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Mobilization and transfer of heavy metals, including radionuclides, by mycorrhizas

Mycorrhizal communities at different locations in the former uranium mining area Ronneburg (Thuringia) were analysed, using molecular methods for the identification of mycorrhizal fungi. Strains of the ectomycorrhizal fungus Amanita muscaria were isolated from the former mining area and are now tested for their heavy metal tolerance.

Kernenergie

<p> <p>Seit dem Atomausstieg wird Kernenergie in Deutschland weiter als Beitrag zu Klimaschutz und Versorgungssicherheit diskutiert. Das Umweltbundesamt ordnet ein, welche Rolle sie im künftigen Energiesystem spielen kann und warum für schnellen und kosteneffizienten Klimaschutz vor allem erneuerbare Energien entscheidend sind.</p> </p><p>Seit dem Atomausstieg wird Kernenergie in Deutschland weiter als Beitrag zu Klimaschutz und Versorgungssicherheit diskutiert. Das Umweltbundesamt ordnet ein, welche Rolle sie im künftigen Energiesystem spielen kann und warum für schnellen und kosteneffizienten Klimaschutz vor allem erneuerbare Energien entscheidend sind.</p><p> Ausgangslage: Kernenergie in der deutschen Klimadebatte <p>Deutschland hat die Stromerzeugung aus Kernenergie beendet. Die letzten drei deutschen Atomkraftwerke Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2 gingen am 15. April 2023 vom Netz. Gleichzeitig wird Kernenergie in Deutschland und international weiter als möglicher Beitrag zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> und Versorgungssicherheit diskutiert. Die Debatte dreht sich vor allem darum, ob Kernenergie klimapolitisch sinnvoll wäre, ob neue Kernkraftwerke eine Option für die Zeit nach 2030 sein könnten und ob neue Reaktorkonzepte zur Treibhausgasneutralität beitragen können.</p> <p>Das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> bewertet diese Fragen nicht allein anhand der CO₂-Emissionen im Kraftwerksbetrieb. Um Kernenergie klimapolitisch zu bewerten, zählen auch die gesamte Realisierungszeit von Planung bis Inbetriebnahme, Kosten, Energiesystemverträglichkeit, Umweltwirkungen, Sicherheitsrisiken, Brennstoffversorgung und die Entsorgung radioaktiver Abfälle.</p> <p>Auch relevant ist, wann Techniken verfügbar sind. Denn für den Klimaschutz zählen vor allem die nächsten Jahre. Deutschland muss die Emissionen schnell senken und bis 2045 treibhausgasneutral werden.&nbsp;</p> </p><p> Was kann Kernenergie für den Klimaschutz leisten? <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/kernenergie_01_thg_emissionen.jpg"> </a> <strong> Kernenergie ist treibhausgasarm, aber nicht automatisch beste Klimaschutzoption. </strong> Quelle: Susanne Kambor / UBA </p><p> <p>Kernenergie verursacht bei der Stromerzeugung nahezu keine direkten CO₂-Emissionen. Eine vollständige Klimabilanz betrachtet jedoch den gesamten Lebenszyklus: Uranabbau, Aufbereitung, Konversion, Anreicherung, Brennelementfertigung, Bau und Betrieb des Kraftwerks, Zwischenlagerung, Rückbau sowie Entsorgung beziehungsweise Endlagerung radioaktiver Abfälle.</p> <p>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/climate-environmental-impact-of-nuclear-power">UBA-Forschungsbericht „Climate and environmental impact of nuclear power“</a> untersucht die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>- und Umweltwirkungen der Kernenergie über den gesamten Lebenszyklus.Die zentralen Ergebnisse sind in einer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11850/publikationen/2026-06/32_2026_Climate_Short_Version.pdf">Kurzfassung</a> zusammengefasst. Demnach liegen die Treibhausgasemissionen von Kernenergie für das Basisjahr 2020 durchschnittlich bei 5 bis 15 Gramm CO₂-Äquivalenten je Kilowattstunde Strom. Einzelne Werte liegen niedriger, andere erreichen bis zu 21 Gramm CO₂-Äquivalenten je Kilowattstunde. Für 2030 erwarten die Forschenden im Bericht mit 4,8 bis 14,2 Gramm CO₂-Äquivalenten je Kilowattstunde eine ähnliche Größenordnung.</p> <p>Damit verursacht Kernenergie deutlich weniger Treibhausgase als jede fossile Stromerzeugung. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass sie die beste Klimaschutzoption ist. Entscheidend ist, welche Technologien Emissionen schnell, verlässlich und zu vertretbaren Kosten senken ohne langfristige Lasten auf kommende Generationen zu verlagern.</p> <p>Nationale und auch globale Klimaszenarien zeigen ein klares Bild: Der Ausbau erneuerbarer Energien trägt die Transformation. Zu diesem Ergebnis kam bereits die&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klimaschutz-ist-auch-ohne-kernenergie-moeglich">UBA-Analyse „Klimaschutz ist auch ohne Kernenergie möglich“</a>. Sie wertet internationale Klimaszenarien aus und zeigt: Nicht der Zubau von Kernenergie entscheidet darüber, ob Klimaziele erreicht werden, sondern der ausreichende Ausbau erneuerbarer Energien. Auch Szenarien mit hoher Kernenergieerzeugung verfehlen Klimaziele, wenn der Anteil erneuerbarer Energien zu niedrig bleibt. In den untersuchten globalen Szenarien zur Treibhausgasneutralität erreichen erneuerbare Energien im Jahr 2050 Anteile von 70 bis 100 Prozent an der Stromerzeugung. Kernenergie bleibt mit 0 bis 9 Prozent deutlich kleiner.</p> <p>Auch die heutige Entwicklung spricht gegen eine breite Renaissance der Kernenergie: Mitte 2024 betrieben lediglich 32 von rund 200 Ländern weltweit Kernkraftwerke. Die weltweit installierte Kernkraftwerksleistung lag seit rund 25 Jahren weitgehend konstant bei etwa 370 Gigawatt. Der Anteil der Kernenergie an der globalen Stromerzeugung ist seit seinem Höchststand von 17 Prozent im Jahr 1990 gesunken und lag 2024 bei rund 9 Prozent. Erneuerbare Energien lieferten im selben Jahr rund ein Drittel des weltweiten Stroms.</p> </p><p> Warum neue Kernkraftwerke zu spät kämen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/kernenergie_02_realisierungszeit.jpg"> </a> <strong> Neue Kernkraftwerke kommen für Klimaschutz bis 2045 meist zu spät. </strong> Quelle: Susanne Kambor / UBA </p><p> <p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> braucht Maßnahmen, die schnell wirken. Bei neuen Stromerzeugungsanlagen sind dafür nicht nur die reinen Bauzeiten relevant, sondern der gesamte Zeitraum von Planung, Genehmigung, Finanzierung, Bau und Inbetriebnahme. Als Bauzeit gilt der Zeitraum vom Beginn der physischen Bauarbeiten bis zur kommerziellen Inbetriebnahme. Planungs- und Genehmigungsphasen sind darin noch nicht enthalten und können gerade bei Kernkraftwerken mehrere zusätzliche Jahre beanspruchen.</p> <p>Schon die reine Bauzeit von Kernkraftwerken ist lang. Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/climate-environmental-impact-of-nuclear-power">UBA-Forschungsbericht</a> weist eine durchschnittliche Bauzeit von knapp 100 Monaten aus, also rund acht Jahren. Die Bandbreite reicht von weniger als 50 Monaten bis fast 200 Monaten. Einzelne aktuelle Projekte zeigen, wie stark sich Zeitpläne verschieben können: Olkiluoto 3 in Finnland sollte ursprünglich 2009 in Betrieb gehen. Der kommerzielle Betrieb begann 2023. Flamanville 3 in Frankreich war ursprünglich für 2012 vorgesehen. Der Reaktor wurde Ende 2024 erstmals ans Netz angeschlossen und danach schrittweise in Betrieb genommen. Vogtle 3 und 4 in den USA sollten 2016 beziehungsweise 2017 starten. Der kommerzielle Betrieb begann 2023 beziehungsweise 2024.&nbsp;</p> <p>Diese langen Gesamtzeiträume erhöhen das Risiko für Kostensteigerungen und Verzögerungen. Gleichzeitig verändert sich das Energiesystem schnell. Eine Entscheidung für ein neues Kernkraftwerk würde heute getroffen, das Kraftwerk würde aber erst in einem künftigen Stromsystem liefern, das bereits deutlich stärker von erneuerbaren Energien geprägt ist.</p> <p>Wind- und Solarenergie lassen sich schneller ausbauen. Große Photovoltaik- und Onshore-Windprojekte können in der Regel in weniger als fünf Jahren Strom liefern. Für den Zeitraum bis 2030 und 2045 sind solche kürzeren Realisierungszeiten entscheidend für den Klimaschutz und die Zielerreichungen.</p> <p>Hinzu kommt die rechtliche Ausgangslage in Deutschland: Die Berechtigungen zum Leistungsbetrieb der deutschen Kernkraftwerke sind erloschen. Die <a href="https://www.bundestag.de/resource/blob/1022328/327fce22754424f1b6b9af0159c39505/WD-3-090-24-pdf.pdf">Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages ordnen ein</a>, dass der Weiterbetrieb bestehender Anlagen und die Genehmigung neuer Kernkraftwerke nach geltender Rechtslage ausgeschlossen sind und Änderungen des Atomgesetzes erfordern würden.&nbsp;In einer weiteren Ausarbeitung zu den zuletzt betriebenen Anlagen Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 weisen die <a href="https://www.bundestag.de/resource/blob/926434/WD-8-077-22-pdf.pdf">Wissenschaftlichen Dienste</a> darauf hin, dass die 2019 fällige periodische Sicherheitsüberprüfung wegen des gesetzlich vorgesehenen Betriebsendes nicht mehr vorgelegt wurde. Bei einer Laufzeitverlängerung wäre diese Überprüfung nach geltendem Recht unmittelbar nachzuholen gewesen.</p> </p><p> Warum neue Kernkraftwerke teuer sind <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/kernenergie_03_kosten.jpg"> </a> <strong> Neue Kernkraftwerke verursachen hohe Investitions- und Finanzierungskosten. </strong> Quelle: Susanne Kambor / UBA </p><p> <p>Neue Kernkraftwerke gehören zu den kapitalintensivsten Formen der Stromerzeugung. Sie erfordern hohe Anfangsinvestitionen, lange Finanzierungszeiträume und umfangreiche Sicherheits- und Genehmigungsverfahren. Auch Nachbetrieb, Rückbau und Entsorgung verursachen Kosten.</p> <p>Hinzu kommt ein Kostenparadox: Während viele Energietechnologien durch Serienfertigung, größere Stückzahlen und technische Lernprozesse mit der Zeit günstiger werden, zeigt sich bei der Kernenergie häufig eine umgekehrte Lernkurve. Erfahrung führt hier nicht automatisch zu sinkenden Kosten. Im Gegenteil: Die Kosten können steigen, weil Anlagen technisch komplexer werden, Sicherheits- und Schutzanforderungen zunehmen und lange Bauzeiten die Finanzierung verteuern.&nbsp;</p> <p>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/climate-environmental-impact-of-nuclear-power">UBA-Forschungsbericht</a> vergleicht Stromgestehungskosten neuer Kernkraftwerke mit erneuerbaren Energien. Für neue Kernkraftwerke in Europa lagen die Kosten im Basisjahr 2020 bei 15,0 bis 19,2 Cent je Kilowattstunde. Zum Vergleich: Die globalen gewichteten Durchschnittswerte lagen bei 3,6 Cent je Kilowattstunde für Onshore-Windenergie, 7,8 Cent für Offshore-Windenergie und 5,3 Cent für Photovoltaik.</p> <p>Für 2030 vergrößert sich der Unterschied in der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/projektion">Projektion</a> noch einmal: Konventionelle neue Kernkraftwerke erreichen dann 26,1 bis 36,2 Cent je Kilowattstunde. Für Onshore-Windenergie liegt die Bandbreite bei 2,0 bis 6,2 Cent, für Offshore-Windenergie bei 3,7 bis 11,8 Cent und für Photovoltaik bei 2,6 bis 10,8 Cent je Kilowattstunde.</p> <p>Auch die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/treibhausgas">Treibhausgas</a>-Vermeidungskosten fallen bei Kernenergie höher aus als bei erneuerbaren Energien: Treibhausgase durch Kernenergie zu vermeiden, kostete in Europa im Jahr 2020 zwischen 102 und 158 Euro je Tonne CO₂-Äquivalent. Für 2030 steigen die Kosten in der Projektion auf 196 bis 527 Euro je Tonne CO₂-Äquivalent. Erneuerbare Energien schneiden deutlich günstiger ab und vermeiden Emissionen häufig zu negativen oder niedrigeren Kosten.</p> </p><p> Warum Kernenergie im künftigen Stromsystem nur begrenzt hilft <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/kernenergie_04_stromsystem.jpg"> </a> <strong> Kernkraftwerke passen nur begrenzt zu einem flexiblen Stromsystem. </strong> Quelle: Susanne Kambor / UBA </p><p> <p>Das deutsche Stromsystem richtet sich zunehmend auf Wind- und Solarenergie aus, auch um unabhängiger von Brennstofflieferungen zu werden. Diese Anlagen erzeugen Strom abhängig von <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a> und Tageszeit. Deshalb braucht das Stromsystem flexible Lösungen: Netze, Speicher, Lastmanagement, europäische Strommärkte und steuerbare Kraftwerke. Der Bedarf an klassischen Grundlastkraftwerken sinkt.</p> <p>Kernkraftwerke können technisch in begrenztem Umfang lastfolgend betrieben werden. Das heißt: Sie können ihre Leistung anpassen. Dieser Betrieb senkt jedoch die Auslastung und verschlechtert die Wirtschaftlichkeit. Gerade Kernkraftwerke sind wegen ihrer hohen Fix- und Kapitalkosten auf viele Volllaststunden angewiesen.