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Found 37 results.

Mykoparasitische Basidiomyceten

Obwohl nach unseren Erkenntnissen der mykoparasitischen Lebensweise eine wesentliche Rolle in der Evolution der Basidiomyceten zukommt, ist der Kenntnisstand über mykoparasitische Basidiomyceten dürftig. So ergaben unsere Voruntersuchungen überraschenderweise, daß die ausschließlich auf Rostpilzen vorkommenden Arten der Hyphomycetengattung Tuberculina Basidiomyceten sind. Im ersten Antragszeitraum soll deshalb dieses ungeklärte Tuberculina-Rostpilz-System modellhaft bearbeitet werden, wobei durch morphologische, ultrastrukturelle und molekularphylogenetische Untersuchungen sowie durch Infektionsversuche der Infektionsverlauf, die zelluläre Interaktion, die Artzusammensetzung von Tuberculina und das Wirtsspektrum der einzelnen Tuberculina-Arten aufgeklärt werden sollen. Des weiteren soll überprüft werden, mit welchen perfekten Basidiomyceten die Tuberculina-Arten am nächsten verwandt sind, um Hinweise auf ihre möglicherweise in der Natur vorkommende perfekte Form und auf deren Lebensweise zu bekommen. aufbauend auf diesen Untersuchungen (i) sollen Hypothesen zur Evolution und Artentstehung von Tuberculina entwickelt werden und (ii) soll die Potenz von Tuberculina zur biologischen Bekämpfung von Rostpilzen am Beispiel des Birnengitterrosts Gymnosporangium sabinae getestet werden.

Biologische Bekaempfung von Rostpilzen

Untersuchungen ueber die Wirkungsmechanismen von Hyperparasiten von Rostpilzen und die Moeglichkeiten zur Anwendung in der Rostbekaempfung. Der imperfekte Pilz Aphanocladium album ueberwaechst mit seinem Myzel die Sommersporenlager verschiedener Rostpilze; er bewirkt eine rasche Keimung der Sommersporen, loest die Keimschlaeuche auf und dringt in die Sporen ein. In der Folge bildet der Rostpilz Wintersporen, die erst nach einer Ruheperiode keimen. Wir versuchen, die wirksamen Stoffwechselprodukte des Hyperparasiten zu isolieren und ihre Einsatzmoeglichkeiten zu pruefen. Andere Rostpilze bilden nur eine Form von Sporen, die sofort keimen und den Pilz verbreiten. Hier scheint ein direkter Einsatz des Hyperparasiten zur Rostbekaempfung im Gewaechshaus moeglich.

Arten- und Biotopschutz Arten und Lebensraumtypen Projekte Fachkarten der für den Naturschutz besonders wertvollen Bereiche Publikationen

