Aufgrund der Einengung der Salzach in den letzten zwei Jahrhunderten und dem fehlenden Geschiebenachschub aus den Zuflüssen hat sich die Salzach massiv eingetieft. Die Kombination aus Geschiebedefizit und die unter dem Schotterkörper anstehenden Seetone verschärfen die Problematik. Basierend auf den vorgeschlagenen Varianten in der Wasserwirtschaftlichen Rahmenuntersuchung Salzach (WRS) sind Sanierungslösungen unter Einbeziehung der Wasserkraftnutzung und parallel dazu Minimalmaßnahmen zur Stützung der Sohle zu prüfen. Hierfür sind exakte Kenntnisse über die Geschiebetransportvorgänge im Freilassinger Becken und im Unterlauf der Saalach notwendig, die mit Hilfe eines zwei-dimensionalen Geschiebetransportmodells simuliert werden sollen. Insbesondere sollen mittels der aus der Modellierung gewonnenen Kenntnisse die langfristige Sohlentwicklung abgeschätzt und die Wirkungsnachweise der erforderlichen Sohlstützmaßnahmen eruiert werden.
Mit dem Vorhaben soll geklaert werden, ob anhand von Modellrechnungen (z.B. das fuer die PSM-Zulassung eingesetzte Modell PELMO) eine Abschaetzung des Grundwassergefaehrdungspotentials von organischen Stoffen in Reststoffen (Klaerschlamm) moeglich ist. Zu klaeren ist, welche Parameter fuer das Modell erforderlich sind. Mit einer Literaturrecherche ist zu pruefen, ob entsprechende Daten fuer typische/repraesentative Stoffe bereits vorliegen. Ggf. sind fehlende Informationen durch geeignete Versuche zu erheben. Die Ergebnisse der Modellrechnung sind im Hinblick auf ihre Validitaet zu pruefen und zu bewerten.
Aufgabe ist die Kopplung eines mikroskaligen Stroemungs- und Transportmodelles mit einem Chemiemodul zur Erfassung der kurzlebigen Spezies in der Strassenschlucht.
Das Ziel des Teilprojektes A6 besteht in der Entwicklung von Teilmodellen des Wasser- und Stofftransportes im Boden und Grundwasser. Dazu sollen die fuer die Transportprozesse von Wasser und geloesten Stoffen in poroesen Medien relevanten Parameter (K, pF, D) in Labor- und Feldexperimenten ermittelt werden und das zeitliche Verhalten der Zustandsvariablen (Wasserspannung, Wassergehalt sowie - in Zusammenarbeit mit dem Teilprojekt A7 - der Stoffkonzentrationen) im Boden- und Grundwasser an mehreren repraesentativen Standorten fortlaufend erfasst werden. In ackerbaulich genutzten Boeden auftretende Phaenomene, wie z.B. die zeitliche Aenderung des Porenvolumens, Infiltrationshemmung durch Oberflaechenverkrustung, Bodenverdichtung sowie die Einfluesse von Hysteres, Bodenluftkomprimierung und -einschluss, Benetzungshemmung u.a. auf das Transportverhalten sollen analysiert und zur Erweiterung der bestehenden Modelle fuehren. Zur Uebertragung der an bestimmten Punkten ermittelten Daten auf die Flaeche dient die Erfassung der raeumlichen Variabilitaet bodenphysikalischer Eigenschaften, sowie die Entwicklung von Parametrisierungsverfahren. Vergleichende Labor- und Felduntersuchungen sind vorgesehen, um Algorithmen zur Ableitung bodenphysikalischer Kennwerte aus bodenkundlichen Basisdaten zu erarbeiten.
Durch Datensammlung und Aufbereitung sowie den Aufbau einer Projektdatenbank wird die gemeinsame Daten- und somit die Arbeitsgrundlage für alle Projektpartner geschaffen. Erkundungsbohrungen und Messstellenbau dienen zur Verbesserung der nur lückenhaft vorhandenen Kenntnisse über den Untergrund und ermöglichen erst die teufengestufte Grundwasserprobenahme. Alle geologischen und hydrogeologischen Daten fließen in das 3D-Untergrundmodell ein, dessen Ergebnisse die Basis des Strömung- und Transportmodells bilden. Der Arbeitsblock N1 enthält die Datensammlung und Aufbereitung sowie Planung und Erstellung der Projektdatenbank. Block N2 umfasst die Auswertung und Beurteilung der vorhandenen Daten. Im 3. Arbeitsblock (N3) werden die Erkundungsbohrungen, die Vor-Ort-Probenahme von Feststoffen und Porenwasser und der Messstellenbau durchgeführt. Block N4 beinhaltet die Grundwasserprobenahme und Analytik. Im 5. Arbeitsblock (N5) wird das Geologische 3D-Untergrundmodell erstellt. Projektdatenbank, 3D-Untergrundmodell sowie Strömungs- und Transportmodell bilden die Basis für die Erarbeitung von Vorschlägen für weitere Maßnahmen.