</p> <p>Auch ergänzende Nutzungen, also über Strombereitstellung hinaus, ändern die Bewertung kaum. Kernenergie kann theoretisch Wärme, Wasserstoff oder Entsalzungsenergie bereitstellen. Diese Anwendungen bleiben aber begrenzt, standortabhängig oder wirtschaftlich unsicher. Für Deutschland ersetzen sie nicht den Bedarf an erneuerbaren Energien, Netzen, Speichern und Flexibilität.</p> <p>Für ein robustes Stromsystem zählt neben der installierten Leistung auch die tatsächliche Verfügbarkeit der Anlagen. Das Beispiel Frankreich zeigt: Hohe Kernenergieanteile können das Stromsystem verwundbar machen, wenn viele Reaktoren gleichzeitig nicht oder nur eingeschränkt Strom produzieren. 2022 trafen mehrere Faktoren zusammen: technische Probleme an Reaktoren, Wartungen sowie Hitze und Trockenheit. Niedrige Wasserstände und hohe Gewässertemperaturen können die Kühlung einschränken und Leistungsminderungen erforderlich machen. Nach Angaben des <a href="https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/03/PD23_090_43312.html">Statistischen Bundesamtes (Destatis)</a> war 2022 das erste Jahr seit Beginn der Statistik 1990, in dem Deutschland mehr Strom nach Frankreich exportierte als von dort importierte. Destatis führt diese Entwicklung vor allem auf technische Probleme in französischen Kernkraftwerken zurück.&nbsp;</p> <p>Mit häufiger auftretenden Hitze- und Dürreperioden im Zuge des Klimawandels können solche Einschränkungen an Bedeutung gewinnen. Nach Einschätzung der <a href="https://www.grs.de/de/aktuelles/nah-am-wasser-gebaut-haben-zunehmende-trockenheit-und-hitzeperioden-einfluss-auf">Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) gGmbH</a> sind längere Hitzeperioden in der Regel kein ernstes sicherheitstechnisches Problem, können aber zu Leistungseinbußen führen. Denn bei hohen Wassertemperaturen und niedrigen Flusspegeln müssen Umweltauflagen eingehalten werden, damit Flüsse durch Kühlwassereinleitungen nicht zusätzlich zu stark erwärmt und Ökosysteme geschützt werden.</p> </p><p> Welche Umwelt- und Gesundheitsaspekte bei Kernenergie relevant sind <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/kernenergie_05_umwelt_gesundheit.jpg"> </a> <strong> Uranabbau, Abfälle, Endlagerung und Gesundheitsschutz müssen mitbewertet werden. </strong> Quelle: Susanne Kambor / UBA </p><p> <p>Kernenergie verursacht Umweltwirkungen entlang der gesamten Prozesskette. Der Uranabbau greift in Böden, Landschaften und Wasserhaushalte ein. Je nach Abbauverfahren können Rückstände, chemische Belastungen und radiologische Belastungen entstehen. Diese Umweltwirkungen treten häufig nicht dort auf, wo der Strom genutzt wird, sondern in den Abbauregionen.</p> <p>Kernkraftwerke benötigen außerdem Kühlung. An Flussstandorten können Niedrigwasser und hohe Wassertemperaturen den Betrieb einschränken. An Küstenstandorten können Meeresspiegelanstieg, Sturmfluten oder biologische Verstopfungen von Kühlwassereinläufen Risiken erhöhen. Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> verschärft diese Probleme: Hitze, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/duerre">Dürre</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a>, Hochwasser und Meeresspiegelanstieg können die Stromerzeugung aus Kernkraftwerken beeinträchtigen.</p> <p>Bei der Kernenergienutzung entstehen radioaktive Abfälle. Hochradioaktive Abfälle müssen über sehr lange Zeiträume sicher vom Menschen und von der Umwelt abgeschirmt werden. Nach Angaben des&nbsp;<a href="https://www.base.bund.de/shareddocs/ip6/base/de/20221220_Begru-Dosisabschaetzung.html">Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) </a>sollen radioaktive Stoffe in einem Endlager für hochradioaktive Abfälle für eine Million Jahre sicher eingeschlossen bleiben. Deutschland sucht dafür einen Standort für ein Endlager in tiefen geologischen Formationen. Die Suche ist komplex und wird voraussichtlich noch Jahrzehnte dauern.</p> <p>Auch schwere Unfälle müssen in die Bewertung einfließen. Solche Ereignisse sind selten, können aber sehr große und langfristige Folgen haben. Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/climate-environmental-impact-of-nuclear-power">UBA-Forschungsbericht</a> betrachtet Unfallfolgen ergänzend zur Lebenszyklusanalyse. Demnach können nach schweren Unfällen Hunderttausende Menschen von Evakuierung oder Umsiedlung betroffen sein. Radioaktive Kontamination kann Flächenverluste deutlich erhöhen und große Mengen schwachradioaktiver Abfälle verursachen.</p> <p>Gesundheitliche Aspekte betreffen vor allem den Schutz vor ionisierender Strahlung, etwa beim Uranbergbau, beim Umgang mit radioaktiven Stoffen, bei Unfällen und bei der Entsorgung. Beim heutigen Uranbergbau hängen mögliche Expositionen stark von Lagerstätte, Abbauverfahren und Strahlenschutzstandards ab. Relevant sind insbesondere Radon und seine Zerfallsprodukte, radioaktive Stäube sowie Rückstände aus der Erzaufbereitung. Diese Expositionen müssen überwacht und begrenzt werden. Für Strahlenschutz und radiologische Gesundheitsfragen ist in Deutschland insbesondere das <a href="https://www.bfs.de/DE/home/home_node.html">Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)</a> zuständig. Die vom <a href="https://www.bfs.de/DE/bfs/wissenschaft-forschung/wirkung-risiken-ion/abgeschlossen/kikk-studie.html">Bundesamt für Strahlenschutz beauftragte KiKK-Studie</a> zeigte ein erhöhtes Leukämierisiko bei Kindern unter fünf Jahren in der näheren Umgebung von Kernkraftwerken. Die Ursache konnte nicht geklärt werden, die Strahlenexposition aus dem Normalbetrieb gilt nach heutigem Wissen nicht als plausible Erklärung.</p> </p><p> Welche Abhängigkeiten mit Kernenergie verbunden sind <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/kernenergie_06_lieferketten.jpg"> </a> <strong> Kernenergie kann neue Abhängigkeiten in internationalen Lieferketten schaffen. </strong> Quelle: Susanne Kambor / UBA </p><p> <p>Deutschland nutzt Kernenergie nicht mehr zur Stromerzeugung. Eine erneute Nutzung würde Deutschland wieder in internationale Lieferketten einbinden. Diese reichen von Uranförderung, Konversion, Anreicherung und Brennelementfertigung bis zu spezialisierten Komponenten, Dienstleistungen und Know-how.</p> <p>Diese Lieferketten sind nur begrenzt europäisch abgesichert. Nach Angaben der <a href="https://www.europarl.europa.eu/cmsdata/297623/ESA%20Annual%20Report%202024.pdf">Euratom Supply Agency</a>&nbsp;deckt die EU ihre gesamte Nachfrage nach Frischuran ausschließlich durch Importe aus Drittstaaten. 15,6 Prozent der Uranlieferungen an EU-Versorger, 22,4 Prozent der Konversionsdienstleistungen und 23,55 Prozent der Anreicherungsleistungen stammen aus Russland. Die Nutzung von Kernenergie würde zwangsläufig zu einer neuen Abhängigkeit Deutschlands in der Energieversorgung führen.</p> <p>Bei einem Neubau von Kernkraftwerken kämen weitere Abhängigkeiten hinzu. Weltweit setzen nur wenige Anbieter große Kernkraftwerksprojekte im Ausland um. Auch Betrieb, Wartung, Ersatzteile, Rückbau und Abfallbehandlung erfordern spezialisiertes Know-how und geeignete Anbieterstrukturen. Kernenergie kann daher neue Import-, Technologie- und Lieferkettenabhängigkeiten schaffen. Bei russisch konstruierten Reaktoren erhöhen spezifische Brennstoffdesigns und begrenzte Ausweichmöglichkeiten die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/verwundbarkeit">Verwundbarkeit</a>. Diese Abhängigkeiten müssen in die Bewertung der Versorgungssicherheit einfließen.</p> </p><p> Was für neue Reaktorkonzepte und SMR gilt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/kernenergie_07_smr.jpg"> </a> <strong> Bei SMR ist eine kostensenkende Serienfertigung bisher nicht absehbar. </strong> Quelle: Susanne Kambor / UBA </p><p> <p>Kleine modulare Reaktoren, häufig SMR für „Small Modular Reactors“ genannt, sollen kleiner, serienfertigbar und flexibler sein als heutige große Kernkraftwerke. Ein zentrales Versprechen lautet: Viele baugleiche Reaktormodule könnten industriell vorgefertigt werden und dadurch günstiger werden.</p> <p>Diese Logik setzt jedoch sehr große Stückzahlen voraus. Kleine Reaktoren verlieren zunächst Größenvorteile großer Kraftwerke: Pro Kilowatt Leistung fallen viele Bauteile, Sicherheits- und Genehmigungsanforderungen sowie Betriebsstrukturen weiterhin an. Kostenvorteile durch Serienfertigung entstehen deshalb erst, wenn sehr viele nahezu baugleiche Module gebaut werden. Das&nbsp;<a href="https://www.base.bund.de/de/nukleare-sicherheit/kerntechnik/small-modular-reactors/small-modular-reactors_inhalt.html#a450414">BASE verweist auf ein Gutachten des Öko-Instituts</a>, nach dem im Mittel etwa 3.000 SMR produziert werden müssten, bevor sich der Einstieg in eine SMR-Produktion rechnerisch lohnen würde.</p> <p>Bislang ist nicht belegt, dass solche Stückzahlen erreicht werden oder dass SMR die zentralen Herausforderungen der Kernenergie lösen: hohe Kosten, lange Entwicklungs- und Genehmigungszeiten, Entsorgung radioaktiver Abfälle, Sicherheitsanforderungen und Proliferationsrisiken.</p> <p>Auf Basis realer Projektdaten erwartet der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/climate-environmental-impact-of-nuclear-power">UBA-Forschungsbericht</a> für SMR im Jahr 2030 Stromgestehungskosten von 19,3 bis 43,9 Cent je Kilowattstunde. Damit liegen sie deutlich über den Kosten von Windenergie und Photovoltaik. Viele Konzepte befinden sich zudem noch in Entwicklung oder Erprobung. Für die deutschen Klimaziele bis 2045 sind SMR daher keine belastbare Option.</p> <p>Auch neuartige Reaktorkonzepte verfolgen das Ziel, sicherer, effizienter oder abfallärmer zu werden. Viele dieser Konzepte sind jedoch noch nicht kommerziell verfügbar. Sie können deshalb keinen kurzfristigen Beitrag zur Emissionsminderung leisten.</p> </p><p> Einordnung des Umweltbundesamtes <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/kernenergie_08_klimaschutzoption_uebersicht_0.png"> </a> <strong> Sieben Kriterien zeigen: Kernenergie ist für Deutschland keine geeignete Klimaschutzoption. </strong> Quelle: Susanne Kambor / UBA </p><p> <p>Das Umweltbundesamt befasst sich mit Kernenergie vor allem im Rahmen seiner Arbeiten zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> hin zu einem nachhaltigen Energiesystem und hinsichtlich der Umweltwirkungen. Aus Sicht des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> ist Kernenergie keine geeignete Grundlage für eine umweltverträgliche, sichere und nachhaltige Energieversorgung in Deutschland.</p> <p>Die Bewertung geht daher über die Treibhausgasemissionen hinaus: Entscheidend sind auch Realisierungszeiten, Kosten, die Eignung für ein erneuerbares Stromsystem, Umwelt- und Gesundheitsaspekte sowie Abhängigkeiten in nuklearen Lieferketten und sicherheitspolitisch relevante Technologien des Brennstoffkreislaufs.</p> <p>Für die aktuelle klimapolitische Bewertung ist deshalb wichtig: Kernenergie verursacht zwar vergleichsweise geringe Treibhausgasemissionen. Sie ist für den Klimaschutz aber nicht erforderlich, wenn erneuerbare Energien konsequent ausgebaut werden. Internationale Szenarien zeigen, dass erneuerbare Energien den zentralen Beitrag zur Treibhausgasneutralität leisten, während Kernenergie eine begrenzte Rolle behält.</p> <p>Auch Kosten und Zeit sprechen gegen einen Wiedereinstieg. Neue Kernkraftwerke sind deutlich teurer als Windenergie und Photovoltaik und benötigen lange Planungs-, Genehmigungs-, Bau- und Inbetriebnahmezeiten. Damit kommen sie für die kurzfristig notwendigen Emissionsminderungen zu spät.</p> <p>Hinzu kommen Umwelt- und Sicherheitsfragen: Uranabbau, Kühlwasserbedarf, radioaktive Abfälle, Endlagerung, mögliche Unfallfolgen und die Frage, ob Technologien des nuklearen Brennstoffkreislaufs auch für militärische Zwecke genutzt werden könnten. Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> verschärft zudem einzelne Risiken für Kernkraftwerke, etwa durch Hitze, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/duerre">Dürre</a>, Hochwasser und Meeresspiegelanstieg.</p> <p>Aus Sicht des Umweltbundesamtes liegt der tragfähige Pfad für Klimaschutz und Versorgungssicherheit daher im schnellen Ausbau erneuerbarer Energien, in Energieeffizienz, leistungsfähigen Netzen, Speichern, Lastmanagement und flexiblen steuerbaren Kapazitäten. Diese Bausteine sind schneller verfügbar, senken Emissionen kosteneffizient und ergänzen sich in einem treibhausgasneutralen Energiesystem.</p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Wismut Uranbergarbeiter-Kohortenstudie