Tierartenmonitoring "Wir stellen Ihnen hier die Konzeption zur Überwachung des Erhaltungszustandes der Tierarten nach Anhang II und IV der FFH-Richtlinie und der Vogelarten nach Anhang I sowie Artikel 4.2 der Vogelschutz-Richtlinie vor der Europäischen Union vor." Artenschutzliste Sachsen-Anhalt (PDF) Liste der in Sachsen-Anhalt vorkommenden, im Artenschutzbeitrag zu berücksichtigenden Arten (Fortschreibung der Liste zur Einzelartbetrachtung der Avifauna); Stand: Juni 2018 Arten der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie - Arten der Anhänge II, IV, V der FFH-Richtlinie - Pflanzenarten der Anhänge II, IV, V der FFH-Richtlinie und Artensteckbriefe - Vogelarten nach Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie Liste der Verantwortungsarten Elbe-Biber, Feldhamster, Wildkatze, Mopsfledermaus, Mausohr, Großtrappe, Rotmilan, Mittelspecht, Feuersalamander, Rotbauchunke, Nördlicher Kammmolch, Heldbock, Goldener Scheckenfalter, Haarstrangwurzeleule, Schlehen-Jaspiseule, Braungrauer Bergwald-Steinspanner, Zierliches Brillenschötchen, Zwerg-Zypergras, Stängelloser Tragant Die invasiven gebietsfremden Arten der Unionsliste "Im Zuge der Globalisierung von Handel und Fernreiseverkehr finden mehr und mehr Arten den Weg in geografische Regionen, in denen sie bislang nicht auftraten. ..." weiterlesen Lebensraumtypen der FFH-​Richtlinie "Das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt veröffentlichte im Jahr 2002 eine Übersicht über die bis dahin für das Bundesland nachgewiesenen Lebensraumtypen und ergänzte diese mit einer weiteren Veröffentlichung im Jahr 2007." Bau von Weidezäunen im Naturschutzgebiet "Gegensteine-Schierberg" ELER - Erhaltung und Wiederherstellung artenreicher Lebensräume trockener bis sehr nasser Standorte für Sachsen-Anhalt; gedruckte Einzelblätter (TK50N) Maßstab 1: 50 000 Berichte des Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt - Hefte Untersuchungen zu den Arten der Binnendünen in Sachsen-Anhalt (PDF) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 2/2020 Rote Liste Sachsen-Anhalt Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 1/2020 Untersuchungen zu den Arten der Streuobstwiesen in Sachsen-Anhalt (PDF) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 2/2019 Die Lurche und Kriechtiere (Amphibia et Reptilia) des Landes Sachsen-Anhalt unter besonderer Berücksichtigung der Arten der Anhänge zur Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sowie der kennzeichnenden Arten der Fauna-Flora-Habitat-Lebensraumtypen Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 4/2015 Die Säugetierarten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie im Land Sachsen-Anhalt Wildkatze (Felis silvestris silvestris Schreber, 1777) (PDF) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 2/2015 Die Säugetierarten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie im Land Sachsen-Anhalt Fischotter (Lutra lutra L., 1758) (PDF) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 1/2015 Einfluss von Klima und Landnutzung auf die Verbreitung ausgewählter Brutvogelarten des Landes Sachsen-Anhalt (PDF) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 7/2014 Artenhilfsprogramm Rotmilan des Landes Sachsen-Anhalt (PDF) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 5/2014 Bewertung des Erhaltungszustandes der wirbellosen Tierarten der Anhänge IV und V der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sowie der EU-Osterweiterung in Sachsen-Anhalt (PDF) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 3/2014 Die Schmetterlinge (Lepidoptera) im Hochharz Sachsen-Anhalts unter besonderer Berücksichtigung der kennzeichnenden Arten der Fauna-Flora-Habitat-Lebensraumtypen Bericht (PDF) Tabelle 4 (PDF) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 2/2014 Die Weichtiere (Mollusca) des Landes Sachsen-Anhalt unter besonderer Berücksichtigung der Arten der Anhänge zur Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie sowie der kennzeichnenden Arten der Flora-Fauna-Habitat-Lebensraumtypen Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 12/2013 Die Armleuchteralgen (Characeae) Sachsen-Anhalts (PDF) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 1/2013 Rote Listen Sachsen-Anhalt 2004 Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 39/2004 Rote Listen Sachsen-Anhalt, Teil 4 Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 30/1998 Rote Listen Sachsen-Anhalt - Eine Bilanz Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 21/1996 Rote Listen Sachsen-Anhalt, Teil 3 Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 18/1995 Biologie und Ökologie der Kreuzkröte Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 14/1994 Rote Listen Sachsen-Anhalt, Teil 