Teilprojekt E9 entwickelt einen theoretisch-methodischen Rahmen für Schlüsselkonzepte des SFB und fokussiert Interdependenzen zwischen Materialität, menschlichem Handeln und Umwelt (soziale und physische). Theorien und Konzepte der Ethnographie und Sozialwissenschaften werden mit solchen aus der Archäologie integriert, um Konzepte wie 'archäologische Industrien', 'produzierende Wirtschaftsweise', 'Mobilität' und 'Migration' zu untersuchen. Das E9-Projekt bietet damit eine erkenntnistheoretische Plattform für die kritische Bewertung von Schlüsselbegriffen und -konzepten, die in den relevanten Disziplinen häufig verwendet, aber selten kritisch reflektiert werden.
Umweltwandel und Migration können sich gegenseitig bedingen: Verschlechterte Umweltbedingungen tragen zur Abwanderung bei, während Einwanderung neue ökologische Probleme verursacht. Derzeit fehlt jedoch ein tiefgehendes Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen. Die Zielstellung des Projektes ist es, 1) räumliche Muster von Migration und Umweltveränderungen zu identifizieren und zu begründen, 2) den kausalen Zusammenhang von Umweltwandel, Bevölkerungsdruck, Migration und ökologischen Konsequenzen von Migration zu erklären sowie 3) ein Instrument für Entscheidungsträger und Praktiker zu entwickeln, das eine systematische Integration von Migration und nachhaltiger Ressourcennutzung in Klimaanpassungspolitiken und -programmen ermöglicht.
<p>Umweltzerstörung, Klimawandel und Migration </p><p>Umweltveränderungen, Klimawandel und Umweltkatastrophen können Gründe für Migration sein oder diese indirekt beeinflussen. Da viele verschiedene Faktoren zu Migrationsentscheidungen führen, müssen sie spezifisch und fallbezogen betrachtet werden. Die resultierenden Handlungen müssen zudem immer das Wohl und die Rechte der betroffenen Menschen berücksichtigen.</p><p>Im Forschungsvorhaben „Umweltzerstörung, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimawandel#alphabar">Klimawandel</a> und Migration: Synopse der Diskussion und Prognosen zur Migration und Flucht aus Gründen der Umweltzerstörung und des Klimawandels“ wurden verschiedene Migrationsfaktoren beleuchtet und folgende Kernaussagen herausgearbeitet:</p><p> </p><p>In vier Publikationen wird der Zusammenhang zwischen Klimawandel, Migration und menschlicher Mobilität näher beleuchtet:</p><p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/migration-environment-climate-change-literature"><strong>"Migration, environment and climate change: Literature"</strong></a></p><p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/migration-environment-climate-change-impacts"><strong>"Migration, environment and climate change: Impacts"</strong></a></p><p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/migration-environment-climate-change-response"><strong>"</strong><strong>Migration, environment and climate change: Responding via climate change adaptation policy"</strong></a></p><p><strong>"</strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/migration-environment-climate-change"><strong>Migration, environment and climate change: Final report</strong>"</a></p><p>Zudem steht die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/5750/publikationen/28-05-2021_conference_summary_26_august.pdf"><strong>Dokumentation einer internationalen Fachkonferenz</strong></a> zur Verfügung, an der unter anderen auch Personen aus der Karibik, den Philippinen, dem Sudan, sowie Tuvalu, Vanuatu und Fiji (Pazifik) teilnahmen.</p><p>Im Resultat zeigt sich, dass das der Zusammenhang von Umweltmigration und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/v?tag=Vulnerabilitt#alphabar">Vulnerabilität</a> sowie die Faktoren, die Mobilität von betroffenen Menschen maßgeblich positiv oder negativ beeinflussen, weiter erforscht werden müssen. Dabei ist die Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten und der Austausch mit betroffenen Personen wichtig, um Maßnahmen adäquat zu gestalten und regionale Kooperation zu stärken. Vor allem die Analyse spezifischer Situationen ist notwendig, um Datenlücken zu füllen und adäquat auf Herausforderungen reagieren zu können.</p>