Wismut Uranbergarbeiter-Kohortenstudie Die Wismut-Studie ist eine der weltweit größten Kohortenstudien zu Bergarbeitern, die beruflich Radon und seinen Folgeprodukten ausgesetzt waren. Das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) führt diese Studie seit 1993 durch mit dem Ziel, die gesundheitlichen Folgen der beruflichen Strahlen- und Staubbelastung wissenschaftlich aufzuarbeiten. Zahlreiche Ergebnisse dieser Studie wurden publiziert ( z.B. Kreuzer et al. 2023; Kreuzer et al. 2021 ; Kreuzer et al.,2018 ; Walsh et al. 2015 ). Öffnung der Wismut-Daten für externe Wissenschaftler: Das BfS stellt die Daten auf Antrag externen Wissenschaftlern zur Bearbeitung eigener Fragestellungen zur Verfügung (Einzelheiten siehe Opening of the Wismut Data for External Researchers; Call for Proposals , in englischer Sprache). Bergarbeiter bei der Wismut unter Tage Die Wismut-Studie ist eine der weltweit größten Kohortenstudien beruflich radonbelasteter Bergarbeiter. Sie umfasst knapp 59.000 männliche Beschäftigte, die im Uranbergbau in der Deutschen Demokratischen Republik ( DDR) zwischen 1946 und 1990 tätig waren. Das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) führt diese Studie seit den 1990er Jahren durch mit dem Ziel, die gesundheitlichen Folgen der beruflichen Strahlen- und Staubbelastung wissenschaftlich aufzuarbeiten. Aufgrund ihres Umfangs, des langen Beobachtungszeitraums und der Fülle vorhandener Informationen ist die Studie einzigartig. Sie ermöglicht die Bearbeitung vieler verschiedener Fragestellungen. Die bisherigen Ergebnisse wurden in zahlreichen Publikationen veröffentlicht. Ergebnisse der Kohortenstudie Ausblick Aktuell werden die Risiken für andere Erkrankungen als Lungenkrebs durch Radon sowie für Erkrankungen durch Quarzfeinstaub in der Wismut-Kohorte mit den Daten des Beobachtungszeitraums 1946 - 2018 untersucht. Außerdem wird erforscht, wie robust die Risiken für Lungenkrebs durch Radon bei Berücksichtigung möglicher Unsicherheiten in der Berechnung der Radonexposition sind. Dazu wurde eine Methode speziell für die Daten der Wismut-Kohorte entwickelt, mit der Expositionsunsicherheiten bei der Risikoschätzung berücksichtigt werden können ( Ellenbach et al. 2023 ). Die Wismut- Kohorte ist auch Teil zweier weltweiter Poolingprojekte ("PUMA" – Pooled Uranium Miners Analysis, Rage et al. 2020 , Richardson et al. 2021 ; Richardson et al. 2022 , Kelly-Reif et al. 2023 ) und "iPAUW" - International Pooled Analysis of Uranium Processing Workers ) mit zahlreichen Uranbergarbeiter- und Uranaufbereiter- Kohortenstudien aus verschiedenen Ländern (Deutschland, Frankreich, Kanada, Tschechien, UK und USA ). Auch am europäischen Radon-Forschungsprojekt RadoNorm ist die Wismut-Kohorte beteiligt. Geplant ist auch die Auswertung der Daten zu den Frauen in der Wismut-Kohorte. Da von diesen nur sehr wenige unter Tage gearbeitet haben und damit strahlenexponiert waren, wurden sie bei den bisherigen Analysen nicht berücksichtigt. Darüber hinaus werden derzeit Lebenszeitrisiken für Krebserkrankungen basierend auf Ergebnissen der Wismut-Kohortenstudie systematisch untersucht und Methoden zur Berücksichtigung von Unsicherheiten bei der Berechnung der Lebenszeitrisiken entwickelt. Das Lebenszeitrisiko spielt zum Beispiel eine zentrale Rolle dabei, wie man die Exposition durch Radon umrechnen kann in eine effektive Dosis, die die Wirkung der Strahlung auf den Körper beschreibt. Fazit Die Zusammenhänge zwischen verschiedenen beruflichen Expositionen im Uranbergbau und gesundheitlichen Risiken werden anhand der deutschen Uranbergarbeiterstudie untersucht. Dadurch lassen sich neue Erkenntnisse für den Strahlenschutz und den Arbeitsschutz gewinnen und die wissenschaftlichen Grundlagen für die Anerkennung von Berufskrankheiten erweitern. Sowohl die berufliche Radon - als auch die Quarzfeinstaubexposition führen bei den Wismut-Beschäftigten zu einer deutlichen Erhöhung des Lungenkrebsrisikos, auch im Niedrigdosisbereich. Der radonbedingte Risikoanstieg hängt zusätzlich ab von Faktoren wie der Zeit seit Exposition , dem Alter bei Exposition und der Expositionsrate. Die Lungenkrebsrisiken durch Rauchen und Radon addieren sich nicht nur, sondern verstärken sich wechselseitig. Das heißt, das gemeinsame Vorliegen der beiden Risikofaktoren erhöht das Lungenkrebsrisiko besonders stark. Auch das Risiko, an einer Leukämie zu sterben, steigt mit der Strahlenexposition an, dieser Anstieg ist jedoch nicht signifikant. Für einzelne Leukämie -Subtypen ergeben sich signifikante Zusammenhänge. Des Weiteren zeigt sich ein sehr starker Anstieg der Sterblichkeit an Silikose mit zunehmender Belastung durch Quarzfeinstaub. Hinsichtlich der anderen untersuchten Todesursachen wurden bisher keine statistisch signifikanten Risikoerhöhungen beobachtet. Mit zunehmendem Beobachtungszeitraum ist mit wertvollen Erkenntnissen auch für Erkrankungen zu rechnen, die in der Kohorte eher selten auftreten. Stand: 02.02.2026