2 Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 9/1993 Rote Liste Sachsen-Anhalt Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Heft 1/1992 Berichte des Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt - Sonderhefte Die kennzeichnenden Tierarten des FFH-Gebietes "Huy nördlich Halberstadt" Bericht des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 1/2018 Bewertung des Erhaltungszustandes der wirbellosen Tierarten nach Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie in Sachsen-Anhalt Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 2/2010 Förderung von Wildobst und Feld-UlmeBeitrag zum Erhalt der Artenvielfalt im Biosphärenreservat Mittelelbe (PDF) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 2/2008 Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) Saale-Unstrut-Triasland Teil 1 und 2 Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 1/2008 Empfehlungen für die Erfassung und Bewertung von Arten als Basis für das Monitoring nach Artikel 11 und 17 der FFH-Richtlinie in Deutschland (PDF) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 2/2006 Die Geradflügler in Sachsen-Anhalt Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 5/2004 Bestandssituation und Schutz der Rotbauchunke in Sachsen-Anhalt Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 3/2004 Die Pilzflora des Naturschutzgebietes Hakel im Nordharzvorland (Sachsen-Anhalt) (PDF) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 2/2003 Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) Landschaftsraum Elbe Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 3/2001 Checkliste der Pilze Sachsen-Anhalts Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 1/1999 Arten- und Biotopschutzprogramm Stadt Halle (Saale) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 4/1998 Die Pilze der Brandberge (PDF) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 6/1997 Arten- und Biotopschutzprogramm Sachsen-Anhalt - Landschaftsraum Harz Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 4/1997 Die Pilzflora der Dölauer Heide bei Halle (Saale) (PDF) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 1/1997 Untersuchungen zur aktuellen Situation der Ichthyofauna von Saale, Unstrut und Helme in Sachsen-Anhalt Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 2/1996 Schutz und Bewirtschaftung von Streuobstwiesen - Tagung am 04. März 1994 in Halle (Saale) Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 3/1995 Ichthyofaunistische Untersuchungen im Stadtkreis Halle und im Saalkreis Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Sonderheft 2/1995 Fachinformation des Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Handlungsanweisung zur Kartierung der nach § 37 NatSchG LSA gesetzlich geschützten Biotope im Land Sachsen-Anhalt (PDF) Fachinformation des Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Nr.: 3/2008 Stand: 15.04.2008 Bücher Die wasserbewohnenden Käfer Sachsen-Anhalts, Dietmar Spitzenberg Herausgegeben vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen-​Anhalt. Das Buch kostet 50 Euro und kann direkt beim Verlag bestellt werden. Verlag Natur+Text Pilzflora von Sachsen-Anhalt - Phytoparasitische Kleinpilze Teil 1 - Falsche Mehltaue | Rostpilze | Brandpilze (PDF) Herausgeber: Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (Halle/Saale) 2020 Pflanzen und Tiere in Sachsen-Anhalt. Ein Kompendium der Biodiversität Herausgegeben vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt durch Dieter Frank und Peer Schnitter 2016 Bestandssituation der Pflanzen und Tiere Sachsen-Anhalts Dieter Frank & Volker Neumann (Hrsg.); Stuttgart (Hohenheim): Ulmer 1999 (Naturschutzpraxis) Broschüren Prodromus der Pflanzengesellschaften Sachsen-Anhalts Mitteilungen zur floristischen Kartierung Sachsen-Anhalt Sonderheft 2/2001; Hrsg. vom Botanischer Verein Sachsen-Anhalt e.V. Halle (Saale) 2001 Rudolf Schubert unter Mitarbeit von Hagen Herdam, Hugo Weinitschke und Jelena Frank Florenverfälschung bei Gehölzpflanzungen und mögliche Schutzmaßnahmen (PDF) Ministerium für Raumordnung und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Ref. Öffentlichkeitsarbeit 1998 Artenhilfsprogramm Kleines Knabenkraut (PDF) Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Ref. Öffentlichkeitsarbeit 1996 Forschungsprojekte Rückgewinnung von Retentionsflächen und Altauenreaktivierung an der Mittleren Elbe in Sachsen-Anhalt Forschungsprojekt 1998-2001; Förderkennzeichen: 0339576 Hinweis Die Liste der aufgeführten Publikationen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Unter dem Link Publikationen finden Sie alle Veröffentlichungen des Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Letzte Aktualisierung: 30.06.2025

