Ziel ist es, den Berliner Erholungswald als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schützen und seine wichtigen Funktionen für ein gutes Stadtklima und unser Trinkwasser zu bewahren. Weitere Informationen Eine intakte Wegeinfrastruktur ist Voraussetzung, dass Einsatzkräfte im Falle eines Waldbrandes zielgerichtet mit Löschtechnik zum Einsatzort gelangen. Seit 2018 nutzen die Berliner Forsten Fördermittel des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) für Maßnahmen der Waldbrandvorsorge (Maßnahmebereich III). Im Rahmen des Förderprogramms wurden in diesem Zeitraum rund 30 Kilometer Waldwege im Forstamt Köpenick und ca. 13 Kilometer im Forstamt Pankow saniert. In 2023 wurden im Revier Ützdorf des Forstamtes Pankow (Aktenzeichen 208323000057) eine Wegelänge von 2,3 Kilometer ertüchtigt. Mit dem Bau und der Unterhaltung von Löschwasserbrunnen in den Wäldern hat die Feuerwehr die Möglichkeit, Löschwasser nah am Einsatzort zu gewinnen. Im Rahmen des ELER-Förderprogramms ist 2024 ein neuer Löschwasserbrunnen im Forstamt Grunewald, Jagen 69 fertiggestellt worden (Aktenzeichen 208323000022). Insgesamt unterhalten wir derzeit 47 Löschwasserbrunnen in den Berliner Wäldern. Zur frühzeitigen Erkennung von Waldbränden setzen Berliner Forsten – in enger Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Forst Brandenburg – auf das Monitoring-System IQ FireWatch. Ein optisches Sensorsystem ist auf den Müggelbergen installiert. Ein weiteres optisches Sensorsystem ist derzeit in Planung und wird im westlichen Teil Berlins zum Einsatz kommen. Europäischer Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums Europäische Kommission
<p><p>Die Getränkehersteller Red Bull und Rauch wollen ihre Produktion in Brandenburg erweitern – obwohl das Grundwasser knapper wird. Weil die Stadt Baruth/Mark Einsicht in die Verträge mit den Unternehmen verweigert, klagen wir gemeinsam mit einer Betroffenen.</p></p><p><p>„Bei Red Bull liegt Nachhaltigkeit in der DNA“ – das schreibt der Energydrink-Hersteller über seinen Produktionsablauf. Währenddessen protestieren Bürger*innen in Baruth/Mark mit der Petition „<a href="https://innn.it/red-bull-wasser-in-baruth">Unser Wasser gehört uns – Stoppt Red Bull in Brandenburg!</a>“ gegen den Konzern – denn sie sorgen sich um Umwelt und Grundwasser.</p><p>2023 übernahmen die Getränkehersteller Red Bull und Rauch das Unternehmen Brandenburger Urstromquelle in Baruth/Mark. Damit sicherten sie sich auch eine Wasserentnahmeerlaubnis über 25 Jahre beim zuständigen Wasserbetrieb WABAU. Doch die aktuelle Produktionsstätte reicht den Getränkeherstellern nicht: Red Bull will nicht nur abfüllen, sondern auch vor Ort Aluminiumdosen von einem dritten Unternehmen produzieren lassen. Für eine neue Dosenfabrik soll 16 Hektar Kiefernwald gerodet werden – teilweise im Wasserschutzgebiet. Hinzukommt der Bau einer Kläranlage, einer weiteren Abfüllanlage und eines Logistikzentrums. Umweltverbände wie der <a href="https://www.bund-brandenburg.de/service/presse/pressemitteilungen/news/neue-studie-zeigt-grundwasserstress-im-grossteil-brandenburgs-bund-brandenburg-fordert-umdenken-bei-der-wasserpolitik/">BUND kamen zu dem Schluss</a>: Das wird den Wasserbedarf der Konzerne erhöhen. </p>92 Prozent Grundwasser für die Konzerne<p>Weil das Wasser in Baruth/Mark immer knapper wird, schalten sich die Anwohner*innen ein: Die Stadt bzw. der zuständige Wasserbetrieb WABAU hat eine Wasserentnahmeerlaubnis für rund 2,55 Millionen Kubikmeter Grundwasser – 92 Prozent davon hat die Stadt an die Konzerne verkauft, nur acht Prozent bleiben für die Bevölkerung. Und schon jetzt ist Brandenburg eines der trockensten Bundesländer – <a href="https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/fluesse/grundwasserstress-deutschland-brandenburg-studie-wasser-analyse-strukturell-entnahme-landkreise-bund-isoe-2025.pdf">in 15 von 18 Regionen herrscht laut dem BUND Grundwasserstress</a>. Das heißt, es wird mitunter mehr als 20 Prozent der Menge an Grundwasser entnommen, die sich jährlich neu bilden kann. Betroffen ist auch Teltow-Fläming, der Landkreis, in dem Baruth/Mark liegt. </p><p>Dass das Wasser knapper wird, zeigt sich in der Region schon jetzt. In einer Siedlung nahe des Industriegebiets laufen die Brunnen immer häufiger leer und müssten tiefer nachgebohrt werden, berichtet eine Betroffene. Wie die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung gesichert sein soll, wenn das Industriegebiet vergrößert wird, bleibt unklar. Medien gegenüber sagte der Leiter des städtischen Wasserbetriebes lediglich, es sei „genügend Wasser für alle da für die nächsten 100 Jahre.