Reaktiver Transport von Haldensickerwasser in teilgesättigten quartären (pleistozänen/holozänen) Talsedimenten

Im Ronneburger Revier (Ostthüringen) fand von 1952-1990 die weltweit größte Urangewinnung aus Schwarzpeliten statt. Die derzeit vom Halden-Sickerwasser der Nordhalde, später vom austretenden Flutungswasser des gefluteten unterirdischen Grubengebäudes durchströmten Talsedimente des Gessentales stellen nach den seit August 1997 laufenden Voruntersuchungen eine Senke für Schwermetalle/Radionuklide dar. Die Fällungsprozesse und die Randbedingungen für diese Senkenfunktion sind bisher nicht bekannt. Noch in diesem Jahr werden über 100 Sondierungsbohrungen (Schlagbohrverfahren) von Seiten der Wismut GmbH im Gessental durchgeführt, woraus sich eine exzellente Probenentnahmemöglichkeit ergibt. Mit dem beantragten Forschungsprojekt sollen die sedimentologischen und hydraulischen Bedingungen und hydrogeochemischen (und mikrobiologischen Prozesse im Sicker- und Grundwasserpfad der quartären Talsedimente unter besonderer Berücksichtigung des Verhaltens von Uran erfasst werden. Hierzu sind sowohl Gelände- (Infiltrationstests, Pumpversuche, evtl. Tracertests) als auch Laborexperimente (Säulenversuche) vorgesehen. Die Kenntnisse sollen genutzt werden, um Teilprozesse des Systems zu modellieren (hydraulische und thermodynamische Gleichgewichtsmodelle), die für die Demobilisierung der Schwermetalle/Radionuklide wichtig sind. Die Ergebnisse stellen die Voraussetzung für eine fundierte Prognose über die Entwicklung der Stoffausträge aus dem Gessentaler Fließsystem und für die Stoffdynamik natürlicher Systeme dar.