Phytoparasitische Kleinpilze (Basidiomycota p.p., Ascomycota p.p. & Peronosporales)

Das Reich der Pilze ist vielfältig – nicht nur im Hinblick auf die Artenvielfalt, sondern auch in den Lebensweisen und ökologischen Funktionen. Phytoparasitische Pilze sind Organismen, die auf oder innerhalb von lebenden Farn- und Blütenpflanzen wachsen und sich von diesen ernähren. Aus den in Deutschland vorkommenden wichtigsten Gruppen – den Brand-, Rost- und echten Mehltaupilzen sowie den falschen Mehltauen und Weißrosten – sind 1.324 etablierte Taxa bekannt. Von ihnen sind 1.196 Taxa einheimisch und 128, also fast 10 %, Neomyzeten. Die meisten phytoparasitischen Kleinpilze sind unauffällig. Anstelle der in Stiel und Hut gegliederten Fruchtkörper vieler Großpilze bilden sie an Blättern und Sprossen ihrer Wirtspflanzen oft nur abweichend gefärbte Flecken, Beläge, Krusten, Gallen oder Deformationen aus. Für die genaue Bestimmung der Arten ist es oft notwendig, Sporenmerkmale und andere Strukturen zu mikroskopieren. Eine hervorragende Hilfe bietet das Identifizieren der Wirtspflanzen, denn viele phytoparasitische Pilze wachsen nur auf einer oder wenigen Pflanzenarten. Mit dem Ausdruck ‚Parasit‘ wird schnell etwas Negatives verbunden. Wirt-Parasit-Beziehungen sind aber keine krankhafte und behandlungsbedürftige Ausnahme, sondern allgegenwärtig und von großer regulatorischer Bedeutung für die Ökosysteme. Selbst für seltene Pflanzenarten ist der Befall durch einen phytoparasitischen Pilz nicht existenzbedrohend – Wirt und Parasit stehen in einem ausbalancierten Gleichgewicht. Es handelt sich um Organismen, die in den Lebensgemeinschaften eine ebenso wichtige Rolle spielen können wie andere Pilze, Tiere und Pflanzen auch. Der Naturschutz hat den phytoparasitischen Kleinpilzen bisher nur wenig Beachtung geschenkt. Der Anteil der vom Aussterben bedrohten Arten dieser Organismengruppe liegt bei 13 % und ist damit höher als bei den meisten anderen Tier-, Pflanzen- und Pilzgruppen. Insgesamt sind 34 % der Arten in ihrem Bestand gefährdet. Weiterhin sind mehr als 10 % bereits ausgestorben oder verschollen. Ungefährdet sind nur 40 % der in Deutschland einheimischen 1.196 Taxa. Bei 5 % reicht die Datenlage für eine Gefährdungseinstufung nicht aus. Wegen der engen Wirtsbindung sind viele Arten besonders dann gefährdet, wenn auch ihre Wirtspflanzen zurückgehen. Für ihre Rückgänge sind deshalb die gleichen Ursachen verantwortlich wie für die Rückgänge vieler Farn- und Blütenpflanzen. Dazu gehören die Nutzungsintensivierung in der Landwirtschaft, vor allem die Eutrophierung nährstoffarmer Standorte, die Aufgabe der Bewirtschaftung von ertragsarmen Flächen, die Entwässerung von Feuchtstandorten und die Aufforstung von Offenland. Eine weitere spezifisch auf Pilze wirkende Gefährdungsursache ist der großflächige Einsatz von Fungiziden auf Äckern und landwirtschaftlichen Dauerkulturen. Zusätzlich wirken sich Immissionen und Schadstoffeinträge über die Luft sowie die zunehmende Inanspruchnahme vormals nicht versiegelter Flächen durch Baumaßnahmen negativ auf die Bestände vieler Pflanzenpilze aus. (Stand Dezember 2019 [Daten], Februar 2021 [Taxonomie] ) Thiel, H.; Klenke, F.; Kruse, J.; Kummer, V. & Schmidt, M. (2023): Rote Liste und Gesamtartenliste der phytoparasitischen Kleinpilze Deutschlands [Brandpilzverwandte (Exobasidiomycetes p.p., Ustilaginomycetes p.p.), Rostpilzverwandte (Kriegeriaceae p.p., Microbotryales, Pucciniales), Wurzelknöllchenpilze (Entorrhizaceae), Echte Mehltaupilze (Erysiphaceae), Falsche Mehltaue (Peronosporaceae p.p.) und Weißroste (Albuginaceae)]. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (5): 347 S.

Puccinia deutziae (Dietel) Fraiture & Vanderweyen Puccinia kusanoi Dietel Phytoparasitische Kleinpilze Nicht etabliert (keine Rote-Liste-Kategorie)

Der Erstnachweis von Puccinia deutziae in Deutschland aus dem Jahr 2018 wurde als P. phyllostachydis an Phyllostachys sp. publiziert (Kruse et al. 2018) und später hinsichtlich der Bestimmung von Pilz und Wirtspflanze revidiert (J. Kruse in Fraiture & Vanderweyen 2020 bzw. Kruse et al. 2022). Inzwischen sind auch Puccinia phyllostachydis selbst und P. longicornis an Bambus nachgewiesen (Kruse et al. 2022). Gemäß aktuellem Kenntnisstand werden die Arten als unbeständig (Status U) eingestuft. Das Auftreten von gleich drei Rostpilz-Arten auf verschiedenen Bambus-Gattungen und an verschiedenen Orten spricht allerdings dafür, dass Rostpilze auf diesen Zierpflanzen bisher nicht ausreichend beachtet wurden und vielleicht schon länger in Deutschland vorkommen. Es könnte sich demnach um bereits etablierte Neomyzeten handeln.