“ Was das genau heißt, bleibt jedoch unklar. </p><p>Vor diesem Hintergrund stellt sich zurecht die Frage, zu welchen Bedingungen Red Bull und Rauch die Urstromquelle übernommen haben. Hierzu gibt es einen Vertrag zwischen der Stadt und den Konzernen. Aber was steht drin? In einer Region, in der längst Grundwasserstress herrscht, ist diese Frage entscheidend.</p>Jetzt spenden und Recht durchsetzen!<p>Jede Klage birgt für uns ein finanzielles Risiko. Bereits in der ersten Instanz ist das eine Summe von mindestens 2.500 Euro. Um das Recht auf Information weiterhin durchsetzen und wegweisende Urteile für alle erstreiten zu können, benötigen wir daher Deine Unterstützung.</p><p><a href="/spenden/?pk_campaign=blog-klagen">Jetzt spenden!</a></p>Keine Transparenz trotz weitreichender Folgen<p>Weil die Menschen in der Region wissen wollen, wie die Zukunft von Baruth/Mark aussieht, kämpfen sie für mehr Transparenz beim Ausbau des Industriegeländes. Bereits im Juli 2023 stellte eine Betroffene eine IFG-Anfrage an die Stadt Baruth/Mark. Sie will wissen, was die Stadt mit Red Bull und Rauch zum Fabrikausbau verhandelt hat, wie viel Wasser die Hersteller entnehmen dürfen beziehungsweise wie viel sie dafür zahlen – und wie es um den Zugang der Bevölkerung zum Grundwasser steht.</p><p>Doch zurück kam eine Ablehnung: „Die Anträge sind unbegründet. Es besteht kein Anspruch auf die begehrten Informationen.“ Der Grund: „Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse“.</p>Wasser darf kein Geschäftsgeheimnis sein <p>Wenn Red Bull und Rauch mehr als 90 Prozent des Grundwassers in einer wasserarmen Region abzapfen dürfen, dann sind ihre Pläne zum Wasserverbrauch öffentliches Interesse. Die Anwohner*innen in Baruth/Mark fordern darum Klarheit über die Konditionen, unter denen Red Bull und Rauch auf das Grundwasser zugreifen. Im Juli haben wir darum gemeinsam mit einer Betroffenen aus der Region Klage gegen die Stadt Baruth/Mark eingereicht.</p><p>Die Begründung: Die Verträge zwischen der Stadt und Red Bull und Rauch betreffen die Wasserversorgung und dürfen nicht hinter Konzerninteressen versteckt werden. Selbst wenn diese vorlägen, wiegt das Recht auf Zugang zu Umweltinformationen schwerer als das vorgeschobene Argument der „Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse“. Gemeinsam mit der Klägerin fordern wir darum Zugang zu den Verträgen, Informationen über die vereinbarte Fördermenge des Grundwassers und auch den Schriftverkehr rund um die Übernahme der Brandenburger Urstromquelle durch Red Bull und Rauch. <br><br> → <a href="https://fragdenstaat.de/anfrage/vertraege-zwischen-baruth-mark-dem-eigenbetrieb-wabau-mit-red-bull-rauch-und-der-brandenburger-bzw-baruther-urstromquelle/968046/anhang/20250714-vg-9-k-498-25-dka-klagebegruendung_geschwaerzt.pdf">Zur Klage</a><br> → <a href="https://fragdenstaat.de/anfrage/vertraege-zwischen-baruth-mark-dem-eigenbetrieb-wabau-mit-red-bull-rauch-und-der-brandenburger-bzw-baruther-urstromquelle/">Zur Anfrage bei FragDenStaat</a></p></p>
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 153 |
| Kommune | 2 |
| Land | 26 |
| Weitere | 10 |
| Wissenschaft | 48 |
| Zivilgesellschaft | 5 |
| Type | Count |
|---|---|
| Daten und Messstellen | 2 |
| Ereignis | 5 |
| Förderprogramm | 125 |
| Gesetzestext | 1 |
| Text | 46 |
| Umweltprüfung | 2 |
| unbekannt | 5 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 52 |
| Offen | 134 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 149 |
| Englisch | 46 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 1 |
| Bild | 7 |
| Datei | 6 |
| Dokument | 12 |
| Keine | 131 |
| Webseite | 48 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 147 |
| Lebewesen und Lebensräume | 165 |
| Luft | 146 |
| Mensch und Umwelt | 186 |
| Wasser | 135 |
| Weitere | 183 |