Modellierung von Hydrodynamik und Stofftransport bei wassergebundenen Transportprozessen im Strahlenschutz unter Berücksichtigung der Freigabe schwach radioaktiver Stoffe

Modellierung von Hydrodynamik und Stofftransport bei wassergebundenen Transportprozessen im Strahlenschutz unter Berücksichtigung der Freigabe schwach radioaktiver Stoffe Forschungs-/ Auftragnehmer: Universität Stuttgart, Institut für Wasser‐ und Umweltsystemmodellierung Projektleitung: apl. Prof . B. Flemisch Projektbeginn: 01.09.2019 Projektende: 30.11.2022 Finanzierung: 227.512 Euro Die hydrodynamische Modellierung wird vom Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) eingesetzt, um wassergebundene Transportprozesse von Radionukliden in verschiedenen porösen Medien zu erforschen und zu beschreiben. Der Radionuklidtransport durch poröse Medien ist relevant bei konventionellen Oberflächendeponien mit Bauschutt aus dem Rückbau von Kernkraftwerken ( KKW ) im Zuge der Freigabe schwach radioaktiv kontaminierten Materials. Hier wird der Transport auf dem Wasserpfad von der Deponie über die ungesättigte Zone bis zu einem Grundwasserleiter untersucht. Dabei wird vor allem die Einlösung von Radionukliden in Wasser ( z. B. Regen-, Sicker- oder Grundwasser) und deren Transport modelliert. Ähnlich gelagerte Fälle betreffen Materialaufschüttungen bestehend aus natürlich vorkommenden Radionukliden, wobei es sich dabei etwa um Altlasten aus dem früheren Uranbergbau handeln kann. In solchen Fällen kann Regenwasser in das schwach kontaminierte und poröse Material eindringen und Radionuklide auswaschen. Es kann somit letztlich zu wassergebundenen Transportprozessen von Radionukliden auch zum Menschen und damit zu einer Strahlenbelastung kommen. Zielsetzung Forschungsbedarf ergibt sich in Hinsicht auf die Anwendbarkeit der bisher verwendeten Ansätze, die Aspekte vereinfachen oder vernachlässigen. Vor allem Bauschutt zeigt eine starke Heterogenität der Größenklassen, wodurch Effekte eine Rolle spielen können, die im homogenen Fall vernachlässigbar sind. Im ersten Teil wird untersucht, welchen Einfluss stark heterogene Modellgebiete auf den Einsatz der Modellierungsansätze haben. Dabei werden die partiellen Differentialgleichungen der Zweiphasenströmung (Wasser und Luft) und als deren Vereinfachung die Richards‐Gleichung untersucht. Des Weiteren wird der Einfluss von Teilgebieten mit sehr hoher Permeabilität innerhalb der Deponie auf die Modellierungsansätze untersucht. Durch eine hohe Permeabilität können auch hohe Geschwindigkeiten auftreten, wodurch der Einsatz der normalerweise verwendeten Darcy‐Gleichung nicht mehr gerechtfertigt ist. Stattdessen kann die Darcy‐Forchheimer‐Gleichung verwendet werden. Das Augenmerk liegt auf dem Zusammenhang zwischen den Transportgleichungen eines der oben beschriebenen Mehrphasen-Modelle und den Radionukliden. Langfristig erlauben die im Vorhaben entwickelten Instrumente zur Simulation von Wasserströmungen eine Anwendung auf Szenarien, die den Klimawandel berücksichtigen, wie zum Beispiel die Einbeziehung von Starkregenereignissen. Methodik und Durchführung Erstellung 2-D Modellgebiet In einem ersten Schritt wird mit Hilfe des geostatistischen Programms "gstat" ein 2-D Modellgebiet erstellt, welches die Heterogenität einer Bauschuttdeponie hinsichtlich Permeabilitäts- und Kapillardruckverteilung abbildet. Um die Modellierung der Hydrodynamik in heterogenen porösen Medien mit dem Transport der Radionuklide zu verknüpfen, wird ein sogenanntes Tracer-Modell verwendet. Dabei werden die Strömungsgleichung für das Wasser und die Transportgleichung(en) für die Radionuklide nacheinander gelöst. Da die Radionuklide in einer sehr ge¬ringen Konzentration zu erwarten sind, wird davon ausgegangen, dass sie die Hydrodynamik nicht be¬einflussen und deswegen irrelevant für die Lösung der Strömungsgleichung sind. Die aus der Strömungsgleichung berechneten Volumenflüsse werden in das Tracer-Modell übernommen und dessen Transportgleichung(en) gelöst. Daraus ergibt sich eine sequentielle Kopplung. Vergleich: Zweiphasen- und Richards-Modelle Für den Vergleich zwischen den oben beschriebenen Zweiphasen- und Richards-Modellen werden einige repräsentative Parametersätze für das „gstat“-Programm ausgewählt. Die Ergebnisse werden daraufhin untersucht, ob substantielle Unterschiede in den Ergebnissen auftreten und wie gut die numerischen Löser konvergieren. Auch die Rechenzeit spielt eine große Rolle. Beim Auswählen der Parameter wird versucht, ein Modellgebiet zu erstellen, das die Unterschiede zwischen den Gleichungen berücksichtigt. Dies zielt vor allem darauf ab, die Mobilität der Gasphase einzuschränken, da dabei die größten Unterschiede zu erwarten sind. Vergleich: Darcy- und Darcy-Forchheimer-Gleichung Ähnlich wird bei dem Vergleich zwischen Darcy- und Darcy-Forchheimer-Gleichung vorgegangen. Hier wird versucht, das Modellgebiet so zu erstellen, dass Gebiete mit hoher Geschwindigkeit entstehen, welche einen relevanten Einfluss auf die Hydrodynamik haben. Das können zum Beispiel vertikale Gebiete mit hoher Permeabilität sein. Zusätzlich werden noch besondere Gebiete mit hoher Permeabilität in unterschiedlichen Formen hinzugefügt. Dadurch liegen drei verschiedene Modellgebiete vor, an denen Untersuchungen durchgeführt werden. Zum Beispiel gibt es verschiedene Ansätze, den in der Darcy-Forchheimer-Gleichung verwendeten Forchheimer-Parameter zu berechnen. Der eine Ansatz ist einfach und deswegen weit verbreitet und berücksichtigt die Geschwindigkeit der Flüssigkeit und die Permeabilität des porösen Mediums. Der zweite verwendete Ansatz ist erweitert für Mehrphasen-Modelle und bezieht unter anderem auch noch den Anteil der Phasen mit ein. Diese Ansätze werden verglichen und zusätzlich zu den oben beschriebenen Parametern auch noch das Geschwindigkeitsfeld und die Zeit untersucht, die das Wasser benötigt, um das untere Ende des Modellgebiets zu erreichen. Stand: 27.07.2026