Puccinia graminis Pers. Aecidium teodorescui T. & O. Săvul. sec. Foitzik (1996); Puccinia favargeri Mayor Phytoparasitische Kleinpilze Ungefährdet

Die komplexe Art besteht aus diversen phylogenetischen Linien mit jeweils eigenen, sich möglicherweise überlappenden Wirtsartenspektren. Formen des Schwarzrostes können zu Ertragsminderungen im Weizen-, Roggen-, Gerste- und Haferanbau sowie in der Saatgutproduktion von Süßgräsern wie Dactylis glomerata, Festuca arundinacea, F. pratensis, Lolium perenne und Poa pratensis führen und werden aus ökonomischen Gründen gezielt bekämpft, u.a. durch Fungizideinsatz und Resistenzzüchtungen. Die Rodung von Berberitzen wurde schon vor Jahrhunderten durchgeführt, lange bevor die pilzliche Natur des Rostes und die Bedeutung der Berberitze als Zwischenwirt erkannt waren. (Abb.: siehe Publikation für Abbildungsnummer)

Rote Liste und Gesamtartenliste der phytoparasitischen Kleinpilze Deutschlands

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach einer 1996 veröffentlichten „Provisorischen Roten Liste der phytoparasitischen Pilze Deutschlands“ von Oliver Foitzik (†) ist das hier vorgelegte Werk die erste umfassende Überarbeitung dieser Organismengruppe mit einer detaillierten Analyse der Gefährdungssituation. Es werden die vier Großgruppen Brandpilze, Rostpilze, Echte Mehltaupilze und Falsche Mehltaue einschließlich der Weißroste in ihrer traditionellen Umgrenzung behandelt. Für das Gebiet wurden 1.445 Taxa betrachtet, von denen 1.196 etabliert und Indigene oder Archäobiota sind. Von diesen stehen 619 Taxa auf der Roten Liste. 125 Taxa sind ausgestorben oder verschollen, weitere 408 Taxa sind bestandsgefährdet (Rote-Liste-Kategorien 1, 2, 3 und G). Für die weltweite Erhaltung von 13 Taxa hat Deutschland eine erhöhte Verantwortlichkeit. Als obligate Parasiten und wichtige funktionelle Glieder von terrestrischen Ökosystemen sind die hier behandelten Pilze auf das Engste mit ihren Wirtspflanzen verbunden, sie sind erhaltenswert und schutzbedürftig. Ihr Überleben ist nur gemeinsam mit den Wirtspflanzen möglich. Wesentliche Gefährdungsfaktoren der phytoparasitischen Kleinpilze sind die Nutzungsintensivierung in der Land- und Forstwirtschaft, die Anwendung von Fungiziden, das Aufgeben der Nutzung von ertrags- und nährstoffarmen Standorten, die Entwässerung von Feuchtgebieten, die Unterbindung einer natürlichen Lebensraumdynamik, z. B. in Wäldern und an Fließgewässern, sowie die zunehmende Inanspruchnahme offener Flächen durch Baumaßnahmen.

Pilzliche und bakterielle Schaderreger

Pilzliche Erreger und durch sie verursachte Krankheiten treten überall und in jedem Jahr in unterschiedlicher Häufigkeit und Intensität auf. Sie sind an bestimmte Infektionsbedingungen und somit auch an entsprechende Witterungsbedingungen gebunden. Einige Pilzarten können an einer Vielzahl von Pflanzen auftreten, andere sind an bestimmte Pflanzen (Wirte) gebunden. Die Echten Mehltaupilze sind ein typisches Beispiel für solche wirtsspezifischen Pilze, ebenfalls auch Rostpilze. Werden bestimmte Pflanzenarten in großem Umfang verwendet, können sich spezifische pilzliche Erreger besser etablieren. Mit der vermehrten Pflanzung von Buchsbaum traten auch der Buchsbaumkrebs ( Volutella buxicola ) und das Buchbaumsterben ( Cylindrocladium buxi ) verstärkt auf. Treffen gute Bedingungen für die Entwicklung des pilzlichen Erregers mit einer Schwächung der Pflanze zusammen, so kann es zu einer plötzlichen, sehr starken Krankheitsentwicklung kommen. Die Massariakrankheit an der Platane, die 2006 im Stadtgebiet verstärkt festgestellt wurde, ist ein Beispiel dafür, ebenso die Diplodiakrankheit an der Kiefer, die 2007 zunächst nur als Einzelfall auftrat, mittlerweile an Kiefern stark auftritt. Andere Pilzerkrankungen treten witterungsbedingt nur hin und wieder in Erscheinung, wie zum Beispiel die Narren- und Taschenkrankheit.

