Die Herstellung von großskaligen Produkten mit Unikatcharakter gestaltet sich in der Regel energie- und ressourcenintensiv durch große zu handhabende Abmessungen und Gewichte, eine oftmals überdimensionierte Auslegung sowie hohe spezifische Energiebedarfe der eingesetzten Fertigungsverfahren. Einige Herstellungsprinzipien, wie beispielsweise das Gussverfahren bei Schiffsgetriebegehäusen, benötigen zusätzliche Ressourcen in Form eines Modellbaus. Das Ergebnis dieses Vorhabens soll den Energiebedarf des Herstellungsprozesses um 30% reduzieren. Weiterhin sollen Fertigungs- und Beschaffungszeiten halbiert sowie die Materialkosten gesenkt werden. Außerdem sollen neue Anwendungen, wie z.B. gewichts- und lastoptimierte Getriebegehäuse sowie hoch individualisierte Getriebe, ermöglicht werden. Ein Fokus liegt im Design von additiv herstellbaren und somit ressourcenschonenden Getriebegehäusen. Hierzu werden Materialkennwerte ermittelt und in die Simulationsumgebung, die nicht nur die Funktion, sondern auch den energiearmen Fertigungsprozess beinhaltet, integriert. In Designkatalogen werden die Ergebnisse für Beispielstrukturen zusammengefasst. Die Eignung des Verfahrens wird mittels eines Demonstratorgetriebes nachgewiesen.
Bei der Olivenölherstellung fallen stark belastete Abwässer an, welche i.d.R. nicht sachgerecht entsorgt werden und somit ökologische Risiken bergen. Das Ziel dieser Studie ist es, basierend auf theoretischen Abwägungen, als auch initialen Messungen geeignete Verfahren (Anzahl 1-3) für die Behandlung von Abwässern aus Olivenölmühlen in Griechenland zu identifizieren. Die Studie beinhaltet eine ausführliche Literaturrecherche sowie eine präzise Analyse der Situation vor Ort. Bewertet wird die Eignung der Verfahren anhand wirtschaftlicher und technischer Kriterien. Eine intensivere laborpraktische Bewertung als auch die Umsetzung im Rahmen einer Pilot-Anlage sollen schließlich in dem vorzubereitenden AiF-Folgevorhaben erfolgen. Durchgeführt wird die Studie von dem Forschungsdienstleister ttz Bremerhaven und dem Beratungsunternehmen aqua consult. Die Arbeiten stärken die Marktpositionen der Kooperationspartner und deren Beziehungen untereinander, fördern den interkulturellen Austausch und tragen zu einer Verbesserung der ökologischen Situation in Griechenland bei.
Ziel dieses Vorhabens ist es, mit Hilfe eines Radarmesssystems die Strömung an der Wasseroberfläche von Flüssen flächenhaft zu vermessen. Die so gewonnenen Oberflächenströmungen sollen für die Ermittlung von Durchflussmengen genutzt werden. Das verwendete Messsystem besteht aus einem X-Band Radar, das den Doppler- Versatz des Radarsignals für jede Entfernungszelle entlang des Radarstrahls abtastet. Die Messungen werden bei verschiedenen Azimut-Winkeln von zwei Positionen aus durchgeführt, um daraus zweidimensionale Bewegungsfelder zu errechnen. Zur Ermittlung der Oberflächenströmung muss der Einfluss des Windes auf die Bewegung der Wasseroberfläche ermittelt und von der vom Radar gemessenen Gesamtbewegung der Wasseroberfläche abgezogen werden. Die Bestimmung dieses Windeinflusses auf die Radar- Rückstreuung von der Wasseroberfläche und der daraus errechnete Doppler-Versatz bei unterschiedlichen Windsituationen (Windrichtung relativ zum Flusslauf, Windgeschwindigkeit, Temperaturdifferenz Luft/Wasser, Homogenität des Windfeldes) bildet den Schwerpunkt der im Rahmen des beantragten Projektes vorgesehenen Untersuchungen. Dazu werden bei verschiedenen Windsituationen Feldexperimente durchgeführt. Neben den Radarmessungen wird das Strömungsprofil entlang des Flussquerschnitts mit Hilfe von Ultraschall-Messungen von Bord eines Bootes aus vermessen. Der Teil dieses Profils, der die Strömung an der Oberfläche repräsentiert, dient zur Validierung der aus den Radarmessungen gewonnenen Strömungen. Im Messbereich des Radars wird sowohl der Flussquerschnitt als auch die Topographie der angrenzenden Uferbereiche bestimmt, die im Falle eines Hochwassers überschwemmt werden. Aus den gewonnenen Oberflächenströmungen bei bekanntem Flussquerschnitt werden mit Hilfe eines bestehenden Modells (SIMK-Kalibrierverfahren) exemplarisch Durchflussmengen errechnet und mit den aus akustischen Messungen gewonnenen Durchflussmengen verglichen. Die Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung eines Radars zur Messung von Oberflächenströmungen werden untersucht und eine Abschätzung zur Eignung dieses Verfahrens für den automatischen Messbetrieb wird gegeben.