30 Jahre Wismut-Studie: Veranstaltung des BfS würdigt Forschung und Ergebnisse

30 Jahre Wismut-Studie: Veranstaltung des BfS würdigt Forschung und Ergebnisse Ausgabejahr 2026 Datum 16.06.2026 Ein Hauer beim Messen von Radioaktivität in einer Uranerzgrube der Wismut, ca 1960 Quelle: Archiv Wismut GmbH In der DDR war sie ein großer Arbeitgeber, in Westdeutschland dagegen kaum bekannt: die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut . Bis zur Wiedervereinigung 1990 produzierte sie Uran für die sowjetische Atomindustrie – mit erheblichen Folgen für die Umwelt und die Gesundheit vieler Beschäftigter. Das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) führt seit den 1990er Jahren die sogenannte Wismut -Studie durch, um gesundheitliche Folgen der beruflichen Strahlenbelastung, wie etwa Lungenkrebs, zu untersuchen. 30 Jahre nach Beginn der Forschungen richtet das BfS dazu den "Zweiten internationalen Uranbergarbeiter-Workshop" vom 16. bis 18. Juni 2026 in München aus. BfS -Vizepräsident Florian Rauser sagt: "Die Wismut -Studie ist die weltweit größte Kohortenstudie zu Bergarbeitern und dem radioaktiven Gas Radon , das beim Uranabbau allgegenwärtig ist. Daher ist sie für die internationale Strahlenschutzforschung von großer Bedeutung – und sie spielt auch eine Rolle in den aktuellen internationalen Diskussionen zur Regulation von Niedrigdosen. Die Ergebnisse lieferten in den vergangenen Jahren außerdem wissenschaftliche Grundlagen, auf der aktuelle Gesetzgebung im Bereich des Strahlenschutzes aufbauen kann." Klarer Zusammenhang zwischen Radon und Lungenkrebs nachgewiesen Seit dem Beginn der Studie 1996 wurden die Daten für viele Publikationen genutzt. Die zentralen Ergebnisse: Es konnten klare Zusammenhänge gezeigt werden zwischen der Höhe und Dauer der Belastung und der Wahrscheinlichkeit, durch Radon an Lungenkrebs oder durch Quarzfeinstaub an einer Staublunge zu erkranken. Zugleich konnten bisher keine überzeugenden Belege gefunden werden, dass Radon die Sterblichkeit durch andere Erkrankungen erhöht. Wissenschaftliche Daten auch zu Langzeitrisiken Vizepräsident Dr. Florian Rauser Quelle: bundesfoto/Bernd Lammel Die Erkenntnisse aus der Wismut -Studie helfen heute etwa, wenn es um die Beurteilung geht, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Erkrankung einer Person auf ihre berufliche Tätigkeit zurückzuführen ist. Auch für die Festlegung aktuell geltender Regelungen zum Schutz vor Radon an Arbeitsplätzen und in Innenräumen lieferten die Erkenntnisse aus der Wismut -Studie wichtige Impulse. "Der Uranabbau durch die SDAG Wismut ist ein prägender Bestandteil ostdeutscher Geschichte und Lebensrealität, der bis in die Gegenwart nachwirkt" , sagt BfS -Vizepräsident Rauser. Rechnerisch lasse sich zeigen, dass noch heute ehemalige Bergarbeiter der Wismut an radonbedingtem Lungenkrebs erkrankten. Das Risiko nehme allerdings stark ab, je länger die Tätigkeit an radonbelasteten Arbeitsplätzen zurückliege. Ausblick: Erforschung der Wirkung von sehr geringen Strahlendosen Bei der Veranstaltung, an der internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ebenso wie Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, Behörden und Berufsgenossenschaften teilnehmen, werden auch offene Forschungsfragen diskutiert. So sollen etwa die Zusammenhänge zwischen Radon und ggf. erhöhten Risiken für weitere Krebserkrankungen außer Lungenkrebs erforscht werden. Neue Antworten erhoffen sich die Forschenden auch bei der Frage, welche Wirkung sehr kleine Strahlendosen auf Menschen haben können. Hier sollen Projekte mit internationalen Partnern die Forschung vorantreiben. Die Daten der Studie stellt das BfS auf Antrag auch externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung. Weitere Informationen: Die Datengrundlage der Wismut -Studie Als einer der größten Uranproduzenten der Welt beschäftigte die Wismut zwischen 1946 und 1990 in den Abbaugebieten in Thüringen und Sachsen über 400.000 Menschen. Insbesondere zu Beginn des Uranabbaus in den 1940er und 1950er Jahren waren die Uranbergarbeiter der Wismut extrem hohen Konzentrationen des radioaktiven Gases Radon , das aus Uran entsteht, und Quarzfeinstaub ausgesetzt. Die Wismut - Kohorte Schachtanlagen der SDAG Wismut in Niederschlema Anfang der 1960er Jahre Quelle: Wismut GmbH Für rund 60.000 Bergarbeiter wurde Mitte der 1990er Jahre aufwendig rekonstruiert, in welchem Maß sie Radon und dessen Folgeprodukten, Quarzfeinstaub und äußerer Strahlung ausgesetzt waren. Diese Bergarbeiter bilden die Wismut - Kohorte – die größte Uranbergarbeiter- Kohorte der Welt. Eine Kohorte ist eine Gruppe von Personen mit einem gemeinsamen Merkmal (hier: Tätigkeit als Uranbergarbeiter). Seit Ende der 1990er Jahre lässt das BfS regelmäßig ermitteln, welche Personen aus der Wismut - Kohorte verstorben sind und wenn ja, an welcher Todesursache. Anhand der Daten untersucht das BfS die Zusammenhänge zwischen der beruflichen Strahlen- und Staubbelastung und den Todesursachen. Aufbau und Nachverfolgung der Wismut - Kohorte wurden und werden vom Bundesumweltministerium finanziert. Wismut -Biobank Neben der Wismut - Kohorte hat das BfS eine Biobank mit biologischen Proben von etwa 1.000 ehemaligen Beschäftigten der Wismut aufgebaut. Dabei geht es darum, biologische Wirkungen von Strahlung auf zellulärer Ebene zu untersuchen und biologische Merkmale, die auf eine unterschiedliche individuelle Strahlenempfindlichkeit hindeuten, zu identifizieren. Internationale Kooperationen Die Daten der Wismut - Kohorte fließen auch in internationale Kooperationen ein. Derzeit laufen zwei weltweite Pooling-Projekte ("PUMA" – Pooled Uranium Miners Analysis und "iPAUW" – International Pooled Analysis of Uranium Processing Workers), bei denen die Daten von Uranbergarbeiter- und Uranaufbereiter- Kohortenstudien zusammengeführt und gemeinsam ausgewertet werden. Stand: 16.06.2026

Ableitungen natürlicher Radionuklide bei der Sanierung der Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus (Wismut)

Ableitungen natürlicher Radionuklide bei der Sanierung der Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus (Wismut) Als unvermeidliche Folge des früheren Uranerzbergbaus in Sachsen und Thüringen fällt bei und nach der Sanierung der betroffenen Gebiete auch heute noch ein Anteil natürlicher Radionuklide an, der über Luft und Wasser zielgerichtet in die Umgebung entlassen werden muss. Diese Ableitungen werden von den zuständigen Umweltbehörden genehmigt; ihre Mengen werden gemessen und die Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen kontrolliert. Die Tendenz der abgeleiteten Radioaktivitätsmengen ist deutlich abnehmend und eine unzulässige Gefährdung dadurch auszuschließen. Bergarbeiter bei der Wismut unter Tage Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Sachsen und Thüringen mit dem Abbau und der Aufbereitung von Erzen zur Urangewinnung begonnen. Nach 1960 konzentrierte die "Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft Wismut" (SDAG Wismut) die Urangewinnung in einigen Großbetrieben. Die Uranproduktion wurde 1990 aus Gründen des Strahlen- und Umweltschutzes, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Für die Vorbereitung und Durchführung der Stilllegung und Sanierung derjenigen Hinterlassenschaften, die nach 1962 von der SDAG Wismut genutzt wurden, wurde die Wismut GmbH gegründet, deren alleinige Gesellschafterin die Bundesregierung ist. Emissions- und Immissionsüberwachung Bei der Sanierung der Hinterlassenschaften (untertägige Anlagen, Halden und Deponien mit Aufbereitungsrückständen sowie kontaminierte Betriebsflächen und Gebäude) werden unvermeidlich auch Radionuklide mit der Abluft und den Schachtwässern und Abwässern in die Umwelt abgeleitet. Für diese Ableitungen werden von den zuständigen Landesbehörden Grenzwerte festgelegt, deren Einhaltung die Wismut GmbH nachweisen muss. Die Überwachung der flüssigen und gasförmigen Ableitungen und der Konzentration dieser Stoffe in den Umweltmedien Luft, Wasser, Sediment, Boden, Lebensmittel pflanzlicher Herkunft und Futtermittel erfolgt seit 1997 einheitlich nach den Vorgaben der Richtlinie für Emissions- und Immissionsüberwachung bei bergbaulichen Tätigkeiten (REI Bergbau). Die Emissionsüberwachung und Immissionsüberwachung, die von der Wismut GmbH durchgeführt und von unabhängigen Messstellen kontrolliert wird, dient nicht nur der Kontrolle der Ableitungen und deren Auswirkungen auf die Umgebung, sondern auch der Erfassung der Gesamtsituation zur Vorbereitung weiterer Sanierungsentscheidungen und der Kontrolle der Auswirkungen von Sanierungsentscheidungen. Darüber hinaus führt die Wismut GmbH ein umfangreiches Monitoring in den betroffenen Regionen durch, das an den jeweiligen Stand der Sanierungsarbeiten angepasst wird. Überblick über Ableitungen in Oberflächengewässer und Atmosphäre Ableitung radioaktiver Stoffe in die Oberflächengewässer im Zeitraum 1998 bis 2024 Die obere Abbildung gibt einen Überblick über die gesamte Ableitung von Uran und Radium-226 in die großen Vorfluter Zwickauer Mulde, Elbe, Pleiße und Weiße Elster im Zeitraum von 1998 bis 2024. Die Jahresgenehmigungswerte wurden in diesem Zeitraum ausnahmslos eingehalten. Dies gilt auch für die mit der Abluft in die Atmosphäre abgeleiteten Mengen von Radon -222 und langlebigen Alpha-Strahlern, die in der unteren Abbildung dargestellt sind. Ableitung radioaktiver Stoffe mit der Abluft in die Atmosphäre im Zeitraum 1998 bis 2024 Insgesamt zeigt sich eine abnehmende Tendenz der auch während der Sanierung unvermeidlich anfallenden Ableitungen von Uran , Radium-226 und Radon -222. Auftretende Schwankungen, insbesondere bei den Abwassermengen, sind witterungsbedingt oder durch die ansteigenden Flutungswässer verursacht. Detaillierte Informationen und Daten Dem Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) obliegt die zentrale Erfassung der Ergebnisse der Emissions- und Immissionsüberwachung für die Berichtspflichten der Bundesregierung gegenüber Bundestag und Bundesrat. Detaillierte Informationen und Daten zum Thema können den jährlichen Umweltberichten und Parlamentsberichten entnommen werden. Stand: 19.03.2026