NaBiV Heft 170/5: Rote Liste und Gesamtartenliste der phytoparasitischen Kleinpilze Deutschlands

Mehr als 25 Jahre nach der Veröffentlichung einer provisorischen Fassung liegt die erste Rote Liste und Gesamtartenliste der phytoparasitischen Kleinpilze Deutschlands vor. Das vollständig neu bearbeitete Werk behandelt alle aus Deutschland nachgewiesenen Taxa der traditionellen Gruppen „Brandpilze“, „Rostpilze“, „Echte Mehltaupilze“ sowie „Falsche Mehltaue und Weißroste“.

Pilzflora-Sachsen-Anhalt_Teil1_2020_komprimiert.pdf

Horst Jage unter Mitarbeit von Dieter Frank, Dorothea Hanelt, Heidrun Richter, Udo Richter und Horst Zimmermann Pilzflora von Sachsen-Anhalt Phytoparasitische Kleinpilze Teil 1 Falsche Mehltaue | Rostpilze | Brandpilze 29 30 31 32 33 34 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 Karte der Landschaftsräume in Sachsen-Anhalt. 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 Schnellsuche der Artengruppen-Zuordnung im Speziellen Teil über die Seitenrandmarkierung 1. Protozoa: Cercozoa|Phytomyxea|Plasmodiophorida (Plasmodiophorales)|Plasmodiophoraceae Plasmodiophora 2. Chromista: Oomycota|Peronosporomycetes (= Oomycetes)|Albuginales|Albuginaceae Albugo  Pustula  Wilsoniana Peronosporales|Peronosporaceae Basidiophora  Bremia  Hyaloperonospora  Paraperonospora  Perofascia Peronosporales|Peronosporaceae Peronospora Peronosporales|Peronosporaceae Plasmopara  Plasmoverna  Protobremia  Pseudoperonospora  Sclerospora 3. Basidiomycota|3.1. Pucciniomycotina: Pucciniomycetes|Helicobasidiales|Helicobasidiaceae Helicobasidium Pucciniales|Coleosporiaceae Chrysomyxa  Coleosporium Cronartiaceae  Melampsoraceae Cronartium  Melampsora Phragmidiaceae Kuehneola  Phragmidium  Trachyspora  Xenodochus Pucciniaceae Endophyllum  Gymnosporangium  Melampsorella  Melampsoridium Pucciniaceae Puccinia absinthii – Puccinia coronata Pucciniaceae Puccinia crepidicola – Puccinia oreoselini Pucciniaceae Puccinia paludosa – Puccinia vulpinae / P. spec. Pucciniaceae Uromyces Pucciniastraceae Hyalopsora  Milesina  Naohidemyces  Pucciniastrum  Thekopsora  Uredinopsis Raveneliaceae  Uropyxidaceae  Platygloeales|Eocronartiaceae Nyssopsora  Triphragmium  Ochropsora  Tranzschelia  Aecidium  Caeoma  Peridermium  Uredo  Herpobasidium Microbotryomycetes|Microbotryales|Microbotryaceae Bauerago  Microbotryum  Sphacelotheca 3. Basidiomycota|3.2. Ustilaginomycotina: Entorrhizomycetes|Entorrhizales|Entorrhizaceae Entorrhiza Exobasidiomycetes|Doassansiales|Doassansiaceae  Rhamphosporaceae  Entylomatales|Entylomataceae Doassansia  Heterodoassansia  Nannfeldtiomyces  Tracya  Rhamphospora  Entyloma Exobasidiales|Exobasidiaceae  Graphiolaceae  Georgefischeriales|Georgefischeriaceae  Microstromatales|Microstromataceae Exobasidium  Graphiola  Jamesdicksonia  Microstroma Tilletiales|Tilletiaceae Neovossia  Tilletia Ustilaginomycetes|Urocystidales|Floromycetaceae  Glomosporiaceae Antherospora  Thecaphora Melanotaeniaceae  Urocystidaceae Melanotaenium  Melanustilospora  Urocystis  Vankya Ustilaginales|Anthracoideaceae Anthracoidea  Farysia  Schizonella  Tolyposporium  Ustanciosporium Ustilaginaceae Macalpinomyces  Moesziomyces  Sporisorium  Tranzscheliella  Ustilago 3. Basidiomycota|3.3. Sonstige Basidiomycota p. p.: Agaricomycotina|Agaricomycetes|Cantharellales|Ceratobasidiaceae Ceratobasidium  Thanatephorus Corticiales|Corticiaceae Marchandiobasidium 4. Blastocladiomycota: Blastocladiomycetes|Blastocladiales|Physodermataceae Physoderma 5. Chytridiomycota: Chytridiomycetes|Chytridiales|Synchytriaceae Synchytrium

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