Empfehlungen und Richtlinie

Empfehlungen und Richtlinie Die Strahlenschutzkommission hat erste fachlich begründete Empfehlungen zum Umgang mit den Folgen des Uranerzbergbaus nach dessen Stilllegung gegeben, um dringend benötigte behördliche Entscheidungen zu unterstützen. Eine Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung bei bergbaulichen Tätigkeiten findet in den neuen Bundesländern Anwendung bei der Stilllegung und Sanierung von Anlagen und Einrichtungen des Uranerzbergbaus und der Uranerzaufbereitung sowie bei Arbeiten an Halden und industriellen Absetzanlagen und bei der Verwendung darin abgelagerter Materialien. Dem BfS obliegt die zentrale Erfassung der Ergebnisse der Emissions- und Immissionsüberwachung nach der REI Bergbau und die Berichterstattung darüber an das Umweltministerium sowie den Bundestag und Bundesrat. Empfehlungen zum Umgang mit der durch bergbauliche Tätigkeiten verursachten besonderen Strahlenschutzsituation Unmittelbar nach der Stilllegung des Uranerzbergbaus hat die Strahlenschutzkommission ( SSK ) Empfehlungen zum Umgang mit der durch bergbauliche Tätigkeiten verursachten besonderen Strahlenschutzsituation gegeben, die für behördliche Entscheidungen dringend erforderlich waren. Darin formuliert die Strahlenschutzkommission Richtwerte, bei deren Einhaltung davon auszugehen ist, dass Maßnahmen zur Reduzierung der Strahlenexposition nicht erforderlich sind. Bei der Festlegung dieser Richtwerte folgte die Strahlenschutzkommission dem Grundprinzip, dass für Verhältnisse, die unter üblichen Bedingungen auch natürlicherweise auftreten können, Interventionsmaßnahmen aus Gründen des Strahlenschutzes nicht gerechtfertigt sind. Die im Projekt "Radiologische Erfassung, Untersuchung und Bewertung bergbaulicher Altlasten (Altlastenkataster)" angewandten Bewertungskriterien orientieren sich an den SSK -Empfehlungen. Die SSK -Empfehlungen wurden vor allem in den Jahren von 1990 bis 1994 verabschiedet und befassen sich mit dringenden Fragestellungen, die bei der Sanierung der Uranbergbaugebiete auftraten. Dazu gehören Hinweise zur möglichen Nutzung von Halden und bergbaulich beeinflussten Flächen sowie von Wässern, aber auch zur Freigabe von Schrott und Bauschutt und zur Nutzung von kontaminierten Gebäuden im Uranbergbaugebiet. Ergänzend äußerte sich die Strahlenschutzkommission zur Verwendung von Kupferschlacke aus dem Mansfelder Raum. Alle SSK -Empfehlungen sind unter SSK Online als PDF -Dateien verfügbar. Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung Im Zuge der weiteren Sanierung der Regionen des ehemaligen Uranerzbergbaus wurde 1997 eine Vorschrift zur Überwachung dieser Arbeiten verabschiedet: Die Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung bei bergbaulichen Tätigkeiten ( REI Bergbau) findet gemäß § 162 der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) in den neuen Bundesländern Anwendung. Alle Veränderungen im Laufe der Sanierungsarbeiten müssen bei der zuständigen Behörde beantragt werden, die die dabei unvermeidlich entstehenden radioaktiven Ableitungen prüft und genehmigt. Die Emissionsüberwachung und Immissionsüberwachung ermöglicht dann eine Kontrolle der Einhaltung von zulässigen Aktivitätsabgaben und eine Beurteilung der aus diesen Ableitungen radioaktiver Stoffe mit Luft und Wasser und sonstigen Freisetzungen resultierenden Strahlenexposition des Menschen. Dem Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) obliegt die zentrale Erfassung der Ergebnisse der Emissions- und Immissionsüberwachung nach der REI Bergbau und die Berichterstattung darüber an das Umweltministerium sowie den Bundestag und Bundesrat. Stand: 18.03.2026

Forschung zur Wirkung von Radon auf die Gesundheit

Forschung zur Wirkung von Radon auf die Gesundheit Eine wichtige Grundlage des heutigen Wissens über die Wirkung von Radon auf die menschliche Gesundheit sind epidemiologische Studien an Bergarbeitern, die seit den 1960er Jahren durchgeführt werden. Die deutsche Wismut Uranbergarbeiter-Studie des BfS umfasst etwa 60.000 ehemalige Beschäftigte der Wismut, die im Uranerzbergbau in der ehemaligen DDR zwischen 1946 und 1990 tätig waren. Seit den 1980er Jahren wurden die Bergarbeiter-Studien durch Fall-Kontroll-Studien zum Lungenkrebsrisiko durch Radon in Wohnungen in Europa, Nordamerika und China ergänzt. Dass Radon beim Menschen Lungenkrebs verursachen kann, ist heute unstrittig. Es ist bekannt, wie Radon auf die Gesundheit des Menschen wirkt und wie man sich vor hohen Radon -Konzentrationen schützen kann. Doch woher weiß man eigentlich, welche Risiken von Radon ausgehen? Schneeberger Krankheit Bereits im 16. Jahrhundert fiel auf, dass junge Bergarbeiter im Erzgebirge häufig an den Lungen erkrankten. Ihre - tödlich verlaufende - Lungenerkrankung wurde unter dem Namen "Schneeberger Krankheit" bekannt. Erst Jahrhunderte später erkannte man, dass es sich bei dieser Erkrankung um Lungenkrebs handelte und dass das Einatmen von Radon und seinen Folgeprodukten sie verursacht hatte. Bergarbeiter-Studien Bergarbeiter bei der Wismut unter Tage Grundlage des heutigen Wissens über die Wirkung von Radon auf die menschliche Gesundheit sind epidemiologische Studien an Bergarbeitern, die seit den 1960er Jahren durchgeführt wurden. Sie zeigten, dass Radon im Uranbergbau untertage das Lungenkrebsrisiko erhöht. Ein Beispiel für eine Studie an Bergarbeitern ist die deutsche Wismut Uranbergarbeiter-Studie des BfS – sie umfasst etwa 60.000 ehemalige Beschäftigte der Wismut, die im Uranerzbergbau in der ehemaligen DDR zwischen 1946 und 1990 tätig waren. Studien zu Radon in Wohnungen Seit den 1980er Jahren wurden die Bergarbeiter-Studien durch Fall-Kontroll-Studien zum Lungenkrebsrisiko durch Radon in Wohnungen in Europa, Nordamerika und China ergänzt. Die größte und aussagekräftigste davon ist die Studie "Radon in homes and risk of lung cancer: collaborative analysis of individual data from 13 European case-control studies" aus dem Jahr 2005. Diese gemeinsame Auswertung von 13 europäischen Studien mit 7.148 Lungenkrebspatienten und 14.208 Kontrollpersonen zeigte auf, dass Radon auch in Wohnungen das Risiko , an Lungenkrebs zu erkranken, erhöht. Das gilt insbesondere für diejenigen, die rauchen oder geraucht haben, aber auch nachweislich für Menschen, die ihr Leben lang nicht geraucht haben. Das Lungenkrebsrisiko steigt, so die Studie, mit der langjährigen Radon -Konzentration in der Wohnung an. Unter "langjährig" wird hier ein Zeitraum von 30 Jahren verstanden. Genau gesagt steigt das relative Risiko für Lungenkrebs bei langjähriger Radon -Exposition pro 100 Becquerel pro Kubikmeter ( Bq/m³ ) um 16 % an. Das heißt, das Lungenkrebsrisiko, das sich rein rechnerisch ohne Radonbelastung ergeben würde, erhöht sich bei 100 Bq/m³ langjähriger Radonbelastung um 16 %, bei 200 Bq/m³ um 32 %, bei 300 Bq/m³ um 48 %, usw. . In den jetzigen und früheren Wohnungen der Teilnehmenden der 13 Studien wurde die Radon -Konzentration über mindestens ein halbes Jahr gemessen. Ferner wurden alle detailliert nach ihrem lebenslangen Rauchverhalten und anderen Risikofaktoren für Lungenkrebs befragt. Aktuelle Forschungsvorhaben Studie Studie: Aufbau einer Radon-Biobank Dass Radon beim Menschen Lungenkrebs verursachen kann, ist heute unstrittig. Aber wie sieht es mit weiteren Krankheiten aus? Das BfS möchte die Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung näher erforschen. Dazu soll eine Bioproben- und Datenbank erstellt werden, deren Proben und Daten auch anderen Forscher*innen zur Verfügung gestellt werden. mehr anzeigen Studie Studie: Radon im städtischen Raum In einer Studie lässt das BfS am Beispiel der Stadt Bonn untersuchen, wie das Radon -Potenzial in dicht besiedelten städtischen Gebieten einzuschätzen ist. Dazu soll das Sachverständigenbüro Dr. Kemski ermitteln, wie viel Radon in der Boden- und Raumluft vorkommt. mehr anzeigen Artikel Studie: Radon am Arbeitsplatz Um eine deutschlandweite Übersicht der durchschnittlichen Konzentration von Radon an Arbeitsplätzen zu erhalten, soll eine Studie des BfS die Radon-Konzentration an Arbeitsplätzen in verschiedenen Branchen und Regionen erfassen. Zur Teilnahme anmelden konnten sich Arbeitgebende, für die keine gesetzliche Radon-Messpflicht besteht und die Arbeitsplätze in Keller- oder Erdgeschossen betreiben. mehr anzeigen Medien zum Thema Broschüren und Video downloaden : zum Download: Radon - ein kaum wahrgenommenes Risiko (PDF, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm) … PDF 3 MB Broschüre Radon - ein kaum wahrgenommenes Risiko downloaden : zum Download: Radon in Innenräumen (PDF, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm) … PDF 853 KB Broschüre Radon in Innenräumen Video Radon Zu viel Radon im Haus kann Lungenkrebs verursachen. Aber woher weiß ich, ob ich betroffen bin? Wie kann ich es messen? Was kann ich gegen zu viel Radon tun? mehr anzeigen Stand: 26.11.2025 Ionisierende Strahlung Häufige Fragen Was ist Radon? Wie breitet sich Radon aus und wie gelangt es in Häuser? Welche Radon-Konzentrationen treten in Häusern auf? Alle Fragen

Ergebnisse der Radon-Freiluftmessungen in Bergbaugebieten

Ergebnisse der Radon-Freiluftmessungen in Bergbaugebieten Sowohl deutschlandweit als auch in den Bergbaugebieten der neuen Bundesländer werden normalerweise Jahreswerte der natürlichen Radonkonzentration im Freien von circa 5 bis 30 Becquerel pro Kubikmeter, in Ausnahmefällen auch bis circa 50 Becquerel pro Kubikmeter gemessen. In den vom intensiven Alt- und Uranbergbau gekennzeichneten Regionen Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens können zwar in unmittelbarer Nähe bergbaulicher Anlagen (Abwetterschächte, Halden) deutlich über den Untergrund erhöhte Radon -Konzentrationen auftreten (der höchste gemessene Wert betrug 1.700 Becquerel pro Kubikmeter am Fuß einer Halde), eine großräumige, bergbaubedingte Beeinflussung besteht aber nicht. Das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) betrieb seit Beginn der 1990er Jahre in den durch intensiven Bergbau gekennzeichneten Regionen Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens Messnetze zur Ermittlung von Radon -Konzentrationen ( Radon-222 ) im Freien. Die Messungen sollten den Einfluss bergbaulicher Tätigkeiten und der Sanierung ihrer Hinterlassenschaften auf den natürlichen Radonpegel ermitteln. Dazu war es notwendig, sich sowohl einen Gesamtüberblick über die Radon -Konzentrationen in den betroffenen Gebieten zu verschaffen als auch das natürliche Konzentrationsniveau zu bestimmen. Ergebnisse der Messungen des BfS zwischen 1991 und 2004 Häufigkeitsverteilung der im Zeitraum 1991 - 2004 ermittelten Jahreswerte von Radonkonzentrationen im Freien Da die Radon -Konzentration im Freien je nach Tages- und Jahreszeit stark schwankt, sind für die Erfassung gesicherter Mittelwerte Messungen über längere Zeiträume erforderlich. Dafür setzte das BfS ein passives Messsystem auf der Basis von Festkörperspurdetektoren ein. Im Rahmen des Messprogramms wurde zwischen 1991 und 2004 in 17 Messnetzen an 584 Messpunkten die Radon -Konzentration ermittelt. Eine Übersicht über alle in Siedlungsgebieten ermittelten Jahreswerte der Radon -Konzentration bietet die nebenstehende Abbildung. Zusammenfassend lässt sich Folgendes feststellen: Die Jahreswerte unterschieden sich stark (zwischen 5 und 1.700 Becquerel pro Kubikmeter); der Maximalwert wurde unmittelbar am Fuß einer Halde gemessen. Meist wurden niedrige Konzentrationen gemessen. So sind zum Beispiel etwa 90 Prozent aller Jahreswerte kleiner als 40 Becquerel pro Kubikmeter. Etwa ein Drittel aller Jahreswerte lagen zwischen 10 und 15 Becquerel pro Kubikmeter und damit in einem für Deutschland typischen Bereich des natürlichen Untergrundes; dort liegt die mittlere Radonkonzentration zwischen 4 und 31 Becquerel pro Kubikmeter. Hohe Radonkonzentrationen wurden nur selten gemessen (zum Beispiel Werte über 100 Becquerel pro Kubikmeter nur in etwa einem Prozent aller Fälle). Der Einfluss bergbaulicher Hinterlassenschaften wie Halden, Absetzanlagen, Abwetterschächte und ähnliches auf die Radon -Konzentration im Freien ließ sich nur in der näheren Umgebung dieser Anlagen nachweisen. Eine großräumige Beeinflussung der Radon -Konzentration konnte dagegen nicht festgestellt werden. An bereits sanierten bergbaulichen Anlagen konnte in den meisten Fällen eine Verringerung der Radon -Konzentration in anliegenden Wohngebieten auf das Niveau der regionalen Untergrundkonzentration beobachtet werden. Höhere natürliche Radon-Konzentrationen in untersuchten Bergbaugebieten Die natürliche Radon -Konzentration wurde an Stellen gemessen, die nicht vom Bergbau beeinflusst waren. Die Messungen ergaben einen Erwartungswert von 16 Becquerel pro Kubikmeter bei einer Standardabweichung von 7 Becquerel pro Kubikmeter, wobei die Jahreswerte der natürlichen Radon -Konzentration zwischen 5 und 50 Becquerel pro Kubikmeter schwankten. Die natürliche Radon -Konzentration in den Bergbauregionen Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens ist etwas höher als in den meisten anderen Gebieten Deutschlands wie zum Beispiel der Norddeutschen Tiefebene. Dies ist hauptsächlich auf den natürlicherweise höheren Radium-226-Gehalt in den Böden und Gesteinen der Bergbauregionen sowie auf die oftmals schlechtere Durchmischung der bodennahen Luft in Tallagen zurückzuführen. Stand: 27.11.2025

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